Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Gleitgel bei Kinderwunsch: Machen Preseed, Ritex und Prefert schwanger? neues Thema
   Schwangerschaftsraten und Follikelgröße bei Clomifen
   Pimp my eggs ? Eizellqualität verbessern: Was kann man selbst tun?

  Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   pmami
schrieb am 23.11.2014 21:24
Hallo Ihr Lieben,

bei meinem Thread zum Mittagsschlaf meines Kleinen ist mir klar geworden, dass das Mittagsschlaf-Problem möglicherweise mit anderen Problemen zusammenhängen könnte. Und jetzt bin ich verunsichert und möchte einfach mal Eure Meinung hören.

Vorweg: Ich halte meinen Kleinen für absolut normal entwickelt und toll. Ich zweifle nicht an ihm. Aber andere tun es und deshalb zweifle ich jetzt an mir. Bin ich vielleicht betriebsblind ?

Mein Kleiner ist 3 Jahre alt. Er ist als unser Pflegekind zu uns gekommen im Alter von zwei Wochen.

Er ist motorisch, sprachlich und kognitiv weit entwickelt. Körperlich ist er groß und kräftig. Er hüpft, singt, macht Quatsch, knetet, malt, rennt, klettert, planscht, matscht.... es gibt eigentlich nichts, was er nicht macht. Außer Fahrzeuge (Laufrad, Roller, etc.) fahren. Das ist nicht seins.
Er kann sich lange und gut konzentrieren. Wir lesen sehr viel und auch sehr lange Geschichten vor. Er hört dann ganz ruhig zu. Er beschäftigt sich auch alleine und zwar ausdauernd (z.B. mit Duplo).
Er ißt gut und schläft zu Hause gut. Er wacht morgens zwischen fünf und sechs auf und ist dann sofort hellwach und da. Und das ist er (mit Ausnahme des Mittagsschlafes) den ganzen Tag. Man muss selbst auch 100 % da sein. Das ist anstrengend. Ich habe das aber immer als normal anstrengend empfunden. Er ist ein unglaublich fröhliches Kind. Er lacht viel und hat an allem Spaß.

Folgende Dinge habe ich bislang als seine ganz persönlichen Eigenheiten empfunden, laut Krippe sind es aber Verhaltensauffälligkeiten:

a) Er kuschelt nicht, lehnt körperliche Nähe ab und fühlt sich bedrängt, wenn ihm jemand (egal ob Kind oder Erwachsener) zu nahe kommt. Er kann dann auch ganz rabiat werden und sich körperlich mit Hauen und Schubsen dagegen wehren. Er lässt sich von uns (Mama und Papa) trösten, auch mit Kuscheln und kuschelt auf Aufforderung auch ohne Anlass mit uns, aber nur kurz. Das ist nicht seins. Er kuschelt allerdings sehr viel mit seinen diversen Kuscheltieren.

b) Er hortet Gegenstände. Das betrifft zum einen Nahrungsmittel, zum anderen Spielzeug. Wenn Kinder hier zu Besuch sind, kann er es nicht haben, wenn sie mit seinen Sachen spielen. Das war an seinem Kindergeburtstag extrem, als er nur damit beschäftigt war, von einem zum anderen Besuchskind zu rennen und sein Spielzeug zu sichern. Umgekehrt war er neulich selbst auf einem Kindergeburtstag und hat sich Helm, Bohrmaschine, Gitarre und Puky Wutsch gesichert. Das Puky Wutsch konnte er natürlich nicht fahren, weil er die Gitarre in der einen und die Bohrmaschine in der anderen Hand hielt. Aber loslassen wollte er auch nicht.

Bei Tisch zieht er alles in die Nähe seines Tellers. Wenn er z.B. ein halbes Brot mit Wurst essen will, nimmt er sich drei Scheiben Wurst, legt eine aufs Brot und die anderen beiden auf seinen Teller. Später ißt er die natürlich nicht mehr.

c) Er ist in Stresssituationen schnell überfordert oder überreizt. Das ist der eigentliche Auslöser für das Mittagsschlafproblem in der Krippe. Die anderen Kinder sind nicht wirklich laut. Aber sie sind auch nicht mucksmäuschenstill und diese Unruhe reicht dann schon, dass er abgelenkt ist und selbst nicht einschlafen kann, obwohl er todmüde ist. Genauso ist es, wenn ansonsten Hektik, Stress, Lärm oder viel Veränderung da ist. Die Erzieherinnen sagen, dass es ihm am besten geht, wenn sie draußen im Wald sind. Wir haben ihn für den Kindergarten in einer Waldgruppe angemeldet, aber wir haben keine realistische Chance auf diesen Platz.

