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  Bewerben ja oder nein?
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   ChaosimKopf1234
schrieb am 13.06.2020 17:01
Guten Tag,
Ich brauche etwas Hilfe mein Kopfchaos zu sortieren.
Zurzeit arbeite ich im ersten Jahr nach der Elternzeit in Teilzeit in meinem alten Team an einem großen Projekt, das in wenigen Monaten abgeschlossen sein wird. Mein Chef schätzt mich sehr und hat alle meine Wünsche bezüglich Arbeitszeiten, Umfang etc ermöglicht. Das Team ist sehr klein, alle um die 55- 62 und alle sehr speziell. Genauso alt ist unsere Ausstattung und teilweise die Sichtweisen. Aber alle sind sehr froh, dass ich da bin. Ich bin seit 2008 dort, aber mit insg Jahren Elternzeit bei drei Kindern.
Nun gibt es hier in der Nähe eine interessante Stelle ausgeschrieben in einem größeren, moderneren Unternehmen mit jungem Team. Nebenbei würde ich meine Fahrtzeit halbieren (nur noch 30 Minuten statt 60) und vermutlich auch ein deutlich besseres Gehalt bekommen. Und ich hätte auf lange Sicht mehr Möglichkeiten aufzustocken.

Ich bin so hin und hergerissen zwischen Loyalität meinem Chef gegenüber und der Möglichkeit mich weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Dazu muss ich sagen, dass mein Chef in zwei Jahren in Rente geht, was dann wird, kann keiner sagen. Auf der anderen Seite habe ich das Team schon zwei Mal von heute auf morgen wegen eines BVs in der Schwangerschaft hängen gelassen. Ich fühle mich schlecht bei dem Gedanken, es nochmal zu tun. Wobei es dieses Mal nicht von jetzt auf gleich wäre, sondern mit leider mehrere Monate dauernden Kündigungsfrist (zum Quartalsende) wegen langer Betriebszugehörigkeit.

Bewerben ja oder nein? Ich möchte im Kopf klar sein, wie ich mit einer Zusage umgehen würde, bevor ich diesen Schritt gehe. Bewerbung ist eigentlich fertig zum Abschicken.

Und die zweite Frage ist, jetzt noch schnell abschicken oder erst im nächsten Quartal, um meinen Chef dann schonend vorzubereiten? Er ist bis 29.6. im Urlaub und würde aus allen Wolken , wenn ich da eine Kündigung abgebe.

Danke für eure Sichtweisen
Die Chaotin


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   silvernano
Status:
schrieb am 13.06.2020 17:56
Hallo,

wenn man sich aus deinem Text eine Pro und Contra Liste bzgl. Bewerbung erstellen würde, dann stünde auf der Contraseite m.E. lediglich: alle im Team sind froh, dass Du da bist und Du fühlst Dich dem Team sowie dem Chef gegenüber verpflichtet.
Pro: Entwicklungsmöglichkeiten, mehr Geld, weniger Fahrzeit, Stunden aufstocken später möglich.
Klingt für mich relativ klar pro Bewerbung, gerade wenn dein Chef nur noch 2 Jahre da ist.

Wegen des Zeitpunkts: wüsstest Du denn schon in 2 Wochen, ob Du die Stelle bekommst? Ansonsten wäre doch eigentlich egal, ob Du die Bewerbung jetzt abgibst oder erst nach dem Urlaub des Chefs. Oder willst Du ihm vorher sagen, dass Du dich woanders umschauen möchtest?

Liebe Grüße und eine gute Entscheidung

Silvernano


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   Amaris
schrieb am 13.06.2020 17:59
Hi!

Na klar bewirbst Du Dich! Wenn Du die Bewerbung schon fertig hast, hast Du Dich doch schon so entschieden zwinker.

