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  Chaos
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  Moorhuhn_Malaga
schrieb am 26.02.2019 06:59
Hallo,
so früh am Morgen es ist, so ratlos bin ich auch. Ich hoffe, es gelingt mir, mich halbwegs kurz zu halten.

Ich wurde 2017 von meinem Noch-Mann verlassen, er ist weggezogen, sein Bezug und Kontakt zu den gemeinsamen Kindern ist so lala. Dann habe ich einen neuen Partner kennen gelernt, ihn und die Kinder einander nach einiger Zeit vorgestellt, es lief ganz gut, die Kinder haben ihn in ihr Herz geschlossen. Allerdings ist mein Partner nicht immer ganz einfach, er ist nicht so der große Redner - soll heißen, er spricht Dinge, die ihm missfallen, nicht an (kann seine Gefühle auch nicht gut in Worte fassen), sondern schluckt eine Weile und wenn sich zu viel angestaut hat, bricht alles raus, leider oft auf recht destruktive Weise (während ich meist auch schon Kleinigkeiten anspreche und mit Streit, insbesondere solchem, wo absichtlich verletzt wird, garnicht gut umgehen kann. Ich bin generell recht lösungsorientiert). Es mangelt ihm außerdem an Empathie, was sicher zu einem erheblichen Teil an seinem Umfeld liegt, aber es ist für mich manchmal schwierig, mich ihm begreifbar zu machen, weil es ihm kaum gelingt, über seinen Tellerrand hinauszublicken und die Sicht bzw. Gefühlswelt anderer zu verstehen.

Noch jemand ist schwierig: Das große Kind. Das war schon von Geburt an so, ich begegne mit dem größtmöglichen Maß an Liebe, bin vermutlich - obwohl generell eher streng und konsequent - in dieser Hinsicht oft auch zu nachsichtig, aber ich kann gut nachvollziehen was in dem Kind vor sich geht und möchte es nicht schädigen, indem es nicht es selbst sein darf. Bislang sind aus dem Wesen des Kindes keine sozialen Probleme erwachsen, es ist zwar nicht wahnsinnig beliebt aber es ist auch nicht sozial isoliert und so versuche ich, einen starken Charakter zu fördern und einen Punkt zu schaffen, ein zu Hause, an dem es sich stets willkommen und so angenommen fühlt, wie es ist.

Gestern kam es zum Eklat: Mein Partner ist eher lockerflockig und macht gerne Späße, das große Kind allerdings braucht unbedingte Verlässlichkeit, was gesagt wird, ist Gesetz und gilt für alle. Mein Partner allerdings fühlte sich durch eine Aussage in seinem Ego verletzt, ist darüber hinaus der Meinung dass für Kinder andere Regeln gelten als für Erwachsene und brach - wie leider auch oft bei Streitigkeiten zwischen uns - das Gespräch ab, lies das Kind (7 Jahre übrigens), das ihm gerade gesagt hatte, dass es nicht gut damit umgehen kann, veräppelt zu werden und nicht zu wissen, woran es ist (was ich in dem Moment sogar eher mutig vom Kind fand) verdattert sitzen und entzog sich wütend jeder weiteren Ansprache, da er sich von einem Kind nicht so anreden lassen müsse. Ja, kann ich irgendwo nachvollziehen, aber die Art und Weise des Damit-Umgehens nicht. Hätte man auch einfach so kommunizieren und ruhig bleiben können. Ich nehme dieses Problem symbolisch für einige weitere Situationen, in denen ich mir vorkomme wie eine Kindergärtnerin, die einem Kind erklärt, warum ein anderes Kind jetzt wütend ist. Nur - mein Partner ist kein Kind und ich erwarte mir einfach mehr von einem erwachsenen Menschen. Es ist schon schlimm genug, wenn es zwischen uns zum Streit kommt, aber es kann doch nicht sein, dass ich dauernd als Übersetzer fungieren muss weil Kind und Partner völlig unterschiedliche Sprachen sprechen. Das wiederum kann ich meinem Partner einfach nicht begreifbar machen, er sieht nur sich. Irgendwann habe ich dann so lange auf ihn eingeredet dass er einlenkt, allerdings denke ich oft, dass das nur geschieht um Ruhe zu haben. Gestern bspw. meinte er, ich sei ihm in den Rücken gefallen, würde das Kind vorziehen und auch heute wird er sich garantiert noch als das Opfer sehen.

Ich glaube, mein Partner wurde schlichtweg verhätschelt. Es fällt auch bei mir auf, dass es ihm einfach nie genug Liebe und Aufmerksamkeit sein kann. Er ist selbst ebenfalls sehr liebevoll, insofern ist das auch wunderbar, aber er möchte auch von den Kindern geliebt werden und kann mit Kritik, insbesondere von einem Kind (!!! manchmal steckt da noch das Denken der 50er in ihm habe ich den Eindruck) nicht umgehen. Er ist heute Morgen auch ohne eine Verabschiedung gegangen, was finde ich überhaupt nicht geht. Das erscheint mir schon dem Partner gegenüber kindisch (mit Liebesentzug bestrafen), aber bei Kindern - da rolle ich innerlich nur noch mit den Augen, wie man so wenig über den Dingen stehen kann.

Im Großen und Ganzen denke ich, umreißt das die Grundproblematik ganz gut. Ich würde gerne helfend und präventiv handeln, was kann ich tun?


  Re: Chaos
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  pmami
schrieb am 26.02.2019 19:38
Hallo Moorhuhn,

Dein Partner ist ein Mensch, der nicht über seine Gefühle sprechen kann oder mag, nicht besonders empathisch ist, keine Kritik verträgt, seinen Ärger hinunterschluckt, bis sich alle aufgestaute Wut losbricht, viel Aufmerksamkeit benötigt und insgesamt in eher in die Jahre gekommenen Weltbildern verharrt. Das kann man alles ganz wertungsfrei so stehen lassen.Nichts davon ist jetzt wirklich inakzeptabel oder behandlungsbedürftig.

Aber seine Art führt zu Konflikten in Eurer Partnerschaft und in dem Zusammenleben mit Deinen Kindern. Und es entspricht nicht dem, was Du Dir wünscht. Du sagst selbst:

Zitat

ich erwarte mir einfach mehr von einem erwachsenen Menschen.
.

Ein erwachsener Mensch ändert sich nur noch sehr mühselig und zumeist nicht auf Wunsch anderer sondern aufgrund eines eigenen Leidensdruckes. Man kann bei der Partnerwahl, jedenfalls ab einem bestimmten Alter, etwas flapsig durchaus sagen "What you see is what you get."

Du wirst Dich ja für ihn auch nicht ändern wollen und in Deinem zu hause eine 50er Jahre Erziehung einführen wollen, damit er sich wohler fühlt. Umgekehrt kannst Du deshalb auch nicht erwarten, dass er sich für Dich ändert.

Und das führt Dich zu der Frage: Kann ich mit dem Menschen leben, der jetzt neben mir auf dem Sofa sitzt, oder genügt mir das für eine Partnerschaft nicht.

Viele Grüße pmami




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