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  Corona - wie geht es euch jetzt?
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   Impala-34
Status:
schrieb am 22.10.2020 11:18
Hallo Alle,

wie geht es Euch heute? Was vermisst Ihr besonders, was fehlt Euch? Was tut ihr um euch kleine Inseln zu schaffen?

Ich fang auch wieder an:

Mir sitzt das ganze Jahr sehr in den Knochen. Es ist sowieso ein schweres Jahr, wir haben einen persönlichen Verlust zu verarbeiten, was durch die Einschränkungen mit Corona (Beerdigung verzögerte sich, es konnten nicht alle teilnehmen, keine Trauerfeier etc) noch schlimmer war. Mein Schwiegervater ist schwer krank und jetzt im Pflegeheim. wir können ihn kaum besuchen, seinen Enkel kann er gar nicht sehen, da immer nur eine Person - wenn überhauot - zu ihm darf. Man kann sich gar nicht kümmern. Eben auch nicht unterstützend mit ihm mal laufen, in füttern, ihm zusprechen, damit er wieder Lebensmut fassen kann etc.
Der Schulstart unseres Sohnes ist .... schwierig. Er findet Schule schrecklich, hat furchtbare Angst den Anforderungen nicht zu genügen (was objektiv Blödsinn ist), er hat auch schon Freunde gefunden, aber es ist dennoch schwer ihn immer wieder aufzufangen, gerade weil es mir momentan nicht gerade gut geht.
Was ist positiv:
Wirtschaftlich kommen wir beruflich - wenn auch mit Umsatzrückgängen - sehr gut durch die Krise. Da geht es anderen deutlich schlechter.
Wir sind (noch) alle gesund, auch wenn die Gesamtsituation bei mir leider zu einer deutlichen Gewichtszunahme geführt hat.

Ich fühle mich gerade oft überfordert, müde, ausgelaugt und es fehlen mir die Dinge auf die ich mich freuen kann. Urlaube, Veranstaltungen oder auch nur Treffen mit Freunden. Es ist ja nicht so, als ob nichts stattfinden würde, aber alles ist unsicher, klappt es nächste Woche mit dem Besuch im Park? Darf ich mich mit zwei Freundinnen gleichzeitig treffen? Kann mein Sohn bei seinem Freund zu spielen hingehen? Kann ich an Weihnachten meine Familie treffen? Ich habe Angst vor einem weiteren Lockdown, den Belastungen von Home schooling und was das mit uns als Familie macht.

Geht es Euch auch so? Was macht ihr um im Gleichgewicht zu bleiben?

LG

Impala

bitte nicht zitieren, ich nehme Teile später wieder raus


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   pmami
schrieb am 22.10.2020 11:37
Liebe Impala,

das ist eine schöne Idee für einen thread.

Was mir am meisten fehlt, sind tatsächlich Umarmungen, Freunde treffen, spontan mal weggehen (ohne Voranmeldung, die man ja selbst im Zoo braucht) und Familie treffen.

Meine Eltern sind bei schon verstorben. Um so wichtiger sind mir meine beiden Brüder und deren Familien. Insgesamt sind wir aber 13 Personen, mit Freundinen in jüngsten Generation sogar 15 Personen. Jegliche Treffen zu Geburtstagen, Weihnachten oder einfach mal so zum Kaffee fallen damit aus. Dass mein Mann und ich abends nicht mehr weggehen, stört mich weniger, aber dass ich keine Freundinenn mehr treffe schon. Früher haben wir manchmal auch spontane Mütter-Treffen in einerm Biergarten oder einer Kneipe veranstaltet. Einach zehn Mütter aus Kindergarten oder Hort, die alle mal raus wollten. Das geht auch nicht mehr.

Gesundheitlich geht es mir GsD gut. Ich habe mich ja im Sommer - zum Teil auch bedingt durch den Lockdown und das Homeschooling - entschlossen, zum Ende des Jahres aufzuhören zu arbeiten. Nun habe ich noch knapp zwei Monate und ich bin überzeugt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich freue mich serh auf das kommende Jahr. Da ich allmählich meinen Ausstieg vorbereite und keinerlei neue Aufträge mehr annehme, sinkt auch der Stresslevel bei der Arbeit erheblich.

