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  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
no avatar
   Ok...
schrieb am 05.02.2021 10:08
Nächstes Mal suche ich mir als Trauma dann lieber den einmaligen Autounfall aus, damit ich meine PTBS auch rechtfertigen kann...
ICH finde es übrigens anmaßend, dass man einen Autounfall, bei dem letztlich niemand zu Tode kam, auch nur ansatzweise schlimmer einordnet als zb das Schicksal von Juna... (sorry, dass ich dich als Beispiel wähle...)

Und weil man individuell alles gut weggesteckt hat, hat man sich dennoch kein Urteil zu erlauben über andere... das ist das ewig währende unglaublich dumme Diskutieren darüber, wer es schlimmer hatte... und wer mehr Recht hat zu Trauern...

Ein Trauma entsteht aus Kontrollverlust... und jedes Trauma kann zu einer PTBS führen - ob euch das passt oder nicht, interessiert dabei leider keinen...

Und NEIN - alle anderen Diagnosen sind eben nicht statt dessen anzunehmen... weil sie völlig anders zu bewerten sind...


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   pmami
schrieb am 05.02.2021 10:24
Noch einmal: Ich spreche niemandem das Recht ab zu Trauern. Trauer ist aber etwas völlig anderes als ein Trauma.

Ich ordne auch nichts als schlimm oder schlimmer ein. Ich habe die Diagnosekriterien nicht festgelegt. Sie existieren.

Ich maße mir keinerlei Urteil über andere an. Ich frage mich allerdings mittlerweile ernsthaft, warum hier von einigen so empfindlich auf den Fakt reagiert wird, dass eine Kinderwunschbehandlung nicht die Kriterien für eine PTBS erfüllt. Warum muss es eigentlich unbedingt die PTBS sein?

Viele Grüße pmami


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   isolde35
Status:
schrieb am 05.02.2021 10:43
Von PTBS spricht man doch bei Soldaten, die aus Kriegsgebieten zurückkommen, oder?

isolde


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   berlink
Status:
schrieb am 05.02.2021 10:56
So man die ICD 10 richtig liest und anwendet, dürfte aus meiner beruflichen Erfahrung die - leider inflationär verwendete - Diagnose einer PTBS nicht für eine Kiwubehandlung per se verwendet werden. So wie ein wirklich traumatisierendes Ereignis (und auch der Begriff des Trauma wird heute bedauerlicherweise inflationär und oftmals falsch verwendet) nicht per se zu einer PTBS führt, führt auch Kiwubehandlung allein nicht geradlinig zu einer PTBS, sondern es müssen dafür gewisse Persönlichkeitsstrukturen vorhanden sein, ein Boden gewissermaßen vorhanden sei, wo solch ein Ereignis Symptome einer PTBS hervorrufen kann.
Beachtet man das Zeitkriterium, was leider vielfach nicht geschieht, darf man die PTBS nur dann diagnostizieren, wenn sie binnen 6 Monaten nach dem AKUTereignis auftritt. Insofern würde ich bei einer langfristigen und sicher schmerzhaften Kiwubehandlung mich einer anderen Diagnose, die die ICD 10 ja glücklicherweise bietet, bedienen. Da eben sehr oft mehrere Mosaiksteine zusammenkommen, um seelisch zu erkranken, finden sich da passendere Diagnosen.

Und zum eigentlichen Thema:
Das Einzige, was ich wegen meiner (sicher nur im Vergleich "harmlosen", weil nur ein paar Inseminationen, die kleine Bauchspieglung und 2 ICSIs) Kiwubehandlung verändert habe und was ich bedauere ist, dass ich meine fachspezifische Ausbildung danach ausgerichtet habe und den letzten Ausbildungsabschnitt lange nicht angetreten habe, weil ich dachte, ich kann nicht in eine andere Klinik gehen und dann gleich schwanger werden, das ist nicht kollegial. Denke ich auch heute noch, aber ich habe nicht gewusst, dass es eh länger dauert. Sonst wäre ich 2 oder 3 Jahre eher fertig gewesen und eher in einer anderen Position gewesen.
Wir sind dennoch in Urlaube gefahren und haben uns, trotz dass ich dann schon 34 war, nicht von der Kiuwbehandlung bestimmen lassen. Wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich schon 40 gewesen wäre, aber für mich gab und gibt es keinen nachvollziehbaren Grund mit Anfang 30 oder Mitte 20 alles nur auf ein Kind auszurichten, wieviel Lebenszeit geht da evtl. verloren. Es ist meist nicht gut, sich längerfristig so sehr auf eine Sache zu fixieren, dass alles Andere nebenbei nicht läuft. Das kann man kurzfristig sicher aushalten und kompensieren, längerfristig eher nicht.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.21 13:46 von berlink.


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  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   henriette
schrieb am 05.02.2021 11:03
Es wäre schön, wenn du uns hier nicht beleidigen würdest, aber anonym ist das ja wohl leichter...

