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  Lost im Limbus
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   pmami
schrieb am 08.12.2021 20:01
Ich muss mal ein wenig seelischen Ballast loswerden.

Ich habe seit etwa 2015 mit burn out Syndrom zu kämpfen gehabt und habe einen wirklich langen Weg mit vielen Aufs und Abs hinter mir (einschließlich ambulanter Psychotherapie, Stundenreduzierung, Homöopathie, sechs Wochen Reha etc.).

Im Frühjahr 2020 - etwa zeitgleich mit dem ersten Lockdown - wurde mir klar, dass es so nicht weitergeht. Zum Hintergrund: Ich war seit fast 25 Jahren freiberuflich selbständig tätig und habe einen inzwischen zehnjährigen Sohn, der ... anstrengend ist. Oder war. Aber dazu gleich mehr.

Im Sommer 2020 habe ich mich endgültig entschieden, meine berufliche Tätigkeit komplett aufzugeben, weil ich trotz Stundenreduzierung, Umverteilung von Arbeit und Entlastung schlicht und ergreifend nicht genügend Kraft für meine Arbeit und mein Kind hatte. Den Abschied vom Beruf habe ich im Sommer 2020 in die Wege geleitet und wollte es eigentlich schon Ende letzten Jahres abschließen. Aus verschiedenen Gründen hat sich das aber doch länger hingezogen und nun werde ich erst dieses Jahr am 31.12. das Licht ausmachen. Bildlich gesprochen.

Trotzdem habe ich natürlich seit letztes Jahr im Sommer schon bedeutend weniger gearbeitet und das hat mir, als letztes Jahr im November der zweite Lockdown kam, quasi den A**** gerettet. Ohne die große Entlastung im beruflichen Bereich hätte ich das Home-Schooling im Leben nicht geschafft.

Inzwischen - und erst seit zwei Wochen - ist es aber so, dass ich wirklich alles abgearbeitet habe, was beruflich noch abzuarbeiten war und nur noch pro forma bis 31.12. warte, um offiziell Schluss zu machen. De facto bin ich jetzt schon zu Hause.

Und so schön das auch ist - Leute, wusstet Ihr, dass es Serien gibt, die man sich im Fernsehen anschauen kann? Sogar ganz viele! Und dass Bücher auch immer noch verkauft werden?? Und es gibt sogar so Studios, da kann man hingehen, mit einer Matte und kann Übungen machen, um sich zu entspannen. 90 Minuten lang! Mitten am Tag! - muss ich doch sagen, dass ich mich ein wenig verloren fühle.

Mit Putzen kann ich mich allenfalls mal eine halbe Stunde am Tag beschäftigen und dann ist es schon sauberer bei uns, als es in den zehn Jahren zuvor je war. Kochen ist nicht meins, dass macht mein Mann gerne. Freunde treffen ist schwierig, weil die alle arbeiten gehen. Natürlich könnte ich mich jetzt voll und ganz meinem schwer erziehbaren Kind widmen, nur - seit klar ist, dass ich aufhöre zu arbeiten, ist das Kind wie ausgewechselt. Freundlich, sozial, rücksichtsvoll, verständnisvoll... Ich wurde schon von anderen Müttern auf offener Straße angesprochen, was ich denn meinem Kind gegeben hätte und wo sie das kaufen können.

Es ist jetzt nicht wirklich so, dass ich mich langweile. Ich habe etwa zwanzig Bücher hier stehen (alles Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke der letzten zehn Jahre), die ich noch lesen möchte. Außerdem wollte ich schon immer Klavier spileen lernen. Und ein paar Bastelprojekte habe ich auch noch. Meine Kamera könnte ich mal wieder abstauben und damit losgehen und fotografieren.

Trotzdem fühle ich mich irgendwie verloren. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob das nur so eine Übergangsphase ist oder ob ich doch eine konkrete Aufgabe brauche. Da hatte ich sogar schon etwas im Kopf, das lässt sich aber aktuell (eventuell auch grundsätzlich) nicht verwirklichen und das frustriert mich gerade zusätzlich.

Also kein wirklich großes Drama, aber irgendwie würde mir ein wenig Zuspruch gerade sehr gut tun.

