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  Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   himbeere
schrieb am 21.09.2020 14:41
Mich beschäftigt, wie ihr mit euch nahestehenden Menschen umgeht, die das Thema Corona komplett anders sehen als ihr.

Ich habe eine Freundin, Hochschulprofessorin, d.h. Beamtin, Single ohne Familie (also privilegiert, aber auch ein wenig abgehoben), die aus meiner Sicht seit Corona total abdriftet. Bei jedem Telefonat mit ihr fühle ich mich im falschen Film. Sie hat einen Freund, der Arzt und 200%iger Homöopath ist, dem sie im Moment offenbar wesentlich mehr glaubt als seriösen Medien und Wissenschaftlern.

Gemeinsam sind sie der Ansicht, dass Corona total überdramatisiert wird. Es sei nicht schlimmer als eine Grippewelle, die Übersterblichkeit gebe es gar nicht, die Zahlen seien aufgebauscht. Es gehe nur darum, Angst zu schüren. Die ganzen Corona-Regeln nerven sie, sie würde sogar gern Corona bekommen, damit sie es hinter sich habe und immun sei. Sie vertraue auf ihre seelische Gesundheit, dass sie das unbeschadet überstehen würde, und das würden wir alle, wenn wir nur mehr auf unser psychisches Gleichgewicht achten würden (!). Auch die Politiker ziehen ihrer Meinung nach die völlig falschen Schlüsse aus der Pandemie.

Sie vertritt diese Ansichten, obwohl sie einen Freund an Corona verloren hat und ihre Mutter weit über 90 und damit gefährdet ist. Auch diese würde sich durch die Regeln im Seniorenheim in ihrer Freiheit beschnitten fühlen. Die Kollateralschäden durch diese Regeln seien viel schlimmer als die Krankheit selbst.

Nun kennt man ja diese abwegigen Argumentationen aus den Medien und von Interviews auf den Anti-Corona-Demos. Aber das war für mich immer weit weg. Nun redet plötzlich eine Freundin so krudes Zeug daher und signalisiert mir zudem, ich sei ja ziemlich naiv mit meinen Corona-Sorgen und meinem Glauben an die Wissenschaft.

Wie reagiert ihr auf so etwas? Distanziert ihr euch, oder schafft ihr es, so eine Freundschaft aufrecht zu erhalten? Ich kann mir zur Zeit nicht vorstellen, einen entspannten Abend mit ihr zu verbringen. Freundschaft abbrechen? Auf das Ende von Corona warten? Es beschäftigt mich wirklich sehr...

Liebe Grüße
Himbeere


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   henriette
schrieb am 21.09.2020 14:48
Oh, ich kann dich so gut verstehen. Ein Bekannter schickt mir täglich irgendwelche Anti-Corona Videos. Ich habe aber ein für allemal gesagt, dass wenn die Leute nicht in der Lage sind, ihre Thesen vernünftig zu verschriftlichen, ist mir meine Lebenszeit zu schade dazu zumal ich dann weiter recherchieren würde, um die entsprechenden Behauptungen zu widerlegen. Dazu fehlt mir zur Zeit der Ehrgeiz. Zum Thema Verschwörungstheorien steht einiges im aktuellen Spiegel. Es würde wohl helfen, wenn man sich nicht grundsätzlich dagegen aufstellt in der Diskussion, sondern immer wieder Fragen stellt. Mit zu vielen Fakten zu kommen würde gegebenenfalls ja nur bestätigen, dass das alles nicht stimmt. Es ist schon ziemlich absurd. Und ich geh jetzt erstmal in den Keller, die Kinder füttern, damit ich ihnen nachher das Blut für das Adrenochrom aus den Adern ziehen kann.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   pmami
schrieb am 21.09.2020 15:32
Im Unterschied zu anderen Verschwörungstheoretikern (Stichwort Impfgegner) haben Corona-"Gegner" in einem Punkt leider recht. Es gibt Kollateralschäden. Das macht es wahnsinnig schwierig sich mit ihnen sachlich auseinanderzusetzen. Alle unsere jetzigen Maßnahmen stehen unter der Annahme, dass die daraus resultierenden Kollateralschäden weniger schlimm sind als die Auswirkungen einer ungebremsten und ungehemmten Ausbreitung des Virus mit den entsprechenden Krankheitsverläufen und Todesfällen. Ob die Annahme wirklich richtig war, werden wir alle erst in einigen Jahren wissen, wenn wir die Fakten ex-post bewerten können.

