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  Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
avatar  Kelly123
schrieb am 08.10.2019 07:17
Hallo ihr Lieben,

ich habe jetzt überlegt, wohin mit diesem Beitrag und schreibe ihn doch hier im Kummerkasten. Hoffe das ist okay.

Mich macht es immer wieder fertig, dass ich betreffend echter Gleichberechtigung in meiner Beziehung immer wieder an Grenzen stoße.
Mein Partner macht prinzipiell alles, kann alles (kochen, backen, waschen,....) und ist auch sehr fleißig was Reparaturen an Haus und Spielzeug angeht.
Aber am Ende des Tages kommt es mir so vor, als würde er mir immer nur zuarbeiten. Also ich habe die ganze Denkarbeit - den Mental Load - und er erledigt was ich anschaffe.
Hier ein guter Artikel zum Mental Load: hier

Wie ist das bei euch?
Stehen eure Männer so wie ihr richtig in der Verantwortung?
Besorgen die auch mal von sich aus ein Geburtstagsgeschenk für die Feier des besten Kinderfreundes und haben den Krankenhaustermin der Schwiegermutter auf dem Schirm?
Oder leistet das alles ihr?
Wie kommt man da raus?

Ich finde es einfach so anstrengend all das zu leisten. Durch den Begriff Mental Load kann ich es aktuell besser fassen, was es eigentlich ist, dass mich so auslaugt und unzufrieden macht.
Außerdem will ich meine Söhne nicht in diese Richtung prägen.

Was sagt ihr dazu?

Liebe Grüße,
Kelly


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  HulksMother
schrieb am 08.10.2019 10:38
Wir sind beide eher Slacker und das passt vermutlich daher so gut. Mal denkt der eine an Planung, mal der andere und oft vergessen wir beide, uns zu kümmern.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Merle_77
schrieb am 08.10.2019 12:26
Ich glaube, es hängt viel am eigenen Verantwortungsgefühl - wer sich verantwortlich fühlt, ist es auch.

Ja, in manchen Bereichen fühle ich mich auch für zu viel verantwortlich. An anderen Stellen habe ich das schon erfolgreich über Bord geworfen, ohne dass die Welt unter gegangen ist (auch wenn ich das übertrieben ausgedrückt vorher immer dachte).

Bei uns liegt inzwischen ein Einkaufszettel in der Küche. Wenn einem was einfällt, was besorgt werden muss, schreibt man's drauf. Auch andere Dinge wie "Bücherei" oder "Reinigung" werden ggf. mit notiert. Spätestens am nächsten WE wird der Zettel dann gemeinsam "abgearbeitet". Allein durch den Zettel sind viele Dinge gefühlt aus meiner Verantwortung in die gemeinsame Verantwortung gewandert.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Poldi91
schrieb am 08.10.2019 13:08
Hier hängt die komplette Familienplanung an mir. Und ja, ich bin manchmal am Limit, unzufrieden. Kann mein Mann nicht nachvollziehen. Egal was geplant, organisiert, vorbereitet werden muss, mache ich. Mein Kalender sieht wild aus. Und ja, das fängt mit Kleinigkeiten wie Geschenke organisieren und einpacken und Kinder pünktlich von A nach B fahren an und hört mit einkaufen, Wäsche waschen, Haushalt, Essen kochen und und und auf. Arzttermine, sämtliche Elternsprechtage, Geburtstage organisieren. Natürlich habe ich nachts "Bereitschaft". Und nein, ich bin von Natur aus kein strukturierter und durchgeplanter Mensch. Es hat mich einiges an Überwindung und Selbstdisziplin gekostet, das alles so umzusetzen.

Es kam vor kurzem ein Spruch: warum musst du denn jetzt am Samstag deinem Hobby nachgehen, hast du nicht unter der Woche genug Freizeit?

Und das meinte der vollkommen ernst. Er meint, wenn ich hier vormittags zu Hause bin (bin an zwei Tagen arbeiten), dann habe ich Freizeit. Ja ne, ist klar.

