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  Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   GanzDurcheinander
schrieb am 21.02.2021 17:04
Hallo,

ich brauche etwas Brain-Storming mit ein wenig Kristallkugel. Das Thema treibt mich jetzt seit einigen Monaten um und raubt mir mittlerweile den Schlaf. Ich hoffe auf Ideen und Hinweise, die mir helfen eine Entscheidung zu treffen.

Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern 5 und 3 Jahre alt. Der Große wird im August 6, ist damit schulpflichtig, ist aber ein Flexi-Kind, das heißt ich kann formlos ohne Angabe der Gründe die Einschulung um ein Jahr aufschieben. Das muss ich bis spätestens 1. Mai machen. Nun lese und höre ich viel über Erstklässler, die letztes und dieses Jahr eingeschult waren und kaum was Positives. Alle sagen, ich solle die Einschulung vermeiden, weil die Schule, so wie sie jetzt läuft, dem Kind nichts bringt. Und mir auch nicht, da ich als Alleinerziehende im Homeoffice dann eben noch Home-Schooling machen muss. Ich bin mit zwei Kids ohne Familie im näheren Umfeld tatsächlich jetzt an meiner Belastungsgrenze. Ich habe Angst, dass zusätzliche Home-Schooling dann noch zum Zusammenbruch meinerseits führen würde.

Zu dem Kind selbst. Er ist kognitiv definitiv für die Schule reif. Er würde also die Lerninhalte ohne Frage packen. Und jetzt kommt das große ABER. Er kann nicht still sitzen, sogar beim Essen fällt er teilweise vom Stuhl, weil permanent in Bewegung. Er kann sich nicht lange konzentrieren, vor allem, wenn es um etwas geht, was ihn nicht interessiert. Hier maximal 5 Minuten, dann ist es vorbei. Seine Erzieherin im Kindergarten meint, dass es besser wäre, ihn ein Jahr länger im Kindergarten zu lassen. "Es würde ihm guttun, wenn er mal der Älteste in der Gruppe ist und nicht immer der Jüngste. Er hätte noch nicht das nötige Standing für die Schule. Und so ein Jahr obendrauf als Älteste würde sein Selbstbewusstsein stärken." Diese Einschätzung teile ich persönlich nicht ganz. Ja, er ist jetzt nicht der Mutigste unter der Sonne, aber dass er nur kneift, glaube ich auch nicht.

Das Kind selbst möchte eingeschult werden. Er hat viele Freunde unter den Vorschulkindern und ist jedes Mal sehr traurig, wenn ich sage, dass es vielleicht besser wäre, er würde noch ein Jahr im Kindergarten bleiben. Er möchte eingeschult werden, um mit seinen Freunden weiterhin zusammen zu sein. Andererseits möchte er aber weiter viel spielen, wie im Kindergarten. Was soll ich ihm dazu sagen? Wird in der Schule überhaupt noch gespielt zu Corona-Zeiten? Ich weiß es selbst nicht.

Meine Gedanken springen hin und her. Ein Tag denke ich mir, auf keinen Fall einschulen, das, was da läuft, ist ja keine Schule. Ich möchte ihm den Schulstart nicht versauen. An einem anderen Tag erzählt er von seinen Freunden, die neuen Schulranzen oder Schreibtisch bekommen haben und ist dann mega traurig bei dem Gedanken, dass es für ihn dieses Jahr möglicherweise nicht infrage kommt. Und ich denke mir, ob es richtig ist, ihm die Einschulung zu verwehren.

Was sagt ihr? Was würdet ihr in der Situation machen? Was denkt ihr, wie läuft es nächstes Schuljahr? Muss er da Maske tragen, muss er im Winter beim offenen Fenster frieren, muss er monatelang im Home-Schooling verharren? Ist es sinnvoll überhaupt oder soll ich mich über seinen eigenen Wunsch hinwegsetzen? Oder soll ich mich auf die Einschätzung der Erzieherin verlassen?