Viele Grüße pmami


  Re: Lost im Limbus
avatar    Susi-84
Status:
schrieb am 08.12.2021 21:41
Ich denke, dass es ein Umgewöhnen ist. So wie es für Schüler:innen alles plötzlich ganz anders ist, wenn sie an einer Uni studieren wollen.
Wenn du es als sabbatical ansiehst, vielleicht fällt es dann leichter es als eine Lebensphase zu sehen, nach der wieder etwas anderes kommt?

Da du schon Therapie hattest und dein Kind hast, weißt du bestimmt, dass Tagesstruktur wichtig ist. Ansonsten plan für dich doch ganz kleine Projekte/Ziele ein, dann hast du immernoch deine konkreten Aufgaben.
Vielleicht wäre dann eine have-done Liste ganz gut, um am Ende eines Monats oder Jahres genau zu sehen, was man alles gemacht hat. Wenn man viel für sich und die Familie macht, dann kann man schon ziemlich leicht das Gefühl bekommen, dass die Zeit verfliegt und man ja überhaupt nichts gemacht hat, obwohl das natürlich nicht stimmt.

Alles Gute!


  Re: Lost im Limbus
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   Blüte
schrieb am 10.12.2021 10:25
Liebe Pmami,

aus Erfahrung kann ich nicht sprechen, ich bin derzeit völlig am anderen Ende der Skala unterwegs, aber ich würde meinen, dass es eine Übergangsphase ist.

Wenn ich das aus der Entfernung richtig beurteilen kann, bist du jahrelang unter Volllast (und mehr) gefahren, immer am Limit mit Arbeit und Kind und musst jetzt erst mal ankommen. Du weißt ja gar nicht mehr, wie das ist, Zeit zu haben, nicht ständig unter Druck zu stehen. Womöglich hast du sogar verdrängt, wie man völlig entspannt und auch mal gar nichts tut.

In der Pädagogik gibt es den Rat "Spannung aushalten lernen", damit meint man vor allem, dass man in Situationen mit Gruppen (Klassen), auch mal abwartet, nicht direkt interveniert (natürlich kontrolliert), nicht direkt die nächste Stützfrage hinterher schiebt, wenn die Klasse nicht sofort versteht, wohin die Reise inhaltlich gehen soll.
Vielleicht musst du gerade lernen "Entspannung aushalten zu lernen". Selbst langweilen wäre nach all dem Stress doch mal völlig okay. Lass es zu, halte es aus, lerne es zu genießen und erst wenn du völlig in der Situation angekommen bist, schau nach einer konkreten Aufgabe. JETZT NICHT!

Im Kleinen kenne ich das nach den Examina an der Uni. Man ackert, büffelt, macht tut und sehnt sich nach dem Ende der Prüfungen. Ist das Ende da, bin ich immer in ein Loch gefallen, war schlecht gelaunt und konnte mit mir und der ungewohnten Zeit nichts anfangen, war trotz toller Ergebnisse mit allem unzufrieden (nicht mit den Noten, aber mit dem Leben), GNÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ. Das legte sich dann nach 2-3 Wochen und ich war wieder angekommen.

Wenn du also Jahre geschuftet hast, wird das "Ankommen" womöglich länger dauern. Das ist ja auch okay.

Natürlich wirst du perspektivisch wieder eine Aufgabe brauchen, du bist ja noch jung (und ja, ich erinnere mich an deinen 50. Geburtstag, den du mit neuem Kleid und Band gefeiert hast grins), aber das hat Zeit. Das kommt. Und wenn dir gar zu langweilig ist ,kannst du ja mal schauen, ob es ein schönes Ehrenamt gibt, aber binde dich bloß beruflich nicht sofort wieder, gönn dir die Zeit!


  Re: Lost im Limbus
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 10.12.2021 10:34
Liebe pmami,

wie schön, dass dir offenbar langweilig ist und das meine ich wirklich so!
Das ist aber eben auch ein Gefühl, welches man lernen muss, auszuhalten. Noch bist du gedanklich im Streß gefangen und kennst es gar nicht, dich mit einer Tasse Kaffee einfach so auf die Couch setzen zu können und deinen Gedanken freien Lauf lassen zu können.

Das wird aber a) mit der Zeit besser bzw. b) spricht doch auch nichts dagegen, dir in aller Ruhe kleine Projekte vorzunehmen, dich z. B. in kleinem Rahmen ehrenamtlich zu engagieren oder dir stundenweise eine Arbeit zu suchen.

