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  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Jadestern
Status:
schrieb am 02.06.2021 09:09
Zitat
Impala-34


Und man muss auch ein dickes Fell haben, wenn man eben nicht halbtags als Mutter arbeitet und es anders macht. Unterschwellig wird ja doch unterstellt, dass man eine Rabenmutter ist. Ist doch auch hier so. Als Vollzeitarbeitende erfolgreiche Frau hat man also entweder einen Burn Out, keine gute Beziehung zu seinem Kind, ruiniert seine Gesundheit, das Kind leidet weil es krank in die Kita gesteckt wird etc.

LG Impala

Bisschen polemisch, finde ich...aber das hatte ich erwartet zwinker trotzdem schade dass du das nun aus dem Kontext reißt um die Stimmung aufzuheizen...

Wie schon geschrieben, ich werte das nicht, habe es aber erlebt und habe tatsächlich Kinder darunter leiden sehen. Das es nicht möglich ist in unserer Gesellschaft einen "Karrierejob" zu haben ohne oben genannte Einschränkungen finde ich extrem schade und würde ich mir wirklich anders wünschen. Aber die Realität sieht anders aus. Gleichberechtigung sollte für beide Partner möglich sein ohne das jemand (egal wer) darunter leidet. In unserer Arbeitswelt ist das momentan nicht realisierbar, da müssten sich schon sehr viele Dinge ändern und nicht nur die Geschlechterrollen. Solange Karrierejobs nicht ohne enormen Zeitaufwand außer Haus möglich sind, sehe ich nicht wie das gehen soll, außer einer (Frau? Mann? Kind?) steckt zurück.

Bei meinem Beispiel des Kindes das 50h in der Kita war jede Woche, waren übrigens beide Elternteile an der Karriere arbeiten, beide als Juristen....hätte nun einer verzichten sollen?


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   Impala-34
Status:
schrieb am 02.06.2021 10:00
Zitat
Jadestern
Zitat
Impala-34


Und man muss auch ein dickes Fell haben, wenn man eben nicht halbtags als Mutter arbeitet und es anders macht. Unterschwellig wird ja doch unterstellt, dass man eine Rabenmutter ist. Ist doch auch hier so. Als Vollzeitarbeitende erfolgreiche Frau hat man also entweder einen Burn Out, keine gute Beziehung zu seinem Kind, ruiniert seine Gesundheit, das Kind leidet weil es krank in die Kita gesteckt wird etc.

LG Impala

Bisschen polemisch, finde ich...aber das hatte ich erwartet zwinker trotzdem schade dass du das nun aus dem Kontext reißt um die Stimmung aufzuheizen...

Wie schon geschrieben, ich werte das nicht, habe es aber erlebt und habe tatsächlich Kinder darunter leiden sehen. Das es nicht möglich ist in unserer Gesellschaft einen "Karrierejob" zu haben ohne oben genannte Einschränkungen finde ich extrem schade und würde ich mir wirklich anders wünschen. Aber die Realität sieht anders aus. Gleichberechtigung sollte für beide Partner möglich sein ohne das jemand (egal wer) darunter leidet. In unserer Arbeitswelt ist das momentan nicht realisierbar, da müssten sich schon sehr viele Dinge ändern und nicht nur die Geschlechterrollen. Solange Karrierejobs nicht ohne enormen Zeitaufwand außer Haus möglich sind, sehe ich nicht wie das gehen soll, außer einer (Frau? Mann? Kind?) steckt zurück.

Bei meinem Beispiel des Kindes das 50h in der Kita war jede Woche, waren übrigens beide Elternteile an der Karriere arbeiten, beide als Juristen....hätte nun einer verzichten sollen?

Ich habe geschrieben wie ich das empfinde was Du und andere hier über "Karriere-Mütter" schreiben und das ist legitim. Denn diese (Vor)urteile begegnen mir nicht nur hier sondern auch im Real Life, auch wenn sie mir da keiner ins Gesicht sagt.
Überrascht bin ich allerdings von Deiner Aussage, dass Du es (von mir?) erwartet hast, dass ich Deine Aussage angeblich aus dem Kontext reiße um die Stimmung aufzuheizen. Aha! Ich habe mich in diesem Thread vor meinem Posting nicht geäußert und empfinde das doch als befremdlich, was Du mir hier vorwirfst. Es ist ja nicht so (hoffe ich smile), dass ich hier ständig als polemische Hetzerin wahrgenommen werde. Eigentlich bemühe ich mich um sachliche und höfliche Beiträge.

