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  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Poldi91
schrieb am 15.11.2020 08:37
Zitat
la miga
Mein Vater ist natürlich eingeladen, aber er will nicht...

Aber weißt du, dass ist nicht dein Problem. Du kannst ihn nicht zwingen.

Vielleicht versuchst du es noch einmal und sagst ihm ganz ehrlich, dass du dir wünscht, dass er zu euch kommt, dass ihr zu Hause feiern möchtet und das du es nicht gut haben kannst, wenn er alleine feiert und ihr euch freut, wenn er dazu kommt. Und das er über seinen Schatten springen soll, auch wenn Weihnachten sonst immer anders war.

Manchmal helfen so ehrliche Worte.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   pmami
schrieb am 15.11.2020 08:51
Hallo LaMiga,

hast Du nicht mal irgendwann von Geschwistern (Plural) gesprochen? Warum verbringen die nicht Heilig Abend mit Deinem (Eurem) Vater?

Dein Vater ist ja auch an anderen Abenden alleine. Du hast ihn eingeladen, er will nicht. Fahrt einige Tage vorher oder nachher hin und verbringt einen schönen gemeinsamen weihnachtlichen Familienabend.

Aber um Himmels Willen, feiere doch bitte Heilig Abend einmal in Deinem Leben mit Deinem Mann und Euren Kindern so, wie Du es Dir wünschst.

Viele Grüße pmami


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   lucky*3
schrieb am 15.11.2020 09:37
ich finde das absolut ok, wenn dein Vater an Weihnachten nicht bei euch einen auf heile Familie machen möchte, sondern an den Feiertagen lieber alleine sein möchte. Der Tod seiner Frau ist noch nicht so lange her, seine Welt ist weit davon entfernt 'normal' zu sein, er ist allein, er ist traurig, er ist vielleicht wütend auf sein Schicksal - und das kann man nicht einfach am Heiligen Abend abschalten.

Vielleicht ist er gern an diesem Abend alleine, erinnert sich an die vielen vergangenen Weihnachten mit der Frau, mit der Familie, vielleicht hat er den Trubel gar nie genossen und hätte es lieber ruhig gehabt.

Meine Mutter ist mit 59 Witwe geworden, hat meinen Vater wegen Krebs verloren, wir sind eine große Familie, wir dachten, wir müssten viel bei ihr sein, sie ablenken, sie einladen, sie besuchen - später hat sie mir mal gesagt, sie hätte sich oft gewünscht, sie hätte mehr Ruhe gehabt, Ruhe für sich, für ihre Trauer, sie wäre gerne ab und zu in ein Loch gekrochen und hätte einen Deckel über sich zu gemacht. Am liebsten war sie damals auf langen Spaziergängen im Wald mit dem Hund, dort konnte sie einfach die Tränen laufen lassen.

Wir haben vor den Kindern Heilig Abend abwechseln bei meiner Mutter und bei den Eltern meines Mannes verbracht. Mit der Geburt des ersten Kindes war klar, dass wir nun zu Hause bleiben. Das habe ich nicht zur Diskussion gestellt, das habe ich verkündet und dann war es so. Dinge im Leben ändern sich und man muss sich anpassen.


Und was mir auch noch wichtig ist - das Leben ist durchaus auch noch schön mit älteren Kindern, ich finde das richtig befremdlich, wie du die Entwicklung und das älter werden deiner Kinder mit abnehmender Lebensqualität verbindest!
Es ist so spannend, wie die Kinder sich entwickeln, wie sie älter werden, wie sie gute und schlechte Erfahrungen machen und man gute und schwierige Zeiten mit ihnen erlebt. Ich möchte die Zeit mit kleinen Kindern nicht nochmal zurück haben, es war schön, aber es wird nicht schlechter nur weil die Kinder älter werden.
Man hat wieder mehr Zeit für sich, kann für sich Hobbys finden, ausgehen, sich mit ihnen über Politik, Finanzen, Sinn des Lebens, Geschichte, Kunst usw usw unterhalten - freu dich drauf!


