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  Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   Geheimnisse
schrieb am 29.05.2021 21:00
Frage ich Frauen in meinem Umfeld heißt es immer: Karriere will ich nicht machen, Personalführung schon gar nicht.

Ich sag dann meist nicht viel. Ich habe Personalführung, aber nur 9 Mitarbeiter. Der Job ist nicht schlecht, Studium ohnehin Voraussetzung, aber Karriere ist was anderes.

Ab und zu bewerbe ich mich, aber irgendwie scheine ich in einer Sackgasse geraten zu sein. Extern wird meine Qualifikation kaum gebraucht, intern ist die dienstliche Beurteilung entscheidend. Diese ist
durchschnittlich. Leider wissen meine Chefs auch nicht was ich besser machen kann, damit ich eine bessere Beurteilung bekomme.

Ich langweile mich, ich brauche andere Aufgaben….gut es jemanden ach so? Der tatsächlich Karriere machen wollte, wo es aber nicht klappte? Die Frauen in meinem Umfeld wollten alle gar nicht…ich bin scheinbar ein Alien

In der Ferne sehe ich ein paar erfolgreiche Frauen, da frage ich mich immer, was haben die mir voraus…vielleicht nur einfach Förferer/Netzwerke gehabt? Achso. die 10 ICSIS und 6 Kryos waren auch nicht ohne, haben mir aber die süßesten Kinder der Welt gebracht.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   Hamamelis71*
schrieb am 29.05.2021 22:55
Ich bin da auch der falsche Ansprechpartner

Netzwerke und Förderer, das ist tatsächlich wichtig.

Bist du im öd? Wegen der Sache mit den Beurteilungen komme ich drauf.

An deiner Stelle würde ich mich immer intern weiterbilden und die Augen und Ohren offen halten. Wie alt bist du? Wie alt sind die Kinder?

Vor meinem Sohn habe ich 18 Jahre Vollzeit gearbeitet. Jetzt mag ich meinen tz Job im öd, den habe ich mir nach der Elternzeit ausgesucht. Ich wollte viel Zeit fürs Kind haben. Nächstes Jahr werde ich evtl umgesetzt. Wahrscheinlich werde ich höhergruppiert und stocke Stunden auf. Aber das ist eine zufällige Entwicklung. Hat jetzt auch nix mit Karriere zu tun. Ich war nie besonders ehrgeizig, immer zufrieden mit dem wie es war. Aber ich nutze aus Interesse unsere vielen internen Schulungen

Warum wäre dir Karriere so wichtig? Wie definierst du Karriere?


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   kleinkruemel
schrieb am 30.05.2021 00:08
Ja, ich wollte auch Karriere machen. Und ja, bin auch gescheitert Ich wars nicht hauptsächlich, weil ich es nicht schaffe, meine Ansprüche als Mama mit denen als Karrierefrau zu vereinbaren und mich für Mama entschieden habe. Vielleicht wird es später nochmal. Du bist jedenfalls kein Alien!


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   Geheimnisse
schrieb am 30.05.2021 11:22
Danke für eure Antworten. Weiterbildung habe ich jahrelang betrieben, da kann ich kaum mehr machen.

Wenn ich drüber nachdenke fehlt mir ein höheres Einkommen nicht so besonders. Ich bin mit unserem Haus / Autos zufrieden, ich brauche keine Luxusvilla oder irgendwelche teuren Schlitten.
Es sind die Aufgaben, die mich anöden, die ich als sinnlos empfinde. Mangelnde Gestaltungsspielräume.

Und die hätte ich auf einer etwas höheren Stufe mehr. Das ist wohl der Knackpunkt.

Ja, es ist öD. Wahrscheinlich hätte man es sich vor Eintritt vor zwanzig Jahren auch denken können. Die Sicherheit und das regelmäßige, auch nicht schlechte Einkommen werden eben erkauft. Die Herausforderungen gibt es woanders. Wollte ich ja damals nicht, wegen Kinderwunsch. Damals war die Kinderbetreuung ja noch nicht so wie heute ausgebaut. Das es so ein steiniger Weg werden würde war ja unklar. Auch da war ÖD sicher hilfreich.

Naja, schauen wir mal. Warten wir es ab. Da es hier nach Dienstalter geht und nicht nach Leistung (wurde mir so gesagt ) ist abwarten nicht das Schlechteste. Nur befürchte ich, dass wir bis dahin umorganisiert werden. Ist aus meiner Sicht längst überfällig.