Wir erleben dieses Verhalten zu Hause nicht oder ganz selten (an seinem Kindergeburtstag war es z.B. so), aber wir haben hier ja immer eine 1:1 Betreuung und oft eine 2:1 Betreuung und wenn wir merken, er ist müde oder überreizt, dann setzen wir uns auf das Sofa, lesen eine Geschichte vor und alles ist gut.

d) Er ist durchsetzungsstark, selbstbewusst und hat einen ausgeprägten eigenen Willen. Außerdem ist er sehr selbständig. Ich habe das alles immer als positiv empfunden. Die Erziehrinnen bemängeln aber, dass er immer "bestimmen" will. Das stimmt. Er ist ein Alphatier. Das ist oft auch anstrengend. Wenn ich - forumsgetreu - mit ihm Kompromisse schließen will und Alternativen anbiete, dann hat er oft schon Fakten geschaffen, bevor ich auch nur ausgeredet habe. Aber auch das habe ich immer als normal anstrengend empfunden. Laut Erzieherinnen braucht er eben auch in der Krippe eine 1:1 Betreuung - die er ja zu Hause hat - , die sie aber nicht leisten können.

Die Krippe hat vorgeschlagen, einen Heilpädagogen hinzuzuziehen.

Was meint Ihr ?

Viele Grüße pmami


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   tweety_is
Status:
schrieb am 23.11.2014 21:59
zu d) er hat angst, die Kontrolle zu verlieren und nochmal einer Situation hilflos gegenüber zustehen. Lies mal von Bettina Bonus "mit den Augen eines Kindes". Da wird sehr schön und verständlich dargestellt, was ein Baby empfindet, wenn es von der Mutter getrennt wird.

Und die fehlende Situationskontrolle ist auch das Problem beim Mittagsschlaf in der KiTa. Klare Abläufe, immer gleich werden langfristig Erfolg bringen. Wir hatten ein ähnliches Problem bei den Mahlzeiten. Alles was das Kind wollte war eine Konstante (ein fester zugewiesener Platz), es war nicht möglich. Und das bei Erzieherinnen, die selbst adoptiert hatten. Beim Kleinen gibt es automatisch einen festen Platz am Tisch, ohne Vorgeschichte usw.

Die Kinder waren in einer für sie sehr bedrohlichen Situation und das ist im Unterbewusstsein abgespeichert. Meist sind deshalb auch sehr reizoffen (was jetzt nichts mit ADS/ADHS zu tun hat), aber beobachtet werden sollte.

Ein Heilpädagoge wird nicht einfach so tätig. Meist gibt es vorher eine psychologische Untersuchung. Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden. Sowohl Erzieher und SPZ waren so beladen mit Vorurteilen, dass ein Pauschalurteil gefällt wurde und nichts kam, was dem Kind tatsächlich entsprach.

Das horten von Sachen kenne ich nur von meiner Mutter, die jahrelang im Kinderheim gelebt hat und das bis heute nicht aufgearbeitet hat.
Aber wenn alles andere funktioniert, lasst Euch nicht auf Psychologe usw ein. Da machen es sich die Erzieher leicht und schieben es auf den Heilpädagogen ab. Da gibt es Gute (da ist mein Sohn jetzt), und für diesen Beruf völlig ungeeignete Personen, die Probleme auch noch schlimmer machen können.
Und von einer Stunde in der Woche sollte man auch nicht zuviel erwarten.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   Ella Propella
schrieb am 23.11.2014 22:00
wie interagiert er mit anderen Kindern? Was ist der konkrete Anlaß für die Erziehrinnen einen Heilpädagogen hinzu zu ziehen? Was heiß in dem Zusammenhang für die Erzieherinnen "anstrengend"? Alleine der Umstand, dass er immer bestimmen will, kann ja nicht reichen.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 23.11.2014 22:32
Zitat
pmami
Hallo Ihr Lieben,

bei meinem Thread zum Mittagsschlaf meines Kleinen ist mir klar geworden, dass das Mittagsschlaf-Problem möglicherweise mit anderen Problemen zusammenhängen könnte. Und jetzt bin ich verunsichert und möchte einfach mal Eure Meinung hören.

