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  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   berlink
Status:
schrieb am 30.01.2020 10:34
Zitat
Solani2
Die Blaubeeren standen ja eben als Nachtisch auf dem Tisch. Ich bin übrigens dagegen, grundsätzliche Erziehungsaufgaben an Kita oder Hort zu übergeben, dann hören manche Kinder eben nur dort. Der Großteil der Kinder ist aber natürlich unkomplizierter. Es unterstellt dem Jungen auch niemand Böswilligkeit. Ich bringe jedem Respekt entgegen und erwarte das auch von jedem Kind, dass meine vier Wände betritt. Ich würde dem Kind sagen "So, du hattest für heute genug Nachtisch, im Gegensatz zu allen anderen, deshalb bekommst du jetzt und heute keinen Nachtisch mehr!" Und was Leckeres an die ausgeben, die noch keinen Nachtisch hatten. Über die Beweggründe würde ich gar nicht reden, das bringt doch ohnehin nur selten etwas und man schenkt diesem unerwünschten Verhalten nur unnötig Aufmerksamkeit.


Und ganz genau Letzteres finde ich unabdingbar, ihn zu fragen, gemeinsam zu reflektieren, was ein Kind in dem Alter oft schon ganz gut kann. Das ist auch eine Art Respekt, die man einem Kind entgegenbringt, zu erfragen, wieso er dies und das getan hat, um die Hintergründe zu erfahren und ggf. Änderungen des Verhaltens zu bekommen. Wir wissen gar nicht, ob der Junge sich in 2 sek. Händeweise die (wieviele?) Blaubeeren in den Mund gestopft hat, sich den Teller geschnappt hat....oder einfach hintereinanderweg, so, dass es die Erwachsenen offenbar nicht bemerkt haben, die gegessen haben, evtl. gedankenverloren.

Also bitte, wer gibt hier grundsätzlich die Erziehungsaufgaben an Kita/Hort ab??? Meine Kinder, da Zwillinge, MUSSTEN von Anfang an teilen, Aufmerksamkeit, Zeit, Spielsachen, .... Aber selbstverständlich, wenn Kinder ganztags im Kita/Hort sind, ist dort genug Gelegenheit, mitzubekommen, wie man teilen muss/darf/kann/soll. Sie können das sehr gut, auch sich Dinge einteilen, aufheben usw. Aber dennoch mache ich, um eine Ungleichbehandlung vorzubeugen (DAS Thema bei Mehrlingen), eben mit Chips oder Schokolade oder Popcorn oder sonstwas bei Kinderbesuch Schälchen. Das eine Kind isst schneller, das andere langsamer, und man kann nicht erwarten, dass bei TV z.B. das schneller essende Kind mittzählt, wieviel das andere zu sich genommen hat.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
avatar    Maral
schrieb am 30.01.2020 11:08
Zitat
Solani2
@Maral
Tauschen ist nicht teilen. Wenn jeder was hat, ist es doch einfach. Mein Dreijähriger Neffe gibt meinem Zweijährigen oft Beeren aus seiner Kita Essensbox, die noch übrig sind (bei meinem Kleinen bleibt nie was übrig zwinker). Obwohl er die auch echt gerne mag, richtig süß ist das! Mein Kleiner teilt auch, wenn nur er etwas hat. Wie gesagt, bei den meisten Kindern ist es doch einfach, da muss man nicht potentielle Konflikte vermeiden. Ich persönlich hätte auch keine Lust auf diese ganzen kleinen Schüsseln.
Aber wir reden in dem Fall doch nur von ganz normalen Tischmanieren ... Schüssel steht auf dem Tisch, alle dürfen etwas nehmen.
Auf der Kita Weihnachtsfeier saßen alle 16 Zweijährigen an einem Tisch, vor ihnen zwei volle Keksteller. Klar waren auch zwei dabei, die möglichst viele Kekse an sich reißen wollten. Da haben dann die Erzieherinnen gesagt, dass sie ein Keks nach dem anderen essen sollen und sonst spielen gehen dürfen. So schwierig ist das nicht, einem normalen Fünfjährigen ist das absolut zuzutrauen, wenn schon unter Dreijährige damit keine großen Schwierigkeiten haben.
Mich wundert ehrlich, wie viele Erwachsene Hemmungen haben, einfache Regeln bei sich Zuhause durchzusetzen. Klar kommen immer Sprüche wie "Zuhause darf ich das aber." Meine Antwort ist dann immer "Das kann schon sein, aber hier machst du das jedenfalls nicht, weil ich das nicht möchte." Wenn es was Spezielles ist, erkläre ich natürlich auch genauer. Aber da muss man echt kein großes Drama draus machen.