Juna hat, wenn ich das richtig gezählt habe, vier gesunde Kinder zur Welt gebracht, der Weg war schwierig, der hat sie zum Teil sicher auch für die Zukunft mitgeprägt, es hat kein Mensch auf der Welt die Garantie, dass das Leben wie in einem Rama-Werbespot verläuft. Aber sie hat doch davon keine Posttraumatische Belastungsstörung, oder Juna?
Klar kommen Menschen mal mehr oder weniger gut mit Problemen zurecht. Da gibt es das schöne Wort Resilienz für. Und für die anderen gibt es durchaus therapeutische Hilfe. Aber es ist eben nicht in Ordnung denjenigene gegenüber, die eine wirkliche PTBS haben. Genauso wie ich es unmöglich finde, dass jetzt so viele behaupten, sie würden angeblich kein Gluten vertragen und sich auf die selbe Stufe wie Zöliakie-Patienten stellen, für die Gluten für ihre Gesundheit äusserst gefährlich ist, wenn nicht lebensbedrohlich.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   Solani2
Status:
schrieb am 05.02.2021 11:11
Wow, hier gehen aber die Wogen hoch!
Ich wollte eigentlich hier nichts schreiben, weil ich, bis auf die Eingangsuntersuchung damals, keine Kinderwunschbehandlung hatte. Mein damaliger Partner wollte sich nicht untersuchen lassen und mit meinem Mann hat es ja dann so geklappt.

Wir sollten alle aufpassen, dass wir
1. nicht die Gefühle ander beurteilen und vergleichen
und 2. nicht irgendwelche Definitionen als Maßstab für ein Trauma nehmen. Es ist laut Definition keine PTBS? Macht es das deshalb weniger schlimm? Natürlich nicht!

Es gibt beeindruckende Menschen, die furchtbare Traumata scheinbar problemlos überwinden. Und dann gibt es Menschen, die tun sich mit "Kleinigkeiten" schwer. Es sind keine Kleinigkeiten, wenn man sie als traumatisch empfindet. Das ist individuell.
Da reicht bei der einen eine Kinderwunschbehandlung, bei der anderen ist es die Geburt danach und das ist alles echt, wenn man so empfindet.
Und seien wir uns Mal ehrlich? Ärzte, die quasi den halben Tag im intimsten Bereich von Frauen hantieren, empfinden das als Routine. Sie sollten aber nie vergessen, dass es das für die Frauen nicht ist. Alles sollte vorab erklärt und es sollte um Erlaubnis gefragt werden. Immer.
Und selbst das schützt die Einzelne nicht.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   Solani2
Status:
schrieb am 05.02.2021 11:26
@henriette
Wobei es für Zöliakie Patienten gut ist, wenn viele meinen, sie hätten eine Unverträglichkeit. Viel mehr Produkte.
Ich bin ja auf das Molkeprotein der Kuhmilch allergisch. Das war mal blöd, mittlerweile kann ich unter zig Alternativen frei wählen. Wunderbar. Und die Preise sinken stetig.
Ist also nicht der beste Vergleich.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   pmami
schrieb am 05.02.2021 11:33
Zitat

1. nicht die Gefühle ander beurteilen und vergleichen
und 2. nicht irgendwelche Definitionen als Maßstab für ein Trauma nehmen. Es ist laut Definition keine PTBS? Macht es das deshalb weniger schlimm? Natürlich nicht!

Ich wiederhole das gerne immer und immer wieder:

1. Ich habe niemandes Gefühle beurteilt oder verglichen.

2. Ich habe keine Definition als Maßstab für ein Trauma genommen sondern eines (von mehreren) Diagnosekriterien für eine PTBS genannt. Natürlich kann man nicht sagen, dass die eine oder die andere psychiatrische Erkrankung weniger schlimm oder schlimmer ist. Auch das habe ich zu keinem Zeitpunkt getan. Ich habe schlicht und ergreifend nur klargestellt, dass eine Kinderwunschbehandlung nicht die Diagnosekriterien für eine PTBS erfüllt und bin offen gestanden völlig überrascht davon, dass das hier offenbar von einigen als persönlicher Angriff empfunden wird.

Liegt es daran, dass andere mögliche psychiatrische Diagnosen als "weniger schlimm" empfunden werden?

Mal anders herum gefragt: Wer von Euch hat tatsächlich aufgrund einer Kinderwunschbehandlung die psychiatrische Diagnose PTBS erhalten und befindet sich deshalb in psychotherapeutischer Behandlung?

Zitat

Es sind keine Kleinigkeiten, wenn man sie als traumatisch empfindet. Das ist individuell.

Bei der PTBS ist das leider nicht der Fall. Denn da ist Voraussetzung, dass nahezu jeder das Trauma als traumatisch empfinden würde.