Allerdings teile ich eine Einschätzung der Corona-"Gegner" nicht. Ich glaube nicht, dass unsere Bundesregierung im Zusammenspiel mit allen Landesregierungen uns aus unerfindlichen Gründen für dumm verkaufen will. Ich glaube, dass sie das tun, von dem sie glauben, dass es in dieser Situation - die wir so noch nie hatten - das Beste ist.

Ich glaube allerdings auch, dass Impfungen nützlich, wichtig und ein Segen für die Menschheit sind.

Freunde von uns sind Impfgegner. Es sind ganz konservative, studierte Menschen, die ansonsten nix mit Öko oder Alternativ zu tun haben und nie zu einem Homöopathen gehen würden. Ich diskutiere Impfen mit ihnen nicht. Wenn ich das tätw, könnte ich die Freundschaft abhaken. Ich höre mir das alllerdings auch nicht an. Ich sage, dass ich da eine andere Meinung habe und wechsle das Thema.

Viele Grüße pmami


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Solani2
Status:
schrieb am 21.09.2020 15:38
Ich habe auch eine Freundin, die alle Maßnahmen für übertrieben hält und mich ernsthaft fragt, wieso ich die Maske aufsetzte, wenn ich vom Gastgarten aufstehe, um ins Lokal auf die Toilette zu gehen. Meine Antwort war: wieso sollte ich die Maske nicht aufsetzen? Sie hat mir dann erklärt, dass ich schwanger mit Maske zuviel CO2 einatmen würde ... worauf ich dann gesagt habe, ja, was ist schwanger besser, etwas mehr CO2, dass ohnehin immer in der Luft ist, oder fiese Viren? Diese Freundin hat aber Kinder und deshalb will sie natürlich nicht in Quarantäne. Deshalb will sie auch kein Corona, Kinderlose sehen das mit Corona selbst bekommen sicher lockerer. Die furchtlosen Alten in den Altenheimen verstehe ich aber auch. Mit über 90 habe ich auch lieber meine Enkelkinder zu Besuch, da kann ich ja ohnehin an allem Möglichen sterben. Es dauert schon ein halbes Jahr, schön ist das nicht. Lieber ein paar Monate gut gelebt, als ein paar Jahre völlig alleine ... ich verstehe auch die ganz jungen Partytiger besser als die mittelalterlichen Verschwörungstheoretiker. Für mich macht es einen Unterschied, ob man aus Leichtsinn oder aus Trotz andere gefährdet. Klar, im Ergebnis macht es keinen Unterschied, aber trotzdem. Trotz steht Kindern auch einfach besser als Erwachsenen ....


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  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   himbeere
schrieb am 21.09.2020 15:59
Zitat
pmami
Im Unterschied zu anderen Verschwörungstheoretikern (Stichwort Impfgegner) haben Corona-"Gegner" in einem Punkt leider recht. Es gibt Kollateralschäden. Das macht es wahnsinnig schwierig sich mit ihnen sachlich auseinanderzusetzen. Alle unsere jetzigen Maßnahmen stehen unter der Annahme, dass die daraus resultierenden Kollateralschäden weniger schlimm sind als die Auswirkungen einer ungebremsten und ungehemmten Ausbreitung des Virus mit den entsprechenden Krankheitsverläufen und Todesfällen. Ob die Annahme wirklich richtig war, werden wir alle erst in einigen Jahren wissen, wenn wir die Fakten ex-post bewerten können.

Viele Grüße pmami

Ja, das stimmt, das werden wir erst in einigen Jahren wissen. Aber ich betrachte es schon als Errungenschaft der Zivilisation, dass uns eine Menge Tote nicht einfach egal sind oder wir die Toten mit den wirtschaftlichen Schäden verrechnen, sondern über allem erstmal dir Prämisse steht, Menschenleben zu retten. Wir ordnen die Wirtschaft dem Respekt vor dem Menschenleben unter, und das ist aus meiner Sicht richtig so und nicht verhandelbar. Sonst würden wir tatsächlich aussortieren müssen, wer noch medizinisch behandelt wird und wer nicht. Diese besagte Freundin arbeite übrigens an einer christlichen Hochschule...


