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  Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Rabenschleich
schrieb am 29.01.2020 11:21
Hallo,

demnächst werden wir um ein Feedback gefragt.

[Edit: Teil wie angekündigt entfernt]

Danke für euer Feedback. Bitte nichts zitieren, ich werde den UP später editieren.

LG
RS


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.20 21:52 von Rabenschleich.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
avatar    Maral
schrieb am 29.01.2020 12:15
Punkt 1:. Normal, nicht jedes Kind kann in diesem Alter schon ganze Filme schauen. Kenne ich auch von manchen. Sowohl Mädchen als auch Jungs.

Punkt 2: Finde ich auch normal.

Punkt 3: Das er dich nicht hört / zuhört ist nicht ungewöhnlich. Gerade, wenn etwas spannend, aufregend etc ist. Das kenne ich von vielen Kindern und auch von Krümel. Immer noch: Einfachste Lösung: Anticken, Zupfen, Augenkontakt. Er "hört" mich tatsächlich nicht, wenn er mit seinen Freunden spielt.

Der Satz Ich hör dir nicht zu, sollte hingegen nicht vorkommen smile

Punkt 4: Blaubeeren in Mund stopfen, nein. Sollte nicht sein. Seine Antwort auf deinen Kommentar: Muss auf keinen Fall gelogen sein. Möglicherweise hat er an diese Konsequenz tatsächlich nicht gedacht. Die Folgen zu Bedenken, und auf den Impuls zu übertragen, muss man auch lernen. Das könnte tatsächlich in diesem Alter noch passieren. Blaubeeren wegstellen und darauf hin weisen, dass sonst nichts mehr für XY bleibt.

Hunger haben, nach Süssis fragen, ja, Kekspackung ziehen sollte nicht sein, aber könnte unter zwei Aspekten passieren: er fühlt sich sehr zu Hause bei euch, da vergisst man schonmal manches, oder Zuhause bedeutet Kekspackung auf dem Tisch: Man darf sich nehmen. Das wäre der Aspekt der Regelübertragung: Da würde ich fragen, ob er sich zu Hause am Tisch bedienen darf und das das bei uns anders wäre, da müssen trotzdem alle fragen.

Mit dem dazwischen platzen: Kann vorkommen: Er will darauf hinweisen, dass er alles beachtet hat, eventuell wollte er auch positive Rückmeldung. Das das nicht so ankommt, wird er durch die jeweiligen Rückmeldungen lernen.

Rausgehen verweigern kenne ich jetzt nicht. Aber das Kinder mal entscheiden wollen schon. Da wäre wieder die Frage, wie heimisch er sich bei euch fühlt. Da sind Kinder dann manchmal "wie zu Hause". Spiele und Regeln bestimmen wollen: Normal. Und ein wichtiger Entwicklungsschritt. ( Warte mal ab, bis sie 7 - 8 sind. Ich hatte hier eine längere Phase , wo sämtliche Spielbesuche quasi aus Diskussionen bestanden. Bis sich geeinigt wurde, war die Zeit fast um) . Ich dachte immer, dass macht doch kein Spaß. Aber alle fanden es immer total normal. Da muss man sie auch lassen. Da lernen sie im Umgang miteinander am meisten. Ausflippen sollte nicht sein, aber deinen Beschreibungen nach ist er ja doch eher körperlich betont und noch ziemlich impulsgesteuert. Ist definitiv ein Lernfeld, und sollte besser werden, finde ich aber nicht so dramatisch.

5. ist zu unspezifisch. Denn wie gesagt, ist das für mich mit den Blaubeeren auch kein Lügen.

6. Kann ich jetzt wenig zu sagen.

In der Summe finde ich das alles noch akzeptabel, mit dem Hinblick darauf, dass er da eben noch das eine oder andere Lernfeld hat.

