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  Soviel verpasst...
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   shusl
schrieb am 09.02.2006 11:04
Gestern sprach ich mit einer Mutter aus dem Kindergarten, deren Kleiner dort betreut wird, seit er 4 Monate alt war. Inzwischen ist er 22 Monate alt. Der Kleine ist bester Dinge, ein offenes, fröhliches, goldiges, sehr zufriedenes Kind. Er spricht zwar kaum, aber da ihn im Kiga alle Kinder und Erwachsenen heiß und innig lieben, bekommt er auch so alles, was er will.
Was mich wirklich schockiert hat, war die Art, wie die Mutter über den Kleinen redete. Wir sprachen übers Essen. O-Ton: "So wie sie mir im Kindergarten sagen, isst er eigentlich fast alles. Zumindest ist denen nichts aufgefallen, was er verweigert hätte." Wir sprachen über Freude an Bewegung: "Im Kindergarten sagen sie mir immer, dass er sehr gerne rumrennt und tobt." Wir sprachen übers Sprechen: "Im Kindergarten haben sie mir gesagt, dass er sich in wesentlichen Dingen schon ganz gut ausdrücken kann."
Mein Gott, bin ich froh, dass ich es mir leisten kann, all das aus eigener Erfahrung über mein Kind sagen zu können.
Bevor jetzt alle Berufstätigen aufjaulen: Das soll kein Vorwurf gegen die Mutter sein. Die Frau ist allein erziehend, sie muss arbeiten, hat ja gar keine Wahl.
Aber ich war erschüttert, wieviel sie verpasst. Und wie glücklich ich mich schätzen darf, dass ich soviel intensive Zeit mit meinem Sohn verbringen kann.




  Ja, und trotzdem
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   Ulla M.
schrieb am 09.02.2006 11:23
sieht die Politik das allein seelig machende Konzept im Ausbau der Ganztagsbetreuung für Klein(st)kinder, statt Rahmenbedingungen zu schaffen, die Müttern (oder Vätern) die ganztägige Erziehung und Betreuung ihrer Kindern ermöglicht. Ich werde nie verstehen warum alle Welt immer nur nach Fremdbetreuungsmöglichkeiten schreit - die sind sicher auch wichtig, aber eben auch nicht die einzige sinnvolle Lösung und vor allem auch nicht für jede(n).

LG



Beitrag geändert am : (Do, 09.02.06 11:36)


  Re: Ja, und trotzdem
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   tina**
schrieb am 09.02.2006 12:15
Carlotta ist ja auch schon länger im KiGa (seit 1,5 Jahren) und trotzdem bekomme ich selbst auch noch mit, ob sie spricht, was sie ißt und wie sie tobt zwinker Und ich bin auch alleinerziehend und arbeite.

Ich bin nach wie vor der Meinung, Kindergarten ist sehr gut für die Kinder und sie lernen dort viel, was man zu Hause nicht leisten kann. Allerdings nehme ich mir nachmittags nach dem Abholen und am Wochenende sehr viel Zeit für Carlotta, und ich denke nicht, dass ich irgend etwas an ihrer Entwicklung verpasse.




  Re: Soviel verpasst...
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   Syfani
schrieb am 09.02.2006 12:41
du sprichst mir aus der Seele.

Ich bin heil froh, dass ich nicht arbeiten muss, und auch nicht den riesen Wunsch hab, voll oder viel zu arbeiten.
Ich habe so ein Zuckerstück Arbeit: 3 Tage im Monat plus Sitzungen.
Und das tut den Kindern und mir gut.
Aber die Entwicklung der Kinder zu sehen, ist so was Tolles.
So, nun muss ich los, eine von den Sitzungen ruft....
Sylvia




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  Re: Soviel verpasst...
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   Dschini
schrieb am 09.02.2006 12:53
Ich kann mich Tina anschließen,

ich arbeite auch und bekomme trotzdem alle Entwicklungssprünge meiner Tochter, weil ich mich nach der Arbeit und am Wochenende intensiv mit ihr beschäftige.

Es ist schade, dass die angesprochene Mutter soviel von ihrem Kind zu verpassen schein, aber daran kann sie nur selbst was ändern, wenn es sie stört.




