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  Alleinerziehend im Lockdown
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   Einsam trotz Kinder
schrieb am 21.12.2020 07:36
Hallo, ich bin seit dem Sommer alleinerziehend von drei Kindern (Krippe, Grundschule, Gymnasium).
Und dieser Lockdown isoliert mich mit den Kindern total.

Freunde ziehen sich zurück (vor allem die mit Kindern), Familie wohnt nicht vor Ort und Weihnachten werde ich nun mit den Kindern alleine sein.

Eine Woche Homeschooling inkl Videokonferenzen mit anwesendem Kleinkind dabei hab ich nun hinter mir und bin fertig mit den Nerven. Mindestens eine weitere Woche steht mir Anfang Januar noch bevor.

So wie sich alles entwickelt glaube ich jedoch nicht daran, dass ab 11.01. Schulen und Kitas wieder geöffnet sein werden!

Und so sitze ich also über die Feiertage allein mit drei Kindern zu Hause fest und anschließend wer weiß wie lange.
Und da ja alles zu ist und sich jeder zurück zieht, so gibt es noch nicht mal Ablenkung oder Entlastung durch Unternehmungen oder Besuche.

Mein Kleinstes zahnt wieder und die Nächte sind grottig. Tagsüber kann ich keinen Schlaf nachholen und überlebe mit Koffein. Meine Nerven beruhige ich abends dann auch mal mit einem Glas Wein und fühle mich einfach nur schlecht.

Das Verhältnis zu meinem Ex ist noch sehr angespannt. Und das Kleinste geht auch noch nicht ohne mich mit ihm, so hab ich nun wirklich immer Kinder um mich.

Ich liebe meine Kinder, wirklich! Aber ich bin fertig.

Mir setzt das psychisch total zu. Ich fühle mich total einsam.
Die Trennung habe ich auch noch nicht wirklich verarbeitet.
Keine Hilfe, keine Unterstützung.
Und nur verbal/virtuell ist kein Ersatz.

Wie geht ihr mit der Situation um?


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
avatar    Maral
schrieb am 21.12.2020 09:05
Junior geht in die Betreuung. Ich habe null Chance auf Homeoffice oder Freistellung. Selbst, als es hier nur Notbetreuung gab, hatten Alleinerziehende da einen Anspruch drauf. Ist das bei euch nicht so?
Treffen machen wir alle vor Weihnachten nicht, aber ansonsten dürfen Kinder sich doch treffen. Viele lassen die Kinder draußen spielen, und wenn möglich, beschränkt man sich auf 1-3 Freundeskontakte. Kannst du nicht nach Weihnachten mal rumfragen? Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn man mal mit einer anderen Mutter und den Kindern in Wald oder Park geht. Wenn man sich besser fühlt, hat man als Erwachsener die Maske auf.

Ich würde sowieso, wenn möglich, viel rausgehen, und die Kleinen kann man gut mit Matschen, draußen oder drinnen beschäftigen.

Als im Frühjahr gar kein Kontakt möglich war, hatten wir eine draußen Spielfreundin, und ansonsten hat Junior stundenlang geskyped. Für deinen Grundschüler / Gymnasiasten könnte das doch auch was sein.

Ich würde mir zudem einen groben Plan erstellen, was man so machen könnte. Und dann wird außerdem halt mal etwas mehr ferngesehen. Bei uns bringt der Weihnachtsmann außerdem einige neue Gesellschaftsspiele.....

Grottige Nächte kenne ich auch ( da hab ich 6-8 Kaffee gehabt, was ich sonst nicht kenne). da habe ich immer mal wieder versucht, auszuruhen bei ruhigeren Spielen. Kleinkind neben mir auf dem Bett mit Pappbuch, Bausteinen etc und 10 min. meditieren, dösen etc.

Die Zeiten sind hart, aber genau für Familien wie deine unter anderem gibt es die Notbetreuung. Und sei es nur drei Std, damit du dich etwas erholen kannst.


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
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   Lena22
Status:
schrieb am 21.12.2020 09:21
Das tut mir total leid.
Meine Kids sind ähnlich alt (Kindergarten, Grundschule, Gymnasium) und ich finde es auch wirklich anstrengend - und ich bin nicht alleinerziehend.
Raus gehen ist bei dem trüben Matschwetter auch so eine Sache. Das machen wir auch, füllt aber nicht die Tage aus.
Bei uns ist im Moment so Schrumpffolie der Hit. Das hat uns über die letzten 3-4 Tage gerettet. smile Und natürlich Plätzchen backen.

