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  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 01.04.2020 08:48
Zitat
berlink
so viel wie möglich Kontakt reduzieren, Abstand halten usw. . Infektionsketten unterbrechen. Was nutzt z.B. die Handyüberwachung, wenn ich damit nicht verhindern kann, dass Person xy an Ort z geht? Die nutzt nur retrospektiv etwas.

aber trotzdem sind solche Sachen mit der Handyüberwachung im Gespräch. Jetzt einführen, weil jetzt notwendig und alles andere sehen wir später. Die Forderungen sind auf jeden Fall in der Politik da und auch die Bevölkerung sagt, dass die Bekämpfung des Virus vorrang hat und wenn es notwendig ist....


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Morgenstern
schrieb am 01.04.2020 13:55
Handyüberwachung alleine wäre evtl im Moment zu wenig. Aber ich ich bin der Meinung, dass es viel bringen würde sobald die Maßnahmen wieder gelockert werden. Es setzt natürlich voraus, dass Menschen, die eine Warnung auf das Handy bekommen dass sie in der Nähe einer infizierten Person gewesen sind, sich zurückziehen, Mundschutz tragen o. Ä. bis klar ist, ob sie sich angesteckt haben. Und natürlich, dass die große Mehrheit mitmacht und ihr Handy auch immer dabei hat...

LG, Morgenstern


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 01.04.2020 15:03
... und es setzt aber auch voraus, dass möglichst viele Leute, am Besten alle mit Symptomen, getestet werden.

Das passiert aktuell leider nicht, außer wenn man nachweislich Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte.

Ich lag letzte Woche flach, brauchte mich aber gar nicht drum zu kümmern, ob ich evtl. getestet werde, da ich keinen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte. Ich hatte nur Kontakt zu meiner Familie und einer befreundeten Familie zwecks gegenseitiger Kinderbetreuung, war aber innerhalb der Inkubationszeit noch in der Arbeit und beim Einkaufen. Nun liegt die befreundete Familie auch flach, wird aber auch nicht getestet, weil es keinen bestätigen Fall in ihrer Nähe gibt. Da beißt sich grad die Katze in den Schwanz...


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 01.04.2020 15:27
Zitat
Morgenstern
Handyüberwachung alleine wäre evtl im Moment zu wenig. Aber ich ich bin der Meinung, dass es viel bringen würde sobald die Maßnahmen wieder gelockert werden. Es setzt natürlich voraus, dass Menschen, die eine Warnung auf das Handy bekommen dass sie in der Nähe einer infizierten Person gewesen sind, sich zurückziehen, Mundschutz tragen o. Ä. bis klar ist, ob sie sich angesteckt haben. Und natürlich, dass die große Mehrheit mitmacht und ihr Handy auch immer dabei hat...

LG, Morgenstern

also, das verstößt massig gegen den Datenschutz


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  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Solani2
Status:
schrieb am 01.04.2020 17:49
Die Telekom liefert ja schon längst anonymisierte Bewegungsdaten ans RKI. In Österreich wurden diese Informationen genutzt, um weitere Gebiete unter Quarantäne zu stellen.
Ich denke, dass das längst reicht. Wenn ich weiß, wenn viele Personen aus einem Gebiet, in dem die Fallzahlen stark steigen, in ein anderes Gebiet fahren, z.B. zur Arbeit, dann macht es wohl Sinn, das kurzzeitig zu unterbinden. Und in den neuen Gebieten sollte natürlich dann verstärkt getestet werden.
Viel weiter sollte es aber nun wirklich nicht gehen, zumindest nicht ohne einer eigenen App, mit der expliziten Zustimmung des Nutzers.
Ich glaube nämlich immer noch nicht wirklich, dass ich mir das Virus in einem Supermarkt holen kann, wenn die Abstandsregeln halbwegs eingehalten werden. Auf der Arbeit, wenn ich längere Zeit im selben Raum mit jemanden bin, ist das schon was anderes. Drum macht es wenig Sinn, mir mitzuteilen, dass ich zu.B. vor 10 Tagen Mal im selben Supermarkt wie ein Infizierter war. Sollte ich mich deshalb dann zwei Wochen in meiner Wohnung verstecken? Das wäre doch völlig übertrieben.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Hamamelis71*
schrieb am 02.04.2020 12:39
Zitat
littlemeamy
... und es setzt aber auch voraus, dass möglichst viele Leute, am Besten alle mit Symptomen, getestet werden.