  Re: Ja, und trotzdem
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   himbeere
schrieb am 09.02.2006 13:08
Im Prinzip hat du Recht, aber wie sollten diese Rahmenbedingungen denn aussehen? Gehalt der Mutter/des Vaters drei oder mehr Jahre lang in voller Höhe weiterzahlen? Kurse anbieten: Wie werde ich zwischen Waschmaschine, Kochtopf und Schrubber rundum glücklich? ...

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist horrend teuer, aber immer noch billiger, als ganze Familien durchzufüttern. Es wäre ja schön, wenn das finanziell leistbar wäre. Jeder darf so lange zu Hause bleiben, wie er will, wird voll finanziert und hat danach Anspruch auf seinen alten oder einen anderen Arbeitsplatz. Fände ich toll!

Aber es geht ja auch darum, dass nicht länger hoch qualifizierte und berufserfahrene Frauen jahrelang hinter geschlossenen Haustüren verschwinden und danach den Wiedereinstieg nicht mehr schaffen. Man hat endlich kapiert, dass sich das ein Land mit einem so drastischen Nachwuchsmangel wie Deutschland einfach nicht mehr leisten kann.

Es geht also darum, Wahlmöglichkeiten und Angebote zu schaffen, nicht mehr und nicht weniger. Ich glaube kaum, dass irgendein Politiker die Ganztagsbetreuung als alleinseligmachende Lösung empfindet. Und da das Rundum-Sorglos-Paket für Familien leider noch nicht finanzierbar ist, sind mehr Betreuungsplätze immerhin ein Anfang.

LG
Himbeere




  Du sprichst mir aus der Seele! o.T.
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   Jonna
schrieb am 09.02.2006 13:18
  Stimme ich Dir voll zu
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   mogli
schrieb am 09.02.2006 14:47
Ich verstehe diese Politik auch nicht.
Es mag sicher Situationen geben, wo es für die Kinder tatsächlich besser ist fremdbetreut zu werden.
Viele Familien würden aber finanzielle Unterstützung, die eine Erziehung Zuhause möglich macht, vorziehen.




  Re: Soviel verpasst...
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   Michelle Patricia
schrieb am 09.02.2006 15:11
Danke Shusl und Ulla M. für diesen Beitrag.

Ich muss mich heute schon rechtfertigen, da ich nicht arbeite und mein Kind voll betreuen kann. Man wirft mir vor, mein Kind würde die Förderung einer Krippe verpassen und ich würde als Ganztagsmami verdummen. Dabei fühlte ich mich selten reger als jetzt und mein Kind ist genau weit wie alle anderen im Spielkreis oder Bekanntenkreis.

Ich vermisse in der heutigen Zeit auch etwas die Diskussion darüber, ob man nicht zwangsweise aus der Not eine Tugend macht, nämlich eine frühe Fremdbetreuung als das alleinige Optimum darstellt, obwohl es oftmals nur aus der Notwendigkeit besteht, genug Geld zu verdienen bzw. den Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Ich habe neulich einen Beitrag im Fernsehen gesehen, wo eine berufstätige Mutter von zwei Kleinkindern als positives Beispiel für das Bewältigen dieser Doppelbelastung gezeigt wurde: Morgens war sie eine Stunde zuhause und machte Frühstück, dann hatte sie nachmittags noch zwei Stunden Zeit für die Kleinen bis zum Zubettgehen. Am Wochenende gab es dann Seminare, Weiterbildungen und Überstunden. Für die Klein(st)kinder blieb demzufolge kaum Zeit.

Es ist leider immer häufiger so, dass äußere Zwänge Mütter zu einem solchen Spagat zwischen Familie und Job zwingen, aber als erstrebenswertes Ideal kann ich es nicht empfinden.




  das unterschreibe ich!
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   Pauline73
schrieb am 09.02.2006 16:38
zum ausgangsbeispiel möchte ich noch zu bedenken geben, dass die aussage "die mutter verpasst viel" reine interpretation ist. sie wird den kleinen ja nicht 12 h am tag weggeben. da gibt es nachmittage, abende, wochenenden, ferien, die sie gemeinsam verbringen. da wird sie schon wissen, was er gerne isst. viele eltern nutzen die aussage "die erzieherinnen sagen..." einfach, um objektivität zu suggerieren. das kenne ich von freunden.

