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  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
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  Hamamelis71*
schrieb am 09.10.2019 23:33
Ich koche ja immer für mehrere Tage. Sonntag gibt es z. B. Kartoffeln mit Fleisch/Gulasch o.ä.. Montag gibt es dann Kartoffelbrei mit den Fleischresten. Dienstag koche ich Dinkel wie Reis mit Gemüse und Beilagen, Mittwoch gibt es dann wieder Dinkel, aber mit anderen Beilagen. Donnerstag gibt es Nudeln usw. Oder ich hebe Essen im Kühlschrank auf oder friere ein.

Ich habe verschiedene Komponenten und die kombiniere ich, auch wie es zeitlich an dem Tag aussieht. So hat man Abwechslung und kann auch spontan sein. Meist plane ich am Mittwoch


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
avatar  Mondstaub
Status:
schrieb am 11.10.2019 10:53
Ich musste und muss immer noch teilweise (aus alten Gewohnheiten oder Selbstverständlichkeiten heraus) meinen Mann zurecht rücken.

Ist er doch in einer sehr traditionellen Familie aufgewachsen, wo die Rollen noch wie anno dazumal verteilt sind und die Hierarchieleiter sehr ausgeprägt ist.
Da meine Schwimu immer Hausfrau war und über kein eigenes Einkommen verfügt, betrachtet sich mein Schwieva logischerweise als Chef.
Ist auch dieser Generation geschuldet, die nichts anderes kennt.

Da mein Mann diese Strukturen nur so kannte, dachte er, müsse es bei uns abgeschwächt ähnlich laufen. Leider rechnete er nicht mit meinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und meinem Willen, eingefahrene Dinge zum Positiven zu ändern.

In den 16 Jahren, wo wir nun zusammen sind, hat sich einiges bewegt und ich muss sagen, für mich ist noch von Vorteil, dass ich 8,5 Jahre älter bin als er, früher schon mal ein Kind groß gezogen habe und durch meine vielen Umzüge und in der Uni-Welt gewohnt bin, über den Tellerrand zu sehen.

Ebenfalls bin ich von einer mental starken Mutter geprägt, die uns 5 Töchtern vermittelt hat, unsere Rechte durchzusetzen.

Aber was von vorneherein schon toll war:
er machte ohne meine Bitten schon alles im Haushalt.

Wenn ich ihn anspreche, er solle doch bitte hier und da mir zur Hand gehen oder es selbst übernehmen, dann macht er es auch ohne Murren und Knurren.

Einzig um Dinge, die im kollektiven Geiste "Männerarbeit" ist, wie z.B. Wartung / Repatur von Auto, Haus u.ä., habe ich ihm den Zahn schon von Anfang an gezogen und ihm erklärt, dass es sowas bei mir nicht gibt ... ich meine, Arbeiten nach Geschlechtern getrennt.

Meine Devise ist eher: Jeder macht das, was er gut kann und das, was er auch körperlich schafft ... Punkt!

Das hat er mittlerweile kapiert und so muss ich nur noch einen kleinen feinen Details im Alltag feilen, wo mir auffällt, dass der Mann ruhig auch mal ran kann, wie z.B. Geburtstagsgeschenke besorgen, Termine für unsere Tochter ausmachen, usw. usf.

Ich denke, es liegt aber zum größten Teil an uns Frauen:
- zum einen, weil es uns nicht auffällt, was wir so alles als selbstverständlich übernehmen
- zum anderen, weil man schon darauf aufmerksam machen muss, um etwas zu bewegen

Man muss sich auch vorstellen, dass Männer geprägt sind, von den Strukturen, die sie als Kind in deren Familien wahr genommen haben und es liegt an uns Frauen, diese aufzubrechen.

Ich bediene mich meist an Vergleichen ... daher ist mein Mann schon schnell einsichtig, wenn ich ihm einen hypothetischen Fall erläutere, wie es wohl andersrum wäre, was eine Sache betrifft oder ich sage einfach: "Ok, wenn Du dies oder das so möchtest, darfst Du es gerne selbst erledigen!" und schwupp wird ihm klar, dass ich nicht für alles und jedes zuständig sein muss.

Auf alle Fälle bin ich sehr zufrieden, da er schon sehr viel gelernt hat, willig und einsichtig ist und vor allem auch selbst viel arbeitet und nicht die Füße hochlegt, wenn ich noch zu tun habe. Oder meine Rechte einfordere und er und Tochter mir beispielsweise sonntags das Frühstück machen, während ich mich nochmal im Bett rumdrehe und solche Dinge zwinker

Frauen müssen sich trauen, etwas zu bewegen, dann tut sich auch was ...


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
avatar  Alice Cullen
Status:
schrieb am 12.10.2019 13:39
Hallo,

ich bin ja alleinerziehend und ich kann dich voll und ganz verstehen.

Mein Ex hat zuhause kaum was gemacht ab da wo die Twins geboren waren, ich war ja in EZ, später TZ und zusätzlich abends noch im Direktvertrieb tätig. Ein Trennungsgrund war tatsächlich auch die mangelnde Anerkennung im Gegenteil wenn ich dann doch mal Freizeit hatte und weg bin wurde mir dies noch negativ ausgelegt.

