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  Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   la miga
schrieb am 14.11.2020 17:08
Weihnachten naht, und mir graut (mal wieder) davor.

Ich habe dieses Fest schon als Kind nicht soooo sehr gemocht, weil ich meine Mutter in diesen Tagen immer als sehr angespannt erlebt habe und weil die Feiertage immer sehr unter der Regie meiner Großeltern stattgefunden hatten. Meine Mutter hat uns auch früher schon deutlich spüren lassen, dass ihr das alles eigentlich nicht so zusagt, aber so sei es eben, aber versteckte Vorwürfe gegenüber allem und jedem waren immer da. Mir ist noch sehr präsent, wie meine Mutter einmal sagte: "Wenn ihr mal selbst Kinder habt, müsst ihr euch nicht nach uns richten bei dem, was ihr Weihnachten macht oder nicht macht. " Naja, als unser erstes Kind da war, war davon auch nicht mehr so viel übrig. Da gab es auch ihrerseits sehr klare Erwartungshaltungen, die irgendwie auch voraussetzten, dass wir doch dort an Heiligabend präsent sein müssen. Natürlich wäre es mir theoretisch möglich gewesen auch mal klar zu sagen, dass ich das nicht mehr mitmache - aber vermutlich kennen hier auch noch mehr Frauen dieses Gefühl von Verpflichtungen, dieses Nicht-schuld-sein-Wollen, wenn andere dann motzig sind, diese gefühlte Verantwortung dafür, dass andere zufrieden sind. Mir ist schon klar, dass das Gedanken sind, die einem an Ende keiner dankt, mir sind auch die Mechanismen bewusst, die da greifen, und trotzdem ist es alles andere als einfach, sich daraus zu befreien und zu sagen, ich bin nicht für euch verantwortlich, ich darf auch so leben, wie ich das möchte. Nun klingt Letzteres sicherlich ein wenig dramatisiert, denn schon aufgrund der räumlichen Entfernung bin ich im Alltag doch recht frei und Erwartungen seitens der Großeltern, neben mir lebt keine Schwiegermutter, und das ist auch gut so. Aber gerade Weinachten ist hier immer wieder so ein Thema. Ich habe bisher in meinem ganzen Leben nur 1x Heiligabend ohne meine Eltern verbracht, und da lag meine Mutter kurz nach der Diagnose Krebs im Krankenhaus und alle waren völlig verstört, dieser Heiligabend war furchtbar. Auch im letzten Jahr, erstes Fest nach Tod meiner Mutter, war die Stimmung angespannt, meine Kinder die Statisten für Fröhlichkeit, ich war ehrlich nur froh, als es vorbei war. Und nun ist es ja bald wieder soweit.

Nein, ich ,möchte meinen Vater und meine Oma nicht "alleine lassen". Ja, ich habe die auch zu uns eingeladen, obwohl mir danach auch schon nicht so sehr ist, aber das wollen die auch nicht. Es soll wieder darauf hinauslaufe, dass wir mit den Kindern anreisen, die Kinder 5 x um den Tisch rennen, den beiden dann aber doch Trubel und Radau wieder zuviel werden, alles auch irgendwo nachvollziehbar, und ich spüre in diesem Jahr so stark wie noch nie das Gefühl zu sagen, nein, ich möchte endlich auch mal mein Fest mit den Kindern feiern, ich mag einfach an Heiligabend über die Autobahn hetzen, ich mag auch dieser etwas beklemmten Stimmung entfliehen. Und trotzdem weiß ich jetzt schon, dass ich auch dann hier mit einem schlechten Gefühl und einer gewissen Traurigkeit da sitze, weil ich weiß, ich hab jetzt zwei engste Angehörige irgendwie alleine gelassen.

Hm.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Poldi91
schrieb am 14.11.2020 18:22
Ich würde wohl ganz klar sagen, dass ihr gerne bei euch feiern möchtet und wenn sie möchten können sie gerne dazu kommen. Wenn sie nicht wollen, nicht dein Problem. Und auch kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Wer weiß, wie bis dahin die Coronazahlen sind. Vielleicht stellt sich da ja auch gar nicht die Frage, ob ihr zusammen feiert. Wir planen gerade nichts und warten mal, was bis dahin ist.