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Nessa15
schrieb am 15.11.2020 12:50
Also ich habe an Heiligabend tatsächlich das Bedürfnis mit meinen Eltern und Großeltern zu feiern, gleichzeitig möchte ich es für uns aber auch stressfrei und gemütlich. Wir machen das inzwischen so, dass wir Eltern mit unserer Tochter morgens eine Bescherung machen und bis ca. 16 Uhr unter uns sind. Gegen Abend treffen wir entweder bei meinen Eltern oder bei uns, meine Großeltern mütterlicherseits stoßen dazu. Es gibt etwas zu Essen das entweder sehr gut vorzubereiten ist oder sowas wie Fondue/Raclette. Dann bekommt unsere Tochter Geschenke von ihnen und kann sich mit diesen beschäftigen.
Ich finde die Art des 24.12 inzwischen sehr schön und gemütlich, die nächsten zwei Tage schauen wir dann nach der Familie meines Mannes. Da ist es zum Teil deutlich stressiger/angespannter und es ist zum Teil auch so wie du es beschreibst, jeder will es dem andren recht machen und am Schluss ist keiner glücklich. Mein Mann hat leider ein emotional sehr distanziertes Verhältnis zu beiden Elternteilen (plus neue Partner) und schafft es nicht die Wahrheit bzw. seine Gefühlslage klar zu kommunizieren, es ist jetzt eine Art Kompromiss die wir mit ihnen fahren.
Aber wenn du und dein Vater eine gute Beziehung habt, dann erklär es ihm einfach wie du es siehst, er wird dann genauso ehrlich zu dir sein.


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  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   mariechen74
schrieb am 15.11.2020 23:59
Zitat
la miga
Mein Vater ist natürlich eingeladen, aber er will nicht...

Dann kannst du nochmal mit ihm sprechen und sagen, dass du gern mit Kindern zu Hause sein möchtest und nicht mit der Familie fahren wirst und die Einladung wiederholen. Wenn er dann nicht will, dann ist es so. Dann hat er entschieden, lieber allein bleiben zu wollen. Dafür bist du aber nicht verantwortlich. Denn allen zu 100% recht machen funktioniert nicht.
Vielleicht überlegt er es sich ja auch kurz vorher doch noch anders?

LG


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 16.11.2020 03:57
Ich habe diesen Absprung schon vor der eigenen Familie gemacht. Seit ich 19 war und mit meinem Mann zusammen, habe ich bei/ mit ihm gefeiert. 3x hatte meine Schwiegerfamilie die Chance meine Bedürfnisse auch zu respektieren, aber es war schrecklich stressig mit ihnen zu feiern, also haben mein Mann und ich schon vor den Kindern den Heiligabend für uns reserviert. Mit dieser ungestressten Besinnlichkeit im Rücken konnte ich dann am 1. Feiertag den Stress der Schwiegerfamilie um mich herum gut aushalten, ohne dass es mich störte. Seitdem die Kinder da sind, ist auch der 1. Feiertag für uns reserviert, aber die Schwiegerfamilie ist eingeladen. Da sie das immer ablehnen, weil die erwachsenen Kinder aus Respekt bei den Eltern zu erscheinen haben, müssen sie eben bis zum 2. Feiertag warten. Wir nehmen dafür Resteessen in Kauf, weil wir nicht erwarten, dass dann nochmal neu groß gekocht wird und leben dann eben mit den unausgesprochenen Vorwürfen, die Enkel bisher für uns beansprucht zu haben.

Ich sehe es so: die Freiheit des einen endet, wo die Freiheit des anderen beginnt.
Dir steht es frei, zu feiern wo und wie du möchtest. Du lädst herzlich ein, dass Großvater und Uroma der Kinder dabei sind. Ihre Freiheit ist, dies anzunehmen oder abzulehnen. Du bist nicht dazu da, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Dafür müssen sie schon selbst sorgen. Ist ihnen der Kindertrubel wichtig, werden sie ihre Komfortzone verlassen. Ist ihnen wichtiger, daheim zu bleiben, werden sie auf den 1. Feiertag warten (müssen). Ich finde das auch im Alter nicht unverhältnismäßig, diese Verantwortung für sich selbst zu tragen.

