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  Nachbarskinder...
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   Gisela42
schrieb am 29.05.2020 11:02
Hallo miteinander smile

Jetzt hab ich mich laaange Zeit nicht mehr gemeldet, noch vor ein paar Jahren war ich recht regelmäßig in diesem tollen Forum online. Weiß auch nicht, irgendwie hat sich das dann verlaufen, mein Kleiner ist jetzt schon 6 Jahre alt und aufgrund meines "biblischen" Alters habe ich weitere Kinderwünsche (leider) an den Nagel gehängt.

Keine Ahnung, ob noch "alte Bekannte" von früher hier sind, würde mich freuen, aber auch so: ich bräuchte in einer Sache mal ein wenig Schwarmintelligenz. Oder besser: Schwarm-Meinung. Bin in einer so verfahrenen Situation, dass ich sie nicht mehr objektiv einschätzen kann.

Die Fakten: Wir wohnen zu dritt in einem Einfamilienhaus (Sohn, Mann, ich, die Tochter ist beim Studieren woanders). Nebenan ist ein altes Mietshaus mit großem Gemeinschaftsgarten. Dort wohnt der beste Freund meines Sohnes, die beiden lieben sich seit der Krabbelgruppe, sind im selben Kindergarten, sehen sich täglich. Und zwar bei uns. Denn in diesem Haus wohnt noch eine Familie, eine Single-Mutter mit mittlerweile fünf Kindern (Zitat: "Als ich gemerkt hab, dass ich schon wieder schwanger bin, war's zum Wegmachen schon zu spät") Ohnmacht Sie qualmt den ganzen Tag im Garten, daddelt auf dem Handy und brüllt ihre Kinder an. Ich würde den Kontakt gern vermeiden. Aber: Der ältere Junge kommt quasi täglich zu uns. Und nervt. Ich muss dazu sagen, er ist mittlerweile 10 Jahre alt, vier Jahre älter als Sohnemann, keine Ahnung, warum der sich nicht jemanden in ihrem Alter sucht. In der Corona-Zeit war zwar größtenteils Ruhe, aber da hat er richtige Intrigen gesponnen. Meinem Sohn einen Brief geschrieben, dass ihn keiner leider kann, unterschrieben von - angeblich - seinem besten Freund (bloß dass der natürlich noch kaum schreiben kann, schon gar keine Kleinbuchstaben. Da war gleich klar, wer das war.) Sein kleiner Bruder kommt seit den Lockerungen auch schon wieder fast täglich zu uns, er ist 5. Der Kleine tut mir so leid, dass ich ihn zum Spielen manchmal reinlasse, auch wenn er keine Ahnung von "meins und deins" hat, ich muss bei Verabschieden immer erstmal checken, was er wieder für Spielzeug eingesteckt hat. Da versuche ich immer, ihm das ein wenig beizubringen, er tut es nicht mit böser Absicht, hat es einfach nicht gelernt...

Der große Bruder hat unabhängig von Corona bei uns mehr oder weniger Hausverbot, er hat Anfang des Jahres einfach zu viel Mist gebaut (er hat immer abgepasst, wann die Babysitterin da war und ist dann unter Vorwänden und Lügen in unser Haus gekommen. Er hätte was vergessen - und musste daraufhin natürlich in jedes Zimmer, jeden Schrank etc. schauen... Oder ich hätte ihn zum Essen eingeladen und er will jetzt auf der Stelle was gekocht bekommen, das hätte ich wohl vergessen... die Babysitterin hat mal geheult deswegen, sie hat den Kerl über zwei Stunden nicht mehr losgebracht)

