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  Unterschiedliche Erziehungsstile
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   Differenzen
schrieb am 24.06.2020 19:47
Schreibe heute lieber anonym. Mein Freund und ich haben ein Kind zusammen, eines hab ich von der vorigen Beziehung mitgebracht.
Bevor wir ein gemeinsames Kind hatten und er sich mehr oder weniger aus Erziehungspunkten rausgehalten hat, war alles gut.
Hatten oft über Erziehung geredet, was mir wichtig ist und fand das gut. Erziehe Richtung Jesper Juul.
Nun fühlt er sich verantwortlich beiden Kindern gegenüber. Eigentlich toll.

Nur kommt nun seine eigene Erziehung von früher durch und die war sehr autoritär und Kinder haben nix zu sagen und Kinder sind alle heuchlerisch, lügen usw.
Ich krieg da echt die Krise!
Hätte ich das vorher gewusst, hätte kein Kind mit ihm bekommen und hätte mich getrennt!
Aber wir haben ja jetzt ein gemeinsames Kind! Und nun?
Wir streiten ständig deswegen.

In einem ruhigen Moment kann ich mir ihn reden und erklären und er sieht es dann ein (dass Kinder generell kooperativ sind, man ihnen ihre Integrität wahren sollte usw.).
Aber sobald er genervt ist, rutscht er wieder in "sein Vater"-Ich.
Ich finde es nicht mal so schlimm, wenn er strenger ist als ich. Schlimm finde ich diese Grundhaltung "Erwachsener ist alles, Kind ist nichts und Kind ist böse", die er den Kindern vermittelt.
So hab ich ihn früher nie erlebt!

Hat das auch jemand erlebt? Dass man dachte, erziehungsmäßig tickt man gleich und sobald das Kind da ist merkt man, dass man komplett gegensätzlich ist?
Wie habt ihr das gelöst außer Trennung?


  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
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   MamaHH
Status:
schrieb am 25.06.2020 13:01
Oh man da hilft wohl nur ganz viel reden. Nehme mal an, die Beziehung ist Dir noch wichtig unabhängig von den Kindern? Dann würde ich mir ggf. auch externe Unterstützung holen, um ein gemeinsames "Elternbild" zu entwickeln. Ich hab das Problem überhaupt nicht, aber wir stimmen uns ganz viel ab. Damit haben die Kids einen klaren Rahmen in dem sie sich bewegen und egal bei wem sie sind Kontinuität. Also so bei Basissachen müsstet ihr Euch wahrscheinlich einigen. Drück Dir die Daumen...


  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
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   Solani2
Status:
schrieb am 25.06.2020 18:09
Bei meinem Mann kommt auch ab und an seine etwas autoritärere Erziehung durch. Dann glaubt er, das Kind müsse ihm gehorchen. Ich erinnere ihn dann ab und an an diesen englischen Artikel, dessen Titel alles sagt - "If you focus on control, you have lost the battle". Das dringt immer sofort durch. Weil er versteht gut, dass es eigentlich keinen objektiven Grund gibt, wieso ihm das Kind gehorchen wollen sollte. Aber wenn alles passt, wenn er eine gute Leitfigur ist, dann will das Kind ihm einen Gefallen tun, es will sich nützlich machen. Ist doch irgendwie logisch, darüber kann man Bücher schreiben, muss man aber nicht unbedingt lesen, wenn man das verstanden hat.


  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
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   seemaedchen
Status:
schrieb am 26.06.2020 10:40
Hallo,

es tut mir leid, dass ihr euch nicht einig sein. Ich bin hier leider keine Beispiel bei dem es gut ausging.

Bei mir war es auch so. Und ich muss zugeben, das war bei uns ein sehr großer Grund uns zu trennen.
Wir sind uns nie einig geworden.
Ich habe eigentlich alles gemacht, das war auch vor dem Kinderwunsch so abgemacht. Und wenn mein Mann mal da war, da wollte er dass es so läuft wie er es sich gerade in diesem Moment vorstellt.
Wir waren uns aber auch bei so Sachen wie Impfung, Handy, Essen, Fernsehen und vieles mehr nicht einig.
Also wirkich in allen Grundlagen.

Wir haben uns getrennt. Es ging einfach nicht mehr.

Und ich muss sagen, dass es mit der Trennung nicht leichter geworden ist, sondern noch schwerer. Man hat keinen Grund mehr sich zu einigen. Jeder macht seinen Stiefel und der andere versucht dort reinzumischen.

Versucht euch vielleicht von außen Hilfe zu holen. Und versucht viel zu reden.
Allerdings wenn die Ansichten einfach gegensätzlich sind ist es schwer einen Kompromiss zu finden.

Ich wünsche euch, dass ihr es hinbekommt.

Liebe Grüße


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  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
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   pika
schrieb am 26.06.2020 22:23
Hallo,
hier auch noch mal eine Trennung als Folge der Differenzen (und anderer Gründe), aber:
Es ist jetzt für alle Beteiligten besser.
Ich glaube, da gibt es kein Patentrezept, das ist jede Situation ziemlich einzigartig.
Viel Erfolg für den für euch besten Weg.


  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 28.06.2020 17:19
Ganz ehrlich, ich habe mich auch schon mehr als 1x Sätze sagen hören, nach denen ich dachte "oh man, das kommt mir aber bekannt vor!"
Solange beide Elternteile bereit für Reflektion sind und daran zu arbeiten, hilft GFK sehr gut. Ich kann meinem Mann und er mir, mittlerweile alles sagen und besprechen, damit es unserem persönlichen Ideal so nahe wie möglich kommt. Das erfordert viel Geduld.


  Re: Unterschiedliche Erziehungsstile
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   HulksMother
schrieb am 29.06.2020 18:25
Zitat
Solani2
Das dringt immer sofort durch. Weil er versteht gut, dass es eigentlich keinen objektiven Grund gibt, wieso ihm das Kind gehorchen wollen sollte. Aber wenn alles passt, wenn er eine gute Leitfigur ist, dann will das Kind ihm einen Gefallen tun, es will sich nützlich machen. Ist doch irgendwie logisch, darüber kann man Bücher schreiben, muss man aber nicht unbedingt lesen, wenn man das verstanden hat.
Ich hab jetzt ein paar Tage nachgedacht, was mich an diesem Konzept stört - ein Kind mit einem normalen Selbstbewusstsein wird immer Ideen entwickeln, welche sich nicht immer mit der Realität und den Konsequenzen einer Handlung gut vereinbaren lassen. Ein Kind, was nie „gehorcht“ weil es immer gefällig sein will, das entwickelt sich auch gehemmt, wie ein Kind, dass autoritär aufwächst. Ein Kind sollte gehorchen, weil es vertraut, dass die Eltern irgendwie schon mehr Erfahrung mit der Welt haben, aber gehorchen heißt für mich, dass das Kind widerwillig seinen eigenen Handlungsimpuls unterlässt und nicht mit Freude. Denn die impulsgebende Idee ist die ureigene Idee einer eigenständigen Überlegung des Kindes, für das Kind sinnig und schlüssig und damit für das Kind verteidigungswert. Die Bewertung als Gefahr erfolgt nur durch mich.




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