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  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   Impala-34
Status:
schrieb am 19.03.2020 15:49
Zitat
Hakuna Matata
Danke für viele Anstoßgedanken!

Gerade rief mein Mann mich an, es gibt ein Verdachtsfall in deren Firma, falls sich Corona bestätigt, dann müssten sie alle in Quarantäne. Und zwar da vor Ort. Er kann dann erstmal gar nicht nach Hause kommen. Darf dann 2 Wochen in seiner Notunterkunft verbringen traurig Kann mir jemand sagen, ob es wirklich so sein muss oder darf er doch nach Hause kommen und die Quarantäne hier abhalten? Wer entscheidet es überhaupt? So ein Mist...

Zum Thema: wie soll man das Gehalt der Erzieher bezahlen, keine Ahnung. Genauso, wie ich keine Ahnung habe, wie ich dieses Geld für die Erzieher auftreiben soll, ohne Arbeiten zu können.

Er dürfte sich wohl auch bei Dir in häusliche Quarantäne begeben, wenn er sicher stellen kann, dass er keinen Kontakt auf dem Weg zu Dir mit anderen hat.. Aber das bedeutet dann auch, dass Du und die Kinder gar nicht mehr raus könne3n, d.h. auch nicht mehr einkaufen.
Die Quarantäne ist eine sehr strikte Massnahme. Der Betroffene muss z.B. zweimal täglich Fieber messen. Er darf gar keinen Kontakt mehr außer Haus haben. Einkäufe müssen vor der Tür abgestellt werden.
Kontrolliert wird das von Gesundheitsamt. Sie rufen den Betreffenden in der Regel mehrmals täglich an, um den Gesundheitszustand und die Einhaltung der Quarantäne zu überprüfen. Verstöße werden mit empfindlichen Strafen geahndet.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   Hamamelis71*
schrieb am 19.03.2020 16:42
Zitat
Hamamelis71*
Hakuna Matata, und wenn sich Dein Mann krank meldet? Zumindest mein Hausarzt hatte einige Leute, die um Krankschreibung gebeten haben, aus verschiedenen Gründen.

Es gibt tatsächlich Leute, die haben schlichtweg einfach Angst sich anzustecken und die machen sich wegen Corona verrückt und lassen sich krankschreiben.

Meine Kollegin hatte wirklich extremen Stress und war deswegen auch mal krank geschrieben. Es ging einfach nicht mehr, sie hat bei jedem Wort geweint. Ich habe im gleichen Projekt gearbeitet, mich hat das auch gestresst, aber hatte irgendwann eine scheißegal Mentalität und habe getan, was zeitlich ging. Die Menschen sind unterschiedlich und psychisch unterschiedlich belastbar.

Ich bin ja seit 3 Wochen mit Grippe zu Hause (der Hausarzt hat jetzt einen Test gemacht), wisst ihr wie viele Leute mich deswegen panisch auf Corona angesprochen haben?


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
avatar    Maral
schrieb am 19.03.2020 16:48
Aber wo zieht man da die grenze, gerade zu coronazeiten. Wenn die ts bspw jetzt unter schlafstörungen leidet? Eigentlich schreiben, oder sollen eigentlich nicht ohne grund krank schreiben.insofern muss man doch immer eigentlich davon ausgehen, dass der arzt einen grund gesehen hat und sei es, um krankheit irgendwo vorzubeugen


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   berlink
Status:
schrieb am 19.03.2020 18:03
Es geht hier aber nicht um die AU für einen Menschen, der Angst hat, psych. Gründe etc. hat, Sondern es wurde überlegt, dass der EM, der nicht als krank, ängstlich etc. beschrieben wurde, sich AU schreiben lassen soll, weil die TE mit der aktuellen Sit. nur schwer zurecht kommt und verärgert ist, unzufrieden mit den geltenden Regelungen. Und das ist KEIN Grund, dass ER krank geschrieben wird. Wenn die TE wirklich psych. Überlastungssymptome zeigt, dann könnte man überlegen ob diese AU geschrieben wird, was ihr aufgrund der Selbständigkeit nur nix nützt.
Hier kann man auf Kosten der Allgemeinheit nicht verschiedene Dinge in einen Topf werfen. Ich werde nicht AU geschrieben, weil meine Fam.angehörigen Streß haben. Ich kann mich sehr wohl aber unbezahlt frei stellen lassen.
Das ist übrigens auch, neben der Maßgabe, dass wir jetzt noch mehr und alle für die Pat. da sein sollen, die Handhabung bei meinem AG. Ich dürfte zu Hause bleiben, so es machbar ist, aber nur auf meine Kosten. So ist das nun mal.