Tenor dieses Threads ist jedoch, dass es unmöglich ist als Frau mit Kind(ern) Karriere zu machen, ohne dass es vorwerfbar ist.
Ja es ist schwer, aber solche Bemerkungen - die natürlich (!!!) wertend sind - helfen in keiner Weise. Du willst nicht ersthaft behaupten es sei keine Wertung, wenn Du schreibst, dass Kinder krank in die Kita gebracht werden und das verknüpft wird mit der Kariere der Mutter? Natürlich ist das wertend, auch wenn Du das Gegenteil schreibst.

Ja die Gesellschaft macht es einem nicht leicht (habe ich im Übrigen auch geschrieben), aber diese Abwertung von Frauen die als Mütter eben Karreie machen, geht mir durchaus auf den Keks. Und der Tenor war hier doch: So was gibt es einfach nicht, darf es doch nicht geben, denn da schauen wir jetzt mal ganz genau hin, da muss doch was faul sein. Die hat doch einen Burn Out oder ruiniert ihre Gesundheit, vernachlässigt ihr Kind etc. etc.

(tw. wieder gelöscht, da persönlich)

Der Anspruch auf eine betreute Grundschule wird kommen ebenso wie der Anspruch auf einen Krippenplatz oder Kindergartenplatz in den letzten Jahren gekommen ist. Die Infrastruktur wird ausgebaut werden etc. Die Gesellschaft kann sich nicht leisten auf die Arbeitskraft der Hälfte der sehr gut ausgebildeten Bevölkerung über Jahre hinweg zu verzichten. Insoweit bin ich für die kommenden Generationen durchaus hoffnungsvoll.

Bitte nicht zitieren, die persönlichen Dinge werde ich später wieder herausnehmen.

LG Impala


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.21 16:39 von Impala-34.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   henriette
schrieb am 02.06.2021 10:15
wie wäre es denn, wenn sich beide das teilen? Was mich am meisten stört, dass es hier in Deutschland nach wie vor so ist, dass Karriere und Mutter immer negativ konotiert ist, Karriere und Vater aber überhaupt nicht. Und überhaupt, was bedeutet eigentlich Karriere? In sinnlosen, pseudowichtigen Meetings einen auf dicke Hose machen sicher nicht.... Und auch Kinder sind nicht unbedingt immer das Zentrum des Universums, um das sich alles dreht. In Frankreich funktioniert das doch auch ganz gut.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Maral
schrieb am 02.06.2021 10:23
Zitat
Geheimnisse
Frage ich Frauen in meinem Umfeld heißt es immer: Karriere will ich nicht machen, Personalführung schon gar nicht.

Ich sag dann meist nicht viel. Ich habe Personalführung, aber nur 9 Mitarbeiter. Der Job ist nicht schlecht, Studium ohnehin Voraussetzung, aber Karriere ist was anderes.

Ab und zu bewerbe ich mich, aber irgendwie scheine ich in einer Sackgasse geraten zu sein. Extern wird meine Qualifikation kaum gebraucht, intern ist die dienstliche Beurteilung entscheidend. Diese ist
durchschnittlich. Leider wissen meine Chefs auch nicht was ich besser machen kann, damit ich eine bessere Beurteilung bekomme.

Ich langweile mich, ich brauche andere Aufgaben….gut es jemanden ach so? Der tatsächlich Karriere machen wollte, wo es aber nicht klappte? Die Frauen in meinem Umfeld wollten alle gar nicht…ich bin scheinbar ein Alien

In der Ferne sehe ich ein paar erfolgreiche Frauen, da frage ich mich immer, was haben die mir voraus…vielleicht nur einfach Förferer/Netzwerke gehabt? Achso. die 10 ICSIS und 6 Kryos waren auch nicht ohne, haben mir aber die süßesten Kinder der Welt gebracht.

