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  Hilfe
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   lieber ohne Name
schrieb am 23.02.2020 08:44
Hey,

vielleicht könnt ihr mir ja helfen.

Mein Sohn (wird bald 4) liebt rosa und lila. Es ist ihm irgendwie ganz wichtig, obwohl es laut seiner eigenen Aussage "Mädchenfarben" sind. Ich habe ihm erklärt, dass Farben für alle da sind. und das sagt er mir jetzt ganz oft und mantramäßig. Er möchte zB mit dem mädchenhaften Besteck seiner Schwester essen, sucht sich pinke Luftballons aus etv und nimmt beim Legobauen am liebsten die roten und rosafarbenen Teile.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass er sich bei Büchern oder Serien eher mit den weiblichen Charakteren identifiziert, also sie am tollsten findet. Hatten eure Kinder auch solche Phasen?

Ich kann mich selbst nicht verstehen, aber ich habe Panik. Ich glaube, mein Sohn merkt, dass ich es nicht gut finde (pink / die weiblichen Charaktere) und ich will ihn nicht in eine Konfliktsituation bringen. Ich habe wahnsinnige Angst, dass er homosexuell oder - für mich noch schlimmer - transgender werden könnte. Vor allem, weil es dann vll. ein härterer Weg werden könnte für ihn und ich möchte nichts, als dass er glücklich ist. Auch vor möglichen Reaktionen des Umfelds hätte ich Angst, obwohl ich mich gleichzeitig dafür hasse. Ich habe natürlich überhaupt nichts gegen Transgender / Homosexuelle im Allgemeinen, aber in Bezug auf meinen Sohn habe ich wirklich Panik.

Ich fühle mich auch schuldig. In der Schwangerschaft mit meinem Sohn habe ich viel Progesteron genommen und hier gab es mal so einen Thread über eine Studie, nach der das die sexuelle Orientierung des Fötus beeinflussen könnte. Wenn mein Sohn nun Leid / nicht glücklich ist erfährt, wegen etwas, was ich getan habe....ich könnte mir das nie verzeihen.

Was soll ich tun? Ich will gerade nur weinen, bin wirklich am Boden zerstört und vor allem eine schreckliche Mutter.


  Re: Hilfe
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   mjuka
schrieb am 23.02.2020 09:25
Erst einmal durchatmen...

Mit 4 ist noch gar nichts "gesetzt". Mein Sohn ist jetzt 12. Bis heute liebt er pink und lila, hatte solche TShirts, sich sogar eine Bettwäsche ausgesucht neulich, in der diese Farben auch vorkommen. Als Kind verkleidete er sich gerne als pinke Fee mit Glitzerflügeln. Genau so war er Jujutsukämpfer und alles Mögliche. Blau mag er auch, und grün...

Er ist ein Junge, liebt klischeemäßig Lego, Klettern, Kampfsport... Ob er Mädchen liebt, weiß noch keiner.

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Was wird, bringt die Zeit. Ich wünsche dir, dass du entspannen kannst und mit deinem Sohn die Reise der "Ich-Werdung" gehen kannst. Es ist dein Kind und bleibt auch immer dein Kind, egal, wie er sich entwickelt.

Noch etwas: Eine liebe frühere Kollegin sagte mal zu mir: "Du kannst deinem Kind sein Schicksal nicht abnehmen". Da denke ich SEHR oft dran!!

Liebe Grüße
mjuka


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.20 10:43 von mjuka.


  Re: Hilfe
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   lieber ohne Name
schrieb am 23.02.2020 14:22
Zitat
mjuka
Erst einmal durchatmen...

Mit 4 ist noch gar nichts "gesetzt". Mein Sohn ist jetzt 12. Bis heute liebt er pink und lila, hatte solche TShirts, sich sogar eine Bettwäsche ausgesucht neulich, in der diese Farben auch vorkommen. Als Kind verkleidete er sich gerne als pinke Fee mit Glitzerflügeln. Genau so war er Jujutsukämpfer und alles Mögliche. Blau mag er auch, und grün...

Er ist ein Junge, liebt klischeemäßig Lego, Klettern, Kampfsport... Ob er Mädchen liebt, weiß noch keiner.