Fakt ist der Mann wusste nach der Trennung nicht mal was ne IBAN ist geschweige denn bei welcher Bank er sein Konto hat!

Generell ist es so dass ich Berlinks Einstellung teile, jeder hat seine Talente. Ich bin mega gut im Organisieren und bekomme alles jetzt auch alleine sehr gut hin. Ich habe primär auch nichts dagegen wenn ein Mann eben bestimmte Dinge nicht macht , nur es sollte nicht selbstverständlich sein.

Witzigerweise lebe ich ja aktuell Montag / Dienstag ohne Kids also allein und ich arbeite an diesen Tagen auch die meisten Stunden , habe private Termine usw. und dann den Rest der Woche bin ich Mama arbeite nur Mittwoch / Freitag bis 12:30 Uhr , und ja ehrlich jetzt wo die Kids größer sind hat man als Mama in TZ mehr Freizeit wie wenn man ohne Kinder VZ arbeitet.
Also ich muss schon sagen den Luxus hier des Öfteren Kaffeekränzchen halten zu können würde ich nicht missen wollen.
Ich fände es aber schrecklich wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte der mir das negativ auslegt !

Ich würde an deiner Stelle tatsächlich das Gespräch suchen und schauen welche Aufgabengebiete du abgeben kannst, ich muss dich aber auch warnen die Herren der Schöpfung machen Dinge oft anders wie wir , das meinte Berlink, daher lass ihn dann aber auch diese Aufgabe auf seine Weise erledigen ohne Kritik deinerseits. Ich glaube das ist oft ein wichtiger Punkt warum wir Frauen einige Dinge aus Prinzip selber machen !

Essenspläne mache ich Übriges auch , einfach aus dem Grund dass ich keine Lust habe jeden Tag zu überlegen was gibt es und es mir auf den Wecker ging dass wir viel zu viele Lebensmittel kaufen und weg werfen.

Jedes Kind darf sich pro Woche ein Gericht wünschen, und ich mache den Rest. Die alten Pläne habe ich anfangs tatsächlich aufgehoben falls mir in einer Woche die Inspiration fehlt.

Einkaufszettel wurde ich tatsächlich über eine App oder Cloud machen, ebenso Termine.
Ich weiß nicht welches Handy ihr nutzt , meine Eltern und ich sind Apple Fans und haben einen gemeinsamen Kalender.
Das ist bei Apple so dass man sich ja mehrere Kalender erstellen kann. Der Familien Kalender ist für alle drei Handys freigegeben. Wenn ich zb ein Elternabend habe wird der in diesem Kalender eingetragen , meine Eltern bekommen Meldung und bestätigen diesen / sie müssen da dann Babysitter sein. Bei mir wird dann angezeigt dass sie diesen Termin bestätigt haben, ich habe auch meist eine Erinnerung 2 Tage vorher abgespeichert damit meine Eltern den Termin nicht vergessenIch wars nicht


  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  HulksMother
schrieb am 12.10.2019 20:09
@Mondstaub
Frauen werden aber genau wie Männer von den Rollenbildern der Kindheit geprägt. Man sollte nicht nur versuchen, den Mann umzuerziehen, sondern auch schauen, ob der männliche Ansatz in manchen Dingen nicht praktikabler ist.
Die Ansprüche, die an den Nestbau und die Ausstaffierung der Kinder gestellt werden sind teilweise schon arg. Statt zu versuchen, als berufstätige Mutter den Putz- Bastel- Selbermach- und Dekograd einer Hausfrau zu erreichen, kann man auch mal überlegen, ob man wirklich mehr als ein mal im Jahr Fenster putzen muss. Meine Mutter bügelt heute noch Bettwäsche und Geschirrtücher und schaut missbilligend auf meine knittrige Wäsche.


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  Re: Wie gleichberechtigt lebt ihr? Stichwort: Mental load
no avatar
  nichtAngemeldet
schrieb am 17.10.2019 09:43
Nach einem halben Jahr Elternzeit meines Mannes beim letzten Kind wegen schwerer Geburt, wo ich lange danach kaum was tun konnte bekam mein Mann einen Eindruck von der Hausarbeit und Kinderbetreuung, die ich sonst allein wuppte bis auf bisschen Zuarbeit von ihm.
Seit dem fühlt er sich auch mehr verantwortlich im Haushalt und sieht auch von allein, was zu tun ist. Dennoch, seit er wieder arbeiten ist, liegt fast alles wieder an mir und er arbeitet wieder zu bis auf die Tage, wo er Lust hat, mehr eigenständig zu machen.
Nervt mich auch, weil vor allem, an alles denken zu müssen mir Kopfschmerzen bereitet. Die sind an den Tagen weg, wo er mehr mitdenkt.
Zumindest ernte ich nun mehr Wertschätzung für meine Arbeit, das ist immerhin etwas.




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