Zum einen ist es deine Aufgabe, ihm eben zu vermitteln, dass jenes oder dieses zu Hause vielleicht so ist, bei euch aber anders und das auch freundlich aber bestimmt durchzusetzen. Aus den Kinderstreitigkeiten würde ich mich tatsächlich so weit wie möglich rausziehen. Hier lernen sie mehr aus der Reaktion des Gegenüber.

Wenn den Eltern das ganze wichtig ist und sie darauf achten, finde ich das alles wenig dramatisch und würde dann aber auch eine ehrliche Rückmeldung geben. Wie es lief, und was dich gestört hat. Nur dann haben sie die Chance, das ihrerseits zu beurteilen und mit ihrem Kind zu sprechen. Ich hab das immer gemacht und war auch meinerseits froh über ehrliche, konkrete Rückmeldungen, wenn irgendetwas war.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   pmami
schrieb am 29.01.2020 13:51
Läuft Euer Alltag anders ab? Dann habt Ihr Glück. Hier ist das alles Normalität. Von Punkt eins bis Punkt sechs ist da nichts dabei, was ich in irgendeiner Weise untypisch oder auffällig finde. Auch nicht in der Summe.

Falls die Eltern Dich konkret auf den Ablauf des Tages ansprechen, dann sag Ihnen einfach "wir haben alles im Griff gehabt." denn das hattet Ihr ja offensichtlich.

Zwei Stunden Film gucken geht hier bei uns heute noch nicht und mein Sohn ist acht. Das würde ich also nicht wiederholen (falls es eine Wiederholung gibt) sondern den Fernseher spätestens nach einer Stunde ausmachen.

Welche Gelegenheiten und Anlässe gibt es denn, in 1,5 Tagen mehrfach zu lügen?

Viele Grüße pmami


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Solani2
Status:
schrieb am 29.01.2020 14:39
Hallo,

weißt du, wieso die Eltern ein Feedback wollen und ob es so genau sein muss, wie du es ja vorbereitet hast? Ich finde es ja gut, dass du dir so genau Gedanken darüber machst, aber letztendlich geht es ja darum, ob das Verhalten für euch als Familie akzeptabel ist, oder eben nicht. Wie gut kennt euch der Junge, bzw. wollt ihr diese 1,5 Tage nochmal wiederholen? Was du beschreibst, finde ich in Summe schon sehr anstrengend. Das Lügen und Klugscheißer (sorry, ich kann das nicht anders nennen) ist aber völlig normal. Das Gebrülle, nicht hören wollen, nur machen wollen, was ihm passt aber nicht bzw. es wäre für mich nicht akzeptabel. Habt ihr ihn gleich behandelt wie eure Kinder, oder habt ihr euch zurückgehalten, weil er eben nicht euer Kind ist? Vielleicht testet er immer alle Erwachsenen und hat eben festgestellt, dass er bei euch alles machen kann. Würde jedenfalls zu dem "gezähmt" Spruch passen.

lg,
Solani


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  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Hamamelis71*
schrieb am 29.01.2020 14:52
Also, die kleinen Jungs, die ich so kenne sind nicht so, ist also Typsache. Ich denke, dass es auch Mädchen gibt, die schräg drauf sind.

2 Stunden Film sehen hätte meinen Sohn in dem Alter null interessiert, der wäre einfach aufgestanden und hätte irgendwas gespielt.

Vielleicht wollte der Junge sich einfach mal ausprobieren? Grenzen austesten? Und vielleicht hat er sich so gefreut über den Besuch bei Euch, dass er vor Freude aufgedreht hat?

Wie ist er sonst so?


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Rabenschleich
schrieb am 29.01.2020 14:52
Huhu,

vielen Dank für euer Feedback, das hilft mir sehr weiter. Es hat mich in der Summe (es gab noch mehr Dinge) echt erschreckt, wie gesagt, ich kenne das so wirklich nicht. Von daher: Ja, bei uns läuft das tatsächlich anders ab.

