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  Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  hannihathoffnung
schrieb am 13.01.2019 19:23
Hallo,
eigentlich wollte ich anonym schreiben, aber ich glaube, das geht nicht mehr .
Bin nicht mehr sehr aktiv hier, lese aber noch manchmal hier mit.
Ich habe folgendes "Problem" und ich wollte mal verschiedene Meinungen hören.

Ich habe mich vor 2 Jahren mit einer Freundin selbstständig gemacht. Wir haben zwei festangestellte Assistentinnen. Ausserdem vermieten wir einen Teil unserer Räumlichkeiten an 4 selbständig Berufstätige, aus ähnlichen Berufsfeldern, das bedeutet, wir profitieren von einander ( wir schicken uns sozusagen die Kunden und betreuen diese in einigen Situation auch gemeinsam)..
Die Stimmung ist super, alle verstehen sich bestens.
Wir haben alle Mitarbeiter (neben Kompetenz natürlich) vorallem nach dem Kriterium "gleiche Wellenlänge" ausgesucht. Und fuhren bisher super damit!

Unsere Branche unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen, mit Hoch im Winter.
Zur Verstärkung haben wir im Dezember eine 3.Assistentin angestellt.
Probezeit läuft Ende Januar aus.
Meine Partnerin und ich möchten sie jedoch nicht mehr behalten.
Der wahre Grund ist: wir haben beide auf einmal ein ungutes Gefühl. Das Feeling stimmt nicht, wir können uns aufgrund der wenigen Wochen Zusammenarbeit beide absolut nicht mehr vorstellen, sie langfristig anzustellen.

Objektiv jedoch können wir ihr nichts vorwerfen, sie macht die Arbeit gut. Es stimmt einfach nicht. Sie merkt das glaube ich nicht. Ist die ganze Zeit "megafreundlich" und tut sehr vertraut.

Sie hat relativ schnell eine Gehaltserhöhung angesprochen ("ich würde schon gerne kurz bis mittelfristig mehr verdienen") und ohne Absprache mit uns die anderen Assistentinnen um einen Wochentagswechsel gebeten, aber ansonsten können wir ihr nichts konkretes vorwerfen.
Sie arbeitet gut.

Meine Partnerin und ich sind sehr soziale und harmonieliebende Menschen. Und uns graust es vor dem Gespräch.

Wie führt man so ein Gespräch? Ohne den anderen zu sehr zu verletzen?Welche Argumente? Irgendwie kònnen wir ja schlecht sagen, daß wir sie plötzlich unsympathisch finden?!?!
Wir haben uns überlegt, dass wir aich finanzielle Argumente anführen (das quasi das Sommertief nicht rechtfertigt , eine 3. Assistentin dauerhaft anzustellen. Was teilweise stimmt, aber eben nicht der Hauptgrund ist.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gesprächen?


4 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 19:33 von hannihathoffnung.


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  henriette
schrieb am 13.01.2019 19:38
Ganz klar, aus jahrzehntelanger Erfahrung, ungutes Gefühl in der Probezeit, raus mit dem Mitarbeiter. Aus Gründen, die in der Auftragslage liegen und gut ist es. Ihr müsst ja noch nicht mal Gründe angeben. Mitarbeitern zu kündigen gehört zum "Chef" sein leider dazu, bei den ersten Malen hatte ich auch schlaflose Nächte, aber im nachhineine hat sich immer! rausgestellt, dass meien Entscheidung für das gesamte Team goldrichtig war. Stark bleiben!


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 13.01.2019 21:19
Hier 13 Jahre Erfahrungen mit Kündigungen als AG. Wir haben alles erlebt vom achselzuckenden "hab ich mir schon gedacht" bis hin zum lautstarken, sofortigen Abzug mit wehenden Fahnen und knallenden Türen.

Ich kann auch nur darin bestärken, das ungute Gefühl ernst zu nehmen und nichts auf die lange Bank zu schieben. Taten wir das, haben wir es immer bereut.

Gründe.
Das ist ein schwieriges Thema. Wir haben es irgendwann eingeführt, dass wir alle Gründe nennen, die 1. rechtens sind und 2. den AN weiter bringen könnten, an sich zu arbeiten und/ oder es das nächste Mal anders zu machen.
Alles andere behalten wir für uns, um z. B. unproduktive Verunsicherung oder gar Verletzungen (manche nehmen es wirklich sehr persönlich und können nicht zwischen Privatem und Beruflichem trennen) zu vermeiden.