Für unverhältnismäßig empfinde ich aber, Heiligabend an irgendeinem Punkt X, den eigenen Tag, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse abbrechen und anderen unterordnen zu müssen. Als Mutter habe ich da im Kopf für die Bedürfnisse meiner Kinder einstehen zu wollen und das ist Heiligabend vermutlich Stressfreiheit, Besinnlichkeit, Tradition, Nähe, Geborgenheit, usw. Das findet für mich bei uns zu Hause statt. Nicht auf der Autobahn oder bei Verwandten, denen die Kinder nach kurzem eh zu viel sind.

LG


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 16.11.2020 04:06
Zitat
la miga
Danke euch.

Genau dieses "macht es so, wie ihr wollt, ohne schlechtes Gewissen", das fällt mir so schwer. Ich kann auch den Gedanken , dass andere Leute traurig sind und es in meiner Macht gestanden hätte, das zu ändern, nicht gut ertragen. Mein Vater ist nunmal unter relativ unschönen Umständen Witwer geworden in einem Alter, in dem man damit noch nicht rechnet, das ist ja auch alles erst ein Jahr her, der hat daran zu knabbern und es ist alles nicht einfach. Hätte der jetzt eine Frau, wäre da alles "normal", wäre es natürlich wieder was anderes, wobei es mir ja selbst da schwer fiel, mich abzugrenzen. Was sicher aber auch daran lag, dass die Ehe meiner Eltern im Nachhinein nicht glorifiziert werden muss, da war auch oft Stunk und Missmut in der Luft und wir waren so ein wenig der Blitzableiter.

Ich würde mich sehr gerne ohne jedes schlechte Gefühl an Heiligabend mal nur meinen Kindern widmen, aber ich kann dieses schale Gefühl nicht abschalten.

Ich stell mir vor, wie es wäre, wenn ich Anfang 60 Witwe werde und keines der Kinder kommt an Heiligabend. Ja, ich denk, ich würde trotzdem anders reagieren, aber dieses Gefühl ist schon nagend.

Wenn deine Kinder unter den Umständen sagen würden: "Mama, ich brauche mein zu Hause für meine Kinder an Heiligabend, ich brauche Ruhe und Besinnlichkeit statt Stress auf der Autobahn." Dann würdest du dich querstellen und beleidigtsein? Glaube ich nicht. Du würdest dich freuen, eingeladen zu sein. Du bist dann ja ungebunden und flexibel. Du könntest dich freuen nicht kochen zu müssen, die Enkel zu sehen und gehen zu können, sobald es dir zu viel wird.

Ich denke, JETZT ist der Zeitpunkt für deine Kinder ein Weihnachten zu schaffen, an das sie nicht die gleichen schlimmen Erinnerungen haben werden wie du, an eine gestresste Mutter und Zwang.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 16.11.2020 04:24
Zitat
lucky*3
Und was mir auch noch wichtig ist - das Leben ist durchaus auch noch schön mit älteren Kindern, ich finde das richtig befremdlich, wie du die Entwicklung und das älter werden deiner Kinder mit abnehmender Lebensqualität verbindest!
Es ist so spannend, wie die Kinder sich entwickeln, wie sie älter werden, wie sie gute und schlechte Erfahrungen machen und man gute und schwierige Zeiten mit ihnen erlebt. Ich möchte die Zeit mit kleinen Kindern nicht nochmal zurück haben, es war schön, aber es wird nicht schlechter nur weil die Kinder älter werden.
Man hat wieder mehr Zeit für sich, kann für sich Hobbys finden, ausgehen, sich mit ihnen über Politik, Finanzen, Sinn des Lebens, Geschichte, Kunst usw usw unterhalten - freu dich drauf!

Darauf freue ich mich auch 🙂 Schöne Worte! Danke.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 16.11.2020 07:13
Guten Morgen!

