Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network   Mädchen oder Junge: Methoden zur Wahl des Geschlechtsneues Thema
   Rötelnimpfung und Kinderwunsch: Was muss man beachten?
   Sport und Kinderwunsch: Passt das zusammen?

  Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  ratlos579
schrieb am 11.07.2019 08:43
Guten Morgen,

ich bin gerade so froh, dieses Forum zu kennen und hoffe, ihr könnt mir helfen.

Nach der Trennung von meinem (Ex)-(Mann) (die Scheidung ist immer noch nicht durch, ein Trauerspiel) habe ich einen neuen Partner gefunden. Die Kinder haben ihn gut angenommen, sie waren zu diesem Zeitpunkt 3 und 5, jetzt 5 und 7. Schon recht bald hatte er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, mit den Kindern zu ihm zu ziehen. Ich wollte erst einmal eine Art "Probedurchlauf" und habe ihm angeboten, erst mal bei uns zu leben, was auch gut funktioniert hat. Daraufhin haben wir begonnen, sein Haus zu sanieren und umzubauen, seit Kurzem leben wir nun gemeinsam dort. Und gestern hat er mir relativ unvermittelt gestanden, dass er die Kinder aktuell kaum ertrage. Er sehe in ihnen immer meinen Ex, mit dem er nicht auskommt, und könne an die Decke gehen.

Zugegeben, der Große zeigt wirklich recht deutlich Züge seines Vaters, aber das ist ja auch normal. Aber es sind liebe Kinder, von der Sorte wo andere Mütter fragen ob ich nicht mit den ihrigen tauschen möchte. Sie möchten gefallen, möchten gemocht werden, möchten brav sein. Ich bin jetzt einfach total überfordert mit der Situation - was kann und sollte ich tun? Es hat mich richtig in Schockstarre versetzt, das zu hören, obwohl ich selbst bereits bemerkt hatte, dass es in letzter Zeit immer schwieriger wurde. Mein Partner geht den Kindern oft aus dem Weg, was aufgrund der vielen Dinge, die am Haus noch zu machen sind, auch recht leicht ist. Aber er ist auch sehr streng und ungeduldig geworden, auch bei Kleinigkeiten, wo ich mir denke, dass man einfach nicht alles maßregeln kann und sollte. Unter dem Essen zur Toilette müssen - ein Drama (=nicht vorher nachgedacht. Könne man doch erwarten). Etwas fallen lassen, das mein Partner bezahlt hat - ein Drama (=undankbar). Nicht sofort alles stehen und liegen lassen, um aufzuspringen und Zähne zu putzen wenn er es sagt - ein Drama (=hören nicht). Manchmal ist es sogar ein Drama, wenn Tischgespräche geführt werden, was ich aber als angenehm empfinde, ich finde es schrecklich wenn am Tisch Totenstille herrscht und jeder nur betreten auf seinen Teller starrt und dem Gekaue der restlichen Familienmitglieder lauscht. Es geht ihm einfach alles auf den Keks.

Leider ist er nicht so der große Reder, diese Aussage blieb daher auch eher unbearbeitet im Raum stehen da er der Meinung war, nun sei es ja ausgesprochen und man solle abwarten. Fühlt sich suuuuuuper und total aussichtsreich an. Familienberatung etc. lehnt er ohnehin kategorisch ab. So und nun stehe ich ratlos da. Allerdings bin ich auch jemand, der Probleme immer sofort angehen möchte und sicherlich oft in einem Gedankenkarussell landet, in welchem manche Dinge dann oft viel schlimmer wirken und werden, als sie eigentlich sind. Daher frage ich mich - ist Zeit vergehen lassen vielleicht doch aussichtsreich? Dramatisiere ich? Ist es okay, sowas in den Raum zu werfen und was kann ich mit dieser Aussage anfangen? Wie verhalte ich mich richtig? Ich habe ja schon im Laufe der angesprochenen Zeit stetig den Eindruck gewonnen, dass ich es nur falsch machen kann. Halte ich zu ihm, obwohl ich im Grunde nicht seiner Meinung bin, fühle ich mich unfair den Kindern gegenüber. Nehme ich die Kinder in Schutz, fühlt er sich von mir ausgebootet und in den Rücken gefallen.