Im Punkt Filmschauen bin ich übrigens auch der Meinung, dass Kinder nicht stillsitzen können müssen in dem Alter. Selbst in der Schule sind sie ja mittlerweile so schlau, dass sie die Kinder in jeder Pause herumspringen oder tanzen lassen, damit die überschüssige Energie rausgeht. Ich gehe mit den Kinder immer raus, wenn es nur in der Wohnung zu wild wird. Dann sind die Kinder glücklich und ich kann draußen auch entspannen. Mich wundert sowieso, wieviele Kinder brav den ganzen Tag Zuhause bleiben.

Doch, tauschen ist auch eine Art Teilen. Denn nicht immer erhalten beide das begehrte Objekt dabei. Oft lässt sich einer überreden. Und genau das ist doch das, was ich versucht habe, zu erklären: Es gibt genügend Situationen, wo das Kind / die Kinder sich das teilen müssen. Gestern gabs Nachmittags für jedes Kind seine Schüssel, mit Stück Kuchen etc. Sie sind beschäftigt, der eine isst schneller, der andere langsamer etc. Und sie mögen das auch. Der Junge blieb aber auch zum Abendbrot. Da stand ein Teller mit Pfannkuchen und eine Schüssel mit verschiedener Rohkost. Klar ist, dass da geteilt werden muss, weil Gemeinschaftsgut, und das ist überhaupt kein Problem. Und dann kommt ja noch hinzu, dass man nicht erwarten kann, dass andere genauso strenge Regeln in bestimmten Dingen haben, wie man selber auch. Weil jedem andere Dinge wichtig sind. Dann muss man den Kindern vermitteln, dass sie damit rechnen müssen, dass sie es woanders nicht dürfen und darauf vertrauen, dass die Gastmutter sich äußert gegenüber dem Kind, wenn es etwas nicht soll. Krümel bspw und unsere Gastkinder dürfen auf mein Bett, dürfen auf dem Sofa hüpfen etc. Dennoch weiß er, oder bekommt von anderen gesagt, hier bitte nicht, und dann ist das ok. Ich wiederum habe mal ein Gastkind am Tisch nachdrücklich gebeten, die Mickymaus wegzulegen. Bei uns wird am Tisch nicht gelesen, Handy gespielt oder ähnliches. Zuhause durfte das Kind beim Essen lesen.

Ich finde das mega unhöflich. Also setze ich das zuHause durch. Würde aber jetzt nicht an der Erziehung zweifeln. Ist halt zuhause anders und ok. Ich würde aber niemals zuhause eine Regel einführen, weil ich denke, dass die bei anderen Eltern oder in der Kita wichtig sein könnte, wenn sie mir nicht wichtig ist. Ich weise Krümel dann lediglich darauf hin, womit er rechnen muss, wie das bei anderen Familien gehandhabt werden könnte.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.20 11:17 von Maral.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Impala-34
Status:
schrieb am 30.01.2020 12:54
Ich muss mich hier Maral und Berlink anschließen. Alles völlig normal mit 5/6. Manches kenne ich von meinem Sohn manches von Besucherkindern.
Alles nicht außergewöhnlich, wenn auch teilweise für Dich anstrengend.
Ich würde es auch nicht auf "jungstypisch" herunterbrechen wollen. Mein Sohn hat einige Freundinnen, da laufen noch ganz andere Sachen ab als das was Du schilderst.
Jedes Kind hat da andere Dinge mit denen es bei Erwachsenen anecken kann.

Bei so etwas wie "Ich hör Dir nicht zu" bei einer Ermahnung und sowieso bei Hinweisen auf Regeln bei uns zuhause habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, wenn man sich auf die Ebene des Kindes begibt, also in die Hocke geht, das Kind durch am Arm tippen oder ähnliches auf sich aufmerksam macht und in ganz ruhigem Ton deutlich aber bestimmt äußert, dass dies oder jenes bei uns eben so gemacht wird.
Man muss sich vor Augen halten, dass das Kind 6 ist nicht 16 und das es nicht "mangelnder Respekt" ist, der doch eigentlich nur Angst ist, sondern eben fehlende Impulskontrolle etc.

Was mir noch aufgefallen ist - und was es jetzt z.B. bei uns nicht gäbe und auch etwas schräg finde - Du machst den Kindern einen "kindersicheren" Teller mit Gurke etc. und auf dem Tisch liegen für Euch Kekse, die aber nur die Erwachsenen essen dürfen? Ich glaube da gibt es kaum ein 6jähriges Kind das das nicht "unfair" fände.
Natürlich würden viele Kinder sich nicht trauen, die Kekse an sich zu ziehen. Aber so ungewöhnlich finde ich das in dem Szenario wieder nicht.

Und ja die Kinder lernen teilen, vor allem durch andere Kinder. Ich sorge auch dafür, dass alles entsprechend doppelt da ist etc.

VG

Impala


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Amiflosi
schrieb am 30.01.2020 15:12
Ich schmunzle hier schon einige Zeit über den Satz: So, da haben wir deinen Papa aber gezähmt!

und frage mich, was will uns der kleine Kerl eigentlich damit sagen. grins

Feedback... das kenne ich auch, jedes Mal beim Abholen fragten mich manche Eltern, nach dem Benehmen ihrer Kinder. Die Kinder manchmal fast ängstlich daneben.

