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  Auch das noch... Wildunfall
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   Mori
schrieb am 09.06.2010 19:13
Da wohnt man über 20 Jahre auf dem Lande, fährt dauernd - auch spät abends - über die Landstraßen, und dann erwischt es einen schließlich doch noch...
Gestern war ich gegen 22 Uhr auf der Rückfahrt von einer Chorprobe, und plötzlich hatte ich - dabei fuhr ich höchstens 80 km/h extra wg. der Viecher - ein Reh direkt vor mir. Keine Chance mehr zum Ausweichen - also so, wie man es immer lernt: Lenkrad fest grade halten - und voll in die Eisen.
Zum Glück für mich war es ein Jungtier - zum Pech für den kl. Bock, denn der hatte nun nur ein kurzes Leben sehr treurig
Tat mir unendlich leid ... aber wenigstens war er offenbar fast sofort tot - ich weiß nicht, wie ich hätte ertragen sollen, daß das Tier sich noch quält traurig

Naja, immerhin waren noch ein paar helfende Engel unterwegs - direkt das nächste Auto vor ein Kleinbus von "unserem" CVJM, der Leiter des Grüppchens wohnt bei uns im Haus. Ich hab wie blöd gehupt, Reh lag ja noch auf der Straße... Die haben mir dann schnell geholfen, einer rannte mit Warndreieck los, einer warnte nach vorn den Gegenverkehr, und mit einer anderen hab ich das Böckchen zur Seite gezerrt... und dann Polizei angerufen sowie meinen Mann.

Mein armes Kind - wie so oft schlief er noch nicht - wurde aus dem Bett geholt, und mein Mann kam mit dem anderen Auto (glücklicherweise hab ich das alte geschrotet....). Leider lief irgendwas aus, also ADAC (wir sind Mitglied) auch gleich angerufen...
Ich kriegte nach ca. 45 min (!) einen Anruf von der Polizei, daß ich mich noch gedulden müßte, die Beamten (EIN Auto ingesamt vorhanden) seien mit einem anderen Fall beschäftigt... Immerhin haben sie dann wohl den Nachbarbereich - näher dran, aber eben "falsches" Revier - benachrichtigt, und gegen 23:10 Uhr war dann endlich die Polizei da...

Die waren auch sehr nett, das "Corpus delicti" lag ja noch da ... Unfallbericht und pipapo. Inzwischen war zufällig noch ein Förster des Wegs gekommen, der ahnte was los war und anhielt ... sonst hätte die Polizei erst NACH der Aufnahme den Förster benachrichtig Ohnmacht Naja, die nahmen das arme Tier mit, mein Mann telefonierte noch mit der Versicherung ... und gegen 23:45 Uhr kam dann der ADAC.

Mein Kind war da immer noch putzmunter, "beaufsichtigte" dann noch mit regem Interesse das Aufladen meines Wagens - dann fuhr ich mit dem anderen mit ihm nach Hause, mein Mann fuhr mit zur Werkstatt. Wg. der deutlich geringeren Versicherungssumme haben wir Werkstattbindung vereinbart - bedeutet aktuell etwa 1h Entfernung! Dort hat er dann noch über eine Stunde zugebracht - die Gelben Engel hatten versprochen, ihn auf der Rücktour mitzunehmen - aber so lange konnten sie dann doch nicht warten. Also war mein Mann kurz nach 3 Uhr mit Leihwagen wieder da Ohnmacht - also 5h nach Unfall...

Versicherung behauptet, Leihwagen wäre für uns kostenlos - na hoffentlich?!? Schriftlich haben wir nix, nur mdl. Zusage.
Einiges ist kaputt - im vorderen Bereich diverse Teile incl. Scheinwerfer, irgendein Flansch, Klimaanlage... Rahmen scheint aber okay zu sein, Lenkung auch.
Nun bin ich gespannt, ob Reparatur noch lohnt, Gutachter war erstaunlicherweise schon heute da (uns wurde gesagt, kann bis zu 6 Wochen dauern!).

Ob es ein Dienstunfall ist, ist auch noch nicht klar - war ja nur zur Unterstützung zum Mitsingen da, wenn auch von Kollegin dazugebeten, Aufführung steht kurz bevor... Käse alles.