So, genug des Jammerns, das ist in etwa die Sachlage. Nun zu meiner Frage, bzw. Bitte um Einschätzung:
Mein Problem ist: ich fühle mich permanent mies. Ich verbringe STUNDEN damit, ein Für und Wider abzuwägen, dauernd denke ich an diese Kinder, speziell diese beiden ältesten. Mein eigentlicher Wunsch: Ich will meine Ruhe. Will nicht mit ihnen konfrontiert werden, will nicht miterziehen müssen. Wenn mein Sohn mit seinem besten Freund spielt, gucke ich jede Stunde mal nach, was die Jungs so treiben, bringe Essen und Trinken und kann ansonsten meiner Arbeit nachgehen. Es ist eine friedliche Stimmung, manchmal spiele ich auch mit, oder backe Pizza mit ihnen, er ist uns von Herzen willkommen, gehört schon zur Familie. Wenn diese anderen beiden Nachbarskinder dabei sind, heult spätestens nach 30 Minuten einer, alle 10 Minuten wird Essen/Trinken gefordert, alle 15 Minuten will jemand was anderes - konzentriertes Arbeiten Fehlanzeige, ich bin dann Tagesmutti. Keinen Bock drauf. Vor allem da ich momentan echt viel von zuhause aus arbeite, da brauche ich zumindest stundenweise Ruhe.
Aber: Da ist diese beschissene soziale Seite in mir. Kann ich diese Kinder abblitzen lassen? Sie können doch nichts dafür? Ich hab hier das Paradies, sollte ich das nicht teilen? "Lasset die Kinder zu mir kommen..." - Ich will nicht die spießige Schreckschraube sein! "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" von Reinhard Mey... mann bin ich uncool, die Prusseliese, etc.
Irgendwie hab nur ich die Wahl zwischen: Ich kümmere mich um diese Kinder intensiv mit vollem Einsatz (mache quasi Überstunden, bin ja Pädagogin) oder: Ich habe meine Ruhe, dafür ein permanent schlechtes Gewissen, das dadurch geschürt wird, dass die beiden stündlich (leider nicht übertrieben) an die Tür hämmern bzw. über den Zaun schreien, warum jetzt der X. zu uns darf und sie nicht und ob sie nicht doch rüberkommen dürfen, wenigstens der Kleine und warum nicht und ob sie dann wenigstens Süßes kriegen... Aaaargh... übersehe ich noch eine dritte Möglichkeit? Mit der Mutter reden ist übrigens schwierig, sie duckt sich so weg, nickt zu allem und tut fürchterlich verständnisvoll, aber es ändert sich gar nichts. Daher lasse ich das mittlerweile.

Was würdet ihr tun??? Und: Danke fürs Lesen! War jetzt viel, ich weiß... sehr nett, dass ihr euch die Zeit genommen habt Blume

Liebe Grüße,
Gisi


  Re: Nachbarskinder...
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   henriette
schrieb am 29.05.2020 11:37
Mhh, ganz schwierig und das einzige, was ich dazu sagen kann, ist dass "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" nicht von Mey sondern von Degenhardt ist. Hilft aber auch nicht wirklich weiter. Wenn ich das richtig lese, will dein Kind gar nicht unbedingt mit den Nachbarskindern spielen, oder? Das wäre für mich der entscheidende Punkt: Wenn dein Kind mit denen spielen will, solltest du das irgendwie hinkriegen, so schwierig das ist. Wenn dein Kind aber nicht mit den anderen Kindern spielen will, musst du sie ja auch nicht ertragen, es gibt einfach keinen Grund für dich. Wenn du der Ansicht bist, dass in dieser Nachbarsfamilie etwas falsch läuft, und zwar richtig falsch, also Gefährdung des Kindeswohls, dann mußt du eingreifen, aber das Eingreifen besteht dann darin, das Jugendamt zu kontaktieren.
Ich wünsche gute Nerven, alles nicht so einfach. Ach so, umziehen wär natürlich auch eine Alternative zwinker


  Re: Nachbarskinder...
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   Gisela42
schrieb am 29.05.2020 13:17
Vielen Dank Henriette,
hoppla, Degenhardt, da hast du natürlich recht! Achso!
Mein Sohn spielt schon gern mit den beiden... er fragt allerdings nie nach ihnen. Wenn sie da sind, sind sie halt da, wenn nicht dann nicht. Er ist da extrem unkompliziert LOL
Ich wünschte, das wäre ich auch...