Ich habe jetzt vor kurzem eine Weiterbildung gestartet. Bedeutet, dass ich zwei komplette Wochenenden im Monat weg bin, plus Lernzeit unter der Woche. Daraufhin war seine erste Reaktion:Hauptsache hier läuft alles weiterhin!
Den Zahn habe ich ihm aber auch gezogen. Er muss jetzt in den Zeiten natürlich mehr mithelfen. Das Offensichtliche macht er dann (meißt). Vieles bleibt einfach liegen...sieht er nicht, macht er sich keinen Kopf drum.

Und ja, das Gefühl, das man alles im Kopf haben muss, alle Termine koordinieren muss, alles unter einen Hut bekommen muss, laugt einen manchmal aus. Nie kann man was in Ruhe zu Ende machen, immer ist etwas. Ist ja quasi Arbeiten unter erschwerten Bedingungen. Und er kann das nicht verstehen. Weil ich ja überwiegend nur zu Hause bin. Er arbeitet ja schließlich 40 Stunden.

Er würde niemals auf die Idee kommen mit den Kindern was zu basteln, werkeln oder sonst irgendwelche tollen Dinge, die wir ja mal eben so nebenbei im Alltag integrieren. Die Kinder haben zu funktionieren, sollen am liebsten nebenbei mitlaufen.

Gestern Abend sagte er zu mir: kannst du Morgen (!!!) endlich mal im Schlafzimmer deine Klamotten wegräumen? Sieht aus wie sau dort und stört mich.
Als ich ihm daraufhin sagte, dass ich nicht weiß, ob ich das die nächsten Tage schaffe, weil mein Terminplaner aussieht wie auf Speed, sagte er: aber Zeit für deine Katzen hast du!

Nun habe ich heute in den 10 Minuten, die über waren, weil ich zwischen Handwerkern und Einkauf mit anschließendem Mittag kochen noch kurz Zeit hatte, versucht meine Klamotten in die Schränke unterzubekommen. Keine Chance. Alles voll. Dabei ist mir dann auch gleich aufgefallen, dass er deutlich mehr Platz in Schränken und Kommoden mit seinen Sachen belegt als ich. Würde sogar sagen, doppelten Platz.
Nun denn. Muss er erst mal Platz machen.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.19 13:16 von Poldi91.


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  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  HulksMother
schrieb am 08.10.2019 13:29
Ich finde diesen Artikel zur mental load hilfreicher, da die frage angesprochen wird, wie das gefühl/ bzw die situation entsteht.

[amp.welt.de]


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Line911
Status:
schrieb am 08.10.2019 17:10
Hallo,
ich würde sagen, dass vieles an mir hängen bleibt, aber nicht alles. Da wir beide Vollzeit arbeiten, muss er im Haushalt und bei den Kindern mit ran. Mittlerweile gibt es viele Dinge, die er bereits von sich aus tut und mindestens genauso viele bei denen ich mich frage, ob sein Kopf ausgeschaltet ist und er es nicht sieht. Aber es wird. Bei den Terminen und Besorgungen behalte ich den Überblick, er muss aber mit ran und macht es auch. Im Haushalt ziehe ich ihn mir jetzt langsam ran. Er will saubere Wäsche? Bitte, aber was nicht im Wäschekorb liegt, wird nicht gewaschen (am Anfang lag viel rum, aber jetzt hat er es kapiert). Er kramt den Tisch voll? Ok, ich will einen freien Tisch und befördere im Zweifel alles in eine Kiste und stelle sie vor die Haustür, dann fällt er gleich drüber. Zwischenzeitlich war es mir mal zu viel und es hat ordentlich geknallt. Da haben klare Ansagen geholfen was er machen soll und ab sofort in seinen Aufgabenbereich fällt und seitdem geschieht vieles davon auch. Da sowohl er als auch ich geregelte Hobbyzeiten haben, sind wir beide verhältnismäßig ausgeglichen und nach rechtzeitiger Anmeldung gibt es zusätzliche Freizeit für beide. So kommt niemand zu kurz. Da Mann auch schon häufiger ein oder zwei Tage mit den Kids alleine war, weiß er, was Kinder, Arbeit und Haushalt für einen Rattenschwanz nach sich ziehen. Er gibt selbst zu, dass ihm das alleine auf Dauer zu viel ist und zeigt seine Dankbarkeit, dass ich vieles übernehme, auf andere Weise. Damit kann ich leben und was den offenen Klodeckel angeht: mittlerweile ermahnen die Kinder schon Papa. Ich wars nicht

LG Line


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Hamamelis71*
schrieb am 08.10.2019 23:06
Hm, dafür denkt mein Mann an andere wichtige / wichtigere Sachen.

