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  Re: Beziehungsphasen - Machtkämpfe?
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   Solani2
Status:
schrieb am 20.05.2020 17:24
Zusammenleben ist eh das Schwierigste. Ich räume meinem Mann nicht hinterher und wenn mich die Wut packt, dann werfe ich alle seine verstreuten Dinge in eine Schachtel, schreibe das Datum drauf und räume die in den Keller. Das bereitet mir ehrlich diebische Freude. Besonders die Drohungen, dass ich alle Schachteln, die älter als ein Jahr sind, wegwerfen werde. Bei meinem Sohn gehe ich ähnlich vor. Wenn er abends nicht beim Aufräumen seiner Sachen hilft (er ist 2,5), dann kommt das Zeug für einen vollen Tag weg. Danach räumen wir es aber gemeinsam weg.
Ich muss aber sagen, dass ich keine Ordnungsfanatikerin bin, aber mein Mann eben ein klein wenig weniger als ich. Ich kenne wenige Paare, die dahingehend perfekt harmonieren. Zusammenleben ist ein einziger ewiger Kompromiss und wenn es dein Freund nicht so sieht, dann wird es tatsächlich schwierig.
Sollte mein Mann Mal auf die Idee kommen, mir zu befehlen, ich solle Ordnung machen, dann würde ich ihm seine Kellerschachteln auf seiner Bettseite auskippen.

Einige Männer sind so, wie du deinen Freund beschreibst. Erst finden sie selbstständige Frauen anziehend und spannend, aber im gemeinsamen Haushalt wollen sie dann Mama-Level Service. Nicht einfach.
Ich bin aber zuhause auch die "Managerin". Mein Mann muss in der Arbeit scheinbar soviel managen, dass er Zuhause auf nichts achtet. Aber er führt seine Aufgaben aus. Bei uns hat sich das eben so eingespielt und wir sind zufrieden.
Wenn dein Freund auf nichts Lust hat, dann solltest du alleine was unternehmen oder was Neues lernen, ohne ihn. Das tut dir gut und er sieht, dass du nicht abhängig von ihm bist. Schau einfach, wie es sich weiterentwickelt und wie es dir dabei geht.

lg,
Solani


  Re: Beziehungsphasen - Machtkämpfe?
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   Unerfahren
schrieb am 20.05.2020 20:20
Solani, deine Schachtel-Methode gefällt mir! Probier ich glatt mal aus. Und sein Geschirr kann ich ihm ja auf den Schreibtisch stellen?... wie er dann wohl reagiert?
Allein was unternehmen und abwarten, was mit der Beziehung passiert, vielleicht keine schlechte Idee. Vielleicht hab ich mich zuletzt zu sehr auf ihn fixiert? Ist nur schwierig, wenn man feststellt, dass einem was fehlt in der Partnerschaft. Man geht ja dann nicht einfach fremd um es sich woanders zu holen und Ersatz durch Zeit mit Freunden und so ist ja nicht wirklich das, was man braucht. Darf man denn flirten um sich das Gefühl von Bestätigung als Frau und Wertschätzung zu holen? Sollte man vorher mit den Partner klären, oder?


