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  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
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   Hamamelis71*
schrieb am 21.03.2020 10:57
Ich bin ja sowieso schon seit Ende Februar krank zu Hause (Grippe) und mein Mann auch fast genauso lange. Erstaunlicherweise gehen wir uns (noch) nicht auf den Keks (nach über 25 Jahren Beziehung), eine gute Probe für die Rente in 18 Jahren LOL

Leider bin ich immer noch nicht fit und nehme mein Cortison Spray immer noch weiter. Mindestens einmal am Tag gehe ich mit meinem Mann eine Runde raus (wir wohnen am Feld- und Waldrand).

Unser Sohn ist mit Aufgaben von der Schule gut versorgt, er steht morgens auf, genießt sein Frühstück um 7 Uhr ausnahmsweise alleine in der Küche. Er ist eigentlich gerne mal alleine und genießt die Ruhe und derzeit sind wir ja alle zu Hause. Aber auch da gibt es noch keinen Stress. Er macht am Vormittag seine Schulaufgaben und baut leidenschaftlich gerne Lego. Abends lesen wir gemeinsam ein Buch für die Schule vor. Mein Mann geht mit meinem Sohn regelmäßig raus. Unser Sohn kann sich zum Glück gut alleine beschäftigen, daher ist er noch nicht im Lagerkoller.

In unserem Umfeld und unserer Umgebung halten sich mittlerweile fast alle Menschen an die Vorgaben. Zum Glück haben wir bislang nur wenig Corona Fälle, das schafft den Kliniken Zeit und Kapazitäten.

In den Läden ist wohl alles einigermaßen verfügbar, mein Mann geht derzeit 1-2 x pro Woche Einkaufen. Vieles holen wir sowieso auf dem Wochenmarkt oder im Bio-Laden um die Ecke.

Meine Eltern (80) haben wir endlich davon überzeugt, dass sie nicht mehr zum Einkaufen fahren, da werden wir einmal in der Woche Sachen vor die Tür stellen. Evtl. treffe ich mich mit meiner Mutter mal auf dem Friedhof (mit Sicherheitsabstand), aber dafür muss ich erstmal wieder fitter sein. Bei Rewe gab es vorletzte Woche Blümchen fürs Grab meiner Schwester, diese Sorge hat meine Mutter nun auch nicht mehr. Mein Vater hat sowieso kaum soziale Kontakte, für ihn ist es sehr schwierig, dass er nun nicht mal eben kurz in die Stadt fahren soll. Meine Mutter hat viele soziale Kontakte, da wird jetzt telefoniert. Mein Vater geht ihr ziemlich auf den Keks. Ich telefoniere einmal am Tag mit meiner Mutter. Meine Eltern sind im Krieg geboren und sehen die jetzige Situation relativ gelassen. Meine Schwiegereltern sind auch versorgt und verlassen das Haus auch nur noch zum Spazieren gehen.

Mein Mann macht krankheitsbedingt sowieso Home Office, uns hat der Arbeitgeber auch ins Home Office geschickt. Ich fahre alle paar Tage ins absolut leere Gebäude und schaue nach dem Briefkasten. Momentan ist der ziemlich leer, zwischen den Jahren war er täglich voll. Nächste Woche muss ich noch ein paar Rechnungen zur Zahlung anweisen, das ist mir besonders wichtig, dass die Unternehmen jetzt nicht noch auf ihr Geld warten müssen.

Große Sorgen mache ich mir um meine Lieblingskollegin, die derzeit sehr krank im Krankenhaus ist und natürlich keinen Besuch bekommen darf. Wir kommunizieren über e-Mail und WA. Sie ist gesundheitlich so angeschlagen, dass sie nicht weiß, wann und ob sie wieder arbeiten kann (in 2 Jahren geht sie in Rente).

Meine Freundin besucht ihre Mutter derzeit nicht im Hospiz, ihr Mann arbeitet mit Corona Patienten. Ich wünsche meiner Freundin, dass im April die Welt hier wieder anders aussieht und sie noch Zeit mit ihrer Mutter verbringen kann.

Mein Arbeitgeber hat eine tolle Mail an alle Mitarbeiter geschrieben und bedankt sich für die unkomplizierte Unterstützung aller Beschäftigten. Da wird problemlos fehlendes Material zwischen den Abteilungen ausgetauscht und man hilft sich gegenseitig.