Viele Grüße pmami


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.21 11:36 von pmami.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   henriette
schrieb am 05.02.2021 11:42
doch, der Vergleich passt schon, weil mir zum Beisliel dieses Gedöns um angebliche Unverträglichkeiten auf den Wecker geht, wobei ich natürlich 100prozentige Rücksichz auf wirkliche Allergiker und echte Unverträglichkeiten nehme. Aber wenn mir einer einfach so, wenige Stunden bevor er bei mir zu einem Dreigangmenü eingeladen ist, dagt, dass er gerade keine Kohlehydrate isst.... Aber schön, wenn von dem Getue andere profitieren, für die das lebensnotwenig ist.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   Solani2
Status:
schrieb am 05.02.2021 11:44
@pmami
OK, ich wollte dich hier eigentlich unterstützen. Das ist offensichtlich falsch rübergekommen. Ich habe dich nämlich richtig verstanden, einige hier nicht. Mir war klar, dass du niemanden hier ein Trauma absprechen wolltest, aber auf die Definition von PTBS pochen wolltest.
Mir ist es persönlich herzlich egal, ob etwas eine PTBS ist oder nicht, den Betroffenen hilft die Diagnose ja nicht. Obwohl viele eine "Namen" für etwas wollen.
"Nahezu jeder" trifft es, meiner Meinung nach aber überhaupt nicht. Da bin ich bei berlink. Die Persönlichkeitsstruktur muss das auch ermöglichen. Die meisten Menschen sind nämlich sehr resilient. Sonst wäre die Menschheit auch nicht so erfolgreich. Die Meisten halten extrem viel gut aus.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   berlink
Status:
schrieb am 05.02.2021 11:48
Zitat
henriette
Es wäre schön, wenn du uns hier nicht beleidigen würdest, aber anonym ist das ja wohl leichter...

Juna hat, wenn ich das richtig gezählt habe, vier gesunde Kinder zur Welt gebracht, der Weg war schwierig, der hat sie zum Teil sicher auch für die Zukunft mitgeprägt, es hat kein Mensch auf der Welt die Garantie, dass das Leben wie in einem Rama-Werbespot verläuft. Aber sie hat doch davon keine Posttraumatische Belastungsstörung, oder Juna?
Klar kommen Menschen mal mehr oder weniger gut mit Problemen zurecht. Da gibt es das schöne Wort Resilienz für. Und für die anderen gibt es durchaus therapeutische Hilfe. Aber es ist eben nicht in Ordnung denjenigene gegenüber, die eine wirkliche PTBS haben. Genauso wie ich es unmöglich finde, dass jetzt so viele behaupten, sie würden angeblich kein Gluten vertragen und sich auf die selbe Stufe wie Zöliakie-Patienten stellen, für die Gluten für ihre Gesundheit äusserst gefährlich ist, wenn nicht lebensbedrohlich.

ganz genau!


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 05.02.2021 11:50
@henriette
Naja ... da musst du halt als Gastgeberin enttäuschen. Das schadet den echten Zöliakie- Patienten aber auch nicht. Obwohl es natürlich nervig ist.
Aber wenn alle plötzlich irgendwelche trendigen psychischen Probleme haben, dann übersieht man vielleicht die, die wirklich welche haben. Die sind meist auch leise.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
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   henriette
schrieb am 05.02.2021 12:29
genau das meine ich!!! Und das gefällt mir gar nicht. Und ja, ich enttäusche sehr ungern als Gastgeberin...


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
no avatar
   Chorus
Status:
schrieb am 05.02.2021 12:42
Um auf den Anfang zurückzukommen, ja es gibt einiges, was im Nachhinein wirklich unangenehm war, teilweise sich heimlich Spritzen geben, die Heimlichtuerei insgesamt, die Energie die man aufgewendet hat und teilweise beruflich besser einsetzen können hätte. Habe ja einen Nebenjob an der Schule und da musste ich auch ziemlich viel vertuschen. Im anderen Geschäft ging es teilweise problemlos, ich habe aber auch Anrufe über das Handy bekommen, dass die EZ befruchtet sind, und musste, im Beiseins meines Chefs, ganz kühl und sachlich antworten und mir nachher Ausreden erfinden. Das ist nicht so meine Art. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich in beiden Jobs kaum Fehltage.

Dann noch die Sache mit dem Alkohl, den man ja auch nicht trinken durfte, das fiel einmal auf Silvester, ja, vielen Dank auch, wenn man eh nicht schwanger geworden ist.... Und viele Dinge, die man dann einfach nicht gemacht hat, ausgehen etc.

Im Nachhinein seltsam, konnte auch kein Mitleid bei scheinbaren Lapalien, die mir anderen erzählt haben, empfinden. Der Grund ist wahrscheinlich, dass ich mein Schicksal kaum erzählen konnte/durfte, und still vor mir her litt. Die Reaktionen der Eingeweihten waren auch nicht immer so, wie erhofft, von "warum tust du dir das an" bis zu Alkohl, den ich geschenkt bekommen habe zum Geburtstag, weil "du darfst ja trinken, du hast keine Kinder" war da alles dabei. DNein, da hat man echt keine Lust mehr, seine Geschichte zu teilen...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.21 19:53 von Chorus.


  Re: Therapeutisches Schreiben: Frieden schliessen mit IVF
no avatar
   henriette
schrieb am 05.02.2021 13:48
Lass uns heute Abend ein Glas Rotwein auf unser Wohl trinken!!!




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