Das klingt ehrlich gesagt ganz gruselig, wie du Weihnachten bislang erlebt hast. Sehr traurig. Es ist doch so ein schönes Fest. Zeit das zu ändern!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.20 18:22 von Poldi91.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Blüte
schrieb am 14.11.2020 19:24
Sobald ich eine eigene Familie hatte, gehörte der Heilige Abend uns. Also noch vor dem Kind, sogar vor der Ehe. Wir waren zusammen gezogen, somit für uns eine Familie, also blieben wir am Heiligen Abend zu Hause.

Meine Eltern waren sehr unkompliziert, sie haben nie geklammert oder irgendwelche ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen an uns herangetragen, das fand ich immer sehr, sehr angenehm.

Die Schwiegereltern waren da GANZ anders, aber auch da... wir waren Heiligabend zu zweit, später zu dritt. Da gab es keine Diskussion... bzw. jedenfalls keine Alternativen zwinker.

Der Kompromiss sah immer so aus, dass wir dann am 1. Weihnachtsfeiertag zu meinen Schwiegereltern sind und am zweiten Weihnachtsfeiertag zu meinen Eltern, verbunden mit ein paar Tagen Urlaub, denn sie lebten knapp 400 km entfernt.

Heutzutage ist es wieder anders, es lebt nur noch meine Mutter, alle anderen Elternteile sind verstorben. Sie lebt sehr, sehr in der Nähe inzwischen ,sie kommt zu uns, aber eher weil wir sie "zwingen", sie muss ja nun nicht ein paar Häuser weiter alleine hocken. Dazu mein Schwager, der in einer Behindertenwohngruppe lebt. Das Kind ist inzwischen groß, also immerhin cooler Teenager, das Thema "Weihnachten mit kleinem Kind" hat sich also erledigt.

Was ich damit sagen will: Die Verhältnisse ändern sich, auch Weihnachten passt sich an, von Corona mal ganz abgesehen. Wie wäre es, den Heilgen Abend einfach so mit den Kindern zu feiern, wie du es dir wünschst und dann etwas später einen Besuch bei Vater und Oma zu machen?


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   cora167
schrieb am 14.11.2020 19:59
Ich verstehe, was du meinst, auch bei uns war Weihnachten eher angespannt, meine Mutter hat sich zerrissen zw Küche und Kirche. Ich hab mir immer geschworen, das nie so werden zu lassen wenn ich mal Kinder habe. Seit ich mit meinem Mann zusammen wohne, verbringen wir Hl Abend bei uns zu Hause. Die Weihnachtstage haben wir zw seinen u meinen Eltern aufgeteilt. Seit mein Vater nicht mehr da ist und meine Mutter das alles gesundheitlich nicht mehr schafft, kommt sie einen Tag zum Essen zu uns.

Wg Corona möchte sie das in diesem Jahr nicht, ich muss mal sehen, wie wir das machen. Bei den Schwiegereltern werden wir sicher vorbeischauen, die wohnen aber auch nur 4km entfernt.

Gestaltet Weihnachten so, wie es für euch passt - ohne schlechtes Gewissen. Ob wir dann weiter entfernt lebende Verwandte besuchen können, müssen wir ohnehin noch abwarten. Wenn du deine Familie sehen willst, fahrt doch am 1. oder 2. Feiertag hin falls möglich.


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  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Lena22
Status:
schrieb am 14.11.2020 20:19
Das Problem hatte ich auch als meine Große klein war. Heiligabend feierten wir mit meinen Geschwistern bei meinen Eltern. Meine Geschwister hatten noch keine Kinder.
Am 1. Feiertag kamen alle zu uns zum Essen. Am 2 Feiertag kam die Tante meines Mannes und blieb bis zum 30.12.