Die Solidarität untereinander ist sehr schön. Es haben sich so viele Leute schon für das Testzentrum gemeldet, Studenten helfen alten oder kranken Leuten beim Einkaufen. Gestern gab es bei DM Toilettenpapier und jeder hat wirklich ohne Diskussion nur eine Packung genommen.

Ich bin jetzt schon 3 Wochen fast nur zu Hause, da werde ich die nächsten Wochen auch irgendwie überstehen. Der Vorteil ist, dass ich auf diese Weise eigentlich wenig Möglichkeiten hatte mich anzustecken.

Eine Freundin von mir ist alleinerziehend und arbeitet derzeit Vollzeit. Der Kindsvater wohnt nicht in der Nähe und ist sehr krank. Ihr Sohn (12) ist deswegen jetzt den ganzen Tag alleine. Doofe Situation und das tut mir echt leid. Der Junge ist zum Glück sehr verständig und liest viel und gerne. Unter normalen Umständen wäre der Junge halt jeden Tag bei uns. Da wir aber immer noch angeschlagen sind, wäre das keine gute Idee und wegen Corona erst recht nicht.

Ansonsten räume ich hier auf und hoffe, dass der Spuk bald vorüber ist.


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 21.03.2020 13:40
Hallo,

uns geht’s soweit „gut“.

Finanziell wird’s jetzt echt happig, die Praxis schließt bzw es ist nur noch Notfallsprechstunde, Kurzarbeit ist angemeldet. Montag bekommen wir gesagt wieviele Stunden wir arbeiten dürfen.

Die Zahnärztekammern sagen weiter arbeiten, aber alle Termine die nicht nötig sind absagen. Einer von 3 Zahnärzten gehört zur Risikogruppe fällt daher raus. Mein Chef möchte aber nicht weiter behandeln da auch unsere Masken nicht helfen, diese speziellen bekommen aktuell die stationären Kliniken, da ist aber gerade die ZäKammer dran und diese zu organisieren.

Ich bin zwar in der Verwaltung er will mich aber aus orga Gründen 1x Woche in der Praxis haben ansonsten bin ich seit dieser Woche eh im homeoffice.

Ich hab echt ne scheiss Angst dass es nicht nur 4 Wochen so laufen wird, die Ämter sind auch überlastet, ich muss sofort bei weniger Gehalt Wohngeld beantragen da werde ich nicht die einzige sein.

Wenn wenigstens mal von Oben ne Ansage kommen würde hätten wir zumindest 5 Wochen Gehaltfortzahlung Ohnmacht

Die Kids sind mal gut drauf mal kurz vor nem Lagerkoller, wir haben hier seit heute tatsächlich eingeschränkte Ausgangssprerre, meine Mutter bekam heute einen Passierschein dass sie ungehindert zur Arbeit kann, und das innerhalb zweier deutschen Orte, die Franzosen haben ja schon seit einigen Tagen Passierscheine für den Grenzübergang.

Einkaufen hat sich hier halbwegs entspannt, Mehl gibts übrigens beim Bäcker des Vertrauens.
Da die Grenzen zu sind haben die Hamsterkäufe sich etwas reduziert da auch die Elsässischen Pendler mit Passierschein nicht mehr hier einkaufen dürfen. Die Bundespolizei ist hier tatsächlich sehr präsent.

Ich versuche gelassen zu sein auch wenn mir meine sozialen Kontakte echt fehlen.
Mich nerven tatsächlich die älteren beim einkaufen enorm, man selber hält Abstand, die drängeln sich dazwischen, Absperrung beim Bäcker werden ignoriert, an der Kasse im Edeka hat jetzt auch eine Verkäuferin letztens eine ältere Dame gebeten dass sie ihre Familie einkaufen schicken soll, dass wir alle zurückstecken um das best mögliche zu tun. Das war der Dame echt egal!

Schulaufgaben sind vorhanden aber ok ich hab zwei bis jetzt Selbstläufer was schulische Leistungen betrifft, und sie sind erst 1. Klässler.

Maus hat jetzt aber bisschen Ausschlag im halben Gesicht (kein HMF) weiß nicht ob ich die Tage mal zum Arzt soll. Die Hände sind bei ihr immer um die kalte Jahreszeit trocken und durch das doch öfteren Händewaschens erst recht wir cremen halt aber sie brennen ab und an auch.

