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  Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 10:49
Hallo zusammen,

Ich möchte gern etwas Input zu diesem Thema, Denkanstöße, Lösungsansätze. Ich habe zwar im Freundeskreis schon einiges besprochen und natürlich auch mit meinem Partner, aber aktuell ist die Stimmung diesbezüglich wirklich eher trüb.
Der Hintergrund: Wir leben als Patchworkfamilie, allerdings nur teilweise zusammen. Beide haben wir ein Kind aus einer anderen Partnerschaft, wobei nur meins bei uns lebt und das andere in einer anderen Stadt, wobei es häufige Besuche, meist seinerseits, gibt. Er ist sehr darauf bedacht, sein Kind so oft wie möglich zu sehen (und zu betreuen). Mein Kind lebt hälftig bei mir und ihrem Vater, der in der selben Stadt wohnt.
Mein Kind trägt meinen Nachnamen, sein Kind trägt den der Mutter. Wir erwarten nun unser erstes und sicher letztes gemeinsames Kind (bin schon älter).
Nun ist es so, dass wir beim Nachnamen auf keinen grünen Zweig kommen. Er beharrt darauf, dass er nun auch gern mal ein Kind hätte, was seinen Namen trägt und ist der Meinung, dass sein Kind sich ausgeschlossen fühlen würde, würde das dritte Kind meinen Namen erhalten. Bekäme das neue Kind seinen Namen, hätten wir drei Kinder mit drei unterschiedlichen Nachnamen, wobei „nur“ zwei dauerhaft bei uns leben würden.
Ich für meinen Teil hätte ungern zwei Kinder mit zwei unterschiedlichen Nachnamen. Ich bin selbst als Kind einer Alleinerziehenden aufgewachsenen und spüre heute noch zuweilen das Stigma, was damit verbunden ist, wenn man Leuten erzählt, dass man nicht den gleichen Vater hat wie die Geschwister. Hier hält er entgegen, dass er ja auch zwei Kinder mit zwei unterschiedlichen Müttern hat und das Argument demnach für beide gilt. Ich sehe das insofern anders, als dass - meiner Erfahrung nach - Frauen mit Kindern unterschiedlicher Väter eher mitleidig und Väter mit zwei Kindern unterschiedlicher Mütter eher als engagiert wahrgenommen werden, insofern sie sich kümmern. Googelt man „zwei Kinder von zwei unterschiedlichen Vätern“ vs. „zwei Kinder von zwei unterschiedlichen Müttern“ bestätigt sich mein Gefühl. Während zur Mutter meist Themen wie alleinerziehend, benachteiligt und Stigma auftauchen, sind es beim Vater dann lediglich Regenbogenfamilien. Das ist sicher kein Beweis, bekräftigt aber etwas mein Gefühl, auch wenn ich selbst so nicht denke, gibt es diese Gesellschaft und ich kann lediglich durch meine Erziehung versuchen, sie offener zu gestalten, was in der Folge(Generation) ggf. auch auf andere abfärbt.
Dazu kommt, dass ich nicht komplett nachvollziehen kann, wie sein Nachname für das dritte Kind sich direkt positiv auf das vorhandene auswirken würde. Sie hießen dann beide weiterhin anders und das neue Kind trüge sogar SEINEN Namen, so als ob es sein einzig echtes Kind wäre (Danke Xuti!). Daraus könnte man nun auch schließen, dass eben dieses Kind sich (also wenn wir schon von Ausgeschlossenheit sprechen) auch ausgeschlossen fühlen könnte - z.B. von dem Geschwisterkind, das bei ihm lebt, während das andere (im Übrigen 11 Jahre älter), wenn es hoch kommt, aller zwei Wochen mal hier auftaucht und dann ja immer noch einen anderen Namen hat. Diesen Umstand werden wir leider nie ändern können.
Mein Vorschlag war nun, dass wir das neue Kind auch nach mir benennen und bei einer Heirat auf einen blöden Doppelnamen zurückgreifen, wonach er dann meinen und seinen und den Namen des neuen Kindes tragen würde - somit wäre zumindest ihm geholfen. Eine andere Idee war, dass er meinen Namen komplett annimmt und wir dann eben zu viert so heißen. Das Alles lehnt er ab, weil es sein Kind wiederum noch mehr ausschließen würde.
Ich halte dem entgegen, dass wir alles dafür tun müssen, dass sich genau dieses Gefühl bei dem Kind nicht einstellt , aber der Name sicherlich nicht ausreicht, um die räumliche Distanz zu kitten. Das Kind wünscht sich, wie die meisten von uns, sehnlichst eine komplette Familie. Insofern sehe ich hier eher den Ansatzpunkt, es noch stärker zu integrieren. Es war zB seit Bekanntgabe meiner Schwangerschaft kurbedingt leider noch nicht hier, auch ist mein Partner jetzt 2 Wochen beruflich unterwegs und danach kann es uns auch nicht besuchen, weil die Mutter Pläne mit dem Kind hat. Ich würde beide Kinder gern mit zum Ultraschall nehmen, überlege jetzt aber, dann nicht mal meins mitzunehmen, weil es sein Kind benachteiligen würde. Das nur als Beispiel.
Wie würdet Ihr hier verfahren? Mediator? Losentscheid? Diskussion? Mir gehen nun langsam auch die Argumente aus.
Er ist verfahren.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  henriette
schrieb am 23.08.2019 11:04
autsch, das ist wirklich kompliziert.... In unserer Familie sieht es so aus, dass jeder nach der Hochzeit heißt wie vorher, unser Kind meinen Namen hat, die "Kinder" aus erster Ehe meines Mannes seinen Namen tragen. Ich hätte es nicht so prickelnd gefunden, hätte mein Kind den selben Nachnamen wie die Exfrau meines Mannes. Das war aber auch bei uns grundsätzlich kein Thema. Dass unser Kind nicht wie sein Vater heißt, ist aber normalerweise überhaupt kein Problem. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass Frauen nach der Hochzeit ihren Namen behalten "dürfen". zwinker
Ich finde wahrscheinlich folgende Variante am besten, wobei wie gesagt, das wirklich schwierige ist: sollte geheiratet werden, behält jeder seinen Namen, ihr scheint ja nicht mehr Anfang 20 zu sein und habt schon viel Zeit und Leben mit euren jeweiligen Namen verbracht. (Solange die jetzt nicht entweder fürchterlich oder eben zu den 5 Allerweltsnamen gehören, aber das scheint ja nicht der Fall zu sein) und euer gemeinsames Kind den quasi noch übrigen Kindernamen, den des Vaters. Ist dein Name eigentlich dein Geburtsname? Diese Variante fühlt sich für mich am gerechtesten an, wobei auch alle anderen Varianten durchaus etwas für sich haben. Und wenn nix geht: würfeln....


