Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    ICSI bei normalem Spermiogramm: Nicht sinnvoll neues Thema
   Niedriger AMH: lohnt sich eine Insemination?
   Warum muss eine Mutter ihr Kind adoptieren?

  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   pmami
schrieb am 26.09.2020 17:41
Das ist ja bei Corona auch so. Wir haben keinen kompletten Shut Down seit Anfang Februar durchgängig bis heute. Wir dürfen Reisen und zwar im Inland, wie im Ausland. Wir dürfen die Wohnung verlassen, einkaufen gehen und sogar wieder in Restaurants essen. Es sterben Menschen und es werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Exakt genaus lief es beim Straßenverkehr auch. Es starben Menschen und es wurden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

Weder hat man die Autos verboten noch hat man das Ausatmen verboten. In Wuhan wurde eine komplette Stadt für zweieinhalb Monate abgeriegelt einschließlich Ausgangssperren. Das hat man hier nicht gemacht.

Auf der anderen Seite hat man aber auch nicht alles einfach laufen lassen sondern hat Einschränkungen durchgesetzt.

In beiden Fällen kann man mehr machen. Dann gibt es weniger Tote. In beiden Fällen kann man weniger oder gar nichts machen. Dann gibt es mehr Tote.

In beiden Fällen suchen wir einen Mittelweg zwischen der Zahl der Toten, von denen wir glauben, dass wir sie in Kauf nehmen müssen oder wollen und der Einschränkung der Freiheitsrechte jedes Einzelnen.

In beiden Fällen mag der Mittelweg nicht immer mittig genug sein. Es mag sein, dass wir zu viel tun oder zu wenig.

Darüber kann man diskutieren. Entegegen einer hier vielfach geäußerten Meinung ist das nicht verboten.

Wenn allerdings behauptet wird, die Verkehrstoten werden hingenommen, ohne dass dagegen Maßnahmen ergriffen werden, ist diese Behauptung sachlich nicht richtig und vermittelt nicht nur ein falsches Bild sondern auch eine ganz bestimmte Stimmung. Und das habe ich hinterfragt. Nicht mehr und nicht weniger.

Viele Grüße pmami


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.20 18:08 von pmami.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   Serena15
Status:
schrieb am 26.09.2020 19:01
Ich habe mit "hingenommen" nicht gemeint und mehrfach mittlerweile klar gestellt, dass keine Maßnahmen ergriffen wurden, sondern dass ein gewisses Level an Toten und Verletzen toleriert wird, weil die Eingriffe sonst zu massiv wären (Tempo 50 auf Landstraßen und 20 im Ort würde ja helfen und man könnte immer noch Auto fahren, will aber keiner...). Ich finde die Einschränkungen einfach nicht besonders streng im Verhältnis.

Ebenso diese Grippesaison vor einigen Jahren wo es fünfstellige Todeszahlen gab. Da wurde gar nichts (meines Wissens) gemacht. Kein Tag flächendeckende Schulschließung (obwohl da ja die Kinder eher als jetzt superspreader waren) oder Maskenpflicht wenigstens beim Arzt ...

Dagegen finde ich die Summe der Einschränkungen jetzt sehr massiv. Und das sehen eben noch andere so. Und damit meine ich nicht in erster Linie, dass ich eine Maske aufhaben muss und mich auf eine Linie stellen muss, sondern wie in der ersten Antwort beschrieben, dass Leute ihre Existenz verlieren, psychisch vorher schon angeschlagene Menschen noch weiter in ihr Tief rutschten, Kinder unter 10 (obwohl mittlerweile die Gruppe ziemlich sicher nicht für viele Ansteckungen sorgt) im Unterricht phasenweise Maske tragen müssen usw. usw. All das finde ICH massive Eingriffe und daher finde ICH diese "ist doch alles nicht schlimm mit den Maßnahmen" eben nicht ganz so einfach. Die Gurtpflicht hat denke ich keine Existenzen gekostet oder zu psychischen Problemen geführt.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   henriette
schrieb am 26.09.2020 19:40
Ja, auch bei Corona wird ein bestimmtes level toleriert, sond dürfte ich meine 93 jährige Mutter sicher nicht ohne negativen Test im Pflegeheim besuchen. Wenn man keinerlei Ansteckungen will, dann ein noch strikterer lock-down als in Spanien und Italien und ich habe sowohl mit Spaniern und Italienern engen Kontakt. Das war nicht lustig. Dagegen waren unsere Maßnahmen pillepalle. Wirklich.