Umso größer meine Tochter wurde umso schrecklicher fand ich es. Am Heiligabend wollte Sie natürlich mit ihren Geschenken spielen, Sachen aufbauen etc. Das ist nur begrenzt auf Verständnis gestoßen. Man wollte ja schließlich in Ruhe zusammen sitzen.... Dann haben wir das halb aufgebaute Zeug eingepackt, sind nach Hause gefahren und tot müde ins Bett gefallen. Am 1. Feiertag früh raus und kochen damit Mittags das Weihnachtsessen auf dem Tisch steht. Tochter wollte natürlich weiter aufbauen und jemanden haben der mit ihr spielt.
Wenn das geschafft war kam die Tante meines Mannes am 2. Feiertag. Unser Verhältnis ist Ok, aber Sie strengt mich sehr an da Sie gerne an mir rumkritisiert. Sie und mein Mann erwarten, dass ich mich sehr auf ihre Wünsche einstelle wenn Sie zu Besuch ist. Na klar, Sie ist der Gast und wir haben uns nur alle paar Monate gesehen. Aber wenn ich dann zwischen den Jahren jeden Tag mein bockendes Mädchen auf dem wichtigen und langen Pflichtspaziergang durch den Wald gelockt habe während mein Mann mit seiner Tante entspannt plaudernd vorne weg liefen hätte ich manchmal platzen können.
Sylvester war ich dann eigentlich nur noch froh wenn Sie abgereist war und ich endlich meine Ruhe hatte. Weg gehen konnten wir sowieso schlecht weil wir noch keinen Babysitter hatten und einladen wollte ich da niemanden mehr..... Nach Sylvester ist mein Mann dann wieder arbeiten gegangen.

Als die Große 5 war habe ich gemeutert und gesagt, dass ich Heiligabend zu Hause feiern möchte. Jeder ist Willkommen, aber ich möchte zu Hause sein. Am 1. Weihnachtsfeiertag können Sie auch kommen und ich übernehme das kochen. Auch seine Tante haben wir direkt für Weihnachten eingeladen. Da hatten wir ja sowieso Familientrubel, da passte es gut dazu. Mit dem Angebot das Sie gerne auch schon am 21. oder 22.12 kommen und bis zum 27.12. bleiben kann. Ich habe nur gesagt, dass ich ab dem 28.12. noch Zeit für uns als Familie alleine haben möchte. Einfach mal ausschlafen, Morgens im Bett noch kuscheln, mal im Schlafanzug durchs Haus laufen und sich durch den Tag treiben lassen.... Das ist für mich auch ein bisschen der Zauber der Zeit zwischen den Jahren. Sonst nimmt mein Mann im Winter eigentlich keinen Urlaub und an den Wochenenden gibt es dann auch immer viele Dinge die man machen muss oder will. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist es ja eher immer stressiger. Da tut eine Pause zwischen den Jahren total gut.

Meine Familie hat das Zähneknirschend akzeptiert. Als meine Geschwister dann in den nächsten Jahren Kinder bekamen war es aber sofort ganz klar das Sie Heiligabend zu Hause feiern. Vom allerersten Mal an.... smile

Meine Schwiegertante war sehr wütend. Mein Mann hat Sie telefonisch eingeladen. Sie hat gesagt Sie will kommen wie immer und als mein Mann sagte, dass er das jetzt mit mir anders besprochen hat hat Sie den Hörer aufgeknallt. Er war total geknickt und mich hat das auch lange beschäftigt.
Aber das war trotzdem gut so.
Mittlerweile feiern wir Heiligabend mit den Kindern allein und das ist richtig schön!
Am 1. und 2. Feiertag treffen wir meine Familie. Manchmal fährt mein Mann zwischen den Jahren mit den Kindern zu seiner Familie. Dann genieße ich die Ruhe, das ist auch schön.

Ich denke Weihnachten muss für alle schön sein und Weihnachten mit kleinen Kindern ist etwas ganz besonderes. Das kann man später nicht mehr nachholen. Klar sollte man Kompromisse machen. Aber nur soweit es für einen selber noch ok ist....


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   la miga
schrieb am 14.11.2020 20:33
Danke euch.

Genau dieses "macht es so, wie ihr wollt, ohne schlechtes Gewissen", das fällt mir so schwer. Ich kann auch den Gedanken , dass andere Leute traurig sind und es in meiner Macht gestanden hätte, das zu ändern, nicht gut ertragen. Mein Vater ist nunmal unter relativ unschönen Umständen Witwer geworden in einem Alter, in dem man damit noch nicht rechnet, das ist ja auch alles erst ein Jahr her, der hat daran zu knabbern und es ist alles nicht einfach. Hätte der jetzt eine Frau, wäre da alles "normal", wäre es natürlich wieder was anderes, wobei es mir ja selbst da schwer fiel, mich abzugrenzen. Was sicher aber auch daran lag, dass die Ehe meiner Eltern im Nachhinein nicht glorifiziert werden muss, da war auch oft Stunk und Missmut in der Luft und wir waren so ein wenig der Blitzableiter.

