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  Was ist los mit mir?
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  Wochenbettlerin
schrieb am 23.06.2019 12:49
Ich schreibe anonym, weil ich so viel Scham und Schuldgefühle in mir hab.
Vor ein paar Wochen habe ich entbunden. Es ist nicht mein erstes Kind.
Die Geburt war schwer für mich, aber es gab keine Komplikationen.
Ich komm aber einfach nicht wieder auf die Beine. Schon Wochen her und ich hab noch immer Schmerzen. Stillen tut auch weh, immer wieder weine ich beim Anlegen.
Wir waren mit dem Kind noch nicht draußen, ich schaff es einfach noch nicht.
Fühle auch noch keine Glücksgefühle, dieses ins Baby verliebt sein ist noch nicht da.
Ja, mein Baby ist süß, aber das wars auch. Mir fehlt irgendwie mehr Bezug zu meinem Baby. Bin froh, wenn es schläft oder sich jemand anderes kümmert.
Wenn es nicht gestillt werden will, kann ich mit dem Baby nichts anfangen, ich geb es dann dem Vater, der sich gern kümmert.
Meine Hebamme meint, ich soll mir Zeit lassen. Manchmal wär das es eben so. Und ich soll bloß nicht mit anderen Müttern und Geburten vergleichen.
Es fühlt sich trotzdem komisch an. Als ob ich nicht richtig funktioniere, als ob ich versage. Ich bin schon Mutter, ich kenn mich so nicht.
Nun hab ich seit einigen Tagen meinen Appetit verloren, nichts schmeckt mir mehr. Muss mich zwingen, irgendwas überhaupt zu essen.
Trinken geht, Wasser und Tee.
Ich bin so müde und erschöpft. Ich weiß nicht, was los ist mit mir.


  Re: Was ist los mit mir?
avatar  Caphir
Status:
schrieb am 23.06.2019 13:39
Jede Geburt und Schwangerschaft und Enbindung ist anders. Veilleicht braucht Dein Körper diesmal einfach mehr Ruhe und Erholung. Es gibt nicht, wofür Du Dich schämen brauchst. Da ich aber leider nach meiner 3. Geburt eine Wochenbettdepression hatt, rate ich Dir wirklich Deinem Arzt anzuvertrauen. Gib Dir Zeit, es wird alles wieder besser


  Re: Was ist los mit mir?
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  Solani2
Status:
schrieb am 23.06.2019 16:55
Keine Scham und Schuldgefühle! Ich war anfangs auch froh, wenn mein Baby geschlafen hat. Und wenn sich mein Mann gekümmert hat, dann fand ich das auch erleichternd. Kam mir damals aber sehr normal vor, mein Kleiner war auch sehr fordernd und mir ist es körperlich gut gegangen. Ich glaube auch jetzt noch, dass das normal ist. Von großen Glücksgefühlen anfangs kann ich auch nicht wirklich berichten (hauptsächlich Genugtuung und Erleichterung, wenn Baby zufrieden geschlafen hat), aber ich habe ganz gut funktioniert, so im Nachhinein betrachtet, aber ich habe mir darüber nicht großartig Gedanken gemacht, ich war im Tunnel. Erwarte einfach nicht zuviel von dir, Mama-Sein ist kein Wettbewerb. Und wenn Papa eine gute Bindung aufbauen will und kann, dann ist das super.
Und wenns nicht bald besser wird, solltest du wirklich zum Arzt, Blutbild prüfen lassen etc..
Viel Glück!


  Re: Was ist los mit mir?
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 23.06.2019 22:57
Zitat
Caphir
Jede Geburt und Schwangerschaft und Enbindung ist anders. Veilleicht braucht Dein Körper diesmal einfach mehr Ruhe und Erholung. Es gibt nicht, wofür Du Dich schämen brauchst. Da ich aber leider nach meiner 3. Geburt eine Wochenbettdepression hatt, rate ich Dir wirklich Deinem Arzt anzuvertrauen. Gib Dir Zeit, es wird alles wieder besser

Für mich klingt das auch nach Wochenbettsdepression, sprich mit deiner Gynäkologin, sie wird dir helfen können. Und nein, für solche Gefühle muss man sich nicht schämen.

