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   Nachdenklich
schrieb am 03.06.2020 10:53
Guten Morgen,

eigentlich ist es nicht meine Art, anonyme Beiträge hier im Forum zu posten, dafür schreibe ich hier eigentlich schon viel zu lange immer mal wieder mit. Aber jetzt gerade bin ich wohl einfach zu feige, mich zu outen. Nichtsdestotrotz habe ich so viele Jahre hier viel Unterstützung erhalten und wenn ich ehrlich bin, habe ich im Moment auch keine Ahnung, mit wem ich sonst darüber reden sollte, aus Angst nicht verstanden zu werden.
Schon früh in meinem Leben war es mein Traum Mann, Haus und Kinder zu haben. Meine Freundinnen haben mich immer dafür "bewundert", mit wie viel Leidenschaft ich meine Lebensziele angegangen bin, beruflich und privat. Und ja, ich habe einen Job, den ich mag, einen Mann, ein Haus und Kinder. Nach außen vermeintlich tatsächlich perfekt, aber in mir sieht es ganz anders aus. Nur kennen diese Seite eigentlich nur Einzelne und selbst die wissen nicht alles. Ich habe aus verschiedenen Gründen im Leben sehr früh lernen müssen, meine eigenen Emotionen hinten an zu stellen und stark zu sein, das hat mich sehr geprägt und es ist bis heute so, dass ich als sehr selbstbewusst und klar in den Vorstellungen wahr genommen werde. Bin ich auch, aber es gibt eben auch die andere Seite in mir.
Als mein Mann und ich damals geheiratet haben und dieser Tag eigentlich der schönste in unserem Leben hätten werden sollen, kam es aus verschiedenen Gründen, die ich nicht näher ausführen möchte, dazu, dass er eigentlich eher zum schlimmsten Tag wurde. Den Mann, in den ich mich in Jahren vor unserer Hochzeit verliebt hatte, gab es seit diesem Tag praktisch nicht mehr. Und ich denke, dass ich ihn danach auch nicht mehr geheiratet hätte. Nun ist für mich die Ehe nicht nur eine rechtliche Verbindung, sondern ich war eigentlich wirklich davon überzeugt, dass man sich eben bewusst ist, dass das eine Verbindung "in guten wie in schlechten Tagen" ist. Ich habe deshalb in all den Jahren nach unserer Hochzeit nie aufgegeben, meinem Mann zur Seite zu stehen, um wieder zu sich selbst finden zu können und mit den seelischen Wunden, die er seit diesem Tag mit sich trägt, umzugehen. Doch er sah den Weg für sich darin, das alles unter den Tisch kehren und sich nicht damit auseinander setzen zu wollen, so hat er das schließlich auch sein ganzes Leben lang gelernt gehabt. Ich habe so oft versucht ihn dazu zu motivieren eine Therapie zu machen, über all das Leid und den Schmerz zu sprechen, es aufzuarbeiten, um wieder in ein inneres Gleichgewicht zu kommen. Ich weiß nicht wie oft ich ihm gesagt habe, dass die Auswirkungen für uns als Familie zu groß sind und ich Angst habe, dass die Folgen für unsere Kinder weitreichend sind, von uns als Paar ganz zu schweigen. Also habe ich mich darauf konzentriert, dass wir das als Eltern irgendwie zusammen hin bekommen, aber wenn man selbst mit vielen Dingen aus der Vergangenheit nicht im Reinen ist und das nicht aufarbeitet, passiert es leicht, dass man die selben Fehler macht und eins zum anderen kommt und sich ein regelrechter Teufelskreis entwickelt. Das, was ich kommen habe sehen, ist meiner Meinung nach eingetreten. Ich denke, dass die Kinder emotional in einer anderen Verfassung wären, würden sie hier ein stabileres Umfeld haben und ich erwische mich sehr oft bei dem Gedanken, dass ich mir das alles einfach ganz anders vorgestellt habe und bin enttäuscht von uns als Eltern. Ich hätte es mir so sehr gewünscht, dass wir das zusammen als Paar mit Unterstützung von außen angegangen wären, vielleicht hätten wir dann nicht so sehr "versagt", wie ich oft denke, dass wir es haben.
Ja, ich habe klare Vorstellungen, auch von Familie, und sie sind oft sehr hoch angesetzt, das weiß ich, aber ich hardere wirklich sehr mit mir und dem, was wir hier tagtäglich zusammen leben. Ich weiß, dass er seine Kinder liebt, aber er ist einfach in sich und den eigenen Gefühlen so sehr gefangen, dass er sich emotional nur sehr schwer auf sie einlassen kann und in Stresssituationen völlig blockiert ist.
Nun ist es so, dass ich es tatsächlich geschafft habe, dass wir im August zusammen als Familie zur Kur fahren können. Er als Patient und die Kinder in eine Vater-Kind-Kur und ich kann als Begleitperson mitkommen. Auch hierfür habe ich gekämpft und ich habe viele Tränen geweint als wir endlich die Bestätigung in der Hand hielten und ich endlich das Gefühl hatte, dass nun doch noch alles nach all den Jahren in die richtigen Bahnen kommen könnte.
Ich kämpfe so sehr für diese Familie, diese Ehe, für uns, für ihn und jetzt, in den letzten Wochen, in denen wir Dank Corona noch viel "geballter" und intensiver gelebt haben, fällt mir auf, dass ich dabei eines vergessen habe in all der Zeit: mich.
Und plötzlich ist da diese Leere, diese Traurigkeit, diese Verzweiflung und Enttäuschung und nicht mehr die Stärke und die Leidenschaft für meine Ziele zu kämpfen. Und ich stelle mir die Frage, ob ich all die Jahre für etwas gekämpft habe, das es so einfach gar nicht gibt und ob ich mich selbst dabei nicht völlig aufgegeben habe. Ich wollte für die Kinder eine Familie haben und es hat sich alles um sie und ihr Glück gedreht, neben all den gesundheitlichen Themen, die leider auch noch dazu kamen und uns das Leben oft zusätzlich so schwer gemacht haben. Aber was ist aus uns als Paar geworden? Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir uns das letzte Mal leidenschaftlich und nicht nur flüchtig geküsst haben. Ja, wir hatten trotzdem Sex, eher weniger als mehr, aber mehr oder minder regelmäßig. Aber es ging dabei irgendwie mehr um Befriedigung oder Kinderkriegen als um Sehnsucht und Lust nach und auf den Partner.