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Solani2
Status:
schrieb am 21.09.2020 17:23
... bei religiösen Veranstaltungen gibt es ja auch immer wieder Cluster ... da ist das Gottvertrauen wohl auch ein Faktor (ich habe einmal einer Nonne die Autoscheiben freigekratzt, weil sie meinte, sie könnte eine Schneefahrbahn im Gebirge nur mit einem freigekratzten Bereich vom Durchmesser eines Fußballs sicher befahren ... "Gott fährt mit uns (...)". Ich habe mir nur gedacht, dass Gott jetzt auf mich vertraut, haha.
Für mich zählt das Argument mit den Kollateralschäden übrigens nur bedingt. Wir haben an z.B. Italien gesehen, was passiert, wenn man den kritischen Punkte übersieht. Da sind dann halt die Krankenwägen erst nach Stunden gekommen und viele Menschen sind nur deshalb gestorben, weil das System überlastet war. Das ist ja das Ziel: das System nicht überlasten. Italien ist übrigens ein gutes Beispiel, weil die haben die Situation in den Griff bekommen und die Sommersaison konnte relativ normal ablaufen. Österreich hat früh viel getan, in den Sommermonaten vielleicht zuviel gelockert, die müssen jetzt wieder strenger werden. Deutschland steht mittlerweile sehr gut da. Es ist eine Gratwanderung. Und ich bin gerne bereit, die Maßnahmen mitzutragen. Bei bestimmten, wie Kita und leichter Schnupfen fällt es mir schwerer (das sehe ich jetzt nun nicht ganz ein und ich hoffe, dass da was passiert), aber wenn es um Mundschutzmasken, Händewaschen und Desinfektion geht, bin ich gerne voll dabei. Es kommt mir einfach ziemlich dämlich vor, es nicht zu tun. Weil selbst wenn es nichts bringt, dann schadet es auch nicht. Und das sage ich auch gerne jedem. Ich will mir später nichts vorwerfen müssen.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   pmami
schrieb am 21.09.2020 17:29
Ich habe nicht von wirtschaftlichen Schäden gesprochen. Es gibt Menschen, die tatsächlich psychisch entgleisen, bis hin zum Suizid. Es gibt Menschen, die vereinsamen, Stichwort Alten- und Pflegeheime. Es gibt Menschen, die wirtschaftlich alles verlieren und vor dem Scherbenhaufen ihres Berufslebens stehen. Die Tatsache, dass wir dies alles tun, um Menschenleben zu retten, ist die einzige Rechtfertigung dafür. Trotzdem wägen wir natürlich das Wohl vieler gegen das Wohl einzelner ab. Ich will in dieser Situation kein Politiker sein und die Entscheidungen nicht treffen müssen. Und ich bin in der glücklichen Situation, das auch nicht zu müssen. Aber ich stehe hinter der Entscheidung zum Wohl vieler. Wer einen Menschen als Kollateralschaden verloren hat, wird das anders sehen. Das kann ich nachvollziehen und verstehen.

Die Freundin argumentiert natürlich aus einer Wohlstandsblase heraus. Ihr geht es ja gut. Sie hat keine Kollateralschäden und offensichtlich drohen ihr auch keine.

Viele Grüße pmami


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   himbeere
schrieb am 21.09.2020 18:16
Zitat
pmami

Die Freundin argumentiert natürlich aus einer Wohlstandsblase heraus. Ihr geht es ja gut. Sie hat keine Kollateralschäden und offensichtlich drohen ihr auch keine.

Viele Grüße pmami

Das ist genau der Punkt. Meine Freundin lebt in einer Wohlstandsblase, kann sogar ausklammern, dass ihre eigene Nichte eine transplantierte Niere hat oder ihr Freund mit 59 Jahren an Corona verstorben ist, und weiß dazu noch besser, was die Politiker tun sollen oder nicht. Mit dieser Hybris kann ich einfach nicht umgehen.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   AndersRum
schrieb am 21.09.2020 19:32
Bei uns ist die Situation anders rum. Meine Freundin ist die Corona-"Gläubige", ich hinterfrage vieles. Ich finde es nicht schlimm, verschieden Meinungen zu haben. Das ist doch in allen Bereichen so. Wir sind einige Male wegen Corona aneinander geraten, dann hatten wir beschlossen, dass wir das Thema einfach sein lassen, um uns nicht zu zerstreiten. Und es funktioniert tatsächlich. Ich respektiere ihre Einstellung und sie meine. Wir haben auch genug andere Themen, die wir besprechen können.