Meine Antwort war eigentlich immer: "Alles prima"

Ich mag das nicht bewerten. Es sind Kinder...

Dafür gelten zuhause ganz klar meine Regeln. So habe ich mal eine ziemlich deutliche Ansage gemacht, als Besuchskinder beim gemeinsamen Essen ein Rülpskonzert veranstaltet haben. Das ist daraufhin nie mehr passiert.

Außerdem verstehe ich gut, dass dein sehr braves Mädchen sich gerne mal so einen kleinen Rabauken zum Spielen holt, da kann man solche Seiten auch mal beobachten/ausleben. Genau das hat meine Tochter so an ihrer wilden Grundschulklasse erlebt. War wie Kino für sie. Ich wars nicht


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  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   LittleDancer
schrieb am 30.01.2020 16:49
Zitat
Solani2
Die Blaubeeren standen ja eben als Nachtisch auf dem Tisch. Ich bin übrigens dagegen, grundsätzliche Erziehungsaufgaben an Kita oder Hort zu übergeben, dann hören manche Kinder eben nur dort. Der Großteil der Kinder ist aber natürlich unkomplizierter. Es unterstellt dem Jungen auch niemand Böswilligkeit. Ich bringe jedem Respekt entgegen und erwarte das auch von jedem Kind, dass meine vier Wände betritt. Ich würde dem Kind sagen "So, du hattest für heute genug Nachtisch, im Gegensatz zu allen anderen, deshalb bekommst du jetzt und heute keinen Nachtisch mehr!" Und was Leckeres an die ausgeben, die noch keinen Nachtisch hatten. Über die Beweggründe würde ich gar nicht reden, das bringt doch ohnehin nur selten etwas und man schenkt diesem unerwünschten Verhalten nur unnötig Aufmerksamkeit.

Ganz ehrlich, wie fies st das denn, auch noch ohne etwas zu sagen den Anderen was leckeres geben nur weil er Beeren gegessen hat? Es langt dann völlig zu sagen dass die eigentlich für beide Kinder gedacht waren.
„Grundsätzlich Erziehungsaufgaben an Hort oder Kindergarten übertragen“ meinst du ernsthaft dass berlink das macht? Es geht doch nur darum dass es auch noch andere Bereiche gibt wo Kinder teilen lernen.
Ich denke es hätte jedem Kind passieren können wenn da ein offensichtlich kleines Schüsselchen (eine Hand voll) mit Beeren vor ihm steht dass es denkt dass das seine Portion ist.
Ich schliesse mich Maral/Berlink vollumfänglich an.

LG


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   cora167
schrieb am 30.01.2020 17:14
Zitat
lucky*3
also ich schüttle hier echt den Kopf, wir sprechen von einem Jungen im Kindergartenalter (5/6) der in einer fremden Umgebung mit fremden Abläufen für mehr als einen Tag untergebracht ist, und dann wird sein Verhalten so zerpfückt in einzelne unerwünschte Aktionen?

Meine Güte, das ist ein Kindergartenkind, dahinter steckt kein böswilliges Verhalten, für ihn war einfach alles ungewohnt und er hat ungewohnte Reaktionen gezeigt und Äußerungen gemacht die er sich sicher nicht vorher zurecht gelegt hat.

Wir haben beim abholen von Kindern immer gefragt - war alles ok - und es kam die Antwort 'ja klar, wie sie eben sind in dem Alter....'

Ich würde mich eher fragen, warum ein 5-6 jähriges Kind tatsächlich ruhig vor einen 2-stündigen Film sitzt! Das finde ich eher merkwürdig.

Danke, sehe ich genauso!


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Rabenschleich
schrieb am 30.01.2020 21:02
Durchatmen, runterkommen! Es geht mir nicht ums Zerpflücken, sondern ums Verstehen. Ja, ich fand viele Situationen anstrengend, oder besser: ungewohnt. Dazu muss man aber wissen, dass unsere Große eben schon immer sehr umsichtig und rücksichtsvoll war für ihr Alter und sehr genau beobachtet, wie etwas läuft. Nachdem der Junge alle Beeren aufgefuttert hat, durfte sie sich alternativ ein Eis holen und hat von allein eins für ihren Freund mitgebracht. Auch wenn euch das merkwürdig vorkommt. Woher soll ich wissen, dass das Verhalten ihres Kumpels altersgerecht ist, wenn mein Kind und viele andere Freundschaften sich in vielen Dingen anders verhalten? Niemand unterstellt dem Kind hier Böswilligkeit. Aber ich nehme es ernst, wenn anderen Eltern ein Feedback ernst ist. Wenn ihr anderen Eltern immer nur Feedbacks mit "Es sind eben Kinder" beantwortet, dann macht ihr es euch meiner Meinung nach zu einfach.

