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  Re: Ich bin soooo sauer...
avatar    Jadestern
Status:
schrieb am 26.06.2020 10:54
Trotzdem zwingt keiner der "Billgfleischkäufer" den Herrn Tönnies etwas _weniger Profit_ zu machen und seine Arbeiter anständig unterzubringen! Das ist ja nun auch kein alleiniges Problem der Fleischindustrie, schaut doch mal die Erntehelfer an, die den BIO Spargel pflücken oder auch Bauarbeiter, die in großem Stil aus ganz Europa eingekauft werden und katastrophal untergebracht werden.

Ich denke da macht man es sich ein bisschen einfach nur mit dem Finger auf die "Billigfleischkäufer" zu zeigen...fühlt sich aber besser an wenn man herausheben kann das man _selbst_ ja nun gar nicht zu denen gehört und deshalb nicht Schuld ist an der Sache, weil man sein Fleisch (wie wir natürlich alle hier) beim Biobauern lokal und teuer um die Ecke kauft...


  Re: Ich bin soooo sauer...
no avatar
   pmami
schrieb am 26.06.2020 11:53
Zitat
PitPat
Und wenn ich sagen würde: "Ich will aber jetzt mein Kilo Kaviar für 'nen Euro kaufen!", dann bietet mir das die Industrie natürlich auch an, oder wie?

Na klar, gibt es schon lange. Ist rot, heißt Kaviarersatz und war früher - in meiner Kindheit - immer auf diesen gefüllten Eiern. Es kostet vielleicht nicht grad nur 1 Euro pro Kilo aber es kostet ungefähr ein Prozent vom echten Kaviar.

Natürlich ist das nicht das echte "gute" Produkt, das einfach nur billig verkauft wird. Es ist ein billig gemachtes Produkt, das billig verkauft wird. Genau wie beim Fleisch. Aber beim Kaviarersatz sind die Auswirkungen nicht so schlimm, weil der Markt nicht so groß ist.

Zitat
Jadestern
Trotzdem zwingt keiner der "Billgfleischkäufer" den Herrn Tönnies etwas _weniger Profit_ zu machen und seine Arbeiter anständig unterzubringen!

Niemand zwingt ihn dazu. Aber wir machen es möglich, weil wir sein Billigfleisch kaufen.

Übrigens geht es ja nicht nur um den Sonntagsbraten. Viel Fleisch und gerade auch viel billiges Fleisch steckt in Wurst, Aufschnitt, Pizzabelag, Döner, Hot Dog und Burgern. Man muss aber nicht jeden Tag drei Sorten Wurst auf dem Tisch haben. Man könnte es auch auf eine Sorte beschränken und sich statt dessen einfach mal eine Tomate in Scheiben schneiden und aufs Brot legen. Da wären dann schon mal 2/3 des billig produzierten Fleisches eingspart, ohne dass man deshalb teurer einkaufen muss.

Wenn wir wegwollen von der Massentierhaltung mit all ihren Umweltproblemen, der 8katastrophalen) Klimabilanz und dem (fehlenden) Tierschutz müssen wir umdenken. Und dass heisst nicht, dass wir ab sofort alle vegan leben und Mandelmilch trinken müssen. Aber ganz ohen Verzicht, ganz ohne Veränderung, ohne dass es zumindest ein wenig weh tut, wird es nicht gehen.

Viele Grüße pmami


  Re: Ich bin soooo sauer...
no avatar
   xX-Spirit-Xx
Status:
schrieb am 28.06.2020 21:34
Zitat
pmami
Zitat
PitPat
Und wenn ich sagen würde: "Ich will aber jetzt mein Kilo Kaviar für 'nen Euro kaufen!", dann bietet mir das die Industrie natürlich auch an, oder wie?

Na klar, gibt es schon lange. Ist rot, heißt Kaviarersatz und war früher - in meiner Kindheit - immer auf diesen gefüllten Eiern. Es kostet vielleicht nicht grad nur 1 Euro pro Kilo aber es kostet ungefähr ein Prozent vom echten Kaviar.