Ich würde auch nicht wollen / wollte nicht, habe mich bewusst gegen eine finanzierte und angebotene Fortbildung entschieden. Ich finde das jetzt alles ehrlich gesagt, zumindest hier nicht so problematisch. Zumindest hier in der Großstadt können die Kinder von 6-18 Uhr, in manchen kitas sogar bis 21 Uhr betreut werden. und ja, es gibt auch "Karrieremütter" und viele Väter, die mit eingebunden sind. sagt auch keiner etwas. Ganztag an Grundschulen , darauf haben alle einen Anspruch. Das Kinder den ganzen Tag im Ganztag sind, ja, dazu schon. Ich bin da zwiegespalten. Das hängt vom Kind ab, denke ich. Das ist verdammt anstrengend und ist nicht für jedes Kind etwas. Ich glaube auch, das ist eher das Problem, weshalb manche keine Karriere machen. und das trifft zumindest auch auf mich zu. ich wollte unbedingt möglichst viel Zeit mit dem Kin in Anspruch nehmen. ich wäre nicht zufrieden gewesen, wenn ich es jeden Tag von 7 bis 18 Uhr in der kita betreut gewusst hätte. nicht, weil ich gedacht hätte, dass es ihm schadet, sondern weil ich zuviel verpasst hätte, und weil ich für mich denke, dass ihm das gut tat. er war ja eh schon Verhältnismässig lange. Und ich habe den Eindruck, so geht es hier vielen Frauen. es hätten mehr Karriere gemacht, wenn sie zumindest einen Teil im Homeoffice verbringen könnten, oder mit weniger Zeitaufwand verbunden wäre. Generell habe ich den Eindruck, sind mehr Frauen zur Karriere breit, wenn dafür der Vater zuhause ist oder die Oma zumindest. an der Betreuungsmöglichkeit liegts hier def. nicht. manche rudern auch zurück, wenns in die Grundschule geht, die Kinder sind mittags kaputt, wollen keinen Ganztag mehr, die Eltern einen blick auf die Schulaufgaben haben, obwohl auch das inzwischen hier komplett outgesorced werden kann. Bei mir war halt ganz klar, ich bekomme kein Kind, um es in der Woche am Tag 2 Std und am Wochenende zu sehen. Oder da auch nicht, wenn ich auf Geschäftsreise wäre. es hätte mich unglücklich gemacht. und ich habe, zumindest in meinem Umkreis den Eindruck, dass dieses Gefühl eher die Frauen teilen als die Männer. warum auch immer. ein weiterer Grund ist, das ganz pragmatisch entschieden wird. Das Kind soll zuhause betreut werden. Trotz der Möglichkeiten. Das ist tatsächlich noch relativ stark verbreitet. Zumindest ab 15 Uhr. und der Mann verdient halt oft einfach mehr.
Daher: hier schauen wenige, wenn die Frau Karriere macht, viele wollen es gar nicht, Hürden senken für die, die es wollen, wäre Gerechtigkeit beim Verdienst und mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Arbeitsorten, wie es bspw in Holland ziemlich selbstverständlich ist. Dort lebt ein Bekannter: Homeoffice ist normal. und es interessiert nur, dass die Arbeit gemacht ist. Egal wann und in welcher Zeit.


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  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   henriette
schrieb am 02.06.2021 10:36
Ich habe die geschäftlichen Aufenthalte mit Übernachtung immer sehr genossen, Pause vom anstrengenden Kindergartenkind, bzw. noch anstrengenderen Schulkind mit allem, was dazu gehört. Das hat mir Kraft gegeben, mich dann wieder dem anstrengenden Kindergartenkind, bzw. dem noch anstrengenderen Schulkind zu widmen.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Maral
schrieb am 02.06.2021 11:16
Ja, das gibt es sicher auch. Ich denke halt, dass bei uns die theoretischen Möglichkeiten ganz gut gegeben sind, von Verdienstgleichbehandlung und flexibler Arbeitsgestaltung mal abgesehen, um karriere machen zu können, auch als Frau, wen man denn möchte. die Frage ist eben, was macht einen zufrieden. und danach sollte man gehen. da erlebe ich halt viele, die einen Halbtags/ 3/4 Arbeitstag als das Optimum erleben zwischen Beruf und Kind um zufrieden zu sein.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Jadestern
Status:
schrieb am 02.06.2021 11:46
Ich finde es weiterhin schade dass du mir unterstellst ich würde Karrierefrauen verurteilen, das habe ich in keiner Weise getan Impala-34 und das empfinde ich eben als polemisch und aufheizend, wenn man etwas unterstellt dass nicht geschrieben wurde.

Aber an deinen Rechtfertigungen und persönlichen Ausführungen kann man schon ganz gut sehen, dass dich dieses Thema sehr "nervt" wie du sagst und da bist du vielleicht einfach sehr sensibilisiert.