Naja, ich lebe und bin unversehrt ... aber das kann ich grad alles so gar nicht brauchen, hab genug andere Sorgen...
U.a. jede Menge Ärger mit meinen Eltern - Mutter zunehmend dement, Vater immer tobsüchtiger ob ihrer "Ausfälle". Wir waren heut schon so weit, Mutter in Kurzzeitpflege zu geben, weil ich es am Telefon mal wieder live mitbekam... dann riefen sie später wieder an, alles in Ordnung, er ist wieder "lieb" und sie will nicht weg - nachmittags hat sie uns noch heulend angefleht, sie will da raus ... ich glaub, ich werd von Tag zu Tag grauhaariger, jedenfalls hab ich dauernd Herzanfälle vom Feinsten, Schlafen ist ein Fremdwort....

Wie gut, daß wenigstens mein Kind putzmunter (wenn auch mitunter aufmüpfig) ist, und es ehetechnisch auch wieder etwas besser läuft....

Mori


  Re: Auch das noch... Wildunfall
avatar    Melmarsmile
schrieb am 09.06.2010 20:22
Oh wow was für ein Abend! Auch wenn alles rundherum echt hart ist, hauptsache dir ist nichts passiert. Hoffe man kann das alles schnell reparieren und ihr habt nicht noch Ärger damit.


  Re: Auch das noch... Wildunfall
avatar    Tanti
schrieb am 09.06.2010 21:32
Du Arme, da hast Du zzt aber auch ein Paket zu tragen traurig...

Ich drück Dir die Daumen, dass das Ganze mit der Versicherung wenigstens problemlos abläuft.......

Und das mit Deinen Eltern ist echt schwer, gerade bei Demenzkranken........

knuddelstreichel

Liebe Grüße


  Re: Auch das noch... Wildunfall
avatar    DIDI aus Bääärlin
schrieb am 09.06.2010 22:41
Ooooh neeee ...

Sowas kann man ja nun gar nicht gebrauchen.

Die Warterei auf die Polizei wird in Brandenburg wahrscheinlich noch schlimmer werden.

Da setzen sie momentan ganz kräftig den Rotstift an, wie ich hörte ... traurig

Na zum Glück ist Dir nichts passiert.

Im Südseecamp werden wir erstmal ne Runde klöhnen ... zwinker


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avatar    DIDI aus Bääärlin
schrieb am 09.06.2010 22:45
Könntet Ihr das hier gebrauchen ?

Klick mich

Würde ich Euch schenken.

Haben wir erst einmal zu Pfingsten benutzt (natürlich mit Tüten).

Ich habe mich jedoch nun für die größere Version (inkl. Ständer) entschieden.

Zum Entsorgen finde ich das Teil echt zu schade. Hier möchte es jedoch keiner haben ...


  Re: Auch das noch... Wildunfall
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   mjuka
schrieb am 09.06.2010 23:54
Ach du Schreck… nee, so was braucht man nienienie.

Dicken Knuddler- und ich habe Unterlagen von einer Paarkur für demente mit Anhang, soll sehr gut sein. Willste Infos??

Ute


  Re: Auch das noch... Wildunfall
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   gelöschter User
schrieb am 10.06.2010 10:19
Ach herrjee, was für ein Schreck.

Als Tip: man muss nicht auf die Polizei warten. Man kann dort anrufen und darum bitten, dass der Jagdpächter informiert wird. Der kommt i.d.R. sofort (vor allem, weil das Reh ja auch noch leben könnte und schnellstens erlöst werden sollte). Vom Hegeringsleiter kann man sich dann am nächsten Tag eine Bescheinigung für die Versicherung ausfüllen lassen.
So gehts am schnellsten - gerade nachts.
Bei uns taugt die Polizei nichtmal, um einen Strich korrekt auf die Straße zu malen. Oft genug kann ein Reh verletzt entkommen und nichts ist dann wichtiger, als den Unfallort korrekt zu markieren, damit Jäger nebst Hund überhaupt eine Chance hat, es zu finden und zu erlösen. Funktioniert hier nicht. Nichtmal die Beschreibung zum Unfallort! Ohnmacht

Ob Jungtier oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle. Die Kitze vom letzten Jahr sind inzwischen fast genauso groß, wie die älteren Böcke. Ein Kitz von diesem Jahr wird es wohl nicht gewesen sein, denn die sind gerade erst geboren und mini. zwinker


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.10 10:28 von snapattack.