Ist das das, was ich von meinem Leben erwarte?
Ist das der Bund der Ehe, der nun eben dafür sorgt, dass es so ist, wie es ist, bis dass der Tod uns scheidet?

Ich merke immer mehr, dass ich darüber nachdenke, dass ich auch ohne meinen Mann mit den Kindern leben könnte. Ja, es gibt sie, die unbeschwerten Momente, in denen sich auch im Kleinen zeigt, dass es den Mann, in den ich mich mal verliebt habe, in ihm noch gibt. Aber sie sind einfach viel zu selten und der Stress im Alltag mit den kleinen Kindern trägt natürlich nicht dazu bei, dass sie oft zum Vorschein kommen (können).
Und dann sind da die Gedanken, dass ich meinen Kindern hier doch nicht das Zuhause nehmen kann, nur weil ich jetzt irgendwie anfange, auch wieder an mich zu denken. Ich lebe gerne hier und mein Mann und die Kinder auch. Geschweige denn, dass wir das Geld hätten, dass einer hier wohnen bleiben kann und das alles alleine stemmt. Und obwohl ich die Kinder so sehr liebe und sie mein Leben sind, habe ich schon überlegt, ob ich gehen sollte. Aber eine Mutter verlässt doch nicht ihre Kinder, nur weil sie unglücklich ist.

Aber steht mein Glück nun für alle Zeit hinter allem anderen an, nur weil wir eine Familie sind?

Ich fühle mich so haltlos, so leer.

Warum gerade jetzt, wo doch die Kur in greifbarer Nähe ist. Umgang mit Stress in der Familie, unser Thema, aber kommt es einfach zu spät?

Gibt es Paare, die sich als Paar trennen, aber zumindest miteinander daran arbeiten, eine Familie zu sein? In einem Haus, unter einem Dach?

In meinem Kopf herrscht so ein Durcheinander und gleichzeitig ist da diese Leere.

Helft ihr mir etwas beim Sortieren? Ich weiß einfach nicht weiter im Moment.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Hamamelis71*
schrieb am 03.06.2020 11:33
ich würde an Deiner Stelle mal zu einer Eheberatung / Familienberatung gehen. Da kann man auch alleine hingehen. Ggfs. kannst Du Dich dort sortieren, um herauszufinden, was Dir wirklich wichtig ist.

Vielleicht hattest Du auch von vielen Sachen eine zu konkrete Vorstellung und dann ist man enttäuscht, dass es anders gekommen ist?

Alles Gute für Euch!


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 03.06.2020 11:34
Hallo,

so ähnlich ging es mir, mit 21 Jahren gebaut, 24 Jahren Hochzeit, Kids lang erkämpft.

Seit 2016 getrennt und glücklicher den je, aktuell auch ohne Partner.

Für mich hört es sich so an als ob du für dich diese Kur eine letzte Chance sei das alles in lot kommt wie du dir das vorstellst, jetzt steht quasi ein festes Datum fest und dann kommen die Gedanken was passiert wenn nicht der gewünschte „Erfolg“ eintrifft?!

Letztendlich kann man seine Erwartungen runterschrauben aber meiner Meinung nach betrifft das in erster Linie nicht die Partnerschaft als solche, da muss man glücklich sein.

Über alle anderen Themen kann man schon die Erwartungen runter schrauben zb materielle Dinge oder auch den Drang alles perfekt hinzubekommen sei es der Haushalt oder beruflich. Das nimmt dir Druck raus aber wenn man dann abends unglücklich neben dem Partner sitzt weil es da eben Probleme gibt bringt dir das erst mal nicht viel.

Wenn ihr an Therapie denkt, hilft es vll auch wenn du um ein Einzelgespräch bittest.

LG Alice


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   mjuka
schrieb am 03.06.2020 14:21
Hallo, Du,

das klingt alles sehr, sehr anstrengend. Du klingst total erschöpft. abgearbeitet bis zum Letzten...

Vieles, was du schreibst, kann ich total nachvollziehen. Du hast alles, wirklich alles gegeben, um emotionale Stabilität für deine ganze Familie sicher zu stellen. Dafür, dass das (natürlich!! Klappt nie!!) nicht bis ins Letzte geklappt hat, gibst du dir die Schuld. So klingt es in meinen Ohren: Du warst nicht gut genug, es hat nicht gereicht... hej, du hast ALLES gegeben und das muss man erst einmal nachmachen. Lob dich, belohne dich für deine Kraft, deine Stärke, dein Durchhaltevermögen. Du hast ganz vieles ganz wundervoll hinbekommen! Die Dinge, die für dich riesengroß als Negatives im Raum stehen, geschenkt. Wie wäre es gewesen ohne deinen Einsatz?? Lob dich jeden Tag, mindestens zwei mal und das wiederholst du jeden Tag... (Das hilft schon mal, als "Erste Hilfe-Maßnahme" Ich weiß, wovon ich rede und denke, es klingt bei dir ähnlich).