Edit: wg. Jugdndamt: die sind da sowieso schon seit Jahren in Verbindung. Zumindest hat die Mutter das erzählt... der ältere Sohn hat auch schon zeitweise in Pflegefamilien gelebt, kam aber immer wieder zurück.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.20 14:42 von Gisela42.


  Re: Nachbarskinder...
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   henriette
schrieb am 29.05.2020 14:42
Dann versuch es, es unkompliziert zu lassen, lass es nicht zu sehr an dich rankommen. Klar, ist ganz, ganz leicht zwinker


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  Re: Nachbarskinder...
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   kekskeks
schrieb am 29.05.2020 14:55
Oh, das ist wirklich eine blöde Situation... aber die Mutter reagiert jetzt nicht aggressiv oder so?

Ich finde das Verhalten der Kinder extrem übergriffig - Sachen klauen, Essen fordern, an die Tür hämmern schweigen

Ich finde Dich da sehr geduldig und langmütig, die Situation scheint Dich sehr zu beschäftigen und auch zu belasten - ich wäre da anders, ich hätte für so ein Verhalten kein Verständnis mehr, daher finde ich es sehr schwierig, Dir etwas zu raten. Was sagt denn Dein Mann dazu, vielleicht hat er dazu Ideen?


  Re: Nachbarskinder...
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   Impala-34
Status:
schrieb am 29.05.2020 16:04
Hallo Gisela,

ich glaube da würde es mir wie Dir gehen. Ich finde es extrem schwierig, denn Du bist ja nicht irgendwie verantwortlich, aber es sind halt eben noch wirkliche Kinder und da ist dann das Gefühl da, dass man vielleicht noch was bewirken kann und in einer ansonsten dunklen Kindheit ein kleines Licht anzünden kann. Wenn ich so lese was Du über ihn schreibst, tut er mir sehr leid, wie einsam und ohne Halt müssen diese Kinder sein....
Und offenbar wird da doch die Nähe gesucht, das bisschen Halt was eine Nachbarsfamilie eben geben könnte.

Aus "Gutmenschentum" solltest Du allerdings nicht Dinge tun, die dir widerstreben! Denn zuallererst trägst Du Verantwortung für Deine Familie).

Sind Dir die Kinder grundsätzlich sympathisch? Findest Du an Ihnen irgendwelche guten Seiten? Denkst Du Dein Sohn profitiert in irgendeiner Form (und sei es das er sieht, dass seine Lebenssituation nicht selbstverständlich ist) von dieser Bekanntschaft?
Hältst Du die Kinder für "wert", dass Du etwas in sie investierst?

Wenn Du eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, dann würde ich so eine Art Konferenz mit den Kindern machen, insbesondere dem älteren machen. Dabei dann klare Regeln aufstellen. z.B::

- alle Schränke bleiben zu außer Du wirst gefragt
- bestimmte Zimmer (z.B. Schlafzimmer) werden nicht betreten
- zu essen/süßes gibt es nur wenn Du es von Dir aus anbietest
- trinken darf man sich nehmen, wenn es an einem bestimmen Platz steht
- Besuche gehen nur Di und Do von 13-16 Uhr oder auf konkrete Einladung

(Alles nur Beispiele)

Dies dann schriftlich festhalten und unterschreiben lassen und dann auch auf die Regeln pochen und sich strikt daran halten. Dein Haus Deine Regeln. Wer sich daran hält ist willkommen wer nicht darf erstmal nicht mehr kommen bzw. der Besuch wird abgebrochen.
Deutlich machen, dass Du das Vertrauen in ihn/sie hast, dass das funktionieren kann. Und im Gespräch seine positiven Seiten betonen. Auch anbieten, dass er zu Dir kommen kann, wenn er Fragen hat.

Keine Ahnung ob das funktioniert, aber ich glaube ich würde das versuchen.

