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  Kindsvater verhält sich wie ein Kindergartenkind
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   Carina1980
schrieb am 16.05.2021 09:05
Hallo,

ich möchte mal ganz kurz meine Lage beschreiben. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mit eine Idee geben, die ich noch nicht hatte.

Ich bin 40 und alleinerziehend mit einer 10-jährigen Tochter. Ihren Vater habe ich verlassen, als sie 6 Wochen als war, weil er pflegeintensiver war als unserer Baby.....und mich bestohlen hat.....und mich belogen hat.........
Seitdem wechsel ich in seiner Gunst zwischen zwei Rollen. Ab und zu mache ich alles richtig und ich soll mich gut um unsere Tochter kümmern. In diesen Momenten habe ich das Gefühl, dass mich und seine erste Familie sogar zurück haben möchte (er hat inzwischen ein zweites Kind mit einer anderen Frau).
In anderen Momenten (z.B. wenn ich ihm durch eine Mutter-Kind-Kur ein Wochenende wegnehme, unsere Tochter ohne ihn vorher zu fragen mit in eine andere Stadt nehme, nicht zustimme, wenn er spontan mit ihr Umgang haben möchte oder mich auf die Seite unserer Tochter stelle, wenn sie bedingt durch aktuelle (unsachliche) Auseinandersetzungen gerade nicht mehr über das Wochenende zu ihrem Vater möchte, ich sie nicht jeden morgen dusche, ich nicht seinen Anweisungen als Kindsvater folge) und vor allem, wenn er mit seiner neuen Lebensgefährtin mal nicht streitet irgendetwas zwischen einer schlechten Mutter und dem Teufel persönlich.
Er hat in der Vergangenheit nicht davor zurückgeschreckt, unsere Tochter nach einem kurzen Umgang einfach nicht mehr zurückzugeben und mich in ihrer Gegenwart als Hure, Nutte, Schlampe, krank und vergleichbares zu beleidigen. Seine Neue macht das meistens alles mit und wartet geduldig, bis er sich wieder abgeregt hat und unterstützt ihn in seinem Anspruchsdenken.
Er versucht mir vorzuschreiben, wie ich als Mutter unserer Tochter zu leben habe.
Er ruft, wenn ich das Gespräch in ähnlichen Situation verweigere regelmäßig meinen Vater an, beschwert sich bei ihm oder quatscht ihm auf die Mailbox, dass er jetzt alles über unsere Familie wisse und wie schlecht wir wären.
Er sagt unserer Tochter, dass weder ich noch mein Vater sie wirklich lieben würden und wir sie nur ausnützen würden.
Alles, was ich tun würde, wäre um ihn zu ärgern und ich hätte ihn damals nur genommen, um ein Kind mit ihm zu bekommen.....

Meine Tochter ihrerseits reagiert inzwischen auch mit Kontaktreduktion zu ihm, wenn er mal wieder "neben sich steht". So hat sie sogar darauf verzichtet, zu seinem Geburtstag bei ihm zu sein oder ihn zum Vatertag anzurufen (wir sind gerade in Kur). Sie sagt zu anderen Müttern offen, dass ihr Vater sagt, dass ich als Mutter sie nicht lieben würde, so klar ist für uns diese Realität. Bei unserem Umfeld stößt das entsprechend abwechselnd auf Mitleid und auf Irritation.

Meine Hauptangst ist, dass unsere Tochter in dieser Situation überfordert ist (sie hat bis 6,5 Jahre jede Nacht in die Windeln gemacht, legt sich bis heute mit ihren Lehrerinnen an, anstatt deren Hilfe anzunehmen und ist aktuell fast in der Versetzung gefährdet.

Bedingt durch meine 30-Stundenstelle und die Eigenschaft als Alleinerziehende habe ich (gefühlt) oft nicht genug Möglichkeiten das zu kompensieren und ausreichend für sie da zu sein.

Corona und das homeschooling macht die Situation nicht leichter.

Ich bin vor etwa 2 Monaten dazu übergegangen, nur noch den schriftlichen Weg der Kommunikation zu suchen, als es vor Ostern noch einmal richtig eskaliert ist (er meint, er kann sie jederzeit und von jedem Ort abholen, ohne es mit mir abzusprechen). Da er auf SMS kaum reagiert, keine Email hat und das persönliche Einwerfen von Briefen (wir wohnen in der selben Stadt) als Belästigung empfindet und ansonsten im Zweifel nicht genug deutsch kann, um deutsch zu schreiben ist das recht schwierig. Im Moment versuche ich eine feste Ferien- und Wochenendregelung über das Jugendamt zu bekommen (erste Hälfte er, zweite ich, ...) um zumindest darüber nicht mehr kommunizieren zu müssen.