Ich danke euch für eure Gedanken im Voraus.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   henriette
schrieb am 21.02.2021 17:28
Ich bin, was Corona anbelangt eher pessimistisch, aber ich denke schon, dass ab Spätsommer eine gewisse Normalisierung eingetreten sein müsste, schliesslich werden ja täglich viele, viele Menschen geimpft, die Pflegeheime scheinen jetzt so ziemlich durchgeimpft, irgendwann müsste sich da was tun. Bei Kindern im Alter deines Sohnes kann sich in einem halben Jahr noch eine Menge tun, ist schliesslich etwa ein Zwölftel der gesamten bisherigen Lebenszeit... Wenn er in die Schule will und nicht wirklich gravierende Gründe dagegen sprechen, schick ihn vielleicht besser in die Schule, wie gesagt, in 6 Monaten kann noch viel passieren. Und wenn Corona immer noch so viele Einschränkungen bedeuten wird, ist das ja im Kindergarten alles ähnlich doof wie in der Schule. Ja, ich glaube, ich würde mein Kind anmelden. Unabhängig davon ist ja bis Mai noch ein wenig Zeit und dann müssten wir eigentlich zu Corona etwas mehr wissen... Müssten..... Und der Älteste zu sein, muss nicht unbedingt von Vorteil sein, da die Kinder dann oft überschätzt werden, schliesslich beträgt der Altersunterschied zum nächstjüngsten wenige Wochen...


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   Serena15
Status:
schrieb am 21.02.2021 17:37
Hallo,

es ist sicher sehr individuell. Ich habe ein Kind im KIGA und eins in der GS und würde das Kind definitiv im KIGA lassen wenn ich könnte. Natürlich fällt im KIGA auch vieles flach wie Ausflüge und feiern, aber die Kinder dürfen sich dort in ihren Gruppen frei bewegen, miteinander spielen usw. In unserer Schule hat die Schule nicht wirklich viel mit der Normalität vorher gemeinsam und ja, das homeschooling kann einen den letzten Nerv kosten, gerade wenn man alleinerziehend ist. Ich bin pessimistisch, dass im nächsten Jahr alles besser wird in den Schulen, denn man hatte ja auch den letzten Sommer ziemlich verschlafen und viele (ich auch) haben der Ankündigung der Politik Glauben geschenkt, dass es keinen total lockdown mehr geben wird.

LG


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   mjuka
schrieb am 21.02.2021 17:56
Wenn dein Kind in die Schule gehen will, lass ihn gehen.

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass ab September durch die Impfungen alles in Richtung Normalität geht. Ein Kind nicht einzuschulen, dass dies aber möchte, kann auch nach hinten losgehen.

Wegen der Zappelei: Beobachte das bite. Wenn es sich in der schule nicht ändert, ist ein Gedanke an ADHS nicht verkehrt. Wir haben damit zu lange gewartet und es entstand viel Leid dadurch bei meinem Kind.

Eine gute Entscheidung wünscht
mjuka


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  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   Blüte
schrieb am 21.02.2021 17:57
Ohne das Kind persönlich zu kennen, ist die Einschätzung ein pures Ratespiel, daher ein paar Fakten einer ehemaligen Grundschullehrerin.

Auch ohne Corona wird in der Schule viel verlangt. Es ist einer der größten Umbrüche, wenn nicht DER größte Umbruch im Leben der Erstklässler. Das ist deshalb nicht schlecht, aber es ist einfach so.
Der wesentliche Unterschied zwischen Kindergarten und Schule ist die Freiwilligkeit im Kindergarten und die Pflicht in der Schule. Der Stundenplan schreibt vor, ob Mathe, Deutsch oder sonst ein Fach dran ist, er schreibt vor, wie lange es dran ist, wie lange man sich konzentrieren muss usw. Auch die Selbstorganisation (Hefte, Bücher, Schultasche usw.) ist gefordert. Man kann nicht mehr einfach loslaufen, wenn man möchte. Am Nachmittag ebenso: Die Hausaufgaben stehen an, egal ob man spielen möchte oder nicht.
Ich schreibe das bewusst so überspitzt, weil die Erstklässler natürlich "abgeholt" werden ,Schule nicht nur Zwang ist und Pflicht, aber VIEL mehr Zwang und VIEL mehr Pflicht als der Kindergarten. Es bedarf also neben der kognitiven Fähigkeiten auch sehr viele Sekundärtugenden, um im Schulalltag zurecht zu kommen: Selbstdiszplin, Bedürfnisverzicht (auch wenn ich jetzt spielen will, geht es eben erst später), Frustrationstoleranz, Konzentrationsvermögen usw. Ohne diese Fähigkeiten, zumindest im Ansatz, wird Schule anstrengend. Natürlich werden die Kinder langsam hingeführt, aber es wird dennoch genug verlangt.