LG

Impala


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.20 16:10 von Impala-34.


  Re: Nachbarskinder...
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   Gisela42
schrieb am 29.05.2020 19:02
Liebe Kekskeks, liebe Impala,

vielen Dank auch für eure Anregungen!

Zu den Fragen: Nein, die Mutter ist mir gegenüber nicht aggressiv. Ich höre sie zwar täglich ihre Kinder anbrüllen, aber als das heuer im Frühjahr mit ihrem Großen war, hat sie sich sogar etwas darum gekümmert. Also dafür gesorgt, dass er sich bei der Babysitterin entschuldigt und gesagt, dass es ok ist, wenn er jetzt erstmal nicht mehr zu uns darf. Aber er kam trotzdem jeden Tag und hat gefragt. Oder seinen Bruder gebracht und abgeholt (oft gleich 20 Minuten später, nur um ihn wieder 20 MInuten später wieder zu bringen usw.) Die Mutter gibt zu, überfordert zu sein, sie hat sich von sich aus Hilfe vom JA geholt und ihre Schwester wohnt mit im Haus, die ihr hilft. Trotzdem... von der befreundeten Familie im Haus weiß ich, dass sie unglaublich über uns herzieht. Geht mir aber am A... vorbei. Irgendwie versteh ich schon, ist so ein Zeichen von Hilflosigkeit, eben die kleine Macht, die sie hat.

Mein Mann nutzt gerade Corona um Grenzen zu ziehen LOL Er zitiert aus dem Radio was erlaubt ist und was nicht und schickt die Kinder auch weg. Den Großen schick ich auch weg, aber beim Kleinen bring ich es nicht übers Herz (wenn mein Mann in der Arbeit ist). Klar, falsches Signal, keine eindeutige Linie, mein Fehler, weiß ich schon... Nur, mit dem Kleinen klappt es mittlerweile echt ganz gut, die können auch schön miteinander spielen. Nur wenn der Große kommt, ist Terror... Zum Klauen des Kleinen: er macht das nicht heimlich, er nimmt offen einfach mit, was ihm gefällt und ist immer ganz erstaunt, wenn ich ihn nicht damit gehen lasse. Daher glaube ich wirklich, dass er keine "diebische" Absicht hat.

Impala, du hast eine sehr interessante Frage gestellt: Ob ich denke, dass mein Sohn in irgendeiner Weise davon profitiert... darüber habe ich noch nie nachgedacht, das muss ich mir erst noch durch den Kopf gehen lassen. Zum Thema Sympathie: Najaaa. Klar, beide haben definitiv ihre guten Seiten und es gab schon Zeiten, da konnte ich sagen: die beiden mag ich. Momentan eher nicht so. Ich reagiere gern mal empfindlich auf Wiederholungen, da kann ich sehr ungeduldig werden und ich muss ihnen täglich 10 Mal dasselbe erklären. Oder die Tür ohne Erklärung vor der Nase zumachen und mich deshalb mies fühlen. (Nein, bin kein Gutmensch LOL. Viel zu viele Macken und Zicken!). Der Kleine hat noch den Niedlichkeitsbonus, aber der Große ist schon extrem. Er hat einfach gelernt, dass er nur durch Penetranz zu etwas kommt. Selbst sehr strenge Worte perlen an ihm ab, er verliert nie seine aufgesetzte Freundlichkeit. Er ist echt abgehärtet. Beherrscht sogar Smalltalk... Aber kaum fühlt er sich unbeobachtet, wird es interessant...

Und ja, klar sind sie es "wert", in sie zu investieren, aber ich möchte das nicht wirklich leisten. Ich bin ein Eigenbrötler, der echt gern seine Ruhe hat, gar kein Rolf-Zuckowski-Typ oder sowas, der mit ner Traube Kinder um sich rum erst aufblüht. Horror! Hab genug schwer erziehbare in der Schule, das brauch ich nach Feierabend nicht auch noch... Und dann sind da noch drei Geschwister, zwei können schon laufen, dauert nicht mehr lang und die sind auch bei uns. Und selbst wenn ich mich etwas intensiver mit ihnen beschäftige (wie ich es schon getan habe) - ich etabliere damit Gewohnheiten, die ich so schnell nicht wieder losbekomme. Dann sind sie doch erst recht enttäuscht.