Am meisten Angst habe ich im Augenblick davor, dass die Schulen wieder schließen oder wieder auf Wechselbetrieb umstellen. Mein Sohn ist Einzelkind und die Isolation hier bei uns zu Hause hat ihm im Frühling emotional nicht gut getan. GsD hat er sich gut davon erholt, nachdem langsam wieder alles öffnete, aber ich will das nicht noch einmal.

Trotz aller Bedenken wegen Corona hatten wir uns vor zwei Wochen entschieden, unserem Sohn eine fast normale Geburtstagsfeier mit Freunden im November zu erlauben. Nun sieht es so aus, als ob diese auf der Kippe steht. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass der größte Geburtstagswunsch unserer Kinder eine Geburtsgagsfeier mit Freunden sein könnte und wir diesen nicht erfüllen können?

Viele Grüße pmami


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 22.10.2020 12:12
Hallo impala,

die steigenden Zahlen ängstigen mich zunehmend und die Frage "Welche Einschränkungen kommen wohl als nächstes und wann" beschäftigt mich doch arg.

Im Frühjahr kamen wir eigentlich wunderbar durch den Lockdown mit nur kleinen finanziellen Einbußen und viel gemeinsamer Familienzeit, die wir auch den erlaubten Möglichkeiten entsprechend gut nutzen konnten. So waren wir nahezu täglich 30 - 40 km Rad fahren und haben ganz neue Ecken unserer Region kennengelernt.

Und trotzdem sträubt sich gerade innerlich alles beim Gedanken an einen 2. Lockdown.
M-chen kam im September in den Kindergarten. Er liebt es dorthin gehen zu dürfen und der Gedanke, dass er bald nicht mehr hingehen darf oder nur noch jede 2. Woche zerreißt mir das Herz.

Ich schränke gerne meine Kontakte weiter ein, trage meinetwegen Maske sobald ich das Haus verlasse, aber bitte bitte lasst unseren Kindern den Alltag 🙏

Ein Betreuungsproblem gäbe es zwar bei uns nicht, da ich jetzt in der 30. Woche schwanger bin und nur noch vereinzelt im Home Office arbeiten muss, aber ich wünsche mir für meinen Sohn, dass er auch weiterhin täglich in den Kindergarten gehen darf.
Leider steigen aber die Zahlen weiter und ein Wochenwechsel war in unserer Stadt bereits letzte Woche im Gespräch, sodass ich kaum Hoffnung habe, dass nicht spätestens im November Einschnitte in der Betreuung kommen.

Morgen treffe ich zum ersten Mal seit März meine Tante und meinen Onkel wieder und sehe schon, dass das das letzte Treffen fürs nächste halbe Jahr sein wird und das, obwohl wir uns "früher" spätestens alle 2-3 Wochen mal kurz irgendwo gesehen haben.

Jetzt, nachdem wir uns langsam an den neuen Alltag gewöhnt haben, ist wieder alles ungewiss. Ich habe echt das Gefühl, das Leben gerät erneut aus den Angeln. Was eigentlich totaler Blödsinn ist, denn wir persönlich haben den letzten Lockdown ja auch gut überstanden, aber da gehen vielleicht auch ein wenig die Schwangerschaftshormone mit mir durch.

Bleibts gsund

amy


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   lisa74
Status:
schrieb am 22.10.2020 14:03
Hallo,

mir geht es grade gar nicht gut und dieses Corona treibt mich echt um. Obwohl ich es objektiv betrachete vermutlich ziemlich gut habe. Wir haben keine finanziellen Einbußen und die Jobs sind bisher auch noch sicher. Wir können beide im Homeoffice arbeiten.

Ich lese zu viele Nachrichten, obwohl es nichts ändert und ich weiss, dass es mir nicht gut tut. Ich bin ständig auf diese ollen Zahlen fixiert, obwohl das erstmal überhaupt nix ändert bzw. ich gar nichts ändern kann.

Meine Grundschul-Kinder tragen seit heute den kompletten Schultag Maske. Im Hort bisher "nur" auf den Begegnungsflächen. Aber das ist wohl auch nur noch eine Frage der Zeit. Es steht offenbar schon zur Diskussion, ob sie nicht auch draussen im Garten Masken tragen müssen.