Die Aussage: Aber WILL doch eingeschult werden... bringt nicht weiter. Natürlich will ein Kind mit seinen Freunden zusammen in die Schule, die tollen Dinge wie Schulranzen, Schreibtisch usw. bekommen., groß sein... Das ist gut und legitim, ABER... ein Kind kann nicht beurteilen, ob es reif für die Schule ist. Es kann nicht abschätzen, was es dort leisten muss. Das ist eine Frage, die die Eltern entscheiden (oder die Schule, der Kinderarzt, der Amtsarzt, wer auch immer).
Ich höre auch IMMER beruflich aus allen Altersklassen, dass ein Kind eine Klasse NICHT wiederholen will... Auch hier...Natürlich nicht, es will die Freunde, die Klasse usw. nicht verlieren, dennoch ist es manchmal angeraten zu wiederholen.

Ich denke, ich würde unabhängig von Corona überlegen, ob das Kind mit einer Einschulung gut bedient ist. Corona kommt sozusagen erschwerend hinzu. Kinder, die Probleme mit dem Stoff usw. haben, haben durch den Stundenausfall durch Corona sicher oft noch mehr Probleme, je kleiner die Kinder sind, umso mehr, denn sie lesen sich ja nun mal nicht eben Aufgabenstellungen durch. Das heißt auch für dich mehr Arbeit mit dem Homeschooling, wie soll es ein Erstklässler denn alleine bewältigen?
Ob es im Herbst noch ein Thema ist... keine Ahnung, ich hoffe nicht, aber sicher bin ich mir nicht. Allerdings bin ich, wie gesagt, der Ansicht, dass man die Frage der Einschulung zunächst unabhängig von Corona beantworten sollte und DANN weitersehen. Was sagt denn der Kinderarzt zu dieser Frage? Das sind hierfür oft auch sehr gute Ansprechpartner.

Alles Gute!


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   Poldi91
schrieb am 21.02.2021 17:59
Jetzt mal aus der Glaskugel: man vermutet ja, dass bis Herbst alle durchgeimpft sind und der Winter wieder normaler verläuft. Soweit zur Glaskugel.

Ansonsten: die Schuleingangsphase geht ja 1-3 Jahre. Die meisten brauchen 2 Jahre, einige wenige 1 Jahr und einige 3 Jahre.
Ich finde seine Meinung sehr wichtig und auch, dass seine Freunde gehen. Das finde ich, darf man nicht unterschätzen.

Zum Thema still sitzen: ich glaube nicht, dass das ein Jahr später anders aussieht.

Unser Sohn ist letzten Sommer eingeschult worden. Und ich empfinde es überhaupt nicht als verschwendete Zeit oder das es nichts bringt. Absolut nicht. Er war immer ganz schüchtern wollte nicht auffallen. Das gesamte Vorschulprogramm im Kiga ist ausgefallen. Und er macht sich soooo super in der Schule!


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   GanzDurcheinander
schrieb am 21.02.2021 19:31
Vielen Dank für die Antworten! Das Forum hilft enorm die Gedanken zu sortieren!