Damit komme ich zu deinen Vorschlägen, die sind wirklich super, und in die Richtung habe ich schon gedacht. Einiges habe ich schon ausprobiert. Zum Beispiel: Besuche erst ab 14 Uhr (wurden nämlich mal ne Zeitlang regelmäßig am Wochenende um 8 Uhr rausgeklingelt). Hat nicht funktioniert, auch nach Rücksprache mit der Mutter nicht. Er kam dann immer so scheinheilig um 10 an um nach der Uhrzeit zu fragen. Oder Schlafzimmer-Verbot. Nachdem ich das ausgesprochen hatte, schlich er sich erst recht heimlich rein. Oder: Keine Freunde mitbringen. Denn immer wenn er Besuch hat, kommt er mit den für mich fremden Kindern und will ihnen eine Hausführung durch unser Haus geben und anschließend Süßes für alle abgreifen. Meinen Sohn lässt er dann links liegen, er will anscheinend nur zeigen, wo er überall Zugang hat. Das hab ich beim ersten Mal mitgemacht (weil ich überrumpelt war und nicht unhöflich zu den fremden Kindern sein wollte, die ja nichts dafür können), aber seitdem nicht mehr. Oder: nicht über den Zaun brüllen. Er ruft in einer Tour nach meinem Sohn, sobald er hört, dass wir draußen sind. Hat auch nichts genutzt, macht er immer noch. All die Gebote und Verbote sind vergebene Liebesmüh. Hängt sicher auch mit seiner geistigen Verfassung zusammen. Er ist mit 10 noch in der 2. Klasse einer Förderschule und hat ein Goldfischgedächtnis. Oder tut nur so? Keine Ahnung. Er wusste bei unserem letzten Gespräch nicht mal, wann er Geburtstag hat, kann auch die Uhr noch nicht lesen.
Auch dass ich nicht alle 10 Minuten nach Essen gefragt werden will, hab ich ihm letztes Jahr gesagt. Naja, er war seit dem Hausverbot nicht mehr hier, außer ständig an der Haustür, insofern erledigt sich das gerade. Damals hat er mich täglich angefleht, ob er mit Mittag-/Abendessen kann (keine Sorge, er ist gut genährt, da hungert keiner...) Das hab ich mir auch verbeten und gesagt "Wenn du mich nicht dauernd löcherst, lad ich dich vielleicht ja mal wieder ein". Ab da hat er nur noch gefragt, wann ich ihn mal wieder einlade LOL Also auch ein Schuss in den Ofen. Es zehrt halt so.

Was ich noch nicht versucht habe, ist das mit dem Vertrag. Das wäre eine Überlegung wert, falls ich doch nicht umhin kann, ihn wieder reinzulassen... wobei mir das mit dem Hausverbot echt gut gefällt. Nur habe ich damals gesagt: bis Februar darfst du nicht mehr zu uns kommen. Und jetzt ist Ende Mai... schon fies von mir...

Naja, tausend Dank ihr Lieben, dass ihr euch meinen Kopf mit zerbrecht, so nett von euch. Wird wohl auf das rauslaufen was Henriette vorgeschlagen hat... zwinker

GLG Gisi


  Re: Nachbarskinder...
avatar    Alpina
Status:
schrieb am 29.05.2020 20:28
Hallo Gisi,

ich wollte noch ein Paar andere Punkte ansprechen.

Erstmal - die Nachbarskinder scheinen in einer sozial schwierigen Familie aufzuwachsen. Du hörst, wie sie angebrüllt werden, Du sagst, dass der große mehrfach in einer Pflegefamilie war und immer wieder zurück musste und kognitiv offensichtlich sich im Bereich einer Lernbehinderung bewegt.

