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  Corona und Arbeitswelt
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   Taucher
schrieb am 15.03.2020 19:46
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll, oder nicht. Weil das Wort corona vielkeicht keiner mehr lesen mag. Aber es treibt mich um, deshalb jetzt doch.

Wir sind in der glücklichen Situation, die kinderbetreuung geregelt zu bekommen, ich muss allerdings arbeiten.

Von meinen arbeitskollegen werden mehrere evtl demnächst zu hilfeeinsätzen abberufen (thw, Feuerwehr, Reservisten). D. H. die Anzahl reduziert sich auch nochmal.

Und der Punkt ist; mein AG tut gefühlt nicht viel für unseren Schutz. Wir haben viel Kundenkontakt (der mit weniger Mitarbeitern dann noch steigt), ohne dass ein mindestabstand eingehalten werden kann. Es gibt keinerlei Desinfektionsmittel (haben wir uns kleine fläschchen selbst gekauft sonst hätten wir immernoch keines), kein mundschutz, nix.

Das belastet mich angesichts der steigenden Zahlen zunehmend und ich werde das auch ansprechen, hab allerdings wenig Hoffnung auf Veränderung - aus Erfahrung. Die Arbeitsstelle zu schliessen steht derzeit nicht zur Debatte, es wird also weitergehen.

Wie geht ihr damit um? Wie beruhigt ihr euch selbst?


  Re: Corona und Arbeitswelt
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   berlink
Status:
schrieb am 15.03.2020 22:26
Ich arbeite in einer Tagesklinik, wir haben Desinfektionsmittel. Das wars. Wir haben die Order, alle Pat. mit Schnupfensymptomen an den Hausarzt bzw. das Gesundheitsamt zu verweisen. Nur, das wissen wir von der letzten Wo: da läuft, so man nicht in einem Risikogebiet war oder Kontakte hatte, nix. Insofern ist die Dunkelziffer eh sehr hoch, und wer weiß, wer es alles schon hatte. Ich selbst habe vor dem Virus wenig Angst. Was ich machen kann, mache ich, ich bin Grippe geimpft, die Kinder auch. Meine Eltern sind vorzeitig aus ihrem Urlaub retour, leben aber in der Schweiz, so dass ich sie eh nicht sehe und sie sowieso nicht helfen dürfen. Die sorgen mich am meisten, mein va. nimmt das auf die leichte Schulter.
Meine Sorge ist, wie ich Kinder, Schulaufgaben, Arbeit gehändelt kriege, ohne sie in die Notberetruung zu geben udn was, wenn dann dort ein Fall, ist? . Und gerade, als ich den Wo.plan für die Kinder schreibe, wann sie zu welchen Uhrzeiten selbständig Schulkram machen, wann sie die BIldungsfernsehangebote von SWR/Alpha/BR nutzen, wann ich auf Arbeit bin, wann ich mittags schnell her komme, wann ich hier meine Berichte und Entlassbriefe schreibe, denke ich, ach, so eine Quarantäne käme mir jetzt gerade recht. Dann wäre unsere Abteilung zu und ich zu Hause.. .
Mein Mann wird weiterhin ganz normal arbeiten gehen, bis er nicht mehr darf, auch in einer Klinik.


  Re: Corona und Arbeitswelt
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 15.03.2020 23:13
Zitat
berlink
[...] da läuft, so man nicht in einem Risikogebiet war oder Kontakte hatte, nix.


Meine Schwester kam Mittwoch aus dem Urlaub zurück. Seit Freitag zählt die Gegend zu den Risikogebieten. Und selbst da läuft seitens Gesundheitsamt nix.
Sie hat sich jetzt selbstständig in häusliche Quarantäne begeben, aber das Gesundheitsamt sieht sich erst dann zuständig, wenn sie erste Symptome entwickelt.
Klar arbeiten die gerade jenseits ihrer Kapazitäten, aber es is schon wenig konsequent.
Die Dunkelziffer is also mit Sicherheit sehr hoch.


  Re: Corona und Arbeitswelt
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   henriette
schrieb am 16.03.2020 08:38
Nun ja, Schnupfen ist wohl ein Symptom, das bei Corona eher selten auftritt....