Es wäre so schön, wenn wir aus der Misere irgendwie gemeinsam wieder gut rauskommen...


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  Impala-34
Status:
schrieb am 11.07.2019 11:37
Hi,

wenn ich das so lese tun mir Deine Kinder sehr, sehr leid.
Deine Kinder sind da und sie haben nunmal einen anderen Vater, sie sind Deine Kinder und sie werden niemals anders sein. Was sollen sie tun? Verschwinden?
Du kannst das so nicht stehen lassen. Stell Dich hinter Deine Kinder und zwar unbedingt! Es darf nicht der geringste Zweifel herrschen, weder für Dich noch für Deinen neuen Partner, dass Deine Kinder an erster Stelle stehen. Sie sind klein und auf Dich und Deine unbedingte Liebe angewiesen.
Euch gibt es nur zusammen! Sie sind ein Teil von Dir und wenn er das nicht akzeptieren kann und den Kindern zumindest neutral gegenüberstehen kann, sorry dass wäre für mich ein Grund ihn zu verlassen.
Er ist erwachsen, sie nicht. Und was glaubt Du wie das wird, wenn sie größer werden und in die Pubertät kommen? Meinst du das wird dann leichter. Nein, das wird immer schwerer werden.
Oder Ihr bekommt noch ein oder mehr gemeinsame Kinder, sind dann Deine Kinder, Kinder zweiter Klasse oder was?
Für das Verhalten Deines Partners habe ich wirklich kein Verständnis. Wenn er die Kinder nicht so akzeptiert wie sie sind, dann lehnt er auch Dich ab.
Natürlich ist es okay z.B. zu sagen, dass man mit manchen Verhaltensweisen der Kinder nicht zurecht kommt, oder auch daran zu knabbern hat, dass das Kind dem Vater so ähnlich ist etc. Aber so wie er das gemacht hat und dann noch jede Hilfe ablehnen, das geht nicht.
Was bitte soll durch Zeitablauf besser werden? Die Kinder werden größer, sie werden sich entwickeln, Eigenheiten werden entstehen, die deinem Partner weitere Munition geben.
Es ist Deine Aufgabe (im Übrigen auch wenn er der leibliche Vater wäre) die Kinder vor ihm in Schutz zu nehmen, wenn sie hierzu keinen Anlass gegeben haben, sondern einfach nur da sind.
Dafür sind Eltern da! wenn er sich da "augebootet" fühlt, sorry, dann ist das sein Problem als Erwachsener. Es geht hier ja nicht darum, dass Du Deinen Kindern den Rücken stärkst, wenn sie (sinnvolle) Regeln nicht einhalten, sondern dass Du deutlich machst, wenn er zu weit geht.
Das ist übrigens bei uns (gegenseitig) auch in einer intakten Familie so. Natürlich sage ich meinen Mann, wenn er unseren Sohn z.B. für ein Verhalten zurechtweist was ich aber für völlig normal halte und umgekehrt natürlich auch. Allerdings lieben wir beide unseren Sohn gleichermaßen und stehen nicht in einem Konkurrenzverhältnis. Mein Mann setzt voraus, dass unser Sohn an erster Stelle kommt, Er ist klein und noch nicht in der Lage seine Bedürfnisse allein zu erfüllen. Das heißt jetzt nicht, dass unser Sohn natürlich auch lernen muss unsere Bedürfnisse (z.B. man auszusprechen, ohne dass er reinplappert smile) zu respektieren.

VG

Impala


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  ratlos579
schrieb am 11.07.2019 12:30
Ich sehe das auch so. Nur denke ich bringt ein einfaches "komm mal klar" keine Besserung. Ein wesentlicher Faktor ist, dass er wenig Empathievermögen besitzt und die Selbstregulation irgendwie auch nicht immer so richtig greift, anders kann ich mir nicht erklären wie man sowas raushauen kann. Es dürfte ja eigentlich logisch sein, dass eine solche Aussage alleine überhaupt nichts bringt, also muss es entweder eine Art Hilferuf sein, dass er sich selbst nicht mehr zu helfen weiß (durchaus möglich, er hat ein gutes Herz und möchte alles richtig/es jedem recht machen) oder aber es genügt ihm vollauf, das einfach mal ausgesprochen zu haben, egal was es bei den anderen Beteiligten bewirkt, was enorm mies wäre. Ich möchte ihn damit auch nicht alleine lassen, daher die Frage, was ich tun kann. Aber prinzipiell bin ich auch der Meinung, dass ers übertreibt und es so nicht geht.