Vorweg: Ich halte meinen Kleinen für absolut normal entwickelt und toll. Ich zweifle nicht an ihm. Aber andere tun es und deshalb zweifle ich jetzt an mir. Bin ich vielleicht betriebsblind ?

Mein Kleiner ist 3 Jahre alt. Er ist als unser Pflegekind zu uns gekommen im Alter von zwei Wochen.

Er ist motorisch, sprachlich und kognitiv weit entwickelt. Körperlich ist er groß und kräftig. Er hüpft, singt, macht Quatsch, knetet, malt, rennt, klettert, planscht, matscht.... es gibt eigentlich nichts, was er nicht macht. Außer Fahrzeuge (Laufrad, Roller, etc.) fahren. Das ist nicht seins.
Er kann sich lange und gut konzentrieren. Wir lesen sehr viel und auch sehr lange Geschichten vor. Er hört dann ganz ruhig zu. Er beschäftigt sich auch alleine und zwar ausdauernd (z.B. mit Duplo).
Er ißt gut und schläft zu Hause gut. Er wacht morgens zwischen fünf und sechs auf und ist dann sofort hellwach und da. Und das ist er (mit Ausnahme des Mittagsschlafes) den ganzen Tag. Man muss selbst auch 100 % da sein. Das ist anstrengend. Ich habe das aber immer als normal anstrengend empfunden. Er ist ein unglaublich fröhliches Kind. Er lacht viel und hat an allem Spaß.

Folgende Dinge habe ich bislang als seine ganz persönlichen Eigenheiten empfunden, laut Krippe sind es aber Verhaltensauffälligkeiten:

a) Er kuschelt nicht, lehnt körperliche Nähe ab und fühlt sich bedrängt, wenn ihm jemand (egal ob Kind oder Erwachsener) zu nahe kommt. Er kann dann auch ganz rabiat werden und sich körperlich mit Hauen und Schubsen dagegen wehren. Er lässt sich von uns (Mama und Papa) trösten, auch mit Kuscheln und kuschelt auf Aufforderung auch ohne Anlass mit uns, aber nur kurz. Das ist nicht seins. Er kuschelt allerdings sehr viel mit seinen diversen Kuscheltieren.


das wäre evtl etwas, was ich beobachten würde. aber mehr auch nicht. es gibt wohl kuschelkinder und eben welche, die es nicht wollen. ich kann mich nicht erinnern, dass ich gern gekuschelt habe, war mir immer unangenehm, soweit ich mich erinnern kann. hat sich geändert. meine to. kuschelt wohl gern, weil es der junge gern mag, sonst ist sie nicht so der kuscheltyp, aber sie will jetzt immer gekitzelt werden. was sagt er, wieso er das nicht so gern mag?

b) Er hortet Gegenstände. Das betrifft zum einen Nahrungsmittel, zum anderen Spielzeug. Wenn Kinder hier zu Besuch sind, kann er es nicht haben, wenn sie mit seinen Sachen spielen. Das war an seinem Kindergeburtstag extrem, als er nur damit beschäftigt war, von einem zum anderen Besuchskind zu rennen und sein Spielzeug zu sichern. Umgekehrt war er neulich selbst auf einem Kindergeburtstag und hat sich Helm, Bohrmaschine, Gitarre und Puky Wutsch gesichert. Das Puky Wutsch konnte er natürlich nicht fahren, weil er die Gitarre in der einen und die Bohrmaschine in der anderen Hand hielt. Aber loslassen wollte er auch nicht.

hm, da kenn ich hier noch einen, der das gern gemacht hat, gern genauso das spielen will, was Madame macht, wir haben da interveniert. wieso er das gefühl hat, er kommt zu kurz---keine ahnung. er ist auch eher dominant, hat ne große klappe, ist aber sensibler, ängstlicher,w Enns drauf ankommt. am tsich hat er sich auch oft alles mögliche gesichert, muss genauso das haben, was Madame auch hat.