himbeeres aussagen kann ich noch hinzufügen, dass es durchaus unterstützung fürs zuhausebleiben gibt. z.b. das ehegattensplitting oder die möglichkeit der beitragsfreien familienversicherung in der gesetzlichen krankenkasse.
das neue elterngeld ab 2007 wird es gerade vielen alleinerziehenden und geringverdienerpaaren ermöglichen, wenigstens ein jahr zuhause zu bleiben und nicht wählen zu müssen zwischen sozialhilfe und arbeiten gleich nach dem mutterschutz.

viele studien zeigen, dass teilzeitarbeitende mütter am glücklichsten sind, weil sie eben beides haben: zeit fürs kind UND den job für sich, fürs geld, für die selbstverwirklichung. mein traum sind 2-3 kinder und wochenarbeitszeiten um 20/25h und zwar sowohl für meinen mann als auch für mich. das scheitert derzeit weder am geld noch an der betreuung, sondern einfach am arbeitsmarkt.

viele grüße
pauline




  Ohje, das wird...
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   Schnettsche
schrieb am 09.02.2006 17:39

...eine gefährliche Diskussion. Also, ich gehöre ja zur Fraktion der (gerne) arbeitenden Mütter. Ich habe auch Langzeiterfahrung damit, mein Sohn ist schon 13 und ich gehe voll arbeiten, seit er zwei Jahre alt ist.

Nach der Geburt der Kleinen bin ich nach neun Monaten wieder arbeiten gegangen (allerdings nur vier Tage die Woche). Ich möchte meine Arbeit nicht missen, sie gibt mir sehr viel Befriedigung und, ja, auch finanzielle Freiheit, was sich durchaus positiv auf unser Familienleben auswirkt. Trotzdem bekomme ich die Entwicklung meiner Kinder voll mit und gestalte sie selbstverständlich auch aktiv.

Das funktioniert folgendermassen:

- Mann muss mitziehen. Im Gegensatz zu den Kindern meiner (nicht berufstätigen) Freundinnen (mit denen ich mich prima verstehe) haben meine Kinder sehr viel mehr von ihrem Vater, da auf diesem nicht die alleinige Verantwortung der finanziellen Versorgung der Familie liegt. Er bringt morgens die Kleine in die Kita, kocht mittags für den Grossen und sich, geht nachmittags die Kleine wieder holen. Seine externen Termine legt er auf den Vormittag und frühen Nachmittag, Papierkram wird abends erledigt.
- Keine Hausarbeit. Ist eh nicht mein Ding. Unsere Putzhilfe kommt zweimal die Woche, der Rest wird in der Familie aufgeteilt (Tisch decken/abräumen, Spülmaschine ein/ausräumen, Betten machen, das wars).
- Intensiv mit den Kindern beschäftigen: Der Feierabend sowie die Wochenenden gehören den Kindern, ab und an mal ins Kino mit Männe ist aber erlaubt smile


Vorteile:

- Ausgeglichene Mutter, der der Job sehr viel Spass macht
- Gute Finanzlage, die gute Rente, Haus, spätere Ausbildung der Kinder absichert, abgesehen von den zusätzlichen "Extras" (die zugegebenermassen nicht lebenswichtig sind) wir Urlaub, zwei Autos, mal essen gehen etc...

Nachteile, die ich hier nicht verschweigen will:

- abends ziemlich kaputt, wenn die Kids im Bett sind
- Weniger Flexibilität, wenn eins der Kinder mal krank wird, ist Organisationstalent gefragt
- morgens um sechs aufstehen.....

Im Übrigen hängt es immer von der Mutter ab, wieviel sie von ihren Kindern mitkriegt oder nicht, egal ob berufstätig oder nicht! Es gibt Mütter, die den ganzen Tag zuhause sind und sich um die Kinder trotzdem nicht kümmern. Eine Hausfrau, die ihren Job zuhause (denn das ist es ja) ernst nimmt und gut macht hat im Übrigen auch nicht den ganzen Tag Zeit gutschigutschi mit den Kleinen zu machen. Das merke ich manchmal, wenn ich Urlaub habe. Wenn wir im Urlaub nicht wegfahren und ich mit den Kindern zuhause bleibe, bin ich nach einiger Zeit auch froh, mal wieder am Schreibtisch zu sitzen, um mich etwas zu erholen zwinker

Lange Rede, kurzer Sinn: Chacun a son gout!