  Re: Auch das noch... Wildunfall
avatar    Nordsternchen
schrieb am 10.06.2010 10:24
Oh nein Mori, das ist ja mein absoluter Abltraum, vor sowas gruselt esmir total. Super, wie du reagiert hast. Ich vermute, ich hätte heulend und kreischend in meinem Auto gesessen und hätte gar nichts organisiert bekommen.

Fühl dich mal ganz doll umarmt. DAs sind ja wirklich Sorgen mti deinen Eltern - als ob man nicht schon genug umd die Ohren hätte.


  Re: Auch das noch... Wildunfall
avatar    DIDI aus Bääärlin
schrieb am 10.06.2010 10:53
Zitat

Bei uns taugt die Polizei nichtmal, um einen Strich korrekt auf die Straße zu malen. Oft genug kann ein Reh verletzt entkommen und nichts ist dann wichtiger, als den Unfallort korrekt zu markieren, damit Jäger nebst Hund überhaupt eine Chance hat, es zu finden und zu erlösen. Funktioniert hier nicht. Nichtmal die Beschreibung zum Unfallort!

Nichts für ungut, aber da kann ich auch von der anderen Seite in die Vorurteile reinspringen:

Wenn man als Polizei in der Regel über eine Stunde damit verbringt, bei den Jägern überhaupt mal den richtigen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen, ist es nicht verwunderlich, wenn die Kollegen das Tier mittlerweile mit eigenen Mitteln erlösen. Erklärbar ist es nämlich nur schwerlich, wenn eine Streife gute 2 - 3 Stunden gebunden ist, um auf den Jäger zu warten. Sieht man ja an Moris Posting, dass man verständlicherweise keinen Bock hat, nachts in der Walachei stundenlang auf die Grünen bzw. Blauen zu warten ...

Und vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sich Polizei und Jäger mal miteinander unterhalten. Mir war nicht bekannt, dass für einen Jäger eine Markierung hilfreich sein könnte. Wie soll die Aussehen ? Mit Pfeil, um die "Fluchtrichtung" anzuzeigen ?

Ich dachte, dass eine vernünftige (!!!) Ortsangabe reichen dürfte (in der Stadt sicherlich einfacher, als auf dem Land) ...

Abgesehen davon:

Es gibt durchaus Umstände bei machen Unfällen, bei denen der Fokus auf die Rettung von Menschenleben gerichtet ist. Da rückt alles andere erstmal weit in den Hintergrund ...


  Re: Auch das noch... Wildunfall
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   Mori
schrieb am 10.06.2010 13:52
Ich hab Polizei am Telefon gefragt, ob ich warten MUSS - ja, muß ich. Die Stelle wäre allerdings auch schwer zu finden gewesen - eben plattes Land, laaaaaaange, grade Straße zwischen zwei Orten, die überall gleich aussieht... ich hab selbst erstmal die lieben CVJM-ler gefragt, wo genau ich denn nun bin, wer paßt da schon so genau auf unterwegs, wenn man die Strecke auswendig kennt, es immer die Hauptstraße lang geht und nicht besonders unterschiedlich aussieht...

Der arme Polizist ist mit der Taschenlampe eeeeeeewig weit zurückgelaufen, irgendwo sind wohl Ortsmakierungen ... ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, daß sie nicht absichtlich trödeln, aber die Personal- (und Fahrzeug-!)decke ist eben megadünn, wenn das NOCH mieser werden soll Ohnmacht
Gewünscht hätte ich mir höchstens, daß sie gleich, als abzusehen war, daß im eigentlichen Revier die Beamten noch länger beschäftigt sind, das Nachbarrevier benachrichtigt worden wäre, denn dort war grad nix los, und sie waren sogar näher dran...

Polizei fragte auch gleich, was mit dem Tier ist - aber da war ich mir zu 99% sicher, daß es nicht nur ohnmächtig, sondern mausetot ist traurig
(Ja klar, und VORHER fragten sie, was mit MIR ist, ob ich verletzt bin!)
Jungtier ... keine Ahnung, "Baby" war es nicht, hatte nur noch ein paar Punkte am Po ... aber ausgewachsen def. nicht, es war vielleicht so hoch wie ein Schäferhund (aber natürlich deutlich zarter, Reh eben zwinker ).

