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  beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 20.06.2021 19:49
Hallo zusammen,

wie ich hier schon mal erwähnt habe, bin ich seit Jahren unglücklich in meinem Beruf. Schon vor den Kindern war mir klar: sollte es mit der Familienplanung nicht klappen, würde ich eine neue Ausbildung beginnen. Kinderplanung hat Gott sei Dank geklappt, und so bin ich also immer noch, wenn auch mit mit ein paar Stunden, bei demselben AG beschäftigt.
2019 hatte ich einen ziemlichen Tiefpunkt und habe für mich beschlossen: so geht es nicht weiter. Du musst etwas ändern. Ich habe vielen Stellenanzeigen gewälzt und es war nichts zu bekommen. Ich habe also 2019 eine neue Ausbildung gestartet (ich zahle sie selber, und die Seminare finden an den Wochenenden statt). Den ersten Teil habe ich nun erfolgreich abgeschlossen, komplett fertig bin ich, sofern Corona nicht wieder dazwischen kommt, in knapp einem Jahr. Dann werde ich mich nebenberuflich Selbstständig machen. Ich brauche trotzdem für die nächsten Jahre erst mal eine Festeinstellung, damit ich versichert bin. Falls es irgendwann mal richtig gut läuft, könnte man natürlich überlegen, dass hauptberuflich zu machen. Aber da bin ich jetzt erst mal realistisch, das wird die nächsten Jahre nichts werden.
Der Plan war also: ich beiße die Zähne zusammen, bleibe bei meinem AG die paar Stunden und freue mich dann auch die Zeit, wenn ich meine nebenberufliche Tätigkeit ausüben kann.

Tja, das ist leichter gesagt als getan. Ich kann nicht mehr. Ich will diesen Job nicht mehr machen. Ich gehe dort ein...alles in mir sträubt sich dagegen. Die Bezahlung ist gut, es ist ein krisensicherer Job, auch jetzt in Corona waren sie sehr zuvorkommend, Homeoffice war kein Problem. Und trotzdem habe ich die letzten Monate arbeitstechnisch komplett abgebaut. Ich bekomme nichts gescheites mehr hin. Wie eine Art Blackout...es ist schrecklich.

Nun habe ich mir vor kurzem auf ein paar Stellen beworben, es sind aktuell tatsächlich ab und an Mal Stellen ausgeschrieben, auf die mein Profil passt, zumindest in soweit, dass ich mich mal drauf bewerben kann.

Freitag hatte ich nun tatsächlich ein Vorstellungsgespräch. Es klingt alles ganz toll (also ich empfinde es für mich so). Es ist etwas ganz anderes, als ich jetzt mache. Ich hätte wieder mehr mit Kunden zu tun, würde sie beraten, ihnen bei den Anträgen helfen. Außerdem kommt von allem ein bisschen dazu
Quasi ein bisschen: Mädchen für alles, aber absolut im positiven Sinne. Dazu kommt, dass sie ein gemeinnütziger Verein sind, es ist wirklich eine tolle Sache, die sie dort anbietenund auch mit sehr vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern seit 21 Jahren auf sie Beine stellen. Kurzum: es ist eine wirklich sinnvolle Tätigkeit, die ganz viele Menschen glücklich macht.

Nun es ist so, dass dieser Job natürlich viel schlechter bezahlt ist, als mein jetziger. Dazu kommt noch weniger Urlaub.

Mein Herz sagt nun: mach es. Es wird dir gut tun wieder mit Menschen zu arbeiten, einen Job zu machen, bei dem du gebraucht wirst, etwas gutes tust, Menschen glücklich machst.

Mein Verstand sagt: weniger Geld, mehr Arbeit (ich würde 8 Stunden in der Woche mehr machen, bekommen dann unter dem Strich auch etwas mehr Geld, als für meine jetzigen Stunden), weniger Urlaub, kein Homeoffice: lass es bleiben.

Tja, und nun stehe ich da und habe Fragezeichen im Kopf. Würde es gut gehen? Auch in Anbetracht von Corona. Kommt Corona noch mal richtig wieder, sodass die Schulen wieder schließen? Oder würde sich auch dann ein Weg finden?