Alles Gute dir!


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  Re: Was ist los mit mir?
avatar  Alpina
Status:
schrieb am 24.06.2019 07:49
Ich schließe mich Beccipliep an, es hört sich alles nach einer Wochenbettdepression an. Man geht davon aus, dass bis zu 20% aller Mütter nach der Entbindung betroffen sind. Es ist also wirklich nichts, wofür man sich schämen müsste. Übrigens sind Scham- und Schuldgefühle häufig bei Depressionen anzutreffen.
Sprich mit einem Arzt deines Vertrauens, es lässt sich normalerweise gut behandeln.


  Re: Was ist los mit mir?
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  Wochenbettlerin
schrieb am 24.06.2019 21:38
Danke für eure Antworten. Ich habe nach euren Antworten meine Hebamme noch mal gesprochen. Sie meint, ihrer Ansicht nach wär es noch keine Wochenbettdepression, aber kurz davor. Sie hat mit mir und meinem Partner einen Plan aufgestellt, mich aufzubauen. Erst mal was stillfreundliches für die Nerven aus der Apotheke (hab den Namen vergessen) und mein Partner soll darauf achten, dass ich dann jeden Tag ein bisschen allein raus komme und mal nur schlafe ohne gestört zu werden und dass ich regelmäßig esse um zu Kräften zu kommen. Und in ein paar Tagen sehen wir weiter.
Ggf bei der Nachsorge bei meinem Arzt ansprechen und nach einem Blutbild fragen.


  Re: Was ist los mit mir?
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  Wochenbettlerin
schrieb am 25.07.2019 10:38
Hallo,
meine Blutwerte sind alle ok. Mein FA hat mir angeboten, ein stillfreundlihes Antidepressiva rauszusuchen. Aber das will ich erst nehmen, wenn gar nichts mehr geht. Versuche es jetzt erst mal weiter mit den alternativen/natürlichen Mitteln, Vit. D, Omega 3 und so.
Leider klappt es nicht wirklich in der Umsetzung mit gut Essen, rausgehen und schlafen eh nicht. Ich komm auf keinen grünen Zweig.

Jetzt frag ich mich, ob es vielleicht Sinn macht, eine Milchpumpe auszuleihen, abzupumpen und dann kann mein Partner mal die Flasche geben.
Aber ist das abstillen damit nicht vorprogrammiert? Weil es leichter ist aus der Flasche zu trinken? Überall, wo ich von Flasche geben höre heißt es, kurz darauf wollte das Baby die Brust nicht mehr.

Nun sprach mich meine Hebamme auf den D-MER - Dysphorischer Milchspendereflex an. Ich merke schon, dass allein der Gedanke an mein Baby oder das Weinen des Babys bei mir ungute Gefühle auslöst und anlegen macht mir keinen Spaß. Dennoch will ich weiter stillen, für das Baby.
Kennt jemand D-MER?

Wie lange hat es bei euch gedauert bis die Wochenbettdepression weg war?


  Re: Was ist los mit mir?
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  berlink
Status:
schrieb am 25.07.2019 11:23
Hallo,

Wenn Dein Facharzt (Psychiater?) Dir ein stillfreundliches Antidepressivum angeboten hat, dann würde ich tatsächlich auf dessen Kompetenz, eine psychiatrische Diagnose und Behandlungsbedürftigkeit festzustellen, vertrauen. Stimmungsstabilisierende Medikamente sind nie frei verkäuflich, also, dass, was Du Dir selbst kaufen kannst, hat entweder eine Wirkung über Placeboeffekt, also kein Arzneimittel! (Homöopathika) oder so eine milde pflanzliche Wirkung, dass die wahrsch. nicht ausreichen wird.

