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  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
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  Joaninha
schrieb am 07.09.2019 16:41
Zitat
bado8978
wenn sie dann da nicht mit hin dürfte weil sie "böse" ist, wäre das irgendwie gefühlsmäßig so, als würde ich sagen, dass ich sie nicht mehr lieb habe, weil sie "böse" ist.

Aber genau das ist doch der Fall, oder habe ich jetzt etwas falsch verstanden? Du liebst sie nicht mehr, weil sie böse ist.

Ansonsten liest sich Deine Geschichte wie die von Kain und Abel in weiblicher Besetzung. Krass, wie diese alten Geschichten immer wieder den Kern solcher Beziehungskisten treffen. Oder umgekehrt - wie wir in unserem Leben immer wieder die alten Geschichten leben, obwohl wir doch anscheinend gar nicht mehr an sie glauben. Ich würde mir gut überlegen, ob es sinnvoll ist, dass mir das Opfer Abels so viel wohlgefälliger ist als das Opfer Kains. In der Geschichte stirbt Abel, und Kain trägt fürs Leben das Kainsmal. Ohne jetzt esoterisch werden zu wollen oder einen dramatischen Ausgang herbeizuorakeln, denke ich, dass beide Kinder durch diese Konstellation gezeichnet werden können, wenn es so weitergeht. Für V. hat Berlink das ja auch schon in aller Deutlichkeit geschrieben. Ich verstehe aber auch Deine Sorge, dass M. nicht als der Mensch aus der Geschichte hervorgeht, der sie ohne V. hätte sein können. Für mich wäre der einzig gangbare Weg, die Kinder so gut wie möglich zu trennen.

Dass das im Kindergarten gemacht werden soll, finde ich gut. Ich würde ein Auge drauf haben und intervenieren, wenn ich das Gefühl hätte, dass die Trennung nicht ernsthaft und konsequent durchgezogen wird. In diesem Fall würde ich mich an den KiA oder einen Kinderpsychologen wenden und versuchen, dort entsprechende Bescheinigungen zu bekommen. Denn ich meine, dass V. das Kind mit der Speiseröhrenprobematik war, oder? Insofern hast Du da, denke ich, eine ganz gute Ausgangsposition, dass man Deinen Bedenken ärztlicherseits Gehör schenkt. Es geht ja nicht nur um ein bisschen Geschwistereifersucht, sondern um die Integration eines kranken Kindes, das - aufgrund der Speiseröhrengeschichte? - körperlich hinterherhinkt und seinen Rückstand durch Aggressivität kompensiert. Man kann da schlecht argumentieren, dass sich das in ein paar Monaten sowieso auswächst. Wenn sie das hat, was ich zu erinnern meine, ist sie wahrscheinlich eher ihr Leben lang körperlich hinterher (ich kann mich aber täuschen, vergiss in diesem Fall einfach, was ich schrieb).

Trennen würde ich sie auch zu Hause. Falls die Großeltern nicht zu weit wegwohnen: Frag sie doch, ob sie Dir ein- bis zweimal pro Woche oder übers Wochenende eines der Kinder abnehmen, damit Du mit dem anderen allein bist. Lass die Kinder dann immer abwechselnd hingehen. Meine Eltern würden das in diesem Fall tun, da es ja nicht darum geht, dass Ihr Euch als Eltern einen schönen Lenz macht, sondern darum, die Kinder aus dieser Konstellation rauszunehmen.