Das war ein therapeutisches Schreiben.


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  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   Geheimnisse
schrieb am 30.05.2021 11:26
Ach ja, ich bin 48 und die Kinder sind 13 und 9. Ich arbeite seit einem Jahr Vollzeit, davor 30 Stunden. Mit Putzfee. Ich habe in der Hoffnung aufgestockt, neue Aufgaben dazuzubekommen. War aber nichts.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   mjuka
schrieb am 30.05.2021 14:30
In meinem Umfeld ist eine (einzige) Frau, die im Aufsichtsrat eines Großkonzerns sitzt.
Sie hat schon immer hervorragende Netzwerke, in die allerhöchsten "Ränge". Sie sagte mir mal, dass es "da oben" sehr, sehr einsam sei und andere Frauen Karrieren auch verhinderten. Ohne gute Netzwerlke gehe gar nichts. Daher würde sie auch bei ihren Töchtern dafür sorgen, dass sie gleich in den "richtigen" Kreisen sind.

Ansonsten sind "echte" Chefinnen rar gesät. Schulleitungen, Bereichsleitungen und so was schon, aber "so richtig" oben nur die eine.

Ich glaube, ehrlich gesagt, im mittleren Alter geht ohne Netzwerke nichts. Jung, weiblich und gut ausgebildet, da geht grad was... Aber sonst ist es schwierig und im ÖD erst recht.

Viel Glück und vor allem Erfolg bei deinem Vorhaben
mjuka


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   isolde35
Status:
schrieb am 30.05.2021 16:34
Ich würde sagen, es hängt davon ab, wie du "Karriere machen" definierst. Das kann man ja an verschiedenen Punkten festmachen, am Gehalt, am Rang, am Verantwortungsbereich usw. Für mich bedeutet Karriere machen, den Beruf zu finden, den man richtig gerne machen möchte und der einem ein Gefühl der Erfüllung gibt. Bei dir klingt es nicht so, als wäre das in deiner jetzigen Position der Fall und dann ist glaube ich auch schwierig, weiter voranzukommen. Vielleicht kannst du überlegen, dich neu zu orientieren, den Beruf nochmal zu wechseln oder dich vielleicht selbständig zu machen?

isolde


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   cora167
schrieb am 30.05.2021 16:56
Im ÖD sind die Beurteilungen ja idR quotiert. Daher bin ich auch leer ausgegangen bei den beiden letzten Malen, da andere „dranner“ waren als ich. Zum Trost gab es dann wenigstens eine Leistungsprämie.

Ich bin zwiegespalten, eigentlich würde ich schon gern noch die nächste Stufe nehmen, dann hätte ich auch Personalverantwortung und deutlich mehr Aufgaben als jetzt. Auf der anderen Seite sind meine Kinder noch kleiner (7 und 4) und gerade mit Corona hätte ich noch mehr Aufgaben kaum bewältigt. Ich habe Angst, dass in 3-5 Jahren der Zug für mich abgefahren ist. Bin momentan auch unzufrieden und fühle mich unter Druck, etwas zu ändern.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   HulksMother
schrieb am 30.05.2021 18:40
Ich hab von 20 bis ende 30 ALLES für die Karriere gemacht. Fortbildungen, Auslandsprojekte, Ehrenamt im Berufsverband, Tagungen organisiert, Forschungsstipendien bekommen- und immer wieder erlebt, wie weniger bis unqualifizierte Leute auf Posten dank Vitamin B gehoben wurden. Ich hab mich dann mit 42 auf das Kind konzentriert und allen Ehrgeiz sein gelassen.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   akazie76
schrieb am 30.05.2021 18:42
Früher hätte ich auch gerne Karriere gemacht. Als ich dann Kinder bekommen habe, war das für mich aufgrund von Vereinbarkeit einfach nicht machbar. Erstens wäre es von der Kinderbetreuung her nicht machbar gewesen und zweitens habe ich auch den Anspruch an mich, für meine Kinder da zu sein und das wäre nicht nach meinen Vorstellungen gegangen, wenn ich mehr gearbeitet hätte. Ich arbeite jetzt Teilzeit und der Job ist ok, aber jetzt nicht das erfüllendste auf der Welt. Ich habe aber inzwischen schon soviele Menschen gesehen, die echt viel für die Arbeit gegeben haben und letzten Endes dann doch einfach mal rausgeschmissen wurden, da bin ich froh, dass ich den Schwerpunkt auf Familie gelegt habe und nicht auf ein Unternehmen, das mich am Ende doch nicht schätzt. Das, was ich meinen Kindern gegeben habe und sie mir, kann uns keiner mehr nehmen.
Kannst du dich nicht anderweitig umorientieren? Anderes Aufgabengebiet? Andere Behörde? Wechsel in die Industrie? Oder eben doch warten, dass die Zeit es richtet?


