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  Re: Was bewegt eine Mutter dazu, ohne Kinder wegzuziehen?
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  la miga
schrieb am 20.05.2019 16:31
Ich finde, das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich bin mir dessen bewusst, dass man hier sehr leicht urteilt, wenn man nicht selbst betroffen ist.

Ich kenne als Lehrerin ja nun mal sehr viele Kinder, deren Eltern sich getrennt haben. Und selbst, wenn der Vater nur 2 Straßen weiterzieht und es nicht mal eine neue Partnerin gibt, ist das für die meisten Kinder und Jugendlichen ein ganz dickes Ding. Ich habe oft das Gefühl, dass Eltern uns erzählen, das Kind habe die Trennung ja recht gut weggesteckt, und wir uns nur wundern und sagen: Sehen die denn nicht, wie das Kind leidet?

Ich finde deswegen auch, man hat als Eltern eine besondere Verantwortung den Kindern gegenüber, was die Pflege der Beziehung und die Frage nach einer Trennung angeht. Ja, sicher, als Nicht-Betroffene sagt man das leicht, aber ich habe sehr oft das Gefühl, dass Beziehungen behandelt werden wie Restmüll, schnell ab in die Tonne, weg damit, ist nix Wert. Dass auch Erwachsene das für sich selbst schon so sehen, schockiert mich auch oft, aber wenn dann noch Kinder da sind, find ich das ganz übel. Ja, es wird Situationen geben, in denen eine Trennung ganz bestimmt besser ist als Ständiger Krach. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es für Kinder gut ist, mit zwei Menschen aufwachsen, die sich gar nix mehr z sagen haben, die nur noch Verachtung für sich haben. Ich erwarte auch nicht, dass ein Partner, egal ob Männlein oder Weiblein, Monate oder Jahre lang zuguckt, wie er betrogen und verarscht wird, "nur" damit due Kinder keine Scheidungskinder sind. Aber sowas kommt ja auch oft nicht von heute auf morgen. Ich würde mir heute oft wünschen, dass Eltern immer im Hinterkopf haben, dass ihre Beziehung das ist, was den Kindern auch Halt geben soll, dass es an keinem Kind spurlos vorbeigeht , wenn die Eltern nicht mehr zusammenleben.

Zu mir hat mal ein Kind an der Schwelle zur Pubertät gesagt, die Trennung sei schon so, als wenn jemand gestorben wäre. Man will, dass die Eltern "normal sind", dass die zusammen sind, dass man Mama und Papa hat zuhause, und wenn der Papa wegzieht, ist alles, was vorher war, erstmal kaputt. Das wünscht sich kein Kind. Und wenn ich mir jetzt mal meine Kinder angucke, meine eher sehr sensible Tochter: Ich wüsste überhaupt nicht, wie ich der erklären sollte, dass der Papa nicht mehr bei uns wohnen wird, dass der sich eine eigene Wohnung nimmt, dass der jetzt nicht mehr die Mama liebt hat, sondern einem andere Frau. Dass wir nie mehr zusammen sonntags da sitzen werden, dass wir nie mehr sonntags zusammen wegfahren, dass es kein Abendessen mehr mit uns 4 geben wird. Da ist doch so viel, was kaputtgeht. Sicher, vielleicht ist der letzte Schritt der bessere, bevor alle über Jahre leiden. Aber ich hab das Gefühl, dass viele Eltern VÖLLIG unterschätzen, was das mit den Kindern macht. Wenn ich meinen Kindern freitags eine Tasche geben müsste und sagen würde, so, ab bis Sonntag zum Papa, Hausaufgabe machen alles da, vertragt euch bitte mit der neuen Freundin, die Kinder wüssten dann auch, dass ich hier alleine bin, also , ich mag mir das nicht vorstellen. Jedes Kind reagiert sicher anders, aber ich bin mir sicher, meine Kinder würde das alles zutiefst seelisch mitnehmen.