Schlafstörungen sind allenfalls ein Symptom, aber kein AU-Grund. Da müsste ja Jeder, der Nachtschichten oder Bereitschaftsdienste schiebt, auch AU geschrieben werden, weil der hat garantiert Schlafstörungen.

Panisch auf Corona angesprochen zu werden, heisst, dass diese Menschen sich informieren sollten, etwas gegen ihr evtl. katastrophisierendes Denken an die Hand gegeben werden kann, aber auch das ist nicht einfach ein AU-Grund.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.20 18:07 von berlink.


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  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   pmami
schrieb am 19.03.2020 18:38
Zitat

dass der arzt einen grund gesehen hat und sei es, um krankheit irgendwo vorzubeugen

Maral, bei allem Verständnis für die derzeitige für uns alle belastende Situation und bei allem Verständnis für die besch... Situation der TE und bei absolut Null Verständnis für den AG, der mit der erlaubnis für Home Office die jetzt drohende Quarantäne für den Ehemann vielleicht hätte verhindern können:

Man ist arbeitsunfähig aufgrund einer Krankheit. Man ist nicht arbeitsunfähig, um einer Krankheit vorzubeugen. Stress, Belastung oder Erschöpfung sind keine Erkrankungen. Ein chronisches oder akutes Erschöpfungssyndrom oder eine Angststörung sind zwar Erkrankungen, aber für diese Diagnose muss weit mehr zusammenkommen als eine Woche Stress wegen Kita-Schließung. Und selbst dann führt auch noch nicht jede Erkrankung zwingend zu einer Arbeitsunfähigkeit. Ich kann theoretisch depressiv sein und abhängig von der Schwere der Depression, der medikamentösen Einstellung und der aktuellen Phase meiner Erkrankung trotzdem in der Lage sein zu arbeiten.

Eine Arbeitsunfähigkeit zwingt den Arbeitgeber das Gehalt in voller Höhe weiterzuzahlen. Dass ist ja der Grund, warum die Menschen eine AU einem unbezahlten Urlaub vorziehen. Bei einem unbezahlten Urlaub bekommt man nämlich, wie der Name schon sagt, nichts bezahlt. Wenn ich mir eine AU ausstellen lasse, ohne krank und aufgrund der Krankheit arbeitsunfähig zu sein, dann ist das in der Tat, wie Impala schon richtig gesagt hat, ein Betrug zu Lasten des Arbeitgebers. Der hat sich hier zwar selbst besch... verhalten, das bedeutet aber nicht, dass man es ihm mit gleichger Münze heimzahlen sollte oder dazu aufrufen sollte. Und wenn ich von Betrug spreche, meine ich das nicht im übertragenen Sinne, flapsig oder als Redensart sondern ich rede von einem Straftatbestand, der in § 263 des StGB geregelt ist.

Hakuna: Hatte Dein Mann Kontakt zu dem Arbeitskollegen? Ich weiß, dass das jetzt kein Trost ist, aber bei einer Inkubationszeit von 14 Tagen hätte vermutlich auch ein Home Office in den letzten vier Tagen Deinen Mann nicht mehr vor der Quarantäne bewahrt. Eine andere Frage ist natürlich, ob Ihr alle zusammen in Quarantäne gehen wollt (und Du und die Kinder das Ansteckungsrisiko eingehen solltet) oder nicht. Solange die Quarantäne nicht angeordnet ist und auch sonst keine anderen Maßnahmen verfügt wurden, kann Dein Mann noch nach Hause kommen. Aber bitte ohne jeden Kontakt zu anderen Menschen, also nur mit Auto von Tür zu Tür und ohne zu tanken. Wenn es geht.

Alles Gute für Dich und Deine Familie!

Wir haben heute die Nachricht erhalten, dass eine Person aus der Schule meines Sohnes positiv getestet ist. In der Tat frage ich mich, ob wir damit jetzt auch alle in Quarantäne müssen. Gehört haben wir noch nichts. Ich fürchte aber, dass das Gesundheitsamt da gar nicht mehr hinterherkommt.

