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  Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Anonymous86
schrieb am 25.06.2019 07:18
Guten Morgen,

ich bitte euch um eure Tipps und Erfahrungen zu folgendem Thema: Mein Leben und meine Kinder brutzeln mein Gehirn. Ich kann oft keinen klaren Gedanken mehr fassen, geschweige denn behalten.

Ständig kommt aus jedem Eck "MAMA!" "MAAMAAAA!", jeder will was von mir, das Telefon klingelt, alles muss ich 5x sagen, zugehört wird trotzdem nicht und wenn ich mit irgendwem rede, einfach dazwischen gebrüllt. Mein Gehirn läuft manchmal richtig heiß davon, ich merke richtig wie es kokelt und würde gerne ausrasten. Geht natürlich nicht und meistens lässt sich alles nach einmal tief durchatmen in Ruhe klären, ABER ich vergesse trotzdem Dinge. Wichtige Dinge. Das wäre mir früher niemals passiert. Auf Arbeit klappts noch ganz gut, das ist wie Erholung. Dann komme ich entspannt dort raus und sobald ich das erste Kind eingesammelt habe, gehts wieder los, die Dauerbeschallung (ich habe aber auch wirklich extrem viel quasselnde Kinder, ohne Punkt und Komma, ohne Pause, es wird alles minimum 3x erzählt und ich muss auch 3x was dazu sagen, darf mich dabei aber natürlich nicht wiederholen :D), das ewige MAMAAAA vor jedem Satz. Ich verstehe einfach nicht, dass trotz permanenter und konsequenter Durchsetzung von "wenn du mit mir reden möchtest komm zu mir, hör auf durch das ganze Haus zu schreien" und "warte, bis xyz ausgesprochen hat" das nicht endlich mal sitzt. Ich versuche wirklich, ihnen Aufmerksamkeit zu geben, aber selbst wenn ich z.B. mal ein wichtiges Telefonat führen muss und dafür eine halbe Stunde davor schon mit ihnen gespielt habe, um mir dann die 5 Min freizukämpfen - nach einer halben Minute steht wieder wer im Zimmer und quatscht einfach drein, obwohl ich gerade ein Amt am Telefon habe. Und nein, sie sind nicht mehr mini, sondern Schulkind- und fortgeschrittenes Kindergartenalter.

Das sind bestimmt alles Phasen, aber dass mein Gehirn gegrillt wird ist nun einfach schon so seit Jahren. Und das ist besonders ärgerlich weil ich immer als Superhirn bezeichnet worden bin, ein richtiges Organisationstalent, ich konnte jede Telefonnummer auswendig, die Lottozahlen von vor 3 Wochen ebenso obwohl völlig uninteressant. Und jetzt vergesse ich beinahe, dass irgendwelche Events in Schule und Kindergarten sind, für die ich besondere Dinge mitgeben oder Vorbereitungen treffen muss. Ich schaffe auch bei Weitem nicht, was ich mir vorgenommen habe, alles muss 5x verschoben werden weil ich nur den "Mama kann ich, Mama dürfen wir, Mama ich möchte, Mama kannst du bitte, aber Mama, du hast doch gesagt..." hinterherhechte. Gestern wären bspw. Bilder aufhängen und ein Regal aufräumen auf meiner ToDo-Liste gestanden - beides nicht geschafft.

Und wenn ich dann mal bestimmt versuche, mir Freiraum zu schaufeln, nur ein paar Minuten, und das auch so kommuniziere, wird es trotzdem missachtet, dann motze ich und sehe betretene Kindergesichter, gefolgt von "wenn du mich schimpfst, glaube ich, du hast mich garnicht mehr lieb". Danke. Da fühle ich mich doch gleich wieder frisch und munter, um weiterzumachen.

Was kann ich tun?


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Poldi91
schrieb am 25.06.2019 09:17
Was mir als erstes beim Lesen einfiel: kennen deine Kinder ein Nein?! Kennen sie den Satz: Jetzt nicht, du musst kurz warten bis ich fertig bin? Oder: Mama hat jetzt kurz Pause, du muss jetzt warten?