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Was wird, bringt die Zeit. Ich wünsche dir, dass du entspannen kannst und mit deinem Sohn die Reise der "Ich-Werdung" gehen kannst. Es ist dein Kind und bleibt auch immer dein Kind, egal, wie er sich entwickelt.

Noch etwas: Eine liebe frühere Kollegin sagte mal zu mir: "Du kannst deinem Kind sein Schicksal nicht abnehmen". Da denke ich SEHR oft dran!!

Liebe Grüße
mjuka

Danke für deine liebe Antwort! Mein Sohn hat auch jungentypische Interessen, ist auch mal richtig wild und hat in der Kita auch überwiegend männliche Freunde. Mir macht es nur Sorgen, dass das momentan so eine Riesensache für ihn ist und dass er so wert auf das Pink etc legt (oder eben auch die femininen Charaktere wie Owelette aus PJ Masks toll findet).

Ja, mit diesem Satz hat deine Kollegin recht.

LG


  Re: Hilfe
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   pebbles30
schrieb am 23.02.2020 15:20
Früher war Rot mit männlich assoziiert und blau mit weiblich, auch wegen der Mariendarstellung. Auf alten Bilder trägt Maria einen blauen Schleier.
Daher war rosa für Jungs, als das kleine Rot und Hellblau für Mädchen.

natürlich nur wenn man es sich leisten konnte, die anderen trugen, Grau, Braun, Beige irgendwas....



Wenn man diese historische Farbgebung mal überlegt und sich ansieht wie es derzeit ist, ist es nur um so lustiger und trauriger zugleich wie fixiert viele auf passenden Farben für ein Geschlecht sind.
auch meine Söhne haben immer wieder gesagt, pink und lila sind Mädchenfarben usw.


Was wissenschaftlich nachgewiesen ist das Farben auf Menschen wirken. Farben beeinflussen unsere Stimmung, unser Wohlbefinden und Gefühle.
sieh es doch mal so, dein Sohn braucht derzeit zum wohlfühlen rote Farbtöne.
Das hier habe ich auf die Schnell gefunden: Rot ist warm, erregend und intensiv.

Oder er mag die Farben ganz schlicht und einfach und je mehr er spürt das es dir nicht passt, desto mehr wird er dazu gezwungen auf dich zu reagieren.
Es gibt Kinder die dann erst recht diese Farben wollen, andere reagieren dann so, das sie sie nicht mehr wollen.


Ich würde da eher befürchten das du deinem sohn unterschwellig vermittelst, diese Farben sind nicht gut für ihn auch wenn du hundertmal sagt, Farben sind für alle. Das ist dann der Unterschied zwischen Sprache und unterschwelligem Verhalten, der etwas anderes vermittelt als man sagt.


Übrigens haben meine Brüder auch mit mir Puppen gespielt, mein großer Sohn hat mir eine Zeitlang immer meinen Sommerhut geklaut und auch mit Puppen gespielt. Zumindest bei meinen Brüder weiß ich sicher das sie hetero sind.
Mein kleiner sohn hat letztes Jahr zum Geburtstag das Playmobilpuppenhaus bekommen. er liebt es heiß und innig. ansonsten liebt er seine Drachen - die können auch auf dem Haus landen - und Fussball.



Vg pebbles


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  Re: Hilfe
avatar    Linnea13
schrieb am 23.02.2020 16:30
Betreffend Phase & historisch gewachsener Zuweisung der Farben kann ich mich den Vorschreiberinnen anschliessen. Aber ein ergänzender Gedanke: homosexuell oder transgender kann man nicht werden, man ist es...


  Re: Hilfe
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   Joaninha
schrieb am 23.02.2020 18:58
Also, ich weiss nicht, ob das jetzt hilft, aber meine Tochter hatte schon oft solcher Phasen, in denen eine bestimmte Farbe/ein bestimmtes Motiv "in" war. Zuerst war es Minnie, dann kurz Paw Patrol und jetzt Elsa und Anna; an Farben kam zuerst Rosa, dann (klar was sonst) Elsa-hellblau, inzwischen mag sie auch gelb. Gegen grün hatte sie lange, bestimmt ein ganzes Jahr lang, eine Aversion, weil meine Mutter ihr erzählt hat, sie hätte grüne Kartoffeln gegessen und daher Bauchschmerzen gehabt. Man sieht auf den Bildern, die sie in dieser Zeit gemalt hat, ungelogen kein Grün. Es gibt also diverse Gründe dafür, dass Kinder Farben mögen oder eben ablehnen.