@henriette, ja, ob und welchen Sprung er noch macht, weiß man nicht. Leider. Das erschwert die Sache. Ich muss mich bis zum 1. Mai entscheiden. Und dann stelle ich vielleicht im Spätsommer fest, dass es doch ein Fehler war. Nein, er hat nichts Gravierendes. Ganz normales Kind, Zappelphilipp, ja, aber auch pfiffig. Ich hätte Angst, dass er sich im Kindergarten langweilt, wenn er sich kognitiv noch weiter entwickelt und dann ein Jahr später in der Schule, wenn er bis dahin bereits lesen und schreiben kann, was ich nicht ausschließe. Ich wurde selbst mit 7 eingeschult und konnte bereits lesen, schreiben und rechnen. Das erste Jahr war für mich (und meine Lehrerin!) damals die Höhle. Ich habe mich zu Tode gelangweilt, war absolut unterfordert und habe oft den Unterricht sabotiert. Das ist nicht schön, und ich bin nicht stolz drauf, aber es ist nun mal Fakt.

@Serena15, genau das ist mein Gedanke dabei. Der Kindergarten, auch ohne die ganzen Ausflüge und die übliche Förderungen momentan immer noch schöner, als gar nichts bzw. Home-Schooling in Isolation. Ich wünsche ihm diese Unbeschwertheit, die er im Kindergarten jetzt noch hat. Ohne Masken, Abstand und Leistungsdruck. Mit viel Spiel und Freiheiten.

@mjuka, ja, das mit dem Zappeln habe ich auf dem Schirm. Ich hoffe immer noch, dass es sich rauswächst und er etwas ruhiger wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt zwinker

@Blüte, danke für Deine fachliche Sicht. Ohne Corona würde ich ihn definitiv einschulen. Das Aufschieben würde gar nicht zur Debatte stehen. Wie gesagt, kognitiv ist er reif. Dass er den Stoff nicht schaffen würde, habe ich überhaupt keine Bedenken.
"Selbstdisziplin, ... Frustrationstoleranz, Konzentrationsvermögen" - ich weiß, was Du meinst, aber da frage ich mich, ist es etwas, das irgendwann von allein mit dem Alter kommt? Oder ist es auch ein Stück Typsache? Ich meine, mein Großer wird sich wohl kaum noch zu einem ruhigen ausgeglichen Kerl entwickeln. Das merke ich insbesondere im Vergleich zu seinem kleinen Bruder, der bereits cool auf die Welt gekommen ist. Der Große war dagegen ein High-Need-Baby. Unterschied wie Tag und Nacht.
Mit dem Kinderarzt habe ich gar nicht darüber gesprochen. Aber er kennt ihn auch nicht. Er sieht ihn ein Mal im Jahr zu der U-Untersuchung und dann wenn es hochkommt, noch ein weiteres Mal mit einem Wehwehchen. Wie kann er da überhaupt etwas einschätzen? Eine Schuleingangsuntersuchung wird es dieses Jahr nicht geben, so steht es in dem Schreiben für die Einschulung drin. Nur für Kinder mit Auffälligkeiten und meiner zählt nicht dazu.

@Poldi91, ja, das mit dem Stillsitzen ist auch wahrscheinlich ein Wunschdenken von mir, dass es sich irgendwie von allein rauswächst smile

Danke noch mal an alle und falls jemand noch Erfahrungen oder Gedanken beisteuern kann, immer gerne.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 21.02.2021 21:03
Hallo,

Du beschreibst so ziemlich meinen Sohn, er war aber 6,5 Jahre bei der Einschulung.

Kita sagte auch lange, ohweh ob er das schafft.

Warst du mal beim Kia und hast Ergotherapie angesprochen?

Ich hatte es davon abhängig gemacht, er war ein Jahr vor Schulbeginn regelmäßig in Therapie.

Und er hat mega die Fortschritte gemacht! Konzentration viel besser, organisatorisch naaaaja er ist ein Bub Ich wars nicht es geht.

Ich hätte ihn nicht zurückstufen wollen da er massive Probleme gehabt hätte wenn seine Zwillingsschwester in die Schule gekommen wäre und er nicht.