Lass dich beraten. Such dir eine(n) Therapeut(i)en, such dir eine Beratungsstelle. Fast egal, was, Hauptsache DU fühlst dich dort wohl und angenommen. Wenn du dann, irgendwann, mal stabiler bist, kannst du dich auch den Defiziten zuwenden. Die wird es geben, die gibt es immer. Aber vorher steht das LOB, die Entspannung, die Beratung, deine eigene kleine Insel, deine ureigene (Herkunfts)Geschichte.

Ich denke auch, dass die Kur für dich so etwas wie ein "Angelpunkt" geworden ist. Der Kampf um die Bewilligung, der Einsatz... das alles ließ dich bestens funktionieren. Kraftvoll kannst du. Kämpfen kannst du. Jetzt ist das geschafft und damit kommt die Leere. Zum Teil vermutlich deine eigene,"alte". Die kennst du vermutlich und hast, ebenfalls vermutlich, die Kampfstrategie: "Ziel ins Auge fassen, losspurten!". Wieder an der Stelle: Lobe dich. Wow, du hast einen gigantischen Erfolg eingefahren. LOB!!! Hoch 10000!!!!

Dann vermutlich die Angst: Was, wenn die Kur nichts bringt? Nicht das Ergebnis, das du schon zum Greifen nahe dir vorstellst, bringt? Diese Angst kann dir niemand nehmen. Vielleicht hilft schon, sie zu identifizieren, wenn sie da sein sollte. Und: Eine Kur verändert immer. Du wirst sehen, was geschieht. es wird danach anders sein. Wie anders musst du abwarten. Es wird sich zeigen...

Als letztes will ich dir noch einen Satz mitgeben, den mir mal meine frühere Chefin mitgegeben hat: "Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden." (Nicolas de Chamfort).
Das stimmt. Du wirst dich finden in dem Maß, in dem du dir das zugestehst. Ich traue mich jetzt noch, zu mutmaßen: Hinter der Leere wirst DU sein.

Alles, alles Liebe für dich! Und denk dran: Täglich dich loben!!! (Kleinigkeiten reichen schon. ich hasse bad putzen. Wenn ich das gemacht habe. ist ein dickes Selbstlob angebracht smile. Du wirst deine "Lobestellen" finden...
mjuka


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  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Nachdenklich
schrieb am 03.06.2020 14:47
Hallo ihr Beiden,

vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt mir schon so oft geholfen, ich schaffe es nur einfach nicht, mich offensichtlich zu outen.

Wir hatten insgesamt 3 oder sogar 4x einen Termin für eine Eheberatung ausgemacht. Jedes Mal mussten wir absagen, weil was dazwischen kam: Kind krank, Babysitterausfall usw.
Danach habe ich auf Empfehlung eine Art "Gesprächsanlässe für daheim" besorgt. Da sind 7 Sequenzen für ca. 2 Stunden vorbereitet, mit Video und ausgearbeitetem Ablauf, ich fand es super, hätte damals genau den Kern für unsere Gespräche getroffen. Genau 1x haben wir uns dazu hingesetzt und er war nur sehr halbherzig dabei.

Ich weiß, dass er mich liebt und eigentlich liebe ich ihn auch. Aber es bricht mir oft das Herz, wenn ich "von außen" auf unser Miteinander und den Umgang mit den Kindern blicke. Ich könnte das anders, besser, wenn ich nicht immer auch noch ihn mittragen müsste. Er ist so unbelastbar, dauergestresst, kann nicht abschalten, sich abends für den nächsten Tag nicht auf Null setzen, erwartet so viel von den Kindern und ist gleichzeitig bei Konflikten bockiger als sie alle zusammen.

Alice, darf ich fragen, wie ihr das mit dem Haus geregelt habt? Und finanziell v.a. auch?

Ach, ich würde am liebsten ins Bett liegen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Ich bin einfach so erschöpft.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Nachdenklich
schrieb am 03.06.2020 14:55
Zitat
mjuka
Hallo, Du,

das klingt alles sehr, sehr anstrengend. Du klingst total erschöpft. abgearbeitet bis zum Letzten...

Vieles, was du schreibst, kann ich total nachvollziehen. Du hast alles, wirklich alles gegeben, um emotionale Stabilität für deine ganze Familie sicher zu stellen. Dafür, dass das (natürlich!! Klappt nie!!) nicht bis ins Letzte geklappt hat, gibst du dir die Schuld. So klingt es in meinen Ohren: Du warst nicht gut genug, es hat nicht gereicht... hej, du hast ALLES gegeben und das muss man erst einmal nachmachen. Lob dich, belohne dich für deine Kraft, deine Stärke, dein Durchhaltevermögen. Du hast ganz vieles ganz wundervoll hinbekommen! Die Dinge, die für dich riesengroß als Negatives im Raum stehen, geschenkt. Wie wäre es gewesen ohne deinen Einsatz?? Lob dich jeden Tag, mindestens zwei mal und das wiederholst du jeden Tag... (Das hilft schon mal, als "Erste Hilfe-Maßnahme" Ich weiß, wovon ich rede und denke, es klingt bei dir ähnlich).