Und wenn ein Papa sich schnell aus der Verantwortung stiehlt, weil eine 10 Jahre Jüngere toller ist, weil der Kick für den Augenblick geiler war als die Familie, weil man sich keine Mühe mehr gegeben hat an das zu denken, was man da mal im Standesamt oder in der Kirche gesagt hat, find ich das auch sch..... Bei uns wäre es aber def. auch so, dass die Kinder mehr an mir hängen und dass es die beiden def. mehr treffen würde, wenn ich gehen würde. Und nein, ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, dass da draußen irgendwas so wichtig sein soll,. dass ich meine Kinder verlasse. Und ja, für mich ist das ein Verlassen. Allein der Gedanke, dass ich hier aus dem Haus gehen würde mit meinen Koffern, unser gemeinsames Leben verlasse, die Kinder mit ihren Gefühlen ja dann doch alleine zurücklasse, nein. Das ist sowas von absurd , ich kann mir keine Situation vorstellen, in der es so weit kommen könnte. Und ja, die eugene Vorstellungskraft ist immer begrenzt, aber aktuell sage ich aus tiefster Überzeugung: Im Leben würde ich meinen Kindern das nicht antun.


  Re: Was bewegt eine Mutter dazu, ohne Kinder wegzuziehen?
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 20.05.2019 17:38
Als ich 5 war, zog mein Vater aus. Ein Jahr später meine Mutter. Ich blieb zurück. Was das ausgelöst hat: Nicht viel, denn meine Bezugsperson, mein Zuhause und mein Umfeld blieben gleich. Hätte ich mit meiner Mutter mitgemusst, wäre das für mich eine Katastrophe gewesen.

Das war ich. Das andere Kind ist das andere Kind. Ich will nur deutlich machen: Von außen kann man das einfach nicht bewerten! Der Fehler den du machst ist, deren Handlungen auf eure Beziehung zu übertragen. Kann man machen... aber die Frage ist, ob dabei eine sinnvolle Schlussfolgerung herauskommt. Ich behaupte: nein.


  Re: Was bewegt eine Mutter dazu, ohne Kinder wegzuziehen?
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  Solani2
Status:
schrieb am 21.05.2019 11:38
Kaum eine Mutter wird diese Entscheidung leichtfertig treffen. Das man sich das dann Schönredet, ist ein anderes Thema. Es kommt aufs Kind an, viele sind flexibel, manche nicht. Der Blick von außen ist oft hart und ungerecht.
Ich habe nur den Eindruck, dass es Kindern leichter fällt, wenn die Trennung früh erfolgt, also bevor sie das Familienleben zusammen richtig begriffen haben. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Eltern ein gutes Verhältnis zueinander haben, wenn das nur durch eine Trennung möglich ist, dann muss das wohl leider so sein. Dieses geile Familie spielen, wenn nichts mehr passt, ist für alle Beteiligten viel schlimmer.


  Re: Was bewegt eine Mutter dazu, ohne Kinder wegzuziehen?
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  akazie76
schrieb am 21.05.2019 14:40
Ich fände es ja ziemlich blöd, wenn die Mutter sich einen neuen Partner und einen neuen Job weit weg sucht und dann auch noch das Kind dem Vater wegnimmt und das Kind aus seiner gewohnten Umgebung und seinem Freundeskreis rausreißt. Vielleicht hat der Vater ja auch die viel bessere Beziehung zu dem Kind, das Kind fühlt sich wohl in seiner Umgebung....

Ich hoffe, falls wir uns jemals trennen, dass beide in der Nähe bleiben. Aber wenn mein Partner ganz woanders hinziehen würde, würde ich wenigstens die Kinder behalten wollen....


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  Re: Was bewegt eine Mutter dazu, ohne Kinder wegzuziehen?
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  henriette
schrieb am 22.05.2019 09:40
Ich möchte nicht wissen (vielmehr, ich kann es mir nur zu gut vorstellen...) was zur Zeit über uns in unserem Umfeld erzählt wird.... Ohne Kenntniss der genauen Umstände kann hier im Forum schonmal niemand was dazu sagen und es scheint ja auch nur eine Bekannte zu sein, also sind vielleicht die wirklichen Beweggründe auch nicht bekannt. Und so ist das dann doch wieder so einer der threads, in denen sich empört wird, weil man ja selber so etwas un-mögliches niemals nicht tun würde und sich selbst in dieser Empörung irgendwie gut fühlt....




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