Der Rasen ist gemäht, der Garten in Ordnung, die Mülltonnen werden raus gestellt, die Steuerklärung ist zeitnah fertig und beim Finanzamt, die Überweisungen sind erledigt, die Banksachen sind immer auf dem Laufenden, alle Reparaturen sind erledigt usw.

Also bei uns denkt jeder an unterschiedliche Sachen. Wir müssen ja nicht beide an identische Sachen denken

Es gleicht sich irgendwie aus. Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich habe den Luxus Teilzeitarbeit und bin mittags zu Hause. Jeden Monat zahlen wir für mich in eine private Rentenversicherung ein, um meine Rentenlücke zu decken. Da kann ich auch an einige Sachen mal denken.

Für viele Aufgaben und Erinnerungen habe ich eine gute to do Liste. Da sind viele Sachen rechtzeitig wchneller erledigt.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  berlink
Status:
schrieb am 09.10.2019 00:02
Wir leben gleichberechtigt, in dem Sinne, dass Jeder die gleichen Rechte hat. zwinker.
Aber wegen unterschiedlicher Arbeitszeiten sind die Pflichten anders verteilt. Mein Mann ist beruflich tgl. von 7 bis 19/20 Uhr unterwegs plus 1 Dienst/Monat samstags und verdient das überwiegende Geld, auf dass ich vollen Zugriff habe. Ich arbeite nur 30 Std. und mache nur Hintergrunddienste, bin bei beiden Kindern im Elternbeirat und in der Kirche auch etwas aktiv. Daher ist es irgendwie logisch, dass alle Dinge und Termine, die die Kinder betreffen, ich erledige: Klamotten, Arzt, Schule, Klavier, Fussball (ausser die Spiele sind am WE, was aktuell selten ist...), Turnen....., was soll er zu Elternabenden oder in den Elternbeirat gehen, wenn er sich nicht in der Woche kümmern kann.
Ich kümmere mich um allen Einkauf, Autos, um allen Bürokram, Steuer (hat mein Mann noch nie gemacht, würde er wohl auch nicht tun..), Versicherungen, Geld...davon hat meine Mann kaum Ahnung, noch nie, nicht gelernt bekommen, nicht angeleitet worden. Und ich bin nicht zuständig dafür, ihm das beizubringen. daher mache ich das. Ich bin aber auch der Typ, der überall den Überblick behalten will. Von daher würde ich sowas nur abgeben, wenn ich mich 100%ig verlassen kann. Und das kann ich am besten auf mich. smile
Ich organisiere sozusagen unser Leben, Feiern, alle Urlaube (was ein Vorteil ist...), Geschenke, Kontakte zu Fam.angehörigen...etc..
Also eigentlich mache ich fast alles außer Rasenmähen, Heckeschneiden (1400 qm Grundstück allerdings), wobei wir zum Verschneiden von Büschen eine Gartenfirma nehmen und wir ne Putzfee haben. Mein Mann macht im Haushalt das, was er zeitlich schafft, sprich abends Küche aufräumen und am WE eben dies und das und unternimmt mit den Kindern auch etwas.
Er hat unterm Strich mehr Freizeit als ich, ich organisiere mir Freiräume und Dinge, wo die Kinder schon gut mitkönnen: Schwimmen, Skilaufen, Wandern.. im Herbst Pilzesuchen, lade mir gern Besuch ein, und nehme mir dann Überstunden bzw. tageweise frei.... .Mein Mann fährt dafür immer mal einige Tage zu seinen Eltern.
Fortbildungen, wo ich tageweise abwesend sind noch nur bedingt möglich,. wird aber wieder besser. So ist das bei uns.
Meine Eltern unterstützen mich und meine Schwester in Vielen, gerade in der Kinderbetreuung, wenn es zeitlich durch uns nicht abzudecken ist. Mein Vater macht auch in den Gärten dies und das.

