Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Normale Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenantikörper: Sind Medikamente notwendig? neues Thema
   Endometritis: Entzündung der Gebärmutter verhindert Schwangerschaft
   Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (Granozyte) zur besseren Einnistung bei IVF?

  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   Tabumama
schrieb am 19.12.2019 07:28
Mit Putzfrau, Babysitter, Oma und Partner, der mit anpackt - vielleicht bräuchte ich meinen Wein dann nicht, wer weiß... Unterstützung, ein Traum! Gesegnet, wer welche hat.

Kaffee - naja, ist ja letztlich auch nur Mittel zum Zweck (wach bleiben), wenn nicht aus reinem Genuss konsumiert.

Vorbild und Kinder im Vollrausch - ich glaube, sowas kann man nicht verhindern, oder? Ich kenne Familien, wo die Eltern nicht tranken, rauchten etc und die Kinder zu Drogen griffen als auch Familien, wo man rauchte und über die Maßen vor den Kindern Alkohol trank und die rührten keine Zigaretten oder Alkohol an...


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
avatar    Jadestern
Status:
schrieb am 19.12.2019 08:06
Ich finde es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen einem "unpädagogischen tag" und dem Konsum von Alkohol bis in den rauschartigen Zustand um Abzuschalten. Für mich hört sich das nicht gesund an aber ob und wie man das handhabt ist auch eine persönliche Entscheidung. Ich verurteile das nicht aber für mich käme es nicht in Frage.

Ich habe meine Kinder spät in kurzem Abstand bekommen...beim 2. war ich 40 und ich merke dass man nicht mehr so belastbar ist und auch die Regeneration länger dauert. Ich habe 2 Jungs, beide recht wild was die Erziehungsarbeit auch oft erschwert. dazu kommt noch dass der Große in der Schule Probleme hat (und momentan in der Testung its) also auch eine Sache die noch zusätzlich belastet und viel zeit in Anspruch nimmt.

Ich habe weder Großeltern (900km entfernt) noch eine Putzfee, noch ein großartiges soziales Netzwerk da wir extrem Außerhalb leben und es sehr ländlich ist. Ich trinke fast nie Alkohol (wenn ich essen gehe, feiere etc mal ein Glas) und rauchte nie, weshalb ein Joint auch nie in Frage kam/käme. Ich mag es sogar nicht wenn mein Mann der gerne mal ein Glas Wein trinkt, das vor den Kindern (Abendessen) macht. Ich arbeite fast Vollzeit (33h/Woche) und mein Mann Vollzeit.

Bin ich oft gestresst? Oh ja...bin ich dann auch mal ungerecht zu den Jungs...ganz sicher. Lauter als ich sein sollte....genervt. Die Hand ist mir bisher 2 Mal im Affekt ausgerutscht...einmal als mein Kleiner mich im Wutanfall gebissen hat (auf den Po) und einmal als er mich gehauen hat auf die Hand....fand ich schrecklich. Ist aber passiert und ich stehe dazu.

Auf den Gedanken, Alkohol zur Entspannung zu trinken bin ich noch nicht gekommen und das würde ich wohl auch nicht, da ich das noch nie so gemacht habe (auch in meiner Jugend)....ich schaue mir dann eher eine Serie an um mich abzulenken oder mache was am PC, oder spiele ein Handygame.

Ich habe das Glück, das mein Mann mich sehr unterstützt und wir uns gegenseitig auffangen wenn es nötig ist. Wir sind als Eltern ein gutes Team und er ist für mich da, wenn ich "nicht mehr kann"