Aber ja man überlegt sich ob man erst mal abwartet und will nicht raus.


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
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   la miga
schrieb am 21.03.2020 14:11
Uns geht´s gut, wobei ich jetzt bei mir und meinem Sohn die Pollen-Allergie zunehmend bemerke, aber das hat ja nun nix mit Corona zu tun. Grundsätzlich fühlen wir uns fit und ich hoffe, es bleibt so.

Mein Mann und ich arbeiten beide grundsätzlich weiter, wobei wir beide das Glück haben, dass wir mittlerweile vieles zu hause machen können (dürfen), und die Zeit außer Haus bisher so verteilen konnten, dass die Kinder noch keine Notbetreuung besuchen mussten. Das wird so zwar nicht Wochen weitergehen , aber bisher fühlen wir uns doch sehr privilegiert, dass das gesundheitlich und finanziell an uns mehr oder weniger komplett vorbeigegangen ist. Wie sicher jeder kennen wir genug Menschen, deren wierschaftliche Existenz das hier vermutlich trotz aller angekündigten Hilfen der Regierung nicht überstehen wird. Je nachdem , wie lange das hier alles dauert, mag ich mir gar nicht ausmalen, was da wirtschaftlich auf viele Menschen zukommen wird, womit da Kredite zB für das gerade gekaufte EFH abbezahlt werden sollen usw.

Schule haben wir nahezu komplett auf digital umgestellt, das läuft auch jeden Tag besser. Für die Lehrer bedeutet das aber - entgegen vieler völlig unsinniger Äußerungen, die mich echt ärgern, nicht weniger Arbeit. Ich krieg hier jeden Tag Dateien zur Korrektur rein. Meine Tochter gehört zu den Kindern, die offenbar nicht sehr motiviert sind, zuhause viel zu lernen, aber gut, wir kommen irgendwie hin.

Tja, seltsame Zeiten. Ich kann mir im Moment, so sehr ich es hoffe, gar nicht vorstellen, dass wir Ende April wieder in der Schule sitzen und alles wie immer ist.


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
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   samonna
Status:
schrieb am 21.03.2020 14:21
Zitat
isolde35
Ich muss ehrlich sagen, seid gestern schlägt mir die Gesamtsituation auf's Gemüt. Bisher war ich bemüht, das Ganze nicht zu schwarz zu malen, es lief auch die Woche über recht gut, mein Mann ist zu Hause in Kurzarbeit, er arbeitet in der Veranstaltungsbranche, die ist natürlich tot, da its jetzt quasi gar nichts mehr zu tun, aber immerhin bekommt er noch einen Teil des Gehalts, und ich arbeite sowieso immer zu Hause, habe auch noch einige Aufträge gehabt im Verlauf der Woche, zwar nicht so viel wie sonst, aber das war noch okay. Unsere Tochter verhält sich spitze, das kann ich gar nicht genug loben, sie beschäftigt sich vormittags immer eine Weile alleine in ihrem Zimmer, malt was oder bastelt oder spielt Arzt mit ihren Kuscheltieren. Wenn ihr langweilig wird, lese ich ihr was vor oder wir spielen was, gestern haben wir die Motsi Mabuse Tanzschule für Kinder entdeckt, da haben wir mitgemacht, das fand sie toll. Und nachmittags baut mein Mann mit ihr ein Baumhaus im Garten, es hat tatsächlich fast etwas Idyllisches gehabt.

Dann aber kam am Mittwoch die Info, dass mein Schwager infiziert ist, meine Schwester und mein fünfjähriger Neffe wurden dann auch getestet und seit gestern steht fest, dass sie alle drei an Corona erkrankt sind und in Quarantäne bleiben müssen. Was sich insbesondere in der Wohnsituation schwierig gestaltet, weil meine Eltern mit im Haus wohnen. Meine Mutter ist fit, mein Vater hat aber diverse Vorerkrankungen, das macht mir schon große Sorgen. Allerdings waren die Tests meiner Eltern zum Glück negativ, was wohl daran liegt, dass meine Schwester und ihre Familie sofort beim Anfangsverdacht eine Quarantänezone innerhalb des Hauses eingerichtet haben. Das war wirklich schnell und gut reagiert, trotzdem mache ich mir Sorgen um sie. Mein Schwager hat seit gestern Abend auch Probleme beim tiefen Einatmen,die Lunge tut ihm weh und ich habe einfach Schiss, dass das schlimmer wird. Zum Glück geht es meinem Neffen gut.