Wir haben bspw. eine Katze. Und egal was die Kinder machen, er wertet es immer als Schikane (zb Männchen machen lassen indem man das Leckerli etwas höher hält... mache ich auch, bzw.). Dabei sucht die Katze selbst die Nähe der Kinder und will spielen. Zur Katze ist er freundlicher als zu den Kindern. Manchmal fürchte ich, dass er meinen ex in ihnen sieht ist nur vorgeschoben und er mag sie einfach nicht, weil sie seine Freiheit einschränken und es nicht seine Kinder sind.


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  Impala-34
Status:
schrieb am 11.07.2019 12:55
Zitat
ratlos579
Ich sehe das auch so. Nur denke ich bringt ein einfaches "komm mal klar" keine Besserung. Ein wesentlicher Faktor ist, dass er wenig Empathievermögen besitzt und die Selbstregulation irgendwie auch nicht immer so richtig greift, anders kann ich mir nicht erklären wie man sowas raushauen kann. .

Nein, ein einfaches: "Komm mal klar" wird sicher nicht helfen. Aber wenn er wirklich ein Herzeneguter Mensch ist, dann müsste ihm klar gemacht werden, dass es so nicht geht und Du ihn (mit den Kindern) verlässt, wenn er nicht mit professioneller Hilfe an sich arbeitet.

Zitat
ratlos579
Ich möchte ihn damit auch nicht alleine lassen, daher die Frage, was ich tun kann. Aber prinzipiell bin ich auch der Meinung, dass ers übertreibt und es so nicht geht. .

Zieh Dir den Schuh nicht an, Du kannst da gar nicht viel tun, außer konsequent für Deine Kinder Flagge zeigen und deutlich machen, dass er etwas an sich ändern muss und es so nicht geht. Du kannst ihm versichern, dass Du ihn liebst, aber gleichzeitig klarstellen, dass Du es nicht zulassen wirst, dass er von Dir verlangt sich zwischen Dir und Deinen Kindern zu entscheiden. Wenn er damit nicht leben kann, dass Deine Kinder, die nichts getan haben außer eben Kinder zu sein, für Dich an erster Stelle stehen, dann könnte ich mit einem solchen Mann nicht leben.


Zitat
ratlos579
Manchmal fürchte ich, dass er meinen ex in ihnen sieht ist nur vorgeschoben und er mag sie einfach nicht, weil sie seine Freiheit einschränken und es nicht seine Kinder sind.

Das kann sehr gut sein und es kann auch sein, dass es überhaupt keine Rolle spielt, dass es nicht seine Kinder sind, sondern dass er das eingeschränkt sein, das gebunden sein, die Anstrengung die nun mal mit dem Elternsein verbunden ist, nicht haben will. Das hören wir hier im Forum doch auch durchaus oft von leiblichen Vätern. Aber spielt das eine Rolle? Es ist doch völlig egal, warum er sich so gegenüber Deinen kindern verhält.
Und auch da gilt für mich: Irgendwo ist eine Grenze, wenn meine Kinder sich noch nicht mal am Abendbrottisch lustig unterhalten dürfen, würde ich so nicht leben wollen.


  Werbung
  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  isolde35
Status:
schrieb am 11.07.2019 19:01
Das Zusammenleben mit Kindern ist anstrengend, wenn man vorher lange Zeit allein gelebt hat und selbst keine eigenen Kinder hat. Daran muss man sich erst gewöhnen und ich kann mir vorstellen, dass es schwer fällt, sich in Kinder und ihr Verhalten hineinzuversetzen, wenn man das nicht von Anfang an mitgelebt hat. Vielleicht hat dein Partner falsche Vorstellungen davon, was man von Kindern in dem Alter "erwarten" kann und was nicht. Von daher kann ich durchaus verstehen, dass dein Partner genervt ist.

