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  Wann konsequent sein, wann nachgeben?
avatar    Spiegelchen
Status:
schrieb am 23.08.2012 12:09
Wir haben ja hier ne sehr temperamentvolle 3-Jährige und manchmal denke ich, ich bin zu streng mit ihr.
Manchmal denke ich aber auch, die anderen, insbesondere Papa und Oma, sind zu "nett" im Sinne von nachgiebig.

Wann gebt ihr nach und wann "verwehrt" ihr eurem Kind etwas?

Ich kündige z.B. an, wenn wir bald gehen und erinnere sie - Wir gehen in 2 Minuten, Wir gehen in 1 Minute, Wir gehen jetzt - und dann wird auch gegangen.

Die folgende Szene hat mir tagelang noch zu denken gegeben - es geht um eben dieses Thema.

Meine Mutter hat sich letztens, als wir bei ihr im Garten waren (für Johanna ein toller Tag, gutes Wetter, Planschbecken), in diese "Geh-Situation "eingemischt" und ihr mitten ins Getrotze ein Traubenzucker versprochen, wenn sie ohne Theater mitgeht. Der Abschied zog sich etwas hin, weil Johanna natürlich noch nicht gehen wollte und meine Mutter schwarwenzelte die ganze Zeit um uns rum mit dem Traubenzucker - ich fand das unmöglich!
Ich konnte sie nicht zuende anziehen und musste sie zum Auto tragen, denn sie warf sich nur auf den Boden.

Meine Mutter stand ganz bestürzt daneben und machte nur "Oh" und "Ach Gott, so kenn ich sie gar nicht!" Wir hatten dann im Auto natürlich nur Geheule. Meine Mutter stand daneben (nerv) und sagte die ganze Zeit "Ach Gottchen!" (super-nerv)

Johanna war noch nicht fertig angezogen und unter Geschrei "verhandelte" sie dann mit meinem Mann, dass sie den Traubenzucker bekommt, wenn sie sich anzieht. Irgendwann klappte das und sie bekam den Traubenzucker.
Dann neues Geschrei.
Sie wollte noch eine Hose unter ihr Kleid anziehen (??), das hatte sie auf dem Hinweg schon an (keine Ahnung, wieso, ich habs nicht mitbekommen) und mein Mann hat da brav nachgegeben.
Sie nörgelte noch 10 Minuten rum und dann war Ruhe, dann schlief sie auch schnell ein (es war ein anstregender Tag gewesen).

Was hättet ihr getan? Wie verhaltet ihr euch in solchen Situationen?


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   christine27
Status:
schrieb am 23.08.2012 12:23
Hallo!

Ich denk nicht, dass du ein Problem mit Konsequenz und Nachgeben hast, sondern mit deinem Umfeld!

Bei uns ist es so, dass anfangs mein Mann und ich oft aneinander vorbei "erzogen" haben, weil wir uns einfach nicht richtig abgesprochen haben. Ob es je optimal laufen wird oder kann sei dahingestellt aber es ist nun so, dass keiner mehr dem anderen drunterpfuscht. Was der eine sagt gilt und der andere bestätigt dies auch vor dem Kind, sonst nutzt die das sofort aus.

Wenn die Kleine bei den Omas/Tanten usw. ist, handhabe ich das etwas "anders". Ob es lockerer ist? Die Szene, die du beschreibst, könnte auch von uns gewesen sein. Wenn dir das so nicht passt, musst du es klipp und klarr "SAGEN" auch wenn es deine Mutter ist. Es hilft ja nix. Ich kann das, je nachdem wie groß mein Stresspegel momentan ist, überhaupt nicht ab. Dann sag ich klipp und klar wies zu laufen hat, und dann hat sich JEDER dran zu halten!!!!
Mein/Unser Kind - ich/wir sagen wos langgeht.

Trau dich!