Viele Grüße pmami


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   Merle_77
schrieb am 19.03.2020 19:35
@Quarantäne: Bei uns stand in der Zeitung, dass nur der in Quarantäne muss, der mind. 15 min unmittelbaren Kontakt zu einem positiv Getesteten hatte - nicht aber seine Familienangehörigen. Das heißt, dass dein Mann ggf. in Quarantäne muss, ihr aber nicht - selbst wenn ihr dann alle unter einem Dach wohnt. Für dich und die Kinder würde erst dann Quarantäne angeordnet werden, wenn dein Mann selbst positiv getestet wird.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
avatar    Maral
schrieb am 19.03.2020 21:03
Naja, ich kenne genügend menschen, die von ärzten aufgrund von schlafstörungen,überlastungen etc krank gwschrieben haben. Da würde sich der arzt ja mit strafbar machen. Oder weil jemand temporär nicht mehr kann. Das ist ja ein schmaler grad. Es geht ja auch nicht darum, dem arbeitgeber eines auszuwischen, oder hinzugehen und zu sagen, schreiben sie mich mal krank, ich will nicht auf meinen urlaub verzichten. Aber in dem moment, wo jemand nicht mehr kann, weil er nicht mehr schläft vor sorge, ist er auch nicht mehr wirklich arbeitsfähig, und wenn jemand merkt, er ist kräftetechnisch überfordert , dass zu wuppen, arbeiten zu gehen und die kinder zu versorgen , die nicht betreut werden, kann jemand auch unfähig zur arbeit sein. Und ich kenne auch einige fälle, wo psychotherapeuten krank schreiben, damit es nicht zum burn out oder so kommt. Ob jemand fähig ist, zu arbeiten, ist ja irgendwo auch subjektive betrachtungsweise. Letzlich merkt man das auch an unterschiedlichen krankschreibungslängen: der eine arzt sagt bei mandelentzündung mindesten seine woche , ein anderer meint, drei tage reichen.
Wo will man denn die messlatte für betrug ansetzen. Wer das beurteilen? Letztlich kann das doch nur der arzt, ob esberechtigt ist, dass sich jemand nicht für arbeitsfähig hält. Finde ich.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   pmami
schrieb am 19.03.2020 21:28
Ja, das ist richtig. der Arzt würde sich ebenfalls strafbar machen, wenn er weiß, dass ein patient sich krank schreiben lassen möchte, weil die Ehefrau mit zwei Kindern alleine zu hause ist und der patient keine Erlaubnis zum Home Office von seinem Arbeitgeber bekommt.

Natürlich gibt es immer einen Ermessenspielraum bei der Frage, ob jemand so krank ist, dass er nicht arbeiten kann. Aber ohne Krankheit gibt es diesen Ermessensspielraum nicht. Der Ausgangsvorschlag war, dass der Ehemann sich krankschreiben lässt, weil die TE in einer - veständlichen - Belastungssituation ist.

Viele Grüße pmami


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.20 21:28 von pmami.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   Merle_77
schrieb am 19.03.2020 21:29
Zitat
Maral
Wo will man denn die messlatte für betrug ansetzen. Wer das beurteilen? Letztlich kann das doch nur der arzt, ob esberechtigt ist, dass sich jemand nicht für arbeitsfähig hält. Finde ich.

Ich denke, als allererstes muss man sich selbst fragen, "Bin ich gesund genug zum Arbeiten?" - Wenn man das richtigerweise bejaht und sich trotzdem "krank schreiben" lässt, ist es Betrug. Falls der Arzt das erkennt und mitmacht, hängt er ebenfalls mit drin. Natürlich ist ein solcher Betrug oft nicht nachzuweisen. Und natürlich gibt es Grenzfälle, in denen die Einschätzung, ob jemand psychisch arbeitsfähig ist, schwierig ist - zum Teil auch für diesen selbst. Aber um so etwas ging es hier im Ausgangspunkt der Diskussion nicht. Hier ging es vor allem um die Frage, ob man in der aktuellen Ausnahmesituation eine Erkrankung vorschieben "darf". Rechtlich: ganz klar "nein". Moralisch: eigentlich auch "nein" - aber, ja, wenn man es dreht und wendet, findet man sicher Situationen, in denen jemandem das Wasser so sehr bis zum Hals steht, dass man den objektiven Betrug moralisch verzeihen könnte... (im Falle der TE aus meiner Sicht nicht, aber sie kam ja auch gar nicht auf die Idee)