Aber gerade weil dein Partner da offensichtlich wenig Einfühlungsvermögen besitzt (was ich erstmal ganz wertneutral sehen würde, ich konnte mich auch schwer in die Lage meiner Freundinnen mit Kindern versetzen, bevor ich selbst Mutter war), ist es besonders wichtig, dass du als ihre Mutter zu 100 % hinter den Kindern stehst, eine andere Position kann es für dich meiner Meinung nach gar nicht geben. Die Kinder haben ja schon eine Trennung hinter sich und müssen jetzt mit einem Mann in einem Haus leben, der sie nicht wirklich versteht und sie jetzt sogar ablehnt. Das ist bestimmt schwer für sie. Von daher würde ich von deinem Partner verlangen, dass er sich bemüht, Verständnis für die Kinder zu entwickeln und mit dir über die Dinge zu sprechen, die ihn stören. Wenn ihm das nicht gelingt oder er das verweigert, würde ich meine Sachen packen, die Kinder nehmen und ausziehen, da gäbe es für mich keine Alternative.

isolde


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 11.07.2019 21:13
Hallo,

das klingt nicht gut, bedauerlicherweise. Dieses Konfliktpotential wird ja vermutlich nicht kleiner werden, je älter und selbstbewusster die Kinder sind.
Hat er schon mal eine längere Partnerschaft gehabt, mit Jemanden zus.gelebt, Kompromisse schließen müssen? Seine Erwartungen an diese Kinder klingen auch so, als würde er den Umgang mit Kindern nicht gewohnt sein.
Ich kann verstehen, dass man nicht nur Mutter, sondern auch Freundin/Partnerin sein möchte, aber irgendwie würden für mich die Kinder, zumal in dem Alter, ganz klar im Vordergrund stehen, hinter die ich meine Bedürfnisse nach einer Partnerschaft stellen würde. Ich finde 2 Jahre auch noch nicht so lang, als dass man zusammen zieht. Den Vater, den es ja noch gibt? und der sich kümmert, präsent ist? wird er vermutlich nie ersetzen können und somit geht das Konzept der zus.lebenden Familie (Eltern, Kinder) auch nicht auf..
Ich würde da wohl nicht lange warten, so schmerzlich das ist. ich würde auch mal die Kinder vorsichtig befragen, was sie denn lieber wollen. Hattest Du/Ihr das im Vorfeld gemacht? Ich finde es besser, nach einer Trennung erst einmal die Kinder im neuen Leben ankommen zu lassen, zu dritt zu leben, ohne, dass sie sich zeitnah an einen neuen Partner gewöhnen müssen.
Binnen 2 Jahren haben sie Trennung, neuer Partner und Umzug zu diesem zu bewältigen, nicht zu vergessen vermutlich Schulbeginn des einen Kindes. Das halte ich für eine ziemlich große Anpassungsleistung.
Sollte der LP da für sich keine Möglichkeit sehen, dass er akzeptiert, und zwar radikal, dass es vor ihm eben einen anderen Partner gab und die Kinder einen biologischen Vater haben, kann das nicht gut werden.

Schwierig, alles Gute!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.19 21:31 von berlink.


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  Solani2
schrieb am 12.07.2019 09:27
ratlos,