Ja, diese Saugverwirrung, lass Dich da mal nicht selber verwirren. Da möchte ich gern mal die eindeutige (!) Studienlage dazu sehen, es gibt Wahrscheinlichkeiten, aber keine Unbedingtheiten.
Stillen ja, aber nur solange es Kind UND Mutter gut geht.
Meine Zwillinge und die meiner Schwester bekamen als allererstes logsicherweise nach geplanten KS die Flasche, und dann erst haben wir gestillt. Ich habe 3 Monate abgepumpt, da die Tochter gar nicht so viel aus der Brust trinken konnte, viel zu mühsam, meine Schwester hat noch länger gepumpt. Zudem konnte ich so einen gewissen Rhythmus reinbringen und hatte eben Schlafphasen von Kind und mir, nachts. Wir haben auch zugefüttert. Und sie hatten sogar nen Nuckel. Dummerweise habe ich die ersten 4 Wochen wegen dieser Saugverwirrung gewartet..... . meine Schwester hat in der Schweiz entbunden, da gabs in der Klinik am Tag 1 nen Nuckel für das eine Kind. Bisher bei allen 4 Kindern ohne nachweisbaren Schaden.
Wenn Du nicht mehr stillen willst, weil es Dich nur wütend, traurig, ärgerlich macht, ja, dann ist es eben so.

Ich würde da mal möglichst pragmatisch entscheiden: Wenn Du "ausfällst", weil Du nicht mehr kannst, was hat dann das Kind davon? Was ist das kleinere Übel? Medikation, Pumpe, Zufüttern oder ggf. vollstationäre Behandlungsbedürftigkeit?

Alles Gute!


  Re: Was ist los mit mir?
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  Wochenbettlerin
schrieb am 25.08.2019 07:15
Hallo, weiß nicht, ob noch wer hier mitliest. Tipps erwarte ich auch keine, gibt es in meinem Fall wohl auch nicht mehr.

Ich habe wohl ein Geburtstrauma, was ich noch aufarbeiten muss, was auch für die Depressionen mit verantwortlich ist. Einen Therapieplatz bekomme ich erst in ein paar Monaten. Hab mich nun durchgerungen zu den Angidepressiva, Termin beim Psychiater wegen Medikament ist aber erst noch (war mein Frauenarzt, der mir dazu geraten hatte), soll wohl aber dann auch ein paar Wochen dauern, bis es wirkt.
Nun ist aber mein Partner auch arbeitsunfähig wegen Burnout geworden. traurig
Er wird auf seiner Arbeit gemobbt, er ist fix und fertig.
Nun hängen wir beide zu Hause durch, können einander nicht auffangen, jeder ist sich selbst der Nächste. Und die Kinder sind auch noch da!
Wir funktionieren nur noch, wechseln uns ab mit Kinderbetreuung, damit der andere mal Zeit zum Schlafen oder für sich hat. In meinem Fall sind das max 2 Std, dann will das Baby wieder gestillt werden, da falle ich noch nicht mal in Tiefschlaf, aber egal. Haushalt nur noch das allernötigste gemacht. Stimmung ist angespannt und gereizt, viel Streit wegen dünner Nerven. Haushaltshilfe verweigert die Krankenkasse. Familie ist nicht da zum Helfen, Freunde müssen alle arbeiten, aber die kommen ab und an mal für ne Std zum Helfen. Geld, jemanden zu bezahlen, haben wir nicht, wir knapsen an allen Ecken und Enden.
Es läuft das Notprogramm.
Keine Ahnung, wie lange es dauert, bis einer von uns wieder auf grünen Zeig ist.
Gerade alles nur schlimm. traurig
Sowas hab ich noch nie erlebt. Wie kann es nur sein, dass beide Eltern gleichzeitig psychisch und körperlich dermaßen am Ende sind. Und wie kriegt man da nur die Kurve.
Da kann wohl nur die Zeit was richten. Und bis dahin heule ich einfach weiter.


  Re: Was ist los mit mir?
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  xKirschblüte
Status:
schrieb am 25.08.2019 10:36
Hallo du Liebe!