Natürlich ist das nicht das echte "gute" Produkt, das einfach nur billig verkauft wird. Es ist ein billig gemachtes Produkt, das billig verkauft wird. Genau wie beim Fleisch. Aber beim Kaviarersatz sind die Auswirkungen nicht so schlimm, weil der Markt nicht so groß ist.

Zitat
Jadestern
Trotzdem zwingt keiner der "Billgfleischkäufer" den Herrn Tönnies etwas _weniger Profit_ zu machen und seine Arbeiter anständig unterzubringen!

Niemand zwingt ihn dazu. Aber wir machen es möglich, weil wir sein Billigfleisch kaufen.

Übrigens geht es ja nicht nur um den Sonntagsbraten. Viel Fleisch und gerade auch viel billiges Fleisch steckt in Wurst, Aufschnitt, Pizzabelag, Döner, Hot Dog und Burgern. Man muss aber nicht jeden Tag drei Sorten Wurst auf dem Tisch haben. Man könnte es auch auf eine Sorte beschränken und sich statt dessen einfach mal eine Tomate in Scheiben schneiden und aufs Brot legen. Da wären dann schon mal 2/3 des billig produzierten Fleisches eingspart, ohne dass man deshalb teurer einkaufen muss.

Wenn wir wegwollen von der Massentierhaltung mit all ihren Umweltproblemen, der 8katastrophalen) Klimabilanz und dem (fehlenden) Tierschutz müssen wir umdenken. Und dass heisst nicht, dass wir ab sofort alle vegan leben und Mandelmilch trinken müssen. Aber ganz ohen Verzicht, ganz ohne Veränderung, ohne dass es zumindest ein wenig weh tut, wird es nicht gehen.

Viele Grüße pmami

Danke für diese Worte!

Ich lebe übrigens seit 23 Jahren ohne Fleisch und seit 14 Jahren Vegan. Das geht! Und in der heutigen Zeit noch viel besser, als wo ich anfing.
Das schöne ist echt, Rinderwahn, Schweinepest, Kükenschreddern, kastrierte Ferkel ohne Betäubung, Tiertransporte durch halb Europa in ungekühlten Transportern bei 30 Grad im Schatten, Mutterkühe, die nach ihren Babies schreien.. Geht mich alles nichts an. Ich bin dafür nicht verantwortlich. Das fühlt sich ziemlich gut an. Kann ich jedem, der sich jetzt aufregt nur empfehlen.

Übrigens ist nicht nur der Lockdown in Gütersloh, sondern dieser ganze Corona Virus ein Ergebnis von Tierleid.


  Re: Ich bin soooo sauer...
avatar    Maral
schrieb am 29.06.2020 09:27
Angebot und Nachfrage sind keine Einbahnstraße. Würde nur teures Fleisch angeboten, würde das auch von genügend Menschen gekauft werden. Und selbst, wenn die Menschen kein Billigfleisch kaufen würden , schützt das nicht vor Ausbeutung und Massentierhaltung. Gibt genügend schwarze Schafe, die dann die Möglichkeit sehen, die Gewinnspanne noch höher zu legen.

Unabhängig finde ich die Haltung, die, die das günstige kaufen, sind A.... und man bräuchte ja einfach nur weniger Fleisch kaufen und könnte ja ansonsten auch mal vegetarisch leben ( da am besten auch bio), etwas überheblich. Es soll tatsächlich Menschen geben, die a) vom vegetarischen Lebensstil nicht überzeugt sind ( ich übrigens auch nicht) und sich tatsächlich so extrem teure Produkte, bio, einfach nicht leisten können. Und dabei auch nicht die Möglichkeit haben, mal nach nebenan auf den befreundeten Biohof zu gehen.