Eine Vermittlung, die ich auf Anraten des Jugendamtes eingeleitet habe vom Kinderschutzbund hat er vor 3 Wochen abgelehnt.

.....so versuche ich gerade über eine Mutter-Kind-Kur wieder Energie zu tanken und einfach einmal durchzuatmen.

Mein Ex schießt wirklich nur gegen mich, hat ein ziemlich großes Ego und wünscht seiner Tochter alles Gute und zumindest zeitweise mir alles schlechte.


Er stellt nicht genug, an, dass ich das gemeinsame Sorgerecht anfechten könnte und macht mir so das Leben ziemlich schwer.



vielleicht kann mich hier jemand verstehen und kann so eine Situation schon aus der Vergangenheit heraus betrachten und mir ein paar Ratschläge geben.



Carina


  Re: Kindsvater verhält sich wie ein Kindergartenkind
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   pmami
schrieb am 16.05.2021 10:06
Hallo Carina,

wenn es nicht möglich ist, mit dem Vater vernünftig zu kommunizieren, dann ist das natürlich für Dich anstrengend und für Deine Tochter hochproblematisch. Das Problem ist, dass Du daran vermutlich nichts ändern kannst, weil Du den Vater nicht ändern kannst.

Um das gemeinsame SR würde mir jetzt erst einmal weniger Gedanken machen. Wenn die Anmeldung auf die weiterführende Schule erfolgt ist, gibt es eigentlich kaum noch große Entscheidungen die anstehen. Alltagsdinge kannst Du immer selbst entscheiden. Das Problem ist nicht das SR sondern der Umgang und den kannst Du auch mit alleinigem SR nicht beschränken.

Beschränken oder ausschließen kann den Umgang nur ein Gericht. Das ist ein denkbarer Weg, aber wenn Du ihn gehen willst, brauchts Du einen langen Atem, einen guten Anwalt und starke Nerven. Und Du wirst Deine Tochter in das Verfahren involvieren müssen, anders geht es nicht.

Wenn Du den Weg nicht gehen willst, hast Du eigentlich schon alles getan, was Du tun kannst. Du achtest auf Dich selbst und Deine Tochter (Kur), Du versuchst das Jugendamt zu involvieren, Du vermeidest direkte oder telefonische Kontakte mit dem KV, Du stärkst Deine Tochter. Mehr gibt es einfach nicht und im Grunde wirst Du das, so schwer es ist, akzeptieren müssen.

Du kannst noch nach einer therapeutischen Unterstützung für deine Tochter suchen. Das ist vermutlich sinnvoll, aber es erfordert eben immer, dass das Kind dafür bereit und aufgeschlossen ist. Sonst kannst Du es vergessen.

Dein Vater kann den KV blockieren, so dass keine Anrufe mehr bei ihm landen. Du selbst kannst Dir ein Prepaid Handy besorgen, dass nur für die Kommunikation mit ihm verwendet wird. So bist Du erreichbar, wenn es notwendig ist (z.B. wenn die Tochter bei ihm ist), aber Du kannst das Handy auch einfach ausstellen, wenn Du keinen Bock auf ihn hast.

Im Grunde kannst Du jetzt schon überlegen, ob auch deine Tochter ein solches Prepaid Handy bekommen soll.

Und danach bleibt nicht viel mehr, außer Dir ein dickes Fell anschaffen. In etwa vier Jahren kommt Deiner Tochter in die Pubertät. dann werden die Karten eh neu gemischt, was den Vater angeht und zwar von ihr selbst. Der längere Weg liegt also eigentlich schon hinter Dir. Vielleicht hilft es Dir auch ein wenig, Dir klarzumachen, wie viel Du eigentlich schon geschafft hast.

Viele Grüße pmami


  Re: Kindsvater verhält sich wie ein Kindergartenkind
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   henriette
schrieb am 16.05.2021 10:10
Hallo,

mach dich doch mal mit dem Begriff „narzisstische Störung“ vertraut und wie man sich aus den Fängen eines solchen Menschen befreien kann. Ich denke, das könnte dir bekannt vorkommen, Alles Gute


  Re: Kindsvater verhält sich wie ein Kindergartenkind
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 16.05.2021 16:50
Hallo,

ich habe eine ähnliche Situation. Ich bin seit zwei Jahren mit dem psychologischen Dienst unseres JA im Kontakt und sämtliche Absprachen erfolgen über diese so dass wir uns gemeinsam dort treffen und die Therapeuten (wir haben zwei weil „schwieriger Fall“) immer die Rolle der Mediatoren einnehmen.