LG
Christine


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   Amiflosi
schrieb am 23.08.2012 13:06
Hallo,
Omas fühlen sich irgendwie nicht fürs Erziehen zuständig. Müssen sie auch nicht wirklich. Macht es aber manchesmal anstrengender.

Ich bin auch ziemlich konsequent. Wenn wir z.B. im Schwimmbad gehen wollen, dann quengelt Amelie, dass sie noch eine Runde schwimmen will. Da gebe ich dann nach. Sie muss das unbedingt haben, warum auch immer. Kommt aber ungefährt 20 sec. nachdem ich ihr das erlaubt habe, aus dem Wasser.

Mit Süßigkeiten ködern tut meine Mutter glücklicherweise nicht. Da würde ich auch mit ihr drüber sprechen. Aber sie ist schon viel nachgiebiger als ich. Dabei war sie als Mutter sehr streng.

Bei der Hose unterm Kleid wäre ich vielleicht nachgiebig gewesen. Tut ja keinem weh. Warum drüber diskutieren. Das verliert sich spätestens in der Pubertät Ich wars nicht

Florian wird auch furchtbar quengelig und ist "Hauptsache dagegen" wenn er müde wird. Da rede ich dann gar nciht mehr. Da handle ich dann. Er ist nämlich dann völlig überfordert. Da pack ich ihn kommentarlos unter den Arm und trage ihn ins Auto. Streichle mein brüllendes Kind und sage: "Ich weiß, Du bist furchtbar müde, Schatz."


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   ajdan
schrieb am 23.08.2012 13:13
Ganz ehrlich, nimm es das nächste mal viel lockerer! Solche Szenen kennen doch wirklich alle Ich bin sehr sauer

Ich mache es eigentlich auch so mit der Zeitansage (noch 5 Minuten oder wenn du das Auto parkiert hast oder so ähnlich...) aber unsere Kinder sind eben doch noch zu klein, um zu verstehen wie lange 1 oder 2 Minuten sind!
Du beschreibst ja, dass ihr einen schönen Nachmittag hattet, sie wäre gerne noch länger bei Oma geblieben. Stell dir vor du schaust einen spannenden Film und gegen Ende kommt dein Mann und sagt in 2 Minuten ist Schluss dann will ich Essen gehen - Basta. Würde dir das so gefallen?

Natürlich müssen die Kinder lernen, jetzt ist Zeit zum gehen aber da wirst du immer wieder auf Gegenwind stossen, jetzt noch mit Gezetter und Geschrei, später mit vielen Diskussionen (waren wir nicht auch so???).

Wenn dir die Bestechungsmethode nicht passt, dann sag das deiner Mutter. Bei uns ist es so, dass unser Kleiner sich etwas entlehnen darf, ein Spielzeug oder eine
DVD und die muss er beim nächsten Besuch wieder zurück bringen. Das klappt sehr gut. Süssigkeiten find ich auch nicht gut.

Deine Mutter war mit der Situtation überfordert, so wie du sie beschreibst könnte es glatt meine Schwiegermama sein. Die sagt dann noch so Sätze wie "also dein Papa war nie so" oder "von wem hat er das nur?"

Liebe Grüsse


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  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   coco1968
schrieb am 23.08.2012 13:21
Hallo Spiegelchen,

ich versuche für mich einzuschätzen, wo mein Kind gerade "steht". Und wenn ich weiß, dass wir bereits einen anstrengenden Tag hinter uns haben, können Nichtigkeiten bereits der Auslöser für großen Trotz werden. Hätte mein Sohn in diesem Moment nach einer Pudelmütze gebrüllt, hätte ich sie ihm vermutlich aufgesetzt, ohne dass mir dabei ein Zacken aus der Krone fällt *lächel*.