Lass dich beraten. Such dir eine(n) Therapeut(i)en, such dir eine Beratungsstelle. Fast egal, was, Hauptsache DU fühlst dich dort wohl und angenommen. Wenn du dann, irgendwann, mal stabiler bist, kannst du dich auch den Defiziten zuwenden. Die wird es geben, die gibt es immer. Aber vorher steht das LOB, die Entspannung, die Beratung, deine eigene kleine Insel, deine ureigene (Herkunfts)Geschichte.

Ich denke auch, dass die Kur für dich so etwas wie ein "Angelpunkt" geworden ist. Der Kampf um die Bewilligung, der Einsatz... das alles ließ dich bestens funktionieren. Kraftvoll kannst du. Kämpfen kannst du. Jetzt ist das geschafft und damit kommt die Leere. Zum Teil vermutlich deine eigene,"alte". Die kennst du vermutlich und hast, ebenfalls vermutlich, die Kampfstrategie: "Ziel ins Auge fassen, losspurten!". Wieder an der Stelle: Lobe dich. Wow, du hast einen gigantischen Erfolg eingefahren. LOB!!! Hoch 10000!!!!

Dann vermutlich die Angst: Was, wenn die Kur nichts bringt? Nicht das Ergebnis, das du schon zum Greifen nahe dir vorstellst, bringt? Diese Angst kann dir niemand nehmen. Vielleicht hilft schon, sie zu identifizieren, wenn sie da sein sollte. Und: Eine Kur verändert immer. Du wirst sehen, was geschieht. es wird danach anders sein. Wie anders musst du abwarten. Es wird sich zeigen...

Als letztes will ich dir noch einen Satz mitgeben, den mir mal meine frühere Chefin mitgegeben hat: "Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden." (Nicolas de Chamfort).
Das stimmt. Du wirst dich finden in dem Maß, in dem du dir das zugestehst. Ich traue mich jetzt noch, zu mutmaßen: Hinter der Leere wirst DU sein.

Alles, alles Liebe für dich! Und denk dran: Täglich dich loben!!! (Kleinigkeiten reichen schon. ich hasse bad putzen. Wenn ich das gemacht habe. ist ein dickes Selbstlob angebracht smile. Du wirst deine "Lobestellen" finden...
mjuka

Du hast deinen Beitrag zeitgleich zu meinem geschrieben und als ich ihn eben gelesen habe, kamen mir direkt die Tränen. Danke für deine Worte. Bei ganz vielen Sätzen triffst du absolut ins Schwarze. Ja, ich habe gekämpft, über so viele Jahre und ja, ich habe trotzdem nicht das erreicht oder geschaffen, was ich erreichen und schaffen wollte.

Ich werde mir für mich einen Ansprechpartner suchen, für meine Seele. Das habe ich wohl bei aller Anstrengung einfach nicht für wichtig genug gehalten und gedacht, dass ich das schon schaffe.

Danke dir für's Mutmachen!


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   mjuka
schrieb am 03.06.2020 14:55
Wie gesagt, fang bei dir an. Die Decke über den Kopf zu ziehen ist zeitweise ein brillanter Plan. Und: Loben!!! Du hat alles gegeben, bist erschöpft und hast es GUT GEMACHT!
Beratung für dich!!! suchen. Jetzt keine Entscheidungen treffen. Keinesfalls vor der Kur.

Im zweiten Schritt kommt alles andere. Du wirst sehen, es wir einen Weg geben. (Getrennt bin ich nicht, habe also keine Erfahrung mit Hausaufteilung usw. Aber "schwierig in Beziehungen" kenne ich. "Fang bei dir an" ist der allerbeste Tipp, den ich habe.

So viel Kraft... und Mut, die Decke wirklich mal über den Kopf zu ziehen. Tut saugut smile
mjuka

Edit: Hier hat sich deine Antwort mit meiner überschnitten smile. Guter Plan!!!!! Du bist so stark, du schaffst das... und darfst auch so schwach sein...
Fühl dich mal feste gedrückt, wenn du magst...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.06.20 14:57 von mjuka.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   pmami
schrieb am 03.06.2020 17:56
Zitat

Schon früh in meinem Leben war es mein Traum Mann, Haus und Kinder zu haben.

Das sind ja durchaus legitime Lebenswünsche. Aber vielleicht musst Du einiges davon aus der Vorstellung eines Kindes transportieren in die Lebenswirklichkeit eines Erwachsenen.

Kinder hast Du. Damit lebst Du ja schon mal einen großen Teil Deines Lebenstraumes. Das kannst Du Dir ruhig auch mal so sagen. Dein Glas ist immerhin schon mindestens halbvoll.

Statt "Haus" solltest Du vielleicht an "ein Zuhause" denken. Das gibt es nicht nur im freistehenden Einfamilinehaus mit Garten sondern auch zur Miete und in Wohnungen. Du klammerst Dich grad sehr an das Haus, das kommt auch in Deinen weiteren Posts rüber. Ganz realistisch werdet Ihr das Haus bei einer Trennung vermutlich nicht halten können. Weder gemeinsam noch einer von Euch alleine. Die viel wichtigere Frage ist also, ob Ihr beide bei einem Verkauf Schulden übrig behaltet oder ob Ihr mit einer schwarzen Null rausgeht oder womöglich sogar jeder noch ein kleines Startkapital für die Zukunft in die Hand bekommt.

