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  Dinge, über die man nicht spricht
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   Tabumama
schrieb am 18.12.2019 08:19
Guten Morgen, ich wollte mich mal umhören, ob es noch mehr Mütter (Väter) gibt, die zu unlauteren Mitteln greifen.

Man liest und hört ja in der Regel "nur" davon, wie müde und erschöpft einen der Familienalltag sein lässt, dass man öfter schimpft oder laut wird als gewünscht.

Doch, weil gesellschaftlich verpönt und teilweise illegal, wie ist es denn mit den anderen dennoch sehr menschlichen Handlungen?

Wie viel Kaffee, Energiedrinks, wie viele Zigaretten, wie oft ein oder mehr Gläser Alkohol, Cannabis, Schlaftabletten usw konsumieren wir Eltern tatsächlich aus Stress, Erschöpfung, Anspannung...?
Mehr als erlaubt, mehr als gesund ist vielleicht sogar?...
All das, was in dieser Gesellschaft tabu ist und daher nicht ausgesprochen...
All das, was wir vielleicht sogar selbst ablehnen und dennoch tun...

Ich oute mich mal als erstes.
In meinen Schwangerschaften und Stillzeiten habe ich auf jegliche Rauschmittel verzichtet. Dennoch auch zu vielen Hilfmitteln gegriffen wie Baldrian und Co.
Nicht mehr gestillt und ab einem gewissen Alter der Kinder (bzw. wenn ich sie betreut weiß und daher keine Aufsichtspflicht habe), oh ja, dann trinke ich phasenweise "Liter weise" Kaffee und Energiedrinks um mich wach zu halten, nehme Schlaftabletten um überhaupt einschlafen zu können bei all der Überreizung und Schlafentzug.
Und auch der Griff zu Alkohol ist für mich nervenveruhigend und entspannend.
Oft genug freue ich mich auf den Feierabend, wenn die Kinder schlafen und dann auf meinen Wein oder auch mal Schnaps.
Übernachten die Kinder woanders, dann gönne ich mir auch mal einen Joint.
Und Leute, ja, all diese Mittel sind kritisch, da Suchtmittel.
Doch ich bin echt dankbar, dass es sie gibt.
Da helfen mir manchmal kein Yoga, Meditation, PMR und anderes mehr.
Mir ist es auch schon passiert, dass mir die Hand ausgerutscht ist.
Zwar "nur" auf Po oder Oberschenkel. Und ich schäme mich dafür und noch mehr, dass es mehrfach passiert ist. Bringe ich doch meinen Kindern bei, andere Wege als Gewalt zu suchen. Hätte niemals gedacht, so dermaßen verzweifelt sein zu können, dass ich im Affekt handgreiflich werde.

Mutter sein ist wahnsinnig anstrengend. Es ist wunderschön, ich liebe meine Kinder.
Und doch komme ich immer wieder an meine Grenzen und drüber hinaus.
Ich bin dann sehr dankbar, mir von außen Entspannung oder Wachheit zukommen lassen zu können.
Oder einfach mal, dass der Kopf abgeschaltet ist oder der Körper zur Ruhe findet.

Wie ist das bei euch? Outet sich noch jemand?


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   Tabumama
schrieb am 18.12.2019 08:49
Beim Lesen meines Posts bemerke ich, wie zurückhaltend ich geschrieben habe. Obwohl ich anonym schreibe. Ich scheine nicht verurteilt werden zu wollen.
Ich möchte nicht abgestempelt werden, ich hätte ein Suchtproblem oder würde verantwortungslos sein. Nun, ich trau mich nun dennoch, ganz offen zu sein.

Was ich zurück gehalten habe - ab und an betrinke ich mich auch, ich "brauche" dann diesen Rausch, der mich komplett rausholt aus dem Alltag. Nie so, dass ich einen Kater habe oder ich die komplette Kontrolle über mich verliere, das mag ich gar nicht.
Verschwiegen habe ich auch, dass ich das auch schon mal gemacht habe während die Kinder nebenan schliefen.
Oder einen klitzekleinen Joint als Einschlafhilfe statt Tabletten.