Fühlst du dich denn mit der Situation und deinem Umgang (Alkohol/Joint) wohl? Siehst du Alternativen dazu? Wenn das für dich der beste Umgang mit deinem Stress ist und nicht in die Sucht abgleitet (was ich schwierig finde) dann ist das so. Wenn deine Kinder nicht darunter leiden dann ist das eben dein Weg. Meiner wäre es nicht...aber das ist doch irrelevant für dich, da deine Situation nicht meine ist und du du bist.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   cora167
schrieb am 19.12.2019 08:46
Zitat
HulksMother
Unser Kurzer wird im Januar drei Jahre und ist aktuell ein Dämon, eine Abrissbirne auf zwei Beinen, ein Trotztornado und jede wache Minute ist Kampf und Diskussionen. Er ist ein Kraftpaket, das ich nicht mehr halten kann. Oder tragen.
Wir arbeiten beide Vollzeit, ich pendel jeden Tag fast drei Stunden, keine Entlastung durch Familie. Und ja, ich habe mir gestern nach zwei Stunden Terror deluxe als wir endlich in der Wohnung ankamen, ein Glas Rotwein eingeschenkt. Um 17 Uhr. Weil ich sonst katastrophal ausgerastet wäre. Und packen musste, und Haushalt machen musste. Und Essen. Und ja, die Flasche war offen, weil ich auch am Abend vorher ein großes Glas voll getrunken habe, als der Kurze ENDLICH im Bett war. Und dabei hab ich geheult, weil einfach alle Nerven blank liegen, die Drecksratgeber anscheinend für einfachere Kinder geschrieben wurden und auch die Erziehungsberatung nur rät, darauf zu hoffen, dass es bald besser wird. Wir würden alles richtig machen. Und ja, fast alle Mütter in meinem Bekanntenkreis mit Kindern unter 6 ohne Familiennetzwerk, reichen Ehemann und mit Vollzeitarbeit verarbeiten ihren Stress nicht nur mit Yoga.
Es bringt aber auch nichts, sich mit anderen zu vergleichen. So lange man weder sich noch andere gefährdet seh ich kein Problem und da seh ich auch keinen Grund, für Anonymität.

Du beschreibst meinen gestrigen Tag und mein Kind! Vom Anfängerbaby zum Terrorzwerg auch hier, zum Glück hat sich die Erstklässlerin wieder eingekriegt, sonst würde ich Amok laufen! Ich hatte übrigens 2 Gläser Rotwein😉 Ansonsten bin ich ganz deiner Meinung, solange das nicht ausartet und man die Kontrolle verliert, ist das völlig ok.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   HulksMother
schrieb am 19.12.2019 09:06
Natürlich ist es nicht optimal, Alkohol zur Entspannung zu trinken. Oder vorbildlich. Alkohol ist eine Droge mit erheblichen Suchtpotential. Aber optimal ist vieles nicht. Wenn es aber nur in Ausnahmefällen passiert, dann ist es für mich, wie bei akuten Schmerzen eine Tablette zu nehmen, um mich dann um eine bessere Lösung zu kümmern. In neun von zehn Fällen trink ich Wein oder Bier, weil ich es als Genussmittel konsumiere. Und selten eben auch mal, weil Alkohol entspannt. Ich bin mir bewusst, dass es anders sein sollte, aber ich verheimliche es auch nicht. Warum auch?


  Werbung
  Re: Dinge, über die man nicht spricht
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 19.12.2019 10:42
Ich bin kaffeejunkie und liebe es abends (nicht jeden Abend ) ein Gläschen Wein zu trinken wenn die Kids im Bett sind, ich bin bekannt super Liköre herzustellen und diese trinke ich auch!
Ja Baldrian habe ich zuhause benötige ich ab und an , ich habe tatsächlich einschlafprobleme ( das hängt aber mit meinem Gedankenkarussel zusammen ).

Wenn ich mal kinderfrei habe ( was nicht soooo oft vor kommt) dann gehe ich feiern und ja auch mit Alkohol intus ! Den ein oder andere Kater habe ich dieses Jahr gehabt !

Ich bin in einer Narrenzunft die hauptsächlich aus Familien besteht , hier gibts immer zwei unterschiedliche Veranstaltungen ... tagsüber mit Kids ohne Alkohol / bzw. nur ein Schorle. Oder Abendveranstaltungen ohne Kids und da trinke ich gerne was!
Und wir sind alle ganz normale Eltern Ich wars nicht

Und nein ich bin keine alkoholikerin die es braucht voll zu sein! Ich liebe es aber mit Freunden gemütlich was zu essen , Wein zu trinken und im Anschluss in den Club zu gehen und da geht’s weiter bis morgens !