Als Kind haben wir Heiligabend zuhause verbracht. Kirche / Abendessen und Bescherung gab es unter uns, danach (gegen 19.30) kam mein Onkel mit Oma und Opa (mütterlicherseits) vorbei und wir haben zusammen weitergefeiert. Die Erwachsenen haben fröhlich gequatscht und wir Kinder waren mit unseren Geschenken beschäftigt.
Am 2. Feiertag traf sich dann die gesamte Familie meines Papas (alle Geschwister inkl. Kinder) bei meiner Oma. Seit deren Tod gab es nie wieder ein solches Treffen.

Seit ich mit meinem Mann zusammen bin und noch vor den Kindern, hat er Heiligabend gemeinsam mit mir bei meinen Eltern verbracht. Am 1. Feiertag wurde dann groß bei meinen Schwiegereltern aufgefahren.

Kurz vor M-chens Geburt ist meine Mama von zuhause ausgezogen, sodass kein Weihnachten zuhause mehr möglich war. Aber mit Baby hätte ich sowieso zuhause bleiben wollen und ab dem Zeitpunkt feierten wir Heiligabend bei uns und wir luden meine Familie dazu ein. Meine Mama und meine beiden jüngsten Schwestern kamen immer, mein Papa (der ein Haus weiter wohnt) entschloss sich immer kurzfristig, doch allein zu bleiben. Das ist sein gutes Recht und ja, das schlechte Gewissen plagte mich im ersten Jahr auch ein wenig, aber er hat es sich selbst ausgesucht. Er und meine Mutter treffen sich z. B. regelmäßig zum Essen,
daran kann es also nicht liegen.

In diesem Jahr werden wir alles anders machen. Zum ersten Mal war geplant, am 1. Feiertag mit der Schwiegerfamilie ins Restaurant essen zu gehen - obs klappt ist gerade ein wenig fraglich, sodass wir evtl. doch wieder bei der Schwiegermutter zuhause landen.
Heiligabend werden definitiv nur wir als Kernfamilie miteinander verbringen. Damit sind wir Coronamäßig auf jeden Fall auf der sicheren Seite, egal wie die Beschränkungen aussehen werden und meine Pläne werden von offizieller Seite nicht durchkreuzt. Hinzu kommt, dass ich da entweder in der 39. Woche schwanger sein werde oder bereits einen geschlüpften Frischling zuhause habe. Da will ich vermutlich meine Ruhe haben und auch niemanden spontan ausladen müssen, weil gerade die Fruchtblase geplatzt ist LOL
Und vielleicht gefällt es uns so gut, dass wir das dann auch die nächsten Jahre so machen werden.
Und in diesem Jahr komme ich auch dem Wunsch meines Mannes nach, sein klassisches Heiligabendessen (Würstl, Kraut und Kartoffelsalat) zu servieren. Dagegen hab ich mich immer gesperrt, aber eigentlich ist es ja ganz schön, wenn man seinen Mann auf so einfache Weise glücklich machen kann Ich wars nicht

Liebe la miga,

gerade, da ein Besuch bei deinem Vater mit Fahrerei verbunden ist, würde ich die Einladung zu euch nochmal wiederholen und definitiv zuhause bleiben. Manchmal braucht es einfach Anpassungen im Leben und der Zeitpunkt dazu scheint bei euch gekommen zu sein.
Wenn dein Vater von sich aus ausschlägt, liegt das in seiner Verantwortung. Dein Wunsch ist ja nicht vollkommen an den Haaren herbei gezogen und absurd, sondern durchaus eine gut durchdachte Variante. Steh zu ihr!

Liebe Grüße amy


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   lisa74
Status:
schrieb am 16.11.2020 08:26
Hallo,

erstmal vorweg - vielleicht erübrigen sich viele Überlegungen eh noch bis dahin. Wer weiss, wer überhaupt noch mit wem zusammen feiern darf. Das haben wir grade eh alle nicht in der Hand...


