Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Normale Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenantikörper: Sind Medikamente notwendig? neues Thema
   Endometritis: Entzündung der Gebärmutter verhindert Schwangerschaft
   Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (Granozyte) zur besseren Einnistung bei IVF?

  arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 13.01.2020 21:19
Hallo zusammen,

ich bin seit einigen Jahren in diesen Foren unterwegs, sonst aber unter anderem Namen.

Zu meinem Problem: Mein Mann ist jetzt seit 16 Monaten arbeitslos und immer zu Hause. Er hat vorher sehr gut verdient, eine hohe Abfindung bekommen und natürlich dann auch ALG I. Außerdem haben wir etwas Ersparnisse. Ich habe zuerst weiter halbe Stelle gemacht, dann aber auf 80% erhöht. Finanziell geht es noch, aber wie lange noch und mit welchen Einschränkungen.

Wir haben drei Kinder, zwei im jugendlichen Alter, ein Grundschulkind. Die Rücklagen waren eigentlich für die Ausbildung. Zu den finanziellen Sorgen kommen noch andere.

Aus meiner Sicht bemüht sich mein Mann nicht genug um einen neuen Job, er sagt zwar ständig, dass er es tut, aber viel ist dabei bis jetzt nicht rumgekommen. ER ist bis jetzt nicht bereit, zu sparen (ein Auto verkaufen oder so). Er übernimmt kaum etwas im Haushalt. Abends räumt er mal die Küche auf, geht mal einkaufen. Aber: kochen, Wäsche, Kinder fahren, Kinder Termine, Hobbies, Bügeln, das ist neben meinem Job alles meine Aufgabe. spreche ich ihn darauf an, gibt es immer Gebrüll oder genervte Kommentare. Geht etwas nicht nach seiner Nase, ist er beleidigt.

Er macht auch nichts Anderes (Ehrenamt, Sport, eine Sprache lernen, sich mit Freunden treffen), zu allem habe ich ihn ermutigt, denn es ist ja nicht gut, wenn er immer nur zu Hause sitzt. Aber Fehlanzeige. Höchstens, dass er mit den Kindern mal was macht, zum Sport begleiten am WE oder zu seinen Eltern fahren Welches Vorbild ist er da für die Kinder?

Mit mir die finanzielle Situation durchsprechen will er auch nicht. Ich habe zwar Unterlagen über Ersparnisse, aber das ist auch schon alles.

Ich weiß nicht, wie das alles weitergehen soll. Wie kann ich ihn motivieren? Sowohl was seine persönliche Lebensgestaltung angeht, als auch und v.a.seine berufliche?

Mit ihm vernünftig reden ist kaum möglich. Habe schon überlegt, mich beraten zu lassen, aber bringt das was?

Vielleicht habt ihr ja hier den ultimativen Tipp oder eine andere Perspektive auf die Sache.

Unser Verhältnis ist zurzeit auch echt schwierig, auch weil er immer zu Hause hockt. Und vielleicht bin ich auch nicht immer diplomatisch und feinfühlig, das kann auch sein.

Danke fürs Lesen. Freue mich über Ideen

Elsa


  Re: arbeitslos
no avatar
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 14.01.2020 08:07
Ich kann dich verstehen, dass es eine angespannte Situation ist. Mich würde es auch ärgern, wenn mein Mann dann nichts tut, sowohl in der beruflichen Entwicklung als auch in der häuslichen Unterstützung. Ich glaube, ich könnte es akzeptieren, wenn mein Mann daheim ist und ich voll arbeite, wenn er dann daheim was macht.

Nach dem Lesen deines Posts habe ich den Gedanken gehabt, dass es viel mit der Psyche zu tun hat: Resignation und Demotivation, die zur Resignation führt.
Du hast jetzt nicht geschrieben, welchen Job er hatte und wie die anfängliche Bewerbungsphase war. Aber ich kann mir vorstellen, dass anfängliche Euphorie und Sorglosigkeit (gut verdient, Abfindung) der Feststellung gewichen ist, dass er vom Familienernährer in die Hausfrauenrolle (sic) gerutscht ist. Und diesen Wechsel will er nicht akzeptieren.