Das passiert aktuell leider nicht, außer wenn man nachweislich Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte.

Ich lag letzte Woche flach, brauchte mich aber gar nicht drum zu kümmern, ob ich evtl. getestet werde, da ich keinen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte. Ich hatte nur Kontakt zu meiner Familie und einer befreundeten Familie zwecks gegenseitiger Kinderbetreuung, war aber innerhalb der Inkubationszeit noch in der Arbeit und beim Einkaufen. Nun liegt die befreundete Familie auch flach, wird aber auch nicht getestet, weil es keinen bestätigen Fall in ihrer Nähe gibt. Da beißt sich grad die Katze in den Schwanz...

littlemeamy,

wir waren wochenlang krank (Grippe) und viele in meinem Bekanntenkreis. Es sind in unserer Region auch viele Leute nach dem Ski Urlaub getestet worden, weil sie Symptome hatten. Aber viele der Leute hatten dann doch Grippe/Erkältung und kein Corona. Es gibt also oft auch die Möglichkeit, dass man sich nicht mit Corona angesteckt hat.

Die Testmöglichkeiten sind begrenzt und müssen daher zunächst für statistisch wahrscheinliche Fälle genutzt werden. Und wenn jetzt jeder zu Hause bleibt, wenn er sich krank fühlt, dann kann er auch niemanden anstecken.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   xX-Spirit-Xx
Status:
schrieb am 02.04.2020 18:58
Zitat
la miga
Nein, ich denke nicht, dass dieses Schuljahr gelaufen ist. Es gibt aktuell, das kann natürlich morgen oder in einer Woche wieder anders sein, keine Aussagen dazu, dass die Schule Ende April nicht weitergeht. Und ich hoffe SEHR, dass sie weitergeht. Um viele Kinder mache ich mir wirklich Sorgen, weniger wegen des reinen Unterrichtsausfalls an sich als vielmehr um psychosoziale Folgen.

Ich habe den Eindruck, dass sich im Moment auch vermehrt kritische Artikel auch seriöser Medien häufen, die eine Sinnhaftigkeit dieser Kontaktsperren, wenn diese auch nach den Osterferien weitergehen sollten, infrage stellen. Auch ich tue das und denke, dass natürlich der Gesundheitsschutz und die Frage nach womöglich überlasteten Krankenhaus-Systemen sehr wichtig ist, dass man aber auch andere Aspekte sehen muss. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Verzweiflung, Suizidalität und Gewalttaten aufkommen werden, weil gerade unzählige Menschen ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt werden. Natürlich gibt es gerade diese Soforthilfen, das finde ich auch gut und wichtig, aber dass das eine Vielzahl von Unternehmen nicht retten wird, wenn das hier Ende April nicht vorbei ist, ist auch ganz klar...

Genau so geht es mir auch.. Schon zu Beginn habe ich so gedacht und dafür einen Shitstorm auf FB kassiert :/

Das die Schule nach den Osterferien weitergeht bezweifle ich allerdings. Eventuell nach den Pfingstferien.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Susanna80
Status:
schrieb am 02.04.2020 20:14
Ich gehöre zur Risikogruppe und bin schon länger nur zu Hause als politisch angeordnet.
Ich bin der Meinung, dass Menschen, insofern sie überleben, so sehr anpassbar sind, dass die Nachwirkungen durchaus gemeistert werden können.
Ich doziere an einer Hochschule. Selbst wenn ein ganzer Jahrgang leer laufen und in den kommenden 2 Semestern der Run entsprechend groß wäre, ist das durch Umstrukturierungen regelbar. Das wird in Schulen nicht anders sein. Und Bildung findet nicht nur in Einrichtungen statt.
1. Überleben.
2. Sich um Möglichkeiten kümmern, nicht um Unmöglichkeiten.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 02.04.2020 20:29
Die Zeit beschäftigt sich in der Ausgabe dieser Woche (ich lese das onlin-paper) mit den kleinen, die Schutz suchen.
Und ich betone nochmals, dass es mir nicht darum geht, dass mal weniger aufs Gymnasium kommen oder auf die Universität.
Mir geht es um die Kinder, die raus mussten, damit sie überhaupt leben konnten. Die Kinder, die daheim geschlagen wurden. Deren Eltern irgendwie abhängig sind. Denen nicht nur Bildung fehlt, sondern ein Ansprechpartner, ein Mensch der sie liebt; jemand, der sich um sie sorgt.
Aber 20% mehr Anrufe bei Sorgentelefonen; Kinder, die in Obhut genommen werden wollen?... solange sie nicht wegen Corona sterben, ist das schon ok?