Ich würde mich sehr gerne ohne jedes schlechte Gefühl an Heiligabend mal nur meinen Kindern widmen, aber ich kann dieses schale Gefühl nicht abschalten.

Ich stell mir vor, wie es wäre, wenn ich Anfang 60 Witwe werde und keines der Kinder kommt an Heiligabend. Ja, ich denk, ich würde trotzdem anders reagieren, aber dieses Gefühl ist schon nagend.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Lena22
Status:
schrieb am 14.11.2020 20:46
Gibt es vielleicht einen Kompromiss das Beides geht? Wie weit wohnt dein Vater weg? Vielleicht könnt ihr ihn schon Nachmittags besuchen und bei ihm die Weihnachtsfeier starten? Dann könntet ihr im Anschluss bei euch Heiligabend nur mit den Kids feiern. Oder du fährst nochmal alleine hin wenn deine Kinder im Bett sind? Ich weiß nicht wie spät es an Heiligabend mit den Kindern bei euch wird. Aber wenn dein Vater länger wach ist könntet ihr den Tag vielleicht auch noch um 22.00 oder 23.00 Uhr zusammen ausklingen lassen? Und dann ein schönes gemeinsames Weihnachtsessen am 1. Feiertag?

Das schale Gefühl ist doof. Das hat mich auch etliche Jahre begleitet....


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   HulksMother
schrieb am 14.11.2020 20:51
Meine Schwester hat auch vor 23 Jahren bei der Geburt des ersten Kindes verkündet, dass sie fortan Weihnachten nur noch mit „ihrer Familie“ feiern werde. Und man dürfe am 26.12. zum Kaffee vorbeikommen. Das hat sie durchgezogen. Und es gab vorher keinen Streit in der Familie. Sie hatte einfach keine Lust, zu fahren und wollte ein gemütliches Weihnachten mit ihren Kindern auf ihrer Couch. Mit ihren Ritualen. Basta. Nun rebellieren ihre Kinder, die das Prozedere nicht mehr mitmachen wollen.

Meine Mutter hat jedes Jahr Weihnachten gehofft, dass es diesmal anders wird. Und jedes Jahr ist sie wieder traurig und mein Vater sauer auf meine Schwester.

Ich denke, meine Eltern haben mir so viele, schöne Weihnachten beschert, da kann ich die nicht alleine lassen. Wir fahren also Weihnachten mit dem Kind zu den Großeltern und ich mach es auch immer in dem Bewusstsein, dass jedes Jahr das letzte sein könnte.
Ob ich es von meinem Kind später nicht erwarte? Keine Ahnung. Aber für mich ist Weihnachten das Fest der Nächstenliebe und da zählt für mich dazu, meine Eltern und Schwiegereltern glücklich zu machen.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Lena22
Status:
schrieb am 14.11.2020 21:18
Ja, das kann ich verstehen Hulks Mother.
Aber für mich heißt das nicht, dass man alle Wünsche erfüllen muss wenn man dabei selber nicht glücklich ist.
So wie ich möchte das es meiner Familie (und dazu gehören ganz klar meine Eltern, Geschwistern und die Schwiegerfamilie) gut geht sollte meine Familie auch wollen das es mir, meinem Mann und den Kindern gut geht.
Und dann muss man eben nach Kompromissen suchen.

Ich habe Weihnachten als Kind auch immer sehr, sehr angespannt erlebt und es wurde von der Großelterngeneration dominiert. Meine Mutter ist geflitzt um alles sauber zu halten, zu kochen, zu bewirten.... Wir Kinder hatten irgendwie die Erwartungen zu erfüllen uns brav zu freuen, aber bitte nicht zu laut und dann artig am Tisch zu sitzen um zu Essen und dann ins Bett zugehen....Das ist doch schade. Ich habe Weihnachten nicht in soooo guter Erinnerung. Die Geschenke waren toll, der Rest eher anstrengend weil man immer den Erwartungen entsprechen musste.