Das klingt ja schlimm!
Hier war es im Juni/Juli auch angespannter. Wenn der eine den anderen nicht auffangen kann, geht die Spirale los traurig

Von woher kommt ihr denn?
Schreibt dein Partner schon Bewerbungen bzw.ist er in psychologischer Behandlung?
Letztlich hat er eine Depression- Burnout ist ja keine klinische Diagnose.


Fühl dich gedrückt!

Liebe Grüße
Kirschblüte


  Re: Was ist los mit mir?
avatar  Alpina
Status:
schrieb am 25.08.2019 11:15
Hi Du,

Das hört sich gar nicht gut an! Es tut mir leid, dass ihr beide gleichzeitig außer Gefecht seid!
Ich würde an eurer Stelle mich mal ans Jugendamt wenden. Dort können familienunterstützende Angebote vermittelt werden, wie z.B. eine Kinderkrankenschwester. Die kommen vorbei und helfen bei der Versorgung der Kinder und können euch mit Rat und Tat unterstützen. Ansonsten, wenn du das Gefühl hast, gar nicht mehr klar zu kommen, gibt es in vielen Psychiatrien auch Mutter- Kindstationen, wo man mit Kind aufgenommen werden kann.
Bzgl Therapieplatz - seit nicht allzu langer Zeit gibt es ein Gesetz, nachdem die Wartezeit auf den Therapiebeginn nicht länger als 4 Wochen sein darf. Da könntest bei deiner KV anrufen und fragen, ob es eine Zentrale Vermittlungsstelle für Therapieplätze gibt. In Bayern geht das unter kvb.de


Ich wünsche euch, dass ihr bald wieder auf die Beine kommt!

Alpina


  Re: Was ist los mit mir?
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  littlemeamy
Status:
schrieb am 25.08.2019 14:24
Liebe TE,

es klingt wirklich schrecklich.

Mir fällt grad noch der Verein "wellcome" ein, sagt dir der was bzw. googel mal, ob es den in eurer Nähe gibt. Der Verein schickt "Engel" in Familien mit Kindern unter einem Jahr und die unterstützen genau da, wo es nötig ist.
Und ihr müsst euch auch vor denen (im Gegensatz zu Arzt und Krankenkasse) nicht rechtfertigen, warum ihr Hilfe braucht. Die helfen einfach und verschaffen euch Eltern ein bisschen Luft im Alltag.

Ich hoffe, ihr könnt schon bald wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.


  Re: Was ist los mit mir?
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  pmami
schrieb am 25.08.2019 14:47
Wäre es eine Option Milch abzupumpen, damit du nachts mal durchschlafen kannst? Oder auf Flaschenmilch umsteigen? Entweder komplett oder wenigstens nachts und dann wechselt ihr euch ab?


Viele Grüße pmami


  Re: Was ist los mit mir?
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  berlink
Status:
schrieb am 25.08.2019 22:13
Ich wuerde auch das Stillen begrenzen, wenn es nun mal nicht anders geht. So wird das ja nix, wenn Du nicht schlafen kannst!
Mit einer ärztlichen Bescheinigung, dass du krank bist und die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist, gibt es in hier (Bawü) eine Dorfhelferin. Die kümmert sich aber vorrangig tatsächlich um die Kinder, aber von meinen Pat. habe ich auch schon gehört, dass diese im Haushalt mit anpacken.
Zudem gibt es sowas wie den familienunterstützenden Dienst, die sog. Frühen Hilfen, eben auch wellcome.

In eurer Stadt, so Du in Deutschland lebst, muss es einen sogenannten Sozialpsychiatrischen Dienst geben. der berät kostenlos zu allen Hilfsangeboten. Zudem muss es auch eine psychologische Beratungsstelle in Eurer Umgebung geben, die auch kostenlos berät.

Alles Gute!


  Re: Was ist los mit mir?
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  Wochenbettlerin
schrieb am 26.08.2019 14:43
Danke. Bin überrascht, dass es doch noch Hilfe gibt. Ich erkundige mich mal.
Ich frage meinen Arzt auch nach einer Milchpumpe. Ich hoffe, es klappt und das Baby trinkt überhaupt aus der Flasche, aber das wär schon mal was.




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