Wie alt ist denn der Kleine? Vielleicht schafft es der Papa wenigstens mal ein paar Stunden den Kleinen mitzunehmen? Wenn die Geschwister dabei sind müsste das doch gehen? Warum hat er denn keinen Bezug zu eurem Jüngsten?

Den Gedanke an die Notbetreuung finde ich gut. Hier gibt es die auch, und ich glaube in unserer Kitagruppe sind weit über die Hälfte der Kinder da.
Ganz sicher kann ich es nicht sagen, mein Junior ist zu Hause. Ich habe nur noch die Bedarfsabfrage mitbekommen und da waren die Erzieher ziemlich geknickt das die Gruppe kaum kleiner wird. Da gehen auch Kinder hin die Einzelkinder sind, Eltern nicht alleinerziehend, Mutter arbeitet gerade nicht, aber in der Woche muss ja noch so viel erledigt werden.... Du hast wirklich einen Grund!

Gegen Einsamkeit hilft das natürlich nicht. Vielleicht kannst du dich nach Weihnachten wieder mit anderen draußen treffen?
Ich denke viele machen eine Vorquarantäne um an Weihnachten ihre Familie zu sehen. Ist bei uns auch so.

Es ist sooo eine blöde Zeit. traurig


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.12.20 09:24 von Lena22.


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
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   Einsam trotz Kinder
schrieb am 21.12.2020 12:11
Danke euch.

Die Notbetreuung ist hier nur für die medizinischen/Notfall-Berufe (Polizei etc.).
Hatte schon nachgefragt, ich bekomme sie nicht.

Sich draußen mit anderen treffen ist eine gute Idee! Bin wegen der Jahreszeit nicht von selbst drauf gekommen.
Wird aber wohl eher nach Weihnachten was. Die meisten im meinem Umgeld bekommen über die Feiertage Großelternbesuch und wollen deshalb aus Vorsicht wirklich keinerlei Kontakt.

Mit meinem Ex werde ich auch noch mal sprechen. Allerdings muss er auch arbeiten, bekommt nur die Feiertage über frei und hat schon angekündigt, dann bei seinen Eltern zu sein. Wie gesagt, Situation ist noch angespannt zwischen uns.
Dass mein Jüngstes so einen schlechten Bezug zu ihm hat liegt daran, weil es seinen Vater seit der Trennung nur selten gesehen hat. So wie die beiden Großen auch.
Die Trennung lief leider nicht reibungslos. Gerade versuchen wir, die Bindung wieder aufzubauen, geht aber nur langsam.


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  Re: Alleinerziehend im Lockdown
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   karin_
schrieb am 21.12.2020 17:13
Fühl dich erstmal gedrückt! streichel Lass dir Zeit und schraube deine Ansprüche weitmöglichst nach unten. Bei dir ist ja alles noch sehr frisch. Ich habe zwei Jahre gebraucht, bis ich sagen konnte, dass ich darüber hinweg war (denn mit Kind funktioniert man erstmal, da hat man keine Zeit für Anderes).

Als Sofort-Tipp hätte ich auch das Rausgehen gegeben, am besten mit Auspowern auf dem Spielplatz, im Park oder im Wald. Vielleicht dabei ein bisschen Naturkram sammeln und daraus Geschenke für die Verwandschaft basteln, schön verpacken und verschicken?

Dann Mittagsruhe einführen mit Hörspiel (kann heute noch dabei wunderbar selbst eindösen), generell sind Hörspiele der beste "Babysitter" ever für die eigene Verschnaufspause. Da gibt es auch schon schöne für die Kleinen (wir haben mit zweieinhalb mit Conni und Was hör' ich da angefangen und sind jetzt bei Abenteuer&Wissen). Falls ihr Nachschub braucht, schau mal bei der Onleihe, die kann man auch aufs Handy runterladen, sodass man nicht permanent online sein muss.

Wenn es Bindfäden regnet, finden wir etwas für jedes Alter in "Spiel das Wissen schafft" von Hansjürgen Press (der hat auch schöne Wimmelkrimis gemacht). Das geht alles mit Dingen, die man zuhause hat oder draußen findet. Es gibt das Buch nur noch gebraucht, z. B: bei medimops, aber somit für kleines Geld.

