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  Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Börsensucht
schrieb am 27.08.2020 11:46
Hallo, heute mal anonym, schäme mich schon ein wenig.

Ich bin verheiratet, Haus, Mann, 3 Kinder, Halbtagsjob, soweit alles gut. Keine Schulden. Sogar das Haus ist bereits abbezahlt. Also sehr komfortabel würde ich sagen.

Mein Problem ist die Börse. Ich bin im März beim Corona Crash dazugestoßen, vorher hatte ich damit gar nichts am Hut. Geld war aufm Sparkonto und gut. Ich bin nicht so stark investiert, ca. 16.000 Euro. Aber es hat mich voll im Griff. Das Problem ist, dass ich bei einem sehr kostengünstigen Broker bin und alles am Handy per App erledigten kann. Mit einem Klick für Kosten von nur 1 Euro pro Order. Kurse hab ich per App sofort auf einen Blick und die Aktien in die ich investiert bin auch. Ständig schaue ich ins Handy wie die Aktien laufen und welche ich als nächstes kaufen könnte. Es ist wie eine Sucht mittlerweile. Auch im Urlaub kann ich nicht ohne Handy. Gestern war der Akku leer und ich unterwegs. Ich werde da richtig hibbelig, weil ich nicht nachschauen und ggf. reagieren kann bei Kursschwankungen.

Ich kann mich manchmal kaum auf was anderes mehr konzentrieren und das ist mit 3 Kindern und vielen anderen Verpflichtungen nicht so gut. App löschen und Depot schließen ist aber keine Option. Ich muss einen gesunden Mittelweg finden.

Vielleicht investiert von euch ja auch der eine oder andere an der Börse? Vielleicht auch neu? Wie ergeht es euch damit?

Danke...


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   pmami
schrieb am 27.08.2020 14:40
Ich habe mal eine Frage: Du hast vor fünf Monaten ein Kapital von 16.000,00 Euro eingesetzt mit dem Du seitdem mal hier, mal da investierst.

Wie hoch ist der damals eingesetzte Betrag aktuell heute und zwar unter Abzug der Kosten für Order etc. ? Hast Du etwas dazu verdient? Viel? Ein wenig? Oder sogar Geld verloren?

Wenn Du jetzt sagen würdest, dass Du netto 16.000,00 Euro dazuverdient hast, würde ich sagen, mach weiter so und überlege Dir, Deinen Job zu kündigen, um mehr Zeit für das geldverdienen an der Börse zu haben. Wenn Du allerdings in fünf Monaten für dreißigmal pro Tag aufs Handy gucken nach Abzug aller Kosten gerade mal 1.600,00 Euro verdient hättest (das wären dann 0,35 Euro pro Handygucken), dann würde ich schon gerne wissen, warum Du das Depot nicht schließen und Dich angenehmeren Dingen zuwenden kannst.


Viele Grüße pmami


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   mjuka
schrieb am 27.08.2020 15:12
Abgesehen von dem äußerst klugen Gedankengang von pmami finde ich, dass du dich fragen solltest, welche Lücke diese Aktienspielerei in deinem Leben ausfüllen soll.
Hast du genug Abwechslung? Genug Freude? Genug Zeit für dich und das, was dir aus tiefster Seele gut tut?
Mir "riecht" es so ein bisschen nach einer Art Ersatzhandlung, die dein Leben irgendwie erfüllter machen soll.

Wenn du gar nichts mit meinen Gedanken anfangen kannst, verwirf sie gerne.

Alles Liebe für dich!
mjuka


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Anonym1
schrieb am 28.08.2020 12:39
Danke für den Beitrag. Deine Gedanken treiben mich auch grad um.
Den Broker habe ich auch.....


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  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   lucky*3
schrieb am 30.08.2020 08:44
nein pmami, so darf man sein Engagement an der Börse nicht sehen. Wenn man im März in die richtigen Aktien investiert hat hat man teilweise über 100 % Gewinn gemacht (amazon, shopify, tesla, usw). Aber das ist nicht der 'normale' Börsenalltag sondern eine absolute Ausnahmesituation. Der DAX ist von 13k auf 8.5k und wieder zurück, das geht so aber nicht weiter.

Ich bin seit fast 30 Jahren an der Börse aktiv und habe viel Höhen und Tiefen erlebt. Die Ruhe damit umzugehen kommt wohl mit den Jahren.


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   pmami
schrieb am 30.08.2020 12:28
Ich sehe das Problem ganz woanders.

Wenn die TE in drei Monaten 100% Gewinn gemacht hätte - sie äußert sich ja leider nicht dazu - könnte sie sich ja jetzt auch zurücklehnen und sich über den Geldsegen in einer Ausmahmesituation freuen.