Wir haben früher immer bei meinen Großeltern (von Mama) gefeiert - zusammen mit der anderen Oma (Papa ist Einzelkind) - Onkel mit Familie und 4 Kindern. Alle zwei Jahre war auch noch meine Tante mit 2 Kindern dabei. Die haben sich jahresweise zwischen den Großeltern aufgeteilt. Nachdem wir auch 3 Kindern waren, gab das Weihnachten immer ein riesen Gewusel. Das war für die Erwachsenen immer viel Aufwand und Arbeit (die ich erst im Nachhineine wirklich bemerke...), für uns Kinder war das aber wirklich immer toll.
Im Gegensatz zu dir, laMiga, habe ich dieses Weihnachten geliebt. Immer gleich, immer verzaubert....
Am ersten Weihnachtsfeiertag haben wir noch mittags zusammen gegessen, vorher natürlich ausgiebig gespielt. Dann haben sich alle (meine Familie + Onkel/Familie) auf den Weg zu unserem Ferienhaus gemacht. 30 Minuten Fahrzeit und dann tolle Winterferien. smile

Als wir älter geworden sind, war das gemeinsame Feiern mit Onkel/Tante/Cousins/Cousinen irgendwann vorbei, ein eher schleichender Prozess. Allerdings hat meine große (und ein Stück ältere) Schwester relativ jung Kinder bekommen, so dass sich an Weihnachten an sich gar nicht so viel geändert hat.
Meine zweite Schwester hat aber dann, als die ihren Mann kennengelernt hatte, relativ schnell mit ihm zu Hause gefeiert. Das haben sie auch ab da beibehalten und auch als dann die Kinder kamen.
Das war aber für jeden ok, da gab es keine Probleme oder Groll.

Als ich meinen Mann kennengelernt habe, haben wir am Anfang "getrennt" gefeiert. Jeder bei seiner Familie. Dann war er einmal mit "bei uns", sonst immer ich bei ihnen. Das war für mich ganz klar ein Kompromiss, ich wäre lieber bei meiner Familie gewesen. Aber im Gegensatz zu unserer relativ großen Familie gab es hier nur die Eltern und die beiden Kinder. Da wollte ich nicht noch ein Kind "wegnehmen". Das war ok, aber für mich kein wirklich schönes Weihnachten. Das letzte Weihnachten war dann schon ohne meinen Schwiegervater, der leider früh gestorben ist.

Als wir unsere Tochter bekommen haben, hab ich von Anfang an gesagt, wir feiern bei uns. Es ist jeder herzlich eingeladen, aber wir fahren am Heiligabend nicht durch die Gegend. Da haben wir also unsere eigenen Rituale entwickelt und am Nachmittag halt Schweigermutter und Schwägerin eingesammelt und gemeinsam bei uns gefeiert. Die wohn(t)en allerdings in der Nähe, von daher ist das einfach zu regeln. Und ich habe mich natürlich an "meinem" Weihnachten orientiert, aber auch manches anders gemacht. So dass es für uns gepasst hat.


Seit meine Oma verstorben ist, haben meine Eltern und die große Schwester (mit Mann und 1-3 Kinder, je nachdem... ) immer im Ferienhaus zusammen gefeiert. Wir sind dann am 1. oder 2. Feiertag dazugekommen.


Nachdem dann meine Schwiegermutter gestorben ist und sich immer mehr gezeigt hat, dass meine Schwägerin keinen Kontakt halten will, alo Stand die Weihnachtsplanung wieder zur Disposition. Wir haben mit unseren Kindern gesprochen, damals 6 und 4 Jahre alt. Beide wollten sofort Weihnachten in den Bergen mit allen verbringen. Jetzt haben wir also dreimal wieder "fast so wie früher" gefeiert und alle sind damit glücklich. Viele mir so bekannte und geliebte Rituale, manches aber auch anders. Und meine Kinder machen da wirklich einen glücklichen Eindruck.

Was dieses Jahr wird, steht in den Sternen. Zusammen sind wir vermutlich zu viele Haushalte. Eltern und Schwester wohnen zusammen, also kann ich die auch nicht einladen. Ferienhaus geht evtl. auch nicht, weil Risikogebiet. Ich habe nichtmal mehr Schmuck für den Baum zu Hause, liegt alles dort im Dachboden. Das stimmt mich traurig, aber wird auch wieder werden. Und dann freuen wir uns nächstes Jahr umsomehr, wenn es wieder ein Weihnachten "für alle" gibt, mit dem wir so glücklich sind.