es hört sich für mich so an, als hätte dein Partner keine großartigen Erfahrungen mit Kindern und als hätte er sich das einfacher vorgestellt. Die Frage ist ja, ob er die Vaterrolle übernehmen will oder nicht. Meine Schwester hatte ein paar Jahre einen Partner, der das nicht wollte (und sie auch nicht, der Vater war präsent, der Großvater noch mehr und der Partner hatte z.T. altmodische Vorstellungen). Das hat überraschend gut geklappt. Erziehung, Anziehen, Zähneputzen etc. hat natürlich alles meine Schwester gemacht und der Partner hat sich eben nicht eingemischt und hatte ein rein freundschaftliches Verhältnis zum Sohn meiner Schwester. Er hat ihm aber z.B. Fahrradfahren und Skifahren beigebracht, weil ihm das Spaß gemacht hat. Anfangs dachte er (ich habe Mal mit ihm darüber gesprochen), er müsse der überforderten Alleinerzieherin "helfen", bis er nach einem Gespräch eben draufgekommen ist, dass sie gar nicht überfordert ist und das auch besser kann als er. Die Trennung später hatte andere Gründe, die Männer verstehen sich immer noch gut.
Was ich sagen will - ihr müsst nicht Familie spielen, wenn das für euch nicht passt. Wenn es dir so mit dem Partner gut geht, dann muss er die Vaterrolle nicht übernehmen, dann muss er sich aber auch bei vielen Dingen raushalten.

Viel Glück!


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  pmami
schrieb am 12.07.2019 09:58
Natürlich ist es eine schwierige Umstellungsphase für jemanden, der bislang vollständig alleine gelebt hat plötzlich Teil einer kompletten Familie zu sein. Die Frage ist aus meiner Sicht aber nicht, ob Dein Partner sich umstellen kann sondern ob er es will. Und das bedeutet, dass er die Bereitschaft haben muss, sein Herz für Deine Kinder zu öffnen und sie in seinem Leben willkommen zu heißen. Natürlich kann es nicht sein, dass Deine Kinder bedrückt am Tisch sitzen und schweigend im Essen stochern. Es kann aber auch nicht sein, dass Dein Partner am Tisch sitzt und sich unwohl fühlt. Auch das würden deine Kinder spüren - und Du natürlich auch.

Deine Kinder haben einen Vater. Dein Partner muss nicht der Ersatz-Vater sein und soll es auch nicht. Aber er muss mit Kindern leben wollen. Und zwar im Sinne von "Das ist mein Traum" und nicht im Sinne von "Ich nehme das jetzt zähneknirschend in Kauf, weil ich die Frau ganz gut finde."

Natürlich ist es äußerst unglücklich, dass Euch beiden dies alles erst klar geworden ist, nachdem Du Deine Wohnung aufgegeben hast und Ihr beide Zeit und Geld in einen Hausumbau gesteckt hast. Aber da hilft einfach nichts. Dein Partner hat sich im Grunde bereits klar geäußert, wie seine Einstellung zu Deinen Kindern ist. Aus meiner Sicht muss entweder eine entscheidende und tiefgreifende Änderung in seiner Einstellung her - und das dann gerne auch mit fachlicher Hilfe - oder Ihr müsst Euch trennen.

Viele Grüße pmami


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  Solani2
schrieb am 12.07.2019 11:51
@pmami
Ich glaube nicht, dass das jetzt sein Traum sein muss. Das wäre etwas viel erwartet, finde ich. Ich glaube, dass sich viele leibliche Eltern auch öfter mal feststellen müssen, dass sie sich das so jetzt nicht erträumt hätten. Es ist ok und muss nicht das Ende sein, wenn er sich das ganz anders vorgestellt hat. Gut ist ja schonmal, dass er kommuniziert, dass er Schwierigkeiten mit der Situation hat. Auch die bravsten Kinder können extrem anstrengend und fordernd sein, besonders wenn man nicht die Jahre Zeit hatte, sich an sie zu gewöhnen. Wenn er dann rausgeht und am Haus was macht, dann ist das ja gut. Besser als er würde bleiben und die Nerven wegschmeißen. Sogar ich sage hin und wieder zu meinem Mann, der wirklich extrem geduldig ist, er soll trainieren oder Zeitung lesen gehen, wenn ich merke, dass es ihm zuviel wird und er mal durchatmen muss. Er braucht das mehr als ich, dafür ist er, wenn er da ist, wirklich voll da. Es kann auch das Arbeitszimmer sein, wo Kinder eben keinen Zutritt haben.
Was ich sagen will - als Partner muss er nicht der perfekte Vaterersatz sein und er sollte wissen, dass er das nicht sein muss und auch, dass das nicht von ihm erwartet wird. Weil wenn er glaubt, er müsse das alles leisten und merkt, dass er das überhaupt nicht kann ... dadurch kommt Frust und Unzufriedenheit. Um darüber zu sprechen braucht man, meiner Meinung nach, auch nicht unbedingt eine Familienberatung. Man sollte nur klar kommunizieren, was jeder in der Patchwork-Konstellation leisten kann und will. Wenn man sich da einig wird, dann kann man weiter zusammenleben, sonst wird es sicher sehr schwierig.
Aber ratlos, wenn dir so eine Form des Zusammenlebens nicht reichen würde, dann passt es natürlich auch nicht. Es muss ja für beide Seiten passen und die Kinder dürfen natürlich nicht auf der Strecke bleiben.
Ich würde übrigens den Faktor Umbau/Renovierung auch nicht unterschätzen. Das hat schon die harmonischsten Familien in eine Krise gestürzt...