Zu der Situation mit dem Traubenzucker:

Ich hätte meiner Mutter in einer "ruhigen Minute" und ohne dem Beisein meines Kindes gesagt, dass ich nicht möchte, dass mein Kind für "bestimmtes Verhalten" mit Süßigkeiten belohnt wird. Das geht mir persönlich auch sowas gegen den Strich.
Und die "ach Gottchen" Äusserungen finde ich auch extrem nervig, und kenne ich zu gut von meiner Schwiegermutter.

Verständnisvolle Grüße !


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   gusion
Status:
schrieb am 23.08.2012 15:16
Naja, ich denke nicht dass du ein Konsequenzproblem hast. Die Ansage mit 2 Minuten finde ich zwar etwas abstrakt für so kleine Kinder, aber wenn es bei euch funktioniert, dann ist es gut. Bei Sammy sage ich z.b. "so jetzt parkst du noch schnell alle Autos und dann gehen wir" - klar er will nicht immer, aber so hat er ne klare Ansage, dass er sein "Zeug" noch fertig machen darf und dann wird auch gegangen - Ende der Diskussion (manchmal Anfang vom Gebrüll zwinker ).
Ich versuche auch, immer die Situation so abzupassen, dass gerade nichts "neues" begonnen hat. Also, wenn Oma z.b. dann gerade anfängt die Blume im Garten zu gießen, würde ich nie sagen, wir gehen jetzt, sondern das Kind noch schnell mit gießen lassen und die Ansage machen, dass danach gleich gegangen wird. Kinder brauchen immer irgendwo ein klares Ende. Oder du zeigst auf die Uhr und erklärst, wenn der große Zeiger da ist und der kleine da, dann müssen wir gehen - das kann sogar ein ganz tolles spiel werden.

Das mit dem Traubenzucker kenne ich 1 zu 1 von meinen Eltern. Meine Mama ist jetzt schon ganz gut, mein Papa leider gar nicht. Allerdings sage ich ihm nicht im stillen, dass ich das nicht will, sondern direkt vor dem Kind. Natürlich nicht in einem bösen Ton, aber ich sage dann deutlich, dass Sammy keinen Traubenzucker bekommt, wenn er sich anzieht. und Frage dann auch gerne, ob er Sammy später dann immer ne Torte backt, wenn er seine Hausaufgaben gemacht hat.
Manche Dinge des täglichen Lebens sollten meiner Meinung nach nicht immer ne Belohnung nach sich ziehen - ich will auch neue Schuhe, wenn ich die Hemden von Menne gebügelt hab, bekomm ich auch nicht zwinker - gleiches Recht für alle.

Wenn mal was ganz toll gelaufen ist, oder man vorher schon ausgemacht hat, dass es eine Belohnung gibt, ok, aber doch nicht immer und erst recht nicht, wenn der Trotzanfall schon am laufen ist.
Wenn bei uns auch mal ein schwieriger Tag ist, dann verspreche ich auch mal Belohnungen, aber das eben vorher (z.b. wenn das Einkaufen heute gut läuft, darfst du dir noch ne Zeitschrift aussuchen etc.)


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.12 15:25 von gusion.


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
avatar    Spiegelchen
Status:
schrieb am 23.08.2012 21:43
Puh, danke erst mal für eure Beiträge.

Ich bin im Moment echt genervt und gerate so oft mit ihr aneinander und dann bekomme ich die Aggressionen natürlich zurück oder sie lebt sie im Rollenspiel mit ihren Puppen austraurig

Das mit der Hose unter dem Kleid hat mich auf die Palme gebracht - sie will so oft eine "Extrawurst", das ist fast schon autistisch, der Löffel muss so und so liegen, wir müssen uns so und so die Hände geben, auch wenn ich gerade die Kleine auf dem Arm habe und es nicht geht - ich find das unerträglich und werde ihr manchmal wahrscheinlich einfach nicht gerecht.

Ich bin mit beiden Kindern jeden Tag 12 Stunden alleine, während alle ihre Freunde schon seit Tagen im Kindergarten sind, das unterfordert sie und nervt mich. Wir haben noch 5 Wochen bis sie in den Kindergarten kommt und leider sind die Wochenende auch immer ziemlich voll.