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 30.05.2021 22:26
Hallo, naja Karriere zu definieren ist ja je nach Berufszweig schwierig.

Für mich war schon beim Abschluss meiner Ausbildung (Zahnarzthelferin) klar das reicht mir nicht, auch vom Verdienst her.
Also erst mal in die Zahntechnik da fehlte es mir an persönlichen Kontakt zu den PatientenIch wars nicht also zurück in die Praxis und da war dann aber klar „nur Assistenz“ ist nicht meins (ich hoffe ich trete keiner Kollegin auf den Schlips).

Also ging es gleich bei den Bewerbungen los dass ich sagte auf keinen Fall rein als Stuhlassistenz ich möchte Weiterbildungen besuchen. Also gleich Prophylaxe und direkt danach den kompletten Verwaltungsbereich. Man muss auch sagen dass mir damals schon klar war mit dem Durchschnittsgehalt einer normalen ZFA kommt man nicht weit. Letztendlich bin ich Allrounder in der Praxis geworden, habe QM Erfahrungen auch als Auditorin. Und dazu kommt ein massiver Personal Notstand so dass ich mit meinen Fortbildungen gerne genommen werde.
Vor den Kids war ich bei der höchsten Weiterbildung angekommen die es damals für mich in der Verwaltung gab. Jetzt gibts noch den Fachwirt.
Aber ehrlich mit Kids hab ich da aktuell kein Nerv dafür. Müsste viel online Schulung machen oder regelmäßig 2h mit dem Auto zur übernächsten Kammer die diese Weiterbildung anbietet.

Aktuell habe ich tatsächlich den AG gewechselt in eine neu eröffnete Praxis mit einer Zahnärztin die mich nicht nur als „Helferin“ sieht sondern es ist einfach arbeiten auf gleicher Augenhöhe, ich halt in der Verwaltung und sie im Zimmer.
Wir haben schon 5 Jahre vorher gemeinsam in einer Praxis gearbeitet und das passt einfach, sie weiß was ich leiste, wir kennen unserer Arbeitsweise, wir vertrauen uns und ich habe dadurch jetzt auch mehr Stunden die allerdings auch flexibel sind und teilweise im HO. Ich werde in viele Dinge einbezogen was Führung betrifft.

Aber wie du siehst es ist eine Mischung aus „Karriere vor den Kids aufbauen“, Eigeninitiative und Vitamin B ist auch nicht zu unterschätzen, wir ZFAs kennen doch immer eine aus anderen Praxen usw. ich bekomme tatsächlich auch Anfragen aus anderen Praxen.
Das alles aber eben auch weil in unserer Branche es an Personal mangelt.

Im öD ist das alles ja auch noch mal ganz anders.
Ich kann dich aber verstehen ich bin eben auch jemand der kein Stillstand mag, ich brauch Herausforderungen den Fachwirt mache ich definitiv aber erst wenn die Kids auf der weiterführenden Schule sind.

Also so ein richtigen Tipp habe ich nicht dafür kenne ich mich im öD nicht genug aus. Aber wie gesagt ich verstehe dich! Vll wäre es ja auch tatsächlich mal interessant sich außerhalb des öD umzusehen?

Lg


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   ninek
schrieb am 30.05.2021 22:45
Ich glaube, das Problem liegt hier vor allem im ÖD. Ich habe immer dann Karriere gemacht, wenn ich mich in der freien Wirtschaft auf Posten beworben hatte, die etwas über meinen Qualifikationen lagen und dort dann auch Herausforderungen gefunden. Wenn freie Wirtschaft nicht in Frage kommt, würde ich beispielsweise in einer anderen Kommune nach einer etwas höheren Anstellung suchen. Ich bin inzwischen glücklich in der Kommunalverwaltung, Karriere ist mir zu stressig. Aber hier kann man intern zwar den Chef beerben, aber u.u. wird man bei der Neubesetzung auch mal übersehen -und dann kommt von außen jemand mit exakt der gleichen Qualifikation wie du. Für komplette Neustrukturierung ist man hier zu träge...