  Re: Beziehungsphasen - Machtkämpfe?
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   Solani2
Status:
schrieb am 20.05.2020 22:21
Geschirr mag ich nicht eingetrocknet, das würde ich persönlich nicht machen. Und eventuell ignoriert er es solange, bis du nichts mehr im Schrank hast und dich dann noch mehr ärgerst.
Du vermutest wahrscheinlich richtig, du willst gemeinsam einen schönen Haushalt, investierst viel Zeit und Energie dafür (Nestbau zwinker) und bemerkst, dass ihm das nicht so besonders wichtig ist. Ich meine nicht unbedingt flirten. Aber natürlich kannst du das machen, wenn dir das Freude bereitet. Ich würde es nur nicht tun, wenn du deinem Freund eins auswischen willst, dass wäre einfach der falsche Beweggrund und kann viel kaputt machen. Flirten ergibt sich ja ohnehin, für mich ist das jedenfalls nicht planbar. zwinker Fragen würde ich nicht. Das wäre ja irgendwie, als würde man fragen, ob man mit einem Mann überhaupt sprechen darf ... das wäre komisch.
Ich bin einfach der Meinung, dass jeder in einer Beziehung auch was Eigenes machen kann und auch sollte. Damit man sich ein wenig Autonomie behält und sich nicht völlig über die Beziehung identifiziert. Und dann ist es auch nicht so schlimm, wenn die Klopapierrolle wieder leer ist, wenn man auf die Toilette geht, oder wieder die leere Milchpackung im Kühlschrank steht. Und wenn man sich nicht wegen dem täglichen Kleinkram zankt, dann ist es mit der Romantik meistens auch wieder besser. Ich kann dir nur sagen, dass wenn hier wieder Mal eine Schachtel im Keller landet (passiert Gottseidank nicht oft), mit meinem Mann auch nichts läuft.
Du solltest aber mit deinem Freund einmal Aufgaben besprechen, gemeinsam einteilen und schriftlich festhalten.


  Re: Beziehungsphasen - Machtkämpfe?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 22.05.2020 07:22
Zitat
Unerfahren
Ok, also hat keiner erlebt, dass nach ein paar schwierigen Jahren die Beziehung noch schön wurde?

Nein, bemühen tut er sich nicht wirklich. Er hört mir manchmal zu, liest auch manchmal, was ich ihm anbiete, aber von sich aus kommt diesbezüglich nichts.
Ab und zu kommt er mit einem Blumenstrauß oder Schokolade. Aber das wars.
Wär ihm halt alles nicht wichtig, er sagt, es wär doch genug Liebesbeweis, dass er bei mir ist und treu bleibt.
Das ich das anders sehe ist ihm egal.
Jetzt bin ich traurig.

Zitat
Unerfahren
Ok, also hat keiner erlebt, dass nach ein paar schwierigen Jahren die Beziehung noch schön wurde?

Nein, bemühen tut er sich nicht wirklich. Er hört mir manchmal zu, liest auch manchmal, was ich ihm anbiete, aber von sich aus kommt diesbezüglich nichts.
Ab und zu kommt er mit einem Blumenstrauß oder Schokolade. Aber das wars.
Wär ihm halt alles nicht wichtig, er sagt, es wär doch genug Liebesbeweis, dass er bei mir ist und treu bleibt.
Das ich das anders sehe ist ihm egal.
Jetzt bin ich traurig.

Doch, ich habe es erlebt, aber leider anders als du.
Mein Mann und ich waren da schon viele Jahre zusammen und verheiratet und hatten viele schwere Situationen gemeinsam durchgestanden, als etwas auf uns zu kam, das wir beide nicht vorhersehen konnten. Wir kämpften beide mit uns selbst und dem Alltag und hatten keine Kapazitäten mehr, den anderen zu sehen und zu unterstützen. Das führte dann zu großem Unverständnis, Unfreundlichkeit, großer Traurigkeit und auch Trennungsgedanken - alles auf beiden Seiten.
Aber es führte bei uns beiden auch zu dem Gedanken: "Das kann doch nicht sein. Das wollten wir so nie."

Wir haben eine Paarberatung in Anspruch genommen. 14 Monate alle 4-6 Wochen. Es war unglaublich Kräfte zehrend, schwierig und emotional. Am Ende können wir beide nichtmal sagen, wie es genau funktioniert hat, aber der Knoten löste sich wieder. Danach war das Gefühl wieder da, eine Einheit zu sein, gemeinsam durchs Leben zu gehen, einander zugewandt zu sein, nicht nur auf sich zu achten, sondern auch den andefen wieder im Blick haben zu können. Am wollen hat es nie gelegen.

Leider klingt es für mich bei dir so, dass es nichts Gegenseitiges ist. Und da würde ich für mich die Abgrenzung suchen, um herauszufinden: was macht das mit mir und möchte ich das?




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