Mir ist es auch ganz wichtig, dass meine Kinder Weihnachten genießen solange Sie noch so klein sind. Der Mittlere ist 8, da kommen schon Zweifel am Weihnachtsmann auf....
Aber trotzdem freuen gerade die beiden Kleinen sich jetzt schon wahnsinnig. Und gerade Sie sollen es genießen dürfen und ganz im Mittelpunkt stehen.
Für mich war der Punkt für einen geänderten Ablauf gekommen als ich gesehen habe das nicht nur ich genervt war sondern auch die Kleine traurig war weil Sie mit ihren Wünschen und ihrem Spielzeug gar nicht so recht rein passte.
Das sind nur ein paar Jahre.... Ich denke in jeder Familie ist das anders, aber gerade wenn Großeltern aufgeregte und dann ja auch laute und aufgekratzte Kinder nicht gut vertragen macht es doch nicht viel Sinn das zusammen zu zwingen. Dann sieht man sich eben lieber am 1. Feiertag und richtet den dann eben ganz besonders auf die Großeltern aus.
Oder wenn Heiligabend so wichtig ist kann man ja z.bsp. auch im Wechsel feiern. Ein Jahr hier, ein Jahr da....


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   la miga
schrieb am 14.11.2020 22:52
HulksMother, ich kann nicht mal sagen, dass meine Eltern mir immer tolle Weihnachten bereitet haben, vielmehr hab ich schon als Kind dieses ungute Gefühl von Verpflichtungen erlebt, mit denen niemand so wirklich glücklich ist und trotzdem befreit sich niemand davon. Und anstatt das Naheliegende zu tun, mich jetzt endlich mal selbst davon freizumachen, hab ich die gleichen Hemmungen, die vermutlich meine Mutter auch hatte. Man will niemanden enttäuschen, aber der eigene Unmut wächst auch und dieses Jahr ist er in mir besonders laut.

Liegt sicher auch daran, dass ich im Moment in so einer Phase bin, ich der ich die Zeit mit kleinen Kindern so dahinschwinden sehe, dass mir manchmal fast schlecht wird. Meine Tochter wird bald 9, die hat so einen Schuss in die körperliche und mentale Höhe gemacht, dass es zwar einerseits absolut beruhigend ist, dass alles so läuft, wie es laufen soll, aber andererseits seh ich, wie wenig da noch von einem kleinen Kind vorhanden ist und wie sehr das schon Richtung Pubertät geht, wie sehr sie eigene Wege schon geht und und wie schnell die Jahre dahingeflogen sind. Ich werd manchmal auch so traurig bei dem Gedanken, wie belastet die letzten Jahre waren, es gab so viele Todesfälle in der engsten Familie, die eigentlich schönsten Jahre mit den Kindern waren auch geprägt von viel Kummer, viel Stress, und manchmal wünschte ich jetzt schon, die Kinder wären alle nochmal 3,4 Jahre jünger. Es geht mir zu schnell gerade. Wie viele wirkliche Kinder- Weihnachten werden es noch sein? Klar, sie ist noch nicht mal 9, sie zieht nicht morgen aus. Aber lass sie mal 13 werden, da ist auch wieder vieles ganz anders und nicht unbedingt schöner und einfacher.

Ich würde gerne jetzt mal unbeschwert mit meinen Kindern leben, dieses innerliche Gefühl der Verpflichtungen los sein. Ich kann sagen, ich komme nicht an Heiligabend, es ist uns zuviel. Aber ich kann dieses Gedanken, dass mein Vater trübsinnig vor sich hinstarrend da alleine sitzt, auch ganz schwer ertragen und fühle mich verantwortlich, das zu regeln. Jeder, der sagt, du hast denen Vater zu dir eingeladen, er kann Heiligabend mit seinen Enkeln verbringen, es ist ja auch irgendwo seine Sache, wenn er Einladungen ausschlägt und wenig flexibel ist, aber wie schaltet man dieses Gefühl ab, dass man sich primär um das Seelenheil anderer kümmern muss, bevor man sich sich denken darf?