Ich bin auch alleinerziehend und ich hatte echt bedenken ob die Kids ausgelastet genug sind, aber ja Schule schlaucht genauso wie Kita.

Zu Corona ich denke bis im September wird alles wieder recht normal verlaufen.

Lg


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   pmami
schrieb am 21.02.2021 22:54
Zitat
"Selbstdisziplin, ... Frustrationstoleranz, Konzentrationsvermögen" - ich weiß, was Du meinst, aber da frage ich mich, ist es etwas, das irgendwann von allein mit dem Alter kommt?

Meine Kinder sind im Oktober bzw. November geboren und ich habe beide erst in dem Jahr einschulen lassen, in dem sie sieben wurden. Dein Sohn wäre aufgrund des Geburtstmonats noch zwei bzw. drei Monate älter als meine beiden bei der Einschulung.

Meine Söhne sind beide kognitiv fit. Gelangweilt hat sich keiner von beiden Im Kindergarten. Die Entscheidung für die späte Einschulung war definitiv nicht falsch.

Dennoch ist die Entscheidung immer eine individuelle. Bei meinem Großen war ausschlaggebend, dass es kurz vor dem früheren möglichen Einschulungstermin zur Trennung von mir und seinem Vater kam und ich wollte, dass er diese einschneidende Veränderung verdaut und sich in seinen neuen Lebensumständen zurecht findet, ehe dann der nächste große Einschnitt kommt. Bei dem Kleinen war es so, dass aus er aus ganz anderen Gründen emotional und sozial mit sechs Jahren noch nicht auf dem Stand eines sechsjährigen war. Und da kann ich Deine obige Frage ganz klar beantworten: Ja, eine gewisse Reifeentwicklung kommt noch ganz alleine mit dem Alter. Natürlich wird dann aus einem hibbeligen sechsjährigen kein disziplinierter, konzentrierter siebenjähriger. Aber auch ein hibbeliger siebenjähriger ist trotzdem ein Jahr weiter als ein hibbeliger sechsjähriger.

Das kann Dir die Entscheidung nicht abnehmen. Es gibt gute Gründe für beide Optionen. Es gibt aber keine falsche Entscheidung. Du und Dein Kind werden mit beiden Entscheidungen gut leben können. Es ist ja nicht so, dass damit Weichen für das ganze Leben gestellt werden. Wenn die Einschulung doch zu früh war, kann er eine Klasse wiederholen. Wenn die Einschulung zu spät war, kann er eine Klasse überspringen. Das ist beides suboptimal und ich sage jetzt auch nicht, dass man sich keine Gedanken machen sollte, weil es die Möglichkeiten gibt, Klassen zu wiederholen oder zu überspringen. Was ich aber sagen will, ist, dass Du ruhig Zutrauen haben kannst zu Deiner Entscheidung, gleich, wie sie ausfällt.

Letztlich kennst du dein Kind am Besten und darauf kannst Du (musst Du) vertrauen.

Viele Grüße pmami


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   Merle_77
schrieb am 22.02.2021 04:13
Ich selbst wollte mit 6 Jahren mit einer Freundin eingeschult werden, die etwas älter war als ich. Ich wäre auch definitiv soweit gewesen. "Die Erwachsenen" haben entschieden, dass ich noch ein Jahr warten muss auf meinen regulären Termin (war zu DDR-Zeiten erst mit 7?), um eine andere Freundin "mitzunehmen", die man körperlich noch nicht für reif hielt. Ich war lange traurig, auch weil die bereits eingeschulte Freundin schnell neue Freunde hatte. Ich fand den Kindergarten ohnehin furchtbar, was wohl auch an der Kindergärtnerin lag. Noch heute denke ich, es wäre tatsächlich besser gewesen, mich gleich einzuschulen. Andererseits: Ich glaube nicht, dass es mir geschadet hat. Ich habe neue Freunde gefunden, hatte außerdem immer sehr gute Schulnoten.
Unter Berücksichtigung der kaum einzuschätzenden Corona-Situation würde ich an deiner Stelle mit der Einschulung deines Sohnes vermutlich noch ein Jahr warten.
Alles Gute!