Zuletzt möchte auch ich um Verständnis für V. werben. Falls sie das Kind ist, das ich meine, aus Deinem früheren Post im Kopf zu haben, ist sie krank, hat mehrfach KH-Aufenthalte gehabt und wurde bereits als Baby operiert. Sie hat Reflux und man weiß in dem Alter nicht genau, wie sehr sie das eigentlich beeinflusst, gerade auch in ihren Schlafgewohnheiten. Sie ist körperlich und sprachlich unterlegen und sie wird zumindest ersteres eventuell immer bleiben. M. ist das genaue Gegenteil: Gesund, körperlich und sprachlich weiter. Ich stelle mir das für V. unheimlich schwer vor. Klar, Du schreibst, sie sei sensibel, nimmt mehr wahr als ihre Schwester, ist vielleicht die Schlauere von den beiden. Nur: M.s Fähigkeiten sind offenkundig sichtbar, V. kann sie wahrnehmen ("M. ist schon wieder schneller gerannt als ich"), ihre Schlüsse ziehen ("sie ist schon wieder zuerst bei dem Spielzeug, das ich haben wollte") und dem Ganzen dann auch noch den Sinn geben, den sie vielleicht von den Erwachsenen um sie herum aufschnappt ("M. ist aber schon wirklich weit für ihr Alter, ich nicht"). Ihre eigenen Fähigkeiten sind für sie hingegen deutlich schwerer wahrnehmbar. Dass sie einen Käfer entdeckt, macht sie vielleicht neugierig, aber nicht stolz auf ihr eigenes Tun. Sie weiß ja nicht, dass eine gewisse Gedächtnis- und Sinnesleistung dahinter steckt, wenn man die Welt in ihren Details so wahrnehmen kann. Sprich: Ihr eigenen Fähigkeiten helfen ihr nicht, ein Selbstbild aufzubauen (etwa: "Oh, ich bin die Schlauere von uns beiden" - was soll auch Schlauheit in dem Alter für eine Bedeutung haben?), die von M. hingegen schon - doch da kommt sie eben immer als die Kleine, Schwache weg. Auch deshalb, ich würde trennen. Und klar, auch immer wieder V. Starthilfe geben, damit sie erkennt, wie toll ihre tollen Seiten eigentlich sind. Da denke ich, man kann gar nicht genug übertreiben ("Was, ein Käfer? Wow, gut dass Du den gesehen hast, wir hätten den sonst jetzt glatt verpasst").

Ansonsten denke ich, dass Ihr zwei Konstellationen vereint, die im Grunde doch häufiger zu Konflikten führen: Zwillinge und gesundes Kind/krankes Kind. Insofern gibt es sicher auch ein Standardrepertoire an Strategien. Sicher kennst Du Rehakids, dort würde ich evtl. auch einmal nach dem Thema Geschwistereifersucht fragen.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
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  Solani2
schrieb am 07.09.2019 17:39
Zitat
bado8978
GUten Morgen, das waren sie bisher weil es nur genau 1 Krippengruppe gab. Jetzt gehen sie in einen neuen Kindergarten und ihre "Stammgruppe" ist die gleiche,das würde rein vom eingewöhnen gar nicht anders gehen weil ich mich ja nicht teilen könnte und bei beiden gleichzeitig in unterschiedlichen Gruppen sein könnte. Allerdings haben die tgl "Angebote" (wie eine Art AG) für die Kids, in dessen sie sich einwählen können und da werden die Erzieherinnen darauf achten, dass sie sich in getrennte Gruppen einwählen und somit einigen Stunden am Tag getrennt etwas machen.

Nur M zu Opa? Hatten wir auch schon überlegt. Ich hielt es erst auch für eine gute Idee aber mein Mann meinte, dass das für V die Höchststrafe sei, denn V liebt ihren Opa ja auch und wenn sie dann da nicht mit hin dürfte weil sie "böse" ist, wäre das irgendwie gefühlsmäßig so, als würde ich sagen, dass ich sie nicht mehr lieb habe, weil sie "böse" ist. Da hat mein Mann vollkommen Recht.

Das mit dem Kindergarten finde ich gut.
Also wenn das eine Option ist, würde ich beide abwechselnd zu Opa geben, nicht nur M.

Zitat
bado8978
Also wie soll man denn dann pädagogisch wertvoll solche Situationen lösen? Bsp M hat ein blaues Seil, V ein schwarzes. Sie spielen beide mit ihren Seilen. Plötzlich geht V zu M und zieht ihr an den Haaren. Ich frage sie, weshalb sie das gemacht hat? Sie zeigt auf das Seil. Ich sage: "Du willst also das Seil haben?!", Sie : "JA". Und dann? Soll ich sagen, dann hau deiner Schwester eine runter bis sie am Boden liegt, dann gibt sie dir das Seil?

Wenn ich das Handy meines Mannes haben will, frage ich ihn doch auch und nehme es nicht einfach oder wie ist das bei euch? Das ist doch alles Schwachsinn.