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  Re: Corona und Arbeitswelt
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   Hamamelis71*
schrieb am 17.03.2020 15:45
ich bin ja seit über 2 Wochen mit meinem Mann zu Hause - Grippe, da hätten wir uns nur bedingt irgendwo anstecken können. Unsere Arbeitgeber ermöglichen Home Office, allerdings muss ich die nächsten Tage mal an meinen Arbeitsplatz, weil da noch wichtige Unterlagen verschickt werden müssen. Allerdings ist dann dort niemand und den Briefkasten muss ich ab und zu mal leeren

Wenn Du unsicher bist, dann solltest Du Dich ggfs. krank melden. Wir haben auf der Arbeit ausreichend Mundschutz Handschuhe Desinfektionsmittel - habe ich zufällig kurz vor meiner Krankheit aus anderen Gründen sogar noch bestellt.

Ich bin grundsätzlich bei Krankheiten nie besonders ängstlich. Ich bin allerdings immer noch nicht fit, werde meine Krankschreibung aber nicht verlängern lassen. Denn ich müsste nochmal zum Hausarzt, der hat genug zu tun und da uns mein Arbeitgeber sowieso ins Home Office geschickt hat, ist es für mich jetzt egal. Ansonsten hätte ich kurz gearbeitet und mich mit krank ausgestempelt. Allerdings arbeite ich ja seit 2 Wochen sowieso regelmäßig von zu Hause und benötige nur ab und zu Zugriff auf Unterlagen. und im Moment sind sowieso alle Veranstaltungen und Termine abgesagt und die Kollegen nicht anwesend.

Im Einzelhandel stelle ich es mir z. B. schwierig vor, da haben jetzt Mitarbeiter vereinzelt Handschuhe an. Aber es gibt hier noch Nudeln Toilettenpapier und Mehl. Hamsterkäufe wird es sicherlich geben, aber wahrscheinlich nicht so ausgeprägt wie anderswo.

Ich habe die Hoffnung, dass in 2 Wochen die Welt schon wieder freundlicher aussieht, weil die Maßnahmen greifen. Hier sind alle noch relativ entspannt, da die Corona Fälle sehr überschaubar sind. Auf dem Markt halten die Leute von sich aus in der Schlange Abstand.

Die Schulen sind seit Montag geschlossen, die Lehrer relativ entspannt und haben den Kindern Aufgaben und Übungszettel mitgegeben. Man kann ja Lesen Schreiben Rechnen Vokabeln immer üben. Viel wichtiger finde ich es, dass die Kinder trotzdem in die Sonne können, das stärkt auch das Immunsystem nach der trüben Zeit. Wir haben hier Feld Wiesen und Wald vor der Tür und einen Garten, da kann man raus ohne viele Menschen zu treffen. Mit einem Freund kann mein Sohn mal Radtouren machen. Bei uns haben die Leute von sich aus die Spielplätze gemieden, da viele Eltern sich mit ihren Kindern im Garten oder der freien Natur aufhalten.

Meine Eltern werden 80 und sind relativ entspannt, meine Schwiegereltern auch. Am Freitag war im Hallenbad das Seniorenschwimmen noch extrem gut besucht (meine Freundin hat dort einen Gutschein gekauft). Vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, wenn man sich nicht (mehr) verrückt macht in einem gewissen Alter. Meine Mutter musste als Kind oft bei Fliegeralarm um ihr Leben rennen, ich glaube, dass diese Generation sich deswegen nicht mehr so viele Gedanken machen möchte. So ähnlich äußerte sich auch die Tante meines Mannes, die auf der Flucht im Krieg als Kind furchtbare Sachen erlebt hat.

Auf meiner persönlichen Skala hätte ich vor einem Atomunfall wesentlich mehr Angst - da hat man keine Vorsorge- oder Schutzmöglichkeiten und wäre der Strahlung relativ schutzlos ausgeliefert und das über lange Zeit. Eine Freundin ist Ärztin im Klinikum und ist vorsichtig, aber nicht ängstlich. Das beruhigt mich auch.

Hände waschen und Menschen meiden und Panik vermeiden, mehr kann wahrscheinlich im Moment nicht machen und hoffen, dass der Spuk möglichst schnell überstanden ist. Je nach Beruf ist man da als Mitarbeiter manchmal mehr gefährdet als andere Berufsgruppen.




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