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Solani2
Status:
schrieb am 02.04.2020 21:31
Ja. Menschenwürde ist das Stichwort. Hier wird teils thematisiert, ob die paar geistig Behinderten, die bei uns in der Gegend wohnen, noch rausdürfen sollen. Wenn ich mit meinem Kleinen unterwegs bin und einem begegne, der uns etwas zu Nahe kommen will, dann brauche ich nur an den Coronavirus erinnern und der Abstand wird gehalten und man kann sich etwas unterhalten. Manche vergessen sowas einfach öfter, sollte kein großes Problem sein. Ich frage mich auch, wie lebenswert das in Altenheimen ist, wo die Bewohner das Essen angeblich nur noch aufs Zimmer bekommen und nicht Mal mehr gemeinsam essen dürfen. Ich habe heute jemanden im Internet gesehen, der gemeint hat, man solle alten Leuten einkaufen gehen verbieten. Kinder mit frustrierten Eltern in Wohnungen ist natürlich das, was einem spontan am meisten Sorge bereitet. Das Jugendamt hält sich mit Besuchen ja auch zurück.
Die Maßnahmen können nur kurzfristig sein. Bis gute Alternativen (also mehr/praktikablere Tests) etabliert sind. Alles Andere wäre eben gegen die Menschenwürde.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Susanna80
Status:
schrieb am 02.04.2020 21:34
Zitat
blauesTeufelchen
Die Zeit beschäftigt sich in der Ausgabe dieser Woche (ich lese das onlin-paper) mit den kleinen, die Schutz suchen.
Und ich betone nochmals, dass es mir nicht darum geht, dass mal weniger aufs Gymnasium kommen oder auf die Universität.
Mir geht es um die Kinder, die raus mussten, damit sie überhaupt leben konnten. Die Kinder, die daheim geschlagen wurden. Deren Eltern irgendwie abhängig sind. Denen nicht nur Bildung fehlt, sondern ein Ansprechpartner, ein Mensch der sie liebt; jemand, der sich um sie sorgt.
Aber 20% mehr Anrufe bei Sorgentelefonen; Kinder, die in Obhut genommen werden wollen?... solange sie nicht wegen Corona sterben, ist das schon ok?

Was du jetzt geschrieben hast, lasse ich mir nicht unterschieben. ICH sprach nämlich nicht von misshandelten Kindern.

Das Hilfesystem für gefährdete Kinder und Jugendliche in Deutschland ist marode und funktioniert an sehr vielen Stellen schlecht bis gar nicht. Jeden 3. Tag stirbt in Deutschland ein Baby, Kleinkind oder Kind durch die Hand seiner Eltern, Dunkelziffer höher. Das sind die offiziellen Zahlen vor Corona. Dafür brauchten wir keine Coronakrise. JETZT ist nicht der Zeitpunkt, das Jugendhilfesystem zu revolutionieren. JETZT ist der Zeitpunkt, diese Krise zu überstehen, nicht in 3 Wochen 14.000 Tote zu haben wie Italien jetzt und dann hinterher zu tun, was getan werden muss. Wenn dich das Thema der Kinder- und Jugendhilfe so sehr anspricht, weißt du ja schon, in welchem Bereich du dich ehrenamtlich engagieren wirst. Jeder hat da sein eigenes Thema. Ich finde sehr viele Umstände und Missstände in Deutschland bewegend und schlimm. Ich habe auch ein Thema in das ich mich so sehr einfühlen kann und mich ehrenamtlich einbringe.
Aber in meinem vorherigen Post habe ich mich nicht auf misshandelte Kinder und Jugendliche bezogen.