Das heisst aber für mich, dass ich sie dort eigentlich nicht mehr lassen mag. Also nach der Schule oder spätestens nach dem Essen sollte ich sie dann abholen. Heisst aber im Umkehrschluss, dass ich mich mit Kochen/Essen und meiner Arbeit wieder ganz neu organisieren muss. Andrerseits hat gerade meinem Sohn die Zeit zu Hause "nur" mit Schwester echt nicht gut getan. Der braucht seine Freunde, wo er eine ganz andere Rolle einnimmt, als bei der großen Schwester. Also doch Hort??? Zwickmühle.


Ich habe einen riesen Bammel davor, dass die Schulen wieder ganz dicht gemacht werden. Wechselunterricht wird sowieso kommen, damit rechne ich spätestens nach den Ferien. Wird dann bei uns ein täglcher Wechsel sein. Ich hoffe, das macht es etwas einfacher, weil ich dann weder Arbeitsblätter drucken, erklären, kontrollieren, korrigieren muss. Der Tag zu Hause ist dann halt immer eine umfangreichere Hausaufgabe. Hoffe ich zumindest....
Trotzdem, allein bei dem Gedanken, dass die Schule bald schon wieder (teilweise) dicht machen werden, bekomme ich richtig Beklemmungen. Das drückt mir komplett aufs Gemüt.
Dann noch dazu die dunkle Jahreszeit, schlechtest Wetter, Weihnachten vielleicht allein zu Hause (wir sind sonst immer ganz idyllisch mit der kompletten Familie in den Bergen),... in der Gesamtheit irgendwie bringt mich das wirklich an den Rand meiner mentalen Belastbarkeit.

Die kommenden Termine mit/für die Kinder stelle ich alle schon unter ein "vielleicht, falls es noch geht". Da kommen die Erinnerungen an den Frühling ganz schnell wieder hoch. Im Dezember hat mein Sohn Geburtstag, dem hab ich einen Nachmittag mit einer befeundeten Familie und eine Gartenparty im Sommer in Aussicht gestellt. Am Ende kann er aber vielleicht nicht mal mehr die eine Familie einladen???

In den Ferien wollen wir auch Freunde besuchen (9 Personen - 2 Haushalten). Ob das noch gehen wird???


Arbeit ist auch so ein Thema - da ist einfach zu wenig "greifbares" los zur Zeit. D.h. ich hab hier keinen Stress (was gut klingt), bin aber auch gar nicht gefordert dabei. Und habe genug Zeit, im Internet diese doofen Zahlen zu verfolgen... ein Teufelskreis.
Zudem hört mein Chef zum Jahresende auf und mein eigenes Arbeitesgebiet schaffe ich auch grade ab. Was genau ich ab nächsten Frühjahr machen werde, steht noch komplett in den Sternen. Manchmal würd ich das alles gerne einfach hinschmeissen. Aber ist halt gut bezahlt und ohne wäre ich nicht mal krankenversichert...


Mein Freundeskreis teilt sich grade coronabedingt in zwei Lager auf. Ich hänge in der Mitte und bin daüber unendlich traurig. Ich habe eh nicht soooo viele Freunde, die waren mir aber immer sehr wichtig. Die Funkstille hier belastet mich auch.


Weltwirtschaft, Schuldenberge für unsere Kinder, ... da ist grade so viel negatives im Umlauf, mir fällt es echt schwer, da gute Laune zu behalten.


Kurzum, das Fazit. Mir geht's grade echt nicht gut und so ganz ohne Licht am Ende des Tunnels ist das alles wirklich anstrengend grade... traurig


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.10.20 14:06 von lisa74.