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
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   berlink
Status:
schrieb am 19.03.2020 23:13
Zitat
Maral
Naja, ich kenne genügend menschen, die von ärzten aufgrund von schlafstörungen,überlastungen etc krank gwschrieben haben. Da würde sich der arzt ja mit strafbar machen. Oder weil jemand temporär nicht mehr kann. Das ist ja ein schmaler grad. Es geht ja auch nicht darum, dem arbeitgeber eines auszuwischen, oder hinzugehen und zu sagen, schreiben sie mich mal krank, ich will nicht auf meinen urlaub verzichten. Aber in dem moment, wo jemand nicht mehr kann, weil er nicht mehr schläft vor sorge, ist er auch nicht mehr wirklich arbeitsfähig, und wenn jemand merkt, er ist kräftetechnisch überfordert , dass zu wuppen, arbeiten zu gehen und die kinder zu versorgen , die nicht betreut werden, kann jemand auch unfähig zur arbeit sein. Und ich kenne auch einige fälle, wo psychotherapeuten krank schreiben, damit es nicht zum burn out oder so kommt. Ob jemand fähig ist, zu arbeiten, ist ja irgendwo auch subjektive betrachtungsweise. Letzlich merkt man das auch an unterschiedlichen krankschreibungslängen: der eine arzt sagt bei mandelentzündung mindesten seine woche , ein anderer meint, drei tage reichen.
Wo will man denn die messlatte für betrug ansetzen. Wer das beurteilen? Letztlich kann das doch nur der arzt, ob esberechtigt ist, dass sich jemand nicht für arbeitsfähig hält. Finde ich.

Es gibt schlichtweg keine Möglichkeit, lediglich aufgrund von Schlafstörungen oder Überlastungen AU geschrieben zu werden. Möglicherweise kennst Du von diesen Leuten nicht die gesamte Anamnese und nicht alle Gründe, die für die AU vorlagen.
Es geht hier offenbar nicht um einen Menschen, der "nicht mehr kann", sondern um den EM der -nachvollziehbar- unzufriedenen, verärgerten TE. Über diesen EM schreibt sie von keiner Symptomatik. Oder soll er stellvertretend für sie AU geschrieben werden? Was j nicht geht.

Klar, geht es letztlich darum, dem AG eins auszuwischen, weil der so doof ist und von seinem-nachvollziehbar hin oder her- Recht Gebrauch machte, die Leute nicht ins home office gehen zu lassen. Wenn es so schlimm ist, ja, da muss man in den sauren Apfel beißen und in den unbezahlten Urlaub, Minusstunden, Urlaub gehen. Du beißt auch in den sauern Apfel und nimmst die Notfallbetreuung in Kauf, trotz, dass dann das Infektionsrisiko steigt. Ich beiße in den sauern Apfel und habe einen völlig stressigen Tagesablauf, um die Notfallbetreuung (noch) nicht in Anspruch nehmen zu müssen mit dem Risiko, dass die unbeaufsichtigten Kinder im Streit zu Schaden kommen.
Das Fünferl UND das Weggle gehen nicht, so sagt man hier. Nehme ich die Vorteile, die die entfernte Arbeit des EM offenbar bietet und die Selbständigkeit der TE in Kauf, dann muss ich wohl zeitweise auch mit den Nachteilen leben. Ist blöd, geht uns allen von Zeit zu Zeit so.

Du kannst keine Fälle kennen, die von einem Psychotherapeuten AU geschrieben werden, weil die psycholog. Psychotherapeuten es nicht dürfen. In D dürfen nur Ärzte krank schreiben, sonst keiner. Entweder wissen die Bekannten die Profession dessen, bei dem sie sich psychotherapeutisch behandeln lassen, nicht (was schon schlimm genug ist), also: ist es nun ein Mensch, der Psychologie und Medizin studiert hat oder ist es ein Arzt, der eine psychotherapeutische Ausbildung hat.... oder sie haben Dir Unsinn erzählt.