Vielleicht gibt dir dieser Gedanke einen anderen Ansatzpunkt, um ihn zu motivieren.
Ich wünsche euch alles Gute.


  Re: arbeitslos
no avatar
   TiggerTigger
schrieb am 14.01.2020 14:10
Hallo,

spontan stellt sich mir die Frage, wie war er vorher? Hat er sich verändert?
Durch so eine Arbeitslosigkeit kann man in ein psychisches Loch fallen. Das erkennt man selbst vielleicht nicht so leicht und kommt ggfs. auch nicht alleine raus.

Hast du mal mit ihm darüber gesprochen, wie er sich fühlt? Fühlt er sich wertgeschätzt, wie sieht er selber seine Rolle daheim?
In deinem Text schreibst du nur von den Anforderungen an ihn und die Abwehrhaltung. Gerade dieses nicht mehr funktionieren wollen läßt mich nachdenklich werden.

Das sind natürlich schwierige Themen, die man nicht ansprechen sollte, wenn man genervt ist vom Alltag ( und vom daheimsitzenden MannOhnmacht].

Viel Glück
TT


  Re: arbeitslos
no avatar
   Hamamelis71*
schrieb am 14.01.2020 15:25
Dein Mann ist von jetzt auf gleich Hausmann geworden, ohne dass er sich diese Rolle bewusst ausgesucht hat. Das ist ja auch für manche Frau schwierig.

Und wenn Dein Mann sich schon vorher nicht für Haushalt zuständig gefühlt hat, dann ist das doppelt schwer.

Ich kann Deinen Frust verstehen, ich wäre auch ziemlich angefressen.

wäre ein Coach vielleicht mal hilfreich? Gibt es ja auch in der Richtung Karriereberatung. Es gibt ja auch Unternehmensberater, die Personal vermitteln.

Gut wäre es, wenn Dein Mann vielleicht die Zeit für Kurse nutzt, da hat man was vor, muss das Haus verlassen usw.

Was sagt denn das Arbeitsamt? Liegt es an der Region, wo ihr wohnt? Fehlt eine ganz bestimmte Qualifikation? Wie ist die Bewerberlage?

Ich habe auch schon mehrere Sozialpläne erlebt, hatte aber Glück, dass ich immer schnell etwas Neues fand. Mein Mann war einmal aufgrund Insolvenz ca 3 Monate arbeitslos, vor ca 20 Jahren, wir hatten kein Kind und ich habe Vollzeit gearbeitet, da hat mein Mann den Haushalt geschmissen. Allerdings macht mein Mann immer viel in Haus und Garten. Unser Nachbar war freigestellt und hat in der Zeit sein Haus gestrichen.

Vielleicht gibt es ja auch ein Projekt am Haus, was Deinen Mann ablenken und motivieren kann?

Mach Dir eine Tabelle über Eure Finanzen, such Dir die Daten zusammen. Ist halt ein Puzzle für Dich, aber mir wäre ich wichtig, dass ich eine Ahnung hätte.

Ist Dein Mann so um die 50? Da haben einige Männer sowieso eine Lebenskrise.

Vielleicht wäre Eheberatung für Dich hilfreich, da kannst Du auch alleine hin.

Alles Gute!


  Werbung
  Re: arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 14.01.2020 16:14
Danke für eure Antworten, Tigger und Teufelchen! Ihr habt mit vielem Recht, was ihr sagt: Wie sieht er seine Rolle - tja, gute Frage. Metagespräche dieser Art sind sehr schwierig bis unmöglich zu führen. Sicher nicht als MAnager des Haushaltes...Mit den Kindern macht er gene was, aber das ist ja bei 15-16 jährigen auch nicht ständig angesagt und die 11-jährige hat auch volles Programm.