Nutz die gewonnene Zeit und tob dich so richtig aus beim Fernsehen und Co und irgendwann wird der Punkt kommen, an dem du dich nicht mehr verloren fühlst, sondern genau weißt, wohin dein weiterer Weg geht.

Und es freut mich ungemein zu lesen, dass dir dein Sohn deine jetzige Ausgeglichenheit so toll spiegeln und davon profitieren kann.

LG amy


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  Re: Lost im Limbus
avatar    Susi-84
Status:
schrieb am 10.12.2021 15:43
Hi pmami,
mit ist beim Lesen der Gedanke gekommen, dass man bei neuen Arbeitsstellen oder jetzt bei der neuen Bundesregierung die ersten 100 Tage im Amt bewertet.
Vielleicht wären deine ersten 100 Tag im neuen Jahr: so wenig Pflichten wie möglich zu machen? Also außer die regulären Pflichten für dich persönlich und deine Familie, die sowieso da sind.
LG


  Re: Lost im Limbus
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   Ella Propella
schrieb am 11.12.2021 21:37
Liebe pmami,

ich hab heute einen Spruch gelesen: "Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben...."
Ich war vor einigen Jahren an dem Punkt, an dem du bist. Was soll ich sagen..... ich lerne seitdem Klavier. LOL Und ich liiiiebe es! Und ich mache wieder regelmäßig Yoga. Und ich schau auch mal am Vormittag einige Folgen meiner aktuelle Lieblingssendung auf Amazon Prime LOL
Ich hab mich seither beruflich komplett umorientiert, arbeite nun selbstständig von Zuhause aus und bin seither nie mehr in die Falle getappt, zuviel zu arbeiten. Ich ernte zwar manchmal seltsame Blicke, wenn ich sage, dass ich eigentlich nicht mehr arbeiten will, als ich das im Moment tue (obwohl die Nachfrage wirklich groß wäre und ich nur wenige Stunden die Woche arbeite zwinker ).... aber das ist mir tatsächlich egal zwinker

Fang mal an mit dem, was du schon IMMER machen wolltest. Verschieb es nicht mehr, es ist JETZT wichtig. smile Klavier vielleicht? Und wenn du mal wirklich genug für dich getan hast, überleg dir eine neue Aufgabe... Ehrenamt finde ich toll oder vielleicht eine neue Ausbildung in einem komplett neuen Feld.... muss ja kein mehrjähriges Studium mehr sein und manchmal ist vielleicht auch eher der Weg das Ziel....

Übrigens: meinen Kindern tat es unendlich gut, dass ich meinem Leben diese neue Richtung gegeben habe. smile

Ich wünsche dir alles, alles Gute.... und viel Muße in den nächsten Monaten!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.12.21 21:37 von Ella Propella.


  Re: Lost im Limbus
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   pmami
schrieb am 13.12.2021 14:07
Ihr Lieben,

vielen Dank Euch allen. Ich weiß schon, warum ich immer wieder hierher zurückkomme. Weil Ihr da seid, wenn ich Euch am meisten brauche.

Ich stelle jetzt mal auf Entspannung um. Und im Januar werde ich an einem Tag in der Woche warme Mahlzeiten an Bedürftige ausgeben (allerdings nicht selbst kochen smile).

Klavier ist auch etwas, was ich schon immer gerne lernen wollte...hmmmm....

Und außerdem werde ich die Zeit mit meinem entspannten Kind genießen. Es ist so ungewohnt! Aber auch so schön <3.

Viele Grüße pmami


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.12.21 14:08 von pmami.


  Re: Lost im Limbus
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   sturmfängerin
schrieb am 14.12.2021 20:55
Liebe pmami,

ich wollte mich auch gerne noch kurz melden.

Die Idee mit dem Ehrenamt finde ich total schön!
Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es Dir geht. Mir ging es eine Zeitlang ähnlich, als mein Kleiner in den Kindergarten kam und ich noch in Elternzeit war. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht so viele Kunden in dem, was ich damals gemacht habe. Ich saß irgendwie zuhause und wusste nichts mit mir anzufangen. Mir hat dann auch irgendwie die Wertschätzung gefehlt.

