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  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   pippilotta71
schrieb am 09.01.2020 22:19
Hallo, bist du in einer Gewerkschaft, z.B. GEW?
Hier könntest du dich auch beraten lassen.
Ich bin in der GEW (ich bin aber Erzieherin) und in meinem Bundesland Rlp sind die wirklich sehr kompetent. Wir haben uns auch schon häufig beraten lassen.
Alles Gute pippilotta


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   HulksMother
schrieb am 10.01.2020 08:26
Ich hab mir Deine Anfangsposts noch einmal durchgelesen, weil ich versucht habe zu verstehen, welcher Art die Kritik ist. Ich habe den Eindruck, dass es nicht nur die Kritik von oben ist, die Dich verunsichert, sondern Du schreibst, dass Du das Gefühl hast, dass die Leistung der Schüler eher zufällig sei und wenig mit Deiner Tätigkeit zu tun hat. Du schreibst, dass Du solide Arbeit machst. Ich weiß nicht, ob Du vielleicht zu selbstkritisch bist oder ob sich Deine Einschätzung auf den Notendurchschnitt bezieht. Aber wenn Du Dich als Lehrerin unzureichend fühlst und die Kritik auch in diese Richtung ging, dann schau doch mal nach fachdidaktischen Fortbildungen. Damit kann man Kritik auch immer gut abfangen, wenn man signalisiert, ich nehme die Kritik zur Kenntnis und nehme diese zum Anlass, meine Fachkenntnisse zu erweitern.


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 20.01.2020 00:54
...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.01.20 01:09 von blauesTeufelchen.


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   Hier lieber ohne
schrieb am 20.01.2020 18:15
Zitat
HulksMother
Ich habe den Eindruck, dass es nicht nur die Kritik von oben ist, die Dich verunsichert, sondern Du schreibst, dass Du das Gefühl hast, dass die Leistung der Schüler eher zufällig sei und wenig mit Deiner Tätigkeit zu tun hat. Du schreibst, dass Du solide Arbeit machst. Ich weiß nicht, ob Du vielleicht zu selbstkritisch bist oder ob sich Deine Einschätzung auf den Notendurchschnitt bezieht.

Ich denke, ich bin durchaus selbstkritisch. Ich glaube, das mit dem Schnitt habe ich hauptsächlich deshalb erwähnt, weil mir aufgefallen ist, dass die Lerngruppe teilweise mehr ausmacht, als der Lehrer. Ich habe dieses Jahr seit langer Zeit wieder eine Klasse, die mein Fach lernen möchte, denen es prinzipiell am meisten Spaß zu machen scheint (normalerweise ist mein Fach das letzte, das die Schüler mögen) und vor allem, die einander zuhören und miteinander arbeiten. Da gibt es nicht den Streber, mit dem keiner zu tun haben will, sondern die akzeptieren, dass sie alle voneinander lernen können. Ich hatte letztes Jahr eine Klasse, die war so sehr mit sich selbst und ihren persönlichen Problemen beschäftigt. Da war es viel schwerer, ihnen etwas beizubringen, weil sie gar nicht so recht wollten und konnten. Aber meistens ist man als Lehrer nur ein Mensch, der einen Schüler kurz begleitet, wie mir ein Schüler einmal sagte.

Ich mach mir immer viel Gedanken über die Gruppenzusammensetzung und versuche zwischenzeitlich über die Gruppe viel zu optimieren.

Zitat
Hamamelis71*
Im übrigen herrscht ja Lehrermangel und Dein Schulleiter wird Dich so ohne Weiteres nicht entbehren können, auch wenn er mit Dir nicht so freundlich umspringt bzw. Dich kritisiert.

Respekt, wenn Du Deine Pubertiere magst, das ist doch schon extrem wichtig für den Lehrerjob. Und lt. der Schulleitung ist das gute Lehrer-Schüler-Verhältnis eigentlich wichtiger als die reine Wissensvermittlung.
[...]
Aber sieh doch bitte mal die positiven Rückmeldungen. Didaktisch kann man ein Thema bestimmt auf viele Weisen bearbeiten (das sehe ich oft bei Lehrproben zum identischen Thema), aber nur weil man es ggfs anders macht als die Mehrheit oder der Chef, muss es doch nicht falsch sein. Verstehst Du, was ich meine? Mach Dein Ding und unterrichte weiterhin gerne indem Du Dir einen Coach organisierst.

Danke, Hamamelis, dein Beitrag war insgesamt sehr wertvoll für mich.
Ich habe hier ein paar Punkte rausgezogen. Also, das mit der Versetzung ist kein Problem. Ich werde nicht gehalten, ggf. sogar unterstützt.
Ich finde ja auch ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis wichtig. Aber ich glaube, da bin ich gerade allein.
Und ich stimme dir zu, dass man vieles unterschiedlich aufarbeiten kann und ich die Freude am Unterricht behalten soll. Ich muss aber zugeben, dass ich das gerade nicht kann. Das Gespräch diente mMn hauptsächlich dazu, mir zu vermitteln, dass mein Unterricht der Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern widerspreche. Wenn ich Glück habe, stehe ich vom Status ganz knapp über einem Referendar. Wahrscheinlich aber nicht, weil ich in all den Jahren ja nie über das Niveau von diesem gekommen bin. Dass mich die Kritik belastet, läge daran, dass ich mit der Kritik nicht umgehen könne, dass ich das alles reininterpretiere, persönlich sei sie auf jeden Fall nicht. Naja...