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 11:07
Ja, ich trage den Namen meiner Mutter. Mein Vater hat sie sitzen gelassen.
Für wen gerecht, meinst Du? Geht es Dir dabei eher um den Vater oder das Kind - und wenn ja, welches?
Wirklich schwierig.

Ps: ich hätte übrigens an sich kein Problem damit, meinen Namen zu seinem zu ändern, aber dann hieße mein erstes Kind wie meine Mutter und ich wie das zweite Kind, das geht irgendwie auch nicht. Das macht man doch nicht.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.19 11:10 von Bette.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Claudi
schrieb am 23.08.2019 11:57
Hallo,

ich finde die Lösung meiner Freundin gut. Sie wurde früh Witwe, sie und die beiden Kinder hatten den italienischen Familiennamen des Verstorbenen. Mit ihrem 2. Mann haben sie noch eine gemeinsame Tochter. Meine Freundin hat seit der 2. Hochzeit einen Doppelnamen Deutsch-Italinienisch. Die gemeinsame Tochter trägt den deutschen Namen, der Ehemann auch. Die ersten Kinder heißen Italienisch.

Gruß, Claudi


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  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 12:22
Interessant, das hab ich auch schon überlegt.
Das würde auf uns übertragen bedeuten:

Mein 1. Kind: Marino (7 Jahre)
Mein Partner: Müller
Sein 1. Kind: Meyer (11 Jahre)
Ich: Marino-Müller oder Müller-Marino
Baby: Müller (0 Jahre)

So meinst Du das?