Wenn ich zurück denke, dann bin ich, je kleiner die Kinder, um so strenger, vorsichtiger und zurückhaltender gewesen und je größer und selbstständiger die Kinder werden, um so großzügiger werde ich da mit meinem Konsumverhalten. Wäge immer ab, wie schnell wie weit ich einsatzbereit sein muss, damit ich mich auch gut kümmern kann. Und lasse es auch oft genug deshalb.

Hm, klingt jetzt so, als würde ich jeden Tag planen, was ich wie zu mir nehmen kann. Nein, ist nicht so. Es gibt Phasen, Wochen oder gar Monate, da nehme ich nichts außer Kaffee. Dann gibt es Phasen, da trinke ich jeden Abend ein oder zwei Gläser Wein usw. kommt immer auf die Situation an und was gerade im Leben so los ist.

Naja, vor den Kindern lebte man ja auch öfter grenzwertig. Mit den Kindern kam jede Menge Verantwortung. Da frage ich mich auch oft, wie richtig und verantwortungsvoll mein Handeln ist und ob ich es trotzdem tue, obwohl verwerflich. Oft genug frage ich mich, wie grenzwertig zum Suchtverhalten dies ist.
Es spricht ja sonst niemand drüber.
Man liest nur, regelmäßiger Konsum wäre schon Suchtverhalten.
Laute Stimmen geben nur "erlaubte" Mengen und Komsummittel bekannt, z.B. ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, mehr nicht, man hat ja immerhin Kinder! Phu...
Nicht einfach, dann dazu zu stehen, dass man trotz Kinder auch gern mal 3 oder 4 Glühwein trinkt, einfach um sich aufzuheitern, abzuschalten und dem verantwortungsvollen Kinderpflichten zu entfliehen...


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   henriette
schrieb am 18.12.2019 09:45
geh einfach davon aus, dass du nicht allein bist. Wobei ich allerdings Glühwein schrecklich finde und der Joint ausfällt, weil ich das Rauchen seit langem aufgehört habe.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   berlink
Status:
schrieb am 18.12.2019 11:29
Ich habe noch nie geraucht, nie Drogen genommen, nichts davon je probiert, ich trinke selten Alkohol, jetzt grad gern mal einen Glühwein (3-4 würde ich nie vertragen), im Urlaub gern mal einen oder auch 2 Cocktails, trinke auch mal 1 Glas Wein (viell 1/Monat), ich trinke Kaffee ohne oder mit halben Koffein und viel Milch (viell. 3 Tassen/d) und nehme keine Tabletten, nichts Pflanzliches und schon gar keine Schlaftabletten. Ich habe da eine sehr kritische Haltung und möchte dies meinen Kindern auch vermitteln. Allerdings hatte ich auch entsprechende Vorbilder in meiner Familie, wo es kein Nikotin und auch kaum Alkohol und schon gar keine Drogen gibt.
Mein Mann raucht wenig (nicht vor den Kindern, die wissen das bisher nicht), aber mir zu viel, trinkt 2 Bier/d oder auch keins, mir aber auch zu viel und moderat Kaffee.
Und ja, sobald ein eigentliches Genussmittel (Alkohol z.B.) eine Funktion erhält, bewegen wir uns auf der Schiene hin zum Missbrauch. (Ich bin Ärztin und war lange im Suchtbereich tätig.)
Ich bin auch an manchen Tagen froh, wenn abends Ruhe ist und ich mich Bürokram usw. widmen kann und bin dann auch genervt, wenn ich das 3. Mal über mir Tritte höre, die mir vorhersagen, jetzt kommt wieder ein Kind mit einer (Pseudo)frage runter... .. Und ich bin sehr froh, dass jetzt Schulferien sind! Ich gönne mir dafür Ausflüge (mit den Kindern), regelmäßige Urlaube mit Kinderbetreuung, wir gehen gern essen, ich unternehme überhaupt gern etwas. Das ist dann meine Entspannung.