Kurz:
nur ein Arzt kann krank schreiben
stellvertretend kann keiner AU geschrieben werden, eine unzufriedene, mit 2 Kindern und home office (was gerade existentiell nötig ist???) belastete EF ist kein Grund, den EM Au zu schreiben
Schlafstörungen reichen für eine AU nicht aus


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
avatar    Maral
schrieb am 20.03.2020 08:59
Zitat
Merle_77
Zitat
Maral
Wo will man denn die messlatte für betrug ansetzen. Wer das beurteilen? Letztlich kann das doch nur der arzt, ob esberechtigt ist, dass sich jemand nicht für arbeitsfähig hält. Finde ich.

Ich denke, als allererstes muss man sich selbst fragen, "Bin ich gesund genug zum Arbeiten?" - Wenn man das richtigerweise bejaht und sich trotzdem "krank schreiben" lässt, ist es Betrug. Falls der Arzt das erkennt und mitmacht, hängt er ebenfalls mit drin. Natürlich ist ein solcher Betrug oft nicht nachzuweisen. Und natürlich gibt es Grenzfälle, in denen die Einschätzung, ob jemand psychisch arbeitsfähig ist, schwierig ist - zum Teil auch für diesen selbst. Aber um so etwas ging es hier im Ausgangspunkt der Diskussion nicht. Hier ging es vor allem um die Frage, ob man in der aktuellen Ausnahmesituation eine Erkrankung vorschieben "darf". Rechtlich: ganz klar "nein". Moralisch: eigentlich auch "nein" - aber, ja, wenn man es dreht und wendet, findet man sicher Situationen, in denen jemandem das Wasser so sehr bis zum Hals steht, dass man den objektiven Betrug moralisch verzeihen könnte... (im Falle der TE aus meiner Sicht nicht, aber sie kam ja auch gar nicht auf die Idee)
.

Genau so meine ich das eigentlich smile Und wenn jetzt jemand unter Corona sagt, er kommt mit dieser Lage nicht klar und ist fix und fertig und hat Existenssorgen und der AG stellt einen vielleicht noch nichtmal ohne Bezahlung frei, wird es so manchen geben, der tatsächlich gar keine Arbeitsleistung erbringen kann, ohne krank zu sein. Und sorry, wäre das so bei mir, würde ich mit Sicherheit auch nicht kündigen und mir was anderes suchen, dass muss man nämlich dann auch erstmal bekommen, sondern würde zum Arzt gehen.

@Berlink: Nagel mich jetzt nicht auf der Bezeichnung fest. Im Zweifel haben sie Psychiater gesagt, aber doch, solche Krankschreibungen gibt es. Und mir wurde selbst zu Beginn, als ich alleinerziehend war, dass auch mal angeboten. Vom Arzt. Und als ich nach der Elternzeit wieder anfing mit arbeiten. Als ich kaum Schlaf hatte, mich mit 6 Cappucchino übern Tag geschleppt, um in seinen Augen halt eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit zu verhindern. Bzw längeres Krankwerden, weil mein Immunsystem im Keller war. Ich habe es beide male gar nicht gebrauch ( ich sah wohl erschöpfter aus, als ich war), aber ich würde nie auf die Idee kommen, dass als Betrug zu deklarieren. Mag es rechtlich sein, es wäre dennoch moralisch für mich vertretbar gewesen, wenn ich es gebraucht hätte. Und so mag es vielleicht Betrug sein, hätte sich die Bekannte mit ihrer Angst und dem Risikostatus krankschreiben lassen, hätte der AG nicht doch noch eingelegt, aber auch das hätte ich völlig gerechtfertigt gefunden. Wer bekommt mit 60 noch einen neuen Arbeitsplatz? Da soll sie kündigen, weil sie nicht zu hause bleiben darf? Sie konnte eh nicht arbeiten, weil ihre Gedanken nur um die Hin- und Rückfahrt kreisten. Das ist für mich kein Betrug. Ich finde, Merle hat das ganz gut formuliert.
Wie das jetzt bei der TS ist, vermag ich nicht zu beurteilen.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
no avatar
   pmami
schrieb am 20.03.2020 09:23
Maral, die Ausgangsfrage (die NICHT von der TE kam, by the way) war, ob ein Arbeitnehmer, der kein Home Office bekommt sich nicht einfach krankschreiben lassen kann, damit er zu Hause bei seiner Familie sein kann. Da ging es weder um ein Erschöpfungssyndrom noch um ein burn out oder eine Angsstörung. Und da muss man ganz einfach mal sagen, nein, das geht gar nicht und dazu kann man auch in Internetforen nicht raten. Weil das eine Straftat ist. Mir ist schon klar, dass viele das als Kavaliersdelikt ansehen, so wie das beschei...von Versicherungen nach dem Motto "Mein (eigener) Laptop ist mir runtergefallen, kannst Du das mal über Deine Haftpflichtversicherung regulieren lassen?". Auch in diesem Fall soll ein Dritter eine Geldleistung erbringen, auf die kein Anspruch besteht. Jeder, der das will, kann jederzeit zu Hause bleiben. Keine Frage. Aber ob das von dem Arbeitgener bezahlt werden muss, obwohl jemand nicht krank und nicht arbeitsunfähig ist, dass ist eine ganz andere Frage. Und da gibt es keinerlei Unterschied zwischen der rechtlichen und der moralischen Bewertung.