Letztlich gibt es einfach Dinge, die ein Mensch besser und ein Anderer weniger gut kann. Insofern bringt es wenig, wenn ein Partner xy mit hohem Kraftaufwand eine Sache erledigt, für die der andere Partner nur wenig investieren muss. Mein Schwager z.B. ist ein Mensch, der einfach alles kann, der vom Typ ein Tausendsassa ist, dem so Vieles so leicht von der Hand geht. Das würde mein Mann nie hinkriegen, da bringt es nix, das einzufordern. Von daher soll er seine Fähigkeiten im Job maximal einsetzen, was uns auch viele Freiräume bringt... und ein gutes Leben garantiert.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 10:34 von berlink.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Joaninha
schrieb am 09.10.2019 08:32
Bei uns ist es ähnlich wie bei Hamamelis und Berlink, wir haben klar getrennte Aufgabengebiete und das klappt ganz gut. Er ist zuständig für Wohnung, Auto, Einkaufen, Logistik (also er fährt auch zum Schwimmen und zur Musik). Ich mache die konzeptionelle Arbeit zwinker Neeeeein, also ich mach dann schon auch handfestere Sachen, also konkret Kochen, Waschen, Kind. Putzen machen wir theoretisch gemeinsam, praktisch bleibt es an mir hängen.
Es ist tatsächlich mehr oder weniger eine "klassische" Aufteilung, aber ich finde es ok.
Schwierig ist immer, wenn er kurzfristig mal einzelne Aufgaben übernehmen soll. Also da wird dann z.B. bei jeder Socke, die er für die Kleine rauslegen soll, gefragt, wo man die findet. Insofern, auf Dich bezogen: Wenn ich die Verteilung ändern wollen würde, würde ich ihm immer ein komplettes Aufgabengebiet zuweisen (wenn er das mit sich machen lässt zwinker, und eher nicht versuchen, ihn in meine Aufgaben einzubinden.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  kenne_ich
schrieb am 09.10.2019 10:20
Es war bei meinem Ex genauso, dass ich mich um alles kümmern musste. Alle Versuche, es so zu verteilen, dass er auch mal was übernimmt (von gleich viel rede ich gar nicht) sind gescheitert (er hat es einfach nicht gemacht). Wir haben übrigens beide Vollzeit im gleichen Job gearbeitet (nicht an der gleichen Arbeitsstätte).

Nun bin ich seit mehreren Jahren alleinerziehend und kann sagen: Es ist natürlich anstrengend, für alles allein zuständig zu sein, aber auch sehr viel stressfreier und lange nicht so belastend. Damit meine ich nicht nur die fehlenden Auseinandersetzungen, sondern auch, dass es einfach reibungslos läuft. Für Arbeiten wie Rasen mähen o. ä. gibt es einen Hausmeisterservice (nicht so teuer).

Mein neuer Partner wohnt noch nicht hier, aber wenn er mal länger hier ist, gibt es klare Ansagen, und dann läuft es wieder. Er bekommt aber auch seinen Haushalt bei sich zuhause gut hin (ist auch geschieden und hat somit auch Einiges gelernt in den letzten Jahren).

Ich bin selbst eigentlich nicht so streng, sondern eher verbindlich, aber in diesem Punkt möchte ich Dir raten, einmal sehr klare Ansagen zu machen, Verbindlichkeiten schriftlich festzuhalten und die dann durchzusetzen.

Viel Erfolg und gute Nerven!


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
avatar  Kelly123
schrieb am 09.10.2019 11:01
@HulksMother
Schön, wenn das für beide so passt.

@Merle_77
Ja, ich glaube auch das es am Verantwortungsgefühl liegt und dass ich da so manches an mich reiße. Er es also auch machen würde wenn ich es liegen lassen würde. Einkaufszettel haben wir auch in der Küche liegen und prinzipiell fühle ich mich für den Inhalt des Kühlschrankes nicht verantwortlich. Das habe ich irgendwann erfolgreich abgegeben. Da arbeite ich eher ihm zu.
Gleichzeitig haben wir einen Todo Zettel mit anderen Aufgaben wie z.B. Reparaturen.

