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  Re: Hilfe
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   Merle_77
schrieb am 24.02.2020 15:16
Den Thread dazu, dass Progesteron in der Schwangerschaft die sexuelle Orientierung des Kindes beeinflussen könnte, habe ich damals auch gelesen - und ja, es hat mir auch ein mulmiges Gefühl verursacht. Nicht, weil ich ein Problem mit Homosexualität hätte, sondern weil die mitunter recht lockere Dosierung von Progesteron in der Kinderwunschbehandlung nach dem Motto "viel hilft viel" dadurch doch einen unguten Beigeschmack erhält. Ich hätte kein Problem damit, ein homosexuelles Kind zu haben. Ich würde mich allerdings trotzdem schwertun damit, diese Homosexualität durch Medikamente "verursacht" zu haben.

Trotzdem muss man sagen, dass Progesteron ja nicht ohne Grund verordnet wird. Und bevor ich eine Fehlgeburt riskieren würde, würde ich lieber zuviel Progesteron nehmen - und mit dem "Risiko" leben, dass das Kind eine andere sexuelle Orientierung entwickelt, als das ohne Progesteron der Fall gewesen wäre.

Im Nachhinein kannst du ja sowieso nichts mehr ändern. Und falls dein Sohn homosexuell oder transgender sein sollte, wirst du ohnehin nicht wissen, ob er das wegen des Progesterons geworden ist - oder sowieso geworden wäre.

Deine Angst und Panik kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich denke, hier in Deutschland sind wir auf einem guten Weg zu Offenheit und Gleichberechtigung. Und jeder von uns kann dazu beitragen, dass das noch besser wird.

Ich kenne einen 6jährigen, der auf die Frage, wie er als Erwachsener mal leben wird, sehr selbstverständlich erklärt, er werde mal mit einem Mann zusammen leben. Ich finde das süß und bin sehr neugierig, ob das mal wirklich so sein wird und ob eine Homosexualität dahinter steckt. Ich selbst hatte übrigens als Kind keine Phantasien dazu, mit irgendwem zusammen zu leben - bin trotzdem glücklich verheiratet zwinker

Mein Rat: Entspann dich und vermittle deinem Sohn, dass er ganz er selbst sein darf...


  Re: Hilfe
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   heute ohne Name
schrieb am 24.02.2020 23:04
Hallo zusammen,

wir sind heute spät heimgekommen und ich habe gerade nicht mehr die Kraft, euch allen in sinnvoller Weise zu antworten.

Das werde ich noch nachholen.

Ich wollte mich aber schon mal für Eure Beiträge bedanken, die mich teils sehr gerührt haben.

Schön, dass es dieses Forum gibt!


  Re: Hilfe
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   Chorus
Status:
schrieb am 25.02.2020 13:09
Eigentlich war für mich das generelle Spielen mit Mädchen (und damit meine ich explizit nicht Schwestern/Cousinen/Töchter der Freundinnen der Mutter...) so im Nachhinein auffällig - wie gesagt, ich habe jetzt leider nur 2 Beispiele. Beide Jungs haben halt nie mit den anderen Jungs der Klasse gespielt. Vielleicht hätte ich es so formulieren sollen. Dass ein Mädchenschwarm mal zu einer Party eingeladen wird, glaub ich gerne, später ist es dann eh nochmals anders.

Ach ja, ich hab auch 2 jüngere Brüder, und natürlich haben wir älteren zwei Schwester mal gerne auch Mädchenkleidung, Frisuren, Schmuck, Schminke etc. an ihnen "ausprobiert" smile Hätte ich sogar vergessen, gäbe es nicht ein paar Fotos davon. Unsere Brüder haben sich nie gewehrt dagegen, beide "eindeutig" hetero, einer sogar verheiratet mit 3 Kindern. Seltsamerweise, jetzt im nachhinein, hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt, dass sie hetero sind, bei meinem jüngsten Bruder schon im Kindergartenalter (ist ein Nachzügler) - er wollte sich z.B. mal auf einer Messe unbedingt die Modeschau ansehen, weil da "so viele Frauen in Unterwäsche sind" (als 5jähriger...) Ich wars nicht


  Re: Hilfe
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   pebbles30
schrieb am 25.02.2020 15:00
Wegen dem nur mit Mädchen spielen.

einer Bekannten wurde da richtig Angst gemacht, das Kind wird schwul usw.
Sie war zufällig zu dem Zeitpunkt bei einer Psychotherapeutin weil sie immer wieder Depressionen hatte und gemerkt hat, wenn sie gleich was dagegen unternimmt wird es nicht so schlimm.
Da ihr alle Angst machten, der Junge wird schwul, hat sie das auch angesprochen.