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   Geheimnisse
schrieb am 31.05.2021 03:15
Vielen Dank für eure Antworten. Ich ziehe da einiges raus. Ja, weiblich, jung, gut ausgebildet…da geht was. Das jung trifft auf mich nicht zu, vielleicht gehöre ich zu einer „lost Generation“? Als es für mich wichtig war, gab es kein Mentoring, keine Frauenförderung, nur Grauköpfe. Die Frauen meines Abijahrjangs wurden damals bevorzugt Lehrerin, weil es eben so schön leicht mit Familie zu vereinbaren ist. Ich war ehrgeiziger.Warum später dann doch öD mit einem sehr gutem BWL-Studium? Lag an meinem Mann…damit wir unsere Familienträume erfüllen. Und ich habe mich darauf eingelassen….tja, Weichenstellung falsch.Selbst schuld. Andererseits habe ich die Kinder…ob damals auch Karriere mit Kindern gegangen wäre? Aus meiner damaligen Sicht nicht. Vielleicht wieder falsche Weichenstellung..

Die Bedeutung von Vitamin B habe ich auch sehr lange massiv unterschätzt, da habe ich bei uns auch schon Dinge beobachtet…Cora 167, was du schreibst, kommt mir auch sehr bekannt vor, als ob wir die gleiche Institution als AG hätten…

Hulks mother, das kommt mir leider auch bekannt vor.

Und nun? Freie Wirtschaft schwierig. Erstens nach 20 Jahren öD doch versaut, hinzu kommt das Problem der Nachversicherung in der Rentenversicherung.Verschlechtern will ich mich ja auch nicht. Kommunalverwaltung beobachte ich, dort gibt es für mich aber nur sehr wenige Jobs, die in Frage kommen. Diese werden häufig an Leute mit Parteibuch vergeben, das habe ich nicht. Also auch hier wieder Vitamin B.

Das könnte aber trotzdem noch eine Chance sein, wobei ich da gerade ein Vorsstellungsgespräch hatte. Das ist letzten Endes angeblich daran gescheitert, dass ich die verwaltungsinternen Prozesse nicht kenne… fand ich komisch. Anscheinend „musste“ man mich einladen, und man wollte doch jmd. mit Erfahrung in der Materie.

Dass Frauen sich gern gegenseitig selbst behindern habe ich auch schon festgestellt.

Alles in allem werde ich wohl mit dem Status quo abfinden müssen. Mglw. werde ich zu der Einstellung gelangen, dass ich unter meinen Voraussetzungen eben nicht weiter kommen konnte. Als ich zwanzig war sah es so aus, als ob ich mit 50 nicht mehr leben würde. Und nun habe ich doch zwei Kinder und lebe in gesicherten Verhältnissen. Das ist doch was. Karriere wurde mir in der Familie auch nicht gerade vorgelebt, ich denke, das ist auch ein Punkt. Das Unternehmergen, der Stallgeruch, das ist das, was Mjuka meint.

Vielen Dank für eure Antworten, ich fand alle hochinteressant.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
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   pmami
schrieb am 31.05.2021 08:08
Nur mal kurz von mir: Ich bin aufgewachsen mit der Vorstellung, Frauen könnten beides haben, Familie und Karriere. Heut weiß ich, dass dies die größte Lüge unserer Generation ist. Ich habe meinen ersten Sohn noch während des Studiums bekommen und angefangen (selbständig) zu arbeiten, als er noch nicht ganz drei Jahre alt war. Ich war lange alleinerziehend und habe daher immer nur maximal mit 30 Stunden arbeiten können. Normal sind in meiner Branche 60 Stunden (auch wenn ich der Meinung bin, dass da die ausgedehnten Mittagessen, die dann auch mal zwei Stunden dauern können, mit eingerechnet sind, wähend ich im Büro durchgeackert habe und mir erst zu Hause völlig ausgehungert eine Scheibe Brot reingestopft habe).

Als mein Großer sechzehn war und ich mittlerweile einen neuen Mann kennengelernt hatte, wollten wir noch ein Kind. Ich habe also jahrelang wieder nur maximal 30 Stunden gearbeitet während meine jüngeren männlichen Kollegen an mir vorbei gezogen sind. Das zweite Kind war anstrengender als erwartet und nach vier oder fünf Jahren bin ich in einen burn out gerutscht. Danach habe ich nochmal vier Jahre mich weiter gequält. Corona und das Homeschooling im ersten Lockdown brachte letztes Jahr die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht. Ich habe mit über fünfzig meine selbständige Tätigkeit aufgegeben. Jetzt habe ich plötzlich Lust und die Idee etwas Neues und Anderes zu machen. In viel kleinerem Umfang natürlich. Aber etwas, was mir Spaß macht (hoffentlich).