Das Projekt, an dem Du jetzt arbeitest, ist bald abgeschlossen, Dein Chef geht bald in Rente, einige Kollegen vielleicht auch.
Alles, was Du zu der Stelle beschrieben hast, klingt doch großartig und viel versprechend.
Ich würde die Bewerbung sofort abschicken. Es ist ja weder gesagt, dass Du die Stelle bekommst, noch dass Du überhaupt eingeladen wirst, oder? Und selbst wenn, weißt Du doch gar nicht, bis wann die sich entscheiden. Und: Du müsstest die Stelle nicht annehmen, selbst wenn Du sie bekommst. zwinker

Also: Tu es! Viel Glück!
Und viele Grüße


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   akazie76
schrieb am 13.06.2020 18:47
Ich bin da ganz bei Amaris - bewerb dich. Schick's gleich ab. Du weißt gar nicht, ob du die Stelle bekommen würdest und ob sie dir dann gefallen würde. Das kannst du später entscheiden. Grundsätzlich spricht vieles für einen Wechsel. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Entscheidung noch diesen Monat fällt.


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  Re: Bewerben ja oder nein?
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   HimbeerErdbeer
schrieb am 13.06.2020 23:14
Ich schließe mich an! Bewirb dich und deinem Chef "schuldest" du doch nichts, nur weil er angemessen entgegenkommend ist.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   Hamamelis71*
schrieb am 14.06.2020 11:12
ich würde mich auch bewerben und abwarten, was passiert.

Wenn Dein Arbeitsplatz plötzlich wegfallen würde, dann gibt es noch einen kleinen Dank und dann wäre es das doch auch gewesen.

Ich habe immer gerne gearbeitet, aber mein Arbeitsplatz (in unterschiedlichen Unternehmen) wurde schon mehrfach verlagert, so dass ich mich häufiger mal umorientieren musste.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   ChaosimKopf1234
schrieb am 14.06.2020 11:17
Danke ihr Lieben
Alleine das Aufschreiben war schon hilfreich, dazu eure Antworten. Habe gestern auch noch mal mit meinem Mann und meinen Eltern gesprochen und sehe nun klarer.

Ich bewerbe mich und warte ab, was passiert. Und wenn ich eine Zusage gebe, dann entscheide ich mich. Die letzten Tage war ich gedanklich zwei Schritte zu weit.

Sowohl inhaltlich wie praktisch wäre die Stelle eine Verbesserung. Und viel mehr Alternativen in der Nähe gibt es nicht als dieses Unternehmen (bin sehr spezialisiert).
Loyaler wäre es wohl bis zum Renteneintritt zu warten, aber ob dann dort eine Stelle frei ist (explizit auch für Teilzeit ausgeschrieben, wage ich zu bezweifeln).

Nochmal danke und einen schönen Sonntag


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   ChaosimKopf1234
schrieb am 14.06.2020 11:18
Natürlich sollte es heißen:

Wenn ich eine Zusage erhalte


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   henriette
schrieb am 14.06.2020 12:26
Genau... Oh Mann, ich glaube Loyalität ist wirklich ausgestorben. Ich glaube, der Chef war deutlich mehr als "angemessen entgegenkommend". Aber Reisende soll man nicht aufhalten, kannst Du als Arbeitgeber so oder so nicht und da spielen dann auch in den seltesten Fällen Kündigungsfristen eine Rolle, frei nach dem motto: die brauchen mich in dem neuen JOb sofort, ich habe noch 10 Tage Urlaub, zwar eigentlich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Ach, könnten Sie mir vielleicht meinen Urlaub ausbezahlen... Und bitte auch gleich das Zeugnis und ja, auf Wiedersehen. Alles schon erlebt und als Arbeitgeber deutlich mehr als angemessen entgegenkommend gewesen.
Ich würde unabhängig davon eine Kündigung auch von der derzeitigen Arbeitsmarktlage, der Branche und der Möglichkeiten, die diese Branche bietet abhängig machen. Klar, bewerben kann man sich, dann kriegt man ein Gefühl, wie sich das anfühlt. Allerdings sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass das erstmal unter der Decke bleibt.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   Hamamelis71*
schrieb am 15.06.2020 15:58
Loyalität ist ausgestorben - früher hat man in einem Unternehmen angefangen und ist dann dort (meistens) bis zur Rente geblieben - so haben viele meiner älteren Kollegen noch gedacht und es gelebt. Bis die ersten Sozialpläne kamen. Und dann hat niemand mehr daran gedacht, dass es Mitarbeiter gab, die sich seit Jahren für das Unternehmen eingesetzt haben und auch auf gewisse Chancen verzichtet haben.