Ich glaube, dass der Gedanke and das Haus im Augenblick für Dich eine Riesenlast ist, die Dich runterdrückt und Dich sowohl gedanklich als auch emotional blockiert. Versuch mal, den Gedanken zuzulassen, dass das Haus auch Ballast sein könnte, den Du zurücklassen kannst und frage Dich, ob Du Dich bei diesem Gedanken womöglich leichter und befreiter fühlst.

Statt Mann im Sinne von der Ehemann solltest Du vielleicht lieber an den Partner, der Dein Leben mit Dir teilt (und Du seins) denken. Ich vermute mal, dass es das ist, was Du Dir wünschst. Und jedenfalls derzeit - vielleicht auch immer - kann dein Mann Dir diesen Wunsch nicht erfüllen.

Du kannst einen Menschen nicht retten. Du kannst ihn nur begleiten und unterstützen auf seinem Weg sich selbst zu retten. So, wie Du es beschreibst, versuchst Du seit Jahren Deinen Mann zu retten und er lässt das mehr oder weniger über sich ergehen.

Und ja, es kann durchaus sein, dass jetzt, in dem Augenblick, in dem die Kur bewilligt wurde von der Du Dir so viel erhofft hast, bei Dir zufällig zeitgleich das letzte bisschen Energie, dass Du in diese Ehe bereit bist zu stecken, aufgebraucht wurde.

Es muss nicht so sein. Vielleicht bist Du momentan auch nur erschöpft und brauchst eine Atempause. Ich hoffe, dass Du in der Kur sowohl die Pause als auch die Klarheit, die Du brauchst, finden wirst.

Alles Gute für Dich!

Viele Grüße pmami


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 03.06.2020 22:38
Zitat
pmami
Du kannst einen Menschen nicht retten. Du kannst ihn nur begleiten und unterstützen auf seinem Weg sich selbst zu retten. So, wie Du es beschreibst, versuchst Du seit Jahren Deinen Mann zu retten und er lässt das mehr oder weniger über sich ergehen.
Viele Grüße pmami

Das möchte ich auch sagen: Du bist nicht der Therapeut und auch kein Elternteil. Du kannst keinen Menschen ändern. Du kannst aber sehen, wo Du Einfluss nehmen kannst. Das ist in erster Linie auf Dich und Dein Verhalten, dass Du überlegst, wo Du stehst, wo Du Kompromisse schließen kannst, wo nicht, wo oder was Du auch eben allein bzw. mit den Kindern zusammen machen kannst und Deinem Mann anbieten kannst, dass er Selbiges auch mitmachen kann- oder eben nicht. Ich finde es wichtig, dass man sich nicht einschränken lässt oder aus Solidarität z.B. auf das Skifahren verzichtet, weil der Partner das nicht mag. ja, vielleicht wäre es schöner, wenn man total auf einer Wellenlänge surft, man nicht ständig der Motor ist, vielleicht aber auch nicht.
Würdest Du denn anders agieren, wenn Dein Partner z.B. unternehmungsfreudiger, aufgelockerter wäre und wenn ja, inwiefern? Oder entspricht das Deinem Wesen, sozusagen "Alles" zu managen?
Bei uns ist es so, dass ich hier fast alles i.wie regele (bis auf das Einkommen, was zu 2/3 oder mehr mein Mann nach Hause bringt, weil ich nur 30 Std arbeite, und letztlich ist dies ein wichtiger Aspekt), aber ich bin vom Wesen auch so, dass ich die Fäden in der Hand halten mag und den Überblick haben will. Natürlich kommt das meinem Mann entgegen, aber viell. würde es gar nicht funktionieren, wenn es anders wäre? Was die Kinder anbelangt, da gebe ich Dir schon auch Recht, dass diesen etwas fehlen könnte, und es anders sein könnte, aber andererseits fängst Du offenbar Vieles auf, sie bekommen von Dir Vieles. Meine Kinder fragen mich auch immer mal wieder, wieso Papa xy nicht (mit)macht, xy eben nicht mag (ich zwar auch nicht, aber ich mache es dann trotzdem, dafür mag ich andere Dinge eben nicht, die er mit ihnen macht). Ich erkläre ihnen inzwischen, dass man von einem Menschen nur das bekommen kann, was dieser geben kann/bereit ist zu geben. Und da sind wir eben alle unterschiedlich.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 04.06.2020 00:19
Alice, darf ich fragen, wie ihr das mit dem Haus geregelt habt? Und finanziell v.a. auch?

Genaueres vll über PN, grob:

Das Grundstück gehörte schon ihm, daher war unserer Finanzierung schon von Anfang an so berechnet dass einer alleine das Haus halten kann, gerade bei den aktuellen Mietepreisen.

Ich habe allerdings komplett auf die Auszahlung verzichtet da sonst das Haus hätte verkauft werden müssen, für mich ist und bleibt es aber das Zuhause der Zwillinge. Zugegeben im Nachhinein ärgert mich genau diese Einstellung ein bisschen.
Aber ich stehe nach wie vor dazu und muss mir nie vorwerfen lassen dass ich ihn „ausgenommen“ hätte.

Denn wir haben ein mittlerweile sehr schlechtes Verhältnis da seitens seiner neuen Ehefrau da ganz schön Krieg geführt wird.