Ja, Steffi, ich war selbst überrascht, daß ich rel. ruhig geblieben bin - zumal ich mal völlig ausgetanzt bin, als ich hier beim Rausfahren aus der Hofeinfahrt mal ein Auto gerammt hab, weil ich mit den Gedanken schon wieder 100m weiter bin (und es wirklich auch schwer zu sehen ist). Ich hab da den Schlüssel stecken lassen, bin nach Hause gerannt und hab meinen Mann rausgeschickt, er soll das regeln, ich kann nicht ... zumal ich grad meine Fahrerlaubnis verbummelt und echt Schiß hatte Ich werd rot Und die Deppen wollten mich dann anzeigen wg. Fahrerflucht - ey, sorry, MEINE Hofeinfahrt, ich in MEINEM Haus (naja, Miet-), und mein Mann da - und ggf. wäre ich ja jederzeit zu holen gewesen!!! Dagegen war ich jetzt wirklich absolut die Ruhe selbst ... aber dann doch sehr dankbar, die Leute vom CVJM dazuhaben.

Übrigens hab ich heute in der Zeitung gelesen - keine 3h vorher (also noch richtig hell !!!) hat eine Fahrerin nur wenige Kilometer weiter auf der gleichen Bundesstraße auch ein Reh erlegt.... werd ich wohl morgen drinstehen Ohnmacht ... und die Viecher hatten grad Wandertag oder so ...

Mori


  Re: Auch das noch... Wildunfall
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   gelöschter User
schrieb am 10.06.2010 15:25
Zitat
DIDI aus Bääärlin
Zitat

Bei uns taugt die Polizei nichtmal, um einen Strich korrekt auf die Straße zu malen. Oft genug kann ein Reh verletzt entkommen und nichts ist dann wichtiger, als den Unfallort korrekt zu markieren, damit Jäger nebst Hund überhaupt eine Chance hat, es zu finden und zu erlösen. Funktioniert hier nicht. Nichtmal die Beschreibung zum Unfallort!

Nichts für ungut, aber da kann ich auch von der anderen Seite in die Vorurteile reinspringen:

Wenn man als Polizei in der Regel über eine Stunde damit verbringt, bei den Jägern überhaupt mal den richtigen Ansprechpartner ans Telefon zu bekommen, ist es nicht verwunderlich, wenn die Kollegen das Tier mittlerweile mit eigenen Mitteln erlösen. Erklärbar ist es nämlich nur schwerlich, wenn eine Streife gute 2 - 3 Stunden gebunden ist, um auf den Jäger zu warten. Sieht man ja an Moris Posting, dass man verständlicherweise keinen Bock hat, nachts in der Walachei stundenlang auf die Grünen bzw. Blauen zu warten ...

Und vielleicht wäre es sinnvoll, wenn sich Polizei und Jäger mal miteinander unterhalten. Mir war nicht bekannt, dass für einen Jäger eine Markierung hilfreich sein könnte. Wie soll die Aussehen ? Mit Pfeil, um die "Fluchtrichtung" anzuzeigen ?

Ich dachte, dass eine vernünftige (!!!) Ortsangabe reichen dürfte (in der Stadt sicherlich einfacher, als auf dem Land) ...

Abgesehen davon:

Es gibt durchaus Umstände bei machen Unfällen, bei denen der Fokus auf die Rettung von Menschenleben gerichtet ist. Da rückt alles andere erstmal weit in den Hintergrund ...

Äh, aber hier gings doch nicht um Menschenleben, denn meine Aussage bezog sich einzig und allein auf diesen Fall (auf was auch sonst). Natürlich geht die Rettung und Bergung von Menschen vor. Mit keinem Wort schrieb ich etwas Gegenteiliges...

HIER (sehr ländlich) ist es zudem eher andersherum, nämlich dass stets die Jäger bemüht sind, mit der Polizei in Kontakt zu sein. Die Polizei hat ein Verzeichnis ALLER Hegeringsleiter, die mit EINEM Blick auf ihre Liste wissen, um welchen zuständigen Pächter es sich handelt. Natürlich sind auch Jäger nur Menschen und nicht im "Dienst", wie die Polizei. Jäger haben Arbeit, Freizeit, fahren in den Urlaub usw. Man kann ja nicht NONSTOP zu Hause sitzen, weil vielleicht jemand ein Reh anfährt. Für diesen Fall dürfen aber auch Reviernachbarn einspringen. Was definitiv VERBOTEN ist, dass ein Polizist OHNE Jagdschein ein Tier erlegt. Das ist gegen die Tierschutzverordnung. Die Munition der Polizei ist nicht darauf ausgelegt, zu töten und man muss schon genau wissen, wo man dann hinschießt (besonders schwer einzuschätzen bei Wildschweinen und Dachsen).