Ich brauche nicht den Alkohol , aber ich brauche meine Auszeiten ohne Mama zu sein ! Ich gehe auch mit Mitte 30 auf die nature one oder Parookaville LOL Ich habe kein schlechtes Gewissen meine Kinder an solchen Festivals 3 Tage zur Oma zu geben um einfach dort wieder ich sein zu können ! Denn es gab auch eine Alice vor den Kindern !

Übrigens trotz der Tatsache dass ich eine Technomaus bin habe ich noch nie irgendwelche Drogen genommen ! Ich hab einfach Angst davor. Dennoch ist es kein Geheimnis das es erwachsene / studiert / vernünftige Menschen in meinem Umfeld gibt die dies eben an solchen Wochenenden konsumieren.

Aber das ist eine Ausnahme , und keiner fährt oder macht Dumme Sachen , wir gehen auch immer als Gruppe und lassen nie jemand alleine!
Es gibt auch keine Menschen in meinem Umfeld die aggressiv oder so werden wenn sie getrunken haben.

Einen Jonint habe ich auch noch nie geraucht aber ich rauche auch keine Zigaretten ( da wird mir hundeelend ).

Problematisch wird es wenn man es „brauch“ wenn man den Alltag (!) so plant dass man eben diese Mittel zur Beruhigung nehmen MUSS.
Wenn man sein Job / Führerschein verliert durch Alkohol oder Drogen.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   henriette
schrieb am 19.12.2019 10:55
gut gebrüllt, Löwe!!! Wobei ich Techno wenig abgewinnen kann, aber gerade den Spaß und die Freude an nächtelangem Tanzen wiederentdeckt habezwinker Und mein Kind ganz erstaunt war, dass ich es so lange aushalte zwinker. Nein, das Kind war nicht dabei.....


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   Viktoria1
schrieb am 19.12.2019 10:56
Rauchen, Joints usw. ist für mich kein Thema, will ich nicht, und damit ist gut.

Allerdings habe ich mich dabei ertappt, dass ich in letzter Zeit zuviel Wein trinke. Daher habe ich mich entschlossen, dass auf das Wochenende zu beschränken, aber kein Vollrausch. Das macht Kopfschmerzen, und dazu habe ich keine Lust.

Stress habe ich auch viel. Mein Mann arbeitet sehr viel, bei mir sind es ca. 35 Stunden, Putzfee habe ich auch. Fahrweg kostet mich zwei Stunden am Tag.

Heute baue ich Überstunden ab. Von daher habe ich mir heute morgen erstmal ein Vollbad gegönnt..... Spaziergänge und Bad bauen auch Stress ab.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 19.12.2019 12:21
Zitat
henriette
gut gebrüllt, Löwe!!! Wobei ich Techno wenig abgewinnen kann, aber gerade den Spaß und die Freude an nächtelangem Tanzen wiederentdeckt habezwinker Und mein Kind ganz erstaunt war, dass ich es so lange aushalte zwinker. Nein, das Kind war nicht dabei.....

Ich bin musikalisch flexibel einsetzbar LOL

Mein Highlight 2019 war Dr. Peacock live auf der N1, das hat sogar meine Clique in die Knie gezwungen die sind dann mal zu nem anderen DJ geflüchtet und ein tapfere Kumpel blieb bei mir damit ich diese eine Stunde richtig ausrasten konnte 😂

Noch (!) sagt mein Sohn er will mit mir unbedingt mal auf die N1... in 10 Jahren darf er mit ich hoffe inständig dass er dann immer noch mit mir da hin möchte.
Das ist so ein bisschen mein Ziel im „Alter“Ich wars nicht

Spaß bei Seite ich denk einfach man sollte Verantwortung zeigen aber man darf sich auch mal gehen lassen ! Alles was gut tut ist erlaubt !


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   pmami
schrieb am 19.12.2019 19:22
Ich bin absolut keine Vorzeigemama, bin häufig frustriert, wütend, genervt oder erschöpft und trinke zuviel Kaffee, rauche (nicht vor meinem Kind, immerhin) und trinke gelegentlich auch mal Alkohol.

Ja, ich kenne genau das Gefühl, das mir am Ende eines langen Tages sagt "Jetzt brauche ich ein Glas."