Dann kommt dazu die allgemeine Situation, ich kann mir kaum noch die Nachrichten angucken, ohne dass Angst hochkommt in Bezug auf die Lage insgesamt. Wie soll das bloß weitergehen, wie lange wird das noch dauern, wie viele Existenzen wird das kosten? Ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die leiden, besonders in Italien und anderswo. Und immer noch gibt es ein paar Hirnverbrannte, die sich im Park oder sonstwo zum Feiern treffen oder auf Wochenmärkte gehen, dieser Egoismus macht mich fertig. Habe diese Woche den Begriff "Wohlstandstrotz" gelesen, das trifft es wohl recht gut. Wir sitzen einfach auf dem hohen Ross und glauben, uns kann schon nichts wirklich Schlimmes passieren...

Danke für diesen Thread, Impala, ich merke gerade, dass es gut tut, sich mal Luft zu machen..

isolde

Wenn ich hier mal dazwischen grätschen darf, wo findet man denn diese Tanzschule von Motsi Mabuse? Ich finde die nicht...?


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  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
no avatar
   isolde35
Status:
schrieb am 21.03.2020 16:03
Zitat
samonna
Zitat
isolde35
Ich muss ehrlich sagen, seid gestern schlägt mir die Gesamtsituation auf's Gemüt. Bisher war ich bemüht, das Ganze nicht zu schwarz zu malen, es lief auch die Woche über recht gut, mein Mann ist zu Hause in Kurzarbeit, er arbeitet in der Veranstaltungsbranche, die ist natürlich tot, da its jetzt quasi gar nichts mehr zu tun, aber immerhin bekommt er noch einen Teil des Gehalts, und ich arbeite sowieso immer zu Hause, habe auch noch einige Aufträge gehabt im Verlauf der Woche, zwar nicht so viel wie sonst, aber das war noch okay. Unsere Tochter verhält sich spitze, das kann ich gar nicht genug loben, sie beschäftigt sich vormittags immer eine Weile alleine in ihrem Zimmer, malt was oder bastelt oder spielt Arzt mit ihren Kuscheltieren. Wenn ihr langweilig wird, lese ich ihr was vor oder wir spielen was, gestern haben wir die Motsi Mabuse Tanzschule für Kinder entdeckt, da haben wir mitgemacht, das fand sie toll. Und nachmittags baut mein Mann mit ihr ein Baumhaus im Garten, es hat tatsächlich fast etwas Idyllisches gehabt.

Dann aber kam am Mittwoch die Info, dass mein Schwager infiziert ist, meine Schwester und mein fünfjähriger Neffe wurden dann auch getestet und seit gestern steht fest, dass sie alle drei an Corona erkrankt sind und in Quarantäne bleiben müssen. Was sich insbesondere in der Wohnsituation schwierig gestaltet, weil meine Eltern mit im Haus wohnen. Meine Mutter ist fit, mein Vater hat aber diverse Vorerkrankungen, das macht mir schon große Sorgen. Allerdings waren die Tests meiner Eltern zum Glück negativ, was wohl daran liegt, dass meine Schwester und ihre Familie sofort beim Anfangsverdacht eine Quarantänezone innerhalb des Hauses eingerichtet haben. Das war wirklich schnell und gut reagiert, trotzdem mache ich mir Sorgen um sie. Mein Schwager hat seit gestern Abend auch Probleme beim tiefen Einatmen,die Lunge tut ihm weh und ich habe einfach Schiss, dass das schlimmer wird. Zum Glück geht es meinem Neffen gut.

Dann kommt dazu die allgemeine Situation, ich kann mir kaum noch die Nachrichten angucken, ohne dass Angst hochkommt in Bezug auf die Lage insgesamt. Wie soll das bloß weitergehen, wie lange wird das noch dauern, wie viele Existenzen wird das kosten? Ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die leiden, besonders in Italien und anderswo. Und immer noch gibt es ein paar Hirnverbrannte, die sich im Park oder sonstwo zum Feiern treffen oder auf Wochenmärkte gehen, dieser Egoismus macht mich fertig. Habe diese Woche den Begriff "Wohlstandstrotz" gelesen, das trifft es wohl recht gut. Wir sitzen einfach auf dem hohen Ross und glauben, uns kann schon nichts wirklich Schlimmes passieren...