Was mich aber momentan viel mehr an der Situation stört, ist nicht das Vorhandensein von anderen Meinungen, sondern der Umgang damit in der Öffentlichkeit. Auch Du schreibst, dass du lieber in Wissenschaft vertraust. Das tue ich auch. Und unter Corona-Kritiker gibt es tatsächlich viele renommierte Wissenschaftler. Über Verschwörungstheoretiker, die daran glauben, dass Bill Gates von außerirdischen geschickt worden ist, oder was auch immer, kann ich auch nur müde lachen. Ich meine aber tatsächlich die Wissenschaftler, die offiziell an den Unis unterrichten und forschen und andere Meinung haben. Es wird doch immer wieder gesagt, dass man zu wenig über die Krankheit weiß, um abschließend darüber urteilen zu können. Gleichzeitig findet aber auch keine öffentliche Diskussion statt und die Wissenschaftler mit anderer Meinung werden mundtot gemacht bzw. diffamiert. Das finde ich nicht in Ordnung. Wenn man so wenig darüber weiß, warum dürfen dann abweichende Meinung nicht wenigstens diskutiert werden?

Sonst, wie gesagt, sind verschiedene Meinungen doch legitim und in allen Lebensbereichen vorhanden. Man muss nicht gleich denken, um befreundet zu sein, oder?


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Solani2
Status:
schrieb am 21.09.2020 19:42
@himbeere
Aber das wäre ja genau ein Argument, dass eigentlich für deine Freundin sprechen würde. Dass sie eben nicht egoistisch an ihre eigene Familie und Freunde denkt, sondern an das Wohl der Allgemeinheit. Ich denke aber, dass sie, aus den Informationen die sie hat, die falschen Schlüsse zieht.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.09.20 19:42 von Solani2.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Viktoria1
schrieb am 21.09.2020 20:56
Andersrum, das sehe ich auch so....lebensnotwendige Operationen wurden aufgeschoben. Menschen, die im Sterben lagen, starben alleine!!! Wegen der Corona-Maßnahmen.
Ich bin kein Virologe, ich recherchiere nicht, abgesehen davon ist eine seriöse Recherche kaum möglich.

Selbst die Virologen sind sich doch nicht einig.... aber auch hier ist das Gefühl, in Stücke gerissen zu werden, wenn man es mal leise wagt, an der herrschenden Meinung zu zweifeln....

Meinen Vater im Altersheim kann ich im Übrigen als Vollzeit arbeitende Mama kaum besuchen.... wegen der Corona-Maßnahmen!!


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 21.09.2020 21:16
Ich finde, beide Seiten gehen sehr respektlos miteinander um. Die einen regen sich auf, dass die anderen Fetzen zu dem MNS sagen und in Kommentarspalten bekommt man manchmal das Gefühl, dass die dann der Gegenseite alle Konsequenzen wünschen, die Corona zur Folge haben kann. Manchmal bin ich da total geschockt, was ich lese. Die andere Seite bezeichnet die anderen als Hysteriker und können nicht verstehen, dass sie sich nicht selbst schützen. Es gibt da tatsächlich Begriffe, die sind auf beiden Seiten so absolut, dass man auf beiden Seiten nicht mehr argumentieren kann. Aber wie soll das auch gehen, wenn beide Seiten die absolute Wahrheit haben?

Ich fühl mich da immer ziemlich blöd dazwischen. Ich verstehe, dass die Maßnahmen im Frühjahr so getroffen wurden. Aber ich denke, dass man es hätte besser machen können. Nun kann man da aus Unwissenheit den Verantwortlichen keinen Vorwurf machen, aber anstatt nun nachzujustieren, gewissen Aspekten mehr Berücksichtigung zu schenken, habe ich das Gefühl, dass man zu sehr daran festhält. Die Masken erscheinen mir da ein gutes Beispiel: wenn mehr Infektionen sind, dass muss man mehr Masken tragen, wie jetzt in München an bestimmten Plätzen. Aber wenn die Masken das Allheilmittel sind, warum haben Länder mit Maskenpflicht in der Öffentlichkeit so hohe Zahlen? Entweder sind Masken nicht das Allheilmittel oder es wird was anderes falsch gemacht. Da muss es also mehr Schrauben zum Stellen geben als Masken. (und nicht nur die Unverantwortlichen tragen die Maske falsch; neulich beim Bäcker hat ein älterer Mann, der wohl eher Risikogruppe ist, überhaupt nicht verstanden, warum er darauf hingewiesen wurde, die Maske aufzusetzen - er hatte sie ja auf - unter der Nase).