Mit dem Beispiel ist deine ursprüngliche Aussage etwas abgeschwächt, da nehme ich meine Aussage von vorhin mit den Pflegeeltern zurück. Es hat sich so angehört, als ob V. einfach so M. fragen müsste, wenn sie irgendetwas will. Da habe ich überreagiert, dafür entschuldige ich mich.
Pädagogisch wertvoll ist immer die Frage ... da gibt es unterschiedlichste Meinungen. Was ich machen würde ist folgendes. Erstens kommt es darauf an, was man gesehen hat. Wenn V., bevor sie M. an den Haaren gezogen hat, am Seil gezogen hat und M. es nicht hergeben wollte, dann ist der Fall klar - V. will das Seil. Dann bekommt sie es nicht. Punkt. Wer einem anderen etwas wegreißt und dann noch Gewalt einsetzt wird nicht mit dem belohnt, was er eigentlich will. Beide trennen, M. trösten und V. aus der Situation rausnehmen und ihr kurz erklären, dass man niemanden was wegreißen und an den Haaren ziehen darf. Das sie warten muss bis das Seil frei ist oder M. fragen muss, ob sie es haben darf.
Wenn man aber vorher nicht gesehen hat, was passiert ist, dann würde ich nicht großartig fragen, warum sie das gemacht hat. Sie ist erst drei. Sie weiß u.U. gar nicht wieso. Aber Haare ziehen geht nicht, ich würde die beiden trennen, M. trösten und dann V. aus der Situation rausnehmen, also auch jegliches Spielmaterial, dass sie sich so eventuell erobert hat. Und ihr dann kurz erklären, dass sie nicht an den Haaren ziehen darf.
Das liest sich einfach, ist es natürlich in so einer Situation nicht. Aber einfache Grundsätze sollte man einhalten, wie z.B. dass man etwas nicht bekommt, wenn man es jemanden wegnimmt. Klar, man sieht nie alles, aber man sollte da schon konsequent sein und bleiben. Und wenn sich beide um ein Teil streiten und man weiß nicht, wer es vorher hatte, dann kommt das Teil einfach weg. Wenn sich beide ein Stück Kuchen teilen sollen, dann teilt einer von beiden und der andere sucht aus. Immer abwechselnd (muss man halt eine Strichliste führen). Also einfach Grundsätze, die verständlich sind und an die man sich einfach halten kann, wo sich dann beide Kinder zumindest nicht ungerecht behandelt fühlen können. Ich weiß noch, dass ich als Kind das Stück Kuchen nie aufteilen wollte, weil aussuchen einfach immer besser ist. Aber weil wir uns da abgewechselnd haben, war es ok. Und natürlich darf Mama dabei auch helfen, wenn einer das selbst noch nicht gut kann.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.09.19 18:10 von Solani2.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
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  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 07.09.2019 20:39
Puh, liebe Bado, euer Alltag hört sich ziemlich anstrengend an.

Ich bin auch für das stundenweise Trennen der Kinder. M. darf Montags zu Opa, V. Mittwochs. Samstags darf ein Kind was mit Mama machen, eines mit Papa, usw.


Ich denke, Frustration spielt bei euch eine große Rolle. Du bist frustriert wegen V. Verhalten. M. ist frustriert wegen den ständigen Attacken. V. ist frustriert weil sie eindeutig in der Entwicklung hinter M. zurück steht und das ja auch Tag für Tag mit kriegt.


Man liest aus deinen Posts heraus, dass eindeutig V. Schuld ist, an allem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das nicht merkt zuhause.

Ubd bzgl hauen/ Haare reißen wegen der schlechten Verständigung...das ist ja nichts unbekanntes/ völlig Neues. Haben wir im Kindi immer wieder. Verwächst sich meistens mit dem Sprechen lernen und den Kindern werden Alternativen zur Kontaktaufnahme gezeigt. Anstupsen am Oberarm, winken, ein einfach "Hallo" (das kriegen die meisten raus)

Alles Gute!


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 08.09.2019 07:24
Guten Morge,

also in meinem Ausgangspost ging es ja gar nicht um Vs Verhalten, sondern eigentlich um Camping, so gesehen habe ich nichts "erwartet". Man stellt ja in einem Forum eine Frage bei Problemen wenn man nicht mehr weiter weiß und hat ja oft keine Vorstellungen, wie es andere machen oder was mach manchmal für ein "Brett vor dem Kopf hat". So gesehen habe ich gar nichts erwartet.

UNd hier wurde etwas gründlich missverstanden. Ich Liebe V genauso wie M, es ist nur , um es in den Worten meiner Schwägerin zu beschreiben, "schwieriger V zu lieben als M". Aber am Ende des Tages liebe ich sie genauso wie M und ich könnte mir nicht vorstellen sie in eine andere Familie zu geben .