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  pmami
schrieb am 12.07.2019 12:04
Solani,

ich gebe Dir recht, dass ich mir mein Leben als Mutter ganz anders vorgestellt und erträumt habe, als es sich in Wirklichkeit darstellt. Keine Frage. Aber es war immer mein Traum mit Kindern zu leben und das ist es auch immer noch und auch wenn die Realität vielleicht härter ist und nicht so ganz rosenrot, wie mein Traum, mache ich keine Abstriche im Sinne von "Ich wünschte ich hätte kein Kind".

Wenn man jedoch in der harten Realität eines Lebens ankommt, dass man nie gewollt, sich nie gewünscht und nie erträumt hat, ist das, finde ich, etwas völlig anderes. Deshalb bleibe ich dabei, dass die alles entscheidende Frage ist, ob er mit Kindern leben will. Und nicht, ob er Kinder zähneknirschend ertragen kann.

Viele Grüße pmami


  Re: Patchwork-Tiefpunkt - was kann ich tun?
no avatar
  himbeere
schrieb am 12.07.2019 22:14
Zitat
pmami
Natürlich ist es eine schwierige Umstellungsphase für jemanden, der bislang vollständig alleine gelebt hat plötzlich Teil einer kompletten Familie zu sein. Die Frage ist aus meiner Sicht aber nicht, ob Dein Partner sich umstellen kann sondern ob er es will.
Viele Grüße pmami

Das halte ich auch für entscheidend. Ob er es wirklich will. Denn dann geht man auch mal gemeinsam durch Krisen hindurch und bemüht sich, Verständnis für die jeweils andere Seite zu entwickeln.

Ich kann nur aus meiner Familie berichten: Mein Bruder hat sich auch in eine Frau mit einem damals 5-jährigen Sohn verliebt. Für mich war sofort klar, die Frau ist die Frau seines Lebens und eigentlich wünscht sich mein Bruder eine Familie. Dennoch hat ihn der Sohn - kein Wunder, nach Jahren des absoluten Single-Lebens - anfangs oft super genervt. Dann wurde der Kleine auch noch mit meinem Sohn, Patenkind meines Bruders, verglichen - mein Sohn sei ja viel ruhiger gewesen in dem Alter, nicht so nervig und zappelig usw. Das war für alle Beteiligten oft schwierig. Aber: mein Bruder hat oft mit mir telefoniert und sich durchaus von mir etwas sagen lassen. Wie oft habe ich ihm das Verhalten des Kindes erklärt und für Verständnis geworben, bei x verschiedenen Themen - allein einschlafen, durchschlafen, am Tisch still sitzen usw.

Wie auch immer - irgendwie haben sie sich immer wieder zusammengerauft, inzwischen sind sie zu viert und mein Bruder ist ein richtig toller Papa geworden, für beide Kinder. In den Sommerferien geht er jetzt allein mit dem Großen zelten, die beiden sind ein gutes Team und unternehmen viel auch zu zweit, damit die Mama Zeit für das Baby und ihren Job hat.

Deshalb ist für mich auch die entscheidende Frage: Will dein Partner ein Leben als Familie? Dann lässt er sich auch was sagen und denkt drüber nach. Und dann kann Zeit geben helfen. Aber nur dann.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2019