Es ist also nie zu spät, den Status Quo zu ändern. Das wollte ich Dir nur sagen. Und Dich ermutigen, unkonventionelle Ideen zu denken, was Deine berufliche Zukunft angeht.

Viele Grüße pmami

ETA: So gesehen habe ich es, um Deine Ausgangsfrage zu beantworten, durchaus "nicht geschafft Karriere zu machen". Allerdings bin ich jetzt glücklicher und zufriedener als auf dem Höhepunkt meiner "Karriere", was immer das Wort Karriere auch bedeuten mag.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.05.21 15:16 von pmami.


  Re: Bin ich die einzige, die Karriere machen wollte es aber nicht schaffte?
no avatar
   Hamamelis71*
schrieb am 31.05.2021 11:48
Liebe Geheimnisse,

die Tätigkeit im ÖD hat ja auch viele Vorteile, er bedeutet ja auch finanzielle Sicherheit und eigene finanzielle Absicherung (du bist auf diese Weise finanziell eben nicht von Deinem Mann abhängig). Wie schon geschrieben: viele haben sich in der freien Wirtschaft jahrelang den Popo aufgerissen und sind dann doch entlassen worden, weil der Standort geschlossen wurde.

Bis zur Rente hast Du noch Zeit und kannst schauen, was Dir in Deinem Bereich Spaß machen würde.

Vielleicht gibt es ja doch schnöde Weiterbildungsmöglichkeiten für Dich - ich habe in den letzten 10 Jahren bei internen Schulungen unendlich viele nette Leute kennengelernt und mir eine Art internes Netzwerk aufgebaut. Und man bekommt durch unsere internen Schulungen auch etliche innerorganisatiorische Informationen/Strömungen, die für die Zukunft interessant sind. Ich melde mich jetzt für viele interne Schulungen einfach an, auch wenn es für meine tägliche Arbeit nicht immens wichtig ist - aber ich ziehe meistens viele neue Informationen raus.

Versuche Dich vielleicht intern noch etwas besser zu vernetzen, dann weißt Du, wer wann geht, befördert wird usw. Ich erfahre auch sehr viele Sachen über unsere Gleichstellungsbeauftragte.

Eine Freundin mit Promotion ist vor einiger Zeit von der Wissenschaft in die Verwaltung gewechselt, weil sie endlich eine Entfristung wollte. Die Stelle hörte sich zunächst für sie ziemlich langweilig an, mittlerweile findet sie das Thema sehr spannend und hat viel bewegt. Und die Frauenquote war für sie bei der Bewerbung ein Pluspunkt - mittlerweile wird hier sehr auf Gleichstellung und Frauenförderung geachtet. Vielleicht entwickelt sich das bei Euch auch in diese Richtung. Du hast ja noch Zeit - noch sind Deine Kinder nicht erwachsen und benötigen jetzt noch Deine Zeit und Deine Zuwendung!

Eine junge Professorin war neulich über ihre Stelle irgendwann gar nicht mehr so glücklich - viel Verwaltungsarbeit und Organisatorisches, weniger Forschung, weniger Zeit für die Kinder usw.

Ja, und manchmal sind die Kinder die Karriere. Viele Frauen in Führungspositionen, die ich in den letzten Jahrzehnten erlebt habe, mussten sich irgendwann für Kinder oder Karriere entscheiden. Karriere wird sicherlich in den nächsten Jahren leichter für junge Frauen, aber wir müssen uns mit den derzeitigen Gegebenheiten arrangieren und das Beste aus der Situation machen - wir haben ja nur das eine Leben. Mein Mann hat Karriere gemacht, aber ich habe dafür viele schönen Stunden mit unserem Sohn verbracht. Diese Zeit wird mir nie wieder jemand nehmen. Eine Bekannte hat Karriere gemacht, aber sie musste ihren Sohn immer Vollzeit betreuen lassen - jetzt ist sie traurig, dass sie die schönsten Jahre mit dem Kind nicht erlebt hat und nicht so ein tolles Verhältnis zu ihrem Sohn hat. Es hat alles zwei Seiten.

Es ist schön, dass es dieses Forum gibt und man so einen schönen Austausch hat.




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