Mein Vater war Alkoholiker. Deshalb kenne ich auch die Gefahr. Regelmäßig zu trinken um sich zu entspannen ist im Hinblick auf eine Sucht deutlich riskanter als sich gelegentlich auf Partys abzuschießen.

Deshalb achte ich immer darauf, wie häufig ich in der Woche trinke. Ich habe es mir zur Regel gemacht, nicht öfter als maximal dreimal pro Woche Alkohol (und dann nicht mehr als ein oder zwei Glas Wein) anzurühren. Und zwar nicht, weil ich Supermom bin oder perfekt oder was auch immer sonst weil ich schlicht und ergreifend Angst vor dem schleichenden allmählichen Abgleiten in die Sucht habe. Wir haben grundsätzlich keinen harten Alkohol im Haus. Das ist eine ganz bewusste Entscheidung.

Bei Cannabis ist meine Einstellung restriktiver als bei Alkohol. Auch mit Cannabisabhängigkeit habe ich Erfahrungen aus dem familiären Umfeld. Und deshalb gibt es bei mir zero tolerance. Cannabis ist schlicht und ergreifend gefährlich. Es kann Psychosen auslösen, es macht abhängig und es verlangsamt bei langfristigen Konsum die Denkprozesse. Oder, um es anders zu sagen, man verblödet.

Wir müssten nicht etwa Cannabis legalisieren sondern eigentlich Alkohol verbieten. Das ist gesellschaftlich aber nicht durchsetzbar. Also bleibt Alkohol legal. Aber Cannabis ist illegal. Nach wie vor. Und zwar nicht, weil Gesetzgeber irgendwelche humorlosen Spaßverderber sind sondern weil das Zeug eine scheißend gefährliche Droge ist. Punktum.

Deshalb: Ja, ich kann Dich total verstehen. Ja, es geht mir genauso. Aber auch: Nein, es ist nicht ohne Risiko, was Du tust. Du brauchst jetzt nicht Dein Leben umzukrempeln. Aber mach Dir das Risiko bewusst und tue es nicht als lächerlich ab.

Viele Grüße pmami


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.12.19 19:28 von pmami.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   berlink
Status:
schrieb am 19.12.2019 19:35
Zitat
pmami
Wir müssten nicht etwa Cannabis legalisieren sondern eigentlich Alkohol verbieten. Das ist gesellschaftlich aber nicht durchsetzbar. Also bleibt Alkohol legal. Aber Cannabis ist illegal. Nach wie vor. Und zwar nicht, weil Gesetzgeber irgendwelche humorlosen Spaßverderber sind sondern weil das Zeug eine scheißend gefährliche Droge ist. Punktum.

genau das!


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.12.19 20:54 von berlink.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   samonna
Status:
schrieb am 19.12.2019 23:37
Ich empfinde die Aussage, wegen Stress Alkohol oder, ich nenne es mal, andere Drogen zu konsumieren, als Ausrede. Ganz einfach aus dem Grunde, dass diese Mittel einem doch noch mehr Kraft rauben, als der Alltag es ohnehin schon tut (also nach dem Rausch).

Ich selbst bin im Moment am Rande meiner Belastbarkeit angelangt. Manchmal weiß ich gar nicht, wie ich mich noch auf den Beinen halten soll. Ich habe zwar einen Mann, doch der arbeitet phasenweise so viel, dass ich faktisch alleinerziehend bin, mit drei Kindern. Ich habe keine Hilfe, außer einer Putzhilfe, die einmal die Woche kommt, sonst bin ich allein und arbeite auch.

Dennoch würde ich mich abends niemals mit Alkohol oder sonstigem entspannen können. Ich muss dazu sagen, dass ich schon immer großen Respekt davor hatte, von etwas abhängig zu werden. Außer Zigaretten, geraucht habe ich einige Jahre, dann aber damit aufgehört. Alkohol hat für mich eher das große Potential, mich am nächsten Tag richtig schlecht zu fühlen, ich kann auch einem Rausch nichts abgewinnen, eher hindert eine Art kontrollverlust mich am Konsum. Und auch wegen meines empfindlichen Magens trinke ich seit kurzen so gut wie gar nichts mehr. Also eher könnte ich sagen, schreckt Alkohol mich sogar ab.