Aber auch hier bin ich relativ entspannt, das läuft alles über die psychologische Beratungsstelle vom JA.
Er hat einfach ein Problem mich glücklich zu sehen, ich hab 45 Kilo abgenommen, gefühlt sehe ich 10 Jahre jünger aus wie früher Ich wars nicht ich lebe wieder! Bin eine halbwegs ausgeglichen Mama.
Ich habe mein Leben neu sortiert, arbeite 24h Woche, gehe zum Sport.
Und ich hab einen kompletten neuen Freundeskreis gehe sogar wieder auf große Festivals (ich alte Kuh Ich wars nicht)

Das alles hört sich sehr entspannt an war es aber nicht von Anfang an, da mache ich auch kein Geheimnis draus.

Am Anfang lebten wir in einer 70qm Kellerwohnung, pendle mit den Kids nach wie vor damit sie in ihrer Schule (damals Kita) bleiben können, im Dorf hat man viel geredet weil mein Ex lügen erzählt hat.
Es war nicht leicht, inkl einer komplizierten Freundschaft plus dann bei mir( Btw Fehler aber man sucht halt auch die körperliche Bestätigung begehrt zu sein)
Finanziell ist es natürlich hart, er bezahlt die niedrigste Stufe Unterhalt für die Kids, aber gut hatte eine Zeit lang Wohngeld und jetzt ein bisschen Kinderzuschuss.
Aber ehrlich was bringt mir ein Haus und jährliche Urlaube wenn es mir nicht gut geht...

Seit fast zwei Jahren haben wir eine schöne 90qm Wohnung, sind sogar im Dorf meines Ex in einigen Vereinen aktiv.
Alles läuft sehr gut, jetzt fehlt tatsächlich nur noch der richtige Partner, aber auch hier tut sich vll aktuell was.
Aber generell bin ich eben jetzt glücklich und habe nicht mehr den inneren Druck den du beschreibst.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 04.06.2020 00:43
Hallo Nachdenklich,

ich verstehe, dass du nicht genau beschreiben willst, was bei eurer Hochzeit vorgefallen ist. Wenn ich dich richtig verstehe, sind an dem Tag wichtige Dinge passiert / an die Oberfläche gekommen, weil dein Mann seitdem seelische Wunden hat und es für dich beinahe der schlimmste Tag in deinem Leben war. Als Paar müsst ihr diesen Tag aufarbeiten. Ohne Alternative.
Wie dein Mann als Vater ist, gefällt dir nicht. Wenn er nicht gefährlich für die Kinder ist, dann musst du dir aber die Frage stellen, ob du dich nicht zu sehr zwischen ihn und die Kinder stellst. Das bedeutet auch Kontrolle abgeben, eine Situation laufen lassen. Ihn als Vater, so unperfekt wie er auch ist, seine Rolle finden lassen. Die Kinder brauchen ja nicht einen Schauspieler, der den perfekten Vater ab und an spielt, sondern ihren richtigen. Ich kenne die Gründe für die Therapie natürlich nicht und damit will ich auch nur Anregungen geben, die vielleicht völlig am Ziel vorbeischießen.
Du solltest dir natürlich mehr Zeit für dich nehmen! Mach etwas für dich alleine, regelmäßig. Dein Text hat mich auch traurig gemacht. Du hast alles, was du wolltest. "Be careful what you wish for - you just might get it." Aber damit solltest du eben auch vorsichtig mit dem sein, was du dir jetzt wünschst.
Nüchtern betrachtet kannst du nicht gehen, weil du ja auch nicht wirklich an die Qualitäten deines Mannes als Vater glaubst.
Ich glaube, dass jede Beziehung ihre Höhen und Tiefen durchlebt. Ehe ist eine Garantie für Nichts. Kinder halten eher zusammen. Deshalb - nimm dir mehr Freiheiten und traue deinem Mann mehr zu. Und natürlich solltet ihr auch als Paar was gemeinsam unternehmen, das kommt mit Kindern ja fast immer zu kurz.

Viel Kraft und alles Gute!


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Nachdenklich
schrieb am 04.06.2020 10:13
Zitat
mjuka
Wie gesagt, fang bei dir an. Die Decke über den Kopf zu ziehen ist zeitweise ein brillanter Plan. Und: Loben!!! Du hat alles gegeben, bist erschöpft und hast es GUT GEMACHT!
Beratung für dich!!! suchen. Jetzt keine Entscheidungen treffen. Keinesfalls vor der Kur.

Im zweiten Schritt kommt alles andere. Du wirst sehen, es wir einen Weg geben. (Getrennt bin ich nicht, habe also keine Erfahrung mit Hausaufteilung usw. Aber "schwierig in Beziehungen" kenne ich. "Fang bei dir an" ist der allerbeste Tipp, den ich habe.

So viel Kraft... und Mut, die Decke wirklich mal über den Kopf zu ziehen. Tut saugut smile
mjuka

Edit: Hier hat sich deine Antwort mit meiner überschnitten smile. Guter Plan!!!!! Du bist so stark, du schaffst das... und darfst auch so schwach sein...
Fühl dich mal feste gedrückt, wenn du magst...

Danke für deine Worte, sie tun mir sehr gut. knuddel


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Nachdenklich
schrieb am 04.06.2020 10:18
Zitat
pmami
Zitat

Schon früh in meinem Leben war es mein Traum Mann, Haus und Kinder zu haben.

Das sind ja durchaus legitime Lebenswünsche. Aber vielleicht musst Du einiges davon aus der Vorstellung eines Kindes transportieren in die Lebenswirklichkeit eines Erwachsenen.

