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  Rechtliche Fragen zu Erbe, Elternunterhalt, Beerdigungskosten, usw.
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  Fragezeichen im Kopf
schrieb am 21.09.2019 16:46
Liebes Forum,
ich habe einige Fragen zu o.g. Themenbereichen und weiß, dass hier einige sehr fit in diesen Themen unterwegs sind.

Meine leibliche Mutter (bin nicht bei ihr aufgewachsen) hat mich und drei weitere Kinder (Halbgeschwister von mir) und einen Ehemann. Sie hat kein Testament, weil es nichts von Wert zu vererben gibt.
Ich habe keinen Bezug zu der Familie und auch keine Ambitionen. Mich interessieren nun aber aus juristischer Sicht meine Rechte und Pflichten.

1. Wenn meine leibliche Mutter in ein Pflegeheim muss, werde ich da für die Kosten auch herangezogen, obwohl ich nie bei ihr gelebt habe? (Ich war in einer anderen Familie untergebracht und wurde später stationär betreut bis zu meiner Volljährigkeit.)
2. Wenn es kein Testament gibt, gilt ja die gesetzliche Erbfolge: Mann und Kinder zu gleichen Teilen, in ihrem Fall dann je 20 % für Mann und 4 Kinder. Gilt das auch für mögliche Schulden (dazu habe ich keinen Einblick) und Beerdigungskosten?
3. Könnte ich mögliche Beerdigungskosten ausschlagen, wenn ich das Erbe ausschlage (was ich auf jeden Fall tun würde)?

Vielen Dank!


  Re: Rechtliche Fragen zu Erbe, Elternunterhalt, Beerdigungskosten, usw.
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  pmami
schrieb am 21.09.2019 21:19
Hey,

ich versuche es relativ kurz zu beantworten:

1. Pflegeheim

Wenn die Sozialhilfe einspringen muss, wird man alle unterhaltspflichtigen Angehörigen heranziehen. dazu gehörst auch erst mal Du als leibliche Tochter. Wenn Dein Einkommen/vermögen über den Freigrenzen liegt, ist es sher schwierig aus der Nummer rauszukommen. Dass die Mutter während die eigenen Pflichten vernachlässigt hat, also sich weder gekümmert noch Unterhalt gezahlt hat, ist eigentlich das einzige Argument, das zieht. das ist aber so kompliziert, dass Du, wenn es soweit kommt, einen spezialisierten Rechtsanwalt brauchst.

2. Der gesetzliche Erbteil wäre bei Zugewinngemeinschaft die Hälfte für den Ehemann. Die vier Kinder teilen sich die andere Hälfte, dass heißt für Dich 12,5 %. Die Beerdigungskosten und Schulden werden vorab aus dem Erbe beglichen. Wenn das Erbe nicht ausreicht, um die Schulden zu decken, ist man gut beraten, es auszuschlagen. Dann ist man die Schulden los, die Beerdigungskosten aber nicht.

3. Unabhängig von der Frage, ob man das Erbe ausschlägt, ist man als Kind (und Ehemann) bestattungspflichtig. Wenn es am Ende darauf hinausläuft, dass alle verwandten das Erbe ausschlagen und das Sozialamt Deine Mutter beerdigen muss, wird es sich die Kosten dafür von den bestattungspflichtigen Angehörigen - und damit auch Dir - zurück holen. Einzelheiten sind dazu in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer geregelt, d.h. wenn Du mir sagst, in welchem Bundesland Deine Mutter lebt, kann ich mehr dazu sagen.

Viele Grüße pmami




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