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  Schlimme Verlustängste
no avatar
   vcnjkehfwefnc
Status:
schrieb am 17.06.2013 10:18
Hallo,
ich wende mich mit einem Problem an Euch, wo mein Mann und ich einfach nicht weiter wissen.
Unsere Tochter 4,5 Jahre hat extreme Verlustängste. Sie ist/war schon immer ein Papakind aber jetzt will sie nur noch mich. Im Bett neben mir liegen, am Tisch sitzt sie jetzt neben mir, nur ich soll sie in den Kindi bringen,... einfach alles nur noch Mama. Bin ich in der Küche mittag machen oder verlasse das Zimmer kommt sie Sekunden später und sagt: Ich wollte schauen ob Du noch da bist. (seit ca. 2 Wochen geht das so)
Letzte Woche Do und Fr gab es morgens Probleme sie im Kindi abzugeben. (sie ging vom 1. Tag gerne und ohne Probleme). Ich habe sie letzte Woche gebracht, sie hing mir im Kindi am Bein und wollte wieder mit heim, wollte nicht mit ihren Freundinnen spielen und sie war einfach Traurig und ängstlich. Die Erzieherin hat sie dann immer an die Hand genommen und sie mit ihren Lieblingssachen beschäftigt. Tränen gab es nicht und ich konnte gehen. Um 12Uhr beim Abholen kommt mir ein strahlendes Kind entgegen.
Heute nun, da hat mein Mann sie gebracht (haben gedacht so wird es leichter), der Abschied an der Tür daheim war gut, kein "Theater" alles normal. Im Kindi aber das Gleiche wie letzte Woche und diesmal extremer, mit weinen und schreien. Sie wollte meinen Mann nicht gehen lassen. Die Erzieherin nimmt sie auf den Arm und versucht zu trösten. Als er das Zimmer verlässt hat schreit sie nach ihm. Es zerreisst uns das Herz, er hätte sie am liebsten wieder heimgebracht aber ist das der richtige Weg? Sie geht "nur" 3 Stunden (9-12Uhr) und ab und zu Mo nachmittag von 14-16Uhr in den Kindi und mir wurde letze Woche versichert sie hat sich schnell wieder beruhigt. Aber heute? Bis jetzt kam kein Anruf, ich gehe davon aus alles ist gut oder?
Jetzt meine Frage, ist das alles normal, machen wir uns umsonst Sorgen oder steckt da doch was dahinter?
Vor 4 Wochen ist ja die Mama ihrer besten Freundin/Kindergartenfreundin gestorben. Die Freundin war nun diese Zeit wenig im Kindi und wir waren letzte Woche Mi das 1. Mal seit der Beerdigung bei ihr daheim das beide spielen konnten. Alles war super, wir haben zusammen mittag gegessen, beide haben schön gespielt und es kam in den ganzen 6 Stunden nicht DIE Frage auf. Zack, am Do mittag beim Mittagessen daheim: Mama, wo ist die Anke? traurig Wie mit der Kindergärtnerin besprochen, habe ich ihr die Wahrheit gesagt. (Sie ist im Himmel, der Papa und die Fr. Meier (eine Nanny) passen jetzt auf Leonie auf.) Sie hat nicht weitergefragt und sonst war alles ok.
Ist das jetzt nur ein "blöder" Zufall das diese Verlustängste ausgerechnet jetzt kommen (macht ja doch jedes Kind durch soweit ich weiß) oder liegt das mit an dem Tod der Mutter?
Ich möchte meiner Tochter nicht den Kontakt mit Leonie verbieten aber wir machen uns große Sorgen ob der "Umgang" ihr grad überhaupt gut tut. Ich weiß halt das Leonie sehr an unserer Tochter hängt und sie für sie eine tolle Stütze/Ablenkung ist. Im Kindi spielt sie nur mit ihr.
Könnt ihr mir sagen, merkt meine Kleine den Verlust der Mutter ihrer Freundin so sehr? (obwohl sie ja nicht weiß was Tod sein bedeutet und sie ja erst seit Do "Bescheid" weiß.)
Wie gehen Kinder mit Verlustängsten um? Ich finde es schrecklich das aus meiner lebensfrohen Maus so ein ängstliches Kind geworden ist. Wie lange könnte die Phase anhalten?
Entschuldigt bitte das es so lang geworden ist. Achja, alle Namen sind verändert worden.
VG


  Re: Schlimme Verlustängste
avatar    Kerstin73
Status:
schrieb am 17.06.2013 10:28
Können diese Verlustängste mit dem Tod der anderen Mutter zusammenhängen? Ich würde fast davon ausgehen, für Kinder ist der Tod soo abstrakt, dass sie das gar nicht greifen können. Natürlich ist es schön das man ihnen das mit Engeln und Himmel usw erklären kann, aber in dem Alter wissen sie dann auch was es bedeutet, wenn jemand nicht wiederkommt.
Ich denke sie sieht auch wie traurig ihre Freundin ist, du weißt auch nicht was sie da im Kindergarten zB drüber sprechen (ich meine nur die beiden Mädels) und von daher ist das ganze Thema enorm schwer.