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  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   Blüte
schrieb am 18.12.2019 12:56
Hallo,

ich frage mal anders herum: wenn jetzt hier ganz viele schreiben würden, dass sie auch ab und an einen Joint rauchen, Alkohol trinken, um abzuschalten usw., was würde das für dich bedeuten?

Wäre dir dann wohler, wenn du zum Joint greifst, weil es andere auch tun?
Oder würdest du dich weiterhin unwohl fühlen, wenn du das machst, obwohl es andere auch tun?

Meiner Meinung ist eigentlich egal, was andere tun, es ist vielmehr die Frage, ob man selbst suchtgefährdet ist oder nicht. Diese Frage kann und will ich nicht klären, aber ich denke es wäre wichtig, dass du sie für dich klärst.

Natürlich ist das Elterndasein anstrengend und es wichtig, dass man Auszeiten hat und diese auch nutzt, sonst hält man das auf Dauer nicht durch. Vielleicht ist die Suche nach Alternativen zu Kaffee und Co. ein Anfang.

Alles Gute!

Blüte


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   Tabumama
schrieb am 18.12.2019 14:44
@Blüte: Ja, ich glaube, ich würde mich besser fühlen. Denn ganz ehrlich, wenn man offiziell nur von so tollen Vorzeige-Müttern wie Berlink umgeben ist, die ihr Leben offensichtlich soweit im Griff haben, dass sie ein ganz gesundes, legales und moralisches Leben führen, wie es gesellschaftlich anerkannt ist, dann fühle ich mich wie ein Versager.

Nach außen wird in der Regel nur preisgegeben, was gesellschaftlich anerkannt wird um nicht angeprangert und verurteilt zu werden.
Woher soll man wissen, was wirklich in den Menschen los ist und welche "Verfehlungen" und Hilfsmittel sie nutzen, um durchs Leben zu kommen, sich zu entspannen oder einfach mal von all den Sorgen abzuschalten und sich lebendig zu fühlen? Oder welche Ausrutscher sie haben (wie z.B. die Hand ausruschten obwohl man Gewalt ablehnt)?
Und ist es dann auch gleich (sucht-)krank?

Ich glaube, viele Mütter haben ein schlechtes Gewissen. Es lastet ein großer Erwartungsdruck auf uns - die perfekte Frau, Partnerin, Mutter, Arbeitende, Hausfrau sein... alles zu wuppen und zu schaffen.
Bisschen jammern ist erlaubt, bisschen die Nerven verlieren auch.
Aber sonst...? Alles was drüber hinaus geht ist verpönt? Wirklich?

Ich glaube, es fühlen sich mehr Mütter (Väter) am Rande der Belastbarkeit als zu gegeben wird. Dinge werden getan oder konsumiert, entweder mit dem Wissen, dass es falsch ist oder unerwünscht, ungesund, ein schlechtes Gewissen hervorruft und/oder das Leben in dem Moment ein wenig leichter macht.
Ich wollte hier mal die Möglichkeit bieten, da mal drüber zu schreiben.

Gestern und heute z.B. bin ich so dermaßen erschöpft und müde, dass ich nix im Haushalt gemacht habe, die Kinder hab stundenlang fernsehen lassen und abends gab es TK-Pizza. Alles pädagogisch total unwertvoll.
Da erinnere ich mich an die Zeiten, als die Kinder ganz klein waren und ich den ganzen Tag nur am hinterrennen und - räumen war und trotzdem sah es auch wie Hempels untern Sofa, keine Pause, schreiende, bockende, sich hauende Kinder - ich saß immer wieder heulend dazwischen. Vielleicht ist das wirklich bedenklich, aber ohne Alkohl abends wär ich da durchgedreht.

Vielleicht passiert sowas auch weniger, wenn man gut vernetzt ist, Oma und Opa und weitere Familie hat, Partner, Kita und liebe Freunde, die einen unterstützen.
Ich war von Anfang an allein, mein Ex-Mann war kaum zu Hause, Familie weit weg.
Vielleicht passiert das öfter, wenn man allein mit Kindern ist.
Doch ich glaube, auch mit Partner und Netzwerk kann das passieren?
Gerade mit Partner, wenn die Beziehung schlecht läuft, das nimmt einen doch auch mit?