Kinder hast Du. Damit lebst Du ja schon mal einen großen Teil Deines Lebenstraumes. Das kannst Du Dir ruhig auch mal so sagen. Dein Glas ist immerhin schon mindestens halbvoll.

Statt "Haus" solltest Du vielleicht an "ein Zuhause" denken. Das gibt es nicht nur im freistehenden Einfamilinehaus mit Garten sondern auch zur Miete und in Wohnungen. Du klammerst Dich grad sehr an das Haus, das kommt auch in Deinen weiteren Posts rüber. Ganz realistisch werdet Ihr das Haus bei einer Trennung vermutlich nicht halten können. Weder gemeinsam noch einer von Euch alleine. Die viel wichtigere Frage ist also, ob Ihr beide bei einem Verkauf Schulden übrig behaltet oder ob Ihr mit einer schwarzen Null rausgeht oder womöglich sogar jeder noch ein kleines Startkapital für die Zukunft in die Hand bekommt.

Ich glaube, dass der Gedanke and das Haus im Augenblick für Dich eine Riesenlast ist, die Dich runterdrückt und Dich sowohl gedanklich als auch emotional blockiert. Versuch mal, den Gedanken zuzulassen, dass das Haus auch Ballast sein könnte, den Du zurücklassen kannst und frage Dich, ob Du Dich bei diesem Gedanken womöglich leichter und befreiter fühlst.

Statt Mann im Sinne von der Ehemann solltest Du vielleicht lieber an den Partner, der Dein Leben mit Dir teilt (und Du seins) denken. Ich vermute mal, dass es das ist, was Du Dir wünschst. Und jedenfalls derzeit - vielleicht auch immer - kann dein Mann Dir diesen Wunsch nicht erfüllen.

Du kannst einen Menschen nicht retten. Du kannst ihn nur begleiten und unterstützen auf seinem Weg sich selbst zu retten. So, wie Du es beschreibst, versuchst Du seit Jahren Deinen Mann zu retten und er lässt das mehr oder weniger über sich ergehen.

Und ja, es kann durchaus sein, dass jetzt, in dem Augenblick, in dem die Kur bewilligt wurde von der Du Dir so viel erhofft hast, bei Dir zufällig zeitgleich das letzte bisschen Energie, dass Du in diese Ehe bereit bist zu stecken, aufgebraucht wurde.

Es muss nicht so sein. Vielleicht bist Du momentan auch nur erschöpft und brauchst eine Atempause. Ich hoffe, dass Du in der Kur sowohl die Pause als auch die Klarheit, die Du brauchst, finden wirst.

Alles Gute für Dich!

Viele Grüße pmami

Ja, du hast Recht. Ich kann ihn nicht retten. Und möglicherweise hänge ich auch zu sehr an dem Gedanken, wie wir uns das mit uns immer alles vorgestellt haben und wie es hätte werden können, wenn das an der Hochzeit nicht so gelaufen wäre, wie es gelaufen ist und er seitdem ein mehr oder minder anderer Mensch ist.
Pause und Klarheit, das ist es wohl, was ich brauche. Ich danke dir für deine Antwort!


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
no avatar
   Nachdenklich
schrieb am 04.06.2020 10:29
Zitat
berlink
Zitat
pmami
Du kannst einen Menschen nicht retten. Du kannst ihn nur begleiten und unterstützen auf seinem Weg sich selbst zu retten. So, wie Du es beschreibst, versuchst Du seit Jahren Deinen Mann zu retten und er lässt das mehr oder weniger über sich ergehen.
Viele Grüße pmami

Das möchte ich auch sagen: Du bist nicht der Therapeut und auch kein Elternteil. Du kannst keinen Menschen ändern. Du kannst aber sehen, wo Du Einfluss nehmen kannst. Das ist in erster Linie auf Dich und Dein Verhalten, dass Du überlegst, wo Du stehst, wo Du Kompromisse schließen kannst, wo nicht, wo oder was Du auch eben allein bzw. mit den Kindern zusammen machen kannst und Deinem Mann anbieten kannst, dass er Selbiges auch mitmachen kann- oder eben nicht. Ich finde es wichtig, dass man sich nicht einschränken lässt oder aus Solidarität z.B. auf das Skifahren verzichtet, weil der Partner das nicht mag. ja, vielleicht wäre es schöner, wenn man total auf einer Wellenlänge surft, man nicht ständig der Motor ist, vielleicht aber auch nicht.
Würdest Du denn anders agieren, wenn Dein Partner z.B. unternehmungsfreudiger, aufgelockerter wäre und wenn ja, inwiefern? Oder entspricht das Deinem Wesen, sozusagen "Alles" zu managen?
Bei uns ist es so, dass ich hier fast alles i.wie regele (bis auf das Einkommen, was zu 2/3 oder mehr mein Mann nach Hause bringt, weil ich nur 30 Std arbeite, und letztlich ist dies ein wichtiger Aspekt), aber ich bin vom Wesen auch so, dass ich die Fäden in der Hand halten mag und den Überblick haben will. Natürlich kommt das meinem Mann entgegen, aber viell. würde es gar nicht funktionieren, wenn es anders wäre? Was die Kinder anbelangt, da gebe ich Dir schon auch Recht, dass diesen etwas fehlen könnte, und es anders sein könnte, aber andererseits fängst Du offenbar Vieles auf, sie bekommen von Dir Vieles. Meine Kinder fragen mich auch immer mal wieder, wieso Papa xy nicht (mit)macht, xy eben nicht mag (ich zwar auch nicht, aber ich mache es dann trotzdem, dafür mag ich andere Dinge eben nicht, die er mit ihnen macht). Ich erkläre ihnen inzwischen, dass man von einem Menschen nur das bekommen kann, was dieser geben kann/bereit ist zu geben. Und da sind wir eben alle unterschiedlich.