Nein, das Kind ist nicht in einer fremden Umgebung, es geht seit Jahren bei uns ein und aus, kennt unsere Regeln nicht erst seit gestern.
Die Ansage zu den Beeren lautete übrigens: "Die könnt ihr euch nach dem Essen TEILEN." Das ist unmissverständlich.
Die "kindersicheren" Teller waren kindersicher, weil mit Sicherheit mehrere Dinge drauf waren, die die meisten Kinder gern essen. Sie picknickten auf dem Wohnzimmerboden vor dem Fernseher. Die Kekspackung lag dagegen geschlossen in der Essecke am hinteren Tischende und war halb mit frisch durchgesehenen Briefen (an denen Kinder bei uns auch nichts zu suchen haben) bedeckt. Wir haben den Kindern also nichts vorgenascht.
Warum ich nicht beim Waschen geholfen habe? Weil ich es unpassend finde, als familienexterne Person einem angehenden Schulkind bei der regulären Intimpflege (in Ausnahmesituationen wäre das ja kein Problem) zu helfen.
Mein Kind sitzt tatsächlich mehrheitlich still beim Fernsehen. Nein, es ist von 2 Folgen Paw Patrol alle 2 Tage wohl eher nicht verhaltensgestört. Ebensoswenig wie der Kleine.

Ach ja, wenn der Kuchen spricht... Ja, das ist mein voller Ernst. Das Kind soll nämlich keinesfalls still sein, sondern hören, wenn es gefährlich etc. wird! Ich bin als Erwachsene die Autorität, weil ich die Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder trage, weil ich die Situation besser überblicken kann. Wenn ein Kind an der Straße rumhampelt und nicht auf mich hört, passiert vielleicht ein Unfall. Wenn ein Kind in der Wohnung einen Pümpel schwingt und ein Baby gleich umnietet, dann darf das Kind meine Ansage nicht ignorieren.

Vielen Dank für die interessante Diskussion. Ich nehme mit, dass einiges alterstypisch ist, einiges das Grenzenaustesten war und ich das nächste Mal entspannter sein kann.

LG
RS


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   la miga
schrieb am 30.01.2020 21:35
Wie darf man sich das mit dem Feedback denn vorstellen? Kommen die Eltern da nochmal zu euch, und dann wird das "analysiert" oder wie? Also, ich will das jetzt keinesfalls ins Lächerliche ziehen, ich kann mir nur die Situation nicht ganz vorstellen, in welchem situativen Rahmen du dieses Feedback geben sollst und was da seitens der Eltern dahintersteckt.

Ich finde auch, dass das alles eher anstrengend klingt. Aber ich weiß mittlerweile auch besser als vor 2,3 Jahren, dass man natürlich in erster Linie ausgehend von dem, was man vom eigenen Kind kennt, bewertet und das eigene Kind muss nicht "Durchschnitt" sein. Meine Tochter ist auch jemand, die sich ganz sicher nicht bei anderen alles an Essen in den Mund stopfen würde und solche Sachen wie trotz Bitten und schlafendem Baby wiederholt Radau zu machen, wären von ihr auch nicht unbedingt zu erwarten. Aber ich denke auch, in dem Alter ist die Spanne des Normalen sehr weit , und das Kind kann sich ja auch nur so verhalten, wie es es eben kennt. Vielleicht weiß der noch nicht viel über Babys, über deren notwendige Ruhe, er kennt nicht die Situationen, dass man dann auch mal ruhig sein soll. Der wird das vermutlich einfach nicht besser wissen. Wir urteilen da oft aus der Erwachsnere-Sicht, die wir ja schon lange "sozialisiert" sind und wir wissen eben, dass das keine gute Sache ist, dauernd zu lärmen, wenn ein Baby mal schläft. Aber woher soll das ein Knirps von 5 Jahren wissen. Kinder haben einfach ein sehr eingeschränktes Weltwissen.

Was uns ja nicht von der Pflicht entbindet, ihnen zu sagen, was uns wichtig ist und was bei uns geht und was nicht. Und bei mir gilt auch: Mein Haus, meine Regeln. Das Erwachsenen-Schlafzimmer ist kein Kijnderspielzimmer, und schon 2 x nicht für Besuchskinder. Ich mag das nicht, und das ist mein Recht. Und wenn das ein Kind auch nach 2 x Ansage nicht versteht, werd ich auch mal deutlicher und sowas hab ich auch schonmal an eine andere Mutter weitergegeben. Aus 2 Gründen: Ich würde es selbst wissen wollen, wenn mein Kind solche sagen wir mal grundsätzlichen Hausregeln missachtet. ich kann ja nur über Dinge mit meinem Kind sprechen, die man mir auch mitteilt. Und 2.: Gerade, wenn ich denke, dass Kijnd X vielleicht noch öfter kommt, mag ich mich nicht jedesmal ärgern müssen. Das muss klar sein, dass ich dieses Kind nicht in meinem Bett sitzen haben möchte, sonst wird das hier nix bei uns. ich erwarte, dass man meine Regeln versteht und achtet. Und wenn das ein Kind echt gar nicht kann, obwohl das vom Alter her erwartet werden kann, gibt es ein Problem, was ich dann vielleicht nicht hier lösen kann.