In eurem Fall würde ich wahrscheinlich bei einem schwammigen "es passt nicht" in Kombination mit der anstehenden Marktlage im Sommer bleiben. Auch wenn das für die AN überraschend kommen sollte, kommt man mit soetwas in der Regel klar.

LG
Juna


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  maralinga
schrieb am 13.01.2019 21:22
Ich wäre ehrlich: ihr findet sie fachlich ok (so vestehe ich das), aber die Chemie stimmt nicht und bittet um Verständnis in einem Unternehmen dieser Größe.


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  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  silvernano
Status:
schrieb am 13.01.2019 22:30
Hallo,

ja, solche Gespräche sind blöd. Aber genau dafür gibt es eine Probezeit.

Ich habe auch lernen müssen, meinem Bauchgefühl zu vertrauen, auch wenn es unangenehm wird.

Die Alternative wäre ja, Ihr behaltet die Mitarbeiterin. Dann bleibt bei jedem Zweifel der Gedanke „hätten wir mal ...“

Wahrscheinlich würde ich auch ehrlich sagen, dass Ihr mit der Arbeit zufrieden seid, aber die Chemie einfach nicht passt. Gutes Zeugnis ausstellen nicht vergessen.

Liebe Grüße und gute Nerven

Silvernano


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  henriette
schrieb am 14.01.2019 12:41
noch was: wenn ich mir nicht so ganz sicher war, habe ich dann auch gerne mal die Probezeit verlängert, das geht, aber das hätte ich mir jedes Mal sparen können... Will sagen, wenn man in der regulären Probezeit nicht klar kommt, dann nützt auch deren Verlängerung nichts.


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  pmami
schrieb am 14.01.2019 13:41
Trotz Probezeit müsst Ihr kündigen und zwar rechtzeitig vor Ablauf der Probezeit. Guck unbedingt in den Vertrag rein, was dort steht zu Kündigungsfristen in der probezeit. Ansonsten müsst ihr da leider durch. Ruhig und gelassen bleiben, die Kündigung mitteilen und Euch auf keinen Fall rechtfertigen. Ob ihr sagt, dass es nicht passt oder dass Ihr doch weniger Bedarf habt, als gedacht, ist Eure Entscheidung. Eigentlich müsst Ihr gar nichts sagen.

Viele Grüße pmami


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  pebbles30
schrieb am 14.01.2019 15:03
Bei mir ist die halbe Familie selbstständig, nicht jeder hat Angestellte und das sind Gespräche auf die sich kein Arbeitgeber freut.

Aber je kleiner der Betriebe, desto wichtiger ist das Klima untereinander und das man sich versteht.
ansonsten wäre diese Angestellte immer aussen vor und würde das auch spüren. Und egal was in Zukunft wäre, ihr könntet sie nie so behandeln wie die anderen und würdet euch immer fragen, warum haben wir sie behalten.

Zum Gespräch bitten, vielleicht so das nicht alle das mitbekommen, kann ja auch sein, das sie dann total verheult ist oder ausrastet und kündigen.
wie die anderen schon geschrieben haben, sagen müsstet ihr eigentlich nix.
Wenn ihr die Auftragslage als Begründung nehmt, verliert die Frau nicht ihr gesicht und kann sich auch bei anderen Firmen besser verkaufen. Da findet sie dann vielleicht einen Platz wo sie hinpasst.
Das wäre dann insofern schon netter.


Bei Klein- und Großfirmen kommen so Themen wie eigenmächtig Arbeitstage generell nicht gut an, das könnte man ihr höchstens noch mitgeben.
Es gibt viele Chefs die auf sowas sehr mh allergisch reagieren. andere finden das nicht so schlimm aber auch ihr fandet es nicht gut.


Viele Grüße
pebbles


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  hannihathoffnung
schrieb am 14.01.2019 19:29
Danke euch allen. Eure Meinung bestätigt mich darin, das Gespräch durchzuziehen, damit wir es hinterher nicht bereuen.
Viele Grüsse!!


  Re: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  Myrene
schrieb am 16.01.2019 04:56
Hallo,
für mich als Angestellte käme die Aussage "Es passt nicht" sehr verunsichernd rüber. Das ist ja nichts Konkretes, an dem man arbeiten kann, sondern etwas sehr Subjektives. Vielleicht passt sie ja für einen anderen Arbeitgeber genau. Wenn euch die frühe Forderung nach mehr Geld so sehr gestört habt, sagt ihr das, ich könnte mir vorstellen, dass da auch andere Arbeitgeber unangenehm finden und sie hat wirklich einen Tipp bekommen, statt ein vages: Du solltest irgendwas ändern, aber wir wissen auch nicht was...
Sonst würde ich mich auf die Auftragslage zurückziehen, das ist schön neutral.
Gruss von einer, die es schon kaum schafft, Babysitter zu kündigen, weil sie sie nicht verletzen will.