Ich glaube, mein Mann ist etwas zu nachgiebig und ich bin etwas zu hart - das ist sicher für Johanna schwierig.

Aber wie würdet ihr euch denn in folgenden Situationen verhalten?

1. Kind will mit zum Briefkasten, Mutter will eben nur rausspringen, weil sie direkt neben ihm im Halteverbot geparkt hat und es eine Sache von 8 Sekunden ist, während Abschnallen, einwerfen, Anschnallen etc. viel länger dauern würde. Sie nicht abschnallen gibt Geschrei.

2. Kind will erst 4 blaue M&Ms, die es als Nachtisch versprochen bekommen hat, entscheidet sich dann um zu 2 blauen und zwei roten, dann zu einem blauen, 2 gelben und einem grünen etc. Stoppt man das Ganze, gibt es Tränen und Geschrei.

3. Kind will immer eine Schorle aus Sprudel und zwei verschiedenen Säften. Ist ein Saft nicht da, weil alle, Geschrei.


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
avatar    Spiegelchen
Status:
schrieb am 23.08.2012 21:43
sorry, doppelt


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.12 21:45 von Spiegelchen.


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   rose1980
schrieb am 23.08.2012 22:00
Zu 1. Kenne ich auch, ich frage dann meist, warum sie mit will. Wenn ich am ihrer Antwort merke dass sie heut mal wieder anhänglich ist, nehmen ich sie mit. Wenn ich wirklich nicht will, sag ich ihr das und lenk sie nach dem Einsteigen ab, damit sie zu schreien aufhört.

Zu 2. M&M mir egal, soll sie sich die selber nehmen, die sie will. Sie würde sich nicht mehr nehmen.

Zu3.: ganz schnell diese verrückte marotte abgewöhnen! Nein im Ernst: ich kündige so etwas schön früher an und verspreche, dies oder jenes nachzukaufen, wenn wir Zeit haben. Das passt dann meist.

Rose


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   coco1968
schrieb am 23.08.2012 22:48
Hallo Spiegelchen,

das Wichtigste vorweg: Was ich für mich zwischenzeitlich gelernt habe: Ich kann es meinen Kind nicht in allen Situationen recht machen. Das ist Fakt, und das gestehe ich mir zu ! Das Kind wird kein Trauma erleiden *lächel*.

Fall 1:

Ohne Eure genaue Situation kennen. Hätte mein Sohn gewusst, dass ich zum Briefkasten fahre ( und ich weiß, wie gerne er die Briefe einwirft ), dann hätte ich mir die Zeit genommen, meinen Sohn aus dem Auto zu holen, auch wenn ich im Halteverbot gestanden hätte. Auf die 2 Minuten hin oder her, wäre es für mich nicht mehr angekommen.

Fall 2:

Wenn sich mein Kind nicht entscheiden kann, dann muß ich die Entscheidung trefffen und ggfs.das Schreien aushalten können.

Fall 3:

Ich hätte mein Kind vor die Wahl gestellt: Entweder Leitungswasser, oder die Schorle gemixt mit dem Saft, der zur Verfügung steht und auch hier: ggfs. das Schreien aushalten.


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
avatar    redhair
Status:
schrieb am 24.08.2012 09:58
Zitat
Spiegelchen

Aber wie würdet ihr euch denn in folgenden Situationen verhalten?

1. Kind will mit zum Briefkasten, Mutter will eben nur rausspringen, weil sie direkt neben ihm im Halteverbot geparkt hat und es eine Sache von 8 Sekunden ist, während Abschnallen, einwerfen, Anschnallen etc. viel länger dauern würde. Sie nicht abschnallen gibt Geschrei.

2. Kind will erst 4 blaue M&Ms, die es als Nachtisch versprochen bekommen hat, entscheidet sich dann um zu 2 blauen und zwei roten, dann zu einem blauen, 2 gelben und einem grünen etc. Stoppt man das Ganze, gibt es Tränen und Geschrei.