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  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
avatar    Maral
schrieb am 22.10.2020 14:13
Hier läuft zur Zeit eigentlich vieles relativ normal. Und das einzige, was mich da beschäftigt, ist tatsächlich die Sorge, es selbst zu erwischen. Manches ist etwas unbequemer, umständlicher, aber die Kinder haben ziemlich normal Schule ohne Masken in der Grundschule, nur die Schwimmsituation nervt und die Eltern sind sich alle einig, dass die Kinder, die in einer Klasse sind, sich auch ganz normal verabreden können. Dafür bin ich mit mir um einiges strenger. Schulschließung war super für uns. Und ich muss ja eh arbeiten. Noch kann Junior zum Sport, und mir selbst fehlt gar nichts. Einzig sein Geburtstag wird anders ausfallen, das tut mir leid, lässt sich aber auch nachholen.
Mich nervt eher, dass es wieder das einzige Thema ist, und das irgendwie systematisch nur Druck und Panikmache erzeugt wird. Das Virus ist ein ernstes Thema , ja, aber diese Strategie und das Verhalten der Medien finde ich auch eher contraproduktiv als hilfreich. Grundsätzlich bin ich eigentlich, mal von meiner persönlichen Angst, die aber Krankheiten auch grundsätzlich betrifft, relativ optimistisch. Impfstoffe sind in der Entwicklung und wir haben über die Monate doch einiges dazugelernt. Und das werden wir auch weiter. Mir tut es echt leid für die, deren Existenz es angegriffen hat, die Freunde/ Verwandte verloren haben, aber ich halte es für extrem wichtig, sich da auch nicht reinzusteigern, und nicht immer im Angst / Sorgenmodus zu verharren. für die eigene Gesundheit. Auf der anderen Seite kann ich bspw echt nicht nachvollziehen, was daran so schwer ist, mal ein Jahr nicht zu verreisen, keine Party zu feiern, oder so eine dämliche Maske aufzusetzen. Ich finde die Einschränkungen nicht schlimm. Hauptsache, es wird nicht wieder isoliert. Das geht gar nicht, finde ich. Was ich gleichzeitig sicher niemals als neue Normalität oder Alltag bezeichnen würde.
Ich finde tatsächlich, trotz höherer Zahlen ist die Situation nicht mit März vergleichbar. Ich bin mir halt auch ziemlich sicher, dass sich spätestens im Sommer alles deutlich entspannen wird. Und ich bin ziemlich sicher, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird.


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   Lioba
Status:
schrieb am 22.10.2020 14:43
Hallo,

hier auch eher ein mulmiges Gefühl. Starke finanzielle Einbußen vermutlich bis weit ins nächste Jahr (da ist auch schon Kurzarbeit angekündigt), zwei Kinder in der Grundschule in der Großstadt, die auch wie die Nachbarstädte Risikogebiet ist (über 50 Inzidenz), Angst vor einem neuen Lockdown, da die Urlaubstage schon aufgebraucht werden mussten. Neben dem Problem der Kinderbetreuung neben Home Office und Arbeit, was dann wieder auf uns zukommt, ist ein Lockdown im Herbst/Winter vermutlich deutlich unangenehmer als im Frühjahr, wo es doch über weite Strecken trocken und angenehm war und wir sehr viel draußen waren. Ich finde es außerdem beunruhigend, wie schnell die Infektionszahlen steigen. Eine Freundin ist Krankenschwester und meinte, dass die Klinik deutlich mehr Coronapatienten auf der Intensivstation hat als in den vergangenen Wochen. Auch da sieht es langsam ernster aus.

Die Unsicherheit, wie es weitergeht, finde ich schlimm.

Hoffen wir mal, dass es besser wird als gedacht...

Grüße
Lio


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   Blüte
schrieb am 22.10.2020 16:25
Es geht.. würde ich sagen.

Wichtigste Fakten für mich: alle sind gesund, wir haben Arbeit und die ist sehr sicher.

Die Unsicherheit in den Planungen sind für mich nicht sooo schlimm, das kenne ich schon immer durch die Krankheit vom Kind. Die ist zwar gut im Griff, aber wir wussten über JAHRE nicht, ob wir morgen am Fest teilnehmen können oder ob das Kind in die Schule kann, ob ich mich mit der Freundin treffen kann oder oder. Ob eben der Alltag wie geplant funktionieren wird, meistens tat er das nicht, wenn auch aus anderen Gründen als wegen einer Pandemie, klar.. .das Ergebnis war aber dasselbe. Nichts war sicher. Das hat mich viel Geduld gelehrt, obwohl das absolut nicht meine Stärke ist. Ich habe das Gefühl als würde ich von den Erfahrungen profitieren.