Deine Antworten haben mir schon so manches Mal sehr geholfen und auch heute danke ich dir dafür, wenn auch anonym.

Ja, es ist auch mein Wesen, alles zu managen und die Fäden in der Hand zu halten. Das haben die Erlebnisse in meiner Kindheit so mit sich gebracht und das ist wahrscheinlich auch das, was er so wahnsinnig anstrengend findet. Ich brauche Struktur und Klarheit, im Job, in meinem Handeln und v.a. auch in meinem Kopf. Aktuell ist das da etwas durcheinander geraten.
Unternehmungsfreudig und aufgelockert ist er, allerdings nur, wenn wir nicht in unserem Alltag sind, also z.B. einen Ausflug machen oder unterwegs sind. Es darf dann nur kein Kind "spinnen", das stresst ihn dann sofort wieder und er bekommt schlechte Laune. Und das ist es eben, was er verloren hat, die Ruhe in sich selbst, das Handeln in stressigen oder anstrengenden Situationen und dann eben auch das wieder Durchatmen und sich selbst entspannen und nicht in der Anspannung weiter machen, bis die dann bei der nächsten Stresssituation noch größer wird. Das ist es, was mich so frustriert, sein innerlicher Dauerstress. Da ist er dann ein völlig anderer Mensch und bis zu unserer Hochzeit war er eben der, der die Ruhe in sich selbst war, mein Gegenpol, der mich geerdet hat, was ich auch brauche, um mich selbst nicht in den Dauerstressmodus zu verfallen. Das habe ich nun zwar mittlerweile schon auch für mich selbst gelernt, aber ich laufe eben am Anschlag, bekomme das emotional aber zum Glück jeden Abend wieder auf Null gefahren, um den Anforderungen des nächsten Tages gewachsen zu sein.


  Re: Mein Kopf ist so leer, ich brauche euch!
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   Nachdenklich
schrieb am 04.06.2020 10:32
Zitat
Alice Cullen
Alice, darf ich fragen, wie ihr das mit dem Haus geregelt habt? Und finanziell v.a. auch?

Genaueres vll über PN, grob:

Das Grundstück gehörte schon ihm, daher war unserer Finanzierung schon von Anfang an so berechnet dass einer alleine das Haus halten kann, gerade bei den aktuellen Mietepreisen.

Ich habe allerdings komplett auf die Auszahlung verzichtet da sonst das Haus hätte verkauft werden müssen, für mich ist und bleibt es aber das Zuhause der Zwillinge. Zugegeben im Nachhinein ärgert mich genau diese Einstellung ein bisschen.
Aber ich stehe nach wie vor dazu und muss mir nie vorwerfen lassen dass ich ihn „ausgenommen“ hätte.

Denn wir haben ein mittlerweile sehr schlechtes Verhältnis da seitens seiner neuen Ehefrau da ganz schön Krieg geführt wird.

Aber auch hier bin ich relativ entspannt, das läuft alles über die psychologische Beratungsstelle vom JA.
Er hat einfach ein Problem mich glücklich zu sehen, ich hab 45 Kilo abgenommen, gefühlt sehe ich 10 Jahre jünger aus wie früher Ich wars nicht ich lebe wieder! Bin eine halbwegs ausgeglichen Mama.
Ich habe mein Leben neu sortiert, arbeite 24h Woche, gehe zum Sport.
Und ich hab einen kompletten neuen Freundeskreis gehe sogar wieder auf große Festivals (ich alte Kuh Ich wars nicht)

Das alles hört sich sehr entspannt an war es aber nicht von Anfang an, da mache ich auch kein Geheimnis draus.

Am Anfang lebten wir in einer 70qm Kellerwohnung, pendle mit den Kids nach wie vor damit sie in ihrer Schule (damals Kita) bleiben können, im Dorf hat man viel geredet weil mein Ex lügen erzählt hat.
Es war nicht leicht, inkl einer komplizierten Freundschaft plus dann bei mir( Btw Fehler aber man sucht halt auch die körperliche Bestätigung begehrt zu sein)
Finanziell ist es natürlich hart, er bezahlt die niedrigste Stufe Unterhalt für die Kids, aber gut hatte eine Zeit lang Wohngeld und jetzt ein bisschen Kinderzuschuss.
Aber ehrlich was bringt mir ein Haus und jährliche Urlaube wenn es mir nicht gut geht...

Seit fast zwei Jahren haben wir eine schöne 90qm Wohnung, sind sogar im Dorf meines Ex in einigen Vereinen aktiv.
Alles läuft sehr gut, jetzt fehlt tatsächlich nur noch der richtige Partner, aber auch hier tut sich vll aktuell was.
Aber generell bin ich eben jetzt glücklich und habe nicht mehr den inneren Druck den du beschreibst.

Danke! knutsch Im Großen und Ganzen war mir vieles davon schon bekannt, aber ich musste das so noch mal hören bzw. lesen, im Zusammenhang zu mir.

Glücklich sein und das ohne den innerlichen Druck, das ist auch das, was ich mir für mich wünsche. Jetzt muss ich wohl nur noch heraus finden, wie ich diesen Zustand erreichen kann.




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