Ich glaube wenn man Zeit seines Lebens immer gearbeitet hat, ohne Kinder Vollzeit und mit Kindern Teilzeit, dann ist es echt heftig, von jetzt auf nachher keine "Aufgabe" mehr zu haben. Je nach Typ muss man dann noch definieren, was ist eigentlich eine "Aufgabe". Ich wurde von meinen Eltern so geprägt, dass eine "Aufgabe" etwas ist, bei dem man Geld verdient. Also Aufgaben, in denen man sich um sich selbst kümmert, das sind keine "echten" Aufgaben. Das macht es mir heute noch sehr schwer, mal etwas für mich zu tun.

Deine Aufgabe im Ehrenamt finde ich klasse. Das lässt sich ja sicher auch ausbauen.
Alles was man für sich selbst tut muss man vielleicht einplanen. Ich kenne es bei mir so, dass wenn ich mir sage, morgen früh gehe ich walken oder mache Yoga, dann kommt wieder irgendetwas dazwischen was scheinbar wichtiger ist. Je nach Priorisierung....

Ich wünsche Dir auch jeden Fall eine ganz tolle neue Phase, in der Du Dich selbst vielleicht neu entdeckst. Je nachdem kommen vielleicht neue Aufgaben hinzu, ohne dass du darüber nachdenkst.

Willst du eigentlich langfristig wieder ins Berufsleben einsteigen?

Viele liebe Grüße
Sturmfängerin


  Re: Lost im Limbus
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   karin_
schrieb am 15.12.2021 15:05
Hier noch eine Stimme für das "späte" Klavierlernen - es entspannt sehr und macht dazu noch unheimlich Spaß (und ist gleichzeitig eine ziemliche Herausforderung). Wir sind hier übrigens eingestiegen mit einem E-Piano für 300 EUR, wenn es also schief geht, bekommt man das für quasi den gleichen Preis wieder los.


  Re: Lost im Limbus
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   Nessa15
schrieb am 15.12.2021 19:10
Zitat
sturmfängerin
Liebe pmami,

ich wollte mich auch gerne noch kurz melden.

Die Idee mit dem Ehrenamt finde ich total schön!
Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es Dir geht. Mir ging es eine Zeitlang ähnlich, als mein Kleiner in den Kindergarten kam und ich noch in Elternzeit war. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht so viele Kunden in dem, was ich damals gemacht habe. Ich saß irgendwie zuhause und wusste nichts mit mir anzufangen. Mir hat dann auch irgendwie die Wertschätzung gefehlt.

Ich glaube wenn man Zeit seines Lebens immer gearbeitet hat, ohne Kinder Vollzeit und mit Kindern Teilzeit, dann ist es echt heftig, von jetzt auf nachher keine "Aufgabe" mehr zu haben. Je nach Typ muss man dann noch definieren, was ist eigentlich eine "Aufgabe". Ich wurde von meinen Eltern so geprägt, dass eine "Aufgabe" etwas ist, bei dem man Geld verdient. Also Aufgaben, in denen man sich um sich selbst kümmert, das sind keine "echten" Aufgaben. Das macht es mir heute noch sehr schwer, mal etwas für mich zu tun.

Deine Aufgabe im Ehrenamt finde ich klasse. Das lässt sich ja sicher auch ausbauen.
Alles was man für sich selbst tut muss man vielleicht einplanen. Ich kenne es bei mir so, dass wenn ich mir sage, morgen früh gehe ich walken oder mache Yoga, dann kommt wieder irgendetwas dazwischen was scheinbar wichtiger ist. Je nach Priorisierung....

Ich wünsche Dir auch jeden Fall eine ganz tolle neue Phase, in der Du Dich selbst vielleicht neu entdeckst. Je nachdem kommen vielleicht neue Aufgaben hinzu, ohne dass du darüber nachdenkst.

Willst du eigentlich langfristig wieder ins Berufsleben einsteigen?

Viele liebe Grüße
Sturmfängerin


Etwas off topic:
Deine Ausführung zum Thema „Aufgabe“ fand ich sehr erfrischend und hat mich zum nachdenken angeregt. Wahrscheinlich sind wir durch Gesellschaft und Elternhaus tatsächlich so gepolt das man bei mehr Zeit (aus welchem Grund auch immer), diese fast immer dafür nutzt mehr Geld zu verdienen anstatt Richtung Ehrenamt oder Selfcare zu tendieren. Diese Gedankengänge muss ich ins Jahr 2022 mitnehmen, danke dafür.