Meinen ersten Sozialplan habe ich 1993 erlebt und es folgten weitere, bei unterschiedlichen Unternehmen. Da wird dann halt mal eine Abteilung zentralisiert oder dezentralisiert oder der Standort geschlossen oder verlagert. Und niemanden interessiert es dann, dass man mit seinen Kollegen den Laden immer sehr gut am Laufen gehalten hat und immer loyal war...

Aufgrund dieser Erfahrungen überlege ich mir manche Entscheidungen heute zweimal. Bislang wurde mir Loyalität jedenfalls nicht langfristig gedankt und Versprechen nicht eingehalten.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   henriette
schrieb am 16.06.2020 11:11
Na ja, aber die wirtschaftlichen Gegebenheiten müssen schon so sein, dass Gehälter noch erwirtschaftet werden können. Loyalität allein zahlt kein Gehalt. Es hat halt oft zwei Seiten, nur sehe ich es einfach nicht ein, dass man als Arbeitgeber immer grundsätzlich der "Böse" ist. Und wenn die Arbeitgeber so schrecklich unloyal und überhaupt sind, warum dann nicht ein eigenes Unternehmen gründen?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.06.20 11:45 von henriette.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   isolde35
Status:
schrieb am 16.06.2020 21:54
Für den Arbeitgeber ist das blöd, aber so ist das nun mal. Es wird ja nicht unmöglich für ihn sein, dich zu ersetzen, oder? Ich halte es nicht für illoyal, einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht zu ziehen, wenn er so viele Vorteile bringt wie du hier beschreibst. Das muss man schon realistisch sehen, du willst ja noch ein paar Jahre arbeiten und hast eine Familie zu versorgen.

Ich bin selber gelegentlich Arbeitgeberin und beschäftige Freiberufler für einzelne Projekte und sehe das ehrlich gesagt nüchtern. Ich biete gute Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung und erwarte dafür gute Arbeit. Wenn das passt, bin ich zufrieden. Wenn derjenige aber lieber ein Angebot annimmt, das günstiger für ihn ist, ist das für mich vielleicht unbequem oder sogar enttäuschend, aber sein gutes Recht, dann muss ich mir jemand anderen suchen.

Ich würde an deiner Stelle möglichst fair bleiben und so weit wie möglich mit offenen Karten spielen, also zum Beispiel einen Nachfolger einarbeiten und zur Verfügung stehen, wenn sich noch Fragen ergeben. Aber eine „Loyalitätsverpflichtung“ darüber hinaus sehe ich hier nicht. Das ist eine Geschäftsbeziehung.

Isolde


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   henriette
schrieb am 17.06.2020 08:21
Im Prinzip hast du völlig recht, aber es wird ja auch vom Arbeitgeber verlangt, dass selbst, wenn die Geschäftsgrundlage weggefallen ist, also etwa auf lange Sicht bestimmte Aufträge ausbleiben werden, er schön brav den Arbeitnehmer weiter beschäftigt. Alles schon erlebt. Es ist allerdings auch oft eine Frage des wie und nicht so sehr des ob oder ob nicht. WIe gesagt, so wie ich die eine Kündigung beschrieben habe, so ist sie wirklich abgelaufen. Und es war ein jahrelanges festes Arbeitsverhältnis mit größt mööglicher Rücksichtnahme auf diverse private Belange des Arbeitnehmers.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   isolde35
Status:
schrieb am 17.06.2020 09:52
Kann ich total verstehen, dass dich das ärgert, Henriette, das wäre bei mir nicht anders, wenn du so viel entgegenkommst und dich derjenige dann hängenlässt.