Für mich ließt es sich so, als wenn du versuchst, deinen Kindern alles recht zu machen und immer sofort springst, wenn eines deiner Kinder etwas will.

Ich habe eine Freundin, deren Kinder in dem gleichen Alter deiner sind. Und sie sind auch sehr redefreudig. Und wenn ich dort bin, wird denen auch innerhalb von Sekunden jeder Wunsch erfüllt, alles wird sofort umgesetzt. Meine Freundin ist nur am Springen. Wenn ich da weg bin, bin ich such ganz matschig im Kopf. Da wird einem ja schwindelig.

Ich finde es wichtig, dass man als Mama nicht zu kurz kommt, auch mal ein Anrecht auf seine Pausen hat. Und Kinder müssen lernen, dass nicht immer alles erfüllt und vor allem sofort umgesetzt wird. Man tut ihnen ja keinen Gefallen damit.

Wie selbstständig sind deine Kinder? Räumst du ihnen alles hinterher? Entscheiden Sie selber, was angezogen wird? Oder lassen sie sich alles hinterher tragen?

Vielleicht ist dem ja beineuch auch gar nicht so. Aber das fiel mir als erstes beim Lesen ein. Auf jeden Fall hört sich das sehr anstrengend an.


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Anonymous86
schrieb am 25.06.2019 10:39
Hallo Poldi, Nein kennen Sie. Aber ich habe zunehmend das Gefühl dass ich es vielleicht zu oft sage und sie es deshalb ignorieren. Irgendwann sage ich es dann laut und das wird bereits als schimpfen aufgefasst. Aber ein normales Nein, besonders solche mit Erklärung ("Ich muss das hier erst noch machen") wird einfach übergangen.

Beispiel: ich räume den Geschirrspüler ein. Die Kinder kommen, ob ich ihnen vorlesen kann. Ich sage, ich muss erst noch schnell fertig einräumen. Eine Minute später: "dürfen wir Fernsehen?" Nein, ich bin doch eh gleich fertig, dann wollten wir doch lesen. Ach, ja. Okay. "Mama, ich hab Durst!" Spätestens hier frage ich mich warum mir das mitgeteilt wird, Gläser, Tassen, Flaschen und Wasserhahn sind zur Selbstbedienung täglich an der gleichen Stelle. Wieder eine Minute später "Mama, kannst du uns jetzt vorlesen?" - ich werde überrannt.

Ich lege viel Wert auf Selbständigkeit und bin keine Spring-Mama. Umso weniger versteh ich es ja...


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Solani2
Status:
schrieb am 25.06.2019 12:20
Hmmm, du darfst dich nicht von deinen Kindern verrückt machen lassen! Ich würde mir an deiner Stelle ein paar Sanduhren (keine Ahnung, 2 min, 5 min, 10 min) zulegen und mich Omega 3 reich ernähren, ist gut fürs Gehirn.
Wenn die Kinder was wollen und du grad nicht kannst oder willst, wie gewohnt erklären und eine Abmachung treffen (vielleicht sogar auf eine Tafel aufschreiben/malen, was genau geplant ist), dann eine der Sanduhren aufstellen und sagen, dass sie dich nicht ansprechen sollen, solange die Sanduhr nicht durchgelaufen ist. Wenn sie es trotzdem machen, sagst du nichts und zeigst auf die Sanduhr. Fertig. Bei euch muss einfach etwas mehr Struktur rein glaube ich.


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  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  **m**
schrieb am 25.06.2019 12:57
Das kenne ich, mein Sohn ist in der 1. Klasse und auch so. Wir versuchen auch, dass er möglichst viel selbst entscheidet aber auch mithilfe... nützt nix.

Ich sage dann meistens, dass für 15 Minuten Mamapause ist und ich so lange xyz mache. Kommt er vorher mit Wünschen, erinnere ich daran, dass wir eine Pause vereinbart haben. Das klappt aber nicht immer, allerdings immer besser. Nach der Pause gehe ich zu ihm und sage, dass ich wieder frei bin. So sieht er, dass auch ich mich an unsere Vereinbarung halte. Wenn es richtig gut läuft, braucht er mich nicht mehr, weil das Problem schon gelöst ist.