Ihr habt auch eine Tochter, ist die grösser als er? Kann es sein, dass er sich mit ihr identifiziert, weil er selbst auch so "erwachsen" sein möchte wie sie? Ist jetzt nur so ins Blaue (Rosafarbene zwinker hinein gesagt.


  Re: Hilfe
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   Hamamelis71*
schrieb am 23.02.2020 22:02
Viele Kinder haben solche Phasen inkl Fingernägel lackieren LOL

Mein Sohn (11) hat sich früher immer ein Biene Maja Kostüm angezogen und an der Werkbank hantiert.

Ich kenne Jungs, die lieben Elsa Schneekönigin, warum nicht. Ich kenne auch Mädchen, die wollen Feuerwehrmann Sam sein.

Also bitte ganz entspannt abwarten, auch diese Phase geht vorbei!

In den vergangenen Jahren war genau dies übrigens auch hier im Forum immer mal Thema


  Re: Hilfe
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   Nessa15
schrieb am 23.02.2020 22:56
Anderer Blickwinkel:

Wenn deine Tochter im gleichen Alter sich für Lokomotiven, Traktoren und Polizeisendungen interessiert hätte und regelmäßig sich in Büchern mit dem männlichen Part identifiziert hätte- hättest du dir dann solche Gedanken gemacht? Wenn sie blau, braun und Military Look bevorzugt hätte- hättest du dir Sorgen darüber gemacht was andere denken?
Wärst du dann nicht (zurecht) davon ausgegangen, dass es toll ist dass sie auch eine taffere Seite hat?
Dein Junge zeigt bloß eine andere Facette von sich. Klar es kann (immer) sein,dass er sich später outet und dann ist das auch völlig in Ordnung, aber ich würde das zum jetzigen Zeitpunkt nicht überbewerteten.


  Re: Hilfe
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   la miga
schrieb am 24.02.2020 09:51
Also, mein vierjähriger Sohn benennt als Lieblingsfarbe ganz klar: glitzer-rosa zwinker Und neulich ist er mal mit 3 lackierten Nägeln in den Kindergarten gegangen.

Ich habe kaum Ahnung von sexueller Identitätsentwicklung, aber ich gehe schon allein wegen der sehr berechtigt hier angeführten historischen Entwicklung der Assoziationen bzgl männlicher und weiblicher Farben ganz stark davon aus, dass eine Lieblingsfarbe im Alter von 4 keinen Hinweis darauf gibt, ob jemand hetero oder homo oder sonstwas wird. Das findet gerade in deinem Kopf statt, aber sicher nicht in dem deines Kindes. Mein Sohn mag auch sehr gerne die Conni aus diesen Büchern. Ja gut, es fliegen hier halt gefühlte 100 davon rum, die Schwester liest ihm die auch mal vor.... ich denke, da steuert auch in dem Alter sehr Angebot und Nachfrage. Hier sind vermutlich sehr viele Frauen unterwegs, die in der Schwangerschaft Progesteron nehmen mussten. Ich kenne keine Studien dazu, aber ich kann dir zB bzgl. meiner Tochter versichern, dass ich bei der Unmengen an Progesteron genommen habe, das Kind aber für mich mit 99,9 % Sicherheit hetero ist. Und aktuell trotzdem sehr gerne schwarze Hosen anzieht. Und dazu kunterbunte Kleider smile Abgelegte Kleider von ihr nutzt mein Sohn gerne mal zum Spielen. smile