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 14.11.2020 23:25
Ich habe als Student angefangen, mich von den Weihnachtsfeiern meiner Eltern zu lösen. Ich mochte sie eigentlich nicht. Es gab diese gemeinsamen Sachen, aber irgendwie war alles so nebenher. Deswegen habe ich mir Freunden gefeiert. Damals habe ich mich davon gelöst. Ich bin darauf gekommen, als ein Kommilitone mich damals zu Weihnachten eingeladen hat.

Das half mir als Erwachsene auch, mich davon zu lösen. Ich hab es mal bei meiner Schwiegerfamilie an Heilig Abend versucht, aber das war auch nicht so meines. Nachdem wir beide zu dem Schluss gekommen sind, dass wir da ja auch nur vorbeikommen, haben wir es gelassen.

Ich habe so gut klar gemacht, dass wir Heilig Abend als kleine Familie verbringen. Es ist viel Gemeinschaft, die ich als Kind vermisst habe. Wir kochen gemeinsam oder ich bin mit den Kindern in der Kirche und der Papa kocht. Dann gemeinsames Essen, alles hergerichtet und schön und nach Möglichkeit gemeinsam. Dann spielen wir bis irgendjemanden mal auffällt, dass das Christkind schon da war. <Und dann beschäftigen wir uns alle mit den Geschenken. Allein schon, wenn die Gruppe zu groß wird, spaltet es sich und die Erwachsenen schnacken immer. Wären wir bei den Schwiegereltern wäre es auch so, dass wir danach zusammenpacken und heim gehen müssen. Im Moment ist noch niemand in so einer Situation, dass wir zu uns einladen müssen, dass sie nicht allein sind.

Die Weihnachtsfeiertage sind dann für Schwiegereltern und Eltern reserviert. Hier wurschteln die Kinder mehr vor sich hin. Es ist stressig. Aber da meine Eltern etwas weiter weg wohnen, sind wir ein paar Tage in einem Hotel. So ist das eine gute Mischung mit Urlaub und Familienbesuch. Und das passt sehr gut. Es hat so für mich nicht dieses Gefühl, dass man das Programm abspult (Essen, Geschenke, Schnacken, Abendessen, alles zusammenpacken und wieder heim), sondern es kommt noch Urlaubsfeeling dazu.

Ich habe festgestellt, dass jeder überall dann das bekommt, was er will. Die ganze Familie ist beisammen, man wird bei der Vorbereitung unterstützt, man sieht sich mal wieder usw.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   mariechen74
schrieb am 14.11.2020 23:36
Hallo la miga,
ich kann das alles gut nachvollziehen. Als wir noch keine Kinder hatten, sind wir immer einen Feiertag zu meinen Eltern gefahren. Ein Jahr habe ich überlegt, ob wir mal zu Hause bleiben, doch dann verstarb vorher meine Mutter und an Weihnachten habe ich gedacht: könnte ich doch mal mit ihr feiern.... und mein Vater (wohnt 2 Stunden entfernt) ist dann über die Feiertage zu uns gekommen. Der Ortswechsel hat uns allen gut getan, so War das erste Weihnachten ohne meine Mutter weniger schlimm als gedacht. Er kommt nun immer dann zu uns, was ich auch viel einfacher finde als mit 2 Kindern zu fahren. Ausserdem können Schwiegereltern dann auch kommen. Mein Mann und ich sind beide Einzelkinder, d.h. unsere Eltern haben nur uns. Zu zweit ist ja o.k., aber mein Vater ganz allein- das würde ich nicht übers Herz bringen. Ich glaube, das würde ich auch nicht geniessen. Nun haben wir reichlich Platz, dass er gut hier sein kann.
Wenn das bei euch möglich ist, finde ich die Idee gut, zu euch einzuladen. Den Stress mit packen und fahren musst du dir nicht machen. Wenn sie dann nicht kommen wollen, dann ist das ihre Sache. Bei uns ist es so, dass alle auch schon älter sind und es immer das letzte Jahr sein könnte. Und mit den kleinen Kindern genießen Sie natürlich auch...

Ich hoffe, du findest eine Lösung, mit der alle gut leben können!