Die Therapeutin hat gelacht und meinte das hört wieder auf. Aber ihr Sohn hat einen Vorteil wenn es später um die ersten Freundschaften geht, weiß er wieder Mädchen ticken und die anderen Jungs die seit dem Kiga nicht mehr mit Mädchen gespielt haben, eben nicht.
Sie meinte aber auch, ob jemand schwul oder hetero wird, das wird nicht durch das Spielen mit dem anderen Geschlecht entschieden.

so war es dann auch. Zum 10 und 11 Geburtstag wurden noch fast nur Mädchen eingeladen, zum 12. kein einziges mehr.
Bis heute hatte der junge Mann nur Freundinnen.


Von einem Freund der Neffe ist stockschwul. Der hat nur mit Jungs gespielt, war immer der harte Kerl und zog beim Fortgehen ganz klischeehaft die Rockerkluft an und hatte nie eine Freundin.
Großgezogen wurde der Mann vom Opa, weil der Herr Vater sich abgesetzt hat. Die 2 Söhne und 2 Töchter sind hetero, alle anderen Enkel und Urenkel hetero und nur der ganz harte Kerl ist schwul.

ich würde daher mal sagen, das es egal ist, mit wem Kinder spielen.


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  Re: Hilfe
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   heute ohne Name
schrieb am 25.02.2020 21:27
Hallo,

so jetzt noch einmal ausführlicher.

Nochmals vielen Dank für eure Antworten / Einschätzung der Situation!

Hm. Also allein die Tatsache, dass mein Sohn pink liebt, macht mir keine Gedanken. Es ist - wenn ich ehrlich zu mir bin - schon länger eine Angst von mir, dass er homosexuell werden könnte und dies hängt tatsächlich mit diesem Progesteron in der Schwangerschaft und einem Gefühl der Schuld in mir zusammen. Natürlich kann es sein, dass die Schwangerschaft ohne das Progesteron nicht gehalten hätte. Ich hatte mir damals auch noch keine Gedanken um einen möglichen Effekt auf das Kind gemacht, aber seitdem ich darüber gelesen und mehr dazu recherchiert habe, kommen diese Gedanken immer wieder. Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle, es geht eher darum, wie ja auch manche geschrieben haben, dass man sich einfach vorstellt, dass damit für das Kind auch in unserer doch in dieser Hinsicht immer toleranter werdenden Gesellschaft Probleme und Identitätskonflikte entstehen könnten. Das Gefühl, dafür "verantwortlich" sein zu können, belastet mich.

Ich habe dann weiter recherchiert und auch gelesen, dass viele Jungen, die später homosexuell werden, eher soft sind, eher wenig wettbewerbsbetont und aggressiv. Das alles passt auch sehr gut auf meinen Sohn, der Konflikte beispielsweise auch eher verbal löst und nicht gerade der Anführertyp ist. Nur damit keine Missverständnisse entstehen, ich liebe mein Kind über alles.

Nun gut, eine Zeit lang war alles ok, aber es gab wirklich immer wieder Situationen, die mich haben stutzig werden lassen. Er findet in Büchern oft eine der weiblichen Figuren am tollsten (zB die Mathilda aus Drache Kokosnuss), er sagt öfters, er finde seine Strumpfhose sooooo schön, und jetzt ist es ihm ganz wichtig, dass pink, lila und rot seine liebsten Farben sind.

Es kann sein, dass das zum Teil Trotz ist, weil er, glaube ich, tatsächlich merkt, dass ich nicht so glücklich darüber bin (ich habe ihm zB gesagt: du kannst nicht Owelette sein, das ist doch ein Mädchen -- ich weiß, dass das falsch war). Vielleicht ist es ihm aber auch einfach deshalb wichtig, weil er damit eine feminine Seite an sich zum Ausdruck bringen will. Dann kam bei mir die Angst auf, er könnte transsexuell sein, was mich regelrecht in Panik versetzt hat. Bei Wikipedia steht ein Zitat, dass Menschen in dieser Situation oft kaum unglücklicher sein könnten, mit Depressionen und Selbstmordgedanken kämpfen. Das war dann zusammen mit den oben angesprochenen Schuldgefühlen einfach zu viel für mich.

Leider ist es mir auch sehr wichtig, was andere von mir denken, und ich falle nicht gerne auf. Auf der einen Seite weiß ich, dass ich mein Kind, wenn es transsexuell wäre, auf seinem Weg begleiten und unterstützen muss, und ich weiß, dass man sowieso nichts ändern kann, da habt ihr ganz recht. Auf der anderen Seite fühle ich mich dann teils so überfordert, weil ich einfach nicht weiß, wie wir das alles schaffen sollen (es gibt auch noch ein paar andere Dinge, die gerade nicht so einfach sind).