Achso, ich habe die Zusage noch gar nicht. Aber falls sie sich für mich entscheiden würden, müsste ich ja wissen, ob ich die Stelle annehmen würde.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   henriette
schrieb am 20.06.2021 20:09
Es ist deine Lebenszeit, ich meine, so wie ich deine Postings empfunden habe, dass du genügend Zeit in einem Job verbracht hast, der dich mürbe macht. Love it, change it or leave it…. Alles Gute


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   mjuka
schrieb am 20.06.2021 20:56
Hallo du,

seit 1999 habe ich wegen eines sinnvolleren, besseren Jobs auf die Verbeamtung verzichtet. Ich verdiene deutlich weniger (etwa die Hälfte) was natürlich sehr ungerecht ist... Trotzdem bin ich froh. Der Job ist sinnvoll, ich habe großen Gestaltungsspielraum und es macht mich glücklich.

Wenn ich mich jeden tag in die arbeit schleppen würde, würde ich umkommen.

Also, Lebensfreude vs Geld??

LG mjuka


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   pmami
schrieb am 20.06.2021 21:49
Du musst keine neue Stelle antreten (oder die alte behalten), um in der gesetzlichen Krankenkasse versichert zu bleiben. Du kannst Dich auch freiwillig gesetzlich weiterversichern, wenn Du keine Beschäftigung hast. das nur als Tipp am Rande.

Ansonsten - mach das, was dein Herz Dir sagt. Ich bin auch lange Zeit mit einem unguten Gefühl im Magen zur Arbeit gegangen und am Ende fast daran kaputt gegangen. Was nützen Dir drei Tage Urlaub im Jahr mehr, wenn der Job Dich krank macht?

Und wenn es wieder Homeschooling geben sollte (Gott bewahre uns davor!), dann muss Dein Mann halt ins Homeoffice wechseln.

Viele Grüße pmami


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  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 20.06.2021 22:31
Zitat
henriette
Es ist deine Lebenszeit, ich meine, so wie ich deine Postings empfunden habe, dass du genügend Zeit in einem Job verbracht hast, der dich mürbe macht. Love it, change it or leave it…. Alles Gute

Danke vertragen


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   pika
schrieb am 20.06.2021 22:36
Hallo,
ich habe auch gewechselt, zwar gleicher Urlaub und gleiches Gehalt, aber viel mehr Arbeit und eben auch mehr Erfüllung.
Es ist wirklich viel besser, wenn man mit Freude statt mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht.
Manchmal muss man sich einfach trauen zwinker und ... den dich erfüllenden Job hast du auch wahrscheinlich auch noch, wenn die Kinder aus deinem Haus in ihr eigenes Leben gehen.
Viele Grüße und gutes Gelingen.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 20.06.2021 22:40
Zitat
mjuka
Hallo du,

seit 1999 habe ich wegen eines sinnvolleren, besseren Jobs auf die Verbeamtung verzichtet. Ich verdiene deutlich weniger (etwa die Hälfte) was natürlich sehr ungerecht ist... Trotzdem bin ich froh. Der Job ist sinnvoll, ich habe großen Gestaltungsspielraum und es macht mich glücklich.

Wenn ich mich jeden tag in die arbeit schleppen würde, würde ich umkommen.

Also, Lebensfreude vs Geld??

LG mjuka

Ja, so wäre es hier in etwa auch. Es wäre etwas mehr als die Hälfte.
Bei dieser Stelle ist Eigeninitiative und Kreativität gefordert.der Job ist sinnvoll, Gestaltungsspielraum auch hier vorhanden. Und ja, es würde mich (soweit ich das jetzt beurteilen kann) glücklich machen, weil man andere Menschen glücklich macht. Ich würde bei neuen kleinen Projekten mitwirken können und wäre mit eingebunden bei der Suche nach einer geeigneten Software und Neuaufbau der Digitalisierung.

Das Team wäre wohl hochmotiviert, da ein Großteil aus ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht und sie es einfach gerne machen. Es gäbe also niemanden der totunglücklich dabei ist und sagt, ich mache es nur wegen dem Geld.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 20.06.2021 22:45
Zitat
pmami
Du musst keine neue Stelle antreten (oder die alte behalten), um in der gesetzlichen Krankenkasse versichert zu bleiben. Du kannst Dich auch freiwillig gesetzlich weiterversichern, wenn Du keine Beschäftigung hast. das nur als Tipp am Rande.

Ansonsten - mach das, was dein Herz Dir sagt. Ich bin auch lange Zeit mit einem unguten Gefühl im Magen zur Arbeit gegangen und am Ende fast daran kaputt gegangen. Was nützen Dir drei Tage Urlaub im Jahr mehr, wenn der Job Dich krank macht?