HIER bei uns wartet auch kein Polizist auf den Jäger, weder 2-3 Stunden, noch 5 Minuten. Die nehmen kurz den Unfall auf und fahren dann wieder. Daher die Wichtigkeit der Markierung, WO ÜBERHAUPT der Unfall genau passiert ist. Die Beschreibung der hiesigen Polizei ist so haarsträubend, dass man nur raten kann, wo sich der Unfall zugetragen hat, was den Anschein erweckt, dass den Polizisten hier ein Tierleben nichts wert ist. So nach dem Motto "die Jäger nerven mal wieder"!
Es gab deswegen immer wieder Treffen mit dem Landrat! An Unterhaltungen mangelt es jedenfalls nicht - nur an Einsicht seitens der Polizei!
Mag sein, dass das hier besonders ausgeprägt ist, wenngleich ich mir nicht vorstellen kann, dass wir hier ein Einzelfall sind!


  Re: Auch das noch... Wildunfall
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   gelöschter User
schrieb am 10.06.2010 15:30
Zitat
Mori
Übrigens hab ich heute in der Zeitung gelesen - keine 3h vorher (also noch richtig hell !!!) hat eine Fahrerin nur wenige Kilometer weiter auf der gleichen Bundesstraße auch ein Reh erlegt.... werd ich wohl morgen drinstehen Ohnmacht ... und die Viecher hatten grad Wandertag oder so ...

Mori

Wandern tun die immer, vor allem wenn die Rehdichte zu hoch ist, also nicht genug Reviere zur Verfügung stehen für die Böckchen. Die behaken sich also gerade, wer welches Revier "bewohnen darf! zwinker Ende July/Augsut wird das nochmal schlimmer. Da fangen die Böcke an, die Ricken zu treiben und Nachwuchs zu zeugen. Leider Gottes merken die im Hormonrausch nüscht mehr und würden auch über die volle Autobahn laufen. Da kommts dann nochmal gehäuft zu Unfällen!


  Wildunfall - falls euch das mal passiert....
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   Mori
schrieb am 10.06.2010 19:27
... schreibt euch Name, Revier und Tel.Nr. des Försters auf, oder laßt Euch am besten (zusätzlich) gleich schriftlich bestätigen, WAS ihr da erlegt habt, und daß es tatsächlich da war.
Ich dachte, Polizei hat ja "Rehwild" eingetragen, und gut.
Nö, Versicherung versucht anzufechten, daß es überhaupt ein Wildunfall war - wenn wir nicht den Förster benennen können, na supi! Ich fürchte, die Polizei hat sich das auch nicht aufgeschrieben, die waren auch froh, daß das erledigt war, haben genickt und gut...

Nun hab ich nur das Glück, daß ich ja mindestens zwei Namen/Adressen weiß von den Leuten, die mir geholfen haben - allerdings ja einer mit gleicher Adresse, sieht schon ein bißchen "merkwürdig" aus - aber was kann ich dafür, daß just DIE als erstes vorbeikommen!

Ach ja, und die Versicherung übernimmt die Kosten für den Leihwagen NICHT - nachdem sie uns das am Telefon ZWEIMAL hoch und heilig versprochen haben - hatte ich doch die richtige Ahnung! Naja, nach dem ersten Schreck haben wir inzwischen nochmal mit der Werkstatt telefoniert - DIE stellen uns den Wagen aus Kulanz weiter zur Verfügung ... mit Glück kann der Wagen Dienstag repariert werden ... ob und wann und wieviel wir bezahlt kriegen, ist dann eine andere Frage... und wie ich das kenne, kann das noch ordentlich dauern.

Mori


  @ snapattack => Das stimmt nicht ...
avatar    DIDI aus Bääärlin
schrieb am 10.06.2010 20:47
Zitat

Was definitiv VERBOTEN ist, dass ein Polizist OHNE Jagdschein ein Tier erlegt. Das ist gegen die Tierschutzverordnung.

Polizeibeamte sind Dauerwaffenträger und verfügen (zumindest in Berlin) über eine geeignete Munition, um verletztes Wild von seinen Qualen zu erlösen.