LaMiga, viele haben ja schon das geschrieben, was ich mich auch dazu denke. Ich kann das schlechte Gewissen verstehen. Aber trotzdem soll es ja auch für deine Kernfamilie schön und passend sein. Ich würde den Papa auch nochmal ganz herzlich einladen und ihm auch deine Zerrissenheit mitteilen. Aber wenn ihr zu Hause feiern wollt, dann müsst ihr das wenigstens mal ausprobieren. Und nicht erst in 15 Jahren....
Wie denkt denn dein Mann über Weihnachten? Wie deine Kinder? Empfinden sie das auch alles so anstrengend wie du früher? Hast du da schon mal etwas nachgefühlt?
Wäre es nicht schrecklich traurig und schade, wenn Weihnachten für deine Kinder ebenso negativ belegt wird wie für dich?

Und die Fragen von pmami sind natürlich auch wichtig - was machen deine Geschwister, warum "hängt" alles an dir?


Ich wünsche dir eine gute Enscheidung!


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   pebbles30
schrieb am 16.11.2020 08:40
Zitat
lisa74

Was dieses Jahr wird, steht in den Sternen. Zusammen sind wir vermutlich zu viele Haushalte. Eltern und Schwester wohnen zusammen, also kann ich die auch nicht einladen. Ferienhaus geht evtl. auch nicht, weil Risikogebiet. Ich habe nichtmal mehr Schmuck für den Baum zu Hause, liegt alles dort im Dachboden. Das stimmt mich traurig, aber wird auch wieder werden. Und dann freuen wir uns nächstes Jahr umsomehr, wenn es wieder ein Weihnachten "für alle" gibt, mit dem wir so glücklich sind.

Wenn deine Eltern mit deiner Schwester zusammen wohnen, ist das ein Haushalt. Also sind da Treffen sehr wohl möglich.
Ob man das auch will ist die andere Frage.

Das Ferienhaus gehört euch selbst, ist also nicht gemietet?
Dann könnt ihr auch jederzeit dort hinfahren. Im Winter würde ich sowieso regelmäßig nach dem Rechten sehen.
Bei Ferienhäusern wo kein Urlaub möglich ist, geht es ja immer um gemietete Objekte.

Ich persönlich würde dann den Großeinkauf noch daheim machen, einkaufen muss man sowieso und ansonsten schön im Ferienhaus bleiben.


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   himbeere
schrieb am 16.11.2020 10:10
Ich feiere Weihnachten schon seit ca. 30 Jahren so, wie ich will. Das erste Mal bin ich mit 22 nicht mehr nach Hause gefahren, sondern habe mit meinem Freund gefeiert und bin erst am 2. Feiertag zu meinen Eltern gefahren. Als ich meinen Mann kennen lernte und schwanger war, war uns beiden total wichtig, das erste Weihnachten "zu dritt" zu feiern, all die Vorfreude darauf, bald eine Familie zu sein, wirklich gemeinsam zu erleben.

Zum Glück war das für beide Familien auch immer total in Ordnung, wir sind in meiner Kindheit selbst nicht von Großeltern zu Großeltern gefahren. Stattdessen waren die großen Päckchen, die da an Heiligabend von den Großeltern ausgepackt werden durften, immer eine wunderbare Sache!

Als meine Schwiegermutter Witwe wurde, wurde sie natürlich von ihren 6 Kindern eingeladen. Sie hat unsere Einladung jahrelang ausgeschlagen und ist lieber zu meiner Schwägerin gegangen. Fand ich manchmal schade - inzwischen finde ich es super, so fühle ich mich völlig frei, wie ich Weihnachten gestalte. Wir hatten dann mal meinen Bruder, mal unsere Babysitterin an Weihnachten zu Besuch. Das war immer schön und vor allem vollkommen "selbstbestimmt". Inzwischen ist für meinen Mann und mich klar, dass wir Weihnachten mit den großen Kindern zu fünft feiern - ich sehe an den Familien meiner Schwager und Schwägerinnen, wie bald man dann zu acht ist smile Dann bringen die Kinder ihre Partner*innen mit, es beginnt wieder eine neue, spannende Lebensphase. Vorher genieße ich noch, dass wir Weihnachten einfach unter uns sind. Wir rufen an den Feiertagen alle 8 Geschwister und deren Familien sowie beide Omas an, das reicht mir an "Kontaktstress" zwinker