Und wenn es wieder Homeschooling geben sollte (Gott bewahre uns davor!), dann muss Dein Mann halt ins Homeoffice wechseln.

Viele Grüße pmami

Pmami, so gesehen hast du natürlich recht. Allerdings bräuchte ich ja direkt zu Beginn gewissen Einnahmen um selber RV und KK und sonstige Steuern zu zahlen. Da ich hier keinen Neustart von Null auf Hundert sehe, sondern langsam einen Kundenstamm aufbauen werde, wäre ein Übergang von der nebenberuflichen Tätigkeit zur hoffentlich irgendwann hauptberuflichen Tätigkeit einfach finanziell besser aufgefangen, wenn ich vorerst in Teilzeit bleibe. Sonst lasse ich wirklich erst mal viel Geld sitzen.

Und dir geht es jetzt im neuen Job besser?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.21 22:47 von Poldi91.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 20.06.2021 22:49
Zitat
pika
Hallo,
ich habe auch gewechselt, zwar gleicher Urlaub und gleiches Gehalt, aber viel mehr Arbeit und eben auch mehr Erfüllung.
Es ist wirklich viel besser, wenn man mit Freude statt mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht.
Manchmal muss man sich einfach trauen zwinker und ... den dich erfüllenden Job hast du auch wahrscheinlich auch noch, wenn die Kinder aus deinem Haus in ihr eigenes Leben gehen.
Viele Grüße und gutes Gelingen.

DankeDas ist super


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   pmami
schrieb am 21.06.2021 10:06
Zitat
Poldi
Und dir geht es jetzt im neuen Job besser?

Ich habe keinen neuen Job. Mir ging es nach Jahren beruflicher Quälerei tatsächlich so schlecht, das ich komplett aufhören musste zu arbeiten, um erst einmal den Kopf klar zu bekommen für die Frage, was ich danach mache. Dann kam der zweite Lockdown und ich war monatelang im Homeschooling (im Wechselmodell). Ehrlich gesagt wäre ich durch das Homeschooling, wenn ich meine Berufstätigkeit nicht vorher schon hingeworfen hätte, endgültig über jede Belastungsgrenze hinausgekommen. So konnte ich das Homeschooling gerade so meistern und war sehr froh über meine Entscheidung. Jetzt habe ich seit etwa vier Wochen tatsächlich die Situation, dass mein Sohn jeden Tag zur Schule und in den Hort geht und ich Zeit für mich habe. Ich habe eine konkrete Idee für eine berufliche Perspektive, die ich wahrscheinlich nach den Sommerferien dann auch aktiv versuchen werde, umzusetzen. Es wird sich aber (wieder) um eine Selbständigkeit handeln, nicht um eine Angestelltentätigkeit.

Viele Grüße pmami


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   lucky*3
schrieb am 21.06.2021 15:42
ich habe schon bei denen letzten Postings zu diesem Thema versucht mir vorzustellen, welche Arbeit einem denn dermaßen zusetzen kann, dass man damit nicht ein paar Stunden in der Woche verbringen kann.

So viel ich weiß, arbeitest du gar nicht so viele Stunden, nicht mal 50% wenn ich mich richtig erinnere. Du verdienst dort sehr gut, du hast angemessen Urlaub, sie waren zuvorkommend mit dem Homeoffice usw. - was ist daran so schrecklich? Wirst du gemobbt? Bewältigst du die Aufgabenstellungen nicht?

Ich hatte noch nie so einen Arbeitsplatz, meine Arbeit habe ich immer gerne gemacht, hatte immer Kollegen mit denen ich mich verstanden habe, von daher tu ich mir echt schwer damit und würde sagen, so ein paar Stunden in der Woche kann man doch immer arbeiten wenn man nicht von aussen systematisch fertig gemacht wird.

Was anderes wäre es bei Vollzeit, wenn die Arbeit die ganze Woche bestimmt, aber das ist ja bei dir nicht der Fall.

Also ich tu mir da echt schwer damit und kann es deswegen auch nicht gut nachvollziehen und noch weniger einen guten Rat geben.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 21.06.2021 16:09
@lucky: braucht es denn immer einen für alle Außenstehende nachvollziehbaren Grund? Reicht es nicht aus, dass sich Poldi schlecht dabei fühlt?
Es ist ja gerade das verzwickte an Gefühlen, sie sind nicht immer rational erklärbar. Da sind sie trotzdem.