Bei Tisch zieht er alles in die Nähe seines Tellers. Wenn er z.B. ein halbes Brot mit Wurst essen will, nimmt er sich drei Scheiben Wurst, legt eine aufs Brot und die anderen beiden auf seinen Teller. Später ißt er die natürlich nicht mehr.

c) Er ist in Stresssituationen schnell überfordert oder überreizt. Das ist der eigentliche Auslöser für das Mittagsschlafproblem in der Krippe. Die anderen Kinder sind nicht wirklich laut. Aber sie sind auch nicht mucksmäuschenstill und diese Unruhe reicht dann schon, dass er abgelenkt ist und selbst nicht einschlafen kann, obwohl er todmüde ist. Genauso ist es, wenn ansonsten Hektik, Stress, Lärm oder viel Veränderung da ist. Die Erzieherinnen sagen, dass es ihm am besten geht, wenn sie draußen im Wald sind. Wir haben ihn für den Kindergarten in einer Waldgruppe angemeldet, aber wir haben keine realistische Chance auf diesen Platz. ist evtl. reizoffener als andere.

Wir erleben dieses Verhalten zu Hause nicht oder ganz selten (an seinem Kindergeburtstag war es z.B. so), aber wir haben hier ja immer eine 1:1 Betreuung und oft eine 2:1 Betreuung und wenn wir merken, er ist müde oder überreizt, dann setzen wir uns auf das Sofa, lesen eine Geschichte vor und alles ist gut.

d) Er ist durchsetzungsstark, selbstbewusst und hat einen ausgeprägten eigenen Willen. Außerdem ist er sehr selbständig. Ich habe das alles immer als positiv empfunden. Die Erziehrinnen bemängeln aber, dass er immer "bestimmen" will. Das stimmt. Er ist ein Alphatier. Das ist oft auch anstrengend. Wenn ich - forumsgetreu - mit ihm Kompromisse schließen will und Alternativen anbiete, dann hat er oft schon Fakten geschaffen, bevor ich auch nur ausgeredet habe. Aber auch das habe ich immer als normal anstrengend empfunden. Laut Erzieherinnen braucht er eben auch in der Krippe eine 1:1 Betreuung - die er ja zu Hause hat - , die sie aber nicht leisten können. sind meine auch.

Die Krippe hat vorgeschlagen, einen Heilpädagogen hinzuzuziehen.

was befürchten die Erzieherinnen? worauf wollen sie hinaus? wieso heilpädagogen? wissen die Erzieherinnen um seine Geschichte? mgl.weise infiltriert dies auch ihre Meinungsbildung in dem sinne: ah, siehste, da ist ja was, muss ja was sein.
wenn du dir- auch wegen der geschichte der leibl. mutter- wirklich sorgen machst, dann würde ich kontakt zu KIA, kinderpsychiater, Kinderpsychologen, spz- was auch immer- aufnehmen. es gibt tatsächlich auch kinder-und jugendpsychiatr-. Behandlung/Diagnostik für so kleine. jedoch ist das dann auch erstmal eine "künstl. "Situation. was soft signs betrifft, so kann man dazu bestimmt noch nicht Stellung nehmen.
vor Behandlung steht die Diagnose. und diese liegt in der Hand der dafür ausgebildeten leute.
was die frühe Trennung von mutter und Kind betrifft- da würde ich nicht so viel hineininterpretieren. nützt ja auch nicht viel. ihr habt den kleinen so lange, er kennt nichts anderes. das Gehirn ist in allen seinen Strukturen in dem jungen alter noch so unreif...was da abgespeichert ist, nicht evtl. ausgelöscht ist... . hm.
ein Unterbewusstsein gibt es nicht.
allenfalls das unbewusste.


Was meint Ihr ?

Viele Grüße pmami



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.11.14 20:56 von berlink.


  Werbung
  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   tweety_is
Status:
schrieb am 24.11.2014 11:04
Zitat
berlink
Zitat
pmami

was die frühe Trennung von mutter und Kind betrifft- da würde ich nicht so viel hineininterpretieren. nützt ja auch nicht viel. ihr habt den kleinen so lange, er kennt nichts anderes. das Gehirn ist in allen seinen Strukturen in dem jungen alter noch so unreif...was da abgespeichert ist, nicht evtl. ausgelöscht ist... . hm.
ein Unterbewusstsein gibt es nicht.
allenfalls das unbewusste. [/bgcolor]