Danke für diesen Thread, Impala, ich merke gerade, dass es gut tut, sich mal Luft zu machen..

isolde

Wenn ich hier mal dazwischen grätschen darf, wo findet man denn diese Tanzschule von Motsi Mabuse? Ich finde die nicht...?


Auf der Facebook-Seite von Motsi Mabuse gibt es Videos zu sehen, aber ich glaube, sie macht das jetzt auch bei Instagram und auf YouTube

isolde


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
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   Maigloeckchen11
schrieb am 21.03.2020 16:29
Danke, Impala, für die Eröffnung!

Bei uns so:
Beruflich ist bei uns alles noch gut, mein Mann ist selbständig, wir arbeiten meistens aus dem Homeoffice, noch sind genügend Aufträge in der Pipeline.

Aber psychisch geht es mir schlecht, deshalb bin ich froh, das hier mal niederschreiben zu dürfen. Wir waren in Österreich, seit gestern wissen wir, dass es in dem Ort Fälle gab und wir sollen in freiwillige Quarantäne. Seit Mitte der Woche hat mein Mann nun Symptome - ob "normale" gripp. Infekt oder Covid kann keiner sagen, ich habe nur leichtes Halsweh, das habe ich sehr oft. Ich war natürlich auch schon Einkaufen (und bin auch verrückt geworden auf der erfolglosen Suche nach Mehl und Klopapier). Als ich dann - nicht nur in den Medien, sondern "in echt, hier bei uns" die Leute sinnvoller Weise mit Masken und Handschuhen gesehen habe kamen mir die Tränen. Und natürlich hätte ich nicht mehr Einkaufen gehen dürfen.

Aber vor allem, hatten wir schon meine Eltern besucht, beide Hochrisikoguppe. Ich habe große Angst um meine Eltern. Mein Vater geht mit Mitte 80 Einkaufen (wir haben uns gestritten deswegen) und meine Mutter ist ein Pflegefall, die außer Besuchen wirklich nichts mehr hat.Daher möchte sie die Gefahr auch nicht sehen. Und sie braucht meine Unterstützung, ich bin normalerweise einige Stunden pro Woche dort. Sie haben eine 24-h-Pflegekraft aus Polen, die eigentlich jetzt zurückreisen müsste, aber noch einen Monat bleiben wird. Diese ist aber zunehmend urlaubsreif und schränkt ihre Tätigkeiten auf ein Minimum ein, und eigentlich waren meine Eltern froh, dass jetzt jemand Neues kommt, da es immer schwieriger wird. In einem Monat stehen wir vielleicht ganz ohne Hilfe da, da natürlich keine Kräfte mehr nach Deutschland einreisen möchten. Ich weiß nicht, was dann werden soll. Vorübergehend ins Pflegeheim ist ohne Wartezeit nicht drin und wäre in der Corona-Zeit nicht ungefährlich. Meine Gedanken rotieren. Und morgen muss ich hin zu meine Eltern, die Tabletten für die Woche richten, und ich habe keine Schutzmasken mehr bekommen, die ich anziehen könnte. Ich hoffe, dass das angesagte Sonnenwetter stimmt, dann ziehe Einmalhandschuhe an, schnappe ich mir die Sachen, gehe raus auf die Terrasse und sortiere dort alles.

A propos Klopapier: Bei Aldi stehen bei uns laut Aldi-Mitarbeiter zurzeit um 8 Uhr vor Öffnung 50 Leute Schlange, die nur Toilettenpapier wollen. Nächste Woche solle sich die Lage entspannen. Hoffen wir das.

Euch alles Gute, haltet die Ohren steif, jeder mit seinen individuellen Probleme und doch in einem Boot - klingt ja wie bei der KiWu-Problematik.
Maiglöckchen


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
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   luna2
Status:
schrieb am 21.03.2020 21:01
Irgendwie konnte ich bis heute innerlich alles irgendwie auf Distanz halten.