Und nochmal: gegen Grippe kann man sich impfen lassen. Finde den Unterschied.

Aber ich kann sehr gut verstehen, dass zum Thema Corona jeder sehr dünnhäutig wird. Mich belasten die Einschränkungen sehr, aber ich sehe sie als sinnvoll an und akzeptiere sie. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse ändern sich gefühlt stündlich, das ist auch nicht immer einfach nachzuvollziehen, man hätte gerne valide Fakten. Aber das sit auch ein Zeichen dafür, dass wir täglich mehr über das Virus lernen und je mehr man über seinen Gegner weiss, desto besser kann man ihn bekämpfen.

Lasst uns die Nerven behalten, wenn ich sehe, wie es in anderen Ländern so aussieht, so haben wir es hier in Deutschland verdammt gut und wir werden weltweit um unsere Politiker beneidet. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich Merkel-Fan werde...


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   Serena15
Status:
schrieb am 26.09.2020 19:51
Wie oben geschrieben: nicht jeder kann sich gegen Grippe impfen bzw. durch Chemo o.ä. kann man den Schutz verlieren und nicht gleich wieder auffrischen. Es gibt also auch da eine Risikogruppe, wenn sie auch kleiner ist. Und es sterben ja auch da Personen die nicht in der Risikogruppe sind. Ich fände also rückblickend ein paar "Minimaßnahmen" wie Maskenpflicht bei einer außergewöhnlich starken Grippewelle wie vor ein paar Jahren in Gesundheitseinrichtungen (Arzt... wo eben jeder hin muss) oder so auch nicht verkehrt. Aber egal.


  Werbung
  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 26.09.2020 20:09
ja, man kann sich gegen Grippe impfen lassen, aber verglichen mit so anderen Impfungen ist eine Grippeimpfung doch eher Glückssache.
a) man schätzt, welcher Stamm denn im Winter hauptsächlich vorkommt - ist es ein andere und man hat sich verschätzt, dann hat man Pech gehabt.
b) gegen manche Stämme sind die Impfstoffe eher nicht wirksam, dafür haben sie eine höhere Letalität.

Der Unterschied ist halt hauptsächlich, dass bis auf Kinder eigentlich alle schon Kontakt mit mehreren Grippeviren hatten und damit eine Grundimmunisierung wie durch mehrere Impfungen vorliegt.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 26.09.2020 20:44
Wie schon Mal erwähnt, ich fand es eigentlich immer gut, dass Asiaten mit Atemwegserkrankungen traditionell seit Jahrzehnten einen MNS tragen. Das ist rücksichtsvoll gegenüber allen Kontaktpersonen, ohne dass man sich zuhause verbarrikadieren muss. Dass das in aller Schnelle übernommen wurde, fand ich logisch. Nicht logisch fand ich, dass man sofort alle Kitas dicht gemacht hat, obwohl schon früh klar war, dass Kleinkinder den Virus eben nicht maßgeblich verbreiten.
Das "besondere" an Corona ist ja, dass ich eventuell völlig unwissend durch die Gegend spaziere und andere gefährde. Vernünftige Menschen sind auch vor 40 Jahren nicht unter Alkoholeinfluss Auto gefahren. Vernünftige Eltern (und hoffentlich alle Impfgegner ...) lassen auch ihre fiebrigen Kinder nicht in die Nähe von kleinen Babys. Corona fordert unser natürliches Rücksichtnahmeverhalten ganz neu und wir müssen Vieles überdenken. Mich hat schon vorher oft geärgert, dass ich beim Kinderarzt mit meinem gesunden Kind direkt neben einem offensichtlich kranken über eine Stunde auf eine Impfung warten musste. Das muss nicht sein und diese Dinge ändern sich jetzt auch. Und das würde auch Zeit. Weil seien wir uns Mal ehrlich: was wäre passiert, wenn nicht Corona, sondern ein wirklich richtig extrem tödlicher Virus gekommen wäre? Ich will jetzt Corona nicht verharmlosen (siehe Thread-Titel), aber Corona ist nicht dazu in der Lage, die Hälfte unserer Bevölkerung auszulöschen. Aber so ein Virus wird irgendwann Mal kommen, bzw., es wäre kurzsichtig, diese reelle Gefahr zu ignorieren. Und dann sollten wir wirklich vorbereitet sein. Hoffentlich hilft uns diese Phase jetzt dabei, dann hätte dieses Maßnahmenchaos auch wirklich Sinn gemacht.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 26.09.2020 21:28
Zitat
Solani2
dass ich beim Kinderarzt mit meinem gesunden Kind direkt neben einem offensichtlich kranken über eine Stunde auf eine Impfung warten musste..