Die Frage ging eben auch in Richtung eigene Sorgen ("...und wollte auch einfach hören, über was ihr euch so Gedanken macht,...) und da steht für mich (wie für viele andere Risikogruppenangehörige) tatsächlich ganz oben auf dem Plan, selbst zu überleben. Das werde ich, wenn ich entweder nicht erkranke bis zu einer möglichen Impfung oder im Fall einer Erkrankung einen intensivmedizinischen Platz bekomme, weil ich nicht "aussortiert" werde. Stichwort Triage, wie es in anderen Ländern bereits praktiziert wird und auch für Deutschland diese vorgehensweise bereits in Richtlinien angeraten und legitimiert wird. Für den Ernstfall. Der ja immer noch nicht abgewendet ist.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.20 21:36 von Susanna80.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   pmami
schrieb am 02.04.2020 23:43
Zitat
blaues teufelchen
Mir geht es um die Kinder, die raus mussten, damit sie überhaupt leben konnten. Die Kinder, die daheim geschlagen wurden. Deren Eltern irgendwie abhängig sind. Denen nicht nur Bildung fehlt, sondern ein Ansprechpartner, ein Mensch der sie liebt; jemand, der sich um sie sorgt.
Aber 20% mehr Anrufe bei Sorgentelefonen; Kinder, die in Obhut genommen werden wollen?... solange sie nicht wegen Corona sterben, ist das schon ok?

Nein natürlich ist das nicht okay. Das hat aber auch niemand gesagt. Unabhängig davon würde mich sehr interessieren, was denn die Alternative ist.

Viele Grüße pmami


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   Blüte
schrieb am 03.04.2020 10:22
Ich muss sagen, ich bin entsetzt, in welche Richtung die Diskussion hier geht.

Sind wir wirklich schon so weit, dass Probleme gegeneinander aufgewogen werden? Dass manche Probleme als wichtiger angesehen werden als andere, als existenzieller als andere? Ist sich wirklich wieder jeder selbst der Nächste?

Ich wehre mich vehement dagegen, Probleme gegeneinander aufzuwiegen.

Ja, Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, haben derzeit noch mehr Angst als andere. Das ist verständlich. Und natürlich muss alles getan werden, damit möglichst wenig Menschen (Risikogruppe oder nicht) erkranken. Das sind die Fakten.

Über Triage zu spekulieren finde ich dann schon wieder eher schwierig, denn erstens haben wir pro 100 000 Einwohner deutlich mehr Intensivbetten als zum Beispiel in Italien, zweitens sind die Kriterien, bei denen eine Beatmung im Katastrophenfall aufgegeben werden, meines Wissens nach u.a. die, ob eine Therapie aussichtslos ist, der Sterbeprozess noch aufgehalten werden kann, der Patient eine unheilbare FORTGESCHRITTENE Krankheit hat und ohne Intensivstation überhaupt weiterleben kann. Also da braucht es schon ein bisschen mehr als die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe. Und es bräuchte abgesehen davon erst mal den Katastrophenfall, dass eine Triage vorgenommen werden müsste. NOCH sind wir nicht so weit.

Und dann mit einer lässigen Handbewegung eine "Revolutionierung des Jugendhilfesystems in der Coronakrise" als unwichtig zu bezeichnen, finde ich ebenfalls... schwierig.

Genauso wenig wie gerade in Deutschland irgendjemand davon bedroht ist (ja ich weiß, möglich wäre es immernoch, dass das kommt), keine medizinisch notwendige Behandlung zu bekommen, genauso wenig ist an eine Revolutionierung des Jugendhilfesystems gedacht.

Fakt ist auch hier, dass Corona die Situation von vielen Kindern und Jugendlichen deutlich verschlimmert hat, sofern sie nicht in umsorgenden Elternhäusern leben. Das ist nicht "nur" das Elend, das wir immer haben und das schon schlimm genug ist, es ist SCHLIMMER.
Es ist finanziell schlimmer, weil der Staat, der den Firmen das Geld hinterher wirft, den BuT-Kindern, also den Kindern deren Eltern Hartz IV beziehen und die die Ärmsten der Armen sind, jetzt das Geld für Lernförderung und Mittagessen streicht, denn die Schulen und Kitas sind ja geschlossen, ich nehme an die Kinder haben aufgrund von Corona keinen Hunger mehr...
Es ist menschlich schlimmer, weil die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes eingesperrt sind in ihrer Situation.
Es ist schulisch schlimmer, weil sie komplett sich selbst überlassen werden, ohne jegliche Hilfe,oft auch ohne PC, um mit den Lehrern in Kontakt zu treten, sofern das möglich wäre (was auch nicht immer so ist, weil die Lehrer sich hinter "Datenschutz" verstecken und so jegliche Interaktion mit den Schülern verweigern). Worauf z.B. die Schuldezernentin unserer Stadt meinte :"Dann müssen sich eben die Eltern und Schüler untereinander helfen..."
Auch hier geht es tatsächlich um eine Form des Überlebens und man kann es auf alle anderen Lebensbereiche erweitern.