Warum würdest du dem Baby den Namen des Vaters geben?
Was brächte das dem Kind Meyer?
Kind Marino und Müller leben zusammen.

Das Alter habe ich bewusst dazu geschrieben, um zu zeigen, dass sobald Kind Marino ein Bewusstsein für seinen Nachnamen entwickelt, Kind Meyer fast erwachsen sein wird.
Sollten wir das mit berücksichtigen?


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
avatar  Zauberwaeldchen
schrieb am 23.08.2019 13:09
Hallo zusammen

Also das erste Kind meiner Schwester hat sehr gelitten, dass es einen anderen Nachnamen als seine Stiefgeschwister hatte.
Als dann nach der Hochzeit auch noch die Mutter den Nachnamen annahm, war es noch schlimmer, aber sie wollte keinen Doppelnamen. Wäre auch sehr, sehr lang geworden.
Sie hat dann mit dem Kindsvater darüber gesprochen und er war einverstanden, dass das Kind „einbenannt“ wird, also den Nachnamen des „neuen“ Ehemannes annimmt.

Die Frage wäre, ob der Kindsvater von Deinem ersten Kind damit einverstanden wäre.
Aber mit dieser Lösung wird wohl die leibliche Mutter von seinem Kind nicht einverstanden sein?!

Schwieriges Thema.

LG Sandra


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Maya84
Status:
schrieb am 23.08.2019 13:19
Für mich persönlich käme es nicht in Frage, dass mein Kind einen anderen Namen trägt als ich. Ich finde es auch nicht schön, wenn die Geschwister, die die gleiche Mutter haben, anders heißen.
Für mich wäre die Lösung mit dem Doppelnamen für den Mann im Falle einer Hochzeit die beste.
Aber letztendlich muss es jeder für sich entscheiden.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 13:35
Hi Maya,
Du merkst aber schon, dass der letzte Satz nicht möglich ist? Hier kann eben niemand für sich selbst entscheiden, es sei denn, man nimmt das Brecheisen. Und genau das schlägst Du vor, ohne jegliche sachliche Argumentation. Wieso sollte ein Mann weniger Rechte am Namen des Kindes haben? Kannst Du das bitte erklären? Denn was Du beschreibst, wäre ja genau das Problem: einer macht einfach und der andere hat das Nachsehen (und nicht mal die Chance auf eine vernünftige Diskussion).
Ich persönlich denke auch, dass ICH das Kind mehr wollte und herbeigeführt habe (immer ein Blick auf den Eisprung usw.) und dass ICH diejenige bin, die es unter dem Herzen trägt und auch die, die das Kind unter Schmerzen auf die Welt bringt, aber ob das automatisch zu mehr Rechten führt, sollte zumindest mal gefragt werden.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 13:41
Zauberwäldchen, nein, der Vater meines ersten Kindes würde damit nicht einverstanden sein, und ich fände es auch etwas skurril, aus jedweder Hinsicht. Dem Kind seinen Namen nehmen, einen neuen geben und dem Vater das unter die Nase zu reiben. Es würde auch rechtlich nicht funktionieren, denn wir haben geteiltes Sorgerecht und somit könnte (und würde) er einer Änderung nicht zustimmen.
Bei der Mutter des Kindes meines Partners und dem Kind selbst, weiß ich es nicht, aber ich an ihrer Stelle würde es auch nicht wollen, aus o.g. Gründen.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
avatar  Luzie***
Status:
schrieb am 23.08.2019 13:45
Aus persönlicher Erfahrung im Familienkreis:

Für mich käme der Nachname des Vaters nicht in Betracht, das Kind sollte, sofern die Elten nicht verheiratet sind, den Namen der Mutter tragen.

Sonst hat das Kind im Falle einer Trennung und ständigem Wohnort bei der Mutter einen anderen Familiennamen als diese und das Geschwisterkind.