Hier steht auch ein Novembergeburtstag an, den habe ich, was in dem Alter gut geht, direkt im seit Sommer auf die beste Freundin reduziert. Das wird der erste Geburtstag ohne große Gästeschar, aber das ist auch völlig okay.

Gleichzeitig ist die Krankheit des Kindes das, was mir viel Angst macht. Eine Ansteckung ist zu vermeiden, aber einsperren kann und will ich einen Teenager auch nicht. Also WILL ich, dass die Schulen schließen bzw. auf geteilte Klassen umsteigen, weil ich Angst habe. Kann es gleichzeitig aber auch sehr schön NICHT wollen, weil das Kind seine Freunde braucht und sich auf die Schule freut wie wild, also auf die Freunde, nicht so sehr auf den Unterricht usw. zwinker. Die Zahlen steigen, die Kinder sollen Masken tragen, sonst passiert nichts, während das sonstige Leben immer weiter eingeschränkt ist .In der Schule ist das anscheinend nicht notwendig, diese Konstellation macht mir Angst.

Und weil das alles nicht reicht, hat das Kind eine neue gesundheitliche Baustelle aufgetan, die mich umtreibt. Wir waren diese Woche x-mal beim Arzt, auch kein Vergnügen in diesen Tagen und ich frage mich schon, ob es dann mal bitte aufhören kann, ganz ohne Corona. Diese Frage verschiebt meinen Fokus etwas weg von der Pandemie.

Zum Glück habe ich auch ohne persönliche Treffen intensiven Kontakt zu meinen Freunden. Da kann Corona machen was es will, die Kontakte bleiben und sind sicher und gut!


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   coco1968
schrieb am 22.10.2020 16:50
Hallo Impala,
ich plane gerade 3 Kindergeburtstage (1x Oktober / 2 x November). Die Buchungen wurden zwar bestätigt, aber jetzt heißt es abwarten .....
Die Zeiten sind schon sehr ungewiss und meine größte Sorge gilt einer Schulschliessung. Die größte Herausforderung und Belastung im Frühjahr war -> wann immer ich von der Arbeit nach Hause kam - es war immer jemand da. Ich habe das „Alleinsein“ für 2 -3 Stunden am Tag sehr vermisst, und die Kinder ihre Freunde. Ich möchte hier bitte bitte keine Neuaufnahme dieser Situation.
Unseren Sommerurlaub haben wir - wie gewohnt - in Italien verbracht und die ersten kleinen Feiern finden im engsten Freundeskreis auch wieder statt, auf die wir uns sehr gefreut haben und freuen werden - auch am kommenden Samstag.
Abschließend kann ich mich nur wiederholen - für das Allgemeinwohl kann ich Verzicht üben, aber bitte bitte keine Schulschliessung!


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   Serena15
Status:
schrieb am 22.10.2020 17:26
Hallo,

ich bin heute sehr pessimistisch. Wir sind (wie viele) dick im Risikogebiet. Die Zahlen werden weiter steigen und ich habe den Eindruck so recht weiß noch keiner, ab wann was dann gemacht wird. Da Pflegeheime betroffen scheinen, werden die Todes/ KH- Zahlen hoch gehen.

Für mich fühlt es sich aber schon nach de facto Schulschließung an. In der Nachbarstadt sind 22 Klassen in Quarantäne. Bei noch weiter steigenden Zahlen bleiben die Schulen vielleicht offen aber es ist reine Lotterie, ob man nicht quasi in Dauerquarantäne ist. Dazu der Unterricht mit offenen Fenstern, Abstand, Masken... was ich im GS Bereich einfach schwierig finde.
Bald wäre mir also eine Schulschließung schon lieber.

Ich werde mich weiter - so weit erlaubt - mit einzelnen Freundinnen treffen und die Kinder dürften das auch. Der Lockdown im Frühjahr war bei bestem Wetter und aufblühender Natur, jetzt beginnt bald der "graue November". Die Aussicht auf Weihnachten ohne Kirche, Weihnachtsmärkte, Feiern finde ich auch nicht gerade aufbauend.
Die Spontanität fehlt total. Nichts geht ohne Onlinekarten. Aber wahrscheinlich war das schon Luxus.