Ich versuche immer, das nicht so persönlich zu nehmen und dadurch dann auch nicht so an mich heran zu lassen, wenn jemand nicht mehr für mich arbeiten möchte. Im Gegenzug nehme ich allerdings auch keine allzu große Rücksicht auf Privatangelegenheiten des Mitarbeiters, weil das nicht meine Baustelle ist. Über private Probleme spreche ich mit meinen Mitarbeitern nicht, da sehe ich mich nicht als Ansprechpartner. Klar, wenn jemand krank ist oder Kinder hat und deshalb kurzfristig ausfällt oder sowas, da habe ich natürlich Verständnis, aber ich bin nicht die Kummerkastentante. Ich möchte gute Mitarbeiter haben, die ihre Arbeit ernst nehmen und auf die ich mich verlassen kann und im Gegenzug tue ich alles, was ich als Auftraggeberin (nicht als gute Freundin oder anderweitig nahestehende Person) machen kann, damit derjenige gute Arbeit leisten kann. Ich stelle die Ressourcen zur Verfügung, die er braucht, ich stehe zur Verfügung, wenn berufliche Fragen aufkommen (auch am Wochenende) und ich achte auf gute und pünktliche Bezahlung. Aber das war es dann auch.

isolde


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.20 09:53 von isolde35.


  Re: Bewerben ja oder nein?
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   Hamamelis71*
schrieb am 17.06.2020 21:39
Henriette, es kommt ja auch immer darauf an, ob man in einem kleinen oder großen Unternehmen arbeitet. Und ich großen Unternehmen ist halt nichts mehr sicher. Da wird ein Standort plötzlich geschlossen, obwohl er rentabel ist, um einen anderen Standort zu stärken. Und wir haben uns als Mitarbeiter jahrelang den Poppes aufgerissen und private Belange oft nicht berücksichtigt. - nicht umsonst hatten wir alle unendlich viele Überstunden, auch Mütter mit kleinen Kindern. Aber wir haben als Team total gut harmoniert und trotz aller Probleme immer zusammengehalten und unsere Verkaufszahlen erreicht. Und dann wird man plötzlich geopfert... Das tut weh. Und ich habe das schon mehrfach erlebt, dass es merkwürdige unternehmerische Entscheidungen gab bzgl. Zentralisierung / Dezentralisierung / Verlagerung usw. Und diese Entscheidungen haben sich oft als nicht zielführend erwiesen.

Und warum sollte ich ein eigenes Unternehmen gründen? Ich stelle meine Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung, für x Stunden + y Stunden Überstunden. Und ich arbeite gerne, aber nicht mehr um jeden Preis und erst recht nicht mehr in schimmeligen Büros. Das ist wie, wenn man vom Partner verlassen wurde, da ist man in der nächsten Beziehung bestimmt auch nicht mehr so unbedarft...

Und wenn mir jetzt ein Vorgesetzter sagt: Solange ich Dein Chef bin, da passiert Dir nichts... Das glaube ich schon mal gar nicht mehr. Mir wurden viel zu viele Versprechen gemacht, nicht aus Böswilligkeit, aber die Vorgesetzten waren eher naiv, dass sie gewisse Entwicklungen beeinflussen oder verhindern könnten.

auch in meiner jetzigen Abteilung rechne ich damit, dass ich irgendwann versetzt werde und dort nicht in Rente gehe. Die Abteilungsleitung sieht diese Entwicklung nicht und glaubt immer noch an Verhältnisse von vor 40 Jahren. Und wenn jetzt unsere Abteilung schrumpft und ggfs aufgelöst wird (auch wenn die Abteilungsleitung das so nicht glauben möchte), dann wird man mich nicht aus Nostalgie in der Abteilung lassen und mich an eine Stelle versetzen, wo ein höherer Bedarf ist (zumal in anderen Abteilungen in den nächsten Jahren etliche Kollegen in Rente gehen). Daher gebe ich mich der Illusion nicht mehr hin, dass ich dort bis zur Rente bleibe, auch wenn andere Leute sich das so vorstellen oder wünschen.

Wie gesagt, ich arbeite gerne, bin leistungsbereit und flexibel. Aber gedanklich beiße ich mich nicht daran fest, dass ich an meiner Stelle (ÖD) in Rente gehen werde - auch wenn das früher so üblich war (gerade in meinem derzeitigen Bereich).


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.20 21:40 von Hamamelis71*.




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