Unsere Große hat zB eine Freundin, da ist letzten Sommer urplötzlich die Mutter gestorben. Kippt im Bad um, die große Tochter findet sie und für niemanden war das greifbar und die Kids waren 10 und 11 Jahre alt. Die Klasse hat enorm gelitten und hatten unheimlich arg damit zu tun, das das Mädchen so weitergelebt hat wie vorher. Sie hat mit niemandem über den Verlust gesprochen, hat offensichtlich nicht getrauert, war immer für ihre beiden kleinen Schwestern (5 und 7 Jahre alt) da und hat den Haushalt geführt wie Mama. Damit konnte die Klasse nicht umgehen und selbst meine Tochter hat damals Ängste entwickelt und sie hat mich oft gefragt ob mir das auch passieren kann. Was soll man da sagen, es kann doch wirklich jeder ganz plötzlich gehen, dass muss man den Kindern nur wirklich ganz behutsam erklären und das habe ich damals versucht.

Wenn es zu schlimm wird würde ich den KiA um Hilfe bitten, ansonsten die Phase einfach versuchen durchzustehen und immer wieder für die Maus dasein, auch wenn das jetzt nicht leicht ist.


  Re: Schlimme Verlustängste
no avatar
   Lajo
schrieb am 17.06.2013 10:56
Hallo!

Mein großer hat diese Phase auch Grade hinter sich.

Fing urplötzlich an: nur noch Mama, Geschrei im Kiga beim Abgeben, nicht mehr alleine zur Oma, sogar mit dem Papa nicht
Mehr alleine unterwegs sein wollen, ständige Kontrolle wo ich bin, 1000 mal am Tag gesagt " hab dich lieb" USW.
War wirklich extrem.
Irgendwann hab ich intensiv nachgeforscht,auf Nachfragen hat er bis dahin nicht reagiert, und da ist es dann herausgekommen.
Der arme Kerl ist schluchzend in meinen Armen zusammengebrochen und meinte, er hätte solch eine Riesen Angst, dass mir
Etwas passiert und ich sterben könnte, genauso wie er Angst habe dass seinem Papa und Bruder auch etwas zustoßen könnte,
Und er wäre dann ganz alleine auf der Welt.
Das war natürlich ein Riesen Schock für mich. Vor allem, weil die Phase ja schon eine ganze Zeit anhielt und er diese Riesen Last
Mit sich rumtrug!!!
Ich habe dann natürlich versucht ihm diese Angst zu nehmen und so langsam wird's besser. Er klammert sich im Kiga zwar zb noch an
Mein Bein aber weint nicht mehr, fährt wieder gerne mit Papa einkaufen, geht mit Oma alleine Spazieren, usw.

Habe im Inet nachgeforscht und Entwarnung: alles normal. Um den 4. Geb rum entwickelt sich diese Verlustangst.
Und bei sensiblen Kindern kann das dann auch schonmal ziemlich extrem werden.
In eurem Fall kommt dann noch erschwerend dazu das er wirklich erlebt hat, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Mama und Papa
Immer wiederkommen,sondern das auch mal etwas schlimmes passieren kann. Das hatten wir nicht. Auch im weiteren Umfeld
Gab es keinen Todesfall. Und trotzdem hat er diese Panik gehabt.

Wir haben diese Phase jetzt hoffentlich so langsam überstanden. Ich fühle mit dir, dass ist wirklich die schlimmste Phase die
Wir bis jetzt hatten. Er tat mir so leid als er so verzweifelt und weinend in meinem Arm lagtraurig

Aber es wird besser!!!

Lg


  Re: Schlimme Verlustängste
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   dojo
schrieb am 17.06.2013 11:05
Ich denke schon dass es mit dem Tod der Mutter ihrer Freundin zusammenhängen kann. Aber deswegen den Kontakt unterbinden, wäre die falsche Reaktion - nicht nur für die Freundin, auch für deine Tochter.
Sie weiß es ja nun und wenn man jetzt den Kontakt unterbindet, wird es für sie noch schlimmer (aha, wenn eine Mama stirbt, dann darf man also auch nicht mehr mit der Freundin spielen) und sie hat ja dann auch keine Gelegnheit es richtig zu verarbeiten und zu erleben, dass es zwar tragisch ist, aber das Leben nicht stillsteht.

Ich denke, ihr müsst da nun gemeinsam mit ihr durch. Jedes Kind muss sich mit dem Thema früher oder später auseinander setzen, bei euch ist es halt jetzt dran. Sie wird das Thema bestimmt mal wieder ansprechen, fragt sie nach ihren Gefühlen, sprecht über eure eigenen. Vielleicht findet ihr ein gutes Buch dazu (kann leider keins empfehlen). Je nachdem, wie sehr es sie beschäftigt, könntet ihr auch zusammen das Grab besuchen. Wobei meine Tochter die Vorstellung gruselig findet, dass da jemand begraben ist, wir sagen ihr deshalb, dass wir die Stelle schön bepflanzen und da ein Stein mit dem Namen (vom Opa) ist und wir dahin gehen, wenn wir an den Opa denken und ihm eine Kerze anzünden wollen.




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