Zwar sieht es auch für mich als Selbstständige nicht gut aus. Mein Mann ist im home-office und ich so halb, versuche alle Arbeitstermine zu verschieben, um mit möglichst wenig Menschen Kontakt zu haben, aber dann verdiene ich eben auch kaum was. Wir gehen nur zum notwendigsten Einkauf raus, die Kinder gehen ab und an in den Garten, den wir glücklicherweise haben.Die Kinder machen das alles total gut, die Zwillinge spielen gut miteinander, nur am Abend drehen sie irgendwann durch. die Große ist eh froh wenn sie ihren Ruhe hat und arbeitet auch viel für die Schule. meine Stieftochter hat keine Uni, sie ist jetzt auch hier bei uns, da ihr die große Studenten-WG wo sie wohnt nicht so geheuer ist gerade, da ist nach wie vor viel Besuch.Sie wohnt jetzt wieder hier und lernt viel, macht sich aber Sorgen um ihren geplanten Abschlussprüfungen.

Heute haben mich aber diese hohen Totenzahlen aus Italien so sehr erschüttert. Und dann hustet mein Mann auch noch seit heute, Tendenz zunehmend....bisher kein Fieber, aber was wenn das kommt? Wir haben keinen wissentlichen Risikokontakt gehabt, aber was sagt das letztlich aus bei Dunkelziffer? Würde er überhaupt betetest werden gerade, ich glaube eher nicht.

Ach Mann, ich wollte doch keine Panik schieben, aber jetzt ist es allmählich soweit. Und das fängt ja alles erst an.


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
avatar    sanogo
Status:
schrieb am 21.03.2020 21:24
Hallo
und danke für den Thread.

Uns geht es soweit ganz gut. Leider leben wir in einer Großstadt ohne Garten oder Balkon, gehen aber noch mit nötigem Abstand Fahrradfahren im Wald. Noch klappt es super mit selbständigem Spiel, Bespaßungen und leichtem IPad-Konsum.
Mein Mann hat seit Donnerstag endlich HO, ich musste (leider) arbeiten und hatte unseren Sohn die Woche drei Tage bei einer guten Freundin, von der ich weiß, dass sie genauso penibel auf Außenkontakte achtet. Nächste Woche haben wir zum Glück Urlaub, so dass das Betreuungsproblem der letzten Woche weg fällt.
Unser Urlaub wurde auch von der TUI gecancelt, das Geld gibt es zurück. (ist zwar nur nebensächlich im Moment, aber ein Lichtblick).
Wir haben viel Verwandtschaft im Ausland, es ist schon ein komisches Gefühl, dass die Grenzen geschlossen sind, aber ich hoffe, als Deutsche kämen sie im Notfall mit nötiger Quarantäne ins Land.
Um meine Eltern mache ich mir auch große Sorgen (beide mit coronaren Vorerkrankungen) und eine Autostunde entfernt..Mein Mann hat Asthma.

Seufz.

LG sanogo


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
no avatar
   xX-Spirit-Xx
Status:
schrieb am 21.03.2020 21:41
Der Thread tut echt so gut gerade!
Heute ist irgendwie alles aus mir rausgebrochen und ich habe vor den Kindern geweint traurig Ich schlafe schon seit Wochen schlecht, erst wegen dem Gerichtsprozess von dem Kinderporno-Therapeuten, bei dem meine große in Behandlung war (sie ist kein Opfer aber die Sache nimmt einen trotzdem sehr mit) und dann eben wegen dem ganzen Corona-Mist. Ich habe schlimme Magenschmerzen gehabt letzte Woche. Wohl von der Psyche.
Alle paar Tage neue Auflagen, neue Einschränkungen, jetzt hier in Bayern eben die Ausgangssperre..
Wenn man einkaufen geht ist es echt ein Trauerspiel. Im dritten Laden hab ich heute Toilettenpapier bekommen. Kein Mehl und keine Hefe für Pizza oder Kuchen mehr da und dazu noch die bösen Blicke der Verkäufer und der anderen Kunden. Meine Nachbarin arbeitet im Baumarkt, sie hat mir die Wut auf die Kunden geschildert diese Woche, ich hatte sofort ein schlechtes Gewissen..