Ich empfinde all mein Tun gerade nur als absolut sinnlos. Die letzten Wochen waren unglaublich anstrengend. Ich habe sie gemacht, weil mir die Schüler wichtig waren und Klassenarbeiten sonst nicht stattfinden könnten. Aber letztlich wurde mir nur gesagt, dass man krankgeschrieben nicht zur Arbeit kommt. Dieses Gefühl, dass es besser ist, wenn lieber kein Lehrer als ich als Lehrer vor der Klasse stehe, raubt mir alle Kraft. Meine Kollegen sagen mir zwischenzeitlich auch, dass ich mich um meine Gesundheit kümmern soll. Alles andere ist nicht wichtig. Ich unterdrücke mein schlechtes Gewissen gegenüber den Schülern und kümmere mich um mich (die Fähigkeit, mich um Schüler zu kümmern, hab ich wohl nicht).

Ich sortiere mich jetzt, schaue, wo ich mir Hilfe holen kann und wie ich mich weiter entwickeln will. Zudem bin ich einfach am Überlegen, wie ich die Zeit an meiner jetzigen Schule rum bringen will. Ich glaube nicht, dass sich etwas ändern wird. Was bringt es, wenn man jemanden in meinen Unterricht schickt, der sagt, alles sei ordentlich, und am Ende fängt alles wieder von vorne an. Ich mein halt, dass ich, wenn ich mich mit Kollegen bespreche, um mich zu verbessern, aber da eigentlich keine Verbesserungsschläge bekomme - wie soll ich mich dann verbessern? Und nicht alles, was man machen kann, ist am Ende auch sinnvoll. Digitalisierung ist da so ein schönes Beispiel. Ich kann da ganz tolle Programme verwenden und steh als toller Lehrer da. Wenn meine Schüler aber alles noch mit der Hand machen müssen, ist das ja auch nicht sinnvoll. Aber da rede ich grad an eine Wand. Ich muss das so machen und die Gründe, warum ich das nicht so machen will (Kollegen teilen meine Meinung), zählt nicht.

Aber jetzt mal genug gejammert.


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  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   lucky*3
schrieb am 21.01.2020 15:07
ich habe das jetzt nicht alles verfolgt was hier geschrieben wurde, nur staune ich seit ein paar Tage, was bei manchen Lehrern gerade los ist.
An unserem -eher kleineren- G8 Gymnasium ist nach dem letzten Schuljahr ein sehr beliebter und in meinen Augen wirklich guter Lehrer für Mathe und Spanisch ausgestiegen um Zimmermann zu werden! Ich schätze mal, dass er zwischen 35 und 40 ist!
Und letzte Woche haben wir erfahren, dass ein weiterer unglaublich toller und guter Lehrer für Musik die Schule verlässt um Förster zu werden! Er hat drei kleine Kinder! Und wir sind hier wirklich keine Brennpunktschule oder sonst ein schwieriges Pflaster. Für meine drei Schüler war es immer ein Segen, wenn sie ihn als Lehrer haben durften.

Da frage ich mich schon, warum man die Beamtenlaufbahn, Beihilfe, Pension, die vielen Ferien usw aufgibt um sich in der freien Wirtschaft zu behaupten!


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   henriette
schrieb am 21.01.2020 17:11
Ich finde es toll, wenn jemand seiner Leidenschaft wegen eben genau dies aufgibt (sofern er sich damit nicht bestehender Verantwortung entzieht) und das lebt, was er wirklich will, es gibt nämlich kein richtiges Leben im Falschen. Ich würde in den doch relativ rigiden Strukturen mit Sicherheit auch nicht glücklich werden.


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   hier lieber ohne name
schrieb am 12.07.2020 21:10
Ich wollte nur voll Freude mitteilen, dass ich an eine andere Schule darf! Und zwar an die Schule, an die ich wollte!

Pädagogisch wird es von den Schülern eher eine Herausforderung. Aber es ist das Gefühl, dass ich da genau richtig bin. Das Unterrichten während Corona hat mir gezeigt, dass es das ist, was ich will. Ich will an den Schülern und ihren Problemen dran sein. Ich will an den Eltern dran sein. Ich will, dass sie mein Fach nicht aufgeben, weil sie in dem ja schon immer schlecht wären.

Zwar muss ich aus meiner kuschligen Komfortzone raus, aber - egal!


  Re: Berufs"wechsel" wagen?
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   henriette
schrieb am 13.07.2020 08:27
solche Lehrer hätte mein Kind gebraucht ..... Freu mich für Dich!




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