Wenn er seinem Kind seinen Namen geben will, würde ich vor Geburt heiraten und selbst einen Doppelnamen wählen, so dass dann für beide (leiblichen) Kinder eine (namentliche) Verbindung zur Mutter besteht.

Schwierig. Gute Entscheidungsfindung.
Luzie


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Maya84
Status:
schrieb am 23.08.2019 13:49
Ich habe geschrieben, wie es für mich ist und dass ich das nicht wollen würde.
Im Falle einer Trennung ist es ja meist so, dass die Kinder bei der Mutter bleiben, so wie dein erstes Kind ja auch bei dir lebt. Ich würde in so einem Fall nicht wollen, dass das Kind dann einen anderen Namen trägt, als du und das erste Kind. Das ist für mich einfach das stärkste Argument.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 13:54
Hi Maya,

Ok. Aber im Falle einer Trennung würden wir uns das ziemlich sicher teilen, ich sehe ja sein Engagement bei seinem ersten Kind. Und auch mein erstes Kind lebt 50/50 in beiden Haushalten. Das Argument nützt mir also nicht 😉


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  henriette
schrieb am 23.08.2019 14:12
gerecht eigentlich nur ibn dem Sinne, dass das ein Name ist, der bis jetzt noch bei keinem Kind zum Einsatz kommen durfte. Also eher so aus Sicht des Namens zwinker. Doppelnamen finde ich im übrigen eigentlich eher doof.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  Bette
schrieb am 23.08.2019 14:14
Ich könnte mir zumindest heute und erst mal nur theoretisch vorstellen, einen doofen Doppelnamen anzunehmen. Dann hätten die Geschwister immer noch verschiedene Nachnamen (was mich wirklich traurig macht hinsichtlich meiner Gefühle, Schlagwort Stigma usw.), aber irgendeiner muss sich hier ja bewegen. Ich würde das allerdings an die Bedingung knüpfen, dass wir vor der Geburt heiraten oder das Kind erst einmal meinen Namen erhält (den kann man bei Heirat innerhalb von 5 Jahren ändern, wenn ich das richtig verstanden habe). Unser Familienname wäre dann Müller, er würde so heißen und auch das neue Kind, mein erstes Kind bliebe Marino, ich würde den fiktiven Doppelnamen Marino-Müller annehmen und hieße dann immerhin so wie beide leiblichen Kinder. Im Falle einer Scheidung könnte ich nur den Doppelnamen behalten oder zu Müller wechseln, der Name Marino wäre für mich für immer futsch, was wahrscheinlich ok ist, wenn BEIDE Kinder so heißen wie ich mit meinem Doppelnamen.
Was ich jedoch glaube, ist, dass es seinem ersten Kind auch überhaupt nicht oder sogar noch weniger gefallen würde, wenn jetzt 3 Personen den Namen Müller, wenn auch als Doppelnamen, trügen. Beide Erstkinder trügen dann eigene Namen, nur meins wäre dann namentlich noch in meinem enthalten.
Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass es wohl etwas absurd ist, das so sehr von seinem Kind abhängig zu machen, das gern fair behandelt werden möchte, aber es dennoch nicht würde. Oder?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.19 14:15 von Bette.


  Re: Qual der Wahl: Nachname und keine Einigung in Sicht traurig
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  henriette
schrieb am 23.08.2019 14:17
ich finde das Argument auch irgendwie doof. Vielleicht wird auch die ganze Namenssache überbewertet, wobei ich es auch überhaupt nicht mag, mit dem Namen meines Mannes angesprochen zu werden, nur weil man automatisch davon ausgeht, dass die Frau ihren Geburtsnamen nicht behält. Aber das ist ja noch ein anderes Thema. Auch nach der Lektüre der anderen Posts bleibe ich bei meinem Vorschlag, wobei wie gesagt, so ziemlich jede Lösung auch was für sich hat. Oder dann wirklich würfeln. Oder: Kind wird ein Junge: Name des Vaters. Kind wird ein Mädchen: Name der Mutter. Oder umgekehrt. Muss man natürlich festlegen, bevor! das Geschlecht bekannt ist. Doch, das kann, falls noch möglich, auch eine charmante Lösung sein, die man auch später allen gut erklären kann.




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