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   berlink
Status:
schrieb am 18.12.2019 16:35
Wer definiert denn, was eine Vorzeigemutter ist?
Und wovon macht man es abhaengig? Vom tgl. Kochen, von gebuegelten Unterhosen, vom Klavierkonzertbesuch, von Verzicht auf Kita oder gerade Inkaufnahme von Kita und Krippe, weil man arbeiten gehen will/muss?
Was ist fuer Dich eine Vorzeigemutter?

Es kommt fuer mich darauf an, wie zufrieden ich mit mir und meinem Umgang mit den Kindern bin und welche Massstaebe ich bei mir anlege.

Ich halte tgl. Kochen fuer ueberfluessig, das gibts nur am WE, meine Kinder aßen/essen im Hort, waren schon mit 1,5 Jahren in der Krippe und schliefen mit, hatten kein Familienbett, ich bin nach einem langen Arbeitstag ganz sicher auch genervt und die Kinder streiten sich, und es wird auch mal laut. Und es gibt bei uns, z.B am WE zur Feier des Ferienbeginns, auch mal TK pizza. Ich habe eine Putzfee, weil ich lieber arbeite, als das Haus zu putzen. So what? In manchen Augen vielleicht die absolute Rabenmutter, die auf Kosten der Kinder ihren beruflichen und wohlstandswahrenden Interessen nachgeht.
Aber ich graeme mich da nicht, da das Gesamtpaket stimmt und ich so gut es geht, handele. Ich habe meine Eltern, die mich/uns immer unterstuetzen, gsd. Ich muss es Anderen nicht Recht machen, nur mir und denen, ggue. ich Verantwortung habe.
Unzufrieden waere ich tatsaechlich, wenn ich auf suchterzeugende Mittel zurueckgreifen muesste, damit es mir halbwegs gut geht. Die Verharmlosung von Drogen, die weit verbreitet ist, sei Dir da sicher, das bekomme ich beruflicherseits mit, kann ich absolut nicht nachvollziehen und bereitet mir groesste Sorgen, weil ich in Zeiten von Crystal meth das als eine absolute Bedrohung sehe und Sorge habe, meine Kinder geraten da an Leute, die ihnen das in der Schule/Pausenhof andrehen, wo ich sie nicht sozusagen schuetzen kann.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.12.19 18:55 von berlink.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   Hamamelis71*
schrieb am 18.12.2019 16:57
Wir sind doch alle nicht perfekt!

Ich habe noch nie geraucht und Alkohol mochte ich noch nie. Mein Kind war ein Anfänger-Baby, extrem ruhig und pflegeleicht und hatte von Anfang an einen Rhythmus. Sehr einfach und angenehm. Meine Freundinnen haben da wesentlich anstrengendere Kinder gehabt.... und waren entsprechend fertig. Verständlicherweise.

Immer wenn mein Kind geschlafen hat, habe ich auch geschlafen. Früh kam der Babysitter damit ich in Ruhe einmal in der Woche zum Sport konnte (mein Mann war unter der Woche oft dienstlich unterwegs ). Allerdings war mein Sohn vom ersten Moment an extrem anhänglich. In meiner Nähe war alles in Ordnung, war er bei vertrauten Leuten und ich war nicht dabei, dann hat dieses ruhige ausgeglichene Kind geschrien wie am Spieß. Ich fühlte mich wie seine Gefangene... alle Kinder haben sich in der Krippe schnell beruhigt, nur mein Sohn war so ganz anders. Ich habe manches Mal böse Gedanken gehabt.... wir waren unterwegs und hatten Spaß, nur mein Sohn hat gejammert und wollte doch lieber nach Hause, um mit mir alleine zu sein.