Ich kenne Deinen beruflichen Hintergrund nicht, aber mir von verschiedenen Fachleuten unabhängig voneinander bestätigt, dass die Trennung von der leiblichen Mutter nicht spurlos an den Kindern vorbeigeht. Es gibt verschiedene Fachbegriffe dazu, die habe ich mir nicht gemerkt. Im o.g. Buch ist es aber sehr anschaulich beschrieben.
"Dann adoptiert doch" ist nicht immer ganz so einfach zu leben, wie es einem gern gesagt wird, Da spreche ich aus eigener Erfahrung.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 24.11.2014 11:25
JEMAND muss dafür herhalten, dass sie aus einer gruppe eine i-gruppe machen, mit besserem personalschlüssel und so. und da haben sie zielsicher das pflegekind gefunden.

den beurteilungen von berlink kann ich mich nur anschließen, kaum unterschied zu anderen kindern. die kombinationen sind beliebig, und es gibt noch beliebig viele andere merkmale grins

wenn irh das mitmachen wollt, dann stimmt zu. es KANN zur verbesserung in der gruppe führen. allerdings würde ich mir verbitten, den kleenen zum kuscheln zwingen zu wollen....


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   tweety_is
Status:
schrieb am 24.11.2014 14:44
Ein Kind reicht aber nicht um einen besseren Betreuungsschlüssel zu bewirken und erst recht nicht für die Einstellung einer Heilpädagogin.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   caco
schrieb am 24.11.2014 15:38
Du beschreibst eigentlich in groben Zügen, bis aufs Kuscheln, meinen Sohn, sehr gewünscht, sehr geliebt, leiblich. Nur würde uns wohl niemand eine HP vorschlagen, da mein Mann Pädagoge ist und ich bin Kinderärztin. Wir glauben, dass unser Kind in vielem schon extrem anstrengend ist, aber nicht behandlungsbedürftig. In die Gruppe fügt er sich ein und kann mit fast 4 mittlerweile auch gut Kompromisse finden und eingehen. Und seine Sachen gibt er unter der Bedingung her, dass er vorher gefragt wird. Unter Kindern iist er sehr beliebt.

Wenn Ihr eine gute Meinung haben wollt, dass wendet Euch an Eure Frühförderstelle, die schauen ihn an.

Alles Gute
caco


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   pmami
schrieb am 24.11.2014 20:37
Hallo Ihr Lieben,

erst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten und Denkanstöße. ich hatte heute Mittag schon eine laaaange Antwort verfasst, aber dann war leider alles weg traurig

ich versuche mal auf Eure Antworten einzeln einzugehen:

@ tweety is: Von Bettina Bonus habe ich schon gehört, habe mich aber bislang aber irgendwie davor gedrückt, ihre Bücher zu lesen. Na ja, ich habe heute gleich Band 1 bestellt.

Den Zusammenhang zwischen seiner Biographie und seiner Überforderung in Stresssituationen sehe ich auch. Ich denke dennoch, dass sein Verhalten gerade vor dem Hintergrund seiner Biographie eigentlich verständlich und auch (noch) normal ist. Die Erzieherinnen kennen seine Biographie auch, haben aber offensichtlich nicht ganz so viel Verständnis.....Und ja, es liegt natürlich nahe, ihn in eine Schublade zu stecken und gerade deshalb völlig zu verkennen, wo wirklich sein Problem liegt und was sein Bedürfnis ist. Das gilt für mich natürlich ebenso, wie für Erzieherinnen, Psychologinnen etc.

Was würde ein Heilpädagoge überhaupt machen ? Was genau macht der Heilpädagoge, zu dem Euer Kind geht ?

Das Horten von Lebensmitteln ist jetzt nicht ganz so extrem und ist übrigens auch schon deutlich besser geworden. Er hat einen Küchenschrank (Ikea Kinderküche) in der er ständig einen Notvorrat aufbewahrt, wie z.B. Kekse, Knäcke oder Knabbereulen. Insoweit war ich bislang der Meinung, dass es eher nützt, ihn gewähren zu lassen, damit er irgendwann so viel Sicherheit (hoffentlich) hat, dass er loslassen kann. Es kann natürlich auch sein, dass sich auf diese Weise die Marotte nur verfestigt.

@ Ella: Die Erzieherinnen meinen einerseits das "bestimmen wollen", wenn sie von anstrengend sprechen. Andererseits vermutlich dass, was tweety is und berlink als "reizoffen" bezeichnen. Das hat er tatsächlich in manchen Situationen (nicht immer, aber definitiv verstärkt durch fehlenden Mittagsschlaf). Einen konkreteren Anlass, als dieses "anstrengend" haben sie nicht genannt. Aus deren Sicht reicht das wohl für eine heilpädagogische Begutachtung.