Meine einzige Schwäche ist Kaffee, der geht aber des Magen wegen auch nur noch entkoffeiniert.

Warum aber soll genau das alles etwas darüber aussagen, was für eine Mutter ich bin? Definiert man sich schon nicht viel zu sehr über Alkohol/ Drogen, wenn das eine solche Wichtigkeit besitzt? Das würde mich wirklich beunruhigen, aus dem Suchtgedanken heraus. Schlafen ist das einzige, was ich bei Stress wirklich brauche, und gottlob habe ich auch nur selten Probleme damit. (Soweit ich weiß, ist Alkohol auch für erholsamen Schlaf ganz schlecht...)

Ohne das verurteilen zu wollen, wünsche ich dir, dass du andere Wege findest, als diesen.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   HulksMother
schrieb am 20.12.2019 08:29
Du hast durch die beruflichen Erfahrungen natürlich einen anderen Blick auf das Thema. Aber Länder, in denen Cannabis legalisiert wurde habe inzwischen umfangreiche Erfahrungen, was den legalen Konsum von Erwachsenen angeht. Und die sind nicht schlecht. wenn ich in einer Klinik für Adipositaspatienten arbeiten würde, hätte ich auch einen anderen Blick auf Essen als Suchtmittel. Ich selber mag Cannabis überhaupt nicht und würde es nicht in Deutschland konsumieren, da es unkontrolliert ist - aber ich kenne viele Erwachsene, die es legal und illegal als Genussmittel oder als Medical Marihuana konsumieren und keinerlei Einschränkungen dadurch haben. Es ist ein Rauschmittel, aber kein Teufelszeug. Der Konsum ist für Jugendliche riskant, aber scheißengefährlich ist beileibe was anderes.
Zitat
berlink
Zitat
pmami
Wir müssten nicht etwa Cannabis legalisieren sondern eigentlich Alkohol verbieten. Das ist gesellschaftlich aber nicht durchsetzbar. Also bleibt Alkohol legal. Aber Cannabis ist illegal. Nach wie vor. Und zwar nicht, weil Gesetzgeber irgendwelche humorlosen Spaßverderber sind sondern weil das Zeug eine scheißend gefährliche Droge ist. Punktum.

genau das!



  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   henriette
schrieb am 20.12.2019 08:36
mhhh, schwierige Diskussion: Cannabis kann für das jugendliche Hirn fatal sein, beim ausgereiften Gehirn sieht es etwas anders aus. Im Gegensatz zu Alkohol macht Cannabis nicht unbedingt agressiv, sondern wirkt eher dämpfend. Ich bin zum Thema Legalisierung hin- und hergerissen, wenn es richtig gemacht würde, könnte man eventuell den Verkauf an Minderjährige und die Qualität besser kontrollieren. ZUdem kommen die Kinder eben doch in Kontakt mit einer Szene, in der es deutlich schlimmeres zu erstehen gibt.
Und das mit dem Alkohol verbieten haben die Amerikaner ja schonmal versucht und das ist gründlich schief gelaufen, auch wenn wir der Prohibition so wunderbare Filme wie Some like it hot zu verdanken haben...Und alkoholische Getränke haben auch etwas mit kulinarischem Genuß zu tun, sei es der Champagner als Aperitiv vor einem festlichen Essen, der kalte Rosé an einem sommerlichen Wintertag am Strand von Barcelona, eine passende Weinbegleitung zu einem Mehrgängemenü, oder einfach die ersten Schlucke eines frisch gezapften Pils, wenn man durstig ist.... Auf all das möchte ich nicht verzichten und werde allein deshalb auf den Alkoholkonsum aufpassen...