Ih denke, du steigerst dich da gerade sehr in was rein und lässt Ängste Oberhand gewinnen, die aus irgendwelchen Gründen bei dir gerade eine ganz große Rolle spielen.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass im Zuge einer "Öffnung" der Gesellschaft für die breite Varianz an sexuellen Lebensformen auch solche Gefühle wie deine, dass man Angst hat, das Kind könne homo oder transgender sein, unter den Teppich gekehrt werden müssen, weil das als Intolerant gilt, weil man sich selbst nicht in die Ecke einer gestrigen Diskrimination stellen möchte. Und doch sind Gefühle ja da und wollen vielleicht auch betrachtet werden. Ich sage ehrlich, ich hoffe, ich werde dafür jetzt hier in irgendeiner Art und Weise angegriffen, dass es mich auch erstmal ängstlich stimmen würde, wenn mein Kind sich als homosexuell guten würde. Das ist nicht gleichzusetzen mit "das würde ich nicht akzeptieren" oder sowas, aber ich könnte mir doch sehr gut vorstellen, dass die meisten Eltern, wenn sie das jetzt sagen wir mal einfach so , ohne groß drüber nachzudenken, ankreuzen müssten, welche sex. Orientierung sie sich wünschen würden, hetero ankreuzen würden. Würde ich auch tun. Und das ist dabei erstmal gar nichts "Durchdachtes", nichts, was man jetzt 10x auf Rationalität geprüft hat. Wenn ich mein Bauchgefühl, dass es mir lieber so und nicht anders wäre, begründen müsste, wären meine Gedanken auch die, dass man sich für das Kind ein Leben möglichst ohne Kämpfe, ohne gesellschaftlichen "Widerstand" wünschen würde. und ganz sicher können viele Eltern dem Gedanken, dass das eigene Kind vielleicht auch mal Kinder hat, man selbst die Oma sein darf usw., viel abgewinnen. Geht mir auch so. Und natürlich wissen wir längst, dass auch gleichgeschlechtliche Paare Kinder haben können, dass Ausgrenzung im Job nicht mehr in ist, dass Homosexualität einfach so viel Normaler geworden ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind deswegen Probleme haben würde, so groß gar nicht mehr ist und die Situation eine andere ist als vor 20 Jahren. Aber dennoch: Bauchgefühl und bewusstes Drübernachdenken sind nicht dasselbe. Aber ungeachtet dessen, dass ich das grundsätzlich nachvollziehen kann, würde ich mir wirklich nicht einreden, die Lieblingsfarbe mit 4 würde da eine Rolle spielen.


  Re: Hilfe
avatar    Sweet Angel
Status:
schrieb am 24.02.2020 10:14
Also mein 8jähriger meinte vor ein paar Wochen urplötzlich im Auto zu mir. "Wir sollen jetzt nicht lachen, aber er glaubt er muss jetzt einfach mal das Kleid seiner Schwester anziehen,wenn wir zu Hause sind!" Ich persönlich glaube, das da nichts hinter steckt, außer Neugier, sonst ist er wirklich typisch Junge durch und durch und selbst wenn sich später herausstellen sollte, das er nicht Hetero ist, dann möchte ich ihm auf Jedenfall vermitteln, das es völlig in Ordnung für uns ist.

Mein 2.Sohn hat mit 3/4/5 eine Puppe und einen Kinderkarre gehabt dun sie überall mit hingeschleppt. Wieos dürfen denn nur Mädchen mit Puppen spielen? mein Mann versorgt jetzt ja auch mit die Kinder, früh übt sichzwinker und mein Mann hat als Teenie Sailor Moon Barbiepuppen gesammeltzwinker Er ist ist ziemlich Hetero.

Ich würde wegen den Farben wirklich nicht zuviel hinein intepretieren, er ist erst 4 Jahre alt. falls er er Homosexuell ist oder Transgender, dann wirst dues auch nicht aberziehen können, das ist denn eben so. Das steckt in den Genen und nicht, ob man zuviel Progesteron genommen hat. Entweder ist man es, oder eben nicht. Die meisten Kinder, ob Junge oder Mädchen lieben Farben, umso knalliger udn bunter, desto schöner. Mein Sohn wollte auch mal eine pinke Brille habenzwinker, inzwischen ist blau seine Lieblingsfarbe. Man muss lernen seine KInder so anzunehmen, wie sie sind. Ich hab ein autistisches Kind, wäre er aber kein Autist, wäre es nicht mehr dasselbe Kind.Er wäre jemand ganz anderes. Das gehört zu seinem Charakter und gehört einfach zu ihm.