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
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   klassa
schrieb am 22.02.2021 06:10
Was sagt die Schule?
Wir hatten Ende 2020 Gespräche in der Schule und sie haben uns zu 1 Jahr warten geraten. Kind bekommt seitdem auch Ergo.
Vorher hatten wir gedacht, na gut sie kann nicht so lange still sitzen aber das wird schon, das Kind ist so pfiffig, hat so viel Bock auf Schule.

Sie freut sich nun, dass sie länger in den Kindergarten bleiben kann. Weitere 3 Flexi-Kinder aus der Gruppe haben auch mittlerweile die gleiche Entscheidung getroffen.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
avatar    Jadestern
Status:
schrieb am 22.02.2021 09:19
Ich kann dir 2 Perspektiven bieten:

1. Kind wurde im Mai 6 und musste in die Schule, ich hätte mir gerade bei ihm gewünscht ihn noch ein Jahr später zu geben. Er war kognitiv und emotional zwar in weit genug, aber sehr verspielt und wenig motiviert zu lernen. Trotzdem hatte er keine Probleme in der Schule - AUßER: er hat genau das was du anspricht, motorische Unruhe, genau wie bei euch fällt er vom Stuhl, kann schwer still sitzen, lässt sich leicht ablenken und kann sich manchmal schlecht konzentrieren.
Wir haben ihn in die Diagnostik geschickt und es kam ein grenzwertiges ADHS raus, inklusive rechtschreibschwäche. Trotzdem kam er immer gut mit (ist jetzt 4. Klasse9 und geht bald aufs Gymnasium. Also, es verwächst sich manchmal eben NICHT zwinker

Meine Erfahrung ist: es liegt sehr am Lehrer ob er mit dem Gezappel klar kommt und wie dein Kind durch die Schule kommt, vor allem wenn es kein kompletter angepasster Selbstläufer ist. Einige Lehrer störte das gar nicht und ich bekam als Rückmeldung, dass andere Kinder in dem Alter auch motorisch unruhig sin. Andere Lehrer waren komplett genervt und sind nicht gut damit umgegangen, obwohl wir alles im Dialog und Zuhause versucht haben.

2. Kind wurde Ende Juli6 und ist als Kann (flexi?) Kind eingeschult worden, ist nun in der 2. Klasse und hat keinerlei Probleme. Er war kognitiv soweit, ich hatte allerdings beim Emotionalen etwas Zweifel. Er hatte eine schwierige Phase als es viele Lehrerwechseln in der 1. Klasse gab. Das hat ihn aus der Bahn geworfen, weil er sich durch das junge Alter noch sehr an die Lehrerin als Bezugsperson gebunden hat. wenn man das aber vorher weiß und gut im Auge behält sehe ich keine Probleme. Auch hier kommt es sehr auf den Lehrer an, ich habe da immer wieder versucht Verständnis zu erbitten, weil er einer der Jüngsten in der Klasse ist, das fällt kaum auf, da er sehr groß gewachsen ist.

Mein Fazit: am besten weißt du ob das Kind bereit ist, es kommt sehr auf die Lehrer an. Nimm die Schule zur Einschätzung mit ins Boot. Wenn die Schule gesagt hätte, er wäre nicht soweit hätte ich ihn auf keinen Fall als Kann Kind eingeschult. Die Schulen sehen viele Kinder und können das auch ganz gut einschätzen.

Außerdem haben alle Grundschulen die 1. und 2. Klasse als Übergangsklassen wo man relativ einfach zurück wechseln kann, wenn es nicht klappt. das habe ich bei beiden Kindern in den Klassen einige Male gesehen und das klappte sehr gut.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.21 09:24 von Jadestern.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
no avatar
   GanzDurcheinader
schrieb am 22.02.2021 13:01
Zitat
klassa
Was sagt die Schule?