Niemand muss an der Börse spekulieren. Natürlich kann man das als Hobby haben. Es gibt ja alle möglichen Hobbies. Für die TE geht es aber weit darüber hinaus. Es zeigt typische Synptome eines Suchtverhaltens. Und da würde mich schon interessieren, warum sie sagt, aufhören sei keine Option.

Viele Grüße pmami


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   lucky*3
schrieb am 30.08.2020 18:52
ja klar, ich wollte auch gar nicht auf irgendwelche persönlichen Probleme eingehen, sondern nur klar machen, dass das, was an der Börse seit März passiert ist so noch nie da war und sich auch nicht fortsetzen wird.


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Solani2
Status:
schrieb am 30.08.2020 19:47
Du solltest einfach fixe Zeiten definieren, in denen du das machst. Und daran halten. z.B. nach dem Mittagessen 10-20min, nicht länger. Abends nochmal. Gib dir eine Maximalzeit täglich oder wöchentlich vor, die für dich akzeptabel ist und die es dir auch Wert ist. Genauso, wie man bei einem Kind die Bildschirmzeit begrenzt. Ich würde die Zeiten notieren und dann tatsächlich, wie schon vorgeschlagen, den "Stundenlohn" berechnen, so nach drei Monaten. Dann siehst du, was es dir bringt und ob es dir die Zeit auch weiterhin wert ist, bzw., ob du vielleicht erweitern oder reduzieren willst. Wenn es dir richtig Freude macht, dann musst du natürlich nichts berechnen. Ich bin ja auch hier im Forum aktiv und das bringt mir finanziell nichts. zwinker Ich hoffe nur, du denkst nicht, dass du mit den Spekulationen richtig Geld verdienen kannst. Das können die Wenigsten und als arbeitende Frau mit Kindern zwischen Tür und Angel sollte man das wirklich nur zur Unterhaltung machen. Klar kann man Glück haben, aber damit rechnen sollte man nicht.


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Börsensucht
schrieb am 31.08.2020 11:42
Zitat
Anonym1
Danke für den Beitrag. Deine Gedanken treiben mich auch grad um.
Den Broker habe ich auch.....

Tut gut zu lesen...


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Börsensucht
schrieb am 31.08.2020 11:52
Danke für eure Antworten und Gedanken.

Wegen der Rendite. Ich habe eine etwa 10 prozentige Rendite bislang eingefahren, es hätte deutlich mehr sein können, wenn ich nicht immer zu früh verkaufen würde. Das ist meine Ungeduld. Aber es ist nur eine Art Hobby! Ich mache das ja nicht um meinen Unterhalt damit zu finanzieren. 10 Prozent Rendite sind für mich besser als 0,5 auf dem (derzeit besten) Tagesgeldkonto. Das nur am Rande.

Feste Zeiten einführen wäre eine gute Alternative, aber momentan ist das schwer, vielleicht bin ich ja noch zu frisch dabei und die momentane Börsenphase zu volatil... Mit der Zeit kommt das sicher noch, dass ich ruhiger werde, hoffe ich mal.

Positiv ist natürlich, dass die Wochenenden meiner Familie gehören. Börse geschlossen. Aber unter der Woche verbringe ich zu viel Zeit damit, das ist mir klar...


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   henriette
schrieb am 31.08.2020 19:08
o,5 Prozent auf Tagesgeldkonto? Wo? Wirklich zu 100 Prozent sicher? Und 10 Prozent sind natürlich zur Zeit ganz gut, aber es stimmt schon, man muss das in Relation zu einem realistischen Stundensatz rechnen, bzw. die Opportunitätskosten auch ansetzen. Wenn es auch einen Spassfaktor hat, so what, aber wenn es zur Belastung wegen eines Suchtfaktors wird, dann kann das teure Kollateralschäden bewirken...


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Börsensucht
schrieb am 01.09.2020 00:03
Bei der Advanzia Bank. Allerdings nur für 6 Monate 0,5%. Danach 0,3 glaub ich.


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   henriette
schrieb am 01.09.2020 08:33
Bei der Inhaberkonstruktion ist mir das aber leider auch nicht 100 Prozent sicher.


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   Börsensucht
schrieb am 01.09.2020 11:51
Ist eine luxemburgische Bank, Einlagen bis 100.000 Euro sind abgesichert (durch die gesetzliche luxemburgische Einlagensicherung). Rating Luxemburg: AAA, also höchste Bonitätsstufe. Sehr sicher würde ich sagen (bis 100.000 Euro zumindest).


  Re: Ständiges Beobachten der Börse und Vernachlässigung anderer Dinge
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   henriette
schrieb am 01.09.2020 17:42
Die Advanzia Bank S.A. ist eine Direktbank mit Sitz in Munsbach. Sie besitzt seit 2005 eine Banklizenz in Luxemburg und ist damit auch in anderen Ländern tätig und ist mehrheitlich im Besitz der Kistefos AS, Oslo, welche in Gänze Christen Sveaas gehört.

Der Schluss macht mir etwas Sorgen....




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