Um den Kopf zu entlasten: Liste machen, aufhängen u abhaken. Vielleicht bekommst du deine Kids so auch zur Mitarbeit, wenn sie dir was abhaken können, hast du ja auch mehr Zeit. Und du könntest "heute Mamazeit: 20 Minuten Sofa" oder so auch draufschreiben und es für die Kinder so auch optisch sichtbar machen. Für Nichtleser das Kind ein Bild zur Mamapause malen lassen oder selbst gestalten. Ich denke, wir müssen ihnen zeigen, dass eine ungestresste Mama für alle das Beste istsmile


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Hamamelis71*
schrieb am 25.06.2019 16:34
Ich glaube, dass das alles ziemlich normal ist, besonders wenn es 3 Kinder in dem Alter sind.

Mein Sohn (11) ist Einzelkind, gestern Nachmittag war ein Freund da. Ich habe mich kurz ausgeruht und dann Schränke aufgeräumt. Letzte Woche habe ich auf die Kinder einer Freundin aufgepasst, da habe ich es wenigstens geschafft den Müll rauszubringen...

ich schreibe mir alle wichtigen Termine und Besorgungen auf eine Liste - alles andere auf eine andere ToDo-Liste mit Sachen, die ich irgendwann mal erledigen möchte. Man verzettelt sich sonst.

Bei 3 Kindern geht es ja auch um Aufmerksamkeit, da muss Kind 1 reden, wenn gerade Kind 2 nicht redet usw.

Schon früh habe ich mich mittags kurz hingelegt und dabei war klar, dass ich nicht gestört werden möchte - nur bei Lebensgefahr. Und mein Sohn und seine Freunde haben sich daran gehalten.

Meinem Sohn habe ich immer wieder gesagt, dass ich jetzt mal eine kleine Pause brauche, um danach wieder fit zu sein. Das hat er akzeptiert. Allerdings ist er selber sehr ruhebedürftig und kann sich gut allein beschäftigen und hat hier niemanden zum Streiten. Also nicht unbedingt vergleichbar.

An Deiner Stelle würde ich nur die wirklich wichtigen Dinge erledigen, alles andere muss dann halt warten. Und ich würde den Kindern immer wieder sagen, dass Du jetzt eine Pause oder kurz Ruhe brauchst. Welche Konsequenzen gibt es denn für Deine Kinder, wenn sie Dich bei einem wichtigen Telefonat stören? Könntest Du notfalls die Tür abschließen???

Ansonsten hilft nur noch ein paar Jahre abwarten, dann sind die Kinder vielleicht nicht mehr so Mama fixiert...


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  pmami
schrieb am 27.06.2019 11:14
Liebe TE,

kennst Du Achtsamkeitsübungen? Das sind Entspannungsübungen oder kleine Meditationen, aber keine Sorge nichts esoterisches. Ich habe das in meiner Reha gelernt und mache täglich zehn Minuten eine Achtsamkeitsübung. Die kann man überall machen, auch im Sitzen (also selbst beim Bahnfahren oder im Büro) und sie dauern wirklich nur zehn Minuten. Der Nutzen ist, dass Du deutlich entspannter bist. Dein Hirn kocht eben nicht mehr über, egal wie viele Kinder Durst haben oder Fernsehen gucken wollen.

Du kannst auf YouTube Videos mit Anleitungen zu Achtsamkeitsübungen finden, z.B. unter den Stichworten Body Scan, Atemübung oder PMR. Alexa hat auch etwas im Angebot. Das nennt sich smart relax. Und für das Handy gibt es auch Apps, die allerdings teils kostenpflichtig sind. Achte aber darauf, dass die Übungen wirklich nur zehn Minuten dauern. Alles andere ist zu umständlich, aber zehn Minuten bekommt man immer in den Alltag eingebaut, egal wie hektisch es ist.

