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  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   Hamamelis71*
schrieb am 08.04.2020 09:05
Mit den Schutzmasken ist es tatsächlich ein Problem. Wir benötigen auf der Arbeit für die Laborarbeit auch diverse Schutzmasken und Schutzkleidung und haben zufällig vor Corona größere Mengen bestellt. Die Sachen in OVP haben wir unserer Klinik geliehen. Die anderen Masken (offene Verpackung), zum Teil abgelaufen, aber für unsere Arbeit nicht wichtig haben wir an die Kollegen ausgegeben, die Publikumsverkehr haben.

Hier in der Gegend haben viele Initiativen Mundschutz genäht und es gibt Privathaushalte, die pflegebedürftige Angehörige hatten und dieses nicht mehr benötigte Material auch gespendet.

Wir haben hier zu Hause immer eine Packung Handschuhe, Desinfektionsmittel und Staubschutzmasken, wir brauchten das immer mal.

Früher hatte ja auch niemand Einmal Handschuhe im Verbandskasten, mittlerweile ist das Standard, ich vermute, dass nach Corona auch mehr Leute Mundschutz tragen.

Ja, mit dem Friedhof habt ihr sicher recht! Allerdings haben meine Eltern einen riesigen Wald und ein Naturschutzgebiet direkt vor der Haustür (einmal über die Straße), da ist es schon etwas schräg, wenn meine Mutter plötzlich täglich durch die ganze Stadt zum Friedhof fährt - das hat sie vorher ja auch nicht gemacht. Mein Vater geht ihr auf den Keks, daher nimmt sie sich diese Auszeit. Mittlerweile ist das Wasser auf dem Friedhof angestellt, so dass sie nicht mehr mehrfach die Kannen quer über den ganzen Friedhof von der Toilette zum Grab schleppen muss (und das ist ein langer steiler Weg). Einmal in der Woche bin ich ja sowieso auf dem Friedhof.

Der Friedhof liegt sehr abgelegen am Waldrand, da ist es wirklich sehr einsam. Da wurden schon häufiger Autos auf dem Parkplatz aufgebrochen, es ist dort daher auch etwas unheimlich und meiner Mutter wurde dort auf der Toilette vor einigen Jahren schon mal die Handtasche entrissen.

Aber ich lasse meiner Mutter jetzt dieses neue Hobby, ihr habt mich überzeugt!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.20 09:07 von Hamamelis71*.


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
avatar    Maral
schrieb am 08.04.2020 09:19
Ich habe seid 15 Jahren FFP1-FFP3 Masken im Haus. Kann man ganz regulär beim Baumarkt kaufen. Ich habe die immer für Katzeklo, Nagetierkäfige und co. benutzt. Kann doch keiner ahnen, dass die mal die Krankenhäuser alle brauchen aufgrund einer Pandemie. Die wenigsten werden sie jetzt noch kaufen. Und wenn es diejenigen, die Hochrisikopatienten sind, doch tun, weil sie Angst um ihr Leben haben, finde ich das auch total menschlich und verständlich.
Ich kaufe jetzt keine nach, weil ich statistisch betrachtet, erstmal keine Todesangst habe. Wäre aber für mich vorher schon klar, dass es für mich schlecht ausgehen würde, würde ich mir schon welche kaufen.


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   HulksMother
schrieb am 08.04.2020 09:54
Ich grätsch da mal kurz rein. Ich habe beruflich viel mit Dekontaminierung zu tun, werde jährlich darin geschult und kann nur dringend empfehlen, Masken die zur Schimmelbeseitigung eingesetzt wurden, nicht wieder zu verwenden. Es lässt sich nicht verhindern, dass Schimmelsporen von der Außenseite auf die Innenseite der Maske gelangen. Die Sporen lassen sich nur durch extrem heiße Temperaturen abtöten und sind jahrhundertelang reaktivierbar. Das feucht warme Klima beim Tagen der Maske und die durch die Maske angestrengtere Atmung sind der perfekte Nährboden für die Sporen und deren Weg in die Lunge. Schimmelsporen in der Lunge lösen Entzündungen und „Vergiftungen“ aus, die einer Covid-19 Infektion in nichts nachstehen. Im Gegenteil.
Zitat
karin_
@Rica: Das ist sehr bedauerlich, dass der Maskenengpass solche Folgen hat.

Die beiden FFP3-Masken, die wir hier nach haben, stammen von unserer Schimmelsanierung vor drei Jahren. Ich hatte sie aufgehoben, weil wir immer mal etwas sprühlackieren. Ich habe meinen Hausarzt gefragt, aber er meint, er darf die nicht nehmen, weil sie ja schon gebraucht sind, aber ich könnte sie ruhig benutzen.

Ich habe bewusst nichts gekauft (auch keinen Mund-Nasen-Schutz), weil ich es denen nicht wegnehmen wollte, die es brauchen.



  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   la miga
schrieb am 08.04.2020 10:14
Masken aus einer Schimmelsanierung würde ich aus erwähnten Gründen def. auch nicht mehr tragen, ansonsten kann ich karin aber schon emotional verstehen.