Aber insgesamt würde ich das alles nicht überbewerten. Es gibt solche und solche Kinder, und da können auch die eigenen Kinder sehr unterschiedlich sein. Bei meiner Tochter kann ich mir so eine Aktion wie alles an Essen selbst in den Mund stecken, damit andere nix mehr haben, ach nicht vorstellen. Bei meinem Sohn wäre ich da nicht so sicher zwinker


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   Rabenschleich
schrieb am 30.01.2020 21:49
Zitat
la miga
Wie darf man sich das mit dem Feedback denn vorstellen? Kommen die Eltern da nochmal zu euch, und dann wird das "analysiert" oder wie? Also, ich will das jetzt keinesfalls ins Lächerliche ziehen, ich kann mir nur die Situation nicht ganz vorstellen, in welchem situativen Rahmen du dieses Feedback geben sollst und was da seitens der Eltern dahintersteckt.

Huhu, ich muss gestehen, für mich habe ich das sehr wohl analysiert. zwinker Aber ich weiß, dass die Mama mich beim nächsten Käffchen darauf ansprechen wird. Sie hat mir auch schon gesteckt, dass meine Tochter etwas seltsam war. Ich finde so was gut und wichtig, manchmal fällt anderen ja etwas auf, das einem selbst gar nicht bewusst ist.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 30.01.2020 21:56
Hallo Rabenschleich,

vielen Dank für Deine Rückmeldung!

Das klingt gut, wenn Du inzwischen runterkommst und wieder durchatmest. Ein Teil Deiner Überschrift des Threads klingt nämlich ganz und gar nicht so: Kind dreht frei, … ..

Ja, woher könnte man wissen, dass das Verhalten des Jungen im Normbereich liegt? Literatur? Hattest Du nicht ein Praktikum in einer Kita? Es ist ja gut, dass Du nachgefragt hast und es nun erfahren hast, dass das von Dir beschriebene Verhalten des Jungen in den Augen der Mehrheit der hier Dir Antwortenden (mit meist älteren Kindern) als altersadäquat eingeschätzt wurde, soweit das hier im Forum geht, natürlich.
Wenn der Junge aus und ein geht bei Euch, dann zeigte er also nur an diesem 1 Tag dieses Dir ungewohnte Verhalten?
Wenn Du ihn so gut kennst, sollte die Begleitung im Bad (nein, den Penis muss man da nicht waschen und auch nicht beim Pinkeln zusehen) bzw. auch das Hinterfragen, wieso er Verhalten xy zeigt, kein Problem sein. Zähneputzen, Gesicht waschen, das Handtuch ihm halten, wenn er aus der Dusche klettert, seine Kleidung für die Nacht aus seiner Tasche zusammen rauslegen, sollte möglich sein. Hast Du ihn denn gefragt, ob er Hilfe im Bad möchte?
Ich frage den Besuch, was er essen möchte bzw. habe die Eltern früher gefragt, welche Vorlieben denn bestehen. Mgl.weise hast Du nicht den Geschmack getroffen mit Deiner Auswahl auf den Tellern. Wenn er also ein und aus geht, quasi zur Familie gehört, dann fühlt er sich ja offenbar auch wohl, so dass er keine Scheu hat, die Kekse zu holen.
Hm, offenbar war es eben nicht unmissverständlich, dass die Beeren geteilt werden sollen (teilen ist übrigens auch 30:70 Prozent) . Vielleicht hat er es nicht wahrgenommen? Selbst wenn Du es so gesagt hast, heisst das nicht, dass es nachhaltig bis in seinen Kopf drang.
Das ist bei meinem Sohn auch so, wie @Maral es beschrieb: es ist keiner anderer außer ihm und mir im Raum, ich spreche mit ihm, er schaut auch vom Lego auf, und dennoch weiß er dann oft nicht, was ich gesagt habe bzw. wozu er zugestimmt hat, weil er in seinen Gedanken war. Das ist nicht ungewöhnlich und nicht unnormal. Jetzt weisst Du ja, dass Du Dich bei dem Spielfreund rückversichern solltest, ob er alles so aufgenommen hat, wie Du es meinst.
Echt, Du hättest Deine Tochter allein ein Eis essen lassen, und dem Jungen keines gegeben? Da beweisst Deine Tochter mehr soziale Kompetenz als die Mama, finde ich.