Schon jeder einzelne Punkt für sich genommen würde ausreichen, um eine auffällige Entwicklung zu begünstigen. Dass der Junge immer bei euch sein möchte könnte auch eine Flucht aus dieser schwierigen Situation sein. Wo soll er denn sonst hin, wenn es zuhause schwer erträglich ist?

Außerdem ein Kind mehrfach aus der Familie rauszunehmen und es immer wieder zurück zu führen ist für die Entwicklung und das Bindungsverhalten fatal. Wenn geringe Intelligenz dazu kommt, dann passiert genau das, was du beschreibst. Das Kind lässt sich schwer steuern, überschreitet Grenzen usw. Dass er sich nicht an Regeln hält, wie ein 10-jähriger es tun sollte kann durchaus mit diesen Punkten zusammen hängen. Ich schreibe das, damit Du sein Verhalten evtl. etwas besser in einen Rahmen setzen kannst. Und natürlich musst du es nicht ausbaden, du bist nicht seine Therapeutin, gleichzeitig könntest Du diesem Kind vielleicht doch einen sicheren Hafen bieten, den er vielleicht nirgendwo sonst hat.

Viele Grüße,

Alpina


  Re: Nachbarskinder...
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   Gisela42
schrieb am 29.05.2020 21:41
Liebe Alpina,

genau das ist mein Dilemma! Ich hätte hier die Chance, etwas richtig Gutes zu tun, aber alles in mir sträubt sich. Wenn der Junge da ist, ist es einfach anstrengend. Und ich bin deutlich Ü40, habe zwei Kinder (auch wenn die Große nur noch jedes zweite We kommt), einen Hauptjob (Schule) und einen Nebenjob (zu Hause), einen Haushalt, Garten mit Gemüseanbau... Mir wird garantiert nicht langweilig.

Und ja, du hast recht, er kann nichts dafür, es wurden/werden so viele Fehler mit ihm gemacht... es ist prekär. Und er bräuchte einen sicheren Hafen. Aber bei uns? Es müsste dauerhaft sein, aber kann ich das bieten? Selbst wenn ich wollte, soviel Energie bring ich nicht auf. Keine Ahnung was ich tun soll...

Wi


  Re: Nachbarskinder...
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   Solani2
Status:
schrieb am 29.05.2020 22:17
Hallo Gisela,

die Frage ist ja, was du für diese Kinder tatsächlich erreichen kannst.
Sie fühlen sich bei dir wohl. Es gibt Aufmerksamkeit, Essen und einen respektvollen Umgang. Das Problem ist, dass sie sich euch gegenüber nicht respektvoll verhalten. Strenge Regeln sind wohl alternativlos, wenn du die beiden Jungen weiterhin oft bei dir haben willst. Weil sonst bist du, dein Haus und deine Familie nur Essens- und Unterhaltungsautomat. Und damit hilfst du ihnen nicht. Dann lernen sie nur, dass man Gutmütigkeit und Freundlichkeit ausnutzen kann. Und dein Kind lernt, dass andere Kinder bei dir mehr Freiheiten haben.
Überleg dir, was du tolerierst und was nicht. Schreib es auf, gehe die altersgerechten Punkte mit beiden Jungen durch. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss gehen. Mehr Rechte diesen Kindern gegenüber hast du nämlich nicht. Es ist nicht deine Aufgabe, sie zu erziehen. Du kannst ihnen nur zeigen, dass man sich in einer schönen Umgebung mit freundlichen Menschen aufhalten darf, wenn man sich an die dort geltenden Regeln hält.
Aber ganz sicher bin ich mir nicht, ob du den Kindern damit tatsächlich hilfst. Vielleicht verdeckst du damit auch die Problematik innerhalb der Familie, sodass das Jugendamt einen falschen Eindruck von der tatsächlichen Situation bekommt? Sehr schwierig. Offensichtlich braucht die Familie ja mehr Hilfe, und zwar auf einem Level, dass du weder bieten kannst, noch leisten willst, bzw. wo dir einfach das Recht dazu fehlt. Ich würde deshalb zumindest das Jugendamt informieren und sagen, wieviel Zeit die Kinder bei dir verbringen und welche Probleme auftreten.