Viele Grüße pmami


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  LittleDancer
schrieb am 27.06.2019 19:11
Liebe Anonymus,

Ich kenne das, es ist hier genau das Gleiche. Und ich bin auch definitiv keine Springmama. Wenn sie sagen sie haben Durst ist meine Antwort "dann nimm dir doch was zu trinken". Machen sie dann auch, vorher sagen sie es mir trotzdem. Mein Sohn ist Autist. Ich dachte immer es liegt da dran, er hat sich einfach angewöhnt manche Dinge zu fragen und zutexten gehört ja zum Asperger dazu. Aber meine Tochter ist genauso. Auch das von dir beschriebene schreien durchs ganze Haus....... grauenvoll! Ganz beliebt ist es auch wenn wir gerade zur Tür rein kommen, ich bin noch mit Jacken und Schuhen an, beide gleichzeitig "Mama, kann ich" Mama machst du". Mein Standart Spruch: erstmal kommen wir jetzt zur Tür rein und ziehen uns mal aus. Trotzdem ist es immer wieder das Gleiche.
Mehr als so,idarische Grüsse kann ich dir leider nicht da lassen.
Ich hoffe dass es einfach irgendwann von selber aufhört...... die Hoffnung stirbt zu letzt!

Liebe Grüsse


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.06.19 19:12 von LittleDancer.


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
avatar  silwer
schrieb am 09.07.2019 19:55
Ich hoffe ja immer auf Besserung. Aber auch mit 10 und 12 können meine Söhne da noch sehr gut. Ich könnte immer ausflippen wenn ich gerade aud dem Klo bin "MAMA", also wirklich gerade 1 Sekunde sitze oder so, nicht stundenlang im Bad verschwinde.
Oder grundsätzlich wenn ich telefoniere.
Mittlerweile sind sie alt genug und bekommen auch das eine oder andere mal zu hören das sie nerven. Echt mal, es muss doch irgendwann wieder möglich sein in Ruhe alleine aufs Klo zu gehen.

Und wenn ich diese Dauerbeschallung habe dann vergesse ich auch mal was. Ich hab manchmal das Gefühl mein Gehirn schaltet dann einfach ab, quasie gar nicht mehr richtig registrieren was da auf es einrieselt. Und da geht dann auch mal wa verschütt was eigentlich nicht sollte.


  Re: Das Leben brutzelt mein Gehirn - bitte um Tipps
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  Viefra
Status:
schrieb am 18.07.2019 13:40
Hallo,

Wie viele kinder hast Du denn zu betreuen? In welchem Alter sind sie genau?

Bei uns hilft meistens Folgendes ganz gut:

Kind: "Maaaama, kannst Du mir ...?"
Ich: " Ich möchte noch die Spülmaschine einräumen und die Küche aufräumen, dann mache ich das"

Zwei Minuten später:
Kind: "Maaaama, kannst Du mir jetzt ...?"
Ich: "Was habe ich Dir gerade gesagt, wann ich das mache?"
Kind:"Wenn Du die Küche ferig hast"
Ich, noch im Küchenchaos stehend: "Und, bin ich schon fertig mit der Küche?"
Kind:"Nein"
Ich:"Also musst Du noch warten"

Weitere zwei Minuten später:
Kind: "Maaaama, kannst Du mir jetzt endlich...?"
Ich, sehr deutlich:" Ich habe es Dir jetzt schon zweimal erklärt. Du musst jetzt einfach noch Geduld haben. Und wenn Du mich jetzt noch einmal fragst, bevor ich fertig bin, dann übst Du 30 Minuten Geduld haben, und dann mache ich ... für Dich, ansonsten mache ich es, wenn ich mit der Küche fertig bin."
Kind: "Ok"

Klappt fast immer.

Ich habe aber nur ein Kind, vielleicht ist es da leichter.

Ich denke, wichtig ist wirklich, dass man in solchen Situationen selber gut durchatmet und sich ganz bewusst nicht hetzen lässt.

Und der Satz, "Dann hast Du mich wohl nicht mehr lieb", wird in dieser Situation von den Kindern wahrscheinlich nicht aus Überzeugung eingesetzt, sondern viel mehr deshalb, weil sie spüren, wie sehr sie Dich damit treffen und in ihrem Sinne beeinflussen können.

Hast Du eigentlich auch mal echte Auszeiten für Dich!?

Liebe Grüße


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.19 13:44 von Viefra.




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