LG, Mariechen


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   berlink
Status:
schrieb am 14.11.2020 23:52
Hallo,

ich finde es nachvollziehbar, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man weiß, das 2 ältere Familienangehörige, mit denen man sich nun nicht bis aufs Messer verkracht hat, vermutlich an Weihnachten, und das ist in unseren Breitengraden und in der christl. Religion eine besondere Zeit, allein sind. Dennoch kann man entscheiden, für sich zu feiern. Man übernimmt dann die Verantwortung für seine Entscheidung, auch wenn die vielleicht nicht die beste für alle Betroffenen ist. Das schlechte Gewissen wird man wohl kaum abschalten, und wenn man sich noch so viele rationale Gründe sucht...so ist es doch die emotionale Ebene und letztlich eben Dein Ich. Sich verantwortlich fühlen für eine Person ist auch etwas Positives. Aber ich kann gut reden, meine Eltern sind extrem wichtig für mich, ich habe da eine Verantwortung, und das wird sich nie ändern. Ich würde danach gehen, was für mich letztlich "das kleinere Übel" ist.

Ich möchte gar nicht ohne meine Eltern feiern. Ich kenne es auch nicht, dass meine Großeltern oder Urgoßeltern mütterlicherseits je allein waren. Wir haben immer alle zusammen gefeiert, nie nur meine Eltern mit uns, wohnten allerdings auch nah beieinander. Aber auch bei der Familie meines Onkels ist es so, dass die Kinder mit Partner bzw. mit ihren Kindern kommen.
Was ich nicht möchte, ist die Feiertage quasi auf der Autobahn verbringen. Hin und Herfahren, das finde ich ganz schrecklich. Wenn es nicht anders ginge, würde ich vor Weihnachten fahren und eben einige Tage, oder wenn man es sich beruflich einrichten kann, eine Woche bei der Familie, einige Tage oder 1 Woche bei der Schwiegerfamilie sein, so man sich eben mit allen gut versteht. Da wir eh immer nur Weihnachten oder Silvester frei hatten und haben, also immer nur max. 1 Woche, bin ich über Weihnachten immer zu meinen Eltern gefahren, vor den Kindern und auch mit den Kindern. Silvester waren wir dann wieder zu Hause und tw. war meine Familie dann bei uns. Bei meiner Schwiegerfamilie war ich mit den Kindern nie. Mein Mann könnte für sich fahren, hat er aber nur bis zu den Kindern gemacht. Seit 6 Jahren brauche ich das ständige Hin- und herfahren, um uns zu sehen, nicht mehr. Wir wohnen alle nur 15 min auseinander, und da ist es klar, dass hier keiner allein feiert. Wir sind zu zehnt, wahrscheinlich wieder an Heiligabend bei meiner Schwester, am 1. Feiertag kommen dann Eltern und Schwester mit Familie zu uns, am 2. werde ich wohl mit den Kindern hinfahren und übernachten. Malsehen. Silvester handhaben wir es unterschiedlich, das ist mir auch nicht wichtig.
Zur Familie meines Mannes bzw. von meiner Schwester aus zu ihrer Schwiegerfamilie ist der Kontakt nicht ganz so eng bzw, es sind jeweils andere Kinder/Familienmitglieder vor Ort, so dass die Angehörigen auch nicht allein sind.
Wenn ich regelmäßig berufsbedingt 2 Wochen frei hätte um Weihnachten, dann hätte ich nach Weihnachten ja immer noch genügend Zeit, um mich zu erholen vom Hin- und Herfahren. Aber ältere Herrschaften könnte ich, auch wenn der Besuch stressig und insgesamt nicht so heimelig und besinnlich wäre, nicht allein lassen, wenigstens 2 oder 3 Tage würde ich fahren.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.20 23:59 von berlink.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   la miga
schrieb am 14.11.2020 23:52
Mein Vater ist natürlich eingeladen, aber er will nicht...


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Viktoria1
schrieb am 15.11.2020 07:55
Bei uns ist es anders. Natürlich laden wir meine Mutter und die Schwiegereltern Heiligabend ein, auch meine Neffen kommen irgendwann am ersten Weihnachtstag. Traurig bin ich, dass mein Vater nicht kommen kann, da Pflegeheim.

Das machen wir schon sehr lange so und ich habe das auch noch nie in Frage gestellt. Ich hoffe doch, dass meine Kinder Weihnachten mögen.

Ich erwarte im Übrigen nichts von meinen Kindern, über alles, was kommt, freue ich mich.




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