Klar, dass wir das bestimmt und - mehrheitlich - freundlich durchzusetzen versuchen. Anhand seiner Reaktion kann man aber oft erkennen, dass er definitiv wahrnimmt, dass man mit ihm spricht. Aber irgendwie nimmt er es nicht für voll, wenn der Kuchen spricht. Das fand ich sehr anstrengend.

Es gab mehrere Anlässe, z.B. dass er sich gewaschen hätte (in weniger als 5 Minuten inkl. pullern, aus- und wieder anziehen), dass seine Mama ihm immer sein Brot schmieren würde und er das nicht könnte (und sich weigerte, dass zu tun), es wurde mit Fähigkeiten angegeben, die er definitiv nicht hat, dass er noch nie woanders geschlafen hätte (stimmt meines Wissens nicht, zumindest bei den Großeltern schläft er oft) usw. Ich hatte den Eindruck, dass er eben log, wenn er bedient werden wollte oder etwas haben wollte und merkte, dass er es von uns nicht bekam.

Es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass er bei uns schlafen durfte, es ist für die Kinder toll und ich finde es wichtig, wenn sie andere Haushalte und andere Gewohnheiten kennen lernen. Dann weiß ich aber, worauf ich mich beim nächsten Mal einstellen muss (und wo und wie ich anders reagieren werde, bestimmte Dinge gehen nicht - schon gar nicht, wenn noch ein Baby beteiligt ist).


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.01.20 14:55 von Rabenschleich.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
avatar    Maral
schrieb am 29.01.2020 15:15
Das sind alles total harmlose Dinge. Und muss auch nicht sein. Waschen und ausziehen / anziehen schafft Krümel in 2 Min. Kommt noch Zähneputzen hinzu.
Woanders geschlafen haben wäre in seiner Vorstellung möglich, wenn er von Kindern spricht, du von Erwachsenen, angeben ist auch kein wirkliches Lügen in dem Sinne und vielleicht schmiert ihm ja seine Mama ab und an das Brot. Nicht können, ist Synonym für schwerfallen. Hat Krümel auch oft gesagt. Ich meinte dann immer, du meinst nicht, du kannst es nicht, sondern du findest es anstrengend.
Also ja, nicht alle Kinder sind so, aber es ist normal. Ich bspw hatte mit meinem Kind nie Ärger, Machtkämpfe, Wutanfälle, Verweigerungen etc seid 6,5 Jahren. Nur mit 3,5 mal ein paar Wochen. Dennoch wusste ich, dass es bei anderen ein bisschen anders aussah, ich quasi ein wenig verwöhnt war. Das andere ist genauso normal. Ein bisschen hast du vielleicht auch einfach nur Glück gehabt.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Hamamelis71*
schrieb am 29.01.2020 20:19
Rabenschleich, hat denn der Junge von Euch klare Ansagen bekommen? Oder habt ihr ihn als Besucherkind anders behandelt als Eure Kinder?

Er hat wahrscheinlich Eure Grenzen ausgetestet. Und Euch getestet. Das, was Du als Lügen bezeichnen würdest, das kommt bei einigen Kindern immer mal wieder vor, aus verschiedenen Gründen.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   berlink
Status:
schrieb am 29.01.2020 22:11
Hallo,

wenn der Kuchen spricht,...... dann haben die Krümel still zu sein? Ich hab ne Frage
Hm, und Du möchtest tatsächlich eine Erzieherinnen - Ausbildung beginnen?

Ich habe sicher nicht sehr oft @Maral zugestimmt, hier aber tue ich es.
Ich achte sehr auf die Aussenwirkung meiner Kinder, die ist mir absolut nicht egal. Sollten mich nun die anderen Familien nicht angeflunkert haben, so war das Verhalten meiner Kinder bisher auch ok. Ich weiß aber auch, wie meine Kinder sich hier zu Hause benehmen können, was es für ein Theater geben kann, wieviel Streit um nicht auszudenkende Dinge, welche Worte fliegen... . Allein z.B. aber sind sie voll easy händelbar.