Ich sehe, dass es für ihn schwer ist, er hat halt sehr gut verdient, ich war eine Zeitlang zu Hause bei den Kindern und habe vor einigen Jahren wieder mit halber Stelle angefangen. Meine Stimmung schwankt zwischen Wut über seine Untätigkeit und Mitleid. Aber das hilft nicht weiter


  Re: arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 14.01.2020 16:32
Hamamelis, auch dir danke für deine Antwort und deine Anregungen!

Das habe ich ihm alles schon nahegelegt: eine neue Sprache lernen, ein Ehrenamt übernehmen (das habe ich während meiner Elternzeit viel gemacht und habe auch konkrete Sachen benannt), wieder Sport machen usw. In 2Haus und Hof" gibt es auch genug zu tun. Das Haus ist über 100 Jahre alt, er hat bisher NICHTS gemacht. Wenn ich etwas sage, betrachtet er es als Bevormundung und Zumutung. Ja, es ist wahrscheinlich ein Rollenproblem

Das Arbeitsamt ist keine Hilfe. Bisher geht es um Jobs in Bereichen, die nicht vom Arbeitsamt vermittelt werden, er hätte Gespräche mit verschiedenen Personalvermittlern, aber bisher hat sich daraus nichts ergeben, an der Region liegt es auch nicht, Ballungzentrum, Großstadt und er wäre auch bereit zu pendeln.

Wir hatten halt bisher die klassische Geschichte, ich habe halbe Stelle gearbeitet und habe mich dann auch für den Großteil Haushalt und Kinder verantwortlich gefühlt und das auch gemacht (Putzfrau haben wir noch), aber jetzt ist die Situation anders und ich finde es eigentlich selbstversätndlich, dass er dann mehr übernimmt. Beispiel: 3 Körbe mit von mir gebügelter Wäsche stehen 5 Tage im Schlafzimmer, werden nicht angerührt, bis ich es mache. Oder gestern: Komme um 16 Uhr von der Arbeit, habe noch die Jüngste abgeholt, fahre dann einkaufen, koche etwas, hänge Wäsche auf und lerne für eine Klassenarbeit. Er ist in seinem Arbeitszimmer und recherchiert nach Jobs. Sagt er. Was soll ich da sagen? Am nächsten Morgen stehe ich wieder um 6 Uhr auf und mache Frühstück un mich fertig. Er kommt gegen 7.00 im Schlafanzug an den Frühstücks tisch. Hilfe! Eine meiner Töchter isst nicht in der Mensa aus verschiedenen Gründen. Es ist noch nicht einmal vorgekommen, dass er für sie (und sich), von mir will ich gar nicht reden, mittags etwas gekocht hätte. Darauf angesprochen gibt es nur Streit.

War es vorher schon so? Ja, Tendenzen auf jeden Fall, aber ich habe den Eindrudk, dass sich viele Dinge leider durch die Situation verstärken. Sein Selbstwert leidet wohl enorm. Aber ich muss das nicht alles abfedern. Mir langts.

(Ehe)beratung ist gut, hatte ich auch schon überlegt.

Wir hatten auch schon ein Gespräch gemeinsam mit seinem besten Freund, aber selbst von dem nimmt er nichts an. Alle haben keine Ahnung.


  Re: arbeitslos
no avatar
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 14.01.2020 21:33
Zitat
Elsaa
Aber ich muss das nicht alles abfedern. Mir langts.

Weiß er das?
Ich habe so etwas das Gefühl, dass er gerade mit seinem Verhalten seine Ehe riskiert.

Trotzdem denke ich, dass man da wirklich abwägen muss. Zum einen bist du einfach am Anschlag. Deine Empathie schlägt gerade in Wut um. So wie dich dein Mann verhält, wäre ich, unberücksichtigt der Umstände, kurz davor, zu sagen, du kümmerst dich um Haushalt und Kinder und er macht alles für sich allein.
Auf der anderen Seite scheint er gerade aufgrund der berufliche Veränderung in ein depressives Loch zu fallen. Vor vollendete Tatsachen zu stellen, wäre also doch nicht die richtige Lösung.