Ich beschreibe mal kurz die OMa die Situation: Meine Eltern wohnen 200km entfernt und diese Großeltern sind die, die sie von Babyzeiten kennen und die ihnen, so würde ich meinen, am "Nächsten" sind. Dort verhalten sie sich (sowohl mit ihren guten - also auch ihren schlechten Seiten) oft genauso wie zu Hause.

Meine Schwimu wohnt nebenan. Dort sind sie 1-2 Nachmittage für 2-3h. Eine Gartentür mit "Kinderklingel" verbindet die 2 Grundstücke.

Mein SchwiPa hält nichts von Kindern, dessen langjährige Frau hat 7 Enkel aber erst vor 4 Wochen waren sie dort das erste mal für 1 h allein. Zuvor konnten sie dort gar nicht spielen, weil die einen ziemlich wilden Hund haben, vor dem vorallem V aber auch M Angst hatten. Das Hundeproblem besteht übrigens auch bei meiner Schwimu nebenan.

Wenn ich jetzt sage: "V oder M heute gehst du allein zu Oma rüber", dann will die jeweils andere ja auch mit. Was soll ich dann sagen?
Gestern wollte ich V anbieten, dass ich sie mit in die Trage nehme (sie liebt ihre TRage) und noch schnell was bei einer Freundin fußläufig vorbei bringe. Daraufhin kam M sofort angerannt und wollte auch mit. Was soll ich da sagen? Ich habe versucht zu argumentieren, dass ich keine 2 Kinder tragen könne (M antwortete, dass sie im Kiwa fahre), dann bot ich an, dass sie doch zum Papa hoch gehen könne, der baut gerade am PC und sie könne TV schauen (was sie mittlerweile sehr mag). Nix, sie wollte mit. Sie haben beide natürlich immer Angst etwas zu passen und da mein Mann sicher auch in dem o.g. Beispiel nicht sagen würde: "Komm, M, wir gehen auf den Spielplatz" , kann ja ich ja mit nix tollem Gegenhalten. Mein Mann geht ungern auf den Spielplatz weil das für ihn langweilig ist.

Bis jetzt schliefen sie immer zusammen (sehr zu meinem Leidwesen weil V immer kürzer schläft als M aber immer alle weckt). Gestern kam es dazu, dass wir sie mal getrennt schlafen lassen konnten. M wurde von Papa ins Bett gebracht , V von mir. M hat aufs Papas Arm dann traurig gesagt, dass V immer so gemein zu ihr ist. Das hat uns natürich total traurig gemacht.

Ja, V kann sich kaum äußern. Sie gibt sich mehr und mehr Mühe aber der Sprachknoten ist erst vor wenige Wochen geplatzt. Und natürlich kann V viele Sachen besser als M aber wie schon jemand richtig bemerkte, ist sie vermutlich die schlauere von beiden. Sie ist auch körperlich beim Turnen sehr geschickt und mutig und bewegt sich sehr leichtfüßig (sie ist auch sehr leicht , 4. P.) , wohingegen bei M die Bewegung Marke "Krautstampfer" ist.


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  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  Solani2
schrieb am 08.09.2019 14:25
Hallo,

ohne das die jeweils Zurückgelassene kurz traurig ist, geht es nicht. Da musst du dann durch.
Du musst sie auch nicht immer trennen, aber klar kommunizieren, dass z.B. der Besuch bei Oma sofort vorbei ist, sollten sie streiten.
Aussagen wie "gemein zu mir" oder "mag ich nicht" würde ich in dem Alter nicht überbewerten. Mein Neffe hat auch mit 3 seinem besten Kita Freund zig Mal die Freundschaft gekündigt. Spätesten nach einem Wochenende war alles wieder bestens. Ihr solltet deshalb wirklich nicht traurig sein! V. mag M. vielleicht auch oft nicht, kann es nur noch nicht verbalisieren. Aber Zeit ohne den Zwilling ist sicher gut für das Selbstverständnis von beiden und ich bin mir eigentlich sicher, dass sich die beiden auch sehr lieben.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 08.09.2019 17:43
Ich glaube ja auch, dass sie sich sehr lieb haben, denn heute ist mein Mann mit M ins Planetarium gefahren und V blieb zu Hause. M wollte aber unbedingt, dass V mitkommt oder mit meinem Auto hinterher fährt.