Es bestand bei Euch in der Wohnung offenbar keine Gefahrensituation, so dass der Krümel eben dem Kuchen nicht zugehört hat bzw. Du hast nicht die Worte gefunden, die ihn erreicht haben. Verändern kannst nur Du etwas an Deinem Verhalten, nicht an seinem. Du (als Absender) bist dafür zuständig, dass alles bei dem Kind (dem Adressaten) so ankommt, wie Du es meinst, nicht das Kind.
Die Chance, das nä. Mal entspannter zu sein, besteht nur dann, wenn Du das Verhalten des Jungen als normal ansehen kannst und besser damit umgehen kannst bzw. besser auf ihn eingestellt bist. Möge es Dir gelingen.
Vielleicht trägt aber Eure von Dir in einem Deiner letzten Threads beschriebenen schlechten Nachtschlafsituation auch dazu bei, dass Du nicht so entspannt sein kannst. Da wäre die Frage, die Du Dir noch stellen kannst, ob Du Dir da etwas Zusätzliches auferlegst. Einen Übernachtungsgast zu haben, ist m.E. schon eine zusätzliche Aufgabe, für die man gute Nerven haben sollte. Ich mache Übernachtungen außerhalb der Ferien allermeist nur Freitag auf Samstag, damit ich genug Zeit habe, mich von den 4 statt 2 Kindern bzw. den Extras, die man so anbietet, am WE wieder zu "erholen".


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.20 22:13 von berlink.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Solani2
Status:
schrieb am 30.01.2020 23:46
Zitat
LittleDancer
Zitat
Solani2
Die Blaubeeren standen ja eben als Nachtisch auf dem Tisch. Ich bin übrigens dagegen, grundsätzliche Erziehungsaufgaben an Kita oder Hort zu übergeben, dann hören manche Kinder eben nur dort. Der Großteil der Kinder ist aber natürlich unkomplizierter. Es unterstellt dem Jungen auch niemand Böswilligkeit. Ich bringe jedem Respekt entgegen und erwarte das auch von jedem Kind, dass meine vier Wände betritt. Ich würde dem Kind sagen "So, du hattest für heute genug Nachtisch, im Gegensatz zu allen anderen, deshalb bekommst du jetzt und heute keinen Nachtisch mehr!" Und was Leckeres an die ausgeben, die noch keinen Nachtisch hatten. Über die Beweggründe würde ich gar nicht reden, das bringt doch ohnehin nur selten etwas und man schenkt diesem unerwünschten Verhalten nur unnötig Aufmerksamkeit.

Ganz ehrlich, wie fies st das denn, auch noch ohne etwas zu sagen den Anderen was leckeres geben nur weil er Beeren gegessen hat? Es langt dann völlig zu sagen dass die eigentlich für beide Kinder gedacht waren.
„Grundsätzlich Erziehungsaufgaben an Hort oder Kindergarten übertragen“ meinst du ernsthaft dass berlink das macht? Es geht doch nur darum dass es auch noch andere Bereiche gibt wo Kinder teilen lernen.
Ich denke es hätte jedem Kind passieren können wenn da ein offensichtlich kleines Schüsselchen (eine Hand voll) mit Beeren vor ihm steht dass es denkt dass das seine Portion ist.
Ich schliesse mich Maral/Berlink vollumfänglich an.

LG
"Ohne etwas zu sagen." Stimmt nicht, ich habe genau erklärt, was ich sagen würde ... und fies wäre es nur den anderen Kindern gegenüber, wenn sie keinen Nachtisch bekommen würden, nur weil eines alles alleine aufisst. Jeder bekommt Nachtisch, wenn die Hauptspeise gegessen wurde, sonst gibt's Butterbrot. So fies bin ich, dazu stehe ich auch. Und wenn die Beeren weg sind, kann ich keine mehr herzaubern.
Ich habe Berlink auch nichts unterstellt, ich habe auf eine potentielle Gefahr hingewiesen. Nochmal, bei einfachen Kindern kann man da lockerer sein. Bei den etwas mehr Grenzen austestenden Kindern (über so ein Kind reden wir hier ja) muss man einfach etwas genauer sein und den anderen schaden klare Regeln auch nicht.
Mich überrascht, wieviele hier sich von einem Besucherkind munter auf der Nase Herumtanzen lassen würden. Wahrscheinlich ist der Wunsch groß, dass es dem Besucherkind gefällt und es danach erzählt, wie toll es doch war. Bei mir hat sich übrigens noch nie jemand beschwert, die Kinder aller Altersgruppen kommen gerne und oft. Ich bin auch nicht übermäßig streng, bei mir darf man Unfug machen und ich bin in meinen Reaktionen echt und berechenbar. Wenn ein Kind sich eine Schüssel Blaubeeren alleine reinzieht, dann wäre ich ehrlich entrüstet und würde das auch zeigen. Es ist für mich wirklich völlig unverständlich, dass das hier von so vielen als akzeptabel empfunden wird. Bei mir Zuhause ist es das jedenfalls nicht.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 31.01.2020 00:23
Hey Solani,
Ich weiss ueberhaupt nicht, woher Du zum Einen nimmst, dass hier sich "Einige" xy gefallen lassen, zum Anderen auf der Nase herumtanzen lassen wuerden bzw. sie gern gefallen wollen? Wo bitte liest Du das???
Es ging hier einzig und allein um Hypothesen, WIESO der Junge so gehandelt haben koennte. Rabenschleich wollte es verstehen, s. Oben ihre Worte.
Wieso ziehst Du daraus denn Rueckschluesse auf mein/unser Handeln? Und wieso nun gerade diese, die Du aeusserst?
Etwas nachvollziehen zu koennen, etwas verstehen zu wollen, die Sicht des Gegenuebers versuchen einzunehmen, heisst noch lange nicht, es zu akzeptieren bzw. gut zu finden. Das sollte unbedingt getrennt betrachtet werden!
(Vielleicht zum besseren Verstaendnis: Wenn ich mit meinen Pat. Das wenig kindgerechte und evtl. gewalttaetige Verhalten ihrer Eltern reflektiere, sie ueberlegen, welche Erfahrungen die Eltern selbst in deren Kindheit gemacht haben, hilft es ihnen zu verstehen, wieso sie so behandelt wurden: z.b. weil ihre Eltern es nicht besser wussten/anders kennen gelernt haben. Da sind wir weit, weit davon entfernt, dies gut zu heissen oder gar zu verzeihen. Es geht erst einmal nur um das Verstehen.)