Nochmals vielen lieben Dank an euch alle!


  Re: Hilfe
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   littlemeamy
Status:
schrieb am 26.02.2020 00:36
Liebe TE,

du machst dir gerade sooo viele Gedanken um noch komplett ungelegte Eier.

Du musst jetzt nicht wissen, wie ihr es schaffen sollt, wenn dein Sohn transsexuell / homosexuell wäre. Du musst nicht wissen, wie du deinen Sohn unterstützen und begleiten sollst, wenn er transsexuell / homosexuell wäre.

Man wächst an seinen Aufgaben und selbst wenn es so eintreten sollte, geht man Schritt für Schritt und muss nicht bereits einen Masterplan aus der Schublade zaubern können.

Aktuell geht es nur darum, deinen Sohn so zu nehmen, wie er ist. Er ist wohl kein Haudegen, sondern löst Konflikte verbal - das klingt wunderbar. Er liebt pink und rosa - sind doch auch wirklich schöne Farben.


  Re: Hilfe
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   HulksMother
schrieb am 26.02.2020 08:23
Du darfst auch nicht vergessen, dass die Zuweisungen, was für Jungen ist und was für Mädchen durch Erwachsene erfolgt. Kinder wachsen in diese Schubladen hinein und sortieren selber gar nicht so konsequent. Dein Kleiner findet spannend was Owlette kann. Ihm ist es wurscht, dass dieses Wesen in Verkleidung ein Mädchen ist.

Mein Kurzer mag Lila und Pink auch total gerne, schlicht weil es Farben sind, die Menschen allgemein attraktiv finden. Wenn der in die Kinderkleidungsabteilung läuft, zieht es ihn in die Mädchenecke, da es dort bunt ist. Die momentan aktuellen Glitzermotivpullis werden von vielen Jungs so geliebt, weil sie endlich auch was mit Glitzer haben dürfen. Alle Kinder lieben Glitzer. Die typischen Jungsfarben und Motive sind doch total trist. Und vergiss nicht, diese Lilarosawelle ist ein Industrieprodukt. Bis in die 1990er Jahre war Kinderkleidung viel weniger bei den Farben nach Geschlechtern getrennt. Von den 70er und 80er Jahren ganz zu schweigen. Da kann man auf Fotos nicht unterscheiden, wer Junge oder Mädchen ist. Marketing und Peer Pressure wirken als extreme Verstärker von nur vage angelegte Vorlieben.
Jungencharaktäre sind auch in modernen Kinderbüchern eher Stereotyp als inzwischen die Mädchen. Mädchen dürfen heute wild und tough und mutig sein. Versuch doch das Interesse deines Sohnes nicht als Ausdruck einer Bedrohung Eures Glücks zu sehen sondern als Ausdruck einer normal vielseitig interessierten und charakterstarken Person, die sich noch nicht in sehr kleine Schubladen hat zwingen lassen.

Und was die Strumpfhosen angeht - Mädchenkleidung lässt viel besser Bewegungen zu, als Jungenskleidung. Eine Leggins oder Strumpfhose ist viel bequemer, als Jeans mit den harten Nähten und Bündchen.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.02.20 08:37 von HulksMother.


  Re: Hilfe
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   henriette
schrieb am 26.02.2020 08:32
Hallo,

nur nochmal zur Klärung: niemand wird homosexuell, sondern ist ist homosexuell. Es wird ja auch niemand gefragt: wann bist du heterosexuell geworden. Will sagen, kannste eh nix machen, ist auch nicht wirklich schlimm.


  Re: Hilfe
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   HulksMother
schrieb am 26.02.2020 08:58
Frag Dich doch auch mal, ob Du Dich IMMER wie ein typisches Mädchen verhalten hast. Falls nicht, dann siehst Du, dass Vorlieben kein Warnsignal für sexuelle Orientierungen sind. Falls Dein Leben nur aus Puppen, Ballett, Rosa und Bibi Blocksberg bestand, dann kannst Du vielleicht verstehen, warum Du in solchen Schablonen Sicherheit findest.


  Re: Hilfe
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   mjuka
schrieb am 26.02.2020 12:40
Ich las zu deinem Thema gerade einen Artikel in der aktuellen family.

Dieser besagt, dass Mädchen viel mehr zugestanden wird, auch ihre Jungsanteile zu leben. Mädchen spielen Fußball, werden Automechanikerin, mögen grün, blau und Ballerspiele... und keiner kommt auf die Idee, dass sie sich irgendwie speziell entwickeln könnten.

Jungs dürften ihre weiblichen Anteile nur schwierig ausleben, weil es schnell sanktioniert werde.

Fazit war: Jedem Kind das lassen, was es möchte und dies als normale Entwicklung ansehen.

LG mjuka




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