@Poldi91
Ohweia, dieser Spruch mit dem Sport ist echt hart. Ohnmacht. Mein Partner findet auch, dass ich zum „Tratschen“ gehe wenn die Kinder Spielverabredungen haben oder wir gemeinsam draußen sind. Stimmt ja auch, also ich unterhalte mich schon gut dabei. Zeit für mich ist es aber trotzdem nicht. Dauernd tut sich wer weh, muss aufs Klo, hat Durst… Du kennst das ja sicher. Echte Gespräche sind da meist nicht möglich.
Klingt ziemlich nach viel „Mental load“ bei dir…

@Line911
Und genau diese Überblick bewahren ist eben dieser Mental Load den ich so anstrengend finde auf Dauer.
Wäsche in den Wäschekorb zu legen fällt für mich aber keinesfalls unter mithelfen sondern Basics des gemeinsamen Zusammenlebens. Mir geht es eher um die Kinderthemen, seine Termine und Wäsche usw. macht er komplett selbst oder adäquat anteilig.
Aber schön, dass er dankbar ist! Das fehlt mir manchmal…

@Hamamelis71
Klingt nach einer guten Aufteilung für euch! Bin ganz bei dir, dass man ja nicht identische Sachen denken muss. Dem einen geht auch was anderes besser von der Hand als dem anderen.

@berlink
Ich lese dich immer sehr gerne und finde besonders deinen letzten satz „Von daher soll er seine Fähigkeiten im Job maximal einsetzen, was uns auch viele Freiräume bringt... und ein gutes Leben garantiert“ sehr gut. Du wirkst auch mich immer sehr stark und stemmst ja eure ganze Denkarbeit scheinbar ganz easy. Cool!

@Joaninha
Mir ist es schon wichtig, dass er auch das Aufgabengebiet Kinder gut abdecken kann. Kann er auch (bin öfter mehrere Tage weg), aber kaum bin ich da, wandert die gesamte Verantwortung und Führung zu mir. Ich gebe die Strukturen vor, ansonsten würden die Kinder noch um 21:00 im Haus rumlaufen.
Aber ja, vielleicht sollte ich seine Aufgabengebiete komplett bei ihm lassen und das mehr betonen.
Danke!

@kenne_ich
Das kenne ich von vielen meiner getrennten Freundinnen. Das sie jetzt eigentlich mehr Zeit (wenn Kinder mal komplett bei Vater) und Ruhe (läuft reibungsloser) haben. Alles Gute für den Zusammenzug mit dem neuen Partner!


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  Line911
Status:
schrieb am 09.10.2019 11:22
@Kelly: Wenn gerade das Problem mit dem Überblick für dich behalten so belastend ist, dann versuch es doch wie Hamamelis oder Joaninha. Wenn ich die beiden korrekt verstanden habe, teilen sich die Partner komplette Aufgabengebiete. Dann bist du für den Teil nicht mehr verantwortlich und hast etwas mehr Luft. Wenn das die klare Regel ist, muss dein Mann mitziehen und kann sich auch nicht rausnehmen, sobald du wieder zur Verfügung stehst. Er wollte Familie, dann aber bitte mit allen Konsequenzen. Wie von einigen anderen schon genannt, hilft mir übrigens auch eine To-Do-Liste super. Dazu habe ich noch einen Familienplaner. So habe ich nie das Gefühl überfordert zu sein, weil ich immer alles auf einen Blick habe.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  himbeere
schrieb am 09.10.2019 17:19
Ich finde, man muss bei dem Thema darauf achten, dass die Erwartung von Gleichberechtigung nichtz gleichgesetzt wird mit "mein Partner muss genau so funktionieren wie ich". Kleines Beispiel: Mein Mann wundert sich immer wieder, warum ich rechtzeitig an die Geburtstage seiner vielen Geschwister und Schwäger/innen denke. Dass seit etlichen Jahren ein Geburtstagskalender direkt hinter der Haustür hängt, an dem wir alle täglich vorbei gehen, hat er einfach jahrelang übersehen und übersieht es immer noch smile

Bei uns funktioniert es aber dennoch. Wir besprechen täglich morgens beim gemeinsamen Frühstück die anstehenden Termine des Tages und wer zuständig ist - z.B. Elternabend, Arzttermine der Kinder, Geschenke für wen auch immer, zur Post gehen usw.