3. Kind will immer eine Schorle aus Sprudel und zwei verschiedenen Säften. Ist ein Saft nicht da, weil alle, Geschrei.

1.Gibt es keinen Grund warum das nicht geht. Das Argument deinerseits das es mit dem abschnallemn halt länger dauert ist für mich keins.
bei sowas muss man sich nunmal Zeit nehmen !

2.Einmal aussuchen dann sofort nehmen ansonsten suche ich aus oder es gibt gar keine !

3.Es gibt das was da ist.Kinder müssen sich dran gewöhnen das auch mal was nicht da ist und alle sein kann.
Meine bekommen zwei Getränke zur Auswahl das wars.


Zur Oma Geschichte fand ich jetzt nicht ungewöhnlich da musste lernen chilliger zu werden.
Wenn meine Mutter übertreibt lass ich sie auflaufen und sie muss dann machen !
Dann hat sie das schreiende Kind und nicht ich .


l g redhair


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
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   dojo
schrieb am 24.08.2012 10:31
Zum ersten Fall:
Wir verhandeln hier schon ziemlich viel, da bin ich auch ziemlich nachgiebig. Ich sage meist 5 Minuten an, bevor wir gehen, wenn die dann um sind und sie macht gerade was, dann gebe ich schon mal 2 Minuten dazu, damit sie das noch beenden kann. Umgekehrt, wenn ich dann gerade noch in einem ineressanten Gespräch bin, nehme ich mir die 2 Minuten ja auch raus. Sie hat dann das Geühl, dass sie auch gefragt wurde und dann klappt das auch meistens. Wenn ich weiß, dass sie müde ist, sehe ich ihr aber viel nach, allerdings trage ich sie dann auch schon mal irgendwo schreiend raus, einfach weil ich weiß, dass sie in dem Zustand auch zu müde zum Verhandeln ist und brüllen wird, egal was ich mache. Dann lieber kurz und schmerzlos.
Das mit Oma und Traubenzucker ist ein ganz anderes Problem, das haben wir auch. Das hat aber gar nicht so viel mit Konsequenz zu tun, sondern damit, dass die Kinder ja ganz durcheinander kommen wenn sie gleichzeitug von zwei Seiten mit unterschiedlichen Methoden und Zielen bearbeitet werden. Das versuche ich meiner Mutter auch beizubringen (entweder DU machst das ODER ich, aber nicht beide gleichzeitig!), sie meint es ja gut, aber macht alles immer nur noch schwieriger.

Zum zweiten Fall:
1. Kind will mit zum Briefkasten: Nee, da würde ich auch schnell nur rausspringen und gar nicht erst diskutieren (und wir diskutieren hier ziemlich viel).

2. Kind will erst 4 blaue M&Ms...: Bei sowas zähle ich meist bis drei, das kennt sie schon. Das heißt, dass sie sich bis drei endgültig entscheiden muss, sonst entscheide ich.

3. Kind will immer eine Schorle...: Das haben wir hier zum Glück nicht. Wenn der Saft alle ist, sage ich, dass wir erst wieder welchen kaufen müssen, manchmal will sie dann in den Keller gehen und selbst nachsehen (sie traut mir wohl nicht zwinker), aber dann akzeptiert sie es. Hilft es vielleicht wenn du ihr versprichst, dass sie gleich am nächsten Tag mit in den Supermart gehen selbst den Saft aussuchen darf?
Unsere hat dafür den Tick, dass zuerst der Saft und dann der Sprudel eingegossen werden muss und wehe man macht es anders rum. Dann will sie gar nichts mehr trinken (und zieht das auch durch). Ich denke, solche "Ticks" haben damit zu tun, dass die Zwerge versuchen, eine Ordnung in dem Chaos zu finden. Es passiert soviel um sie herum, was sie nicht vestehen oder vorhersehen können, da sind sie froh, wenn sie glauben bestimmte Muster / Regeln erkannt zu haben und an denen halten sie sich dann fest. Außerdem sind sie insgesamt so fremdbestimmt, dass sie natürlich froh sind, wenn es Dnge gibt, bei denen sie mal was bestimmen dürfen. Das wird dann zelebriert. Meine sagt immer, wenn sie groß ist, wird sie Mama und dann darf sie auch bestimmen zwinker