Mit anderen Kindern hat er, abgesehen von den Situationen, wo er haut oder schubst, keinerlei Probleme. Er spielt mit anderen Kindern, ist durchaus beliebt, findet schnell Anschluss und sucht auch Anschluss. Er ist definitiv kein Einzelgänger sondern ein Gruppenmensch. Nur halt nicht als Team-Player sondern als Anführer. Heute nachmittag waren wir auf einem weiteren Kindergeburtstag eingeladen und es war alles super. Allerdings war er heute vormittag nicht in der Krippe sondern zu Hause. Ob er den Kindergeburtstag am Nachmittag auch nach der Krippe gemeistert hätte, weiß ich nicht.

@berlink: Was er selbst zum nicht-kuscheln-wollen sagt, war eine gute Frage. Ich habe sie ihm gleich heute nachmittag gestellt. Und er hat im Brustton der Überzeugung geantwortet, dass er total gerne mit Mama und Papa kuschelt. Nur mit anderen Leuten nicht. Auch nicht in der Krippe. Aber mit Mama und Papa kuschelt er liebend gerne...Auf einer Skala von 0 bis 10 würde ich seine Kuschelaktivität unterhalb von 1 einordnen. Offenbar hat er dazu eine völlig andere Wahrnehmung zwinker

Reizoffen ist ein gutes Stichwort und trifft es vielleicht. Nur, was macht man da ? Macht man überhaupt etwas ? Muss man etwas machen ? Oder genügen Zeit und Sicherheit, damit er lernt besser mit Reizüberflutung umzugehen ?

Ja, ich denke in jedem Fall, dass die Erzieherinnen vorbelastet sind, weil sie seine Geschichte halt kennen. Dann ist die Gleichung einfach: Pflegekind + anstrengend = pathologisch....

An das SPZ als Alternative zur von der Krippe vorgeschlagenen Heilpädagogin habe ich auch schon gedacht. Ich muss da noch mal in mich gehen.

@Greta: Ich habe das Gefühl, dass es genau so, wie Du es sagst, läuft. Schublade auf, Kind rein, Schublade zu. traurig

Allerdings haben wir schon einen traumhaften Betreuungsschlüssel: 3 Erzieherinnen für 10 Kinder. Plus gelegentlich noch Praktikantinnen. Deshalb verstehe ich um so weniger, dass sie sich mit ihm überfordert fühlen. ,

@caco: danke, das macht mir sehr viel Mut und Hoffnung. Anstrengend aber nicht behandlungsbedürftig - so würde ich ihn auch beschreiben. Und ich sehe auch seine Bereitschaft in tausend Dingen zu kooperieren, zu helfen, zu verstehen - es ist ja nicht so, dass es von morgens bis abends ein einziger Kampf mit ihm ist. Zu mindestens 95% läuft alles rund und macht Spaß mit ihm.

Viele Grüße pmami


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 24.11.2014 20:38
vielleicht gibts ja noch ein kind. aber wenn wegen eines kindes die gruppe zur i-gruppe wird, ist der betreuungsschlüssel automatisch besser.

ich würde es kritisch hinterfragen. man sieht in der berliner handreichung klick, dass kinder mit leichter KÖRPERLICHER behinderung keinen personalzuschlag automatisch rechtfertigen, aber wehe, das kind hat ADHS oder andere schwammige dinge wie risikofamilie crazy


Zitat

Kinder mit Behinderungen Personalzuschlag

leichte Körperbehinderungen im Einzelfall prüfen

allgemeine Entwicklungsverzögerungen/ Zuschlag erforderlich,
Störungen (unklare Genese),
Kinder aus Risikofamilien mit schwieri- Zuschlag erforderlich,
gem Verhalten,

Wahrnehmungsstörungen/ ADHS, Zuschlag erforderlich,
Sprachentwicklungsstörungen Zuschlag erforderlich,
Frühkindlicher Autismus Zuschlag erforderlich (immer Kinder mit wesentlich erhöhtem Förderbedarf)


Chronische Erkrankungen Im Einzelfall überprüfen
Geistige Behinderungen Zuschlag in jedem Fall erforderlich