Ich würde wechseln.

LG amy


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Hamamelis71*
schrieb am 21.06.2021 16:27
Ich würde es mir gut überlegen, die finanzielle Sicherheit hast Du in Job 1 und da musst Du nicht die Welt retten. Und Du kannst in Ruhe! nebenbei Deine Selbstständigkeit nach der Ausbildung ausweiten. Arbeitest du neu in Job 2 musst du dafür mehr Zeit und Energie einsetzen. Das fehlt dann für den Ausbau der Selbstständigkeit. Das wäre mein Kriterium.

Ich habe Kolleginnen, die nach ihrer halben Stelle im öd anderweitig selbstständig sind. Das klappt ganz gut.

Ich bin mit meiner derzeitigen Stelle in der Abteilung auch nicht zufrieden und unterfordert. Die Abteilung steht eh vor der Auflösung und ich habe mich bereits intern umorientiert. Wenn alles klappt, dann kann ich intern Ende nächsten Jahres in eine andere Abteilung wechseln. Wahrscheinlich mit Stundenaufstockung und Höhergruppierung. Auf jeden Fall brauche ich auch eine Veränderung. Ich arbeite gerne, aber derzeit ist es wirklich nicht die Erfüllung. Dafür 10 Minuten zur Arbeit, flexible Arbeitszeit, nette Kollegen und ein Parkplatz in der Stadt. Mein derzeitiges Umfeld ist zwar einigermaßen nett, aber extrem launisch und rückständig. Sie merken nicht, dass sich die Zeiten ändern und denken, dass alles immer so bleibt wie vor 40 Jahren. Das finde ich anstrengend.

Ich wünsche Dir eine gute Entscheidungsfindung!


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   Poldi91
schrieb am 21.06.2021 16:28
Ich versuche es mal zu erklären. Ich arbeite in der Energiebranche. Diese ist extrem schnelllebig. Es gibt am laufende Band Neuerungen, sowohl was die einzelnen Prozesse, als auch die IT (und auch IT Systeme) angeht.

Es ist extrem schwierig mit einer Teilzeitstelle überhaupt auf dem laufenden zu bleiben.

Dazu kommt hier bei mir: meinen Chef interessiert es Null Komma Null, was wir machen. Er will einfach das es läuft. Gibt es Probleme und ich spreche sie an, verlaufen sie im Sand. Gibt keine Rückmeldung mehr.
Bedingt durch die ständigen Neuerungen ergeben sich hier ständig neue Aufgaben, die aber keine Zuständigkeit haben. Geben wir dies weiter, warten wir Monate, bis der Chef, wenn überhaupt mal, die Zuständigkeit geklärt hat. Bis dahin haben wir aber tagtäglich mit diesen Problemen, Rückfragen dazu, zu tun.

Es gibt keinerlei Besprechungen innerhalb der Abteilung. Ich habe meinen Chef schon mal drum gebeten, ob wir das nicht vielleicht alle 14 Tage machen könnten, einfach damit neue Aufgaben auch einfach mal schnell an den Mann gebracht werden oder auch einfach der Austausch mit anderen erfolgen kann, damit man mal einen Gesamtübersicht bekommt, weiß wo man gerade steht, wo es hakt usw. Auch einfach um ein Verständnis für einander zu bekommen.
Nein, es ist nicht gewünscht, war seine Antwort.
Ich hatte seit den 10 Jahren, wo ich hier bin sage und schreibe zwei Mitarbeitergespräche.

Ich sitze hier auf einer Stelle, ziemlich am Ende der ganzen Abläufe, monitore also die ganzen Daten, sehe viele Fehler(sowohl durch die Mitarbeiter als auch einfach Fehler in den IT Programmen). St mittlerweile ziemlich technisch das Ganze. Ich soll sie also weiter geben, somit sie in den einzelnen Fachabteilung behoben werden. Interessiert aber niemanden. Macht keiner. Keine Zeit oder sie verstehen es nicht. Das hat zur Folge, dass ich NIE voran komme, jeden Tag die ollen gleichen Fehler wieder auf dem Tisch habe und keine Arbeiten abschließen kann.