Wir haben dann gesagt, dass Zwillinge auch mal was getrennt machen können und ich mit V in der Trage zu meiner Freundin gehe um ihr etwas zu bringen. Natürlich voll die Tränen bei V aber nach einer Zeit Geschrei ging es dann und e war ok. Aber V hat immer nach M gefragt, M hingegen wohl nicht einmal. Als M nach Hause kam, hat es gleich wieder Haue gegeben eigentlich "einfach nur so". Wir haben es genau beobachtet. M saß an einer Maltafel und V ging hin und haute sie auf den Kopf. Mein Mann :"V, hör auf, geht das schon wieder los?". V klopfte weiter und grinste meinen Mann nur an, so nach dem Motto :"Na, mal schauen was er jetzt macht". Das könnte natürlich auch Grenzen testen sein.
Mein Papa hat ihr mal im Geschwisterstreit den heiß geliebten Schnuller weg genommen, und ihr gesagt, dass das doch nicht schön ist wenn man geärgert wird. Nach ca 30 Sekunden bekam sie ihn zurück weil sie wie wild geschrieben hat. Bei der nächsten Konflikt Situation sagte mein Vater :"Wenn du deiner Schwester nochmal xy machst, dann nehme ich dir den Schnuller weg". Ihre Reaktion - - > Schnuller in die Ecke gespuckt. So nach dem Motto :mir doch egal.

Falls es vllt nicht wegen Eifersucht sondern ein "Grenzen testen" sein sollte geht das Verhalten aber schon wirklich recht lange. Mein Mann und ich haben gestern Abend nochmal gesprochen und rekapituliert wann das in diesem Maße angefangen hat und da kamen wir auf ca vor 3 Monaten. Und genau dieses Verhalten ist es leider auch, was uns die letzten Urlaube zerschmettert hat. Wir wissen halt noch nicht den richtigen Umgang damit.

Meine schwimu sagte heute im Gespräch über das Problem :"Ein altes Sprichwort sagt :Kinderwille ist Dreck" 😵😱ich wusste gar nicht was ich darauf sagen sollte.

Glaubt ihr an diese "Weisheiten"? Meist ist es ja gar nicht schlecht von Großeltern mit Erfahrung Tips zu bekommen aber meist versuche ich schon den Kinderwillen zu erfüllen. So tragen unsere zb immer noch Windeln und dürfen Schnullern so viel zu wollen. Ich diskutiere auch nicht über Zähneputzen. Lediglich anschnallen im Auto und an der Hand gehen an der Straße und überqueren der Straße ist nicht verhandelbar sowie Hausschuhe zu Hause weil wir rutschige Steintreppen haben und V schon mal ein paar Stufen abgesegelt ist. Natürlich können sie auch gern sagen, dass ihnen das Essen heute nicht schmeckt, dann koche ich jetzt nicht das, was sie gerade IN DIESEM AUGENBLICK wollen aber dann können sie halt ein Butterbrot essen oder sie müssen hungern (meist essen sie das Brot oder haben tatsächlich keinen Hunger). Meine schwimu meint auch immer, dass sie mir zu viel auf der Nase rum tanzen weil es doch shit egal sei ob sie morgens die rote oder blaue Schüssel haben. Aber ja, wenn sie die rote wollen, dann bekommen sie die auch weil es mir wiederum Wurst ist welche Schüssel sie nehmen. Gut, wenn sie die rote wollen, die aber gerade dreckig im Spüler ist, dann haben sie tatsächlich Pech gehabt weil ich nicht dann extra per Hand Spüle. Beim Essen ist es mir meist zwar auch egal wie sie essen aber meine Eltern legen viel Wert darauf, dass sie nicht mit den Fingern essen und dann versuche ich ihnen das eben auch zu sagen. Wenn sie es nicht machen, kann ich es meist nicht durchsetzen weil es MIR eigentlich meist egal ist. Gut, sie müssen nicht unbedingt Kartoffelbrei oder Suppe mit den Händen essen aber das merken sie meist selbst, dass das schwierig ist

Bin ich da vllt doch zu lax?


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 08.09.2019 18:43
Du bist sicher nicht zu lax, und Deine Schwiemu hat gut reden. Selbstverstaendlich ist es wichtig, welche Farbe die Schuessel hat. Haben sich meine Eltern beim 1. Zwillingspaar noch gewundert und es auch so gesehen, wie Deine Schwiemu, diskutieren sie bei den Zwillingen meiner Schwester nicht mehr ueber die Farben der Teller, weil es Wichtigeres gibt (zaehneputzen, da gabs bei mir absolut kein Pardon), und es sich nicht lohnt, an diesem Punkt zu streiten.
Wir haben, wie gesagt, zur Minderung der Konflikte, alles doppelt und zwar meist in der gleichen Farbe. Und klar, waschen sie eben Teller ab, wenn es Stress um die Farbe gibt.
Das zumindest hoert i.wann auf.