Deprimierte Grüße


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.10.20 17:52 von Serena15.


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
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   Poldi91
schrieb am 22.10.2020 20:48
Ich muss sagen, so langsam geht es auch mir an, nicht auf, die Nerven. Man wird dünnhäutiger. Ich bin auch ständig am Nachrichten im Internet lesen...es lässt mich nicht los. Und ich finde, dabei vergeudet man so viel Zeit. Da muss ich unbedingt reduzieren. Aber ich mache mir mittlerweile echt Sorgen. Ich selber bin auch Risikopatient und habe wirklich bammel, mir den Mist einzufangen. Ich habe so eine Angst davor mehrere Wochen krank zu sein. Deswegen reduziere ich natürlich so viel es geht an Kontakten etc. Ab Montag darf ich wieder komplett ins Homeoffice zurück. Und das erleichtert mich total. Aber gleichzeitig habe ich riesen Sorgen, weil bei uns (NRW) am Montag die Schule, bislang komplett im Regelbetrieb, starten soll. Alle Kinder ohne Abstand in eine Klasse. Das will mir nicht in den Kopf. Überall müssen Abstände eingehalten werden. Und in der Schule hofft man einfach, dass nix passiert. Erst heute haben wir dir Info bekommen, dass jetzt an einer digitalen Plattform gearbeitet wird, diese aber erst 2021 fertig sein wird. Außerdem wird es daran scheitern, dass es nicht genügend Unterstützung seitens der IT geben wird, Personalmangel. Ganz großes Kino.

Natürlich sind auch wir Risikogebiet.

Letzte Woche waren wir im Urlaub. Es war soooo schön mal wieder raus zu kommen aus dem Alltag. Wir waren in Sachsen Anhalt im Harz. Dort gab es zu dem Zeitpunkt so gut wie keine Infektionen. Da konnte man wirklich für einen Moment den ganzen Corona-Mist vergessen. Wir waren sogar im Restaurant essen, was wir das letzte Mal glaube ich im Februar gemacht haben. Da wollte niemand Kontaktdaten haben.

Und ich muss sagen mir geht echt die Hutschnur, wenn ich höre, worüber teilweise diskutiert wird, was stattfinden darf und was nicht.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.10.20 20:54 von Poldi91.


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
no avatar
   littlemeamy
Status:
schrieb am 22.10.2020 21:01
Zitat
Poldi91

Letzte Woche waren wir im Urlaub. Es war soooo schön mal wieder raus zu kommen aus dem Alltag. Wir waren in Sachsen Anhalt im Harz. Dort gab es zu dem Zeitpunkt so gut wie keine Infektionen. Da konnte man wirklich für einen Moment den ganzen Corona-Mist vergessen. Wir waren sogar im Restaurant essen, was wir das letzte Mal glaube ich im Februar gemacht haben. Da wollte niemand Kontaktdaten haben.

Wir waren vorletzte Woche auch im Harz im Urlaub. So richtig schön abgeschieden auch ohne Internet / Handyempfang in der Ferienwohnung. Es war herrlich ruhig.
Als wir gefahren sind waren zuhause die Zahlen noch in Ordnung. Nach der Woche Urlaub, in der Corona kaum Thema war und wir es wirklich gut ausblenden konnten, waren die Zahlen explodiert und nun ist alles wieder so präsent wie im Frühling.

Ich sollte mir auch ein Handyverbot auferlegen, um dem Thema nicht noch mehr Raum zu gewähren als ohnehin schon.


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 23.10.2020 02:47
Ich möchte mir meine Coronasorgen auch mal von der Seele schreiben.
Im Februar war ich noch schwanger mit den Zwillingen. Corona begann für uns mit 2 direkten Kontakten und der Angst, mich angesteckt zu haben und es an meinen Mann weiter gegeben zu haben.

Mein Mann ist schwerbehindert. Fast vollständig gelähmt und 24/7 beatmet. Einer der Ärzte sagte recht unverblümt, dass wir Corona vermeiden müssten, weil er es nicht überleben würde.