Zitat
Jadestern
Mein Fazit: am besten weißt du ob das Kind bereit ist, es kommt sehr auf die Lehrer an. Nimm die Schule zur Einschätzung mit ins Boot. Wenn die Schule gesagt hätte, er wäre nicht soweit hätte ich ihn auf keinen Fall als Kann Kind eingeschult. Die Schulen sehen viele Kinder und können das auch ganz gut einschätzen.

Vielleicht war es üblich so früher? Bei uns gibt es dieses Jahr kein persönliches Kennenlernen der Kinder und Lehrer vor der Einschulung. So steht es in dem Schreiben von der Schule. Nur Übergangsbögen, wo die Kinder den Lehrern virtuell vorgestellt werden. Daher kann die Schule auch nichts einschätzen, denke ich. Es gibt auch keine Schuleingangsuntersuchung dieses Jahr. Das Kind kann durch Corona-Not- bzw. Nicht-Betreuung nicht im vollen Umfang von den Erziehern eingeschätzt werden (Wortlaut unserer Einrichtung), da die Kinder erst wochenlang nicht hingehen, und dann beginnt die Gruppendynamik von Neuem.

Also so richtig Hilfe von außen bekommt man im Moment nicht.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
no avatar
   MamaHH
Status:
schrieb am 22.02.2021 14:58
Hallo,

Aus eigener Erfahrung (Julikind) kann ich nur sagen, dass dieses eine Jahr unserem Sohn echt gut getan hat, was seine Entwicklung angeht. Es ist ein riesengroßer Unterschied. Unterschied zu Dir ist allerdings, dass er auch nicht in die Schule wollte. Hat sich im Nachgang ja mit Corona als Glück rausgestellt. Hier mussten die Eltern quasi nebenbei mal eben den kompletten 1. Klasse Stoff ihren Kids beibringen. Bei einigen gat das gut geklappt, bei anderen eher nicht so gut. Für die Eltern war es allerdings super stressig. Sie sind durch und noch ist kein Ende in Sicht. Wenn ich persönlich die Wahl hätte, würde ich zurückstellen. Leider müssen wir dieses Jahr einschulen. Hoffe bis dahin gibt es einen Strategiewechsel hin zu "wir müssen mit dem Virus leben". Von der Entwickung her (Konzentration, Verständnis etc.) kann ich zurückstellen empfehlen. Ausserdem schließen Kids in dem Alter auch noch schnell Freundschaften. Mit den Kids, die letztes Jahr eingeschult wurden, ist unser Sohn immer noch befreundet. Das klappt also trotzdem.


  Re: Einschulen oder nicht? Flexi-Kind.
no avatar
   ninek
schrieb am 22.02.2021 20:19
Ich hatte im ersten Lockdown zwei Kiga Kinder, dann kann meine Große in die Schule. Homeschooling und ein Kiga Kind ist richtig übel, neben einer Erstklässlerin sitzt du die ganze Zeit. Und die kleine will auch bespaßt werden. Im ersten Lockdown waren wir entspannt wandern, haben gebastelt und gebacken. Jetzt nervt es nur noch.

Ich hatte keine Wahl, hätte aber wegen Corona zur Rückstellung geraten. Sie sind sehr reglementiert in der Schule (Masken, Abstand, Regeln über Regeln) und alleine mit Mama lernen macht den wenigsten Spaß.

Ohne Corona hätte ich meine Tochter auch zurück gestellt: sie ist sehr schüchtern, anhänglich und traut sich wenig zu. Jeder Tag zusätzlich im Kindergarten war gut für sie. Zusätzlich war ihr beste Freundin und eine sehr empathische Lehrerin ein Glücksfall, so meisterte sie den Übergang ganz gut.

Aus der Erfahrung würde ich sagen: ein Kind muss in die Schule wollen, sich konzentrieren können, zuhören und Regeln akzeptieren und für sich einstehen/Hilfe holen. Je nach Kind sind aber auch Freunde, der Lehrer und die Klassengröße wichtige Kriterien.




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