Und weil die Frage kam, was zu tun wäre bei den Kindern und Jugendlichen in schwierigen Familiensituationen. Natürlich kann man da nicht alles retten, es gibt eine Kontaktsperre und die gibt es nicht ohne Grund, aber man könnte DEUTLICH mehr machen als getan wird. Ich will das nicht auf alle Lehrer und alle Schulen ausdehnen, es gibt auch positive Fälle, es gibt aber leider viele negative Fälle.

Man könnte die Familien von Schulseite aus anrufen (wird auch gemacht), regelmäßig.
Man könnte seine Handynummer als Lehrer herausgeben und mit den Kindern regelmäßig chatten, Aufgaben korrigieren, Rückmeldung geben ,da sein.

Und dann zurück zum Thema "eigene Sorgen", ich finde nicht ,dass die eigenen Sorgen dazu berechtigen, alle anderen Sorgen als weniger wichtig / schlimm / bedeutend usw. zu betrachten.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
no avatar
   la miga
schrieb am 03.04.2020 11:18
Ich habe das Gefühl, dass man gerade vermehrt über Familientragödien liest. ich habe beruflich auch gerade mit einem Fall zu tun, der sich akut richtig zugespitzt hat und da gehe ich fest davon aus, dass auch die Tatsache, dass Menschen, die vorher auch schon Probleme hatten, jetzt die ganze Zeit aufeinander hocken müssen, eine große Rolle gespielt hat.


  Re: Corona: was für Zukunftssorgen?
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   la miga
schrieb am 03.04.2020 11:36
Zitat
Blüte


Über Triage zu spekulieren finde ich dann schon wieder eher schwierig, denn erstens haben wir pro 100 000 Einwohner deutlich mehr Intensivbetten als zum Beispiel in Italien, zweitens sind die Kriterien, bei denen eine Beatmung im Katastrophenfall aufgegeben werden, meines Wissens nach u.a. die, ob eine Therapie aussichtslos ist, der Sterbeprozess noch aufgehalten werden kann, der Patient eine unheilbare FORTGESCHRITTENE Krankheit hat und ohne Intensivstation überhaupt weiterleben kann. Also da braucht es schon ein bisschen mehr als die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe. Und es bräuchte abgesehen davon erst mal den Katastrophenfall, dass eine Triage vorgenommen werden müsste. NOCH sind wir nicht so weit.

Danke, Blüte.

Diese Diskussionen über die Triage nehmen gerade für mein Empfinden völlig absurde Züge an. Ich habe zum einen das Gefühl, dass manchen Menschen, die sowieso generell gerne im Katastrophen - Modus sind, gleichzeitig nicht ernsthaft befürchten, selbst betroffen zu sein, diese Sorge, dass bald Menschenleben "aussortiert" werden, gerne weiter befeuern, das ist ja Drama, das ist Endzeit und das putscht so richtig. Dabei werden aber gerne auch mal Fakten verdreht oder weggelassen oder schlicht falsch verstanden. Ja, es gibt aktuelle Handlungsempfehlungen, richtig, die gibt es aber auch unabhängig von Corona für den Fall, dass hier zB ein Atomkraftwerk hochgeht oder ein Terroranschlag verübt wird. Das Szenario, dass Ressourcen nicht ausreichen, gibt es auch ganz unabhängig von Corona, natürlich muss ein Staat da Pläne haben. Die haben auch schon vorher in Schubladen gelegen. Aber ob es jetzt sinnvoll ist, wenn auch RKI Chefs ständig solche Szenarien schürt, dass Intensivbetten seiner Meinung nach nicht ausreichen, weiß ich nicht.




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