Ich setze Dir hier mal einen Link rein:

Leitlinie - Jagd im urbanen Raum von Berlin

Den relevanten Teil aus dieser PDF-Datei habe ich auszugsweise niedergeschrieben. Auftraggeber waren die Berliner Forsten (!):
____________________________________
Aufgaben der Polizeibehörde

Die Aufgaben der Polizei beschränken sich auf die unaufschiebbar notwendigen Maßnahmen, z. B. bei konkreter Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Dabei wird die so genannte „Generalklausel“ des allgemeinen Gesetzes zum Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Berlin (ASOG Berlin) in Anspruch genommen (§ 17 Abs. 1 ASOG). Der Schutz von Privateigentum ist nicht Aufgabe der Polizei.

Die Berliner Polizei ist für ihre Dienstpistolen im Kaliber 9 mm Parabellum mit einer speziellen, sich im Wildkörper stark aufpilzenden Munition mit einer Geschossmasse von 7 Gramm und einer Mündungsenergie von 500 Joule ausgerüstet. Diese eignet sich auch zur Abgabe von Fangschüssen auf Wildschweine. Solche können durchaus notwendig und unaufschiebbar sein, wenn zu befürchten ist, dass ein verletztes Tier bei weiterem Zuwarten zu einer Gefahr wird oder seine Leiden unnötig verlängert werden.

Durch Kollision mit Fahrzeugen schwer verletzte und sicher extrem leidende Tiere bleiben unter höchster Stressbelastung (Polizei, Unfallbeteiligte, Schaulustige) meist so lange liegen, bis ein Stadtjäger eintrifft und sie durch einen Schuss erlöst. Zwischen Unfall und Fangschuss vergeht teilweise über eine Stunde. Damit wird ganz klar gegen geltendes Recht (§ 17 Nr. 2b TierSchG) verstoßen.

Es ist anzuerkennen, dass Polizeibeamte mit der fachgerechten Tötung von Wildtieren vielfach überfordert sind und teilweise auch ihre Dienstwaffen für ungeeignet halten. Letzteres ist, siehe oben, nicht der Fall. Notwendig wäre eine durchgängige Unterweisung in der fachgerechten Tötung von Wildtieren im Rahmen der Euthanasie, bei der die innere Anatomie der betroffenen Wildtiere und die Wirkung von Geschossen im Tierkörper vermittelt werden.
____________________________________

Natürlich kenne ich nicht im Detail die anderen Sicherheits- und Ordnungsgesetze der übrigen Länder. Vom Tenor her sind sie sich jedoch sehr ähnlich und es würde mich wundern, wenn Deine Polizei keine entsprechende Eingriffsbefugnis hätte.

Natürlich gebe ich Dir Recht, dass es in jedem Falle erstrebenswert wäre, wenn den Schuss ein ausgebildeter Jäger abgeben würde. Jedoch ist es (zumindest hier) leider oftmals so, dass es Ewigkeiten dauert, bis einer am Ort ist. Wir haben bei uns auch eine Liste mit diversen Handynummern in der Leitstelle und doch gelingt es nur in der Minderheit, einem Jäger habhaft zu werden. Warum dies so ist ? Ich kenne die Strukturen bei den Stadtjägern nicht. Ich weiß nicht, inwieweit diese abrufbereit sein müssen oder ob sie auf freiwilliger Basis in dieser Liste stehen ...

Es ist jedenfalls so, dass es in Berlin ein eigens eingerichtetes Seminar "Schusswaffengebrauch gg. Tiere" gibt und die Polizeiabschnitte alle über eine Kartei verfügen, auf der gekennzeichnet ist, wo welches Tier "im Fall der Fälle" getroffen werden sollte.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.10 20:51 von DIDI aus Bääärlin.


  Re: Auch das noch... Wildunfall
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 10.06.2010 22:30
Ja, das weiß ich. Aber Berlin ist ja nun nicht überall in Deutschland und im Rest Deutschlands ist es nunmal anders. Hier - aufm Land - hat kein Polizist ein Teilmantelgeschoss und "Wollen" tun sie es auch nicht, da sie ja jede verschossene Kugel mit einer Menge Papierkram belegen müssen. Hier bei uns ist es aber auch so, dass man als Jäger binnen weniger Minuten am Ort des Geschehens ist. Wir fahren z.B. 2 Minuten bis zu unserem Revier! Man kann ja nicht Birnen mit Äppeln vergleichen und ich schrieb ja nur, wie es bei uns ist!




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