Der Hammer war aber: Mein Chef hat unsere Büromitarbeiter in 2 Schichten aufgeteilt um die Menschenzahl im Büro zu verringern. Spätschicht von 13 bis 19:30 Uhr und Frühschicht von 6 bis 12:30 Uhr. Die die Vollzeit arbeiten, müssen auch noch am Samstag rein.. Mir erschließt sich die Maßnahme nur nicht, weil unser Büro sich über 3 Stockwerke erstreckt und wir auch fast jeder ein eigenes Zimmer haben. Die, die sowieso immer zusammenarbeiten, bleiben auch weiterhin zusammen. Die Arbeitszeiten sind aber schon krass und ich habe Panik, wenn ich dann nach der Zeitumstellung in der Frühschicht arbeiten darf.. Ich muss dann um 4:30 Uhr aufstehen.. Und das für eine Maßnahme, die sich mir nicht erschließt.
Es ging mir heute wirklich schlecht. Zum Glück gibt es noch dieses Forum und man fühlt sich schonmal nicht alleine. Vielen Dank dafür!


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
avatar    Maral
schrieb am 23.03.2020 14:52
Wir haben fast sowas wie Alltag, dadurch, dass Homeoffice nicht ist. Das wird auch so bleiben, selbst bei einer Ausgangssperre. Hier bei uns fällt das alles etwas humaner aus bis jetzt. Wobei doch Spaziergänge in Hausnähe fast überall noch erlaubt sind. Und raus dürfen wir dann immer noch. Spaziergänge und Sport werden erlaubt bleiben. Da haben wir auch Glück, dass wir sehr grün und relativ weitläufig leben. Aber selbst, wenn nicht, wir müssen zur Arbeit und zur Schule. Da geht's halt dann zu Fuß zur Bahn, zur Schule, zum Einkaufen. Unser Stadtteil ist auch nicht im Fokus. Da waren schon zu Beginn der Krise keine Menschenmassen. Mit den öffentlichen, dass einzige, was ich etwas bescheuert finde, naja. Genauso wie so manche Firmen- und Regierungsentscheidungen. Aber ich seh es letztlich so, dass jammern einem nur schadet und nicht hilft. Wir versuchen immer ganz bewusst zu schauen, ok, die Gesamtsituation ist ziemlich bescheiden, aber wo haben wir im speziellen denn jetzt Glück, oder was ist positiv. Das klappt derzeit ganz gut. Bekommen tun wir alles außer derzeit Toilettenpapier, aber wir schauen einfach alle zusammen und teilen. Ansonsten klar, gibt's mal kein Mehl, gibt's halt was anderes. Wir haben aber zum Glück auch keine Geburtstage oder so. Ich finde mehr die Reaktionen der Menschen schlimm: Das streiten um Ware in den Supermärkten, dass beschimpfen von Chinesen, die Grundaggressivität, die bei manchen herrscht, aber auch die Schwarzseherei und das sich reinsteigern bei manchen.
Ich für mich halte mich auch von den Medien fern, soweit es geht, außer den Seiten des RKI, Infektionsschutz und Bundesgesundheitsministerium. Da ich aber auch schon immer leicht zur Hypochondrie , bzw Überängstlichkeit in Sachen Krankheiten neige, ist das schlicht auch ein Selbstschutz. Sonst würde ich tatsächlich nicht mehr in die Bahn steigen. Meine Risikoverwandten verhalten sich alle vorbildlich, unsere Wohngegend ist relativ leer, und auch, wenn ich ungern Bahn fahr, ich bin für Krümel sehr froh für die Betreuung, wodurch er sich jeden Tag auf dem Schulhof austoben und zumindest immer einen Spielpartner hat. Da er ein extremer Gruppenmensch ist, der sonst 3-6 mal die Woche noch nach dem Ganztag verabredet hat. wäre das ganz schlimm, wochenlang niemanden zu haben.
Die Unterlagen der Schule sind immens, war aber klar, aber da kann er viel auch schon in der Betreuung machen. Mal von der leicht komischen Stimmung abgesehen, und den etwas reduzierten Freizeitbeschäftigungen, die wir aber auch nicht sooooo viel in Anspruch genommen haben, verläuft unser Alltag recht angenehm normal strukturiert. Es erfordert teilweise etwas mehr Planung.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 14:55 von Maral.


  Re: Wie geht es Euch in dieser Corona- Zeit
no avatar
   murmi75
schrieb am 29.03.2020 16:08
Mir gehts nicht gut, vor allem seitdem ich gehört habe, dass immer mehr Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, schwere Verläufe haben und sterben. Mich macht die Ignoranz von Trump wütend und traurig und ich befürchte, dass in den USA, Südamerika und Afrika unendliches Leid entsteht und viele, viele Menschen sterben! Manchmal wache ich morgens auf und denke, das war alles nur ein Traum.




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