Vor zwei Wochen ist es eskaliert und er verweigert jetzt diese Treffen.
Er rennt halt jetzt zum Anwalt und soll er, wenn was vors Familiengericht geht werden nämlich genau die zwei Damen eh angehört.

Die Kinder haben seit letzter Woche eine eigene Therapeutin die mit den anderen zwei in Kontakt steht und auch über das Landratsamt gestellt wird. Die Treffen sind eher spielerisch und altersgerecht, finden aktuell 1x die Woche statt.

Mehr kann ich nicht tun. Mein Kopf ist freier da ich weiß an wen ich mich wenden kann und eben die Kids haben auch Glück mit ihrer Therapeutin sie finden sie ganz toll!

Das mit dem 2. Handy ist ne gute Idee, behalte ich im Hinterkopf.

Bei uns ist es halt so dass die neue Ehefrau die Zwillinge eigentlich nicht möchte wenn dann nur wenn deren Kind davon ein Nutzen hat.
Aktuelles Thema wir haben beide neue Jobs und im Sommer blöder weise fast die gleichen Ferienwochen Urlaub, er beharrt aber drauf dass er ja in seinem Urlaub die Kids möchte (was ok ist ich würde den Kids das nie nehmen endlich mal länger wie 2-3 Nächte beim Papa zu sein) aber er sie dann die ersten 3 Wochen sie überhaupt nicht möchte. Blöd wenn er sie normal montags und Dienstag bis mittags hat. Dass ich arbeite ist ihm scheiss egal, ich soll schauen wie ich es macht sei nicht sein Problem.
Seine Eltern (Rentner) wohnen auf dem gleichen Grundstück, seine Frau ist da aber sie möchten die Zwillinge nicht.

Und das obwohl keine Ferienbetreuung möglich ist wg Corona.
Seine Frau hat halt in den ersten drei Wochen die Tochter beim Vater und will einfach die Zwillinge dann nicht.
Aber so wird es ja nicht kommuniziert, man beharrt drauf dass er als erstes Urlaub genehmigt bekommen hat und ich jetzt Pech habe.

Seit Dezember war aber schon über die Psychologische Beratungsstelle darüber gesprochen worden dass ich eine neue Stelle zum 1.4 angefangen habe und daher nichts versprechen kann. Vor zwei Wochen bei den Treffen sagte ich wir lassen das in den ersten drei Wochen so laufen wie jetzt auch (es ist bei uns jetzt auch montags und dienstags keine Schule) und ich dann lediglich für Mittwoch und Freitag Vormittag jemand finden muss der auf die Kids aufpasst ggf dann auch teilweise Homeoffice machen kann.
Tja da war er nicht begeistert und jetzt steh ich da mit neuer stelle und hab auch niemand der die Kids Montag (ganztags) und Dienstag Vormittag nimmt.

Das sind alles Diskussionen die laufen über den Rücken der Kinder, und ist am Freitag erst recht eskaliert da er mitbekommen hat dass ich einen neuen Partner habe. (Der aber in der Zeit auch arbeitet)

Über gewisse Charakterzüge kann man nur sein Teil denken und den Kids Unterstützung suchen. Irgendwann sind sie alt genug und dann werden sie selber urteilen.

Lg und gutes Durchhaltevermögen!


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  Re: Kindsvater verhält sich wie ein Kindergartenkind
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 19.05.2021 06:45
Liebe Carina,
wie Henriette dachte ich auch sofort an das Bild einer narzisstischen Persönlichkeit(sstörung).
Ich habe so eine Situation nun 10 Jahre hautnah bei meiner Freundin mitbekommen. Es hat sie alle Kraft gekostet, sich emotional aus diesem Gefüge zu lösen, aber sie hat es geschafft. Die Zeit arbeitet für dich, denn deine Tochter wird älter und bekommt mehr und mehr Mitspracherecht. Im Fall meiner Freundin konnte so das Sprge- und Umgangsrecht komplett auf die Mutter übertragen werden, weil die Tochter den Umgang erst immer weniger, dann gar nicht mehr, wollte. Nun ist seit 2 Jahren das größte Ärgernis, dass der Vater, wann immer ihm danach ist, das Sorgerecht beantragen kann, sie wieder einen Anwalt bezahlen und den Schriftverkehr aushalten muss.

Gut, dass du schon Maßnahmen ergriffen hast, dich selbst zu schützen und in der MuKiKu Kraft zu tanken.
Alles Gute,
Juna




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