  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 24.11.2014 20:54
Zitat
tweety_is
Zitat
berlink
Zitat
pmami

was die frühe Trennung von mutter und Kind betrifft- da würde ich nicht so viel hineininterpretieren. nützt ja auch nicht viel. ihr habt den kleinen so lange, er kennt nichts anderes. das Gehirn ist in allen seinen Strukturen in dem jungen alter noch so unreif...was da abgespeichert ist, nicht evtl. ausgelöscht ist... . hm.
ein Unterbewusstsein gibt es nicht.
allenfalls das unbewusste. [/bgcolor]

Ich kenne Deinen beruflichen Hintergrund nicht, aber mir von verschiedenen Fachleuten unabhängig voneinander bestätigt, dass die Trennung von der leiblichen Mutter nicht spurlos an den Kindern vorbeigeht. Es gibt verschiedene Fachbegriffe dazu, die habe ich mir nicht gemerkt. Im o.g. Buch ist es aber sehr anschaulich beschrieben.
"Dann adoptiert doch" ist nicht immer ganz so einfach zu leben, wie es einem gern gesagt wird, Da spreche ich aus eigener Erfahrung.

das habe ich auch nicht behauptet. ich würde nur nicht so viel/zu viel hineininterpretieren. es macht einen unterschied, ob ein kidn seine mutter in dem sinne bewusst (und mit der Fähigkeit zu bewussten Erinnerungen) kennengelernt hat oder nicht. je nachdem, wie die weggabe des kindes stattgefunden hat, ist es möglich, dass das kidn nach der Geburt die mutter gar nicht kennenlernte.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   Petra*Kids
schrieb am 24.11.2014 21:44
Bis auf das Kuscheln, würde ich sagen, du beschreibst meinen Sohn.
Mit 3 Jahren sind sie meistens noch nicht wirklich kompromissbereit etc.. Viele Kinder in dem Alter spielen noch gar nicht mit anderen Kindern.
Hmm


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   blahblahblah
schrieb am 24.11.2014 21:49
Vorab: weiß die Krippe, dass er als Pflegekind da ist? Das könnte mit ein Grund sein, weshalb sie jetzt den Heilpädagogen wollen.

a) Er kuschelt nicht, lehnt körperliche Nähe ab und fühlt sich bedrängt, wenn ihm jemand (egal ob Kind oder Erwachsener) zu nahe kommt.
>Da er mit euch kuschelt sehe ich das nicht als so problematisch. Wie viel er kuschelt, na ja, da gibt es solche und solche...

b) Er hortet Gegenstände.

>In dem Alter hat meine das auch gemacht und etwa 3/4 Jahr hatten wir keinen Besuch, weil sie so ihre Sachen verteidigt hat... Auch heute will sie das eine oder andere nicht teilen. Und ihretwegen hat die Erzieherin angefangen, "Nachhaltigkeitserziehung" im Kiga zu betreiben. Ich bemühe mich auch heute damit: sie akzeptiert keine kleinen Portionen sondern nimmt viel und lässt es dann liegen: "ich esse es später". Wir arbeiten dran. Aber ob das SO ein Problem ist?

ok, vielleicht ist es bei deinem Sohn sehr ausgeprägt. Ich glaube meine hat mit der Extreme aufgehört als sie um die 3 war. Tendenzen sind aber immer noch sichtbar.

c) Er ist in Stresssituationen schnell überfordert oder überreizt. Das ist der eigentliche Auslöser für das Mittagsschlafproblem in der Krippe.
>Auch bei uns ist es genau so. Mittagsschlaf macht sie eh nicht mehr seit sie 1,5 ist. Und im Kiga mag sie alles außer der Ruhezeit... Müdigkeit=extreme Unruhe und unkontrollierte Reaktionen.

d) Er ist durchsetzungsstark, selbstbewusst und hat einen ausgeprägten eigenen Willen. Außerdem ist er sehr selbständig.

>Ebenso hier.

Jetzt mal ganz ehrlich. Ich habe immer empfunden, dass bei meiner Tochter vielleicht etwas nicht in Ordnung sein könnte, weil sie anders ist als gleichaltrige. Sie ist aktiver, lauter, stärker, sturer usw. als 90% der anderen Kinder die ich kenne. Ich bin daher sensibilisiert und aufmerksam. Aber sie ist völlig normal, wenn auch keinesfalls pflegeleicht.

Ähnlich scheint es mir bei deinem Sohn zu laufen. Wie ist es mit der beginnenden Empathieentwicklung? Tut sich da was? Aber ich kenne ihn ja nicht und ich habe mir schon immer mal gewünscht, dass ein Profi mal ein Auge auf meine Tochter wirft. Zu meiner Beruhigung. Vielleicht solltest du es auch mal so machen?