Ich denke, er hat ein Problem, muss aber einsehen, dass er eines hat. Und es ist nicht nur, dass er keinen Job mehr hat. Man kann ihn nicht zwingen, dieses Problem zu lösen. Weißte ja. Parallel kannst du auch selber schauen, dass du dir Hilfe suchst. Eben die Paartherapie oder auch einfach, dass du, unter den gegebenen Umständen gesund bleibst. Evtl. wäre dein/sein/euer Arzt ein Ansprechpartner.


  Re: arbeitslos
no avatar
   ** Ulli **
schrieb am 15.01.2020 18:16
Dein Mann muss ran. Schnell! 16 Monate ohne Job, gekündigt (denn das ist letztlich die Trennung im gegenseitigen Einvernehmen auch wenn der Handschlag vergoldet wurde), eventuell schon auf die 50 zugehend...das kann je nach Branche zunehmend schwer werden. Vermutlich ist das Deinem Mann klar und er steckt deshalb (unbewusst und verständlich) den Kopf in den Sand. Mein persönlicher Rat:
- Outplacement-Beratung für Deinen Mann. Ist fast immer ziemlich teuer und da gibt es auch viele Leute, die mehr Vodoo als solide Arbeit machen. Vogel&Detambel macht das ohne jeden Firlefanz (also keine psychologischen Gespräche, dafür Recherche anzuschreibender AG, Gesprächstraining und Erstellung/Versand der kompletten Bewerbung für hochqualifizierte Jobs in Führungspositionen - die sind allerdings irrwitzig teuer), vermutlich gibt es das auch auf nicht ganz so hochpreisigem Niveau von anderen Unternehmen/Dienstleistern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass "ein paar Gespräche mit Personalvermittlern" selbst aus ungekündigter Position selten Erfolg bringen. Ihr müsst mit der Gießkanne gießen und jetzt, nach 16 Monaten erfolgloser Bewerbung wirklich die großen Geschütze auffahren, was die Anzahl der Bewerbungen anbelangt. Überlegt Euch auch, in wie weit ein Wohnortwechsel für Euch / Wochenendpendelei für Deinen Mannes in Frage käme, wenn die Alternative dauerhafte Arbeitslosigkeit wäre.
- Du musst lernen, Dir nicht das Heft aus der Hand nehmen zu lassen. Verschaffe Dir einen Überblick über Eure Finanzen, über den Stand der Bewerbungsbemühungen Deines Mannes usw. usw.. Dass Du darüber Bescheid weißt, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
- Setzt Euch hin und schafft einen Rahmen für Euer jetziges Familienleben. Legt fest, wer für was verantwortlich ist. Nach dem, was Du so beschrieben hast, kann ich mir vorstellen, dass hier eine Paartherapie hilfreich sein kann: Papier ist geduldig - die Umsetzung wird der Knackpunkt werden.

Ich drücke Euch sehr die Daumen!
Grüße, Ulli


  Re: arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 16.01.2020 14:44
Ulli, vielen Dank für deine Einschätzung. inverses Headhunting war hier auch schon im Gespräch, wurde dann aber wieder verworfen. Ich werde es nochmals ansprechen, zwingen kann ich ihn aber natürlich nicht, aber dann hätte man wenigstens alles versucht.

Bestimmt lasse ich mir nicht das Heft aus der Hand nehmen, aber das sorgt dann immer für Streit, weil er dann immer sehr aufbrausend wird. Plan für das Familienmanagment muss her, aber zu einer wie auch immer gearteten Beratung kriege ich ihn nicht. Ab Sommer werde ich 100% arbeiten, dann KANN ich das alles hier gar nicht mehr leisten

Danke jedenfalls nochmal an alle für die Einschätzungen und Tipps auf allen Ebenen.