Jetzt wartet das offensichtlich kranke Kind vor der Arztpraxis im Freien.
ja, bei einer guten Planung, so dass Termine wirklich zum entsprechenden Zeitpunkt beginnen und dass man infektiöse Krankheiten und nicht infektiöse Krankheiten terminlich nicht immer durchmischt, dann muss das nicht vorkommen. Aber habe erst neulich gelesen, dass Hausärzte sich für Heizpilze vor Praxen aussprechen. Ich habe auch schon mehrere Menschen vor Arztpraxen warten sehen. Gut, das war im Mai/Juni, da ging es mit dem Wetter. Auch mein Mann musste wegen Infektionskrankheit im Auto warten. Zwischenzeitlich rechnet man damit und er hatte ja das Auto dabei. Ich bin, mal über eine Stunden vor dem Tierarzt gesessen, es war ein diesiger Tag im Frühling. Gut, eine Stunde hätte ich im Auto warten können. Aber danach stand ich vor dem Fenster, weil ich nicht mit ins Behandlungszimmer mit durfte. Musste aber erreichbar sein, weil ich ja entscheiden musste, ob ich bestimmten Sachen zustimme und ich will ja auch informiert werden. Die Terminierung bei meinem Tierarzt ist eher nicht so gut, aber sie ist halt die beste Tierärztin. Ach, und meine Tochter war neulich auch in der Bereitsschaftspraxis und wartete draußen
Vielleicht wird es besser. Mit Sicherheit sehe ich den Sinn dahinter, draußen zu warten. Aber ich sehe darin nicht nur Vorteile.


  Re: Umgang mit "Corona-Verharmlosern"
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 26.09.2020 23:03
@blauesTeufelchen
Also ich fand bzw. finde die Terminvergabepraxis bestimmter Ärzte einfach nur respektlos gegenüber ihren Patienten. Dazu zählt auch vor der Praxis warten lassen. Und es gibt ja Ärzte, die das schaffen. Wenn ich z.B. bei meinem Zahnarzt einen Termin habe, dann kann ich mich darauf verlassen. Und ich weiß auch genau vorab, wann ich fertig sein werde. Wenn er noch was findet, dann bekomme ich einfach einen weiteren Termin. Die Sprechstundenhilfe meines FA's ruft eine Stunde vorher an, wenn sich der Termin um mehr als eine halbe Stunde verzögert und dann darf ich mir aussuchen, ob ich dann eben später kommen, oder einen anderen Termin will.
Akut Kranke mit Routinepatienten zu mischen ist doch einfach nur fahrlässig. Der Kinderarzt hat mich letztens auch gefragt, wieso ich eine bestimmte Impfung beim HA habe machen lassen. Er hat die ehrliche Antwort bekommen, nämlich, dass ich dort, wenn ich einen Termin um 14h habe, dann auch um spätestens 14h30 wieder raus bin und nicht, wie in seiner Praxis, mindestens 1,5h einkalkulieren muss.
Krankenhaus ist natürlich was anderes. Da gibt es Notfälle und die gehen selbstverständlich vor. Ich habe natürlich Verständnis, wenn, wie letztens bei meinem FA, eine hochschwangere Touristin mit Schmerzen unangekündigt in der Praxis auftaucht und er sich kümmert. Würde mich eher stören, wenn er es nicht machen würde.
Ich will aber ehrlich nicht wissen, wie sehr Haus- und Kinderärzte tatsächlich aktiv zur Verbreitung von Krankheiten aktiv beigetragen haben. Letzten Winter habe ich jedenfalls Arztpraxen ab Jänner gemieden wie die Pest. Ich war ständig krank und gefühlt hatte ich nach jedem Arztbesuch drei neue Viren. Und ich habe sicher genauso viele weitergegeben ... ich habe ja gerade Schnupfen und da fühle ich mich mit Maske jedenfalls weniger als Virenschleuder als Vor-Corona ohne.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020