Ehrlich gesagt, würde ich mich als Mutter des Besuchskindes wundern, wieso das Kind 2 Stunden bei einem Spielbesuch Film gucken (soll). Und still dazu? Das kann das jeweilige Kind auch allein. Ich finde es auch eher ungewöhnlich (oder sehr angepasst, evtl. an Eure unruhige Wohnsituation???), dass ein 5/6jähriges Kind 2 Stunden still da sitzt und Film guckt, wo es doch Besuch hat. Sitzt Du 2 Stunden still? Ich niemals. (Btw: Alle 2 Stunden wird in der Altenpflege gelagert!) Bei uns gab es in dem Alter viell. 45 min Film, das haben selbst manche (Schul)Jungen nicht ausgehalten. Und wenn Du merkst, der Junge brabbelt und kann nicht still sitzen, dann KANN er es eben nicht, dann würde ich, da er der Gast ist, mit meiner To. reden und eben nicht mehr angucken. Bei uns ist es schon so, dass sich dann nach dem Gast gerichtet wird.

Wieso bist Du nicht mit im Bad beim Umkleiden/Waschen gewesen? Hast Du ihm Hilfe angeboten in der für ihn fremdem Umgebung? Ich mache das heute noch, wenn das Kind das möchte, egal, ob das eigene oder das Besuchskind. Zähne nachputzen sollten Erwachsene sowieso in dem Alter noch, hat er das völlig abgelehnt? Man kann auch einem Jungen helfen, ohne, dass er sich wegen seiner Nacktheit z.B. schämen muss. Das hat bei uns bisher gut funktioniert. Meine To. (fast 10) möchte morgens gern von mir angezogen werden, je nach meiner Laune helfe ich ihr oder eben auch nicht.

Wieso gehst Du davon aus, dass die Mama ihm nicht das Brot schmiert und dass er lügt?
Meine Kinder (fast 10) können selbstverständlich sich selbst das Brot schmieren, auch sich Brotdosen herrichten. Ich weiß, sie können es allein und machen es auch, wenn es nötig ist. Meine To. hat mit 5 schon bei Freunden übernachtet und hat da alles allein machen können. Aber wieso kann man das nicht auch mal beim gemeinsamen Essen für das Kind tun? mit 5 oder 6 haben wir das noch überwiegend getan. Der Junge ist 6, ist bei Euch zu Besuch, was macht es für Dich so schwer, ihm behilflich zu sein?
Mein Sohn ist schon auf dem Gymi, geht seine Weg zur Musikschule, zur Tamu z.B. allein, auch allein nach Hause, macht sich Essen warm, macht seine Aufgabe im Haushalt und seine Schulaufgaben, bis ich komme. Er übernimmt da viel Verantwortung mit 9, da kann er sich auch mal das Brötchen schmieren lassen oder die Schleifen bei den Fussballschuhen binden lassen, da die Bänder sehr kurz sind. So what? Dafür rechnet er im Kopf Dinge, wo ich lieber Papier und Stift mir hole.... .

Hat der Junge jüngere Geschwister, ein Baby zu Hause? Oder woher soll er wissen, was sich mit Baby dabei gehört/nicht gehört? Er ist bei Euch zu Besuch, eine ungewöhnliche Situation, bei der er auch emotional beteiligt ist, auf die er reagiert, Dass der Junge auf das Baby solche Rücksicht nehmen muss, finde ich zu viel erwartet. Da muss Du eben dafür sorgen, dass er oder das Baby woanders sich aufhält, ihn ablenken, mit ihm spielen.