Und wieso redest Du denn so abfaellig (reinziehen)?

Bei mir wuerde ganz sicher es schlichtweg nicht dazu kommen, dass einer allein sich eine offenbar sehr begehrte Speise nimmt. Die waere einfach verteilt, vorher.
Allerdings gibt es bei uns Obst vor, waehrend und nach dem Essen und nicht lediglich als Nachtisch. Obst kann hier immer gegessen werden, ausser nach dem Zaehneputzen. Weil Obst zu essen ich sehr unterstuetze und meinetwegen das Kind auch nur Obst essen braucht, vernuenftiger als ein Butterbrot in meinen Augen. In dem Sinne haengt Vor/Nachtisch nicht davon ab, wieviel Kartoffeln oder Kaesebrot gegessen wird.

Bei uns gibt es vermutlich im Vgl. gesehen viele Regeln, Plaene und Organisation, weil ich selbst recht strukturiert bin und mein Alltag das erfordert. Und klar, interveniere ich auch bei Besuchskindern. Aber eben so, dass es altersgerecht ist. Bei uns werden z.b. die Schuhe direkt an der Haustuer ausgezogen, nicht mit Schuhen durch Haus gelaufen, was nicht ueberall so ist, das weiss ich. Ich aber mag da Dreck auf den Fliesen ueberhaupt nicht und schon 3 mal nicht, wenn grad die Putzfrau da war. Das sagen meine Kinder dann auch schon ihren Freunden. Auf dem Sofa wird nicht rumgehuepft, es wird drinnen nicht mit xy herumgeschossen und 2 stuendige Filme, wenn Besuch da ist, gibt es auch nicht. Suesskram liegt nicht herum, bisher ging auch noch nie ein Kind an unsere entsprechenden Schraenke. Wenn aber sowas gewuenscht wurde, dann gab es auch etwas. Usw.

Also ziehe bitte nicht, weil hier Viele das Verhalten des Kindes, die Arbeit des kindlichen Gehirns nachvollziehen koennen, Schluesse darueber, wann man korrigierend eingreift bzw. Dinge anders vorlebt oder einfordert.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   Amiflosi
schrieb am 31.01.2020 08:02
Zitat
Rabenschleich


Huhu, ich muss gestehen, für mich habe ich das sehr wohl analysiert. zwinker Aber ich weiß, dass die Mama mich beim nächsten Käffchen darauf ansprechen wird. Sie hat mir auch schon gesteckt, dass meine Tochter etwas seltsam war. Ich finde so was gut und wichtig, manchmal fällt anderen ja etwas auf, das einem selbst gar nicht bewusst ist.

… weißt Du, und genau das mag ich daran nicht. Sie hat Dir gesagt, dass Deine Tochter seltsam war. Was heißt das? Das ist doch irgendwie beurteilend. Damit könnte ich jetzt gar nichts anfangen. Zumal ich nicht denke, meine Kinder sind dazu auf der Welt, dass alle sie normgerecht finden.
Jemand schreibt hier, man mache es sich leicht, wenn man sagt, es war alles okay. Aber die anderen Eltern waren ja nicht in der Situation dabei... ich beurteile die ja nur durch meine Brille... und weiß nicht mal, was daraus entsteht, wenn ich das beurteile.

Und was heißt leicht machen. ich glaube, viele Situationen wären bei mir so nicht entstanden. Wären die Beeren als Nachtisch auf dem Tisch gestanden und mir wäre wichtig gewesen, dass alle davon essen, dann hätte ich da eingegriffen und noch mal gesagt, dass die für alle da sind usw. usw...
Ich sah es immer als meine Aufgabe an, wenn Besuchskinder da sind, dass hier alles in "irgendwie geordneten Bahnen" abläuft. Und z.B. bei sehr lebhaften Kindern für Alternativen zu sorgen: sich draußen austoben, zum rutnerkommen etc...