Was Unternehmungen betrifft, auch getrennte, kuendigen wir die lange und mehrfach den Kindern an, so dass die Kinder dann wirklich Bescheid wissen, sich darauf einstellen koennen und achten auf Ausgleich, wenn Kind 1 x macht, was macht Kind 2... . Hauruck-Aktionen klappen meist nicht so gut.

Ich wuerde versuchen, wenn V quasi zur Begruessung die M an den Haaren zieht, lieber sagen, dass sie gern streicheln kann, wenn sie Kontakt moechte, also umzulenken.

Ich habe mir viel Rat meiner Mutter geholt, noch heute, aber bei der Zwillingsproblematik hat sie nun mal keine Erfahrung, zudem waren meine Schwester und ich quasi Einzelkinder. Daher habe ich echt viele Buecher und eben auch zum Umgang mit Mehrlingen. Es hat sich sich Vieles in den letzten Jahren bzgl. Des Umgangs mit Kindern geandert, man weiss heute mehr ueber die kognitiven Voraussetzungen, also was ein Kind tatsaechlich kann und was nicht. Insofern mag due aeltere Generation manches Hilfreiches weitergeben, Manches ist aber auch anachronistisch.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.09.19 18:45 von berlink.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  Solani2
schrieb am 08.09.2019 19:00
Ihr habt ja spannende Strategien. Das meine ich nicht böse, aber wenn ein Kind ein anderes schlägt, oder sie sich beide kloppen, dann gehe ich dazwischen. Trennen, trösten, kurz erklären, dass man das nicht macht und eventuell den Aggressor (oder die Aggressoren) aus der Situation rausnehmen. Das darf nicht irgendwie spannend sein.
Was du beschreibst klingt für mich nach Grenzen austesten. Und M. hat vielleicht konzentriert gemalt und V. nicht bemerkt und damit ignoriert, einmal draufhauen erzeugt Aufmerksamkeit. Wenn Papa dann noch spannend reagiert, kann man es auch ausreizen.
Den Schnuller wegzunehmen finde ich nicht sonderlich zielführend. Solche Dinge verstehen sie in dem Alter noch nicht. Sie wirft aber den Schnuller weg, bevor sie ihn sich wegnehmen lässt, das würde ich sogar als Gehorsam einstufen. Mein Kleiner macht das nämlich auch. Wir haben nämlich die Regel, dass wir ohne Schnuller das Haus verlassen (seit er ca. 18 Monate ist). Die Regel gefällt ihm natürlich nicht, aber je nach Laune legt er mittlerweile den Schnuller auf das Schränkchen neben der Tür oder wirft ihn nach Aufforderung in die Ecke.
Ältere Leute haben oft andere Regeln und Ansichten, meine Schwiemu findet mich sicher auch superlasch. Besonders wenn es um Tischmanieren geht, da bin ich recht tolerant.
Wichtig ist meiner Meinung nach nur, dass du bestimmte Grenzen festlegst und die auch konsequent durchsetzt. Z.B. nicht mit dem Essen werfen, sonst ist es vorbei mit Essen. Je nach Alter muss man dann trotzdem am Tisch bleiben, solche Dinge.
Lass dir da aus deinem Umfeld nicht zuviel dreinreden, weil du musst sie ja hauptsächlich Erziehen. Einfach, was für deinen Mann und dich passt.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 08.09.2019 19:26
Bzgl der Reaktion meines Mannes kann ich nur sagen : Wir wollten nicht schon wieder schimpfen und ihr die Chance geben selbst aufzuhören und mehr zu beobachten was als nächstes passiert. Wenn wir nämlich wild dazwischen springen schreit M sofort wild los, obwohl es ihr manchmal eben gar nicht weh tut wenn sie V auf den Kopf "klopft". Umso heftiger wir etwas aus einer Sache machen, je mehr reagieren beide. Wir hatten auch schon die Beobachtung, dass V M an den Haaren zog und wir es (in den Kinderaugen) gar nicht sahen und da wurde gar nichts weiter draus gemacht. Wenn ich wild dazwischen gehe schreit sie wie am Spieß. Die können natürlich auch einträchtig mal spielen aber nur wenn wir nicht dabei sind. Heute habe ich zb mit meiner schwimu am Zaun gequatscht, die Kids sind rein. Ich habe jede Minute mit einer schreienden M gerechnet aber es kam nichts. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sie gemacht haben aber es kam niemand schreiend angerannt und es lag kein kind tot in der Ecke. 😎