Essen würde ich immer aufteilen, um solche Sit., dass er sich alles nimmt, aus Übermut, aus xyz ….zu verhindern. Ich mache für z:B. Leckereien immer jedem Kind ein Schälchen. Auch meinen beiden, wenn sie allein sind, weil es evtl. in ein Hauen und Stechen ausarten könnte. Tw. wiege ich das Popcorn ab, damit jeder genauso so viel hat. Das mag bei einem (fas)Einzelkind eben anders sein. Wieso darf er nicht "vergessen" oder übersehen haben, dass andere auch Blaubeeren wollen? Habt Ihr das im Vorfeld deutlich gesagt, habt Ihr im Verlauf darauf hingewiesen oder habt Ihr es vorausgesetzt, er weiß es, er kann sich das denken, weil nur 1 Teller mit den Beeren auf dem Tisch steht. Woher soll er Eure Regeln kennen? Ich kann mir vorstellen, dass viele Kinder das schon antizipieren, aber würde es nicht so sehen, dass er absichtlich Euch etwas weggegessen hat. Ihr habt nicht aufgepasst, etwas Anderes erwartet, das ist ärgerlich, dafür trägt er aber nicht die Verantwortung. Ihr könnt demnächst proaktiv, vorbeugend handeln.

Hat er evtl. ein ganz enges Verhältnis zu seinen Großeltern, so dass diese zur Familie gehören und nicht zu "woanders übernachten"?

Warum soll er denn rausgehen wollen, wenn er doch evtl. eher drin bleiben mag und es ihn bei Euch, bei den anderen Spielsachen besser gefällt? Das ist doch auch Sinn und Zweck eines Besuches, auch mal mit den anderen Sachen zu spielen. Dass Ihr raus wollt, auch bei der Enge Eurer Wohnung, kann ich total verstehen, aber dass er nicht mag, auch, ist nun nicht unnormal. Ich würde demnächst im Vorfeld besprechen, was läuft, damit er sich darauf einstellen kann.

Kurz: Das Verhalten des kleinen Jungen ist für Euch evtl. ungewöhnlich, aber m.E. im Bereich des ganz Normalen. Evtl. ladet Ihr ihn demnächst nur stundenweise und nur zu einer Mahlzeit ein.

Ich würde der Mutter gar nichts von Euren Wahrnehmungen berichten, wer weiß, welchen Ärger das Kind zu Hause bekommt. Du kannst aber für Dich entscheiden, dass Dir der Junge zu viel ist, zu unerzogen, zu bequem und ihn nicht wieder oder nicht zur Übernachtung einladen. Vielleicht aber erlebst Du mit einem anderen Kind Ähnliches. Oder Du kannst Dich auf sein Verhalten einstellen.


Viele Grüße!


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.01.20 22:40 von berlink.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
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   Solani2
Status:
schrieb am 30.01.2020 00:02
@berlink
Dein Standpunkt ist interessant und in Punkto Hilfestellung bin ich völlig bei dir, die sollte einem Besucherkind proaktiv angeboten werden, wenn man nicht anderweitige Instruktionen von den Eltern erhalten hat. Aber jedem Kind immer ein Schälchen machen? Wie sollen sie so teilen lernen? Klar vermeidet man so kleine Konflikte im Alltag, aber um welchen Preis? Sich alles in den Mund zu stopfen, so dass niemand anderes noch was bekommt, ist einfach egoistisch und völlig respektlos. Aber wenn man sein bisheriges Leben lang immer ein eigenes Schälchen bekommen hat, dann ist das wohl normales Verhalten ... aber sozial verträgliches Verhalten ist es nicht.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 30.01.2020 01:03
Das haben meine Kinder dennoch gelernt, mit uns zusammen, z.b. am Tisch. Aber wenn ich nicht dabei bin beim Essen z.b. draussen, im Spiel, sind Schaelchen eine praktische Loesung. Und auch abwiegen, abzaehlen von Keksen usw. Sind Formen des Teilens. Meine Kinder geben "draussen" eher zu viel ab. Zudem kommt das Teilen durch Kita, Hort, andere Sozialkontakte auch noch hinzu.
Ich gehe davon aus, dass das Kind nicht aus Boeswilligkeit die Beeren auf einmal in sich "hineingestopft" hat.
Ich haette wohl mit etwas Humor reagiert nach dem Motto: Huch, wo sind denn die Beeren hin? Haben dir die gut geschmeckt? Oh, ich haette auch gern etwas bekommen. Wie koennen wir das das nae. Mal machen?
Das nae. Mal haette ich dann Schaelchen.... .