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
avatar    Spiegelchen
Status:
schrieb am 24.08.2012 11:05
Da sieht man, wie unterschiedlich Erziehung abläuftsmile
Ich sehe zum Beispiel kaum einen Unterschied zwischen dem Briefkasten-Beispiel und den anderen beiden - für mich sind das alles "Extrawürste".
Ich bin da der Meinung wie dojo.

Manchmal kündige ich es an, wenn so eine Situation bevorsteht, aber manchmal gibt es dann im Vorfeld so ein Geschrei, dass es keinen Zweck hat. Wenn ich dann NICHT zum Briefkasten fahre, gibt es Geschrei, wenn ich gegen ihren Willen alleine aussteige gibt es Geschrei.

Komme ich ihrem Willen nach, habe ich miese Laune und lasse sie das auch merken - da kann ich nicht aus meiner Haut, ich gebe dann auch nicht gerne nach - ich weiß, das ist kindisch und ich bin die Erwachsene und sollte nicht kindisch sein, aber mich nervt dieses ständige Verhandeln und dieser Balanceakt total!

Vielleicht bin ich dazu streng und berücksichtige zu selten ihren Entwicklungsstand, aber ich kann solche Situationen momentan nur als eins einordnen - für mich sind das alles Extrawürste und ich finde, dass sie mit 3einhalb auch langsam lernen muss, sich dem Alltag anzupassen - meinem Alltag.

Findet ihr das zu früh? Wonach entscheidet ihr, was ihr in welcher Situation tut? Habt ihr da eine "innere Stimme" ? Mir scheint die abhanden gekommen zu seintraurig


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
no avatar
   coco1968
schrieb am 24.08.2012 12:04
Hallo Spiegelchen,

ich sehe zwischen Fall 1 und den anderen beiden Fällen, doch einen erheblichen Unterschied.

Bei Fall 1 hast Du aus einer reinen Bequemlichkeiten heraus entschieden, dass Deine Tochter im Auto zu bleiben hat. Ich hätte für mich abgewägt, was mir nun angenehmer ist: Meinen Sohn mit zum Briefkasten zu nehmen ( Zeitfaktor: ca. 2 Minuten ), oder ihn sitzen zu lassen, und mir das Gebrülle ( Zeitfaktor: je nach Kind grins ) anzuhören.
Ich hätte mich für Erstes entschieden, und wäre nervenschonender für alle Beteiligten gewesen.
Ich sehe hier auch keine "Extrawurst".

Fall 2:

Ich musste ehrlich gesagt ein wenig schmunzeln, denn genau das erlebte ich in meinem Urlaub, mit einem kleinen 4 1/2 Mädchen.
Es wurde in der Süßigkeiten-Box gekramt bis zum Anschlag, bevor sie sich zu einer Entscheidung durchringen konnte ( es ging täglich um 3 Stück Fruchtgummis ).
Wir haben uns dann irgendwann darauf verständigt, dass ich ihr 5 Stück hinlege, und sie sich dann bitte zügig zu entscheiden habe, da sonst ich die Entscheidung treffen muss *lächel*.

Fall 3:

"Extrawurst", da stimme ich Dir zu. Von daher würde ich - wie bereits oben erwähnt - entsprechend handeln.