Würde ich alle Produkte , die es gäbe, bio etc kaufen, wär ich nach 10 Tagen pleite. Ich denke, viele Menschen suchen sich ihre Mittelwege. Ich regel das so, dass ein bis zweimal die Woche Fleisch gibt, und einmal Fisch. Eine kleine Menge ( ich verzichte, Krümel bekommt mehr) und ich nehme nicht den Fisch für 2,99, aber auch nicht den für 11,99, sondern den in der Mitte, nachhaltiger Fang, ohne Delphingefahr etc, aber auch nicht 100% Bio. Der kostet aber für 140gr 7,99. Wir sind nur zu zweit, da geht das. Zu viert ist das zu wenig. Hähnchenschenkel ähnlich : 6,49 Euro für 2 statt 2,99 für 4. Ok. Die Biogurke im Plastik für 1,79 kaufe ich tatsächlich nicht. Wir brauchen 5-6 pro Woche, die andere ist zwar nicht bio, aber ohne Plastik und kostet 0,39 Euro.

Ich verdiene nicht schlecht, und wir sind zu zweit. Konsequenterweise muss man das bei Käse, Milch, Sahne, Eier fortführen. Bio Eier kaufe ich, Milch nicht. Käse kaufe ich, was mir schmeckt.

Aber wie sollen Menschen, die größere Familien haben und weniger verdienen, dass bezahlen. fragst ihr jedesmal, wenn ihr Essen geht, nach, ob das Tier Bio ist?

Man könnte auch andere Wege gehen, über Subventionen, gesetzliche Vorgaben zur Haltung etc, um Massentierhaltung und Ausbeutung vorzubeugen und bezahlbarer zu machen. Kitas, Schulen, kaufen alle das teure Biofleisch? Unabhängig davon ist bekannt, dass es mit Bio auch Betrug gibt. Klar kann man es sich einfach machen und sagen, naja, wenns keiner kauft.... das können aber nur die sagen, die es sich auch leisten können, es nicht zu kaufen. Und da ist es mit Fleisch allein ja auch nicht getan. Genauso gut könnte man aber auch sagen, wieso haben Firmen überhaupt die Option, ihren Betrieb so zu führen, wozu Tierschutzgesetze, Arbeitsgesetze etc.

Es ist eine Mischung aus allem. Und sicherlich hat auch schlicht und ergreifend nicht jeder im Kopf, was im Hintergrund abläuft. Grundsätzlich wird das ja nicht groß herausposaunt, ist also erstmal nicht präsent. Auf der anderen Seite tun sicher mehr Menschen, als man meint, etwas für Tierschutz, Natur und Umwelt, im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Wenn man eh Vegetarier ist, oder die Möglichkeit hat, mit seinem SUV die 50km zum nächsten Biobauern zu fahren, oder im Supermarkt für 50 Euro Fleisch zu kaufen, ist es leicht mit dem Finger auf die Familie zu zeigen, die zu Fuß oder mit dem Rad zum Supermarkt kurvt, um sich mal ein Stück Fleisch zu gönnen. Die moralische Pflicht liegt letztlich zunächst, beim Produzenten. Und ja, wenn auch in allen verarbeiteten Produkten teures Fleisch steckt , wird das auch teurer. Die Lösung kann also kaum sein, dass es nur noch solche Produkte zu den Preisen gibt. Das muss bezahlbar werden, für jeden Endverbraucher. Dann kann man allenfalls noch auf die zeigen, die zum herkömmlichen greifen, obwohl sie das Geld hätten, das um einen Euro teurere Produkt zu kaufen. Aber da kenne ich ehrlich gesagt, kaum einen.

Und das ist ja in der Tat auch kein Problem ausschließlich der Fleisch -/ Eier- / Käseproblem, sondern auch Kleidung etc. Die Nachfrage könnte sich ja nicht über geltende Gesetze erheben. Unabhängig von der Preisgestaltung dürften bestimmte Zustände also einfach gar nicht möglich sein.




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