Jetzt ist er 11 und immer noch sehr anhänglich - wir verstehen uns sehr gut, haben uns wahrscheinlich mit unserer Unterschiedlichkeit abgefunden gr�ne Punkte. Aber mit seiner Tiefenentspannheit und seiner Geschwindigkeit (sehr langsam) treibt er mich trotzdem auch oft noch auf die Palme, weil das auch anstrengend ist. Er sieht manchmal Probleme wo keine sind und hält sich strikt an Regeln.

Es hat jeder so seine Eigenarten und unterschiedlichen Stress am Tag. Es gibt tolle Tage und ätzende Tage. Aber trotzdem haben wir unsere Kinder lieb und unsere Kinder lieben uns.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   henriette
schrieb am 18.12.2019 19:12
Ich sehe aber schon einen deutlichen Unterschied, ob ein Erwachsener (ganz wichtig, denn THC ist Gift für das heranwachsende Hirn) bisweilen! einen Joint raucht oder ob Crystal Meth konsumiert wird.
Und das Glas Rotwein, das ich gerade trinke, lass ich mir auch nicht nehmen.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   HulksMother
schrieb am 18.12.2019 20:29
Unser Kurzer wird im Januar drei Jahre und ist aktuell ein Dämon, eine Abrissbirne auf zwei Beinen, ein Trotztornado und jede wache Minute ist Kampf und Diskussionen. Er ist ein Kraftpaket, das ich nicht mehr halten kann. Oder tragen.
Wir arbeiten beide Vollzeit, ich pendel jeden Tag fast drei Stunden, keine Entlastung durch Familie. Und ja, ich habe mir gestern nach zwei Stunden Terror deluxe als wir endlich in der Wohnung ankamen, ein Glas Rotwein eingeschenkt. Um 17 Uhr. Weil ich sonst katastrophal ausgerastet wäre. Und packen musste, und Haushalt machen musste. Und Essen. Und ja, die Flasche war offen, weil ich auch am Abend vorher ein großes Glas voll getrunken habe, als der Kurze ENDLICH im Bett war. Und dabei hab ich geheult, weil einfach alle Nerven blank liegen, die Drecksratgeber anscheinend für einfachere Kinder geschrieben wurden und auch die Erziehungsberatung nur rät, darauf zu hoffen, dass es bald besser wird. Wir würden alles richtig machen. Und ja, fast alle Mütter in meinem Bekanntenkreis mit Kindern unter 6 ohne Familiennetzwerk, reichen Ehemann und mit Vollzeitarbeit verarbeiten ihren Stress nicht nur mit Yoga.
Es bringt aber auch nichts, sich mit anderen zu vergleichen. So lange man weder sich noch andere gefährdet seh ich kein Problem und da seh ich auch keinen Grund, für Anonymität.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.12.19 21:08 von HulksMother.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   MamaHH
Status:
schrieb am 18.12.2019 20:39
Hi,

Dann müsste ich ja eine dieser Vorzeigemamas sein?! Weder mein Mann noch ich rauchen, trinken etc. Wir sind da total langweilig. Und ja unsere Kids stressen durchaus mal. Bei uns hilft Ironie. Wir als Eltern halten quasi zusammen. 2 gegen 2. Und wenn einer mal nicht mehr kann, krank ist oder ähnliches, übernimmt der andere mal einen Abend die Kids alleine. Meist machen wir es aber zu zweit. Zum Beispiel heute Nacht. Während mein Mann beim kranken kleinen geschlafen hat, kam der Grosse nach Albträumen zu mir ins Ehebett. Und schon konnten alle halbwegs gut schlafen. Wenn ich merke, dass die Kids mich gerade zur Weisglut bringen, dann gehe ich kurz aus dem Raum raus und atme tief durch, trinke einen Tee o.ä. (auch auf die Gefahr hin dass z.B. das Zimmer der Kids in der Zwischenzeit im Chaos versinkt). Den Tipp habe ich mal irgendwo gelesen. Und so ist uns noch nie die Hand ausgerutscht. Kinder machen das ja nicht mit Absicht. Sie sind Kinder und testen halt Grenzen aus. Das nervt zwar irre, aber auch da rettet uns Satire. Mein Mann und ich malen uns dann aus, was man (als Kind) noch so machen könnte. Gut, dass unsere Kids nicht so tolle Fantasien haben. Aber es hilft bei uns. Dann sieht das Kinderchaos gleich viel harmloser aus...