VG Elsa


  Re: arbeitslos
no avatar
   pmami
schrieb am 16.01.2020 23:26
Liebe Elsaa,

Ich kann mich nur Ulli's Einschätzung anschließen. Für deinen Mann wird es jetzt langsam aber sicher bitterernst und ich denke, dass das sicherlich auch ein Grund ist, warum Bügelwäsche oder Mittagessen für ihn gerade gedanklich ganz weit weg sind.

Ich vermute mal, dass seine Firma nicht insolvent ist, denn sonst hätte es ja keine Abfindung gegeben. Er wurde also "aussortiert". Ein schwerer Schlag für das Selbstvertrauen, wenn man es gewöhnt ist, erfolgreich zu sein.
Vermutlich wollte er sich von diesem Schlag erst einmal erholen und hat gleichzeitig gedacht "Na ja, es werden sich schon Arbeitgeber um mich reißen, denn ich bin ja gut in meinem Job." Das ist aber nicht passiert. Im Gegenteil, es kamen nur Absagen. Möglicherweise hat er am Anfang sogar die ein oder andere Bewerbung ausgelassen, weil ihm der Job oder die Bezahlung nicht passend schien.

Nun aber sind fast eineinhalb Jahre vergangen. Und nach eineinhalb Jahren fragt sich jeder Arbeitgeber "Warum hat der noch keinen neuen Job gefunden, wenn er wirklich gut ist?" Dein Mann hat jetzt das große Risiko in seinem Bereich keine Festanstellung mehr zu finden.

Und die große Frage ist, "Was dann?"

a) Ist dein Mann bereit, eine deutlich niedriger qualifizierte Tätigkeit für deutlich weniger Einkommen anzunehmen?
b) Ist dein Mann bereit Umschulungen zu machen, um in einem anderen Bereich vielleicht doch noch einen Job zu finden?
c) Ist dein Mann bereit, sich ggfls. übergangsweise selbstsändig zu machen, um die Lücke im Lebenslauf irgendwie zu schließen? Ist das in seinem Bereich überhaupt möglich?
d) Ist Dein Mann bereit, sich aus dem Berufsleben zu verabschieden und Hausmann zu werden? Bist Du bereit, voll zu arbeiten und den Rollenwechsel zu vollziehen? Könntest Du Eure Familie alleine finanziell durchbringen?

Ich glaube, dass dies die Fragen sind, die ihn umtrieben und vermutlich auch quälen und so leicht aufbrausen lassen, wenn es um - aus seiner Sicht - nichtige Haushaltsdinge geht.

Natürlich sollst Du Dich trotzdem nicht von ihm anblaffen lassen und ebensowenig sollst Du Haushalt, Vollzeittätigkeit, Kinderbetreuung und finanzielle Verantwortung ganz alleine übernehmen, während er sich seiner Sinnkrise hingibt. Aber Ihr habt dringende und existentiell wichtige Fragen zu klären. Dein Mann muss die Antworten nicht parat haben. Das erwartet niemand von ihm. Aber er muss sich den fragen stellen und den Luxus, weder eine Beratung noch ein headhunter noch eine gemeinsame Finanzplanung zu wollen, den kann er sich jetzt wirklich nicht mehr leisten. Dieser Zug ist abgefahren.