Respekt kann ich nicht per se von einem Kind erwarten, weil ich eine Grosse bin, sondern weil ich es dem Kind entgegen bringe.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 30.01.2020 07:05
Die Blaubeeren standen ja eben als Nachtisch auf dem Tisch. Ich bin übrigens dagegen, grundsätzliche Erziehungsaufgaben an Kita oder Hort zu übergeben, dann hören manche Kinder eben nur dort. Der Großteil der Kinder ist aber natürlich unkomplizierter. Es unterstellt dem Jungen auch niemand Böswilligkeit. Ich bringe jedem Respekt entgegen und erwarte das auch von jedem Kind, dass meine vier Wände betritt. Ich würde dem Kind sagen "So, du hattest für heute genug Nachtisch, im Gegensatz zu allen anderen, deshalb bekommst du jetzt und heute keinen Nachtisch mehr!" Und was Leckeres an die ausgeben, die noch keinen Nachtisch hatten. Über die Beweggründe würde ich gar nicht reden, das bringt doch ohnehin nur selten etwas und man schenkt diesem unerwünschten Verhalten nur unnötig Aufmerksamkeit.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.20 08:54 von Solani2.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   lucky*3
schrieb am 30.01.2020 08:43
also ich schüttle hier echt den Kopf, wir sprechen von einem Jungen im Kindergartenalter (5/6) der in einer fremden Umgebung mit fremden Abläufen für mehr als einen Tag untergebracht ist, und dann wird sein Verhalten so zerpfückt in einzelne unerwünschte Aktionen?

Meine Güte, das ist ein Kindergartenkind, dahinter steckt kein böswilliges Verhalten, für ihn war einfach alles ungewohnt und er hat ungewohnte Reaktionen gezeigt und Äußerungen gemacht die er sich sicher nicht vorher zurecht gelegt hat.

Wir haben beim abholen von Kindern immer gefragt - war alles ok - und es kam die Antwort 'ja klar, wie sie eben sind in dem Alter....'

Ich würde mich eher fragen, warum ein 5-6 jähriges Kind tatsächlich ruhig vor einen 2-stündigen Film sitzt! Das finde ich eher merkwürdig.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
avatar    Maral
schrieb am 30.01.2020 09:27
Zitat
Solani2
@berlink
Dein Standpunkt ist interessant und in Punkto Hilfestellung bin ich völlig bei dir, die sollte einem Besucherkind proaktiv angeboten werden, wenn man nicht anderweitige Instruktionen von den Eltern erhalten hat. Aber jedem Kind immer ein Schälchen machen? Wie sollen sie so teilen lernen? Klar vermeidet man so kleine Konflikte im Alltag, aber um welchen Preis? Sich alles in den Mund zu stopfen, so dass niemand anderes noch was bekommt, ist einfach egoistisch und völlig respektlos. Aber wenn man sein bisheriges Leben lang immer ein eigenes Schälchen bekommen hat, dann ist das wohl normales Verhalten ... aber sozial verträgliches Verhalten ist es nicht.