Wir versuchen aber einmal im Monat einen Babysitter zu organisieren. Dann gehen wir ins Theater, Kino, Essen (gerne auch mal mit einem Glas Wein). Das ist unser Ausgleich. Und jeden Morgen gibt es einen Kaffee zum Frühstück. So damit oute ich mich als langweilig....


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   HulksMother
schrieb am 18.12.2019 20:47
Seit wann ist Kaffee überhaupt verpöhnt? 🙄


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   berlink
Status:
schrieb am 18.12.2019 21:46
Zitat
henriette
Ich sehe aber schon einen deutlichen Unterschied, ob ein Erwachsener (ganz wichtig, denn THC ist Gift für das heranwachsende Hirn) bisweilen! einen Joint raucht oder ob Crystal Meth konsumiert wird.
Und das Glas Rotwein, das ich gerade trinke, lass ich mir auch nicht nehmen.

Wer will das Gals Rotwein Dir denn nehmen? Bzw. wer kann das denn Dir nehmen?

Ich sehe den Schritt von der Drogenabstinenz, und das Cannabis, was auf dem Schwarzmarkt vertickt wird, gehört nun mal immer noch dazu, hin zum Cannabis als größer an als vom Cannabis zu jeder anderen Drogenart. Wenn ich als Erwachsener das konsumiere und tat dies auch früher schon, habe ich dennoch nachweisbare Folgen (IQ-Minderung z.B.) als wenn ich nix nehme.
Als weiters Manko kommt für mich hinzu, dass die Kinder das ja auch i.wann mitkriegen, wenn Eltern kiffen und ich damit ganz schlechte Argumente habe, dass diese doch bitte in der Jugend lasen sollen, weil dies nachweislich negative Folgen für die Hirnentwicklung bzw. die Entwicklung von psych. Störungen hat. Ich hingegen, als Erwachsener darf kiffen... ?

Ich denke, je nach Belastungen und Belastbarkeit kommen Viele von uns an ihre Grenzen, mal früher, mal später, sehenden Auges oder unbewusst. Wie ich dann damit umgehe, was ich mache, um Ausgleich/Entspannung zu finden, ist etwas, was Jeder herausfinden darf/muss. Bestenfalls ist es etwas, woran sich die Kinder dann auch orientieren können, lernen können, wie wir mit Frustrationen umgehen. Ich bin kein Mensch, der den Ärger hinunterschluckt oder verdrängt, da ist mir eine Auseinandersetzung, ggf. auch in einer anderen Tonhöhe zwinker, lieber, als i.was nicht anzusprechen, was später dann doch hochkocht. Ich geh auch aus dem Zimmer, wenn es mir zu stressig wird, oder es nur noch im Schreien und sich Gegenseitig-übertönen endet/würde und möchte erstmal gar nicht die gegenseitigen Beschuldigungen der Kinder anhören, in dem Moment. Da kann man eh nichts klären... .

Und natürlich bin auch ich jetzt grad ganz froh, dass eine Etage über mir Ruhe ist. Bis morgen früh, dann habe ich sicher wieder eine nörgelnde Früh-pubertierende, die Türen knallende 9jährige.


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   henriette
schrieb am 18.12.2019 22:25
ich als Erwachsene darf viele Sachen machen, die Jugendliche, Kinder, noch nicht machen dürfen. Und sei es nur Auto fahren. Es ist schlicht und ergreifend so, dass das jugendliche Hirn ganz anders auf THC reagiert als das erwachsene Hirn.
Und ausserdem hat so ziemlich jede Zivilisation ihre Drogen, in unseren Breiten eher der Alkohol, in anderen Breiten eher THC oder Opium oder Ähnliches... Aber das ist, wie Fontane schon sagte, ein weites Feld.....
Und ich habe nichts dagegen, wenn mein Kind irgendwann den Unterschied zwischen einem korkenden Wein und einem richtig guten Grand Cru schmecken kann, unabhängig davon, wie sanft ein ein gereifter spanischer Brandy sein kann..... Aber ich will nicht, dass mein Kind hackezu von billigem Fusel irgendwann hier auftaucht....