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
no avatar
   luna2
Status:
schrieb am 26.12.2019 21:22
Liebe Threaderöffnerin,

grundsätzlich kenne ich dein Dilemma: Je höher der (Leidens)druck, desto attraktiver schien die eher destruktiven Wege zur Stressbewältigung (Suchtmittel ect.) und unattraktiver und weniger wirksam erscheinen die "guten" Wege wie positive Aktivitäten, Bewegung, Entspannung. Mein Weg war zwar nie der Alkohol oder Drogen (das haben mir zwei schwer alkohol- und drogenabhängige Elternteile ausgetrieben) ,aber ich habe mich früher regelmäßig selbst verletzt (was ja ähnlich wie Suchtmittel wirkt) und wenn der Stresspegel bei mir über eine gewisse Belastungsgrenze hochgeht, dann bin ich auch heute noch in Versuchung. Schneiden ist schon lange nicht mehr, aber manchmal kneife ich mich dann oder haue irgendwo gegen, hinterher fühle ich mich schlecht , und mein Mann macht sich Sorgen, wenn er die blauen Flecke sieht, und ich ärgere mich über mich selbst. Und jedesmal packe ich es danach erneut an, "abstinent" zu bleiben. Das gelingt mir auch mittlerweile in immer größeren Abständen, jetzt habe ich schon wieder 12 Monate "Abstinenz" geschafft.

Meine Erfahrung ist, je mehr man dem Drang zur destruktiven Stressregulation nachgibt, desto dominanter wird er als scheinbar "einziger Weg" und um so mehr Kontrollverlust hat man auch in anderen Bereichen. Und Du schreibst ja, dass dir auch öfter mal die Hand ausrutscht. das finde ich schon ein Alarmzeichen dafür, dass du Kontrollverluste hast, wenn du über deine Belastungsgrenze kommst. Glaub mir, es gibt einen Zusammenhang zwischen der Frequenz destruktiver Stressregulation und solchen Kontrollverlusten, das weiss ich aus eigener Erfahrung.

Das einzige, was letztlich hilft, ist, die destruktiven Wege öfter mal zu lassen und die anderen Wege zu gehen- auch wenn das mühevoller, zeitaufwändiger, nicht so schnell und so stark wirksam ist. Yoga und Entspannung werden niemals so schnell effektiv sein wie Suchtmittel, darauf solltest du gar nicht hoffen. Aber mit etwas Übung und langfristig wirkt es auch genauso stressregulierend. Auf jeden Fall solltet du dir was suchen wo du auch mal anders auch körperlich Dampf ablassen kannst. Es muss ja auch nicht immer Yoga sein - ich mache z.b. lieber Kampfsport. Wenn man viel mit starken Gefühlen zu kämpfen hat, ist vielleicht ein Boxsack im Keller (eine an die Wand gestellte alte Matratze tut es auch) viel wirkungsvoller...

Wichtig ist auch, früher zu merken, wenn es auf die eigene Grenze zugeht, und präventiv zu handeln- z.b. Abends wenn die Kinder schlafen mal die dreckige Küche dreckig sein zu lassen und lieber joggen oder in die Badewanne zu gehen. Oder einfach mal dem Partner zu sagen, jetzt kann ich gerade nicht mehr, du musst übernehmen, und eine Runde Spazieren zu gehen. Wichtig ist dabei, wirklich pro-aktiv zu handeln, also nicht zu lange zu warte. je früher ich bei mir selbst eingreife desto schneller kriege ich den Stresspegel wieder runter.

Ich weiss nicht, ob dir das weiterhilft, aber so werde ich oft mit meinen Suchtimpulsen fertig. Und wenn es mal nicht klappt, ist es halt so. aber man sollte ich immer wieder vornehmen, den Impulsen zu widerstehen.

Ich wünsch Dir alles Gute!

Lou


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
avatar    Nora90
schrieb am 27.12.2019 12:23
Liebe Tabumama,
mir geht es oft ähnlich wie dir mit der Erschöpfung, nur habe ich seit ich frisch schwanger war mit meinem Sohn auf Joints verzichtet, die ich gelegentlich geraucht habe, aber eher selten. Bin Langzeitstillerin, wenn auch nur wenig inzwischen, somit fliegt das raus bei mir. Ebenso natürlich Alkohol in größeren Mengen, trinke nur etwas Wein. Kaffee / Schwarztee trinke ich zwischen zwei und drei Tassen täglich.

Habe für mich aber eine bessere Alternative gefunden, um abzuschalten: Meditation.
Generell meine Lebenseinstellung verändert... Hierbei hat das Buch "Jetzt" von Eckhart Tolle ziemlich viel verändert für mich. Soll keine Werbung sein, nur ein Lesetipp...


Alles Gute Dir.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.12.19 12:27 von Nora90.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020