LG an alle Familienmanagerinnen und Berufstätigen Mamas!

Annette




  darum geht's aber doch gar nicht
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   Ulla M.
schrieb am 09.02.2006 18:18
mir jedenfalls nicht - natürlich sollten Frauen (oder Männer) arbeiten gehen (können), falls sie das wünschen, aber das möchte in der Tat ja gar nicht jede Frau und eben da sehe ich keine Unterstützung durch die Politik. Dabei geht es gar nicht darum, mehr Kindergeld, Erziehungsgeld, Elterngeld oder was auch immer zu zahlen - nicht die Rund-um-Familienversorgung ist nötig. Aber wer bitte schön kann mir beispielsweise erklären, warum Erziehungszeiten bei der Rente nur in begrenztem Umfang angerechnet werden? Das ist nur ein Punkt. Ganz abgesehen davon, dass Frauen, die eben nicht außerhaus arbeiten, schnell als "Heimchen am Herd" angesehen werden und dabei ohne jede Möglichkeit der Selbstverwirklichung - meiner Meinung nach geht das an der Realität vorbei - jedenfalls fühle ich mich werde als Heimchen, noch als unverwirklicht grins BEIDE Wege sollten möglich sein, aber die Wahl besteht heute nicht wirklich - wer arbeiten möchte, findet keine Kinderbetreuung und wer zuhause sein möchte, kann es sich nicht leisten. Selbstverständlich gilt das nie für alle, aber aus meiner Sicht liegt eben momentan in der Öffentlichkeit/Politik das Hauptaugenmerk zu sehr auf den berufstätigen (aus welchen Gründen auch immer) Frauen.

LG



Beitrag geändert am : (Do, 09.02.06 18:19)


  Das muss an der Mutter liegen...
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   kerstin*
schrieb am 09.02.2006 19:04
und ganz gewiß nicht an der Berufstätigkeit. Wie Du weißt sind meine Kinder auch schon sehr früh mit 6 bzw. 9 Monaten in die KiTa gekommen, weil ich als Alleinerziehende bzw.beim ersten als Alleinverdiener arbeiten mußte. Trotzdem habe ich absolut nichts in der Entwicklung meiner Kinder verpasst. Ich denke eher, dass die Mutter da nicht so großes Interesse hat. Erzogen werden meine Kinder auch von mir und nicht von der KiTa. Es ist eine Frage des Interesses an den Kindern und keine Frage der Berufstätigkeit.


Gruß Kerstin




  nein, nein,........
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   Petra+J.
schrieb am 09.02.2006 19:42
..wir diskutieren nicht wieder das thema arbeiten gehen oder nicht! zwinker

ich habe mit meiner berufstätigkeit (zwar weil alleinerziehend zwangsweise, aber auch wirklich gern!)weder das gefühl noch den eindruck, dass ich in der entwicklung von joshua etwas verpasse. im gegenteil, die zeit, die wir zusammen verbringen, ist sehr intensiv, die zeit in der kita ist eher eine zusätzlichhe bereicherung.
bei uns wird viel mit der kita abgesprochen (bzw ich mache das)- aber das ist eine frage des interesses, welchen man/frau an seinem kind hat. frag mal die erzieher, wie wenig interesse einige menschen an ihren kindern haben, die werden dort von den eltern wie päckchen hingebracht und abgeholt.( und das sind auch die, bei denen mama zu hause ist!)
oft ist es auch so, dass ich mir z.b. bei den erzieherinnen tipps holen kann- für das erziehen im sinne von "wo gehts lang" bin aber zuständig!
letztenendes läuft es immer darauf hinaus, dass es an den eltern bzw den erziehenden selber liegt, was und wieviel sie von ihrem kind mitbekommen und wissen.

und interesse und sich kümmern hat nichts mit berufstätigkeit zu tun.

wie immer, jeder das ihre smile

gruss




  Re: Ich habe bisher nichts verpasst
avatar    Piratin 69
schrieb am 09.02.2006 19:52


das muss wirklich an der Mutter liegen. So wie Petra schon schreibt, die Zeit die man als Berufstätige mit den Kids verbringt ist sehr intensiv.






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