Für größere Absprachen nehmen wir uns, wenn etwas ansteht, abends Zeit. Z.B. die Planung der Weihnachtsgeschenke - wer bekommt was, wer besorgt was. Das wird dann nach Interesse und Fähigkeit aufgeteilt - ich kenne mich z.B. zu wenig aus, um irgendwelches Conrad-Zeug für den Großen zu bestellen, er dagegen täte sich schwer, manche Wünsche der Töchter umzusetzen.

Oft bin ich diejenige, die daran erinnert, dass dies oder jenes abgesprochen und aufgeteilt werden muss, aber dann wird es schon sehr gleichberechtigt verteilt. Und natürlich gibt es auch Dinge, die laufen einfach - mein Mann fühlt sich zuständig dafür, dass morgens Brot da ist oder frisch um 6.30 Uhr eingekauft wird, seit Jahren. Er fühlt sich generell auch zuständiger für's Abendessen, weil er so gerne kocht. Ich dagegen bleibe oft morgens noch ein paar Minuten länger zu Hause und erledige Telefonate, um z.B. Termine auszumachen, Rechnungen zu reklamieren o.ä. nervige Dinge.

Und wir haben seit Jahren die Mittage/Nachmittage aufgeteilt. Derjenige, der mittags bei den Kindern ist, ist auch für die Nachmittagstermine zuständig (mein Mann zweimal pro Woche, ich in der Regel dreimal pro Woche, wobei das jetzt mit den großen Kindern sehr aufgeweicht ist, weil einfach nicht mehr so nötig). Das hat sehr viel verändert, denn wenn mein Mann z.B. mit den Kindern beim Augenarzt war, hat er auch gleich den nächsten Termin vereinbart und fühlt sich dann zuständig dafür, den in den Kalender einzutragen usw.

Hilfreich finde ich, wie schon erwähnt, ein To Do-Buch und einen Familienkalender. Unsere Kinder sind auch schon sehr fleißige Listenschreiber geworden - aktuell ist unsere Putzfee auf Kur, da teilen sie jetzt auch schon sehr eigenständig die Aufgaben zu smile


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.19 22:04 von himbeere.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 09.10.2019 21:38
Im Bekanntenkreis nutzen viele Paare einen google kalender und eine elektronische Einkaufsliste. Vielleicht wäre das was für Euch.

Ich nutze meinen Kalender im Handy für Aufgaben und Erinnerungen, ansonsten einen Papier Kalender, eine to do Liste und Wiedervorlage Liste - so vergesse ich nichts und kann auch mal was delegieren. Ich habe einen Essensplan und eine dauerhafte Einkaufsliste. Dadurch erledigen wir den Einkauf relativ zügig, meist Mittwoch oder Donnerstag

Seitdem ich mit diesem System arbeite, spare ich viel Zeit und Nerven und nebenbei noch Geld.

Man muss sich als Paar irgendwie einigen, sonst verliert man sich im Detail.


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  littlemeamy
Status:
schrieb am 09.10.2019 22:53
Zitat
Hamamelis71*
Ich habe einen Essensplan



Darf ich fragen, wie der Essensplan aussieht? Setzt du dich einmal wöchentlich hin und überlegst, was es geben könnte oder nutzt du einmal zusammengestellte Wochenpläne in regelmäßigen Abständen und tauscht ggf. einzelne Tage aus?
Ich glaub, so ein Plan würde mir gut tun. Aktuell hab ich noch 2 Wochen Elternzeit, danach geht's wieder stundenweise in die Arbeit. Aktuell geh ich nahezu täglich einkaufen a la Beschäftigungstherapie für Mini und mich 😉 aber das brauch ich dann nun wirklich nicht mehr und wenn ich bedenke, wie viel Zeit und Gedanken ich damit verschwende, mir zu überlegen, was ich kochen könnte...




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