Wir riegeln hier ein Land ab, berauben Menschen ihrer wirtschaftlichen Existenz, und nein, da wird es längst nicht für alle die passenden Hilfen geben, nehmen in Kauf, dass in vielen Familien gerade die Hölle los ist, machen Schulen und Kitas zu, damit intensivmedizinische Ressourcen reichen. Viele pos. getestete Menschen sind offenbar völlig symptomlos, während es aber ältere Leute anscheinend teils in Stunden dahinrafft, und da kann keine Familie ums Sterbebett stehen. Wir schützen eine Risikogruppe, das finde ich auch richtig, wir nehmen aber auch massiv viele andere Risiken in Kauf, die sich zwar vielleicht nicht in 3 Stunden vom Leben in den Tod entwickeln , aber was gerade in Deutschland läuft, ist Wahnsinn und das wird man auch nicht mehr ewig aufrecht erhalten können. Gerade deswegen verstehe ich es auch gar nicht, wenn diejenigen, für deren Schutz das ja letztendlich gedacht ist, sich nicht an die Regeln halten, um die die Regierung bittet. Wenn ich schnaufende Opas am Stock sehe, die sich durch den Aldi schleppen, während Hilfsinitiativen, die den Leuten das Essen vor die Tür stellen, überbieten, kann ich´s nicht verstehen.

Ich kann es nicht verstehen, aber ich sehe natürlich auch sachlich, dass jeder mit Risiken anders umgeht. Das Leben endet letztendlich immer tödlich, und der schnaufende Opa am Stock, den ich beim Einkaufen gesehen habe, hat vielleicht keine Angst vor Corona. Vielleicht kennt er nicht die Bilder aus den Intensivstationen, vielleicht kennt er sie aber sehr wohl. Vielleicht ist er 85 und Witwer und hängt auch nicht mehr so am Leben. Er hat Merkel und Spahn ja auch nicht um das alles gebeten, vielleicht findet er es auch total überzogen und tut einfach, was er tun möchte, mit allen Konsequenzen.


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  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
avatar    Rica*
schrieb am 08.04.2020 11:09
Ich wollte noch kurz was zur Patientenverfügung sagen. Das ist eine ganz wichtige Sache und damit sollte man nicht drohen.

Da sind uns die älteren Herrschaften teilweise meilenweit vorraus. Als ich noch bei einem normalen Pflegedienst gearbeitet habe, hatten tatsächlich bestimmt 70% der Neuaufnahmen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Von denen die keine hatten, hat sich auch ein Teil nach Beratung noch entschieden, eine zu machen.

Jetzt in der Palliativpflege fällt es Einigen dann ganz böse auf die Füße, wenn sie keine haben. Das sind hauptsächlich jüngere Leute.

Deswegen, es ist echt wichtig, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung und eventuell noch ein Testament frühzeitig zu machen.

Wir haben das schon immer, regelmäßig wird es aktualisiert und wir sind auf der sicheren Seite.

Unser Großer hat jetzt auch alles schriftlich festgelegt und auch vom Kleinen wissen wir, dass er im Fall der Fälle Organe spenden will und wie er bestattet werden will. Unfälle oder Krankheiten können jeden jederzeit treffen und ich finde es ganz wichtig, dass dann im Vorfeld solche Sachen geklärt sind.


Und nochmal zu den Masken, niemals sollte man Masken nochmal verwenden mit denen schon Schimmel entfernt wurde oder sowas. Das setzt sich richtig fest in die Poren.

Wir hatten auch 3er Masken zu Hause vom renovieren. Die habe ich ziemlich am Anfang der Corona Geschichte mit an die Arbeit genommen als wir den ersten Verdachtsfall hatten. Der kam übrigens nicht durch die einkaufende Ehefrau sondern durch den Enkel der frisch zurück vom Skiurlaub seinen krebskranken Opa besucht hat.

Inzwischen haben wir Einmalmundschutz und selbst genähte. Hilft im Ernstfall zwar nichts, beruhigt aber zumindest erstmal die Leute. Und die haben wir erst bekommen, als wir den sterbenden Schwiegervater vom Bürgermeister eines Ortes hier in der Gegend ablehnen mussten weil wir tatsächlich keine neuen Patienten aufnehmen können. Ist echt doof in der ambulanten Palliativpflege, ist aber leider Realität.


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   karin_
schrieb am 08.04.2020 11:18
Vielen Dank für eure Hinweise!

Keine Angst, die beiden Masken hatten wir noch über (d. h. sie waren nicht bei der Schimmelsanierung verwendet worden, ich hatte sie später danach aber mal auf, d, h, sie waren nicht mehr eingeschweißt).

Ich hatte damals große gesundheitliche Probleme durch die Schimmelsporen, da bin ich nun extrem vorsichtig,


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   himbeere
schrieb am 08.04.2020 12:51
Zitat
Hamamelis71*

Aber ich lasse meiner Mutter jetzt dieses neue Hobby, ihr habt mich überzeugt!