Für mich klingt es so, als ob die Erzieherinnen überfordert wären. Aber man kann es nie wissen. Deswegen: lass doch mal einen Entwicklungpsychologen drauf schauen. Aber Heilpädagoge deshalb? Hm... sehe ich eigentlich nicht.

Na ja, warten wir mal ab, wir haben in einer Woche Entwicklungsgespräch im Kiga, da bin ich echt gespannt drauf...


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
avatar    Mais
schrieb am 25.11.2014 10:03
Ich würde es differenzierter sehen.
Seht ihr ein Problem?
Und, wie läuft es in der Kita?
Ich würde nochmal ein Gespräch mit der Gruppenleitung suchen und mal genau erfragen, was an deinem Kind so anstrengend ist (falls ihr das selbst so nicht erkennen könnt). Ist es wirklich nur das Bestimmen?
Es ist ja eine Sache wie er Zuhause ist, hat er aber Probleme in der Kita, würde ich die schon auch für ihn selbst ernst nehmen.
Zuhause hat er einen geschützten Bereich, vielleicht läuft es in der Kita ganz anders?

Ich sehe auch nichts schlimmes an einem Heilpädagogen.
Das würde ja auch nicht bedeuten, dass euer Kind ständig auf einen Heilpädagogen angewiesen sein würde.... der Therapeut soll ja nur Hilfe geben, so lange sie gebraucht wird.
Eine I-Kraft wird nur gebraucht solange ihre Hilfe benötigt wird, dessen bin ich mir bewusst. Wird die Hilfe nicht mehr gebraucht, muss sie meist gehen, daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn versucht wird gutes Personal zu halten.

LG,
Mais


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.11.14 12:57 von Mais.


  Re: Sozial-emotionale Entwicklung 3jähriger - Vorsicht lang !
no avatar
   sigikids
schrieb am 25.11.2014 10:18
Zitat
tweety_is
Zitat
berlink
Zitat
pmami

was die frühe Trennung von mutter und Kind betrifft- da würde ich nicht so viel hineininterpretieren. nützt ja auch nicht viel. ihr habt den kleinen so lange, er kennt nichts anderes. das Gehirn ist in allen seinen Strukturen in dem jungen alter noch so unreif...was da abgespeichert ist, nicht evtl. ausgelöscht ist... . hm.
ein Unterbewusstsein gibt es nicht.
allenfalls das unbewusste. [/bgcolor]



Ich kenne Deinen beruflichen Hintergrund nicht, aber mir von verschiedenen Fachleuten unabhängig voneinander bestätigt, dass die Trennung von der leiblichen Mutter nicht spurlos an den Kindern vorbeigeht. Es gibt verschiedene Fachbegriffe dazu, die habe ich mir nicht gemerkt. Im o.g. Buch ist es aber sehr anschaulich beschrieben.
"Dann adoptiert doch" ist nicht immer ganz so einfach zu leben, wie es einem gern gesagt wird, Da spreche ich aus eigener Erfahrung.



Dazu möchte ich auch was sagen....ich persönlich bin in psychologischer Behandlung (Grund sei jetzt mal aussen vor) ,
jedenfalls hatte ich diese Woche angesprochen dass ich mir Sorgen um unseren Zweitgeborenen mache weil er oft "unkuschelig"ist und einen traurigen Eindruck macht etc,
ich fragte ob es daran liegen kann dass er ja keinerlei mütterlichen Körperkontankt in seinen ersten zwei Lebenstagen hatte (er, sein Zwillingsbruder, und ich --> jeder auf ITS) ,
Darauf antwortete meine Psychologin mir, dass sie jeden Menschen in seiner Gesamtbiografie betrachtet...ich habe das so verstanden dass sicherlich unser Junge die ersten 2 Tage abgespeichert hat, ABER die 2 Tage sind NICHTS im Vergleich zu den 3 Jahren die wir zusammen sind.... und nur weil er ungern/selten kuschelt muss das nicht unbedingt was schwerwiegendes bedeuten..

Vielleicht meintest du , Berlink, so etwas in der Art mit deiner Aussage?

(Mir persönlich hat das jedenfalls -vorerst?- geholfen bissel den Druck aus den Gedanken zu nehmen u nicht mehr hinein zu interpretieren als nötig)




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2021