Wir haben zehntausende von Fehlermeldungen in den Systemen mit mehreren Schnittstellen, die überwacht werden müssen. Viele der Fehlerprotokolle schaffen wir überhaupt gar nicht zu bearbeiten. Sie werden einfach ignoriert. Wo das Problem am größten ist, wird gelöscht, bzw. wer am lautesten Schreit, dem wird geholfen. Wir bekommen keinen Fuß auf den Boden um die Probleme einfach mal direkt am Ursprung zu beheben. Erst heute habe ich tausende von Fehlermeldungen als erledigt markiert, da diese mittlerweile so alt sind, dass ich keinen Sinn drin sehe, diese noch zu bearbeiten. Es schafft einfach niemand zeitlich. So nimmt man sich also dann vor ab Morgen ab dem Cut wieder Grund rein zu bekommen und wirklich am Ball zu bleiben, damit es gar nicht mehr so ausufert. Aber spätestens in drei Tage ist wieder etwas anders wichtiger und die Fehler sammeln sich wieder zu hunderten und der gute Vorsatz ist über den Haufen.

Ein anderer Aspekt, der sich jetzt die letzten Jahre noch mal verstärkt hat: es ist mir mit meiner Teilzeitstelle kaum noch möglich, überhaupt auf dem laufenden zu bleiben und die immer neuen Anforderungen und Änderungen zu verstehen und umzusetzen. Es ist einfach mittlerweile mega komplex.

Es gibt innerhalb unseres Teams Aufgaben, die ich machen könnte, da es immer wiederkehrende Aufgaben sind, nicht viele Änderungen beinhalten und gut durch eine Teilzeitstelle abgewickelt werden könnte. Aber dies will betreffende Person (in Vollzeit) nicht abgeben, weil sie selber nicht meine Mist-Aufgaben machen möchte, da das nicht mehr so bequem ist sondern wirklich mit Arbeit und vielen Nerven verbunden ist. Ich kann es ja sogar verstehen. Aber mit meinen paar Stunden bin ich hier völlig fehl am Platz. Das ist einfach nicht zu leisten. Aber wie es so ist. Ich habe das früher gemacht, in Vollzeit. War immer richtig tief im Thema. Also soll ich das doch bitte weiter machen. Geht aber nicht.

Ich bin auch drauf und dran, noch mal ein Gespräch mit meinem Chef zu suchen um ihm zu sagen, dass es so nicht geht, dass ich als Teilzeitstelle andere Aufgaben brauche. Er wird mich fragen, was mir vorschwebt. Aber ja. Kann ich meiner Kollegin so in den Rücken fallen?

Das und noch andere Dinge sind die Dinge, die es mir nicht mehr möglich machen, einfach meine Stunden abzuleisten und zu sagen: ach komm, mach einfach deine paar Stunden.

Das ist ein hausgemachtes Problem, sie verheizen hier die Mitarbeiter (es geht nicht nur mir so).


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.06.21 21:23 von Poldi91.


  Re: beruflichen Neustart wagen?
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   himbeere
schrieb am 21.06.2021 20:34
Zitat
henriette
Es ist deine Lebenszeit, ich meine, so wie ich deine Postings empfunden habe, dass du genügend Zeit in einem Job verbracht hast, der dich mürbe macht. Love it, change it or leave it…. Alles Gute

Ich sehe das genau wie henriette. Es ist deine Lebenszeit, und die wird nicht länger, sondern kürzer! Wenn man einmal erlebt hat, wie glücklich einen ein Job machen kann, der erfüllend ist und sinnstiftend - ich glaube, dann wird vieles andere unwichtig, die Urlaubstage oder (sofern man es sich leisten kann) auch die Höhe des Gehalts. Ich hatte das mal für wenige Jahre (und habe es leider wegen Umzugs aufgegeben). Ich kann nur sagen: wenn es dein Traumjob ist, spielen die 8 Stunden mehr keine Rolle mehr, du wirst so viel mehr Energie und Kraft und Freude in deinem Leben haben, das wiegt alles andere auf.

Nichts kann so auszehren wie das Gefühl, im Job keine Wertschätzung zu bekommen und sich nicht entwickeln zu können oder vor sich hin zu vertrocknen. Schlimmstenfalls entwickelst du eine Depression und verschwendest Jahre deines Lebens darauf, da wieder heraus zu kommen.

Du schreibst so anders von diesem neuen Job, so viel lebendiger, vorfreudiger, gelöster, dass ich sagen würde: unbedingt ausprobieren! Es kann nur besser werden.




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