Ja, lass sie doch, wenn es ihr etwas Auszeit und Tagesstruktur gibt. Meine Mutter bedauert sich einfach den ganzen Tag ganz fürchterlich und desinfiziert sogar die Türklinke, wenn sie selbst dem Paketboten ein Paket abgenommen hat (dieser also gar nicht in Berührung mit der Klinke kam)... Ohnmacht Sie hat für sich ein neues Wort erfunden: Sie sei "Hochrisikopatientin". (Ob es dann auch Höherrisikogruppen und Höchstrisikogruppen gibt?)

Ich kaufe für sie ein, habe ihr aber verordnet, dass sie das Zeug dann selbst hier abholt. Dazu muss sie jetzt zweimal pro Woche 15 km hin und zurück fahren. Sie hat wirklich gar nichts zu tun, da finde ich, dass ihr das sogar ganz gut tut, zweimal pro Woche rauszukommen. Ich packe ihr die Lebensmittel dann in ihren eigenen Korb um, sie bleibt zwei Meter von unserer Haustür entfernt und überweist mir das Geld, weil es ja viel zu gefährlich sei, es mir einfach hinzulegen... Ohnmacht

Ich stelle fest, dass sich die älteren Menschen in zwei Gruppen unterteilen lassen: die Paniker und die Tiefenentspannten (dazu gehört z.B. meine Schwiegermutter). Man muss wohl jede Person so nehmen, wie sie eben tickt.


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   Blüte
schrieb am 08.04.2020 14:35
Zitat

Sie hat für sich ein neues Wort erfunden: Sie sei "Hochrisikopatientin". (Ob es dann auch Höherrisikogruppen und Höchstrisikogruppen gibt?)

Liebe Himbeere,

das Wort ist keine Erfindung deiner Mutter grins, es begegnet mir in meinem Alltag ständig, also von Leuten, die sich selbst so definieren.

Die Frage nach dem Superlativ habe ich mir auch schon gestellt, ich plädiere neben den Hochrisikopatienten auch zu Höherrisikopatienten und Höchstrisikogruppen. Sollte das nicht reichen, können wir immer noch die Allerhöchstrisikogruppen, gerne mit dem Zusatz "von allen" aufmachen.....
Danach gehen mir so ein wenig die Ideen aus.

Und ich meine festzustellen, dass mit dieser Definition auch immer ordentliche Panik einhergeht, die (zumindest für alle anderen Menschen) keine Grundlage hat.

Dahingegen kenne durch unser Kind viele Menschen, die mit einem Immundefekt leben müssen und tatsächlich zur Risikogruppe gehören, die sich vernünftig, also vorsichtig, aber nicht panisch verhalten.

Es ist wohl alles ein Frage der Perspektive und des Charakters.


  Re: Wann kapieren es endlich auch die über Siebzigjährigen???
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   Solani2
Status:
schrieb am 08.04.2020 14:41
@la miga
Zum alten Mann am Stock bei Aldi: solange er sich an die Regeln hält, darf man sich nur wundern. Unter normalen Umständen wundere ich mich auch über Klippenspringer oder andere Extremsportler. Die fände ich jetzt grob fahrlässig, den alten Mann aber nicht. Man liest ja öfter Mal, das bestimmte Leute meinen, man müsse alten Leuten jetzt normale Dinge verbieten, das geht aber, meiner Meinung nach, viel zu weit. Auch wenn ich in dieser Krisensituation viele Einschränkungen als Notwendigkeit akzeptieren kann, sollte man doch nicht am Gleichheitssatz rütteln. Obwohl man hier sogar sachlich argumentieren könnte, es gibt ja Gründe, ältere Menschen sind stärker gefährdet und trotzdem: wenn sie sich an die Regeln halten, dann müssen wir das als jüngere Generation auch akzeptieren.

Da rege ich mich gerade mehr über jene Frauen auf, die jetzt ihre einkaufsunerprobten Männer mit ellenlangen Einkaufslisten einkaufen schicken. Gestern bin ich abends zweimal bei Aldi von so einem Exemplar angerempelt worden, nicht absichtlich, einfach völlig orientierungslos. "Es tut mehr sehr leid, ist ihnen eh nichts passiert? Wissen sie vielleicht, wo die Wacholderbeeren sind?" Meine Information, dass es bei Aldi nicht immer Wacholderbeeren gibt, hat nur Fassungslosigkeit ausgelöst ... "Wie, ich muss in mehr als ein Geschäft!" Ich bin zwar schwanger, aber ich senke in meiner Familie das allgemeine Ansteckungsrisiko, indem ich anstelle meines Mannes einkaufen gehe. Ich bin nämlich einfach dreimal so schnell fertig.

Und die Schimmelmaske muss ich echt auch wegwerfen. Ich weiß eigentlich auch nicht, wieso ich das noch nicht gemacht habe. Wirklich verwendet hätte ich sie wohl ohnehin nicht mehr ... ich habe wohl auch Messie Tendenzen ....Ich wars nicht




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