  Re: Lost im Limbus
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   luna2
Status:
schrieb am 02.01.2022 18:13
Liebe Pmami,

ich kann Dich gut verstehen. Ich kenn es vor mir, dass ich mir zwar einerseits ständig und immer wünsche , mal wieder wirklich Zeit für mich zu haben.... aber wenn ich sie dann habe, kann ich schlecht mit Leerlauf und Müßiggang umgehen. Auch das will geübt sein. Und ich glaube, jede Sache, die man im Leben hinter sich zurücklässt- auch wenn es sehr gut ist, sie zurückzulassen - lässt dann erstmal so eine Leere, ein inneres und äußeres Niemandsland, was noch neu ausgefüllt werden muss. Meine Erfahrung ist aber, das das Sich-Füllen letztlich ganz von selbst passiert und sich allmählich die neuen Dinge ergeben, die dorthin gehören. Das kann man nicht künstlich beschleunigen oder planen. Also lieder kleine schritte machen, Dinge ausprobieren und einfach abwarten, was bleibt und wie sich das Bild zusammensetzt. Das Leben bleibt ja zum Glück nie dauerhaft in irgendeinem Zustand stehen.

LG, Lou


  Re: Lost im Limbus
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   Chorus
Status:
schrieb am 06.01.2022 13:35
Hallo pnami,

hatte 2020 auch das allererste Mal in meinem Leben plötzlich viel zu viel Zeit für mich - Lockdown, in meinem "Hauptjob" - der hat mit der Veranstaltungsbranche zu tun - war ich nach sehr viel Arbeit plötzlich über Nacht auf Kurzarbeit. Habe einen kleinen Nebenjob als Lehrerin, damals nur 3h in der Woche, das war das einzige, was ich über ein halbes Jahr machte, diese 3h...). Hab in dieser Zeit täglich Yoga gemacht, auch angefangen Spanisch über Duolingo zu lernen, ist eine Plattform im Internet, gratis, kann ich nur empfehlen, mach ich noch immer, obwohl ich inzwischen wieder mehr Stunden arbeite. Habe auch gelernt, zu zeichnen, mit einem Buch "Garantiert zeichnen lernen". Allerdings hat mit das Sprachen lernen sehr viel mehr Spaß gemacht, und meine Gitarrenstunden, die ich damals noch hatte.


Klavier - JA, MACH ES!

Ich habe mit 40 angefangen, Gitarrenstunden zu nehmen, ganz regulär auf der Musikschule, es gibt übrigens sehr viele erwachsene Schüler! Ich hatte dann nach einem Jahr Einzelunterricht plötzlich eine Gruppenstunde mit 2 anderen "Mädels" in meinem Alter, war sehr witzig, unser Lehrer war nur ein paar Jahre älter, wir hatten viel Spaß. Hab ich 6 Jahre gemacht, jetzt bin ich raus, habe aber viel gelernt und dadurch, dass man ja täglich üben sollte, ist es schon eine gute Beschäftigung.

Es gibt sehr viel mehr Menschen, die freiwillig oder auch nicht ganz so freiwillig wenig oder sogar gar nicht arbeiten, vor allem natürlich auch mit Kind (hab selber leider keine bekommen können). Wichtig ist nur, ein bißchen andere Ziele zu haben und die durchzuziehen. Bei Duolingo hat mir sehr gefallen, dass man dazu animiert wird, jeden Tag ein wenig zu üben (man bekommt täglich eine "Flamme"). So hatte ich auch eine tägliche Bestätigung, die man nicht so bekommt, wenn man (fast) ohne Beschäftigung ist. Mittel- und längerfristig würde ich dir natürlich schon auch empfehlen, dir etwas zu suchen, muss nicht eine klassische Arbeitsstelle sein, kann auch ein Ehrenamt sein oder was auch immer. Allerdings habe ich eine Tante, die seit der Heirat nie mehr gearbeitet hat (Mann reich, sie sind kinderlos, wegen ihm, krankheitsbedingt) und die schon trotzdem (oder deswegen) immer glücklich zu sein scheint...




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