Ich habe es nicht gewertet und auch nicht verurteilt, ich habe dargestellt wie die Realität ist. Die Wertung nimmt jeder selbst vor. Und das die Kinder krank in der Kita waren werfe ich keinesfalls den Müttern vor, aber den Arbeitgebern, die es negativ auslegen, wenn Mutter oder Vater wegen krankem Kind fehlen und so die Karriere behindern. So DAS ist MEINE Wertung der Sache. Welche Möglichkeiten hat die Mutter oder Vater denn dann, wenn es nicht akzeptiert wird dass man Karriere machen kann UND auch mit krankem Kind zuhause bleiben?

Ich freue mich ehrlich dass du das so toll hinbekommen hast und keiner darunter gelitten hat, ich finde da hast du Glück. Denn für viele Familien ist das nicht so möglich und ich finde da sollte man daran arbeiten und ob die Kinderbetreuung der einzige Stellschlüssel ist an dem man drehen sollte bezweifle ich.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   lucky*3
schrieb am 02.06.2021 14:39
ich finde das prima wenn Väter sich intensiver ums Kind kümmern und die Mutter schnell nach der Geburt wieder beruflich ansetzen kann wo sie kurz davor war. Aber bei einem bleibe ich - wenn beide intensive Berufe haben, dann bleiben andere Dinge auf der Strecke.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   lucky*3
schrieb am 02.06.2021 14:44
egal


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.21 14:47 von lucky*3.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   inken74
Status:
schrieb am 02.06.2021 15:23
Eigentlich ist die Rechnung ganz einfach:
Ein Tag hat 24h entspricht 100%. Jeder darf entscheiden, wieviel % des Tages man wofür einsetzt. Wenn unter‘m Strich ALLE mit der Verteilung zufrieden sind, perfekt! Wenn nicht, hat MEINE Erfahrung gezeigt, dass bei „den Karrierefrauen“ 1. 0% des Tages für me-time übrig blieb und 2. die Mütter, und leider auch manchmal (!) die Kinder, unglücklich über den Anteil der Mama/Eltern-Kind-Zeit waren.
Ob das jetzt wertend ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Liebe Grüße


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   Impala-34
Status:
schrieb am 02.06.2021 17:31
Ich finde es weiterhin schade, dass Du schreibst, Du hättest erwartet, dass ich hier Deiner Auffassung nach polemisch werde, wohlgemerkt in einem Thread in dem ich mich vor Dir überhaupt noch nicht geäußert hatte. Das war dann wohl nach Deiner Argumentation polemisch?

Und wenn ich von meinen Erfahrungen berichte ist das in Deinen Augen eine Rechtfertigung, wenn Du von Beobachtungen berichtest, ist das nur die Realität.
Vor allem da Du eine einzelne Beobachtung verallgemeinert hast.
Ich glaube Dir durchaus, dass Du glaubst Du wertest nicht. Ich kann nur sagen wie es bei mir ankommt. Und dafür möchte ich bitte nicht verurteilt werden.

Ich könnte jetzt natürlich auch von meinen Beobachtungen berichten in denen Mütter, die keine Karriere machten und nicht Vollzeit arbeiteten, zum Teil Hausfrau waren, zum Teil Teilzeit arbeiteten, ihre Kinder krank in die Kita gegeben haben. Gibt es alles. Ist immer kacke.

Und ich persönlich denke eben, dass die Akzeptanz mal mit einem kranken Kind zuhause zu bleiben höher ist, als viele meinen, vor allem, wenn man einen bestimmten Status bereits erreicht hat. Und da muss man eben schauen, wenn der Vater einen wichtigen Termin an diesem Tag hat, dann bleibt die Mutter zuhause, wenn die Mutter einen wichtigen Termin hat, bleibt der Vater daheim und zieht sich nicht darauf zurück, dass seine Arbeit ja viel wichtiger ist und sein AG das ja auf KEINEN Fall dulden wird.
Woher will er das denn wissen, wenn er es nicht ausprobiert. Und gerade wenn VIELE Männer das machen würden, dann gäbe es eben keinen Geschlechternachteil mehr, da der AG ja nicht weiß ob Papa oder Mama mit dem Kinde zuhause bleiben wird.
Zu Zeiten meiner Eltern hat der Vater einen halben Tag (!) oder später einen ganzen Tag (!) Urlaub bekommen wenn seine Frau ein Kind bekommen hat. Heute ist es doch gesellschaftlich anerkannt, dass Väter zumindest die zwei Monate Elternzeit nehmen, Und je mehr Männer mehr Elternezit nehmen, mit kranken Kindern daheim bleiben oder auch nachmittags Care-Arbeit übernehmen, desto mehr wird das anerkannt werden.