Wir haben ja schon so oft geschimpft und gesagt, dass das nicht geht und das sie das doch auch nicht will und das es M weh tut und und und. Wir haben sogar "moderiert", dass M mal selbst sagen soll, wie sie empfindet aber dann grinst mich V nur frech an. Und wenn sie M nur 1x am tag mal ärgert, so sehe ich das als normal. Alle Geschwister hauen sich mal auch wenn sie wissen, dass das nicht normal und gut ist und werden dennoch keine schwer Verbrecher. Wenn M richtig müde ist schubst sie V auch mal. Dann sage ich auch, dass ICH das nicht io finde (Versuche immer ICH BOTSCHAFTEN). Bei V finde ich nur das schlimme, dass sie M teils so doll "malträtiert, dass es sogar anderen auffällt und vorallem, dass M ja auch schon richtig zu Schaden kam. Ich denke ein Gewisses Maß an körperlichen körperlichen Auseinandersetzungen gibt es unter so kleinen Geschwistern immer aber bei V habe ich das Gefühl, dass sie das manchmal "einfach so" macht und dann alle 30 Sekunden. Heute morgen kam M mit ihrem Papa vom Schlafzimmer hoch, V war schon mit mir wach. Mein Mann hatte sie noch auf dem Schoß und noch nicht seine Brille auf der Nase, da hat V M schon das erste Mal gekniffen. Sie war keine Minute wach oben. Wir begrüßen uns morgens mit "guten Morgen", V hingehen "verklobbt " Ihre Schwester als "guten Morgen Gruß". Da waren wir natürlich schon wieder am schimpfen.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 08.09.2019 19:54
Ich sehr V's Verhalten auch als Zeichen der Kontaktaufnahme. Mich würde es aber auch tierisch nerven, ständig dieses Gehaue zu sehen.

Ich würde ihr in solchen Situationen aktiv zeigen und erklären, wie man sich (bei euch) richtig begrüßt. Wir gehen also zusammen noch mal aus dem Raum raus, kommen rein und nehmen uns in den Arm.
Und das würde ich bei jedem einzelnen Hauen so machen.

Und was deine Schwiemu da von sich gibt (kinderwille ist dreck), also da fehlen mir echt die Worte. Wer so denkt, hätte bei mir "verkackt".


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 08.09.2019 20:36
Deiner Schwiemu kannst Du auch vom veraenderten Wissensstand erzaehlen.

Zum Schnullerloswerden: wir hatten es so gehalten, dass der ab 2 nur noch im Bett, bei meiner Schwester im Bett und im Auto, genutzt werden durfte. Ca. 9 Monate spaeter kam dann die Schnullerfee, an die vorher in einem Brief die Wuensche mitgeteilt wurden.
Das haben wir dann jeweils im Urlaub mal gemacht, die Kinder hatten keinen Stress und waren gesund, also gute Voraussetzungen. Hat problemlos bei allen Vieren so geklappt.

Windel: haben den Rhythmus der Kita uebernommen, die die Kinder ab 1,5 mittags auf den Topf gesetzt haben, ab 2 jeweils morgens, mittags, abends zu Hause auch, vor 3 waren meine die windel ganz los, die kinder meiner Schwester haben nachts noch so eine Schlueppiwindel, wobei das Maedchen sie nicht mehr braucht.

Also beide Dinge gestuft und mit viel Zeit. Ob ich das an Deiner Stelle jetzt angehen wuerde..., hm, weiss ich auch nicht.

Aber vorbereitend besprechen, das geht. Es gibt schoene Buecher fuer die Kinder zu fiesen Themen, die wir ganz gezielt eingesetzt haben, ewig lange von der Schnullerfee vorgelesen haben, so dass sie Bescheid wussten.

Es gibt auch Buecher fuer Kleinkinder, in denen es um Emotionen und den Umgang damit geht. Habt Ihr dazu kindgerechte Literatur?


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 08.09.2019 21:13
Zitat
berlink
Deiner Schwiemu kannst Du auch vom veraenderten Wissensstand erzaehlen.