Da Du wohl momentan erst Erfahrung mit deinem ruhigen Mädchen hast, … ja Jungs sind i.d.R. deutlich anders...kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen. Lebhafter, wilder...
und müssen zur Aufrechterhaltung des häuslichen Friedens öfter mal draußen ausgelüftet werden. Ich wars nicht


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.01.20 08:05 von Amiflosi.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 31.01.2020 08:47
@berlink
Mein letztes Post war für Little Dancer gedacht, ihr habe ich ja auch geantwortet. Sie hat mich als fies bezeichnet, weil ich den anderen Kindern Alternativen Nachtisch geben würde ... und dem alles Aufessen Kind eben nichts mehr.
Und Rabenschleich schreibt, dass der Junge nach der Aktion sogar noch Eis bekommen hat! Klar ist es lieb von ihrer Tochter, dass sie dem Jungen noch Eis mitgebracht hat. Und Eis mit Blaubeeren aufwiegen kann man auch irgendwie nicht, ich hätte wohl anderes Obst oder einfache Kekse angeboten, weil ja eben keine Blaubeeren mehr da waren. Ich Versuche immer, möglichst fair zu sein, aber ich belohne sicher niemals ein Verhalten, dass mir nicht gefällt.

Ich bin übrigens überhaupt nicht der Meinung, dass mein Ansatz der Weisheit letzter Schluss ist. Ich finde es auch gut und wichtig, wenn Kinder in anderen Haushalten andere Regeln kennenlernen. Es hilft immer, anpassungsfähig und tolerant zu werden/ zu sein.
Aber wieso soll ich bitte das Verhalten eines Kindes analysieren, das mich nur austesten will? Und ich glaube, dass wir uns alle irgendwie einig sind, dass der Spruch mit "Papa gezähmt" und das etwas herrsche Verhalten eindeutige Anzeichen dafür sind. In so einem Fall halte ich es sogar für nicht hilfreich, den Jungen noch zu fragen, wieso er das denn gemacht hat. Man bekommt sowieso keine "wahre" Antwort. Es gibt nicht wenige Erwachsene, die ihr eigenes Verhalten nur schlecht erklären können. Klar, es gibt viele Kinder, die gut darin sind, den Erwachsenen etwas zu erzählen, was die hören wollen, aber viel näher an den Beweggründen ist man damit oft auch nicht.
Mein Ex hat zusammen mit seinen Eltern übrigens mal seinen sechsjährigen Bruder freundlich und lieb verhört, weil dieser die teuren Kreidestifte genommen und damit gemalt hat. Wieso er das denn gemacht hätte, obwohl er ja genau wisse, dass die teuer wären und der Bruder die unbedingt braucht. Blabla. Nach ca. 20 min bin ich damals dazwischen gegangen, weil der Bruder hat nichts gesagt, nur starr auf den Boden geschaut. Einer meiner Neffen hat was ähnliches in dem Alter mit Opas Tuschestiften gemacht, der ist, eloquent wie er immer war, sofort in eine ausführliche Erklärung übergegangen, wieso er die für die Konstruktionszeichnung irgendeines Legohauses unbedingt dringend gebraucht hat. Beides normales Verhalten, der eine wollte mit den Kreidestifte malen, der andere mit den Tuschestiften, obwohl beide genau wussten, dass die das nicht dürfen. Der eine hat nichts gesagt und wurde für drei Tage gegründet (was ich völlig unmöglich fand und finde) und der andere hat es geschafft, Opa zu schmeicheln und hat noch Legosteine bekommen, weil er ja "zu wenig für das Projekt hätte". Ich würde bei beiden Fällen kein Fass aufmachen. Man sollte mit Kindern sowieso viel reden, fragen, wie es ihnen geht, was sie beschäftigt etc.. Das muss ich nicht ausgerechnet dann machen, wenn sie etwas tun, was mir nicht gefällt. Dafür gibt es viel bessere, "wahrere" Momente.

Und da ich sowieso der Buhmann in diesem Thread bin, kommt's Mädels, macht euer Äußerstes!


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   LittleDancer
schrieb am 31.01.2020 09:11
Ich meinte mit gar nichts Sagen eben genau das, nämlich dass du nichts mehr über deine Beweggründe sagst. Vielleicht dachte der Junge ja wo eine Hand voll Blaubeeren sind gibt es bestimmt noch mehr. Vielleicht war es ja gar nicht so böswillig gedacht wie ihm unterstellt wird?
Deinen letzten Satz finde ich übrigens albern und ich lasse es hiermit auch gut sein. Ich hätte es halt anders gemacht als du und ihm auch sicher nochmal gesagt warum jetzt alle außer ihm noch was anderes bekommen weil ich sowas eben fies finde nach dem Motto "du weißt schon ganz genau was du getan hast und ich verachte das". Das ist viel zu hoch gegriffen für ein Kindergartenkind. Das ist meine Meinung. Kann ja jeder sehen wie er will.

LG




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