So waren wir ab Mitte Februar bis etwa Juni weitestgehend getrennt voneinander. Mein Mann verließ um 6 Uhr das Haus ins Büro, wo er bis etwa 20 Uhr allein, nur mit Assistent, der behinderungsbedingt nicht zu vermeiden ist, vor sich hin arbeitete. So gab es zu Hause keine Kontakte.
Ich versuchte so gut wie möglich zu Hause die Stellung zu halten, trotz Schonung, immer anstrengender werdender Schwangerschaft und zwei energiegelandenen Jungs, denen ich schnell nicht mehr gerecht werden konnte (raus gehen vs. Schonung) und die ihren geliebten Papi unendlich vermisst haben. Meine Kinder wurden in dieser Zeit Tabletjunkies. Jeden Tag läuft dieses schreckliche Ding, das uns vor Corona wöchentlich ein tolles Kinderkino als Familienevent bescherte.

Als mein Mann dann nach Sommerferienbeginn wieder begann unseren Alltag mit uns zu leben, dauerte es etwas, bis wir wieder alle zusammen leben und an einem Strang ziehen konnten. Zu viele Wochen hatte jeder für sich herumgewurschtelt. Geblieben sind getrennte Schlafzimmer auf getrennten Ebenen des Hauses. Nicht schön. Aber sicher ist sicher.

Uns so sitze ich nun im Familienbett mit meinen 4 schlafenden Jungs und denke, dass einiges anders wäre, wenn wir ein paar Monate oder vielleicht ein Jahr früher von Corona gewusst hätten oder ich zumindest daran geglaubt hätte, dass so etwas passieren könnte.
Wir hätten auf weitere ICSIs verzichtet und nun unsere Zwillinge nicht. Ein schrecklicher Gedanke, dass es ohne die Babys jetzt um einiges leichter wäre. Das schlechte Gewissen nagt sofort, denn natürlich lieben wir sie über alles und würden keinen mehr hergeben. Auch das Haus hätten wir nicht gekauft. Alles viel zu unsicher.

Wir sind selbstständig und haben finanzielle Einbußen. Über den Winter kommen wir, aber dann muss sich etwas tun, sonst wird es unangenehm. Für Coronahilfen sind wir mit wenigen Mitarbeitern zu groß. Aber trotzdem ja kein riesiges Unternehmen, wo eine Abteilung mal der anderen aushelfen könnte.

Ich versuche mir, so oft wie möglich, vorzustellen, dass mein Mann und ich in 17 Jahren in unserem Garten sitzen (der leider aktuell noch nicht gemacht und beim nächsten Lockdown immer noch nicht für uns nutzbar ist), den 18. Geburtstag der Zwillinge planen und darauf zurückschauen, was das in der Schwangerschaft und erstem Jahr für eine schlimme Zeit war und wie dankbar wir sind, dass wir das gut überstanden haben. Ich muss diese Hoffnung bewahren, denn wenn ich realistisch die nächsten 2 Jahre planen will, ist meine größte Angst, Witwe zu sein und mit 4 Kindern, Haus und Firma allein dazustehen.

Treffen und Kontakte fehlen mir nicht so. Meine besten Freundinnen wohnen ohnehin alle 3 weit weg, sodass häufige Treffen nicht stattfanden.
Familie, die ich sehen möchte habe ich nicht und Sehnsucht nach meiner Schwiegerfamilie habe ich nicht. Dass meine Schwiegerfamilie unsere Babys noch nicht kennt, ist dennoch verrückt.
Die beiden Großen fragten zu Coronabeginn noch ein paar Mal in größeren Abständen nach Oma und Tante. Das wars.

Zu Hause bleiben, geschlossene KiTa und Schule, wieder nicht mehr selbst einkaufen, usw... macht mir das Angst? Gute Frage. Es hat zwei Seiten. Die Belastung und was es mit uns macht einerseits, die geringeren Kontakte und größeren Schutz für meinen Mann auf der anderen Seite. Manchmal habe ich Angst davor, manchmal wünsche ich mir, dass mir diese Entscheidungen und damit die Verantwortung abgenommen werden.