Viele Grüße pmami


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
no avatar
   Impala-34
Status:
schrieb am 20.03.2020 11:44
Zitat
pmami
Maral, die Ausgangsfrage (die NICHT von der TE kam, by the way) war, ob ein Arbeitnehmer, der kein Home Office bekommt sich nicht einfach krankschreiben lassen kann, damit er zu Hause bei seiner Familie sein kann. Da ging es weder um ein Erschöpfungssyndrom noch um ein burn out oder eine Angsstörung. Und da muss man ganz einfach mal sagen, nein, das geht gar nicht und dazu kann man auch in Internetforen nicht raten. Weil das eine Straftat ist. Mir ist schon klar, dass viele das als Kavaliersdelikt ansehen, so wie das beschei...von Versicherungen nach dem Motto "Mein (eigener) Laptop ist mir runtergefallen, kannst Du das mal über Deine Haftpflichtversicherung regulieren lassen?". Auch in diesem Fall soll ein Dritter eine Geldleistung erbringen, auf die kein Anspruch besteht. Jeder, der das will, kann jederzeit zu Hause bleiben. Keine Frage. Aber ob das von dem Arbeitgener bezahlt werden muss, obwohl jemand nicht krank und nicht arbeitsunfähig ist, dass ist eine ganz andere Frage. Und da gibt es keinerlei Unterschied zwischen der rechtlichen und der moralischen Bewertung.

Viele Grüße pmami

Ganz genau so ist es!


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
avatar    Hakuna Matata
Status:
schrieb am 20.03.2020 13:37
Kleines Update von uns: mein Mann sitzt in der Quarantäne vor Ort. Die Teststellen sind überlastet, ob sich Verdacht bestätigt, wird erst am Montag bekannt. Damit kann er auch am Wochenende auch nicht zu uns. Sollte der Fall sich bestätigen, bleibt er zwei Wochen in der Quarantäne vor Ort. Somit ist sein Unternehmen geschlossen und er kann nichts anderes tun, als Fernseher schauen oder Surfen. Wir wollen aber beide aktiven gesunden Kindern kein häusliches Arrest verordnen. Wir wohnen ländlich, haben einen großen Garten und einen Wald direkt vor der Nase. Wenigstens das wollen wir unseren Kindern nicht nehmen. Sollte der Fall sich nicht bestätigen, muss mein Mann ab Montag ganz normal weiterarbeiten. Und wird voraussichtlich erst nächstes Wochenende nach Hause kommen. Home Office ist nach wie vor keine Option für den Arbeitgeber. Als weiteren Grund wurde nun jetzt auch zugegeben, dass dem Unternehmen schlicht und einfach technische Voraussetzungen dafür fehlen. VPN ist nicht funktionsfähig und es fehlen entsprechend eingerichtete Arbeitsgeräte.

Wir werden es schon meistern. Man kann jetzt sowieso nichts mehr ändern.


  Re: Therapeutisch: kein Mann, kein Home Office
no avatar
   Solani2
Status:
schrieb am 20.03.2020 14:37
Bei euch kommt's wirklich noch dicker als gedacht ... bis auf Durchhalteparolen fällt mir auch nichts ein. Du siehst es ja eh schon positiv: ihr könnt wenigstens in den Wald.




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