  Update: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  hannihathoffnung
schrieb am 20.01.2019 18:54
So, wir haben es ihr gesagt. Wie schon einige erwähnten ist ein "es passt nicht" ja nicht sehr konstruktiv, d.h. sie kann da nichts verbessern.

Daher haben wir es auf die Auftragslage geschoben und positive Rückmeldung betreffend ihrer fachlichen Kompetenz. Sie war zwar enttäuscht, aber nahm es mit Fassung (hatte ja Gott sei Dank noch nicht im alten Job gekündigt, was dank der niedrigen Stundenzahl möglich wahr.

Allerdings wurde es durch unsere "Ausrede" mit der Auftragslage dann fast schwierig "sie endgültig loszuwerden"... Sie versuchte dann dauernd Lösungen zu bringen, à la "dann stellt mich halt befristet im Winter an" oder "ich komme auch gerne stundenweise zum Aushelfen"

Ich bin froh, dass das nun hinter mir ist.

Danke für die wirklich guten Tips hier!


  Re: Update: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  henriette
schrieb am 21.01.2019 08:38
und die wirst die Tage sehen, wie viel besser es sich jetzt anfühlt, wo sie nicht mehr da ist. Alles richtig gemacht.


  Re: Update: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  Tiffy27
Status:
schrieb am 24.01.2019 09:46
Hallo,

ich finde die Aussage "Chemie stimmt nicht" ziemlich schwierig aus AN - Sicht. Denn man kann nichts konkretes daraus ziehen und nicht daran arbeiten..
Wenn ihr mit ihrer Arbeit an sich zufrieden seid, würde ich also die Auftragslage nehmen und vielleicht erläutern was nicht gut ankam (Tage tauschen, Gehalt) , aber das es daran nicht lag.
Und auf jeden Fall sagen, mit was ihr zufrieden wart !
Für AN ist es ja nun mindestens genauso unangenehm zwinker

LG


  Re: Update: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  Blüte
schrieb am 24.01.2019 09:58
Zitat

ich finde die Aussage "Chemie stimmt nicht" ziemlich schwierig aus AN - Sicht. Denn man kann nichts konkretes daraus ziehen und nicht daran arbeiten..

Stimmt genau. Wenn die Chemie nicht stimmt, KANN man nichts Konkretes daraus ziehen und auch nicht daran arbeiten. Es. stimmt.halt.nicht.

Ich bin wirklich für konstruktive Kritik zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit, der Arbeit usw. Auch für Lob an der richtigen Stelle. Insofern erfolgte ja (wenn ich das recht verstanden habe), ein Lob der Arbeit usw., aber wenn es der Punkt ist, dass es persönlich, emotional usw. einfach nicht passt, muss ich mir als Arbeitgeber doch nicht etwas zurecht zimmern, damit der Arbeitnehmer daran arbeiten kann, oder?

In meinem kleinen Betrieb arbeite ich SEHR nah mit meinen Mitarbeiterinnen zusammen, logistisch sind sie räumlich sogar sehr nah an meiner Familie dran. Ich könnte NIE mit jemandem arbeiten, bei dem, neben der Arbeit, nicht auch das Gefühl stimmt, das Vertrauen, was auch immer. Und wenn das nicht stimmt, was noch nie vorkam zum Glück, würde ich das auch so formulieren, selbst wenn der Arbeitnehmer keinen persönlichen Nutzen aus der Aussage ziehen kann.

Blüte


  Re: Update: Graus vor Kündigung: aus Sicht des Arbeitgebers
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  akazie76
schrieb am 25.01.2019 16:33
Ich möchte da gern noch aus Arbeitnehmersicht hinzufügen, dass ich es ziemlich unfair finde, wenn man die ganze Zeit denkt, alles ist in Ordnung und dann praktisch am letzten Tag der Probezeit eine Kündigung in der Hand hat. Auch an einem "es passt nicht" kann man meiner Meinung nach arbeiten. Dann muss man davon aber was wissen. Manchmal dauert es etwas länger, bis man ein eingespieltes Team ist. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die man ändern könnte. Manchmal machen es einem auch die bisherigen Mitarbeiter nicht so leicht, sich ins Team einzufügen. Wenn es wirklich nicht passt, würde auch ich kündigen. Aber als kleines Unternehmen kann man ja sowieso immer kündigen.




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