Und ich glaube, wenn so ein "Karrierepapa" tatsächlich mal mit seinem kranken Kind daheim bleiben würde, würde er wahrscheinlich von allen Seiten gelobhudelt, wie ein Superheld gefeiert und von der Firma als Aushängeschild der Familienvereinbarkeit gefeiert smile. Würde einer Frau eher nicht passieren.

Das sollte man halt mal ausprobieren, aber ich sehe durchaus, dass das von beiden Seiten bisher oft nicht gewollt ist.

Ich glaube wir sind in der Sache gar nicht so weit auseinander, denn auch ich denke, dass es allein mit der Kinderbetreuung nicht getan ist und dass in den Köpfen was passieren muss. Bei Männern, bei Frauen und bei den AG. Ich glaube aber auch, dass man nicht immer den bequemsten Weg gehen kann, sondern eben auch die Männer (und deren AG) immer und immer wieder in Sachen Kinderbetreuung und Gleichberechtigung fordern muss, auch wenn es echt mühsam ist.

Ich gebe auch Lucky soweit recht, dass alles für beide gleichzeitig nicht geht. Aber das ist doch immer so im Leben.
Aber mal ehrlich. Eine Frau ist z.B. Mitte 40, sie muss noch über 20 Jahre arbeiten. Die Kinder sind nicht mehr ganz klein sondern vielleicht so 10 und 12 Jahre. Es ist gerade mal ca. die Hälfte des Arbeitslebens vorbei. Der Mann hatte die letzten 10-20 Jahre Zeit an seiner Karriere zu arbeiten. Und wenn er jetzt mal sagen würde: So ich reduziere auf 30 Stunden, selbst wenn es bedeuten würde, dass er in der Karriere etwas runterrutscht? Dafür übernehme ich mehr Care-Arbeit? Wenn die Frau dann ihre Energie mehr in die Arbeit einbringen kann, wenn sie das so will?
So als Gedankenexperiment?

Auch deshalb habe ich geschrieben, dass Karriere zum einen bei der Berufswahl anfängt und sich bei der Partnerwahl fortsetzt.

Ich möchte bitte nicht missverstanden werden. Keine Frau und kein Mann soll oder muss "Karriere" machen. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn man sagt, dass man dazu keine Lust hat, man die Verantwortung vielleicht nicht tragen will, andere Interessen hat, in der Familie aufgeht. Das ist doch alles legitim. Ich kenne ausreichend Menschen mit und ohne Kinder, Männer und Frauen, die brauchen und wollen das nicht. Das ist doch super, wenn jemand sein Leben so lebt, dass er glücklich und zufrieden ist.
Wenn man aber den Wunsch verspürt, dann ist er nicht weg, "nur" weil man Kinder hat und dann sollte man alles versuchen um nicht unzufrieden zu werden.

Ich denke, damit habe ich meine Meinungs ausreichend kundgetan.

LG Impala


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.21 17:35 von Impala-34.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   Poldi91
schrieb am 02.06.2021 18:15
Meine Erfahrung ist, dass es sehr viele Kinder gibt, die nicht gerne in die Betreuung gehen, sondern lieber zu Hause Mittag essen und danach Hausaufgaben zu Hause erledigen können, verabreden, mit Freunden treffen. Meine Beiden z.B. wären todunglücklich, wenn sie länger in die Betreuung müssten. Das war hier schon öfter Thema. Und wir haben es jetzt so akzeptiert. Was nützen mir traurige, völlig überforderte Kinder? Und das ist hier im Bekanntenkreis keine Seltenheit. Natürlich gibt es auch die Kinder, die gerne in die Betreuung gehen. Aber gehen wir jetzt mal von meinem Fall aus.