  Re: Hilfe
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   Bette
schrieb am 24.02.2020 10:30
Hallo!
Du hast Angst, dass er gesellschaftlich ausgegrenzt wird, wenn er sich nicht heteronormativ in dieser Welt entwickelt und bewegt? Du solltest Dir aber wirklich klar machen: Die Akzeptanz beginnt zu Hause. Eure Aufgabe als Eltern ist, alles zu tun, ihm einen sicheren Raum zur Persönlichkeitsentwicklung bereitzustellen und vor allem, ihn so anzunehmen, wie er ist. Wieso gehst Du davon aus, dass homo, bi, trans, sonstwelche Menschen ein unglücklicheres Leben führen? Wenn DU so denkst, etwas stimmt nicht mit ihm oder seine Präferenzen in Dir derartige Ängste hervorrufen, was erwartest Du dann von den Anderen?
Lass ihn doch einfach sein, wer er ist! Du hast eh keinen Einfluss darauf, welche Richtung er diesbezüglich einschlägt. Aber Du kannst sehr wohl dafür sorgen, dass er sich stark fühlt, z.B. auch in Rosa oder Pink, Gold und Glitter. Es gefällt ihm halt, mehr bedeutet das übrigens auch erst mal gar nicht.
Also, SAG ihm nicht nur, dass alle Farben für alle da sind, sondern MEINE und lebe es auch. Lass ihn frei entscheiden, was er tragen möchte und beschütze ihn, so gut es geht, vor Anfeidungen oder irritierten Fragen. Das kann natürlich auch mal bedeuten, ihn ein Kleid oder so NICHT anziehen zu lassen, wenn Du das Gefühl hast, er könnte Gespött ausgesetzt werden. Manchmal nützt es ja auch nichts, Toleranz erzwingen zu wollen, ohne Rücksicht auf Verluste.

B.


  Re: Hilfe
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   Chorus
Status:
schrieb am 24.02.2020 12:27
Also das was mir - im Nachhinein - am meisten aufgefallen ist, bei meinem schwulen Freund, der mit mir in die Schule bzw. Kindergarten ging , dass er fast ausschließlich mit uns Mädchen gespielt hat, was jetzt nicht heißt, dass heterosexuelle Jungs das nicht auch gelegentlich tun, vor allem haben sie ja oft Schwestern/Cousinen etc. Aber dieses "ausschließlich" ist wirklich - im Nachhinein - stark aufgefallen. Der Junge war auch immer der einzige Junge bei meinen Geburtstagspartys etc. Übrigens hatte er nie was für rosa oder lila übrig. Ach ja, zu sagen ist noch, dass er jetzt ein glücklicher Mann ist, partnerschaftlich liiert mit einem netten Mann, und eine steile Karriere hingelegt hat, in einem doch recht traditionellen Beruf.

Meine Schwester hat fast genau die gleichen Erfahrungen in der Schule gemacht, ebenfalls mit einem Jungen, der sich später geoutet hat, auch er hat quasi nur mit den Mädchen gespielt. Weiß jetzt nicht, ob man das als generelle Regel sehen kann, aber damals (bin auch schon über 40) war es einfach noch recht ungewöhnlich. Nicht als Einzelpersonen (z.B. hatte ich einen einzelnen männlichen Mitspieler bei einem Kartenspiel im Kindergarten), sondern als Gruppe.

Die Farben würde ich nicht überbewerten. Wie schon hier geschrieben wurde, war rot und rosa früher mal eine männliche Farbe. Rot steht ja auch für Energie und Macht, deshalb empfinde ich es fast für logischer, sie als männlich zu betrachten, und rosa ist sozusagen "die kleine Schwester" von Rot.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.20 12:28 von Chorus.


  Re: Hilfe
no avatar
   littlemeamy
Status:
schrieb am 24.02.2020 12:36
Zitat
Chorus
Also das was mir - im Nachhinein - am meisten aufgefallen ist, bei meinem schwulen Freund, der mit mir in die Schule bzw. Kindergarten ging , dass er fast ausschließlich mit uns Mädchen gespielt hat, was jetzt nicht heißt, dass heterosexuelle Jungs das nicht auch gelegentlich tun, vor allem haben sie ja oft Schwestern/Cousinen etc. Aber dieses "ausschließlich" ist wirklich - im Nachhinein - stark aufgefallen. Der Junge war auch immer der einzige Junge bei meinen Geburtstagspartys etc. Übrigens hatte er nie was für rosa oder lila übrig. Ach ja, zu sagen ist noch, dass er jetzt ein glücklicher Mann ist, partnerschaftlich liiert mit einem netten Mann, und eine steile Karriere hingelegt hat, in einem doch recht traditionellen Beruf.