Meine schwimu brauche ich nichts zu erklären. Die weiß alles weil sie selbst 2 Kinder hatte und noch VZ gearbeitet hat (mit Kindermädchen direkt nach muschu). Bringt doch eh nichts außer Ärger, ich bin auf sie angewiesen. Nur manchmal macht mir das Bauchweh wenn ich dann sehe, dass sie doch des Öfteren bei ihr sind. Aber ich denke, dass Kinder das gut unterscheiden können, wie jemand zu ihnen ist.

Ich gehe jetzt gar nichts an mit Windel /Schnuller etc. Ich gehe jetzt an : bitte nicht ständig verkloppen.

Und Bücher über Gefühle haben wir ganz tolle und V kann es auch gut wiedergeben, was sie da sieht (auf ihre für uns verständliche Art) aber an der Umsetzung hapert es halt. 😚


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  Solani2
schrieb am 08.09.2019 21:20
bado,
mit erklären meine ich nicht schimpfen. Schimpfen ist ja wieder spannend. Zeigen wies besser geht, so wie es Lavendelzweig beschrieben hat ist natürlich am besten, das würde ich nur nicht jedesmal machen. Deiner Beschreibung nach ist V. schlau genug, dass recht schnell zu verstehen. Du kannst ihr ja dann Dinge sagen wie "Wenn du mit M. spielen willst, dann solltest du es so machen, wie ich es dir gezeigt habe. Weil so tut das M. weh."
Ich greife ein, sobald einer schreit, heult, sich beschwert, oder einer schlecht Luft bekommt. Mein Kleiner und sein Cousin (fast 2 und 3) lieben es, sich zu raufen. Und viele Mädchen mögen das auch. Kneifen, beißen, an den Haaren ziehen und sich auf den Kopf des anderen setzen ist in meinen Raufregeln nicht erlaubt.
Es ist sehr schön, dass es manchmal auch gut klappt bei euch!


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 08.09.2019 21:25
Ach das ist Schade, dass die Schwiemu kein Interesse daran hat, ihren Stand zu überprüfen, aber dann bleibt nix übrig, als das zu akzeptieren und ihr mitzuteilen, dass gerade ander Baustellen Priorität haben.
Die Kinder werden sicher auch i.wann selbst ihr sagen, was Sache ist, was sie können und was nicht.


  Re: campingurlaub mit fast 3 jährigen Zwillingen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 08.09.2019 21:31
Zitat
berlink


Ich wuerde versuchen, wenn V quasi zur Begruessung die M an den Haaren zieht, lieber sagen, dass sie gern streicheln kann, wenn sie Kontakt moechte, also umzulenken.

Das ist ja genau das, was ich eingangs erwähnt hatte, dass wir dann sagen :"V, wenn du das blaue Seil von M haben möchtest, könntest du sagen.......". Und so geht das den ganzen Tag wie Papagei fühle ich mich manchmal am Abend. Und nach dem 1000mal hab ich dann einfach kein Bock mehr auf erklären und dann schicke ich sie auch mal raus in den Flur (Türen sind bei uns immer offen). Dann ist natürlich Geschrei. Dann lasse ich sie sich beruhigen, sage ich M, dass ich mal mit V reden will und gehe zu V in den Flur. Dann bespreche ich, dass ICH es total doof finde, dass sie usw usf. Meist sage ich dann noch "und jetzt vertragen wir uns wieder - willst du mit uns das Buch weiter anschauen?" Dann gehen wir zu M und zum Buch und was passiert? Zack, gleich der nächste Schlag. Da fällt mir doch nichts mehr ein und das sind dann so Momente, wo ich wirklich auch mal lauter werde ich sie raus schicke und auch wirklich sauer bin. Stinksauer. Das merkt sie aber auch und schreit (meist) nicht. Dann kommt sie vorsichtig ins Wohnzimmer zurück und dann sag ich ihr auch, dass ich wirklich sauer bin (und das auch nicht mehr im "lieb - Ton") und das ich es einfach SCHEIßE finde (ja, ich sage tatsächlich scheiße), dass sie M ständig ärgert. UND dann geht's meist aber ich kann und will sie ja auch nicht die ganze Zeit anbrüllen. Wir sind eine hundefamilie durch und durch. Wer sich ankennt weiß was ich meine aber V ist wie ein Terrier und M wie ein Goldi. Beim Goldi kann man AUCH MAL was durchgehen lassen, der Terrier braucht IMMER die selben Regeln und eine "strenge (vorsichtig, nicht körperlich aggressive! ) Hand" . Ich bin üprigens auch Terrier. Habt ihr bestimmt schon gemerkt. 😁




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