Ich erlebe oft genug Situationen mit meinem Kind, wo ich mich im Anschluss frage, ob meine Reaktion auf dieses oder jenes, jetzt richtig war. Das "spitzt" sich i.d.R. dann zu, wenn ich mir selbst nichts mehr wünsche, als dass mein Kind endlich im Bett liegt, und ich mich für niemanden mehr zuständig fühlen muss ( ich bin Vollzeit beschäftigt ). Und da werde ich oftmals - aus einer reinen Ungeduld heraus - etwas zickig *lächel*.
Allerdings mache ich mir ehrlich gesagt darüber "keinen Kopf". Ich entschuldige mich bei meinen Kind, es gibt viele Knallküsse, und die Welt ist wieder in Ordnung. Mein Sohn ist hier zwischenzeitlich sehr verständnisvoll, dass die "Alte" auch ganz einfach ihre "Macken" hat grins.


  Re: Wann konsequent sein, wann nachgeben?
no avatar
   gusion
Status:
schrieb am 24.08.2012 13:22
Bei den Beispielen die du genannt hast und auch in sonstigen Situationen frage ich mich als erstes, ob mir das Durchsetzen jetzt wirklich wichtig ist und in welcher Situation.
Wenn es wirklich wichtig ist,dann steige ich eben in den Ring, ansonsten kann man auch mal 5 grade sein lassen. Wenn du dir selbst nicht sicher bist und du alternativen hast, dann merken das Kinder schnell und erkennen ihren Verhandlungsspielraum. Also wenn du dich für irgendwas entscheidest, dann zu 100% - ich kenne kein Kind, dass z.b. gern mit scharfen Messern spielt, weil hier die Ansagen der Mütter absolut klar sind, und das spüren sie. Ebenso merken sie eben auch, wenn dir was nicht so wichtig ist.

Zu 1.
Wenn du sowie so schon spät dran bist, dann würde ich das Kind im Auto lassen, ABER VORHER (am besten schon beim Einsteigen) sagen, dass ich noch schnell zum Briefkasten muß und das wir spät dran sind und sie kurz im Auto warten muß.
Falls ich Zeit habe oder noch ein Einkaufsmarathon vor uns liegt, bei dem ich ein "gut gelauntes Kind" brauche, würde ich sie aussteigen lassen.
Wichtig ist doch nur, dass du bei deiner Entscheidung bleibst und dich nicht durch geschrei erpressen läßt.

Im Fall 2 hätte ich ihr auch die M&Ms einfach hingestellt und sie selbst aussuchen lassen und wenn sie dafür 3 Stunden braucht, ist doch auch egal. Wenn sie damit nicht einverstanden ist (weil es ihr nicht um die M&Ms geht, sondern nur ums "Recht haben", dann würde ich einfach aussuchen).

Fall 3 - hier würde ich, wie die anderen auch, einfach erklären, dass der Saft alle ist. Wenn sie durst hat, dann trinkt sie auch das andere - das sind keine elementaren Dinge die sich unbedingt braucht und sie kommt jetzt einfach in ein Alter in dem sie auch lernen kann, dass nicht jedes Bedürfnis erfüllt wird/ erfüllt werden kann.


das sie die "Extrawurst" braucht, ist leider auch völlig normal. Kinder in dem Alter entdecken gerade die Welt ganz neu, sie erkennen ihr eigenes Wesen, um so wichtiger sind für sie Rituale. Das kann der immer gleiche Löffel sein, dass das Frühstücksbrot nicht geschnitten werden darf (oder erst am Tisch, wie bei uns zwinker ). Im Gegensatz zu den "eingefahrenen" Ritualen steht aber auch der Drang nach neuen Erfahrungen und eben die Erkenntnis, dass sich ihre Meinung und Wünsche nicht immer mit denen der anderen deckt - und das frustiert und du mußt es aushalten. Ich weiß das es schwierig ist und deswegen kämpfe ich wirklich nicht mehr jeden Kampf nur "um des erziehens willen", sondern nur, wenn es mir wirklich wichtig ist.




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