Meine Schwester hat fast genau die gleichen Erfahrungen in der Schule gemacht, ebenfalls mit einem Jungen, der sich später geoutet hat, auch er hat quasi nur mit den Mädchen gespielt. Weiß jetzt nicht, ob man das als generelle Regel sehen kann, aber damals (bin auch schon über 40) war es einfach noch recht ungewöhnlich. Nicht als Einzelpersonen (z.B. hatte ich einen einzelnen männlichen Mitspieler bei einem Kartenspiel im Kindergarten), sondern als Gruppe.



Mein Bruder wurde auch immer auf alle möglichen Mädchengeburtstagsfeiern eingeladen und war dort dann grundsätzlich als einziger Junge dort.
Er hatte zwei ältere und später noch zwei jüngere Schwestern, ist in unseren Bikinis am Strand rumgerennt, wurde von uns geschminkt, hatte oft lackierte Nägel und sogar gefärbte Haare - und ist heute ganz klassisch mit einer Frau verheiratet.


  Re: Hilfe
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   isolde35
Status:
schrieb am 24.02.2020 14:10
Unabhängig von der Aussagekraft der Vorliebe für bestimmte Farben (die ich mal ganz salopp mit gleich null bewerten würde), würde ich mir an deiner Stelle die Frage stellen, warum es für dich so schlimm wäre, sollte dein Sohn tatsächlich schwul oder transgender sein.

Für den Fall, dass sich das eines Tages tatsächlich herausstellen sollte, wäre es für ihn bestimmt wichtig zu wissen, dass du als Mutter hundertprozentig hinter ihm stehst. Schwulsein ist nichts Schlimmes und nichts, wofür man sich rechtfertigen oder groß erklären muss. Diejenigen, die ihn deswegen vielleicht anfeinden würden, sind diejenigen, die ein Problem haben und umdenken müssen. Dein Kind ist gut so wie es ist, ganz egal, wie es sich sexuell orientieren wird, das solltest du ihm unbedingt vermitteln, dann wird er sich auch gut gegen solche Vorurteile oder Anfeindungen behaupten können. Deswegen würde ich dir raten, deine eigene Unsicherheit, was dieses Thema udn vielleicht andere Themen angeht, anzugehen und zu überwinden. Es gibt ja auch noch andere Bereiche im Leben, bei denen die Möglichkeit besteht, dass dein Kind aus dem Rahmen fällt. Du willst dir doch ncht jedes Mal einen Kopf machen, wenn er nicht dem Massengeschmack entspricht oder? Wo bliebe da die Individualität?

isolde


  Re: Hilfe
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   la miga
schrieb am 24.02.2020 14:58
In der Klasse meiner Tochter gibt es auch einen Jungen, der ganz gerne als einziger Junge zu Geburtstagsfeiern eingeladen wird. Und er dann noch offenbar ganz gerne kommt. Das liegt aber nach Aussagen der Kinder daran, dass alle Mädchen diesen Jungen unheimlich süß finden und eher sowas wie der Klassenschwarm ist In der Klasse meiner Tochter gibt es auch einen Jungen, der ganz gerne als einziger Junge zu Geburtstagsfeiern eingeladen wird. Und er dann noch offenbar ganz gerne kommt. Das liegt aber nach Aussagen der Kinder daran, dass alle Mädchen diesen Jungen unheimlich süß finden und eher sowas wie der Klassenschwarm ist smile Ob diese achtjährige Junge homosexuell oder heterosexuell ist, weiß er vermutlich selber noch gar nicht, aber ich glaube, die Gründe, warum jemand zu einer Party eingeladen wird oder nicht, können so vielfältig sein, dass das letztendlich genauso aussagekräftig wie die Lieblingsfarbe ist.




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