Wie lange willst du denn noch warten, bis du Weihnachten mal so feierst, wie DU das willst? Du hast deinen Vater eingeladen, er will nicht kommen. Das ist sein gutes Recht, er ist erwachsen und darf für sich selbst entscheiden. Und du ebenso!

Du hast Recht: Bald habt ihr Teenager, und das ist dann wieder ein ganz anderes Weihnachten. Als nächstes bringen sie dann ihre Partner*innen mit oder feiern bei deren Eltern. Genieß doch jede Lebensphase und das, was dazu gehört!

Mein Motto dazu stammt von Max Frisch: "...und doch wäre jedes Lebensalter schön, je weniger wir verleugnen oder verträumen, was ihm zukommt, denn auch der Tod, der uns einmal zukommt, lässt sich ja nicht verleugnen, nicht verträumen, nicht aufschieben."


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Serena15
Status:
schrieb am 16.11.2020 11:21
Hallo,

ich habe auch lange gebraucht mich von elterlichen und schwiegerelterlichen Erwartungen zu befreien. Es brauchte ein total missglückten und im Eklat endenen Heiligabend (der geniale Plan war beide Familien an Heiligabend unterzubringen - um es allen recht zu machen - und am Ende waren beide doch beleidigt) und ein Weihnachten, wo wir komplett in Urlaub waren und niemanden gesehen haben, um Tabula rasa zu machen. Gut, das mit dem Urlaub geht natürlich in dem Jahr nicht und bei uns war keiner ganz allein. Aber ihr habt ja den Vater eingeladen, damit wäre das für mich erledigt. Ab da ist es seine Entscheidung.

Ich kann dich auch nur bestärken jetzt und hier so zu feiern wie es dir gefällt!

Was das Thema mit den Kindern angeht: Ja, ich habe da auch eine irre Wehmut. Ich liebe das Alter zwischen 5 und 10. Das wusste ich schon vorher. Kleinkinder sind - wie ich jetzt weiß - gar nicht meins und Teenies ... sind einfach anstrengend wie man so hört Ich wars nicht Und sicher gibts da auch schönes, aber sie kommen bestimmt nicht ständig zum kuscheln oder sind hellauf begeistert, wenn man Laternen basteln will. Und mir fehlen da auch die Vorbilder in der Familie, wie man es mit Teenies/ erwachsenen Kindern gut macht. Alle sind irgendwie zerstritten.
Vor dem ersten Freund/ der ersten Freundin hab ich eher Angst. Eben auch, weil es da mit meinen Eltern immer Streit gab, ich mit meiner Schwiegermutter nicht kann usw.
Ich denke es hilft nur sich auch eigene Pläne zu machen. Ich liebe Weihnachten und kalkuliere aber ein, dass mich die Kids nicht 3 Tage am Stück oder überhaupt einladen oder besuchen. Was könnte man dann schönes machen? Da gäbe es genug. Also einfach etwas mehrgleisig planen.

Viele Grüße


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   Impala-34
Status:
schrieb am 16.11.2020 12:11
Hallo La MIga,

Dein Beitrag macht mich irgendwie traurig. Weihnachten ist das Fest der Liebe und er Zugewandtheit. Nur aus Pflichtgefühl zu Deinem Vater und Deiner Oma zu fahren und nur um Dein schlechtes Gewissen zu beruhigen, ist einfach nicht ehrlich.
Du hast Doch mindestens zwei Geschwister und wenn ich mich recht erinnere lebt zumindet ein Geschwister auch ganz in der Nähe deines Vaters oder verwechsel ich das was?