Dazu kommt meiner Meinung nach ein riesengroßes Problem: es ist hier nämlich nicht selbstverständlich, dass Väter nach Geburt der Kinder in Teilzeit gehen. Ich spreche jetzt nicht von den obligatorischen 2 Monaten Elternzeit, die hier gerne alle mitnehmen. Wo dann die Väter das aber in der Regel als zusätzlichen Urlaub sehen, also Arbeiten erledigen, die schon länger liegen etc. Also nix mit Papa ist jetzt in Elternzeit und nimmt das Kind. Wie dem auch sei. Zurück zum Thema. Das Problem liegt meiner Meinung einfach darin, dass sobald die Mütter wieder arbeiten gehen, die Väter zeitgleich Stunden reduzieren sollten, damit sie mit in die Betreuung und allem drum und dran mit eingebunden werden. Damit die Kinder eben nicht 40 Stunden in die Kita usw. müssen. Damit würde meiner Meinung nach nämlich eine große Entlastung für die Mütter stattfinden. Sie würden sich nixjt mehr so viele Gedanken machen, ob ihr Kind zu viel fremdbetreut wird und verzichten ggf. darauf mehr zu arbeiten, weil sie ein schlechtes Gewissen haben oder einfach merken, dass das Kind nicht glücklich ist in der Fremdbetreuung. Ich glaube auch, dass zeitgleich die Männer zufriedener wären, weil sie mal was anderes sehen und hören als "nur" ihren Job und die Rolle des Hauptverdieners abgeben würden, somit auch eine große Last. Das ist so meine eigene Theorie zu dem Thema.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   pmami
schrieb am 02.06.2021 20:17
Liebe Impala,

die Ausgangsfrage in diesem thread war eigentlich "Warum schaffe ich es nicht als Mutter beruflich Karriere zu machen?". Das hat eine Mutter gefragt, die durchaus gerne erfolgreich und Vollzeit im Job arbeitet, mehr erreichen möchte, gleichzeitig Kinder hat und feststellen musste, dass Karriere (oder gerne auch einfach nur Berufstätigkeit) und Kinder eben doch nicht so einfach zu vereinbaren sind, wie wir Frauen das gerne hätten.

Ich habe in keinem Beitrag hier gelesen, dass den Müttern, die es trotz dieser Schwierigkeiten schaffen, unterstellt wird, sie seinen Rabenmütter.

Fakt bleibt allerdings, dass eine Karriere auch heute noch meist mit einer vierzig Stunden Tätigkeit einhergeht, nach oben hin natürlich unbegrenzt. Und Fakt ist auch, dass ein Kind dann, gleich ob im Kindergarten oder in der Schule in der Woche mindestens fünfzig Stunden fremdbetreut werden muss, denn sonst kommt es rechnerisch mit Pausenzeiten, Hin- und Rückweg und noch der ein oder anderen Überstunde nicht hin. Und natürlich führt das bei Kindern nicht zu Bindungsschäden. Dazu bedarf es ganz anderer Faktoren. Aber ich kann mich da nur dem anschließen, was Poldi gesagt hat - mein Sohn ist neun Jahre alt und geht nach der Schule in den Hort. Schon immer - auch schon zu Kindergartenzeiten - hat er darauf bestanden, dass er um 15:00 Uhr abgeholt wird. Ich hatte also drei Optionen: ich hole ihn jeden Tag um 15:00 Uhr ab. Da ich um acht mit ihm aus dem Haus gehe und eine halbe Stunde zur Arbeit fahre, bleiben mir dann exakt sechs Stunden am Tag zum Arbeiten. Um 14:30 Uhr muss ich den Stift fallen lassen, um rechtzeitig um 15:00 Uhr wieder am Hort zu stehen. Das ist eine dreißig Stunden Woche. So habe ich jahrelang gearbeitet und das hatte Auswirkungen auf meine "Karriere" und meine Gesundheit. Option 2 wäre gewesen, dass mein Mann die Abholung übernimmt und dafür seine Karriere zurücksteckt. Option 3 wäre gewesen, dass wir beide unsere Karriere weiter verfolgen und unser Sohn zurücksteckt und bis 17:00 Uhr im Hort bleibt.