Viele grüße pmami


  Re: arbeitslos
no avatar
   Menama**
schrieb am 17.01.2020 13:15
Hallo,
ich musste spontan an die Frau meines Cousins denken, die auf die Nachricht, dass sein Vertrag nicht verlängert werden würde, meinte: "Ok, dann stellen wir jetzt erstmal eine Putzfrau ein." Ich fand das damals komplett unverständlich, finanziell dämlich und auch vom feministischen Standpunkt daneben - welcher Mann stellt denn eine Putzfrau ein, nur damit seine Frau, die zB wegen der Kinder zuhause bleibt, sich nicht zu ausgenutzt vorkommt?! Aber heute finde ich es eine echt gute Entscheidung: Mein Cousin hatte nicht das Gefühl, auf einmal die ganze Hauptlast des Haushalts zu haben, sondern konnte sich erstmal auf Arbeitssuche und Vater-sein (die Kinder waren noch sehr klein) konzentrieren, seine Frau ging den nächsten Karriereschritt an, Konfliktpotential a la "Du machst nie was" war wenigstens etwas ausgeräumt.
Wäre sowas auch was für euch? Ich weiß, du machst dir Geldsorgen, aber ehrlich gesagt klingt das für mich ein bißchen nach Jammern auf noch recht hohem Niveau. Klar geht man ungerne an die Erpsarnisse für die Ausbildung der Kinder, aber immerhin sind Rücklagen da, um die Situation auch jetzt besser zu machen. Wenn es euch beiden etwas erleichtert, warum nicht? Bewerbungsphasen sind blöd, wenn man sich dann auch noch vom Wäschestapel ausgelacht fühlt, wird es nicht besser. Und Du brauchst auch deine Kräfte.
Alles Gute,
Mena


  Re: arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 18.01.2020 19:03
Hallo Mena,

vielen Dank für deinen Vorschlag, der sich leider nicht auf unsere Situation übertragen lässt: Wir haben, wie gesagt, schon eine Putzhilfe, die für fünf Stunden die Woche kommt, und es kann bei meinem Mann auch nicht davon die Rede sein, die "Hauptlast" zu tragen (davon ist er weit entfernt), ausgenutzt sollte eher ich mich fühlen, leider. Ich erwarte in keiner Weise, dass er hier den Haushalt ganz schmeißt, aber er ist jeden Wochentag 6-7 Stunden allein zu Hause, wenn wir alle weg sind.....da sollte ein bisschen Unterstützung möglich sein.

Viele Grüße
Elsaa


  Re: arbeitslos
no avatar
   Elsaa
schrieb am 18.01.2020 19:17
Hallo pmami,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort bzw. Einschätzung.

Zunächst einmal: Klar das hört sich albern an mit Bügelwäsche und Mittagessen, es sind für mich nur Symptome einer grundsätzlichen Einstellung/Haltung, die ich nur schwer akzeptieren kann

Deine Analyse trifft im Übrigen den Nagel auf den Kopf, genauso nehme ich es wahr bzw. so war bzw. ist es. Von den 16 Monaten war er zwei Monate freigestell, also noch nicht offiziell arbeitslos, da ist gar nichts gelaufen.

Zu deinen Fragen hier meine Einschätzung:
a) bisher noch nicht, obwohl ich denke, dass er da umdenken muss, leider
b) er hat in seinem Bereich promoviert, ich kann mir im Moment nicht vorstellen, welche Art Umschulung das sein sollte
c) ja, ist möglich, so füllt er auch gerade die Lücke, zumindest auf dem Papier
d) das Sind die entscheidenden Fragen: Ich weiß nicht, ob er bereit wäre, sich auf die Arbeit hier zu Hause einzulassen und ich weiß auch nicht genau, ob ich es so super fände, ihm in Sachen Kinder so viel zu überantworten, aber das ist mein Stiefel, damit müsste ich klarkommen. Und ja, von meinem Vollen Gehalt könnten wir leben, allerdings mit Abstrichen in bestimmten Bereichen, was aber alles machbar wäre.

Leider ist auch ein ruhiges Gespäch über die existentiellen Dinge derzeit kaum möglich. Eure Beiträge haben mir aber sehr geholfen, die Dinge für mich noch einmal zu strukturieren und klar zu bekommen. Ich werde das jetzt (nochmal) angehen und versuchen mich mit den "Haushaltslappalien" erstma zurückzuhalten.

Viele Grüße

Elsa.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020