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Solani2
Status:
schrieb am 21.09.2020 22:57
Aber gerade der MNS ist doch ein einfaches Mittel, dass uns eben nicht sonderlich im Leben einschränkt. Da verstehe ich die Kritik so überhaupt nicht. Und klar sollte man dann mit MNS die Oma im Altersheim besuchen dürfen, wenn die das möchte.
Und selbst wenn Opa seine Maske unter der Nase trägt, er ist trotzdem durch die anderen MNS Träger geschützt. Jedenfalls geschützter, als wenn niemand was tragen würde. Ob das alles bei Corona wirkungsvoll ist, wissen wir natürlich noch nicht ganz genau. Aber Asiaten setzen den MNS schon seit Jahrzehnten erfolgreich ein. Da tragen ihn traditionell eben die Erkrankten. Ich würde jedenfalls nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wenn es keine Maskenpflicht geben würde. Und vielleicht zwei Tage später meine Oma besuchen ... Nein, würde ich nicht machen. Ich will mir jedenfalls keine Vorwürfe machen müssen. Und ich will auch meine älteren Verwandten besuchen können. So scheint das relativ gefahrlos machbar zu sein.
Die hohen Zahlen in bestimmten Ländern kommen, meiner Meinung nach daher, dass entweder nicht genug getestet oder falsch getestet und dadurch Cluster übersehen wurden. Und natürlich, dass nicht ausreichend Bewusstsein in allen Bevölkerungsgruppen geschaffen wurde. Ab einem bestimmten Punkt hilft nur noch der Lockdown. Und einen zweiten sollten wir wirklich verhindern ... war doch echt Mist. Super ist es zwar so auch nicht, aber erträglich.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   Blüte
schrieb am 22.09.2020 08:02
Zitat

lebensnotwendige Operationen wurden aufgeschoben

Also das ja eher nicht. Es wurden NICHT-lebensnotwendige OPs aufgeschoben, das ist schon ein Unterschied, den man nicht vergessen sollte. Ist für die Betroffenen auch mehr als blöd, ja. Aber niemand wurde NICHT operiert, wenn es lebensnotwendig war. Mir sind Menschen bekannt, die ihre Krebs-OP auch mitten im Lockdown bekommen haben.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
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   ** Ulli **
schrieb am 22.09.2020 08:52
Großes Thema - auch hier. Ich besuche einen Sprachkurs, in dem mehrere Teilnehmer unter die von Dir beschriebene Kategorie fallen. Mein erster Impuls ist immer, bei Diskussionen (wir gehen im Anschluss an den Kurs oft noch etwas trinken) mit hoffentlich sachlichen Argumenten gegenzuhalten. Aber was soll man sagen, wenn man mit so vermeintlichen Fakten wie "...die Anti-Corona-Demos werden zu einem großen Prozentsatz von Ärzten und med. Fachpersonal besucht, die müssen das wissen", "...Jens Spahn hat sich eine zig-Millionen Euro teure Villa zugelegt, deshalb hat er bei dem Handling der Coronakrise versagt...", "...die Bundesregierung hört nur auf Drosten und holt nicht den Rat anderer Fachleute ein, die wüssten sonst, dass..." konfrontiert wird. Nach so einer Runde muss ich dann immer erst ein wenig Luft holen. Aber die Teilnehmer haben auch zu Beginn der Krise fröhlich Fotos von angeblich in Bremerhaven einmarschierenden US-Truppen gepostet und waren vollkommen erstaunt, als ich ihnen zeigen konnte, dass die Fotos mindestens zwei Jahre alt und in vollkommen anderem Kontext aufgenommen wurden. Da hilft glaube ich nichts. Mein Mann hat mal zynisch formuliert, dass uns hier vielleicht die Zustände wie in Bergamo vom März gefehlt haben und manche deshalb so viel Mist verzapfen können.
Im Freundeskreis habe ich das Problem nicht - Gott sei Dank. Aber auch da weiß ich, wie sich das anfühlt. Eine Freundin von mir ist entschiedene Impfgegnerin. In der (öffentlichen)Kinderbetreuung tätig aber (wie die eigenen Kinder auch) ungeimpft. Das Thema klammern wir komplett aus - anders geht's einfach nicht, das zieht mich sonst zu sehr runter. Ich versuche das inhaltlich zu trennen und auszublenden.

LG, Ulli




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