Natürlich hat auch mein Mann mal ab und zu den gemeinsamen Sohn abgeholt, keine Frage. Wir teilen uns das schon recht gerecht auf. das ändert aber nichts daran, dass es auf unser beider Karrieren Einfluss hat. Mein Mann hat damals, als der Kleine gerade zu uns gekommen war eine Beförderung abgelehnt, weil er dann längere Fahrtzeiten hätte in Kauf nehmen müssen. Ein Kollege von ihm hat zwei Kinder, beide Eltern arbeiten in derselben Branche, wie mein Mann und ich. Beide arbeiten nicht mehr Vollzeit. Weil es nicht anders geht. Eines der Kinder ist sehr krankheitsanfällig und war seit letztes Jahr März nicht im Kindergarten wegen Corona. Kindkranktage nützen da auch nix mehr. Da muss man halt zurückstecken. Dieser Freund ist beruflich mindestens genauso fähig, wie mein Mann (sagt mein Mann). Die Beförderung, die meinem Mann nach zwei Jahren erneut angeboten wurde (und die er dann angenommen hat) hat der Kollege nie erhalten.

Dass Männer sich mehr einbringen oder sogar genauso einbringen ist deshalb auch kein Allheilmittel. Es führt vielleicht zu mehr Gerechtigkeit in der Ehe, aber das war es dann auch schon. Und der Blick nach Frankreich oder Schweden hilft eben auch nicht weiter, wenn man für sich ganz persönlich aus individuellen Gründen und ganz wertungsfrei zu der Entscheidung gekommen ist, das Kind nicht bis 17:00 Uhr in Schule, Kindergarten oder Hort oder betreuen zu lassen.


Viele Grüße pmami


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 02.06.2021 20:19
Und wenn wir schon beim Thema Väter sind, es gibt viele wie mich die Alleinerziehend sind und der Vater es tatsächlich als ausreichend ansieht wenn man die Kids nur alle 14 Tage am WE hat.

Dann wohnt man auf dem Dorf und schon hat man ein Problem.

Hort gibts bei uns erst seit diesem Schuljahr. Vorher war verl. GS bis 13:30 Uhr.

Und leider sind wir auch das Paradebeispiel, erst jammert der Vater rum, dann schwierige Verhältnisse weil ich ja gegangen bin.
Also Wechselmodell schied aus weil es einfach nicht läuft.

Vater wechselt Jobs wie es ihm beliebt ohne Rücksicht auf Kinder, von Mo-FR arbeiten ab in die Gastro, oh Gastro blöd mag die neue Ehefrau auch nicht also wieder Wechsel. Und die Stunden der Kinder sind von 3x die Woche auf alle 14 Tage Sa-Mo und in der anderen Woche zusätzlich Mo. und der Mo stört eigentlich auch der wird auch bald weg sein.

Wenn die Kinder krank sind kommt nie aber auch nie das der Vater mal die Kinder nimmt, also habe ich auch hierfür die volle Verantwortung.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   katrina
schrieb am 07.06.2021 19:42
Karriere war bei mir schon aufgrund der Berufswahl anfangs völlig unmöglich (Pflegeberuf). Habe dann aber studiert (anderes Fachgebiet) und danach immer nur halbtags gearbeitet. Hat mir auch immer gereicht bei zunehmender Kinderschar. ABER: nun sind sie größer und ich habe durch ein überraschendes Projekt zwischendurch Blut geleckt und dachte, da muss noch mehr gehen und habe letztes Jahr ein berufsbegleitendes Masterstudium begonnen. DAS gepaart mit Corona hat mich natürlich komplett an meine Grenzen gebracht und ich habe nicht nur einmal an meiner Entscheidung gezweifelt. Nach wie vor bin ich nur halbtags beschäftigt (auch ÖD) und da ist keine Aufstockung in Sicht. Das ist auch ein Grund für das weitere Studium, ich erhoffe mir einfach bessere Chancen mit einem weiteren Abschluss. Leider war auch eine kürzliche Bewerbung auf eine (super interessante) Vollzeitstelle erfolglos, was mich echt frustriert hat. Dafür hab ich viel nachdenken müssen, wie ich das mit den Kindern hinbekomme - es wäre aber gegangen weil sie wirklich schon größer sind und aber auch meine Mutter notfalls einspringen könnte (bin auch mehr oder weniger alleinerziehend, Noch-Mann wohnt zwar in der Nähe aber naja...).
Ich werde jetzt 47 und habe immer nur halbtags gearbeitet. Mich ödet es an und ich möchte nicht noch 20 Jahre so weitermachen. Zumal es finanziell auch nicht der Brüller ist. Karriere ist vielleicht nicht ganz der Begriff, den ich wählen würde, aber ich möchte wertgeschätzt werden in meiner Arbeit, interessante Dinge tun und adäquat entlohnt werden.
Liebe Grüße




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