Unvernünftiger Weise leben wir momentan noch nicht wieder getrennt von meinem Mann. Mit allen 4 Kindern allein, das schaffe ich nicht. Denke ich. Nicht nur ich müsste morgens um 4 Uhr aufstehen, die Kinder spätestens um 5 Uhr, damit ich allen nacheinander gerecht werden kann. Dann geht mein Tag bis 21, 22 Uhr. 6 Stunden nachts, davon aber sicher 2 Stunden wach wegen stillen... das klappt nicht lange. So belastbar bin ich nicht.
Aber hätten wir nicht längst unser Mittelkind aus dem Kindergarten nehmen sollen, um unsere persönlichen Kontakte zu minimieren? Und würde ich nicht mit besserer Planung und Orga doch auch alles schaffen?

Und dann mache ich mir noch Sorgen um das hinter meinem Tellerrand... die politische Lage und die Ruhe in Deutschland. Vielleicht sollte ich nachts darüber nicht nachdenken, aber bei all den Maßnahmengegnern und Coronaleugnern und den steigenden Zahlen weiß ich nicht, wie Menschen reagieren werden, wenn sie sich über längere Zeiträume zu sehr und - in ihrem Empfinden - ungerechtfertigt eingeschränkt fühlen. Nicht alle nehmen das hin und sitzen es aus.

Die Zahlen hier vor Ort (Kleinstadt am Rande einer Großstadt): Februar bis Sommer 30 Fälle, Sommer bis Herbst 10 Fälle, jetzt innerhalb kürzerer Zeit 5 Fälle. 1 Toter.
Aber ich kenne sehr viele Menschen hier, die sich bei milden Symptomen nicht testen lassen würden und nur zum Arzt gehen wollten, wenn sie ernsthaft erkranken würden. Wenn das auf mehrere zutrifft, liegen die Dunkelziffern deutlich höher als die offiziellen Zahlen.

LG
Juna

Nachtrag: Am unangenehmsten fühlt sich eigentlich an, so wenige Handlungsmöglichkeiten zu haben. Unsere Lebensstrategien könnte man als "Problem erkannt, Problem gebannt" beschreiben, auch beruflich, da aber für andere Menschen. Wir analysieren das Problem, suchen Wege und gehen sie. Notfalls fällen wir dafür Bäume. Oder sprengen Tunnel in Berge. Im übertragenen Sinn natürlich. Aber in Coronazeiten sind wir auf wenige, minimalistische Maßnahmen reduziert. Mehr geht nicht. Schneller vorantreiben geht nicht. Fühlt sich für uns an wie aussitzen. Und darin sind wir im normalen Leben echt schlecht.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.10.20 02:56 von Juna30.


  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
no avatar
   henriette
schrieb am 23.10.2020 10:39
Mir hat dieser Artikel richtig gut getan.



  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
no avatar
   henriette
schrieb am 23.10.2020 10:39



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.10.20 10:40 von henriette.



  Re: Corona - wie geht es euch jetzt?
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 23.10.2020 16:38
@Juna
Bei deinen Sorgen kommen mir meine sehr klein vor. Diese ständige Sorge um deinen Mann ist sicher sehr zermürbend. Es redet sich immer so leicht, dass die Risikogruppen eben auf sich selbst aufpassen müssen ... wir müssen einfach alle gegenseitig auf uns achten, denn die Opfer sind für viele leider sehr groß. Viel Kraft weiterhin!

Meiner Familie und mir geht es mit der Situation, den Umständen entsprechend, sehr gut. Solange die Kita offen hat und mein Sohn gesund ist, also hingehen kann, ist es für mich ok. Ich bin froh, dass ihm das nicht genommen wird. Ich habe meine sehr eingeschränkten Sozialkontakte und komme damit auch gut zurecht. Mit dem engsten Familienkreis treffen wir uns auch. Die Arbeit ist sicher. Angesteckt hat sich noch niemand.
Mich ärgert aber, dass manche so sinnlos unvorsichtig sind und das wird tatsächlich immer schlimmer. Wir sind abgestumpft. Die Sorge um die Großeltern und Eltern bleibt aber. Trotzdem treffen wir die, wenn alle zu 100% fit sind. Es gibt ja keine Garantie darauf, dass es tatsächlich eine wirksame Impfung gegen wird in naher Zukunft. Und wir müssen uns wohl mit der Situation arrangieren. Vielleicht dauerhaft. Das ist meine größte Sorge: dass eben nie mehr unsere gewohnte Normalität einkehren wird.




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