Lass den Ältesten mit den Freunden skypen und so spielen. Vielleicht ist das auch für dich eine Möglichkeit, Kontakt zu Freunden zu halten. Ich hatte allerdings nie wirklich die Zeit allein schon zum Telefonieren, ich habe mich mehr aufs Schreiben verlegt, und das tut schon gut, jemand anderem seine Gedanken zu erzählen.

Last but not least: Schlaf, so viel du kannst, beim Haushalt habe ich meinen Nachwuchs schon sehr bald spielerisch eingebunden.

Solidarische Grüße - du schaffst das - und glaub, es wird besser mit der Zeit (sogar richtig gut Ich wars nicht!).


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 22.12.2020 16:39
Hallo Einsam,
ich kann nur einen kleinen Teil deiner Schilderund nachvollziehen: Einsam mit Kindern/ trotz Kinder.
Von meinem Mann leben wir seit Wochen wegen Corona getrennt. Ich lebe seit Wochen nur für Haushalt und Kinder ohne andere direkte Kontakte. Ich gehe nicht einkaufen oder sonstwohin. Nicht mit und nicht ohne Kinder. Auch wenn ich total für den harten Lockdown bin, verhindert das nicht, einsam zu werden. Auch ich habe keine Familie vor Ort.

Ich lasse täglich liegen, was nicht geht. Ich nehme mir trotz anderer Aufgaben Zeit für die Kinder, um mit ihnen Zeit zu verbringen ohne Schulaifgaben, kochen und nebenbei Wäsche falten. Das macht uns alle zufriedener. Außerdem muss ich täglich raus und mindestens 45 Minuten spazieren gehen. Mit 4 Kindern sind die Vorbereitungen mitunter stressig. Aber ohne Draußenzeit fällt mir die Decke auf den Kopf.


Für die Zeit nach Weihnachten würde ich ganz aktiv andere Familien ansprechen wegen möglicher Treffen. Notfalls auch draußen.

Könnte dein Ex nicht die Kinder einen Tag mit zu seinen Eltern nehmen? Sind doch die Großeltern.
LG


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
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   karin_
schrieb am 22.12.2020 22:35
Noch ein Nachtrag: Dieses Buch fand ich ganz hilfreich (gibt's in der Onleihe und auch als Hörbuch):

Stark und alleinerziehend


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 22.12.2020 22:48
Hallo,

tut mir leid, dass es Dir so bescheiden geht fernab familiärer Unterstützung.
Hast Du einen Arzt/eine Ärztin, die Dich und die Situation kennt bzw. von dem/der Du Hilfe erwarten kannst? Es könnte eine Dorfhelferin beantragt werden, die Dir stundenweise (2,4,8, je nachdem) helfen kann. Dies müsste bei der KK beantragt werden, damit die Versorgung der Kinder gewährleistet und die Mama nicht dekompensiert, und klappt bei meinen Patienten i.d.R. problemlos. Meist kommen dies halt nur wochentags, aber ggf. auch am WE.
Du könntest Dich beim örtlichen Dorfhelferinnenetzwerk mal erkundigen. Tw. bleiben die sogar auch nachts, wenn es nötig ist.
Alles Gute!


  Re: Alleinerziehend im Lockdown
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   estrelle82
Status:
schrieb am 23.12.2020 22:22
Erstmal: fühl dich gedrückt, es kann nur besser werden!
Ich bin auch alleine mit 2 Mäusen ( 6 und 2) und so dankbar das ich durch den Kindergarten ein ganz tolles Netzwerk habe, das entlastet mich sehr. Nicht, weil ich Kinder abgeben kann, sondern weil ich das Gefühl habe das im Notfall jemand da wäre.
Ich bin auch total für Draußen sein. Wir sind jeden Tag bei jedem Wetter Draußen, und wenn es nur eine Stunde im Garten ist. Mit Freunden treffen wir uns regelmäßig auf Spielplätzen. Wir nehmen Kinderpunsch und Kekse mit, und ein paar Gläser und Teelichter - so kann man es sich auch Draußen halbwegs gemütlich machen. Wichtig ist nur wetterfeste Kleidung, dann klappt das auch. Bei uns gibt es einen Waldspielplatz, mit Spielgeräten für größere Kinder und für die Kleinen - sowas bietet sich immer gut an wenn man mit mehreren unterwegs ist, so ist für alle was dabei und jeder kann in seiner Ecke spielen.
Hörspiele finde ich auch gut, oder eine halbe Stunde aufs Bett legen und die Kleine guckt neben mir Bücher an - klappt nicht immer, aber es ist einen Versuch wert.




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