Solani: Das Teilen lernen sie trotzdem und zwar ganz zuverlässig. erstens gibt es genug Gelegenheiten, wo Allgemeingut vorhanden ist. ( Und da tut ja jeder sich auch etwas auf seinen Teller, zweitens fangen Kinder an, von ihren Sachen zu geben, weil sie einfach an der Gegenreaktion merken, dass es etwas gutes ist und gutes bei rauskommt) und drittens teilen sie sich auch ihre Schüsseln untereinander. Ich mach bei Besucherkindern auch ganz oft zwei Schüsseln. 2 Minuten später sehen die Schüsseln oft ganz anders aus. Bzw achte ich immer darauf, dass alles 2fach, 4 fach da ist. Das erste, was immer getan wird: Es wird aufgeteilt. Das können sie doch super unterscheiden. Das ist genauso wie wenn er eine Tüte Gummibärchen ins Zimmer gelegt bekommt, oder eine auf dem Couchtisch liegt. Und genauso war immer klar: 1 Schüssel bei 2 Kindern am Tisch heißt automatisch aufteilen, 2 Schüsseln bei 2 Kindern im Raum: Aha, jeder darf eine. 3 Schüsseln bei 2 Kindern: Ups, da schauen die Kinder automatisch genauer hin. Wie muss verteilt werden. Das ist ein Lernprozeß , der automatisch stattfindet und ausgebaut wird, je älter die Kinder werden. Ich glaube, es wird unterschätzt, wie stark der Lerneffekt durch Reaktionen innerhalb der Peergroup ist. Krümel musste niemals, sein ganzes Leben lang nicht, Dinge teilen, die ihm gehören. Dennoch ist er ganz wild aufs Teilen und verschenken. Und macht es großzügig. ( Teilweise sogar versehentlich mit Keksen oder sowas, die ich eigentlich mehr für mich gekauft hatte, er nimmt sie aus dem Rucksack, mit Erlaubnis, meint, er gibt x was, und schwupps, bekomme ich plötzlich eine Packung mit 3 Keksen zurück. Warum macht er das? Weil er die Erfahrung gemacht hat, von ganz allein, dass es nicht gut ankommt, wenn man nicht teilt, es aber positive Reaktionen hat, wenn er es tut.


  Re: Besuchskind dreht frei - oder alles typisch 5/6?
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 30.01.2020 10:21
@Maral
Tauschen ist nicht teilen. Wenn jeder was hat, ist es doch einfach. Mein Dreijähriger Neffe gibt meinem Zweijährigen oft Beeren aus seiner Kita Essensbox, die noch übrig sind (bei meinem Kleinen bleibt nie was übrig zwinker). Obwohl er die auch echt gerne mag, richtig süß ist das! Mein Kleiner teilt auch, wenn nur er etwas hat. Wie gesagt, bei den meisten Kindern ist es doch einfach, da muss man nicht potentielle Konflikte vermeiden. Ich persönlich hätte auch keine Lust auf diese ganzen kleinen Schüsseln.
Aber wir reden in dem Fall doch nur von ganz normalen Tischmanieren ... Schüssel steht auf dem Tisch, alle dürfen etwas nehmen.
Auf der Kita Weihnachtsfeier saßen alle 16 Zweijährigen an einem Tisch, vor ihnen zwei volle Keksteller. Klar waren auch zwei dabei, die möglichst viele Kekse an sich reißen wollten. Da haben dann die Erzieherinnen gesagt, dass sie ein Keks nach dem anderen essen sollen und sonst spielen gehen dürfen. So schwierig ist das nicht, einem normalen Fünfjährigen ist das absolut zuzutrauen, wenn schon unter Dreijährige damit keine großen Schwierigkeiten haben.
Mich wundert ehrlich, wie viele Erwachsene Hemmungen haben, einfache Regeln bei sich Zuhause durchzusetzen. Klar kommen immer Sprüche wie "Zuhause darf ich das aber." Meine Antwort ist dann immer "Das kann schon sein, aber hier machst du das jedenfalls nicht, weil ich das nicht möchte." Wenn es was Spezielles ist, erkläre ich natürlich auch genauer. Aber da muss man echt kein großes Drama draus machen.

Im Punkt Filmschauen bin ich übrigens auch der Meinung, dass Kinder nicht stillsitzen können müssen in dem Alter. Selbst in der Schule sind sie ja mittlerweile so schlau, dass sie die Kinder in jeder Pause herumspringen oder tanzen lassen, damit die überschüssige Energie rausgeht. Ich gehe mit den Kinder immer raus, wenn es nur in der Wohnung zu wild wird. Dann sind die Kinder glücklich und ich kann draußen auch entspannen. Mich wundert sowieso, wieviele Kinder brav den ganzen Tag Zuhause bleiben.




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