lg,
Solani


  Re: Nachbarskinder...
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   summertime70
schrieb am 29.05.2020 23:02
Hallo,

dem Jungen einen sicheren Hafen zu bieten, muss ja nicht bedeuten, mehr oder weniger Rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen.
Beim Lesen stellte sich mir die Frage: was will/braucht der Nachbarsjunge, und was wollt und könnt ihr und was möchte Euer Sohn.
In solchen Nachbarskinder Threads heißt es ja immer wieder "mein Haus, meine Regeln" und das gilt in so einer Situation erst recht.
Man muss diese Regeln allerdings klar kommunizieren und durchhalten.

Gerade im Sinne von Verlässlichkeit hat er ja nichts davon, wenn ihr Euch Zuviel vornehmt, und dann abbrechen müsst, weil es einfach nicht geht.
Für mich währen zeitlich Vorgaben/private Räume/Verhalten gegenüber eurer Familie schon solche Grenzen, an die er sich halten müsste. Man könnte ja durchaus sagen: Du kannst uns 2x die Woche besuchen, sonst aber nicht und dann wollen wir auch kein Klingeln.
Das erfordert natürlich ein gemeinsames Vorgehen von Dir und Deinem Mann.

Viel Erfolg


  Re: Nachbarskinder...
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   estrelle82
Status:
schrieb am 29.05.2020 23:03
Ehrlich gesagt finde ich klingt das alles nach Kindeswohlgefährdung und ich würde einfach mal beim Jugendamt anrufen und meine Erlebnisse und Beobachtungen berichten. Vermutlich braucht die Mutter noch mehr Unterstützung z.B. tägl. Familienhilfe etc.
Und du müsstest nicht mehr darüber nachdenken was du primär machen könntest. Alle Hilfeleistungen von dir wären quasi extra.
Ich persönlich wäre mehr als genervt ständig das Gebrülle über den Zaun zu hören. Oder das um 8 Uhr morgens geklingelt wird. Die Mutter kann das scheinbar alleine nicht regeln, also braucht sie Hilfe. Die kannst du aber nicht leisten und du kannst auch nicht die Kinder „retten“.


  Re: Nachbarskinder...
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   schnuffl0304
schrieb am 29.05.2020 23:32
Ich finde hier viele Anregungen ganz toll. Auch die Idee mit den klaren Regeln etc.
So schwer es vielleicht ist, aber ich würde auch Kontakt mit dem Jugendamt aufnehmen und die Lage schildern. Ich hab den Eindruck, Du machst Dir Gedanken, die sich eigentlich die Mutter machen sollte. Du versuchst hier Dinge abzufedern, was letztlich das System der Mutter stabilisiert. Ich weiß nicht, ob die Mutter nicht anders handeln will oder kann. Aber offensichtlich benötigt sie intensive Hilfe. Und das ist nicht als Petzen zu verstehen, sondern als Versuch, den Kindern adäquate Hilfe zukommen zu lassen.
Es wirkt als würden sie versuchen, sich zu euch zu retten. Da bekommen sie Aufmerksamkeit, zu Hause ja nicht.
Das ist ja kein Zustand für die Kinder.
Alles Gute für euch!!!!


  Re: Nachbarskinder...
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 30.05.2020 09:54
.........


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.05.20 21:11 von Alice Cullen.


  Re: Nachbarskinder...
no avatar
   Hamamelis71*
schrieb am 30.05.2020 11:15
ich würde mich abgrenzen und Besuche nur erlauben, wenn es mir passt. Und dabei genaue Regeln aufstellen.

Und wahrscheinlich würde ich mich tatsächlich mal beim Jugendamt informieren, wie ich mich in so einer Situation am besten verhalte.




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