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  Diagnose: unfruchtbar
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  Inad77
schrieb am 03.01.2019 19:42
Hallo zusammen,

ich versuche jetzt meine aktuelle Situation und Gefühlslage in Worte zu fassen und würde mich sehr über Antworten freuen.

Im September 2018 wurde bei mir mittels einer Bauchspiegelung eine Zyste entfernt. Dabei wurde auch noch festgestellt, dass ich Endometriose Stadium 3 habe und die Herde wurden ebenfalls entfernt. Zudem wurde dabei auch eine tubare Sterilität entdeckt und noch im Aufwachraum und bei nicht vollem Bewusstsein wurde mir also eröffnet, dass ich unfruchtbar bin und eine künstliche Befruchtung bei Kinderwunsch empfohlen wird.
Meine Familie und mein Freund wissen davon, mein Freundeskreis und meine Kollegen nicht.
Mein Freund und ich waren bei einem Informationsabend in einer Kinderwunschklinik, das war im November. Seither ist das Thema etwas vom Tisch...bzw geriet in denHintergrund.

Seit der Diagnose geht es mir psychisch aber nicht gut und ich habe das Gefühl, Gespräche mit meinem Partner bringen mir auch nichts. Sobald ich an die Diagnose denke, schießen mir Tränen in die Augen. Ich bin 37 und habe das Gefühl mir rennt die Zeit davon, selbst für eine künstliche Befruchtung...was mich ebenfalls belastet.

Wie geht ihr mit dieser Diagnose um? Kann es helfen sich hier auszutauschen oder sollte ich wirklich psychologische Hilfe (Gesprächstherapie) in Anspruch nehmen? In letzter Zeit denke ich sehr häufig darüber nach.

Ich würde mich sehr über eine Antwort bzw. über einen Austausch freuen.

Viele Grüße


  Re: Diagnose: unfruchtbar
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  mjuka
schrieb am 03.01.2019 21:27
Liebe Inad,

sehr viele Frauen hier können deine Gefühle sehr, sehr gut verstehen. Es ist so unfassbar schwer, gesagt zu bekommen, dass man keine Kinder bekommen kann. Es hat viel mit dem Selbstverständnis als Frau zu tun. Kinder bekommen alle Frauen scheinbar mühelos, nur man selber scheitert an dieser die Weiblichkeit scheinbar allein bestimmenden Frage. Es schmerzt tief und das "darf" es auch. Es IST schlimm.

Hilfe zu holen ist dann sinnvoll, wenn dieser Riesenschmerz dein ganzes Leben beeinträchtigt und du vielleicht auch deinen eigenen Wert aus den Augen verlierst. Kinderwunschpraxen arbeiten manchmal mit Psychologen zusammen, die mit dieser Thematik vertraut sind. Das ist schon wichtig, weil du dich ja auch aufgehoben und in deinem Kummer verstanden wissen willst.

Mit 37 bist du noch nicht zu spät dran. Nicht früh, aber grundsätzlich ist es möglich, mit der Behandlung in diesem Alterier Kind zu bekommen. Leider gibt es keine Garantien, aber es nicht zu versuchen aus dem Gefühl heraus, eh schon "Schrott" zu sein vergrößert deinen Kummer.

Ich kenne deine weitere Situation nicht. Bist du verheiratet? ist es finanziell überhaupt möglich, eine künstliche Befruchtung zu stemmen. Was sagt dein Partner... Um diese Dinge zu klären hilft dir bestimmt eine Beratung auch weiter.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und in dieser Trauer immer wieder einen Funken Mut, der dich aufrecht erhalten möge...

Bei mir hat es letztendlich zwei Mal geklappt. Ich drücke dir heftigst die Daumen, dass es auch für dich gut ausgeht.
Alles Liebe, mjuka


  Re: Diagnose: unfruchtbar
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  sturmfängerin
schrieb am 05.01.2019 12:08
Liebe Inad,
es tut mir sehr leid, vor allem einem noch während des Aufwachens so unsensibel zu eröffnen dass man unfruchtbar ist, ist echt eine Frechheit!
Mit einer künstlichen Befruchtung hast du aber Chancen schwanger zu werden! Ich würde an Deiner Stelle ganz offen mit Deinem Partner sprechen ob ihr Kinder wollt und wenn das beide mit ja beantworten würde ich relativ zügig in eine Kinderwunsch Praxis gehen. Lasst euch dort beraten, dann wisst ihr auf was ihr euch einstellen müsst.
Parallel finde ich es nicht schlecht sich psychologische Hilfe zu suchen, mir haben diese Gespräche immer sehr gut getan!
Entweder mit oder ohne Partner.
Ich wünsche Euch ganz viel Glück!!
Lg Sturmfängerin


  Re: Diagnose: unfruchtbar
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  chaosbraut4711
Status:
schrieb am 05.01.2019 21:40
Es tut mir leid, aber ich kann hoffentlich Mut machen:
Eine meiner Tuben ist funktionslos und bei der funktionierenden Seite kam kein Eisprung zustande.
Wir haben also ähnliche Voraussetzungen.
Dank IVF durften wir zwei tolle Kinder bekommen, auch wenn wir 3,5 Jahre warten mussten.

Dass du die Information noch nicht ganz wach erhalten hast, finde ich normal. Das war bei mir auch so und das wollte ich auch. Sobald die Augen halbwegs auf waren wollte ich wissen, was Sache ist.


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  Re: Diagnose: unfruchtbar
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  summertime70
schrieb am 05.01.2019 22:06
Hallo,
ich finde das Wort "unfruchtbar" sowohl für die Informationen, die Du direkt nach dem Eingriff bekommen hast, als auch für Deine Selbstwahrnehmung recht unglücklich.

Unter unfruchtbar wird ja im Allgemeinen: " kann keine Kinder kriegen " verstanden und es ist ja auch ein ein wenig altmodisches Wort aus Zeiten, wo das ein unabwendbares Schicksal war.

Vielleicht könntest Du das so sehen: Eure Chancen, ohne Medizinische Hilfe Kinder zu bekommen, sind gering, aber es gibt eben heutzutage künstliche Befruchtung und hormonelle Therapien, die Euch helfen können, Eltern zu werden. Damit sind die Chancen sehr viel besser. Ihr habt die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, aber eben mit Unterstützung. Das würde ich jetzt erstmal nicht als unfruchtbar bezeichnen. Allerdings sollte man mit 37 nicht allzu lange warten, sondern sich bald über die Möglichkeiten, die es gibt, informieren.

Alles Gute!


  Re: Diagnose: unfruchtbar
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 06.01.2019 10:16
Hallo!
Ich möchte mich Summertime anschließen. Meine Tuben sind nach zwei EUGs auch dicht, ich fühle mich trotzdem nicht unfruchtbar, sondern benötige eben Hilfe.
Unfruchtbar sein ist ein starkes Wort!

Das ändert allerdings nichts daran, dass du diese Diagnose so unsensibel bekommen hast, das ist nicht schön und muss erstmal verdaut werden.
Grundsätzlich würde ich mit 37 auch nicht lange mit dem Weg ins Kinderwunschzentrum warten, bis alles geregelt ist, geht eh nochmal Zeit ins Land...

Ob du psychologische Hilfe brauchst, kannst nur du entscheiden. Je nachdem wie es weitergeht ist es bestimmt hilfreich.

LG, Beccipliep




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