Frag Dich mal, ob es nicht auch egoistisch ist, Deinen Kindern eine entspannte Mutter vorzuenthalten und ein entspanntes Weihnachtsfest nur weil Du kein schlechtes Gewissen haben willst.

ich bin bis zum Tod meiner Mutter jedes Jahr an Heiligabend zu ihnen nach Hause gefahren. Und ich fand es immer schön. Meine Schwester mit drei Kindern und mein Bruder waren immer dabei. Es war immer lustig, herzlich, entspannt, familiär und warmherzig. Meine Mutter hat Weihnachten geliebt und für uns Kinder immer ein zauberhaftes Weihnachten geschaffen. Als sie alt und krank war, sind wir dort zusammen gekommen wo es uns möglich war mit ihr gemeinsam zu feiern.
Als es ihr noch besser ging war ich Heiligabend bei ihr und am 1. Weihnachtstag ist sie mit mir zusammen zu uns gekommen, und wir haben dann zusammen ein wunderbares dreigängiges Weihnachtsmenu gekocht zu dem dann auch mein Schwiegervater und meine Schwägerin und immer mal wieder ein alleinstehender Freund kamen.
Nach ihrem Tod haben wir Weihnachten zu uns verlegt und meine Schwester mit Kindern (allerdings alle schon Teenager oder älter) und mein Bruder kamen zu uns. Es gibt Raclette. unser Sohn spielt mit seinen Spielsachen und wir haben eine entspannte Zeit.

Mein Bruder ist völlig überraschend verstorben und was würde ich darum geben nocheinmal ein Weihnachtsfest mit ihm und meinen Eltern verbringen zu können. Sie fehlen mir so sehr und ich ich so dankbar, dass ich soviel Zeit mit ihnen verbracht habe.

Wenn Du gerne Zeit mit Deinem Vater und Deiner Oma verbringen willst, ist Weihnachten nicht der verkehrteste Zeitpunkt. Wenn Du es eigentlich nicht möchtest. dann bleib lieber zuhause.
Was willst Du Deinen Kindern denn mitgeben. Erinnerungen zur Weihnachtszeit wie Du sie hast oder vielleicht eher wie ich sie hatte?

Dabei ist es völlig egal wie Weihnachten "üblicherweise" verbracht wird. Pflichtgefühl ist wichtig und richtig, sollte aber seine Grundlage in Liebe und Zuwendung haben und nicht in einem schlechten Gewissen.

Zitat
lucky*3
Und was mir auch noch wichtig ist - das Leben ist durchaus auch noch schön mit älteren Kindern, ich finde das richtig befremdlich, wie du die Entwicklung und das älter werden deiner Kinder mit abnehmender Lebensqualität verbindest!
Es ist so spannend, wie die Kinder sich entwickeln, wie sie älter werden, wie sie gute und schlechte Erfahrungen machen und man gute und schwierige Zeiten mit ihnen erlebt. Ich möchte die Zeit mit kleinen Kindern nicht nochmal zurück haben, es war schön, aber es wird nicht schlechter nur weil die Kinder älter werden.
Man hat wieder mehr Zeit für sich, kann für sich Hobbys finden, ausgehen, sich mit ihnen über Politik, Finanzen, Sinn des Lebens, Geschichte, Kunst usw usw unterhalten - freu dich drauf!

Liebe Lucky, danke für diese Worte. Ich hoffe ich werde es so mit meinem Sohn erleben. Dass wir immer in Beziehung zueinander bleiben, so wie ich das auch mit meiner Mama hatte, egal wie alt ich war. Eigentlich ist es sogar heute noch so, obwohl sie jetzt schon verstorben ist.

LG

Impala


  Re: Wie "egoistisch" seid ihr in Bezug auf eure eigenen Wünsche, wie sehr könnt ihr Erwartungen anderer hinter euch lassen?
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   berlink
Status:
schrieb am 16.11.2020 12:27
Können Vater und Großmutter ohne Weiteres zu Euch kommen, wenn ich mich recht erinnere, gab es da einige km dazwischen? Würdet Ihr sie ggf. holen können?
Ja, und klar, wenn es Geschwister gibt, was ist mit denen?




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