  Re: Dinge, über die man nicht spricht
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   berlink
Status:
schrieb am 18.12.2019 22:42
Zitat
henriette
ich als Erwachsene darf viele Sachen machen, die Jugendliche, Kinder, noch nicht machen dürfen. Und sei es nur Auto fahren. Es ist schlicht und ergreifend so, dass das jugendliche Hirn ganz anders auf THC reagiert als das erwachsene Hirn.
Und ausserdem hat so ziemlich jede Zivilisation ihre Drogen, in unseren Breiten eher der Alkohol, in anderen Breiten eher THC oder Opium oder Ähnliches... Aber das ist, wie Fontane schon sagte, ein weites Feld.....
Und ich habe nichts dagegen, wenn mein Kind irgendwann den Unterschied zwischen einem korkenden Wein und einem richtig guten Grand Cru schmecken kann, unabhängig davon, wie sanft ein ein gereifter spanischer Brandy sein kann..... Aber ich will nicht, dass mein Kind hackezu von billigem Fusel irgendwann hier auftaucht....

Ich kenne mich mit den von Dir genannten Spirituosen überhaupt nicht aus..., zwinker. aber es ist ja auch nicht das Thema, Alkohol als Genussmittel in Maßen und nicht Massen zu konsumieren. Und ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie mit keiner Substanz völlig abgeschossen ankommen. Soweit man bisher weiß, reagiert das erwachsene Hirn anders, ja, aber ich bin Vorbild im Umgang mit meinen Frustrationen.
Stimmt, es wurde und wird in allen Kulturen xy konsumiert, das legitimiert aber nicht das Mittel. Früher wusste man nicht, welche Auswirkungen Opium, welche Benzodiazepine haben können, was Cannabis bewirken kann, heute schon. Das ist doch dann prima, dass ich mich danach richten kann.
Alkohol darf jeder konsumieren, so viel er will, es gibt kein Gesetz, was den Konsum einschränkt oder gar verbietet. Das darf jeder für sich entscheiden. Es gibt international klare Kriterien, ab wann der Konsum pathologisch ist. Ob ich das anerkennen will oder nicht, ist dabei völlig egal.
Wer Cannabis unregelmäßig konsumiert, bekommt, so wir davon Kenntnis haben (und die haben wir, da unsere Pat. alle einem qualitativen bzw. quantitativen Drogentest zustimmen müssen, sonst werden sie bei uns nicht psychotherapeutisch behandelt..., ) zumindest die Diagnose eines Cannabismissbrauchs, wer regelmäßig seit Jahren Nikotin konsumiert, die der Nikotinabhängigkeit, wer nicht-opiathaltige Schmerzmittel übermäßig nimmt, ohne dass es ausreichende organische Gründe dafür gibt, die eines Analgetikamissbrauches dd-abhängigkeit usw usf. . Einen übermäßgen Alkoholkonsum kann man z.B. prima im Blut nachweisen.

Es ist und bleibt immer noch am günstigsten, wenn ich keine potentiell suchterzeugende Substanz nutzen muss, um mich bzw. meine Emotionen zu regulieren, einschlafen zu können oder von Problemen mich ablenken zu können. Auch das kann ich als Erwachsener noch lernen/verbessern, wenn ich das möchte, gern mit Unterstützung.

Aber zurück zum Ausgangspunkt:
Was eine Vorzeigemutter ist, liegt im Auge des Betrachters. Jeder hat seine Grenzen, jeder seine eigenen Methoden, mit positivem bzw. negativem Stress umzugehen. Daran etwas ändern, so ich das möchte, kann wahrscheinlich nur ich selbst, auch, indem ich mir Hilfe hole, mich beraten lasse usw. .


3 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.12.19 23:44 von berlink.




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